Ustream schlägt YouTube: Video-Upload ohne Grenzen?

FernseherAuf YouTube werden jede Minute Videos in der Gesamtlänge von 34 Stunden hochgeladen. Bei Ustream sinds 53. Wo wird das alles gespeichert?

Im Rahmen einer Recherche habe ich aktuelle Zahlen rund um Social Media gesucht. Und bin auf der Suche nach YouTube-Upload-Werten auf einen interessanten Vergleich gestossen: Fierceonlinevideo.com stellt fest, dass die beiden Streaming-Anbieter Livestream und Ustream YouTube locker in den Schatten stellen. Bei diesen Mengen fragt sich der Laie: Wo stehen denn die ganzen Speicher, um diese in den Himmel wachsenden Daten zu speichern?

video uploads pro minute youtube livestream ustream

Nestlé, Greenpeace und Facebook: Lernen aus der Krise

stop nestle by greenpeace_co_ukGreenpeace gegen Kitkat: Ein böses Video, Orang-Utans und Urwald sind der Mix, den Nestlé zu neuen Palmöl-Lieferanten bringen soll. Eine Social Media Krise mit vorerst drei Lernsätzen.

«Märkte sind Gespräche» definiert das Cluetrain Manifest schon 1999. Die Idee einer Öffnung des Dialogs im Internet, weg von den üblichen Publikationsmonopolen, hat seine Vorteile und seine Tücken.  «Erst mal Zuhören» lautet der erste Tipp aller Social Media Berater – das braucht Nerven, wenn man so zugeschrien wird, wie Nestlé in den letzten Wochen.

Greenpeace: Sympathieträger mit integraler Strategie
Auf der einen Seite steht David, seine Steinschleuder heisst virale Kampagne. Das Video dazu verleiht dem Kitkat-Werbespot ein unappetitliches Ende. Es ist eingebunden auf YouTube, mehreren Greenpeace- und einer Kampagnen-Seite. Mit den Codes für die schnelle Weiterleitung oder das Einbetten auf allen Social Media. Als die Websites stehen, folgen Facebook und Twitter. Die Botschaft: Nestlé kauft Palmöl von einem Lieferanten, der Indonesiens Urwald rodet. Der schnelle Ausbau von Palm-Anbauflächen tötet dort lebende Orang-Utans.

Nestlé: Goliath verlangt Gesprächsregeln
Auf der anderen Seite steht ein Weltkonzern als ideale Projektions- und Angriffsfläche. Nestlés Frage-/Antwort-Sammlung zeigt, dass das Unternehmen gar kein Palmöl vom kritisierten Produzenten bezieht. Greenpeace sagt, dass einfach ein Zwischenhändler eingeschaltet werde. Nestlé sagt, dass sie bis 2015 alles Palmöl von «zertifiziert nachhaltigen Lieferanten» beziehen wollen – noch sei auf dem Weltmarkt zu wenig von dieser Qualität verfügbar. Nestlé kauft 0.7 Prozent der Weltproduktion.

Nestlé beruft sich auf Regeln. Zuerst lässt man das Video auf YouTube entfernen, wegen Verletzung der Urheberrechte. Für Daniela Montalto, Greenpeace Forest Campaign Head, war das der Wendepunkt: «Internet-Nutzer waren empört und haben begonnen, das Video in ihrem Netzwerk und auf anderen Plattformen zu verteilen.» (Interview mit France 24, 2.4.2010.) Die Protestwelle wächst.

Die Zahl der Facebook-Fans steigt auf über 90′000 – und die Pinnwand ist voll von Links und mehrheitlich gehässigen Texten. Das Social Media Team reagiert gereizt, wenn Fans als Profilbild ein verändertes Nestlé-Logo verwenden. Zum Beispiel «Killer» statt «Kitkat», wie man es auch von der britischen Greenpeace-Seite runterziehen kann. Einmal wird der Nestlé-Administrator auf Facebook zu ruppig, was zu einem erneuten Anschwellen des Protests führt – die Details der Auseinandersetzung auf Social Media Influence.

Social Media Krise: Viel zu lernen
Märkte sind Dialoge – die Menge auf Facebook und Twitter schreit. Wer es wagt, KitKat zu mögen, wird als Sympathisant zugedeckt. Die Facebook-Moderation entschuldigt sich etwas später für den Eclat rund um Kommentare und Logos mit der Bemerkung, «Wir haben noch viel zu lernen». Nestlé verabschiedet sich für einige Tage aus der Diskussion – und wird dann doch irgendwie vermisst. Die Pinnwand sieht immer schlimmer aus, bis sie über Ostern aufgeräumt wird: Fans können keine Links und Videos mehr posten und die Kommentare werden in einem Fenster gesammelt, das man erst aufmachen muss.

facebook nestle und kitkat seiten

Was lässt sich aus der Geschichte grundsätzlich lernen?

1. Der Angegriffene hat nie Recht: Es ist sehr unangenehm für ein Unternehmen und alle Mitarbeitenden, so am Pranger zu stehen. Der Angreifer hat einen Überraschungsvorteil, aus der Defensive kann man keine Regeln setzen. Während Greenpeace die Strategie definiert hat, muss Nestlé sich erst mal orientieren. Wobei die Sympathiepunkte von Beginn weg ungleichmässig verteilt sind.
2. Taten sind wichtiger als Worte:
Die Beschleunigungs- und Multiplikationseffekte von Social Media führen die öffentliche Diskussion auf eine neue Ebene. Trotzdem zählen am Ende des Tages die konkreten Taten. Mir erscheinen die von Nestlé dokumentierten Schritte nachhaltig. Obwohl im Hin und Her der Argumente noch keine wirkliche Übersicht möglich ist.
3. Worte brauchen eine Stimme: Wer sich als Unternehmen im öffentlichen Dialog exponiert, braucht eine starke Stimme. Auf der eigenen Website und – entsprechende Ressourcen vorausgesetzt – auf Sozialen Netzwerken. Der Aufwand für gut gemachte Inhalte, das Lesen und Beantworten von Kommentaren, das Sicherstellen von hoher Präsenz in Krisen verlangt ein sehr hohes, konstantes Engagement.

Wer sich als Unternehmen sagt: Nein, das lass ich lieber – der wird besucht. Die oben rechts abgebildete inoffizielle Kitkat-Facebook-Seite zählt 767′000 Fans. Die von Nestlé klinisch rein gehaltene Kitkat-UK-Facebook-Seite versammelt 128′000.

Bernet_PR auf Facebook: Wie man Inhalte gestaltet

bernet_pr_facebookWer sich für einen Facebook-Auftritt entscheidet, steht vor der Frage: Womit? Wie sind Inhalte zu konzipieren? Hier unsere Antworten aus dem Praxisbeispiel Bernet_PR.

Letzte Woche habe ich Pro und Contra Facebook durchleuchtet. Wir haben uns schliesslich für den Bau und Unterhalt einer weiteren Inhalts-Plattform entschieden – auf www.facebook.com/bernetpr. Im erwähnten Beitrag habe ich die Ziele und Zielgruppen geschildert – wie spiegeln sich diese Vorgaben in unseren Inhalten?

Fokus Wissen bleibt erhalten
Ihre Webpräsenz folgt bestimmt mediengerecht Ihrer Positionierung. Auch der Facebook-Auftritt Ihres Unternehmens oder der Kampagne verfolgt diese Absicht. Angepasst auf die hier präsenten Zielgruppen und deren Verhalten, Erwartungen, Vorlieben.

Bernet_PR will wirksame, kreative und herzliche Kommunikation leisten. Gerade auch im Web legen wir seit 1996 grosses Gewicht auf den medientypischen Dialog. Also haben wir nur am Rande die wichtigsten Fakten zur Agentur eingebaut. Wichtiger waren das Angebot von kostenlosem Wissen und eine interaktive Zitat-Datenbank, sozusagen eine Vorwegnahme von Wikiquote. Später kamen der Anstoss-Newsletter dazu und dieser Blog.

Facebook ist in unserem Falle eine Informations- und Austauschfiliale für Inhalte, die auch auf unserer Website, im Blog, auf Twitter oder Delicious vermittelt werden können. Deshalb ist es nur konsequent, auf einer Facebook-Seite ebenfalls auf Wissensaustausch zu setzen.

Sitemap unter erschwerten Bedingungen: Facebook-Dramaturgie
Sie wissen, was Sie auf Facebook schreiben wollen. Wie platzieren Sie diese Inhalte? Was Sie schreiben und wie Sie das platzieren, muss auf Facebook sehr speziellen Herausforderungen gehorchen.

Ziemlich starres Layout mit einigen Wahlmöglichkeiten: Die linke Spalte ist (ausser bei den selbst programmierten FBML-Seiten, mehr darüber weiter unten) in der Reihenfolge der Elemente und ihrer Gestaltung von Facebook vorgegeben. Sie können Ihre Fans nicht ausblenden oder nur deren Namen ohne Fotos zeigen lassen. Sie können diese Box auch nicht weiter nach unten schieben. Die rechte Spalte gehört ebenfalls Facebook, hier wird Werbung gezeigt, deren Schaltung sie nicht beeinflussen können.

Schwieriger Umgang mit Reitern: In der mittleren Spalte folgt Ihr Inhalt. Der lässt sich in Kapitel aufteilen, mit diesen grauen Reitern. Wir haben uns für sechs Entschieden. Die sieht man grad noch, sonst müsste man auf einen Reiter mit  >> klicken. Die beiden ersten Reiter «Pinnwand» und «Info» sind von Facebook in deren Benamsung, Reihenfolge und Gestaltung vorgegeben.

fb_reiter_bernetpr

Auf dem Reiter «Info» sind die Basisinfos zu Agentur und Leistungen, «Veranstaltungen» ist ebenfalls von Facebook vorgegeben und wir erfassen jeweils die nächsten Termine. «YouTube» und «Flickr» haben wir mit Gratismodulen von involver.com gelöst. Dieses Unternehmen besetzt ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell: Das mühsame Programmieren von Faceook-Seiten wird einem abgenommen. Bloss ist das mit monatlichen USD 99 zu teuer. Zwei Module kann man sich gratis rauspicken – wobei man natürlich abhängig ist von den standardisierten involver-Möglichkeiten. Für uns waren sie besser als die standardisierte Facebook-Seiten-Einbindung.

«Wissen» als einmalige Willkommens-Seite: Man kann eigene Seiten gestalten, in der «Facebook Markup Language» oder «FBML». Das sei einfach, meinen die einen. Wir habens den Profis von Serranetga überlassen.

Diese Seite sieht man automatisch nur beim ersten Besuch auf Bernet_PR, sobald man Fan ist, landet man auf unserer Pinnwand – so bestimmt das Facebook. Die Erstbesuchs-Seite darf man als Anbieter wählen. Auf «Wissen» ist unsere Positonierung umgesetzt:

fb_startseite_wissen_bernetpr

Achtung: Ihre Zielgruppen sind auf deren Pinnwand zu Hause
Das heisst, dass sie eigentlich nur bei einem ersten Aufstöbern über die Suche, eine Empfehlung, eine Einladung oder das Klicken auf ein Facebook-Inserat auf Ihrer liebevoll gestalteten Facebook-Seite landen.

Danach läuft alles, wenn überhaupt etwas läuft, über die geliebte Pinnwand. Da bin ich, da sind Ihre Zielgruppen auf Facebook «zu Hause». Inhalte von Freund/innen, abonnierten Gruppen oder als Fan aktivierten Seiten werden auf diese Pinnwand überspielt. Das heisst: Nur, wenn hier was Interessantes, für mich gerade Relevantes auftaucht, fühle ich mich positiv angesprochen. Vielleicht reagiere ich sogar: Besuche die angekündigte Veranstaltungs-Seite, aktiviere den Link, schreibe einen Kommentar oder setze ein Häkchen bei «Gefällt mir». Das heisst auch: Wenn mir hier zuviel und nichts Attraktives eingespielt wird, dann kündige ich mein Abo, melde mich als Fan ab, will nicht mehr Freund einer Person sein.

Die Kunst liegt darin, den richtigen Ton zu finden. Und die richtige Frequenz. Deshalb haben wir bewusst auf ein automatischen Einspielen von Twitter-Meldungen auf unserer Pinnwand verzichtet – sie liegen in der Wissen-Seite und lassen so die Pinnwände unserer Fans in Ruhe.

Monitoring nicht vergessen – und den Dialog pflegen
Leider gibt es noch keine automatische Mitteilung von Facebook, wenn jemand auf Ihrer Seite einen Kommentar absetzt, einen Link oder sonst etwas erfasst. Und Monitoring-Lösungen scheinen uns noch zu teuer oder mangelhaft. Also haben wir auf zwei Arbeitsplätzen die Bernet_PR-Seite als Startseite gesetzt und sichern so ein tägliches Reinschauen.

Zum Reinschauen gehört auch ein aktives Setzen von interessanten Inhalten. Ein besonderer Link, ein kurzes Video. Eine Frage, die gestellt wurde, samt Link oder Text zur Antwort. Da werden wir in den nächsten Monaten noch viel lernen. Durch Ausprobieren und Zuhören.

PR 2.0: Wo sind die Meinungsmacher?

Laptop MegaphoneHeute nachmittag halte ich einen Vortag am Praxisworkshop des BR/SPRG. Die Kernfrage: Wie richtet sich PR auf die neuen Online-Realitäten aus?

Natürlich habe auch ich nicht die definitive Antwort auf diese Frage.  Aber in den 15 Minuten Impulsreferat samt anschliessendem Workshop lote ich aus, wie sich die Realität für PR-Schaffende heute präsentiert. Und zeige mit konkreten Beispielen, wohin die Richtung geht. Hier das PDF des Handouts und ein Video des Vortrags.

Die Kernaussagen:

Wir stehen mitten in einem grossen Umbruch – wer jetzt schon weiss, wohin es geht, der lügt. Wie vor 600 Jahren, gleich nach der Einführung der Gutenbergschen-Drucktechnik. Im Rückblick wissen wir, was geschah. Aber was der Sturz des kirchlichen Druckmonopols alles mit sich brachte war im Geschehen selbst nicht voraussehbar.

Vor uns steht ein wachsendes, sich schnell wandelndes Web-Umfeld – mit immer wieder neuen Kanälen, die es in einem PR-Dialog zu lesen, auszuloten und zu beliefern gilt. Von Wikis über Blogs bis zu Sozialen Netzwerken. Und dabei führt der Weg immer mehr auch an den klassischen Medien vorbei. Denn die neuen Meinungsmacher sind dort, wo sie unsere Zielgruppen suchen und finden. Duch die Mittlerfunktion wird Google sozusagen zum entscheidenden Meinungsmacher.

Interessante Beispiele neuer Meinungsmacher bieten Mini-Microsoft (ein anonymer Microsoft-Mitarbeiter wird durch sein vielbeachtetes Blog zum Multiplikator nach aussen), Stop-Starbucks (der US-Dokumentarfilmer und Aktivist Robert Greenwald zeigt, wie man Web 2.0-Kampagnen fährt, genial orchestriert von einer zentralen Website aus mit Einbettung in Facebook, Twitter, Mail, Youtube, Flickr, MySpace) und Teleblocher (wie ein Schweizer Politstar sich direkt an seine Fans und Gegner wendet, mit 20 bis 80000 Downloads seiner wöchentlichen Interviews).

Entscheidend für die Zukunft ist die Verbindung von Intention, Inhalt und Integration. Intention steht für die Verbindung von Vision, Kernbotschaften und konkreten Taten. Noch so interaktive Kampagnen laufen auf Grund, wenn dieser Kern nicht stimmt. Inhalte werden schneller, vernetzter und dialogischer. Und verlangen nach dem sehr anspruchsvollen Akt der Integration, in Anbetracht der vielen zu bedienenden Kanäle und Empfänger eine Meisterleistung.

A propos Meisterleistung: Das mit dem Video war eine grössere Übung: Keynote bietet die super Möglichkeit, eine Präsentation aufzuzeichnen. Wichtiger Tipp für den Export: Unbedingt für «CD-ROM mittel» auswählen, anstatt «Webfilm klein». Ich hatte zuerst die zweite Option gewählt, mit lausiger Qualität und nur gerade 10 Megabyte weniger Umfang. Die zweite Überraschung präsentierte mir Youtube, nach langem Upload: Video abgelehnt. Länger als zehn Minuten liegt nicht drin. Also weiter auf iMovie, 30 Sekunden rausgeschnitten und dann rauf auf Youtube (-:

«Web trifft TV»

global_communicationAm gestrigen Communication Summit 2009 diskutierten sieben hochrangige Vertreter der Branche. Sie erklärten, wohin sich das Fernsehen entwickeln könnte.

Das Einleitungsreferat hielt TV-Direktorin Ingrid Deltenre. Ihre Botschaften: Die Fragmentierung wird weiter zunehmen – bei der Mediennutzung und bei der Technik. Also: Wer schaut was, wann, wo, wie, womit? Spartenkanäle  und zeitversetztes Fernsehen werden wichtiger.

Deltenre wies aber auch auf einen entgegengesetzten Aspekt hin: Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Zuschauer will einfach einschalten und fernsehen. Die Technik überfordere viele.

Zu den Webplänen von SF meinte Deltenre, dass aus starken TV-Marken starke Internet-Marken werden sollten (Beispiel Kassensturz). Und bezüglich Werbung auf www.sf.tv warte sie auf die Politik.

Gefreut hat mich ihre Ankündigung, dass SF Mitte 2009 sein Archiv öffnen wird.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion wurden Schlaglichter auf verschiedene TV-Formen und -Szenarien geworfen. Mit sieben Teilnehmenden plus Moderator Reto Lipp war das Podium (gut aber zu) dicht besetzt.

Beat Knecht von Zattoo und der Medienunternehmer Peter Weigelt erklärten, was Internet-TV bei ihnen bedeutet: Der erstere übernimmt Inhalte der Sender und der zweite produziert selbst Inhalte.

Klaus Kappeler, Goldbach Medien, sieht die Zukunft im Internet und er sieht auch die Werbegelder in diese Richtung gehen. Als grossen Trumpf der Web-Werbung wies er auf die Messbarkeit auf diesem Kanal hin.

Hans-Peter Nehmer, Cablecom, sagt wie Deltenre dem zeitversetzten Fernsehen eine grosse Zukunft voraus. Damit verbunden ist auch die Zukunft der Set-up-Boxen.

Und Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument musste sich anhören, dass es die Zeitung verpasst hätten, ihre starken Marken zu starken Internet-Marken auszubauen. Der gemeinsame Konkurrent aller Newsvermittler seien nämlich Service-Plattformen wie Google. Einig war sich das Podium darin, dass die Redaktionen die Technik nicht ignorieren könnten, da diese auch die Inhalte prägt. Zum RTVG hiess es einstimmig, dass die Politik mit diesem Gesetz überfordert war (ähnlich wie ein grosser Teil des TV-Publikums, siehe oben) und dass die Konvergenz fehle. Wenig tröstlich, dass Prof. Michael Latzer, Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Uni Zürich, erwähnte, dass dies im übrigen Europa kaum anders sei.

Dafür überraschte Lebrument zur Konvergenz: Er plant in seinem Imperium in den nächsten 2 – 3 Jahren die knapp 20 Medien zusammenzufassen und in drei Firmen zu splitten: In eine Redaktion sowie je eine Firma für den Nutzer- und den Werbemarkt.

Zum Werbemarkt gab es aus der Branche «Es geht nicht schlecht» zu hören. Angesichts der Krisenmeldungen aus der übrigen Wirtschaft wiegt diese Nachricht schwer.

Mein Fazit: Die Veranstaltung gibt einen guten Überblick über vieles, das heute im und um TV läuft. Wer nicht hingehen konnte, der konnte gestern Abend über Live-Stream in der ETH dabeisein. Und wer erst jetzt dazu kommt, der kann über die Links unten den Film sehen.

Zum Communication Summit 2009 von ZPRG und ZPV

Dialog 2.0: Wer möchte gratis ans WEF?

youtube.com/davosDas WEF nähert sich – bald werden die Helikopter pausenlos zwischen Zürich und Davos tanzen. Die Veranstalter geben Vollgas mit YouTube, Facebook, MySpace, Twitter, Flickr, Webpage und Blog. Für YouTube-Videos winkt ein Gratis-Eintritt.

Und wenn ich mir für diese Recherche alles anschaue: Nö, da möchte ich nicht mal gratis dabei sein. Es ist eine Riesen-VIP-Party für ganz viele, die da einfach dabei sein müssen. Hier trifft man genau die Personen, die man für das Erreichen seiner Ziele kennen will.  Was können Unternehmen und Organisationen lernen vom World Economic Forum (und damit habe ich die Acknowledgement Policy erfüllt, wie sie auf der Webpage minutiös festgeschrieben ist)?

Von Anfang an dabei, hoher Einsatz
Natürlich hats das WEF einfacher als viele KMUs: Die grossen Anbieter wie YouTube oder Facebook werden Schlange stehen bei Klaus Schwab. Denn eine bessere Promo für ihre Dienste bei den CEOs dieser Welt gibts nicht. Das WEF nutzt diesen Vorteil, setzt viel Ressourcen ein und es hat schon früh auf neue Online-Möglichkeiten gesetzt. Letztes Jahr haben übrigens 20 der 500 Teilnehmenden getwittert, dieses Jahr wird der öffentliche Twitter-Feed stark in die Promo eingebunden und man rechnet mit mehr Teilnehmenden, die diesen Kurznachrichtendienst nutzen werden. Die PR-Taktik geht auf – über den vernetzten Einsatz aller Web-Kanäle haben viele Medien berichtet, darunter auch newsnetz.

Vernetzter Einsatz aller Web-Mittel
Die Veranstalter stellen Video-Fragen auf YouTube, laden zur Diskussion ein auf Facebook und MySpace, sie wollen alle Medienkonferenzen live und mit Sofort-Chat-Echo ins Netz stellen und unterhalten eine ausgebaute Webpage, ein Konferenzblog, einen Twitter-Feed und eine Foto-Seite auf Flickr. Ganz schön viel und aufeinander abgestimmt.

Wobei meine Recherchen zeigen: Hier kann das WEF noch eine Menge dazu lernen. So sind zum Beispiel die verschiedenen Kanäle auf der Web-Page nicht dargestellt – ich muss mir die Links mühsam zusammensuchen. Auch ist der grafische Auftritt nicht homogen – das machen der Economist oder die LA Times viel besser, zum Beispiel auf ihren Facebook-Auftritten (siehe hier in einem früheren Beitrag «NYTimes und Obama auf Facebook»).

Mich störts, dass auf der Facebook-Plattform die Werbung nicht ausgeblendet ist, der Economist zum Beispiel sorgt dafür. Auf der WEF-Page stehen doofe Anzeigen, darunter eine für Frauen, die ich in meiner Region kennenlernen kann. Das ist der grosse Nachteil von Facebook und MySpace. Das WEF konnte übrigens nicht überall die Netzadresse /davos einsetzen, bei Flickr und MySpace war sie schon weg.

Weniger Kanäle, dafür mehr Dialog
Am stärksten gepusht wird dieses Jahr YouTube, wo schon das letztemal ein Kanal aufgesetzt wurde. Diesmal werden fünf Fragen gestellt, ganz kurz und knackig tut dies Klaus Schwab selbst. Und dann wartet man auf möglichst kreative Antworten. Das sieht dann zum Beispiel so aus: Monty Metzger sagt, wie seine Generation das mit der Umwelt sieht. Ja, oben links scheint ein Kontrollmonitor zu hängen. Und das mit den Zetteln ist die Steigerung von Powerpoint.

Man merkt – es gibt etwas zu gewinnen. Popularität, YouTube-Views – und eine Reise nach Davos, ein Händedruck mit …? Sieht so Dialog aus? Schon der Benutzer schielt mehr auf seinen Auftritt. Ist er wirklich an einer Antwort interessiert? Ist das WEF an einem Dialog interessiert? Wie glaubwürdig wird es ihn überhaupt führen können, wenn auf unzähligen Kanälen dazu eingeladen wird? Aber vielleicht findet der «echte» Dialog doch nur persönlich statt, in Davos, am Kaminfeuer. Was dann zur Frage führt: Was ist echter Dialog? Vielleicht reden auch dort die meisten aneinander vorbei, wollen nur sich selbst darstellen.

Trotzdem: Im Web liegt interessantes Potenzial für die Flankierung von Anlässen, Kampagnen, Botschaften. Vom WEF können wir lernen.

Sarah Palin: Die Grenzen des Coachings erreicht?

sarah palin auf cnn und cbsAls TV-Abstinent habe ich viel über sie gelesen, wenig gesehen. Und heute den ersten Video angeschaut. Hoppla – ein Beispiel dafür, dass man Personen nur bis zu einer gewissen Grenze coachen kann. Oder?

Eine ganze Reihe von Rede- und Politikberatern arbeiten an und für Sarah Palin. Gerade wird sie intensiv vorbereitet für das grosse Rededuell der Vizepräsidentschafts-Kandidaten, geplant für diesen Donnerstag. Auch dort wird der staatliche Eingriff ins US-Finanzsystem eine zentrale Rolle spielen. Auf dieser NYTimes-Plattform wird auch diese Begegnung archiviert sein.

Wird sie besser antworten? Ohne dauernd abzulesen? Die Notizen scheinen sie übrigens mehr zu verwirren, als dass sie helfen. In den ersten Sekunden des eingespielten CBS-Interviews ist sie noch ganz sich selbst. Dann fängt sie an, irgendetwas zu argumentieren, von dem sie absolut keine Ahnung hat. Aus einem totalen Chaos von Argumenten bleibt irgendwas hängen, das so tönt wie: Mit den 700 Mia USD schafft der amerikanische Staat neue Arbeitsplätze. Und das hilft auch all den Müttern und Familien, die am Rande des Existenzminimums lieber ihre Milch bezahlen möchten, als Wall Street zu retten.

Öhm? Wie weit können Personen fürs Fernsehen «gepimpt» werden? Meine Überzeugung: Der Kern scheint immer durch. Aber vielleicht bin ich damit hoffnungslos altmodisch und sentimental eingestellt.

MySwitzerland.com: Mehr Power als YouTube

bild-4.pngAm Vortrag des Internet-Briefing Club von letzter Woche sprachen Thomas Winkler und Louis Brauer (Schweiz Tourismus) über den Erfolg (das machen die Dozenten vom Internetbriefing ja eigentlich immer) von myswitzerland.com. Eindrücklich, wie dort der Schweizer Tourismus webmässig repräsentiert ist. Interessant auch, wie sich die Werbevideos von Schweiz Tourismus verbreiten…

Nicht etwa YouTube sorgt für die gewünschte virale Verbreitung. Auf der eigenen MySwitzerland.com-Seite werden die Videos massiv mehr angeschaut. Der bekannte WM 2006 Spot (Story: vernachlässigte WM-Frauen finden Trost bei Schweizer Bauern) wurde hier rund 224000 Mal (!) geladen. Bei YouTube gerade mal 3596. Wer die YouTube Grössen kennt, weiss dass das verschwindend wenig ist. Man merke: Eine YouTube-Präsenz ist nicht alleinseeligmachend. Und sei der Spot noch so erfolgreich.

Übrigens – auf der Videoplattform von MySwitzerland.com lassen sich eigenen Videos uploaden, was natürlich von Gastronomie und Hotellerie rege genutzt wird (langweilig: die vielen properen, biederen Cityguide-Videos). Diese Filme erreichen täglich immerhin 1500 bis 12500 Views. Nicht schlecht. (Danke für die Zahlen an Thomas Winkler).

Hier findet Ihr den bekannten WM-Spot und hier die Geschichte «ein Spot von Schweiz Tourismus ging um die Welt» (Sommer 2006)

Politik im Netz: 8ung YouTube

youtube.pngNoch knappe acht Wochen bis zum grossen Schweizer Wahlsonntag. Jetzt sollten die KandidatInnen also auch Online aufgestellt sein. Sie sind – auch mit bewegten Bildern.

Ich habe mich zuerst einmal auf den Websites der grossen Parteien (SVP, SP, CVP, FDP, Grüne) umgesehen. Alles gut auf- bzw. eingeräumt und bereit für den Endspurt. Die Seiten sind eher überladen (ok, die beiden “grossen” SVP und SP, sowie die kleinen Grünen machen eine Ausnahme). Dann bin ich im Web ein paar Klicks niedriger gegangen. In die Untiefen von YouTube. Und merke (man könnte hier ja unendlich recherchieren) – hier geht Einiges ab:

Mit einem eigenen User-Konto ist, soweit auffindbar, nur die SP unterwegs und das sogar noch im ziemlich gut angepassten Parteidesign (sehenswert hier übrigens das Nottersche Seemannslied bei den Favoriten). Auch einige ExponentInnen haben eigene Userkontos, beispielsweise die Grüne Franziska Teuscher. Und schliesslich hatte die Schweizer Satire-Sendung «Café Bâle» alle Schweizer Parteipräsidenten auf Besuch und präsentiert die Videos via YouTube. Und dann gibt es natürlich auch noch ganz viele merkwürdig bis fast gruslige Videosammlungen (8ung: anschauen auf eigene Gefahr, man sollte sowas ja eigentlich gar nicht verlinken, äxgüsi), mit denen ich, wäre ich Schweizer Spitzenpolitiker (egal welcher Couleur), nicht in Verbindung gebracht werden möchte. Aber mit Videos, ihrer Herkunft und Machart nehmen es ja einzelne Parteien eh nicht so genau.

Klar – auf YouTube wird ordentlich und von allen Seiten Dreck geworfen. Wo man sich auf offiziellen Webseiten noch mit einem letzten Rest Anstand gibt, fallen hier die Hemmungen. Es ist spannend zu beobachten, wie sich hier der Ton in den letzten Wochen noch verschärfen wird. Wir bleiben dran.

YouTube-Monitoring: Ein gutes Geschäft

DartpfeilDas Wall Street Journal berichtet von einem Unternehmen, in dem 20 «Video-Analysten» Filmchen auf YouTube monitoren. Für Medienunternehmen wie Viacom, die so ihre Copyrights schützen wollen. Die Arbeit wird ihnen nicht ausgehen.

BayTSP wurde vor acht Jahren gegründet – die Website ist sehr informativ. Gemäss WSJ arbeiten sie im Filmbereich für über grosse Unternehmen. Viacom ist der einzige Kunden, den sie nennen. Das Startup-Unternehmen gibt an, pro Monat rund eine halbe Million US Dollar zu verrechnen. Dahinter steht das laufende Auffinden von illegalen Software-, Musik-, Spiel- und Video-Inhalten. Dabei entstehen pro Monat mehr als eine Million Entfernungs-Aufforderungen.

Diese Aufforderungen gehen per E-Mail zum Beispiel an YouTube. Das BayTSP-Team sitzt an zwei Bildschirmen und klickt sich durch die Inhaltsflut. Dabei unterstützt sie eine spezielle Software, die das Auffinden potenzieller Copyright-Verletzungen vereinfacht. Auch die Entfernungs-Mail ist automatisch generiert. Diese wird bei YouTube von Angestellten überprüft, bei widerrechtlichem Inhalt wird der Film entfernt.

Wer urheberrechtlich geschütztes Material auf YouTube postet, der versucht solchen Scans zu entgehen. Zum Beispiel mit absichtlich falsch buchstabierten Namen der Künstler. Oder mit dem Wort “Remix” im Titel. Und Filme, die von YouTube entfernt werden, sind gleich wieder raufgeladen. Eine Sisyphus-Arbeit – die BayTSP-Videoanalysten werden auch bei der Anstellung gleich gefragt: «Sind Sie bereit, tagelang die selben Videoclips anzuschauen?»

Ich denke, es wäre an der Zeit, die ganze Urheberrechts-Geschichte ein wenig anders zu sehen. Aber hier ist viel Geld im Spiel – und so werden sich die Medienunternehmen dieses Katz-und-Maus-Spiel noch eine Weile leisten.

Hier der Link zum Original-Text, ohne WSJ-Abo nur lesbar bis 16. August.
Und hier das Ganze als Video, gratis und franko, mit fünf Sekunden Werbevorspann: Besuch bei BayTSP im Silicon Valley.

Sophie Graf | 24.07.2007 | Kommunikation

Radio SRI goes Youtube

swissinfo.pngMit einem eigenen Kanal auf Youtube möchten die Macher vom Schweizer Radio International der Welt die Schweiz erklären. Fragt sich nur: Was soll das genau bringen? Und wie findet man diesen Kanal überhaupt?

Die Online-Videoclips zeigen Eigenheiten und Aspekte der Schweiz. Unter anderem werden Kurzfilme über “schweiz-typische” Sportarten wie Hornussen und Schwingen gezeigt. Dies lese ich in einer persönlich-Meldung. Blöd nur, dass auf der SRI-Website kein Link zu Youtube zu finden ist. Und um den Link bei Youtube suchen, müsste man auch schon genau wissen wo. Fündig geworden bin ich schliesslich im Medienspiegel von Martin Hitz. Dort erklären die Macher von Swissinfo gleich selber, was sie mit ihrem YouTube Kanal erreichen möchten.

Übrigens, am besten finde ich immer noch die Werbespots des Radiosenders, wie etwa dieser hier aus dem Jahr 2004:

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Senior 2.0

geriatric1927.jpgKennen Sie Geriatric1927? Bei meinen Recherchen über die «Generation 50plus im Internet» bin ich über ihn gestolpert und war echt bezaubert.

Bereits letzten August hat der Spiegel über den 80jährigen berichtet. Er lebt irgendwo in Grossbritannien, liebt Blues, Motorräder und… Youtube. In seinen Filmen sitzt er im Lehnsessel und erzählt aus seinen 80 Lebensjahren und seinem Alltag. Aber nicht etwa als vertrottelter Alter der einfach drollig anzuschauen ist. Nein – mit grosser Würde, einem herrlich noblen Englisch und viel Charme erzählt er, immer in gleicher Pose und mit dem Mikrofon-Kopfhörer vor dem Kamera sitzend. Dabei streut er gerne einmal ein paar Standbilder ein und beendet den Beitrag mit einer Trouvaille aus seiner Plattensammlung. Die Geschichte rund um Geriatric1927 ist so gut, das ich mich echt schon gefragt habe, ob er ein Kumpel von Mary Woodbridge sei. Aber vielleicht schreibt tatsächlich das Leben so gute Geschichten und nicht bloss die Werbung.

PR 2.0 – wohin sich Medienarbeit entwickelt: Vortrag live, Webcast-Kosten, Folienquelle

Am PR-Symposium von letzter Woche habe ich skizziert, welche neuen Herausforderungen auf die klassische PR-Arbeit zukommen. Natürlich wie immer ganz subjektiv. Wer 17 Minuten Zeit hat, kann sich meine Thesen im Originalton samt Folien ansehen – einfach unten auf den Startknopf klicken. Darunter mehr Infos zu den Kosten solcher Webcasts und die Quelle meiner Vortragsbilder.

Nachtrag: Gerade sehe ich, dass beim Einbinden in den Blog nochmals zehn Prozent Qualität sich in Pixel auflösen. Deshalb hier der direkte Link zu diesem Video auf Google – über diesen Blog-Eintrag findet man mehr zum Inhalt und die Original-Folien.Den Webcast aufgenommen hat WorldTelevision, ich konnte mir das File mit einem Video-Mitschnitt-Programm aufzeichnen. Weil es über 500 MB beansprucht, kann ich es nur auf GoogleVideo laden, dort ist der Speicherplatz für Videos unbegrenzt – im Gegensatz zu YouTube oder sevenload. Schade: Die Qualität des Materials wird nochmals reduziert beim Raufladen auf Google. Übrigens kostet die Webcast-Aufzeichnung von Video, Audio und Einspielen der Folien pro Anlass rund CHF 14′000, wer nur Audio und Folien online zeigen will kommt auf rund CH 7′000. Alle Angaben gerundet, inklusive dreimonatigem Hosting. Nähere Auskünfte bei Georges Braun von WorldTelevision.
Für mich ist es super, mal einen eigenen Vortrag samt Folien im Playback zu betrachten. Dabei sehe ich all die kleinen Fehler, die sich einschleichen: Zum Beispiel viel zu oft auf den Bildschirm zu gucken, anstatt ins Publikum. Oder wie meine rechte Hand zu Beginn wie gelähmt ist bezüglich Gestik – dort halte ich die drahtlose Folien-Fernsteuerung in der Hand. Aber insgesamt bin ich sehr zufrieden, auch aufgrund der vielen positiven Echos am Anlass selbst. Oft wurde ich nach der Quelle für die Bilder gefragt: Wir setzen oft auf istockphoto. Das Material ist qualitativ hochstehend und trotzdem kostengünstig, die Copyrights sind klar geregelt. Manchmal suche ich auch bei flickr, hier ist aus meiner Sicht die Recherche aufwändiger und mit den Copyrights wird’s manchmal kompliziert. Weitere Bildquellen und Tipps auf unserem Newsletter zum Thema Präsentationen.

YouTube und die Werbung

www_typewriter.pngDead 2.0 ist ein zynischer, witziger, frecher Blog, der ein scharfes Auge auf Internet-Entwicklungen wirft. YouTube zum Beispiel: Die Videoclip-Sammlung ist voll von witzigen Werbespots die auf viralem Weg eine Tausendschar an potenziellen KonsumentInnen erreichen. Nur – was, wenn bei YouTube die Spots nicht mehr aufgrund ihrer Originalität erscheinen, sondern weil sie gezielt und bezahlt platziert wurden? Und was, wenn das den ZuschauerInnen nicht kommuniziert (”Anzeige”, “Promotion”, …) wird? Dead 2.0 zeigt: Immer schön kritisch und wachsam bleiben! Niemand hat etwas gegen bezahlte Clips bei YouTube, aber fairerweise müssen diese markiert werden.

Typically British

OK Go-VideoclipVier Männer bewegen sich auf Fitness-Laufbändern, gefilmt mit nur einer einziger Kameraeinstellung und völlig ohne Bildschnitte. Der Clip zum Rocksong «Here It Goes Again» von der englischen Band OK Go hat zwar bei den MTV Video Music Awards keinen Preis eingeholt, dafür aber im Internet umso mehr Erfolg gehabt. Ein witziges, und ungewöhnliches Musikvideo, entdeckt bei 20min.ch und auf youtube.com. Britischer Humor zu Rockmusik!

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