<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>bernetblog.ch &#187; Verlag</title>
	<atom:link href="http://bernetblog.ch/tag/verlag/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://bernetblog.ch</link>
	<description>Kommunikation, Online PR und Medien.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 09:55:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
		<item>
		<title>Medien zwischen Klicks und Qualität</title>
		<link>http://bernetblog.ch/2011/04/19/medien-zwischen-klicks-und-qualitaet/</link>
		<comments>http://bernetblog.ch/2011/04/19/medien-zwischen-klicks-und-qualitaet/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 13:17:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Bernet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[aol]]></category>
		<category><![CDATA[Gannett]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistisch]]></category>
		<category><![CDATA[USA Today]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bernetblog.ch/?p=16577</guid>
		<description><![CDATA[Was geschieht, wenn Medien ihre Inhalte nach dem Umsatz richten? USA Today scheint über einen PageView-Bonus nachzudenken. AOL setzt Klickpotenzial und Profit zuoberst auf interne Redaktions-Richtlinien. Medien müssen rentieren &#8211; wie andere Unternehmen auch. Löhne, Produktion &#8230; <a class="weiterlesen" href="http://bernetblog.ch/2011/04/19/medien-zwischen-klicks-und-qualitaet/">weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-16580" title="cursor klick hand finger" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/04/cursor-klick-hand-finger-86x86.jpg" alt="" width="86" height="86" />Was geschieht, wenn Medien ihre Inhalte nach dem Umsatz richten? USA Today scheint über einen PageView-Bonus nachzudenken. AOL setzt Klickpotenzial und Profit zuoberst auf interne Redaktions-Richtlinien.</strong></p>
<p>Medien müssen rentieren &#8211; wie andere Unternehmen auch. Löhne, Produktion und Vertrieb müssen aus Einnahmen finanziert werden, die von den Lesern selbst oder von Werbetreibenden kommen. Anstelle dieser unternehmerischen Ausrichtung können Gebührengelder, Subventionen oder Mäzene treten; alles Faktoren, die auch in der Schweizer Medienlandschaft eine Rolle spielen. Im Online-Bereich zeigen zwei aktuelle Beispiele, wie weit die Rendite-Orientierung von Medien-Inhalten gehen kann.</p>
<p><strong>USA Today diskutiert Klickbonus</strong><br />
 An einem internen Konferenzgespräch vom 5. April soll <a href="http://www.usatoday.com" target="_blank">USA Today</a> einen Plan diskutiert haben, der Journalisten einen Bonus gibt für besonders stark gelesene Online-Beiträge (<a href="http://thebiglead.com/index.php/2011/04/07/usa-today-takes-the-plunge-paper-to-pay-bonuses-to-writers-based-on-page-views/" target="_blank">Big Lead</a>). Ein Sprecher bestätigte entsprechende Diskussionen, entschieden sei noch nichts (<a href="http://mashable.com/2011/04/07/usa-today-pageview-bonus/" target="_blank">Mashable</a>).</p>
<p><strong>AOL setzt Klicks und Rendite an erste Stelle</strong><br />
 Der BusinessInsider veröffentlichte im Februar eine interne Präsentation von <a href="http://www.aol.com">AOL</a> mit detaillierten Zielen und Instruktionen zur Erarbeitung und Vermarktung von Inhalten. Mit dem Projekt «The AOL Way» will die US-amerikanische Online-Plattform mehr Leser erreichen, auch von ausserhalb. Die Zahl der monatlich produzierten Artikel soll von 33&#8217;000 auf 55&#8217;000 steigen, die Seitenansichten sollen sich knapp verfünffachen: von 1&#8217;500 auf 7&#8217;000 pro Artikel.</p>
<p>Das sind sehr ambitiöse Ziele, dafür werden die journalistischen Prioritäten neu gesetzt. Erstes Entscheidkriterium für neue Geschichten ist das Klickpotenzial, gefolgt vom Profitpotential durch Werbeschaltungen und Kostenüberlegungen. An der letzten Stelle steht die verlegerische Integrität, das Einpassen in eine Gesamtstrategie:</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-16579" title="Artikelentscheid AOL Way" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/04/Bildschirmfoto-2011-04-11-um-15.43.29-Uhr-515x358.jpg" alt="" width="515" height="358" /></p>
<p>Ein weiteres Slide beschreibt sehr schön und pragmatisch, wie ein Online-Medienhaus den ganzen Produktionsprozess steuern will. Überhaupt lohnt es sich für Inhaltsproduzenten jeder Art, die <a href="http://www.businessinsider.com/the-aol-way/-1" target="_blank">ganze AOL-Präsentation</a> anzuschauen.</p>
<p><img title="AOL Way Redaktionsablauf" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/04/Bildschirmfoto-2011-04-11-um-15.42.58-Uhr-515x349.jpg" alt="" width="515" height="349" /></p>
<p><strong>Die grosse Austauschbarkeit der Online-Welt</strong><br />
 Wie die Prioritäten gesetzt werden, wenn man möglichst viele Klicks will, zeigt USA Today: 27 Medienschaffende berichten über Unterhaltung, 5 über den Kongress, wie der kritische <a href="http://gannettblog.blogspot.com/2010/11/usat-numbers-politics-vs-red-carpet.html" target="_blank">Gannett Blog</a> berichtet. Die Politikjournalisten werden wohl grössere Mühe haben sich für einen Klickbonus zu qualifizieren, als die Beobachter von Lady Gaga.</p>
<p>Die erwähnten Punkte sind nichts Negatives &#8211; genau nach diesen Faktoren richtet sich Journalismus. Was bleibt, ist die Frage der Gewichtung: Wenn nur noch möglichst viel, möglichst schnell und möglichst sexy produziert wird &#8211; wo bleibt die verlegerische Alleinstellung, das Profil? Erwartet uns die grosse Austauschbarkeit aller Online-Medien? Vielleicht entspricht das dem neuen Typus des News-Surfers, der nicht mehr bei einem bestimmten Medium andockt, sondern über die Suchmaschine oder soziale Plattformen das konsumiert, was gerade an ihm vorbeirauscht.</p>
<p>Prioritäten müssen diskutiert und gesetzt werden. Wer nur nach dem Leser schielt, wird irgendwo in der Masse mitschwimmen. Und dabei nie ein Profil als Qualitätsmarke aufbauen.</p>
<p><strong>Weiterführend:</strong><br />
 MondayNote: <a href="http://www.mondaynote.com/2011/04/10/bob-woodward-how-many-page-views/" target="_blank">Bob Woodward: How many Page Views?</a></p>
<p><em>Dieser Artikel erschien auch auf NZZ Online / <a href="http://www.nzz.ch/blogs/nzz_blogs/extrablog">Extrablog</a>.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bernetblog.ch/2011/04/19/medien-zwischen-klicks-und-qualitaet/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	<media:content xmlns:media="http://bernetblog.ch/feed/" url="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/04/cursor-klick-hand-finger-86x86.jpg" medium="image" type="image/jpeg" width="86" height="86" />	</item>
		<item>
		<title>Tablets: Die neue Beziehung zum Inhalt</title>
		<link>http://bernetblog.ch/2011/04/14/tablets-die-neue-beziehung-zum-inhalt/</link>
		<comments>http://bernetblog.ch/2011/04/14/tablets-die-neue-beziehung-zum-inhalt/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 07:14:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Bernet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistisch]]></category>
		<category><![CDATA[ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Tablet]]></category>
		<category><![CDATA[the collection]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bernetblog.ch/?p=16587</guid>
		<description><![CDATA[Am Dienstag hat Ringier mit «the collection» ein neues Tablet-Magazin vorgestellt. Wo zwischen NZZ Folio, Schweizer Illustrierten oder anderen iPad-Produkten sieht Chefredaktor Peter Hossli sein international ausgerichtetes Projekt? Royals bestimmen die erste Ausgabe von «the collection», &#8230; <a class="weiterlesen" href="http://bernetblog.ch/2011/04/14/tablets-die-neue-beziehung-zum-inhalt/">weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-16590" title="Peter Hossli The Collection Ringier q" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/04/Peter-Hossli-The-Collection-Ringier-q-86x86.jpg" alt="" width="86" height="86" />Am Dienstag hat Ringier mit «the collection» ein neues Tablet-Magazin vorgestellt. Wo zwischen NZZ Folio, Schweizer Illustrierten oder anderen iPad-Produkten sieht Chefredaktor Peter Hossli sein international ausgerichtetes Projekt?</strong></p>
<p>Royals bestimmen die erste Ausgabe von <a href="http://www.the-collection-magazine.com/" target="_blank">«the collection»</a>, Retortenbabies sind für Mai in Vorbereitung. Die beiden Beispiele zeigen die mögliche Spannweite zwischen den einzelnen, monothematisch ausgerichteten Magazinen. Wir befragten den Chefredaktor <a href="http://www.hossli.com/" target="_blank">Peter Hossli</a> am Rande der Lancierungs-Medienkonferenz zur Ausrichtung seines Projekts.</p>
<p><strong>Du hast in einem Vortrag vom letzten September (<a href="http://bernetblog.ch/2010/09/23/gute-geschichten-big-story-small-set/">bernetblog</a>) deine journalistischen Ansprüche an gute Geschichten definiert. Bist Du mit «the collection» dort angekommen?<br />
 </strong>«Man kommt nie an. Momentan arbeite ich aber beim spannendsten journalistischen Produkt. Nirgendwo sonst kannst Du eine Geschichte so vielseitig erzählen, wie für diese handlichen, neuen, grossen Tablet-Bildschirme.»</p>
<p><strong>Wenn Du sagst «nirgendwo sonst» &#8211; lässt sich the collection mit nichts vergleichen?<br />
 </strong>«Als reines iPad-Magazin fällt mir <a href="http://www.projectmag.com/" target="_blank">The Project</a> aus London ein. Das ist aber ein klassischer Lifestyle-Mix, sehr gut gemacht. Ich kenne keine monothematischen Tablet-Produkte; ein eigentliches Vorbild haben wir nicht. Es ist eine echte Eigenentwicklung. Am ehesten kannst Du uns hier in der Schweiz mit NZZ Folio vergleichen. Da wir digital erscheinen, sind unsere Möglichkeiten natürlich weit multimedialer.»</p>
<p><strong>A propos Multimedia: Wird Lesen zum Unterhaltungsspiel? Zeigt «the collection» mit Prinz William, dass Leser heute nur noch 3D-Animationen, Spiele und Filme wollen?<br />
 </strong>«Überhaupt nicht. Wir haben längere Lesestücke. Das wird bei allen Ausgaben so sein. In der Nummer zwei befassen wir uns mit der globalen Reproduktionsindustrie – und veröffentlichen neben einer grossen Reportage ein längeres Essay. Ich bin überzeugt, dass Menschen immer noch gerne lesen. Sie möchten verdichtete Informationen. Eine Geschichte kann aber auch unterhaltend erzählt werden.»</p>
<p><strong>Siehst Du denn Euer neues Produkt eher als NZZ Folio oder als animierte Schweizer Illustrierte? <br />
 </strong>«Ich will latente, global relevante, aktuelle Themen abdecken. Der Mix zwischen People-Geschichten und sachlichen Inhalten wird sich entwickeln. Auf unserem Radar für die nächsten Nummern stehen zum Beispiel Sport- und Politik-Themen. Es muss ein Stachel in jeder Geschichte stecken. Und wir werden immer einen Mix von langen, aufwändig recherchierten Textbeiträgen mit starkem Bildmaterial und spielerischen Multimedia-Elementen zeigen.»</p>
<p><strong>Wo ist denn der Stachel bei Prinz William?</strong><br />
 «Der Tod seiner Mutter war eines der grössten Medienereignisse der 90er-Jahre. Nun ist er der Hoffnungsträger einer selbst in Grossbritannien umstrittenen, veralteten und durch Skandale erschütterten Institution. Schafft William es nicht, die britische Monarchie zu retten, droht sie in die Bedeutungslosigkeit zu versinken.»</p>
<p><strong>Eine neue Beziehung zu journalistischen Inhalten</strong><br />
 Auch wenn die erste Ausgabe für meinen Geschmack zu viele Spielereien enthält: Mit «the collection» wagt ein Schweizer Verlagshaus ein global ambitiöses und innovatives Projekt.  Journalisten, Programmierer und Designer wagen sich an ein «neues» Medium, das Konsum und Distribution von Inhalten verändert.</p>
<p>An der Medienkonferenz vom Dienstag brachte Peter Hossli seinen Ansatz auf den Punkt: Es genügt nicht mehr, gut recherchierte Artikel mit starken Bildern zu kombinieren. Auf dem Tablet will der Leser die Geschichten berühren. Es entsteht eine neue Beziehung zum Inhalt, die mit interaktiven Elementen vertieft wird.</p>
<iframe title="YouTube video player" width="516" height="417" src="http://www.youtube.com/embed/KDzWfKskj-M?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>
<p>Teil 1: <a title="Permalink zu Ringier mit «the collection»: Mehr TV als Lesen?" rel="bookmark" href="http://bernetblog.ch/2011/04/13/ringier-mit-the-collection-mehr-tv-als-lesen/">Ringier mit «the collection»: Mehr TV als Lesen?<br />
 </a><span style="color: #444444; line-height: 24px;">Peter Hossli über Journalismus <a href="http://bernetblog.ch/2010/09/23/gute-geschichten-big-story-small-set/">Gute Geschichten: Big Story, Small Set</a></span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bernetblog.ch/2011/04/14/tablets-die-neue-beziehung-zum-inhalt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	<media:content xmlns:media="http://bernetblog.ch/feed/" url="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/04/Peter-Hossli-The-Collection-Ringier-q-86x86.jpg" medium="image" type="image/jpeg" width="86" height="86" />	</item>
		<item>
		<title>Ringier mit «the collection»: Mehr TV als Lesen?</title>
		<link>http://bernetblog.ch/2011/04/13/ringier-mit-the-collection-mehr-tv-als-lesen/</link>
		<comments>http://bernetblog.ch/2011/04/13/ringier-mit-the-collection-mehr-tv-als-lesen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 06:22:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Bernet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistisch]]></category>
		<category><![CDATA[ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Tablet]]></category>
		<category><![CDATA[the collection]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bernetblog.ch/?p=16586</guid>
		<description><![CDATA[Gestern präsentierte Ringier sein neues Tablet-Magazin «the collection». Die erste Ausgabe ist Prinz William gewidmet und verbindet lange Artikel mit Filmen, Wetten und Animationen. Machen Tablets nun auch das Lesen zum interaktiven TV-Game? Aktualisierung: Am 20. &#8230; <a class="weiterlesen" href="http://bernetblog.ch/2011/04/13/ringier-mit-the-collection-mehr-tv-als-lesen/">weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-16591" title="the collection ausschnitt" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/04/the-collection-ausschnitt-86x86.jpg" alt="" width="86" height="86" />Gestern präsentierte Ringier sein neues Tablet-Magazin «the collection». Die erste Ausgabe ist Prinz William gewidmet und verbindet lange Artikel mit Filmen, Wetten und Animationen. Machen Tablets nun auch das Lesen zum interaktiven TV-Game?</strong></p>
<p><em>Aktualisierung: Am 20. September stellt Ringier das Projekt ein &#8211; weil zu wenige Interessenten für den Inhalt bezahlen wollten. Die Fortsetzung soll nur noch mit gekauften / gesponsorten Tablet-Magazinen erfolgen &#8211; alle Fakten dazu von Nick Lüthi in der Medienwoche: <a href="http://medienwoche.ch/2011/09/20/ringiers-ipad-magazin-am-ende/" target="_blank">«Ringiers iPad-Magazin am Ende.»</a></em></p>
<p><em></em>Die Umsetzung ist gelungen &#8211; auch wenn die Verbindung von Comic, 3D-Animation und Hintergrund-Artikeln von 20&#8217;000 Zeichen Länge gewöhnungsbedürftig ist. Vielleicht ist es genau das, was sich Tablet-Besitzer wünschen?</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Von den News zur Monothematik<br />
</strong></span>Ein aktuelle Analyse des <a href="http://www.thedaily.com/press-release/" target="_blank">Daily</a>, dem iPad-Nachrichtenmagazin von Murdoch&#8217;s News Corporation, zeigt, dass Tablets vor allem ausserhalb der Bürozeiten genutzt werden. Das <a href="http://www.niemanlab.org/2011/04/more-data-on-the-daily-whats-prime-time-for-ipad-use-and-which-stories-get-tweeted-the-most/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=Feed%3A+NiemanJournalismLab+(Nieman+Journalism+Lab)" target="_blank">Nieman Journalism Lab</a> kommt dabei zum Schluss, dass sich für iPads &amp; Co. eher unterhaltsame Inhalte eignen, die in der Freizeit konsumiert werden.</p>
<p>Auch <a href="http://www.the-collection-magazine.com/" target="_blank">«the collection»</a> orientierte sich in den ersten Konzeptideen an Nachrichten. Vor etwas mehr als einem Jahr trafen sich ein Team rund um den heutigen Magazin-CEO Thomas Trüb und Chefredaktor <a href="http://www.hossli.com" target="_blank">Peter Hossli</a>, um ein reines Tablet-Angebot zu entwickeln. «Beim zweiten Workshop in Korsika wurde klar: Tägliche News kann man nicht exklusiv für eine Plattform entwickeln, das ist zu aufwändig. Thomas Trüb war der erste, der sich klar für ein monothematisches Magazin einsetzte.» Noch 2010 wurden zwei Prototypen programmiert. Am ersten Januar startete das Team zwischen Zürich, Lausanne und Ho-Chi-Min-Stadt durch, seit gestern ist die erste Ausgabe für CHF 5.50 in Deutsch, Englisch und Chinesisch <a href="http://itunes.apple.com/ch/app/the-collection/id427145593?mt=8&amp;ls=1" target="_blank">abrufbar</a>. In diesem Preis sind spätere Update zur gekauften Ausgabe enthalten.</p>
<p><strong>Eher für Couch-Surfer</strong><br />
Das Thema der ersten Ausgabe positioniert «the collection» in Richtung Schweizer Illustrierte. Prinz William wird zum Hoffnungsträger der Monarchie, der sich zwischen Kindheit, Armeeeinsatz, Sport und Kate in allen Facetten ergründen lässt. Auf die 250 Megabyte wartet man je nach WLAN nicht viel länger als auf eine Sonntagszeitung oder NZZ. Die Gesamtübersicht der Inhalte fällt schwer &#8211; es warten drei Kapitel mit zahlreichen Aufhängern &#8211; oft wird erst nach dem Klick klar, ob man ein Spiel oder einen Artikel gefunden hat. Mit der Zeit entdeckt man das Aufklappmenu unten rechts fürs schnelle Navigieren durch alle Inhalte. Trotzdem: Für Schnell-Leser ist the collection nichts, eher für Entdeckungsfreudige Couch-Surfer.</p>
<p><img title="the collection titel mit menu" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/04/the-collection-titel-mit-menu-515x386.jpg" alt="" width="515" height="386" /></p>
<p><strong>Internationales Grossprojekt</strong><br />
Ringier hat ein ambitiöses Unterfangen professionell angepackt.  Und dabei das ganze Design und den Löwenanteil der Programmierung inhouse abgedeckt. Nach Evaluation von HTML5 und dem verbreiteten Crossmedia-CMS <a href="http://www.woodwing.com/" target="_blank">Woodwing</a> entschied man sich für ein Ringier-internes CMS. Im zweiten Quartal 2011 soll eine Android-Version live gehen. Erscheinen soll «the collection» jeden Monat, geplant sind weitere Sprachversionen.</p>
<p>Das Impressum listet 25 Mitarbeitende für Redaktion, Animation und Programmierung. Und Peter Hossli sucht noch Leute: «Es ist anspruchsvoll Profis zu finden, die sich für Multimedia-Umsetzungen begeistern.»</p>
<p><strong>Rendite auch durch Werbung</strong><br />
Zu Investitionen und Zielen äussert sich Ringier nicht. Dass es rentieren soll, ist klar &#8211; davon hänge schliesslich auch sein Lohn ab, sagt Hossli. «Wenn wir mehrere 10&#8217;000 Apps an die für 2011 prognostizierten 30 Millionen Tablet-Leser absetzen können, dann ist das ein sehr schöner Erfolg. Ringier will sich mit dieser Initiative einen Platz im neuen Tablet-Markt für journalistische Inhalte sichern. Hier entwickelt sich sehr viel Dynamik, und daran wollen wir teilhaben.» Gleichzeitig erarbeitet sich der Verlag wertvolles Know-how. Das man auch an Dritte weitergeben kann, wenn zum Beispiel ein Unternehmen ein Tablet-Magazin auf die Beine stellen will.</p>
<p>Weil das Projekt geheim gehalten wurde, gibt es erst einen Werbepartner: Schweiz Tourismus grüsst mit einer anlickbaren Video-Sequenz. Schade aber, dass dort wo am Schluss steht «Buchen Sie jetzt unter &#8230;» kein direkter Link ins Web möglich ist.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-16592" title="the collection william werbung" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/04/the-collection-william-werbung-515x386.jpg" alt="" width="515" height="386" /></p>
<p><strong>Schnell das Wichtigste &#8211; oder lieber Spielen?<br />
</strong>Im Mai wird&#8217;s dann sachlicher: «Reproduktion &#8211; das globale Baby» wird zeigen, wie das Redaktionsteam aufwändige Recherche mit spielerischer Animation verbindet. Bei der William-Ausgabe ist der Spieltrieb des Teams sehr sichtbar &#8211; wollen Tablet-Leser wirklich Hochzeits-Gäste in Second-Life-Grafik tanzen sehen, ein William-Comic anhören oder die königliche Familie im Panic Room besuchen?</p>
<p>Ist das der neue Multimedia-Journalismus? Wird Lesen zum Fernsehen? Vielleicht sind das Fragen, die sich nur (Papier-)Zeitungsleser stellen &#8211; ich habe sie Peter Hossli gestellt - <strong><a href="http://bernetblog.ch/2011/04/14/tablets-die-neue-beziehung-zum-inhalt/">im Interview mit Kurzvideo</a>.</strong></p>
<p><a title="Permalink zu US-Medienanalyse 2010: Online-Herausforderung wächst" href="http://bernetblog.ch/2011/03/31/us-medienanalyse-2010-online-herausforderung-waechst/" rel="bookmark">US-Medienanalyse 2010: Online-Herausforderung wächst</a><br />
<a title="Permalink zu Mobile Publishing: 10 Redesign Tipps nach Nielsen" href="http://bernetblog.ch/2011/03/28/mobile-publishing-10-redesign-tipp-nach-nielsen/" rel="bookmark">Mobile Publishing: 10 Redesign Tipps nach Nielsen</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bernetblog.ch/2011/04/13/ringier-mit-the-collection-mehr-tv-als-lesen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	<media:content xmlns:media="http://bernetblog.ch/feed/" url="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/04/the-collection-ausschnitt-86x86.jpg" medium="image" type="image/jpeg" width="86" height="86" />	</item>
		<item>
		<title>US-Medienanalyse 2010: Online-Herausforderung wächst</title>
		<link>http://bernetblog.ch/2011/03/31/us-medienanalyse-2010-online-herausforderung-waechst/</link>
		<comments>http://bernetblog.ch/2011/03/31/us-medienanalyse-2010-online-herausforderung-waechst/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 13:37:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Bernet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Pew Research Center]]></category>
		<category><![CDATA[State of the Media]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bernetblog.ch/?p=16523</guid>
		<description><![CDATA[Wie geht es den US-amerikanischen Medien? Die Gesamtanalyse von Pew Research zeigt erstmals mehr News-Konsum Online als Print. Und grosse Herausforderungen für Verlage zwischen Journalismus und Technologie. Jedes Jahr veröffentlich das unabhängige Pew Research Center Project &#8230; <a class="weiterlesen" href="http://bernetblog.ch/2011/03/31/us-medienanalyse-2010-online-herausforderung-waechst/">weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-16529" title="kiosk apple google facebook" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/03/kiosk-apple-google-facebook-86x86.jpg" alt="" width="86" height="86" />Wie geht es den US-amerikanischen Medien? Die Gesamtanalyse von Pew Research zeigt erstmals mehr News-Konsum Online als Print. Und grosse Herausforderungen für Verlage zwischen Journalismus und Technologie.</strong></p>
<p>Jedes Jahr veröffentlich das unabhängige <a href="http://www.journalism.org/about_pej/about_us" target="_blank">Pew Research Center Project for Excellence in Journalism</a> eine tiefgründige Gesamtanalyse des US-amerikanischen Medienmarkts. Die Studie «State of the News Media» bringt interessante Rückschlüsse für Verlage und Redaktionen; der bernetblog fasst auch dieses Jahr die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Der Bericht ist auf einer hervorragend gemachten <a href="http://www.stateofthemedia.org" target="_blank">Website</a> verfügbar und enthält mehrere Zusatzanalysen.</p>
<p><strong>Erstmals mehr News Online konsumiert</strong><br />
 In den letzten zehn Jahren sind 1&#8217;000 bis 1&#8217;500 Stellen aus amerikanischen Zeitungs-Redaktionen verschwunden, was einem Abbau von 30 Prozent entspricht. 2010 hat auf der Einnahmenseite eine leichte Besserung gebracht, nach zwei schlimmen Vorjahren. Der Online-Konsum von Nachrichten nimmt weiter zu. Für die klassischen Medien wird damit der Spagat immer anstrengender &#8211; sie müssen zwei Plattformen finanzieren und vermarkten.</p>
<p>Zum erstenmal überholt der Online-News-Konsum (34 Prozent haben «gestern Nachrichten Online gelesen») den Zeitungs-News-Konsum (31 Prozent). Die seit 2004 erzobene Online-Fieberkurve nähert sich langsam der Fernseh-Linie; bei den 18-29-Jährigen lag Online schon 2010 vor TV. Die Good News für klassische Anbieter: Die wichtigsten Online-News-Quellen bleiben die Websites der grossen Zeitungen.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-16524" title="Pew Research State ot the Media News Quellen 2010" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/03/Pew-Research-State-ot-the-Media-News-Quellen-2010-515x291.jpg" alt="Darstellung aller Wege zu News - Wo wurden gestern Nachrichten konsumiert" width="515" height="291" /></p>
<p><strong>Mehr Werbe-Einnahmen, ausser für Zeitungen<br />
 </strong>Online schnappt sich den zweitgrössten Zuwachs in der Werbestatistik: Pew hat verschiedene Quellen zu einer Gesamtaussage verdichtet. <a href="http://bernetblog.ch/2010/03/19/die-zukunft-des-journalismus-weniger-geld-mehr-meinung/">2009</a> hatten alle Balken ins Minus gezeigt &#8211; ausser einer minimalen Zunahme für Kabel-TV. Einzig die Print-Zeitungen leiden weiter, mit einem Minus von 6.3 Prozent.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-16525" title="Pew Research State of the Media Werbeveraenderung 2010" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/03/Pew-Research-State-of-the-Media-Werbeveraenderung-2010-515x270.jpg" alt="" width="515" height="270" /></p>
<p>Den Online-Werbemarkt dominieren Suchanzeigen mit knapp der Hälfte des Umsatzes, vor Bannerwerbung mit rund einem Viertel. Für die nächsten Jahre werden mehr inhaltsbezogene Anzeigen erwartet, gegenüber den generell platzierten Online-Banner (<a href="http://stateofthemedia.org/2011/online-essay/" target="_blank">Online: Key Questions Facing Digital News</a>). In der Printwerbung sanken die Rubrikenanzeigen seit 2010 um drastische 70 Prozent, am stärksten war der Rückgang in im Bereich der Stellenanzeigen (<a href="http://stateofthemedia.org/2011/newspapers-essay/data-page-6/" target="_blank">Newspapers: By the Numbers</a>).</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-16526" title="Pew Research State of the Media Rubrikenanzeigen 2010" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/03/Pew-Research-State-of-the-Media-Rubrikenanzeigen-2010-515x357.jpg" alt="" width="515" height="357" /></p>
<p><strong>Verlage doppelt gefordert: Inhalte und Technologie<br />
 </strong>Verleger kontrollieren ihr Geschäft im Online-Bereich immer weniger: Zunehmend sind es Suchmaschinen oder Aggregatoren (Google, Bing, AOL usw.), Soziale Netzwerke (Facebook und andere), Werbevermittler oder Gerätehersteller (wie Apple), die sich in die Verwertungskette einmischen. Sie dominieren mit mehr oder weniger Offenheit den Zugang zum Endkunden &#8211; der für Inhalte bezahlt oder die Werbung sieht, für die andere bezahlen.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-16530" title="artikelbild kiosk apple google facebook" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/03/artikelbild-kiosk-apple-google-facebook-515x219.jpg" alt="" width="515" height="219" /></p>
<p>Wer weiss, was Kunden wünschen? Derjenige, der die Daten hat. Das sind heute eher die Tech-Unternehmen als die Verlage. Werden damit Marketing und Konsumentenanalyse wichtiger als Inhalte? Medienhäuser sind doppelt gefordert: Die <strong>Kernkompetenz Journalismus</strong> muss weiterhin gepflegt werden, sie sichert relevante Inhalte und eine klare Positionierung im härter werdenden Verdrängungskampf.</p>
<p>Auf der anderen Seite steht cleveres<strong> digitales Marketing, das Andocken an die richtigen Verwertungsplattformen</strong>. Technologisch werden Verlage weiterhin stark aufrüsten müssen &#8211; und wer eine starke Inhaltsmarke hat, wird die besseren Deals und Plätze in den Schaufenstern erhalten, die Apple, Facebook, Google oder andere aufbauen.</p>
<p><strong>State of the Media im bernetblog:</strong><br />
 <a href="http://bernetblog.ch/2009/03/25/us-studie-newsmedien-wo-versteckt-sich-rendite/">Wo versteckt sich Rendite?</a> (25.3.2009)<br />
 <a href="http://bernetblog.ch/2010/03/19/die-zukunft-des-journalismus-weniger-geld-mehr-meinung/">Weniger Geld, mehr Meinung</a> (19.3.2010)<br />
 <a href="http://bernetblog.ch/category/medien2/">Alle Beiträge zu Medien</a> im bernetblog</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bernetblog.ch/2011/03/31/us-medienanalyse-2010-online-herausforderung-waechst/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	<media:content xmlns:media="http://bernetblog.ch/feed/" url="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/03/kiosk-apple-google-facebook-86x86.jpg" medium="image" type="image/jpeg" width="86" height="86" />	</item>
		<item>
		<title>Die Zukunft des Journalismus zwischen Schwarz und Grau</title>
		<link>http://bernetblog.ch/2011/02/14/die-zukunft-des-journalismus-zwischen-schwarz-und-grau/</link>
		<comments>http://bernetblog.ch/2011/02/14/die-zukunft-des-journalismus-zwischen-schwarz-und-grau/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Feb 2011 08:10:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Bernet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Die Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Giovanni di Lorenzo]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistisch]]></category>
		<category><![CDATA[Podium]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bernetblog.ch/?p=16385</guid>
		<description><![CDATA[«Wie bissig ist er noch, der Wachhund der Demokratie?» Mit diesem Titel war ein Streitgespräch versprochen über die Unabhängigkeit der Medien, die Rolle der PR-Agenturen, den Umgang mit den Mächtigen in Wirtschaft und Politik. Heraus kam &#8230; <a class="weiterlesen" href="http://bernetblog.ch/2011/02/14/die-zukunft-des-journalismus-zwischen-schwarz-und-grau/">weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-16386" title="koeppel di lorenzo pfauen 100211" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/02/koeppel-di-lorenzo-pfauen-100211-86x86.jpg" alt="" width="86" height="86" />«Wie bissig ist er noch, der Wachhund der Demokratie?» Mit diesem Titel war ein Streitgespräch versprochen über die Unabhängigkeit der Medien, die Rolle der PR-Agenturen, den Umgang mit den Mächtigen in Wirtschaft und Politik.</strong></p>
<p>Heraus kam ein Schlagabtausch mit ungleichen Waffen, ermüdenden Wiederholungen und einigen Anregungen. Die dritte Veranstaltung der Podiumsreihe «Wer hat das Sagen?» fand am 10. Februar wiederum auf der Bühne des <a href="http://www.schauspielhaus.ch" target="_blank">Schauspielhauses Zürich</a> statt. Unter der Moderation von <a href="http://www.schauspielhaus.ch/ensemble/leitung-mitarbeiter/leitung/175-lukas-barfuss" target="_blank">Lukas Bärfuss</a> trafen sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roger_K%C3%B6ppel" target="_blank">Roger Köppel</a>, seit 2006 Herausgeber und Chefredaktor der <a href="http://www.weltwoche.ch" target="_blank">Weltwoche</a>, und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_di_Lorenzo" target="_blank">Giovanni di Lorenzo</a>, seit 2004 Chefredakteur der <a href="http://www.diezeit.de/" target="_blank">Zeit</a>.</p>
<p><strong>Unternehmer arbeiten härter</strong><br />
 Die Positionen waren schnell bezogen &#8211; und sie veränderten sich im Verlauf des Abends um keinen Zentimeter. Roger Köppel verharrte bissig, renitent und dünnhäutig in der Ecke des einzigen Journalisten, der immer wieder angreift, der abseits stehe von Mainstream und Konformismus. Ebenso einzigartig sei seine Position als einziger Chefredaktor, der sein Blatt auch besitzt und deshalb unter existenziellem Druck steht. «Das führt dazu, dass ich im Gegensatz zu anderen Chefredaktoren gezwungen bin, jede Woche hart zu arbeiten.» meint er auf die Frage des Moderators, wieso er sich selbst in jeder Ausgabe zum Beginn so viel Platz widmet. Mit einem leichten Lächeln, das vom gut besetzten Schauspielhaus gerne aufgenommen wird:</p>
<iframe title="YouTube video player" width="516" height="417" src="http://www.youtube.com/embed/ZWwXIvaSv40" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>
<p><strong>Wieso nur den Staat hinterfragen?</strong><br />
 Köppels Einzigartigkeit wird im Verlaufe des Abends zur Selbstbehauptung. Kann jemand Nonkonformität beanspruchen, der inhaltlich der Linie der stärksten politischen Partei folgt? Di Lorenzo entlarvt Köppels Position mit Lob und Kritik: «Roger Köppel hat eine publizistische Marktlücke entdeckt und er füllt sie mit genialem Marketing aus &#8211; zum Glück für die Zeit, die zahlreiche ehemalige Weltwoche-Leser gewinnen durfte.»</p>
<p>Di Lorenzo stört vor allem, dass Köppel seine journalistische Kritik nur auf den Staat richtet und die Wirtschaft programmatisch davon ausklammert. Unbequeme Medien hätten sowohl Staat als auch Wirtschaft zu hinterfragen. Dass die Wirtschaft sich gegen diese Kritik stelle, illustriert er am Beispiel eines deutschen Unternehmers, der sich durch einfache Anfragen bedrängt fühlte und den Journalisten anklagte. Das Beispiel dürfe keine Schule machen:</p>
<iframe title="YouTube video player" width="516" height="417" src="http://www.youtube.com/embed/Ht6E78nqj28" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>
<p><strong>Die Farbtöne liegen zu weit auseinander</strong><br />
 Köppel bleibt im Schwarz/Weiss, wiederholt die immer gleichen Positionen, di Lorenzo versucht sachlich zu differenzieren, skizziert Grautöne. Am stärksten werden seine Argumente, wenn er am Beispiel Italiens schildert, wohin Medien und Gesellschaft sich entwickeln können, wenn Medienbesitzer nur noch einseitige Positionen vertreten. Trotzdem kommt kein echter Austausch zustande, zu weit auseinander liegen die Pole.</p>
<p><strong>Mehr Lesernähe, mehr Wutblätter</strong><br />
 Einen leisen Akkord des versprochenen Themas bringt die Schlussfrage des Moderators: Wo liegt die Zukunft des Journalismus? Roger Köppel beruft sich auf Traditionen: Relevante Themen anpacken, mit der Fähigkeit zur Recherche und dem intellektuellen Rüstzeug um interessante Diskussionen auszulösen, als «unbequeme Stimme der Vernunft». Natürlich ergänzt durch seine Positionierungsbehauptung «neben dem Mainstream».</p>
<p>Di Lorenzo präsentiert Zwischentöne in drei Portionen: Erstens soll Journalismus unterschiedliche Meinungen zu einem Thema präsentieren, auch wenn das die Leser herausfordert. Zweitens müssen Zeitungen näher zu ihren Lesern, medieninterne Diskussionen erfolgen noch zu oft in einem geschlossenen Raum. Und drittens befürchtet er, dass «Zeitungen, die den Wut-Bürger bedienen, eine ziemlich sichere Zukunft haben».</p>
<p><a href="http://bernetblog.ch/2010/09/09/die-zukunft-mehr-dialog-im-journalismus/">Die Zukunft: Mehr Dialog im Journalismus</a> (Zeit-Online am MAZ)<br />
 <a href="http://bernetblog.ch/2011/01/27/usa-tv-verliert-news-zuschauer/">USA: TV verliert Zuschauer</a> (Pew-Studie Medienkonsum) <br />
 <a href="http://bernetblog.ch/2011/02/04/mehr-reichweite-dank-facebook-us-radio-machts-vor/">Mehr Reichweite mit Facebook: US-Radio macht&#8217;s vor<br />
 </a><a href="http://bernetblog.ch/category/medien2/">Weitere Mediengeschichten</a> im bernetblog</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bernetblog.ch/2011/02/14/die-zukunft-des-journalismus-zwischen-schwarz-und-grau/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	<media:content xmlns:media="http://bernetblog.ch/feed/" url="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2011/02/koeppel-di-lorenzo-pfauen-100211-86x86.jpg" medium="image" type="image/jpeg" width="86" height="86" />	</item>
		<item>
		<title>Blattkritik: Medienqualität entsteht im Markt</title>
		<link>http://bernetblog.ch/2010/11/01/blattkritik-medienqualitaet-entsteht-im-markt/</link>
		<comments>http://bernetblog.ch/2010/11/01/blattkritik-medienqualitaet-entsteht-im-markt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 11:19:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Bernet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Mediennutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Studien]]></category>
		<category><![CDATA[fög]]></category>
		<category><![CDATA[Jahrbuch Qualität der Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistisch]]></category>
		<category><![CDATA[Medienqualität]]></category>
		<category><![CDATA[Medientheorie]]></category>
		<category><![CDATA[qualitÃ¤t]]></category>
		<category><![CDATA[schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Zürich]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bernetblog.ch/?p=14518</guid>
		<description><![CDATA[Was bringt das im August veröffentlichete Jahrbuch zur Medienqualität? Die Diskussion darüber läuft heiss: Medien reagieren empfindlich, die Herausgeber fühlen sich zu wenig differenziert gelesen. Auch Matthias Künzler von der Universität Zürich kritisiert an einem ZPV-Anlass &#8230; <a class="weiterlesen" href="http://bernetblog.ch/2010/11/01/blattkritik-medienqualitaet-entsteht-im-markt/">weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/@zeichen_schreibmasch.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-9033" title="@zeichen_schreibmasch" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/@zeichen_schreibmasch-86x57.jpg" alt="@zeichen_schreibmasch" width="86" height="57" /></a>Was bringt das im August veröffentlichete Jahrbuch zur Medienqualität? Die Diskussion darüber läuft heiss: Medien reagieren empfindlich, die Herausgeber fühlen sich zu wenig differenziert gelesen. Auch Matthias Künzler von der Universität Zürich kritisiert an einem ZPV-Anlass die Mimosenhaftigkeit der Medien. Das Jahrbuch birgt interessante Erkenntnisse, etwas einseitige Schlüsse und damit Zündstoff. <br />
 </strong></p>
<p>Am letzten Donnerstagabend lud der <a href="http://www.presseverein.ch/" target="_blank">Zürcher Presseverein ZPV</a> zur Blattkritik. Unter anderem kritisierte <span style="text-decoration: line-through;">Professor</span> Oberassistent <a href="http://www.ipmz.uzh.ch/de/abteilungen/medienpolitik/team/matthias-kuenzler.html" target="_blank">Matthias Künzler</a> vom IPMZ der Universität Zürich die journalistische Kritik am Jahrbuch 2010 zur Qualität der Schweizer Medien. Zu empfindlich und zu oberflächlich sei die Auseinandersetzung mit den 373 Seiten (!) des Berichts ausgefallen. Die professorale Kritik fiel ebenfalls eher empfindlich aus. Wo kritisiert wird, fliegen die Fetzen. Ein Grund für den bernetblog, dem Jahrbuch endlich auf den Grund zu gehen:</p>
<p><strong>Grundlagenarbeit, hastig kommuniziert,</strong><br />
 Das Jahrbuch enthält wertvolle Analysen und die Aufarbeitung von wichtigem Datenmaterial. Zum Zeitpunkt der Lancierung Mitte August war im Web nur die <a href="http://www.presseportal.ch/de/pm/100009036/100608451/foeg_forschungsbereich_oeffentlichkeit_und_gesellschaft" target="_blank">Medienmitteilung</a> vorhanden, die mit kernigen Sätzen die Gratiskultur als Ende der journalistischen Qualität verkündet. Wer sich differenziert mit dem Original auseinandersetzen wollte, stand erst mal vor einer dicken Paywall: 98 CHF plus Porto. Seit einigen Wochen ist das Material in vorbildlicher Weise <a href="http://jahrbuch.foeg.uzh.ch/jahrbuch_2010/Seiten/default.aspx" target="_blank">elektronisch abrufbar</a>. Professor Kurt Imhof und sein Team vom Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft fög der Universität Zürich kennen das Mediensystem und haben es für ihre PR-Arbeit genutzt. Wer ein derart angriffiges Communiqué versendet, darf in den folgenden Tagen keine differenzierte Gesamtanalysen erwarten &#8211; die auf der Mitteilung basierenden Kurzmeldungen verbreiteten sich rasant. Und sie nahmen weitgehend die Kernbotschaften des Pressetextes auf. Wer schnell was Gescheites schreiben muss, fragt Gescheite um eine Meinung &#8211; Karl Lüond war wenigstens ehrlich, als er seine persönliche Einschätzung mit der Wahrheit ergänzte: «Ich habe die Studie nicht gelesen, ich kenne sie nur aus den Medien» (<a href="http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Boulevard-ist-ein-ueberholter-Kampfbegriff/story/26069357" target="_blank">Interview</a> Tages-Anzeiger).</p>
<p>Das fög-Forscherteam hat die vier Informationsmedien Presse, Radio, Fernsehen und Online analysiert &#8211; repräsentativ für die Gesamtschweiz. Ausgewertet wurde das vierte Quartal 2009. Die berücksichtigten 46  Medientitel berichteten in diesen drei Monaten auf ihren Titelseiten und  Aufmachern über  3000 verschiedene Kommunikationsereignisse. Als Gradmesser der Qualität sind vier Kriterien gesetzt: Vielfalt, Relevanz, Aktualität und Professionalität.</p>
<p><strong>Vielfalt: Je bezahlter, desto breiter</strong><br />
 Am stärksten gewichten die Schweizer Medien Politik und Human Interest, beide belegen rund einen Drittel der Schlagzeilen. Human Interest umfasst persönliche  Geschichten, von Autogrammstunden bis Autounfällen. Der Sport erreicht nur 6 Prozent, Wirtschaft und Kultur je rund 15 Prozent der Berichterstattung.</p>
<p><a href="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/10/foeg-jahrbuch-medien-themen.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-14522" title="foeg jahrbuch medien themen" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/10/foeg-jahrbuch-medien-themen-400x474.jpg" alt="foeg jahrbuch medien themen" width="400" height="474" /></a></p>
<p>Je vielfältiger die Berichterstattung, desto höher die Qualität. Natürlich weicht der Themenmix in einzelnen Titeln vom Gesamtkuchen ab. Den vielfältigsten Mix zeigen Presse und Radio.  Wobei die bezahlten Print-Titel und das öffentliche Radio breiter  gefächert sind als Gratiszeitungen oder Privatradios. Der junge  Online-Bereich positioniert sich nahe beim Fernsehen: Bei beiden  erreichen Human Interest-Themen rund 40 Prozent des Inhalts &#8211; gegenüber den 31 Prozent Durchschnitt.</p>
<p><strong>Relevanz: Alles viel zu persönlich</strong><br />
 Wie  misst man Relevanz? Die Forscher sagen: Wer das Ganze vor das Persönliche  stellt, wer Gesamtsicht bietet, der ist relevant. Wer seine Geschichten vor allem an Personen aufhängt, bietet in dieser Betrachtung weniger Medienqualität. Diese Grafik zeigt den Prozentanteil der Hauptstories mit Personen im Fokus:</p>
<p><a href="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/10/foeg-jahrbuch-relevanz-personen.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-14531" title="foeg jahrbuch relevanz personen" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/10/foeg-jahrbuch-relevanz-personen-516x349.jpg" alt="foeg jahrbuch relevanz personen" width="516" height="349" /></a></p>
<p>Diese Sicht führt Privatfernsehen, Gratiszeitungen und Gratis-Online in den Rahmen des schlechten Boulevards: Die bernetblog-Grafik zieht diesen roten Strich um alle Medien, die knapp die Hälfte oder mehr Aufriss-Geschichten auf Personen münzen &#8211; von Wirtschaft über Politik bis Musik. Damit erhärten die Forscher eine alte Weisheit der Kommunikation: Schon Gott inszenierte die Medienmitteilung mit den zehn Geboten über Moses, samt Special Effects. Dass Online-Medien derart nah beim Boulevard liegen, hat bestimmt auch mit dem enormen Zeit- und Kostendruck zu tun: Wenn Nachrichten noch schneller geschaltet werden müssen, ersetzen Statements differenzierte Recherchen.</p>
<p><strong>Aktualität und Professionalität: Zwei Klassen</strong><br />
 Auch Aktualität wird im Jahrbuch schon beinahe missionarisch definiert: Wichtiger als schnelles Publizieren ist Einordnen von Ursache und Wirkung auf einer Zeitachse. So kann man das auch sehen &#8211; aber es entspricht in keiner Weise der aktuellen Leser- und Medienhaltung. Das hat das fög-Team selbst erlebt mit der Sofortberichterstattung über die Studie. Natürlich ist eine thematische Gesamtsicht «relevanter», bloss muss sie unter den heutigen Konkurrenzverhältnissen schneller erfolgen. Im Fazit schneiden Abo-Zeitungen, Sonntagszeitungen / Magazin und öffentliches Radio / TV erwartungsgemäss gut ab, schlecht wieder die Gratisangebote und Privatsender.</p>
<p>Die gleiche Zweiteilung ermittelt das Jahrbuch bezüglich Professionalität, wobei das Gesamtbild aufgrund «hoher Heterogenität der Mediengattungen im Berichterstattungsstil» nur bedingt aussagekräftig sei. Ein «kognitiv-normativer» Stil wird höher eingestuft als der «moralisch-emotionale».</p>
<p><strong>Nachgefragte versus projizierte Qualität</strong><br />
 Das Jahrbuch bringt eine fundierte Standortbestimmung. Interessant wird die langjährige Betrachtung bei einer jährlichen Fortsetzung. Natürlich ist es wie bei jeder Erhebung: Die Idee der Autoren prägt das Resultat. Mir ist die Betrachtung in einigen Passagen zu theoretisch und in den Kurztexten zu kämpferisch verdichtet.</p>
<p>Mein wichtigster Kritikpunkt: Bei der gewählten Qualitätsbetrachtung bleibt die Lesersicht aussen vor. Gratiszeitungen und Gratis-Online sind sehr  erfolgreich. Forscher werden sagen: Qualität ist nicht das, was das  Publikum nachfragt. Ich meine: Jede Gesellschaft hat die Medien, die sie  nachfragt. Eine staatlich oder anderweitig finanzierte Steuerung des Angebots geht am Markt vorbei. Die Nachfrage kann sich in Richtung Qualität beeinflussen lassen durch entsprechende Angebote &#8211; und eine hohe Medienkompetenz der Leserinnen und Leser.</p>
<p>Weiterführend:<br />
 <a href="http://www.medienspiegel.ch/cgi-bin/mt/mt-search.cgi?IncludeBlogs=1&amp;search=jahrbuch" target="_blank">Beiträge zum Jahrbuch</a> im Medienspiegel<br />
 <a href="http://bernetblog.ch/index.php?s=spillmann+nzz&amp;imageField=%3E">Drei Artikel zu Qualität und NZZ</a><br />
 <a href="http://bernetblog.ch/2010/10/20/online-weitet-den-medienkonsum-aus/">Online weitet Medienkonsum aus, Daten CH und USA</a><br />
 <a href="http://bernetblog.ch/2010/09/09/die-zukunft-mehr-dialog-im-journalismus/">Mehr Dialog im Journalismus</a>: Zeit Online</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bernetblog.ch/2010/11/01/blattkritik-medienqualitaet-entsteht-im-markt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	<media:content xmlns:media="http://bernetblog.ch/feed/" url="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/@zeichen_schreibmasch-86x57.jpg" medium="image" type="image/jpeg" width="86" height="57" />	</item>
		<item>
		<title>Die Zukunft: Mehr Dialog im Journalismus</title>
		<link>http://bernetblog.ch/2010/09/09/die-zukunft-mehr-dialog-im-journalismus/</link>
		<comments>http://bernetblog.ch/2010/09/09/die-zukunft-mehr-dialog-im-journalismus/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 06:54:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Bernet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[dialog]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistisch]]></category>
		<category><![CDATA[maz]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[vortrag]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit Online]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bernetblog.ch/?p=13529</guid>
		<description><![CDATA[Jedes Jahr liefert das maz Inputs zur aktuellen Lage des Journalismus. Hier die trockenen Thesen eines britischen Professors und die praktische Einsicht eines deutschen Online-Chefredaktors: Jonathan Hewitt konfrontiert die Medien mit Trauerarbeit, Wolfgang Blau will mehr &#8230; <a class="weiterlesen" href="http://bernetblog.ch/2010/09/09/die-zukunft-mehr-dialog-im-journalismus/">weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/09/maz-podium-wolfgang-blau_800x669.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-13577" title="maz-podium-wolfgang-blau_800x669" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/09/maz-podium-wolfgang-blau_800x669-86x71.jpg" alt="maz-podium-wolfgang-blau_800x669" width="86" height="71" /></a>Jedes Jahr liefert das maz Inputs zur aktuellen Lage des Journalismus. Hier die trockenen Thesen eines britischen Professors und die praktische Einsicht eines deutschen Online-Chefredaktors: Jonathan Hewitt konfrontiert die Medien mit Trauerarbeit, Wolfgang Blau will mehr Dialog und Leser-Kommunikation.</strong></p>
<p>Frisch und frech beginnt <a href="http://michaelelsener.ch/alle-news.html" target="_blank">Michael Elsener</a>, Radio-Journalist, Student und Kabarettist: Wie seine Kollegen bei 20 Minuten Journalismus machten? Ganz einfach &#8211; sie surfen den ganzen Tag auf Newsnetz, kopieren ein paar Artikel, ergänzen sie mit Schreibfehlern und fertig ist das Morgenblatt. Doch mit Jonathan Hewitt, Director of Newspaper Journalism an der Graduate School of Journalism, City University London wird&#8217;s noch eine Spur härter am Medienpodium vom 7. September an der Schweizer Journalistenschule <a href="http://maz.ch/" target="_blank">maz</a>.</p>
<p><strong>Mobiler Dialog in Südafrika</strong><br />
 Der britische Journalismus-Professor mit <a href="http://hackademic.net/about-2/" target="_blank">eigenem Blog</a> steigt mit Elisabeth Kübler-Ross ein: Die fünf Schritte beim Umgang mit der Nachricht über den bevorstehenden Tod sind 1. Ablehnung, 2. Wut, 3. Feilschen, 4. Depression, 5. Akzeptanz. So langsam seien die Verleger endlich auf Stufe fünf, mit einer etwas positiveren Einstellung gegenüber dem Untergang vieler hergebrachter Gesetzmässigkeiten. Auch ich akzeptiere mit der Zeit den stockenden Vortrag mit eher zufällig vorwärts oder rückwärts eingespielten Folen.</p>
<p>Ein interessantes Beispiel für neue Formen der Inhaltserarbeitung und -darbietung bietet die <a href="http://www.grocotts.co.za/" target="_blank">New Grocott&#8217;s Mail</a> im südafrikanischen Grahamstown. Diese klassische Printzeitung bietet mit «Grahamstown Now» eine <a href="http://www.ghtnow.co.za/" target="_blank">Mobiltelefon-Seite</a>, die bevorstehende Anlässe, Radiosendungen, Kinoprogramme und aktuelle News oder Angebote kombiniert. Spannend ist auch die <a href="http://www.grocotts.co.za/cjnr" target="_blank">Redaktionsstube für Bürger/innen</a>. Dieser Newsroom wurde 2009 eröffnet, bietet Hardware und Schulungen und wurde wie die mobile Applikation durch die amerikanische <a href="http://www.knightfoundation.com/" target="_blank">Knight Foundation</a> mitfinanziert.</p>
<p align="left"> </p>
<p><strong>Zeit Online: Verlage sind nostalgisch und langsam</strong><br />
 <a href="http://community.zeit.de/user/wolfgang-blau" target="_blank">Wolfgang Blau</a> wird in diesen Tagen Vater &#8211; und verzichtet deshalb auf das Risiko einer Reise nach Luzern. Die Einspielung von Bild und Ton via Skype funktioniert hervorragend, der Chefredaktor von <a href="http://www.zeit.de/index" target="_blank">Zeit Online</a> kommt ohne Folien aus und liefert klare, konzise, inspierende Aussagen.</p>
<p>Seine Kernthese: Wir stehen mitten in einer Revolution. Und Revolutionen bringen rapide Umverteilungen von Macht, Wohlstand, Abläufen und Wertmassstäben. Niemand weiss, was dabei rauskommt. Und dass alles neu wird, heisst keineswegs, dass es besser wird. Es wird einfach anders.</p>
<p>Wie immer in großen Umbrüchen wehrt man sich dagegen: «Die Verlagsbranche pflegt zuviel Realitätsverweigerung, Nostalgie und sie ist zu wenig schnell im Wandel.» Womit wir wieder bei Phase 1 der oben skizzierten Trauerarbeit wären. <strong>«Wir haben keinen Schimmer»</strong> sei in Umbrüchen der beste Ansatz. Und eine  gute Ausgangsbasis, um zum Beispiel eine iPhone App zu entwickeln, wie  es Zeit Online gerade getan hat. Nur dann denke man so, wie Nutzer  denken könnten.</p>
<p><strong>Der neue Dialog beginnt erst</strong><br />
 Klassische journalistische Fähigkeiten behalten auch in Zukunft ihre Bedeutung. Dazu kommen drei neue Anforderungen, mit abnehmender Priorität:<strong> </strong></p>
<p><strong>Erstens: Interaktion.</strong> Zeitungen müssten endlich den Schritt hin zu einem offenen Gespräch mit ihren Online-Leser/innen tun. Die Zeit Online schaffe das durch eine eigene Community Redaktion und durch die stete Aufforderung an Autor/innen, bei relevanten Dialogen selbst mitzumachen. Wenn Redakteure ein paar Mal erlebt haben, dass der Dialog interessante Anstösse bringt und geschätzt wird, dann würden sie sich von selbst engagieren. Laub sieht darin viel mehr als Leserbindung oder PR: Dieser Dialog gehört zum neuen Geschäftsmodell des Journalismus. Denn das Wissen und die Echos der Leser sichern die Funktionalität der vielen Applikationen und Webplattformen, führen zu Artikel-Nachträgen und neuen Geschichten. Mehr Details dazu samt Vorbildern aus anderen Branchen im Kurzvideo ab Skype-Beamer:</p>
<p>
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="324" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/ZyQNZeTfHsE?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="324" src="http://www.youtube.com/v/ZyQNZeTfHsE?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object>
</p>
<p><strong>Zweitens Transparenz:</strong> Medienschaffende müssen transparenter informieren über eigene Interessen, Parteizugehörigkeit, nebenberufliche Tätigkeiten. Das bringe das Web mit sich und es gehe nicht, einfach darauf zu warten, bis das eingefordert werde. Den ersten Schritt in diese Richtung macht die Zeit Online mit Profilen (<a href="http://community.zeit.de/user/wolfgang-blau" target="_blank">Beispiel Wolfgang Blau</a>, samt vorbildlich eingespielten Kommentaren), die von den Mitarbeitenden freiwillig ausgefüllt werden.</p>
<p><strong>Drittens: Programmieren.</strong> Blau wünscht sich mehr Redakteur/innen, die eine Ahnung von Web-Programmierung haben. «Das Internet ist viel mehr als ein Vertriebskanal &#8211; es mausert sich zum Betriebssystem unserer Gesellschaft und unserer Demokratie. Deshalb müssen sich Medienschaffende viel besser auskennen mit den technischen Belangen dieses Systems.» Nicht alle müssen alles können &#8211; aber vor allem jüngere Mitarbeitende hätten Erfahrung mit HTML, Java-Scripting, Video-Optimierung oder anderen Elementen.</p>
<p>Trotz Umbruch sieht Blau keinen Grund für Untergangsstimmung – wir kehren also nochmals zurück auf die Stufe Akzeptanz: <strong>«Wir sollten unsere Branche dazu treiben, mit mehr Mut als Nostalgie in die Zukunft zu schreiten.»</strong></p>
<p>Weitere Artikel zum Thema:<a href="Print mit Zukunft: weg vom Tagesjournalismus"><br />
 Social Media ticken anders als klassische Medien: emotionaler, schneller, verlinkt</a><a href="http://bernetblog.ch/2010/03/19/die-zukunft-des-journalismus-weniger-geld-mehr-meinung/"><br />
 </a><a href="http://bernetblog.ch/2010/06/08/print-mit-zukunft-weg-vom-tagesjournalismus/">Print mit Zukunft: weg vom Tagesjournalismus</a><a href="http://bernetblog.ch/2010/03/19/die-zukunft-des-journalismus-weniger-geld-mehr-meinung/"><br />
 Die Zukunft des Journalismus: Weniger Geld, mehr Meinung</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bernetblog.ch/2010/09/09/die-zukunft-mehr-dialog-im-journalismus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
	<media:content xmlns:media="http://bernetblog.ch/feed/" url="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/09/maz-podium-wolfgang-blau_800x669-86x71.jpg" medium="image" type="image/jpeg" width="86" height="71" />	</item>
		<item>
		<title>Die Zukunft des Journalismus: Weniger Geld, mehr Meinung</title>
		<link>http://bernetblog.ch/2010/03/19/die-zukunft-des-journalismus-weniger-geld-mehr-meinung/</link>
		<comments>http://bernetblog.ch/2010/03/19/die-zukunft-des-journalismus-weniger-geld-mehr-meinung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 05:20:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Bernet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Bezahlinhalte]]></category>
		<category><![CDATA[Pew]]></category>
		<category><![CDATA[Pew Research]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[verleger]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bernetblog.ch/?p=9311</guid>
		<description><![CDATA[Eine US-amerikanische Analyse des Medienjahrs 2009 zeigt den drastischen Rückgang von Inseraten, Auflagen und Arbeitsplätzen. Diese Tendenz setzt sich 2010 fort. Wohin das alles führt, weiss  niemand genau &#8211; drei Bewegungsrichtungen sind klar. Das Pew Research &#8230; <a class="weiterlesen" href="http://bernetblog.ch/2010/03/19/die-zukunft-des-journalismus-weniger-geld-mehr-meinung/">weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2008/09/istock_journalist_schwarzweissxsmall.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1793" title="qualitätsjournalist" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2008/09/istock_journalist_schwarzweissxsmall.thumbnail.jpg" alt="qualitätsjournalist" width="59" height="86" /></a>Eine US-amerikanische Analyse des Medienjahrs 2009 zeigt den drastischen Rückgang von Inseraten, Auflagen und Arbeitsplätzen. Diese Tendenz setzt sich 2010 fort. Wohin das alles führt, weiss  niemand genau &#8211; drei Bewegungsrichtungen sind klar.</strong></p>
<p>Das Pew Research Center bietet eine vorbildliche Sammlung von Daten rund um Medien und Journalismus &#8211; in einer Qualität, die auch für die Schweiz wünschenswert ist. Das Zentrum bezeichnet sich auf der <a href="http://pewresearch.org/about/" target="_blank">Website</a> als «überparteilicher Fakten-Tank», getragen von den gemeinnützigen <a href="http://www.pewtrusts.org/" target="_blank">Pew Charitable Trusts</a>. Über die jährliche Studie «State of the News Media» hat der bernetblog schon anfangs 2009 berichtet: «<a href="http://bernetblog.ch/2009/03/25/us-studie-newsmedien-wo-versteckt-sich-rendite/">Wo versteckt sich die Rendite?</a>» bleibt auch in der <a href="http://pewresearch.org/pubs/1523/state-of-the-news-media-2010" target="_blank">Studie 2010</a> Kernthema. Die wichtigsten Daten von 2009 samt den Trends, wie sie durchaus auch für Europa und die Schweiz gelten:</p>
<p><strong>1. Das Geld geht aus</strong><br />
Die Zahlen sind dramatisch: US-Zeitungen haben 2009 in Online und Print zusammen 26 Prozent Werbeumsatz verloren. Der kumulierte Rückgang der letzten drei Jahre liegt damit bei 43 Prozent. Immer noch kommen 90 Prozent der Zeitungseinnahmen aus dem Printbereich. Einzig das Kabelfernsehen konnte im letzten Jahr ein minimales Umsatzplus verzeichnen:</p>
<p><a href="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/03/pewresearch-change-in-ad-revenue-by-medium-08-09.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-9320" title="pewresearch change in ad revenue by medium 08-09" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/03/pewresearch-change-in-ad-revenue-by-medium-08-09-400x316.jpg" alt="pewresearch change in ad revenue by medium 08-09" width="400" height="316" /></a></p>
<p>Im Vergleich dazu liegen Schweizer Zahlen nur für Print vor. Die Erhebungen von Schweizer Presse/VSW/Wemf zeigen für 2009 2010 [<em>Korrigenda: Das ist ja nur ein Monat kumuliert - die 2009er Zahlen besorge ich für einen nächsten Artikel</em>] ein kumuliertes Minus von 17 Prozent für Print, mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen nach Titeln, Regionen und Art der Inserate. Dieser Auszug ist der Wemf-Januarstatistik (<a href="http://inseratestatistik-rapport-d.wemf.ch/ISS/Site/Raport/DE/" target="_blank">PDF-Link</a>) entnommen:</p>
<p><a href="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/03/wemf-inseratestatistik-januar-2010.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-9322" title="wemf inseratestatistik januar 2010" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/03/wemf-inseratestatistik-januar-2010-400x362.jpg" alt="wemf inseratestatistik januar 2010" width="400" height="362" /></a></p>
<p>Es geht uns also noch deutlich besser als den Verlagskollegen in den USA &#8211; trotzdem steckt in diesem Fazit der Autoren die Wahrheit auch für Europa: «Die Industrie muss ein neues  Geschäftsmodell finden, bevor das Geld ganz zu Ende geht.»</p>
<p><strong>2. Mehr Plattformen, weniger Aufmerksamkeit</strong><br />
Diesbezüglich ist die Entwicklung in den USA ein ganzes Stück weiter &#8211; und wird uns Europäern mit den vielen sprachregionalen Abgrenzungen und den kleinräumigeren Märkten immer voraus bleiben. Immer mehr nicht-klassische-Verleger drängen mit Inhalten aufs Web. Auf einer Seite des Spektrums stehen mitschreibende User mit privaten oder politischen Interessen, früher nur als «Leserin und Leser» bekannt. Auf der anderen buhlen journalistisch ausgerichtete Plattformen wie <a href="http://www.focus.de/digital/internet/digitale-mediapolis/tid-17501/politico-gruender-jim-vandehei-die-maechtigen-zur-verantwortung-ziehen_aid_488158.html" target="_blank">Politico</a>, <a href="http://www.huffingtonpost.com/" target="_blank">Huffington Post</a>, <a href="http://www.propublica.org/about/" target="_blank">ProPublica</a>, <a href="http://www.kaiserhealthnews.org/About.aspx" target="_blank">Kaiser Health News</a> oder <a href="http://www.globalpost.com/mission-statement" target="_blank">Global Post</a> um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Irgendwo dazwischen stehen Aggregatoren von Yahoo über MSN bis GoogleNews.</p>
<p>Da weiss der geneigte Leser nicht mehr, wohin gucken. Von der beschränkten Zeit wird überall ein bisschen weniger verteilt, niemand mehr hat einen einzigen bevorzugten News-Kanal &#8211; siehe dazu auch den Beitrag «<a href="http://bernetblog.ch/2010/03/15/newskonsum-internet-rueckt-vor/">Newskonsum: Internet rückt vor</a>». Das drückt auf die Anzeigenpreise und die Auflagen &#8211; dazu eine letzte schlimme Kurve zu Tages- und Sonntagszeitungen in den USA:</p>
<p><a href="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/03/pewresearch-newspaper-circulation-03-09.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-9325" title="pewresearch newspaper circulation 03-09" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/03/pewresearch-newspaper-circulation-03-09-400x278.jpg" alt="pewresearch newspaper circulation 03-09" width="400" height="278" /></a></p>
<p><strong>3. Mehr Meinung, mehr Sofortberichte</strong><br />
Die Pew-Studie zeigt auf, dass der Mehrinhalt auf diesen Plattformen vor allem mehr Meinung bringt. Original recherchierte Artikel kommen immer noch in erster Linie aus den Online-Angeboten der traditionellen Verlage. «Unsere langfristige Auswertung von mehr als einer Million Blogs und Social Media Seiten zeigt zum Beispiel das <strong>80 Prozent der dortigen Links auf die Online-Seiten klassischer Medienhäuser</strong> führen.» Meinung verdrängt die Recherche, bezieht sich aber gleichzeitig gerne auf die inhaltlichen Vorleistungen.</p>
<p>Ebenso bedrängt wird die Recherche vom <strong>Echtzeit-Rausch der Absender und Empfänger</strong>. Jedes Medium will die News zuerst im Web haben, da bleibt keine Zeit für Rückfragen. Flatterhafte News-Empfänger wechseln ihre Favoriten, wenn der Bericht über eine Unternehmensfusion auf der einen Plattform zuerst steht. Zu recht sieht Pew als Folge immer mehr Instant-News, die unreflektiert aus PR-Quellen oder Social Media Diskussionen übernommen werden.</p>
<p><strong>Die «Alten» sind noch die Grössten &#8211; wie weiter?</strong><br />
Alle diese Beobachtungen blicken auf einen vorbei ziehenden Lavastrom. Noch ist er keineswegs erkaltet. Er zerstört lieb gewordene Denkmuster, Geschäftsmodelle und journalistische Praktiken. Das Neue, das aus dieser Zerstörung wachsen wird, erscheint ungewiss bezüglich Finanzierung und Akzeptanz. Interessant ist, dass bei aller Aufmerksamkeit für das Neue die klassischen Medienanbieter immer noch eine herausragende Rolle spielen: <strong>67 Prozent der meistbesuchten News-Seiten gehören «alten» Verlegern</strong>.</p>
<p>Die Zeit läuft aus, das Geld wird knapp. Gespart und rationalisiert wird in der Produktion von Inhalten. Journalismus wird schneller, meinungsorientierter und in vielen Fällen unreflektierter, näher an den Newsquellen aus Wirtschaft, Kultur, Politik, Tagesgeschehen. Es macht wenig Sinn, sich gegen diese Entwicklung zu stemmen. In der Grundrichtung wird sie sich durchsetzen.</p>
<p><strong>Nischen für Qualität und mehr Kooperation</strong><br />
Verleger tun gut daran, Gefässe für Recherche und Reflektion weiterhin zu pflegen &#8211; in Nischen werden diese Inhalte sehr gefragt sein und sie werden als <strong>Orientierungs-Leuchtfeuer</strong> dienen. Denn der Newskonsument von morgen wird noch überforderter sein in seiner Quellenwahl als er es heute ist. Sprunghaft wird er trotzdem bleiben. Von eminenter Bedeutung ist die Zusammenarbeit der Verleger in allen Bereichen, die über den Redaktionsraum hinausreichen. Das verlangt ein schmerzhaftes Umdenken. In diese Richtung weisen das E-Reader-Projekt von Swisscom, NZZ, Ringier, tamedia und Orell Füssli oder die im Aufbau befindliche Online-Bezahlplattform <a href="http://www.journalismonline.com/publishers.php" target="_blank">Journalism Online</a> in den USA.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien auch auf NZZ Online / <a href="http://www.nzz.ch/blogs/nzz_blogs/extrablog">Extrablog</a>.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bernetblog.ch/2010/03/19/die-zukunft-des-journalismus-weniger-geld-mehr-meinung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	<media:content xmlns:media="http://bernetblog.ch/feed/" url="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2008/09/istock_journalist_schwarzweissxsmall.thumbnail.jpg" medium="image" type="image/jpeg" width="88" height="128" />	</item>
		<item>
		<title>Ich poste &#8211; also bin ich: Schöne neue Medienwelt</title>
		<link>http://bernetblog.ch/2010/02/02/ich-poste-also-bin-ich-schone-neue-medienwelt/</link>
		<comments>http://bernetblog.ch/2010/02/02/ich-poste-also-bin-ich-schone-neue-medienwelt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 21:37:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Bernet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Commsumm]]></category>
		<category><![CDATA[Communication Summit]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[ZPRG]]></category>
		<category><![CDATA[ZPV]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bernetblog.ch/?p=8746</guid>
		<description><![CDATA[Rekordbeteiligung am Gipfeltreffen von Medien- und PR-Schaffenden. Die Paneldiskussion brachte wenig Erhellendes. Interessant war das Plädoyer für bezahlschrankenfreie Qualität des Spiegels. Setting und Titel erinnerten an die Dreikönigstagung der Schweizer Verleger (Bericht vom 6. Januar). Und &#8230; <a class="weiterlesen" href="http://bernetblog.ch/2010/02/02/ich-poste-also-bin-ich-schone-neue-medienwelt/">weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/IMG_0392.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8752" title="Communication Summit Februar 2010 Panel / ©bernetblog" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/IMG_0392-86x64.jpg" alt="Communication Summit Februar 2010 Panel / ©bernetblog" width="86" height="64" /></a>Rekordbeteiligung am Gipfeltreffen von Medien- und PR-Schaffenden. Die Paneldiskussion brachte wenig Erhellendes. Interessant war das Plädoyer für bezahlschrankenfreie Qualität des Spiegels.</strong></p>
<p>Setting und Titel erinnerten an die Dreikönigstagung der Schweizer Verleger (<a href="http://bernetblog.ch/2010/01/06/medien-ratlosigkeit-auf-der-kommandobrucke/">Bericht vom 6. Januar</a>). Und das Thema «Schöne neue Medienwelt &#8211; ratlose Branche» zieht &#8211; mit rund 400 Teilnehmenden war das Auditorium Maximum rekordvoll. Mathias Müller von Blumencron war acht Jahre lang Chef von Spiegel Online und ist seit 2008 Co-Chefredaktor der gedruckten Ausgabe. Hier die wichtigsten Passagen aus seinem Eingangsreferat. Alle Teilnehmenden des anschliessenden Podiums sind auf der <a href="http://www.zprg.ch/index.php?s1=331&amp;nwsTypeID=376" target="_blank">ZPRG-Seite</a> gelistet.</p>
<p><a href="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/IMG_0392.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-8752" title="Communication Summit Februar 2010 Panel / ©bernetblog" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/IMG_0392-516x387.jpg" alt="Communication Summit Februar 2010 Panel / ©bernetblog" width="516" height="387" /></a></p>
<p><strong>PR-Branche in der Steinzeit</strong><br />
Den wohl relevantesten Bezug zur stark vertretenen PR-Branche brachte Moderator Reto Lipp in der Anmoderation:  «Wenn ich heute noch gewisse Communiqués lese &#8211; dann frage ich mich schon, ob die PR-Branche ein bisschen in der Steinzeit verweilt.» Ratlos sind zuweilen nicht nur die Verlage. Aber näher diskutiert wurde dieses heisse Thema dann doch nicht. A propos Steinzeit: Mathias Müller von Blumencron erinnerte an eine zentrale Forderung des damaligen Online-Projektleiters beim Spiegel, formuliert Mitte der Neunziger Jahre: <strong>«Ich bestehe auf wöchentlichen Updates»</strong>. Das waren noch Zeiten.</p>
<p><strong>Es läuft nicht so, wie die Verlage wollen</strong><br />
Der Spiegel-Chef ist überzeugt, dass wir trotz der grossen Umwälzungen der letzten drei Jahre erst am Anfang stehen. «Jetzt haben wir uns 15 Jahre Online abgerackert, haben hohe Reichweiten, machen 20 Millionen Gewinn mit Spiegel Online und einen mickrigen Gewinn. Doch mit der Printausgabe erreichen wir <strong>zehn mal soviel Umsatz</strong> und ein Vielfaches an Erfolg. Ist die digitale Welt nichts für uns Verlage?»</p>
<p>Qualitätsjournalismums habe eine Chance. Aber die Verlage müssten endlich aufgeben mit allen Versuchen, die Online-Welt ihren Bedürfnissen anzupassen: <strong>«Wir leben in einer Welt des &#8216;Ich poste, also bin ich.&#8217; </strong>Die Welle schwillt an und ab. Mal ist sie furchtbar genial, mal total banal. Mal sind es intime Details, mal politische Ereignisse. Dieses gewaltige Gemurmel droht, uns Verleger ein Stückchen mehr an den Rand zu drücken. Bestehen können wir nur dann, wenn wir Bestandteil dieser digitalen Welt bleiben.»</p>
<p><strong>Relevant sein heisst: findbar sein</strong><br />
Bei aller Diskussion um Google plädiert der deutsche Chefredaktor mit Schweizer Wurzeln resolut gegen Bezahlambitionen der Verlage. Der Spiegel löst das Problem durch ein Spiel zwischen täglich aktueller Online-Plattform und wöchentlichem Druckmagazin. Die Titelgeschichten sind Online nur gegen Micropayments verfügbar, nach drei Wochen kommen sie dann kostenlos ins Archiv. «Um relevant zu sein, müssen wir findbar sein.»</p>
<p>Für die nahe Zukunft sieht er drei Faktoren: Erstens werde das gedruckte Produkt Kern des Schaffens bleiben, nicht zu verschenken sondern eher noch teurer anzubieten. Zweitens würden immer mehr Leser mobil auf Inhalte zugreifen &#8211; und im mobilen Bereich seien Verrechnungsmöglichkeiten eher da, wenn auch zu minimalen Preisen. Drittens schliesslich erlebten wir eine «Explosion der Gerätschaften» mit neuen Möglichkeiten für die «kraftvolle und emotionale Platzierung von Inhalten, vor allem für Zeitschriften». Hier müssten die Verlage<strong> Ideen und Geld investieren</strong> in die neue Aufbereitung von Inhalten.</p>
<p><strong>Guter Journalismus &#8211; mit weniger Rendite</strong><br />
Müller von Blumencron ist klar, dass er damit kein Patentrezept in der Hand hält für seine Branche, die weiterhin von grosser Unsicherheit geprägt sein wird. Nachdem sie «über Jahrzehnte so verdammt verwöhnt war. Die Traumrendite früherer Jahre ist dahin &#8211; guter Journalismus aber nicht.»</p>
<p><object width="400" height="324" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Gxr5a0k0xXI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="400" height="324" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/Gxr5a0k0xXI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>Alle  bernetblog-Beiträge zum <a href="http://bernetblog.ch/tag/communication-summit/" target="_blank">Thema Communication Summit</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bernetblog.ch/2010/02/02/ich-poste-also-bin-ich-schone-neue-medienwelt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
	<media:content xmlns:media="http://bernetblog.ch/feed/" url="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/IMG_0392-86x64.jpg" medium="image" type="image/jpeg" width="86" height="64" />	</item>
		<item>
		<title>Die Macht der Einfachheit: Apple gegen alle?</title>
		<link>http://bernetblog.ch/2010/02/02/die-macht-der-einfachheit-apple-gegen-alle/</link>
		<comments>http://bernetblog.ch/2010/02/02/die-macht-der-einfachheit-apple-gegen-alle/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 09:24:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Bernet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[Endgeräte]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>
		<category><![CDATA[itunes]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkonvergenz]]></category>
		<category><![CDATA[steve-jobs]]></category>
		<category><![CDATA[Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[verleger]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bernetblog.ch/?p=8734</guid>
		<description><![CDATA[Nur ein Sturm im Wasserglas? Oder waren es die überhörten Glocken einer Revolution? Apples neues iPad ist ein genialer Schachzug im Kampf um die ungeteilte Aufmerksamkeit der Konsumenten. Keine Angst: Dieser Beitrag bringt keine uneingeschränktes Lob, &#8230; <a class="weiterlesen" href="http://bernetblog.ch/2010/02/02/die-macht-der-einfachheit-apple-gegen-alle/">weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/jobs_ipad.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-8741" title="jobs_ipad" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/jobs_ipad-80x86.jpg" alt="jobs_ipad" width="80" height="86" /></a>Nur ein Sturm im Wasserglas? Oder waren es die überhörten Glocken einer Revolution? Apples neues iPad ist ein genialer Schachzug im Kampf um die ungeteilte Aufmerksamkeit der Konsumenten</strong>.</p>
<p>Keine Angst: Dieser Beitrag bringt keine uneingeschränktes Lob, keine Was-noch-fehlt-Liste und keine Analyse von Apples Kommunikation. Nachdem sich die Wogen ein wenig geglättet haben, interessiert die Gesamtsicht: Was vollzieht sich mit diesem Endgerät und des damit verbundenen Ausbaus von iTunes und AppStore?</p>
<p><strong>Geräte und Plattformen binden Kunden</strong><br />
«Closest to the consumer is the best place to be.» Auf diesen einfachen Nenner brachte UCLA-Professor <a style="color: #000000; text-decoration: none; border-bottom-width: 1px; border-bottom-style: solid; border-bottom-color: #e52f1f; padding: 0px; margin: 0px;" href="http://www.anderson.ucla.edu/x990.xml" target="_blank">Uday Karmakar</a> das Thema Medienkonvergenz schon 2008, in einem <a href="http://bernetblog.ch/2008/06/12/medienkonvergenz-philosophischer-hintergrund-von-uday-kamarkar/">Vortrag in Zürich</a>. Heute sitzen die Konsumenten einen grossen Teil ihrer Arbeits- und Freizeit an Bildschirmen. In dieses Puzzle von Endgeräten fügt sich der iPad ein. Matchentscheidend ist die Anbindung dieses Endgeräts an eine Inhalts-Plattform &#8211; iTunes verzeichnet weltweit 140 Millionen Nutzer.</p>
<p><strong>So einfach wie möglich</strong><br />
Mehrheiten wollen einfache Geräte und einfache, sichere Plattformen. Das iPad ist das im Moment wohl simpelste Endgerät &#8211; ohne Tastatur, ohne Multitasking, mit wenig Optionen. iTunes ist die im Moment einfachste Plattform für den gleichzeitigen Einkauf von Musik, Videos, Podcasts, Büchern und über den AppStore Programmen oder Spielen. Einfach heisst für die Mehrheit: Einfaches Bezahlmodell, nur einmal registrieren, sichere Inhalte, grosse Auswahl.</p>
<p>Ein weiteres Element der Einfachheit zeigt sich in dieses Schema: Tablets, Smartphones und TV-Konsolen können von verschiedensten Anbietern kommen &#8211; wer sich für Apple entscheidet, muss sich nur an ein System, einen Login, einen Backup «gewöhnen».</p>
<p><a href="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/geraete_plattformen_bernetblog.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-8737" title="geraete_plattformen_bernetblog" src="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/geraete_plattformen_bernetblog-516x450.jpg" alt="geraete_plattformen_bernetblog" width="516" height="450" /></a></p>
<p>Die Grenzen dieses einfachen, aber geschlossenen Systems zeigen sich bei MobileMe und Möglichkeiten für den sozialen Austausch. Bei den mobilen Datenspeichern ist die Konkurrenz der kostenlosen Möglichkeiten gross. Und Soziale Netzwerke wie Facebook werden klar bevorzugt &#8211; weltweit waren dort am 1. Dezember 350 Millionen User registriert. Die Macht der Einfachheit zeigt sich auch bei Facebook: Je grösser eine Plattform ist, desto einfacher wird es für die Benutzer, mit einem Login Kontakte zu erreichen und sich dabei an die Eigenheiten eines Systems zu gewöhnen.</p>
<p><strong>Der Preis der Einfachheit</strong><br />
Die Masse will ein einfaches System. Das führt in der Regel zu einem Standard. Siehe Microsoft für Betriebssysteme, Google für Suchresultate, Kleenex für Taschentücher. Wird Apple zum Standard für Endgeräte und Inhalts-Plattformen? Der Preis, den wir für die von Apple etablierte Einfachheit bezahlen, liegt in der geschlossenen Plattform. Es ist ein Eintrittspreis, den Konsumenten für die Einfachheit bezahlen &#8211; und dafür gewisse Austausch-Einschränkungen in Kauf nehmen. Auf der anderen Seite stehen Inhaltslieferanten wie Verlage, Musikproduzenten oder Programmierer Schlange. Sie entrichten gerne 30 Prozent ihrer Verkaufseinnahmen als Obolus an Apple, um damit Zugang zu den Käufern zu erhalten.</p>
<p>Das Spiel läuft. Das iPad wird dabei in der genialen Integration mit allen anderen Apple-Geräten und -Plattformen eine wichtige Rolle spielen. Gerätehersteller, Web-Anbieter und Inhaltslieferanten werden sich weiterhin um den Kuchen streiten. Bei diesem Spiel sitzen die klassischen Inhaltslieferanten leider etwas in der zweiten Reihe. Die grossen Spieler im inneren Zirkel werden versuchen, möglichst alle Felder von Gerät bis Plattform zu kontrollieren.</p>
<p><a href="http://bernetblog.ch/2008/06/12/medienkonvergenz-philosophischer-hintergrund-von-uday-kamarkar/">Medienkonvergenz &#8211; Uday Kamarkar</a> (Juni 2008)<br />
<a href="http://bernetblog.ch/2009/10/06/die-zukunft-des-online-journalismus-vorwiegend-gratis/">Die Zukunft des Online-Journalismus</a> (Oktober 2009)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bernetblog.ch/2010/02/02/die-macht-der-einfachheit-apple-gegen-alle/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
	<media:content xmlns:media="http://bernetblog.ch/feed/" url="http://bernetblog.ch/wp-content/uploads/2010/02/jobs_ipad-80x86.jpg" medium="image" type="image/jpeg" width="80" height="86" />	</item>
	</channel>
</rss>

