Social Media: Mehr Aussenstellen, mehr Aufwand, mehr Chancen

bild_buch_3-1Jetzt kann man mein neues Buch bestellen – geliefert wird Ende September. Dieser Beitrag zeigt am konkreten Beispiel, wie mehrere Social Media Plattformen fürs Buch eingesetzt werden, mit leicht variierten redaktionellen Konzepten; angepasst auf Zielgruppen und Medium.

Ab heute ist «Social Media in der Medienarbeit» hier über den bernetblog, über unsere Website und auf Facebook bestellbar.

Immer mehr Aussenstellen
Das Buch enthält auch eine Schätzung der für Social Media notwendigen Ressourcen. Dabei musste ich eine Menge von Annahmen treffen und schildern – ich habe vor- und rückwärts gerechnet und bin auf eine bis zwei Stellen gekommen. Manchmal plagten mich Zweifel, ob denn das nicht effizienter gehen könnte. Aber verschiedene Projekte, Gespräche mit Praktikern und nun meine eigene Erfahrung bei der Platzierung des Buches auf allen Plattformen zeigen: Konzeption, Umsetzung und Dialog verschlingen viel Zeit. Denn die Web-Phase, in der wir gerade stecken, bringt viele neue zu bespielende Aussenstellen mit sich. So sieht die Landkarte für unser Buchmarketing aus:

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Die eigene Website steht immer noch im Mittelpunkt – hier laufen alle Fäden zusammen, hier ist der Kaufprozess hinterlegt; er kann aber auch von anderen Plattformen aus angesprochen werden. Wir haben schon für das erste Buch eine Lösung mit Paypal aufgesetzt, die auch Kreditkarten akzeptiert. Immer noch wichtig bleibt der abonnierte E-Mail-Newsletter. Die graue Fläche steht für die Vernetzung all dieser Inhalts-Filialen, einer der entscheidenden Faktoren. Gelb sind die stärker dialogisch ausgelegten Social Media-Plätze: bernetblog, Twitter, Flickr und natürlich Facebook (Inhalts-Reiter «Buch»). Gerne würde ich auch einen Kurzfilm auf YouTube platzieren, das Drehbuch steht, aber bezüglich Umsetzung bin ich mir noch nicht klar.

Ergänzende, vernetzte und relevante Inhalte
Copy-Paste liegt nicht drin. Die Buch-Infos sind so variiert, dass sie den (angenommenen) Nutzerhaltungen entsprechen: Der Newsletter wird nächste Woche einen einmaligen Akzent zum Thema «Social Media Guidelines» setzen, im bewährten Inhaltskonzept mit schnell lesbaren Tipps. Der bernetblog bringt laufend inhaltlich angepasste Auszüge oder aktuelle Ergänzungen. Twitter vermittelt Ähnliches, aber in viel kürzerer Form und häufiger. Auf Flickr haben wir alle 19 Abbildungen aus dem Buch hinterlegt, das ist ein neuer Versuch. Facebook schliesslich ist wohl die aufwändigste und wichtigste Filiale. Hier setzen wir auf Interaktion: zuoberst auf der von INM (Kunde von uns) programmierten Seite steht die Möglichkeit, Fragen loszuwerden. Mal sehen, ob wir diesmal überrannt werden; die Option hatten wir schon im ersten Facebook-Inhaltskonzept (hier beschrieben), aber der Rücklauf blieb bescheiden. Dazu kommen das laufende Einspielen von News, Rezensionen und natürlich ein Kauf-Link.

Brian Solis hat gerade in einem Harvard Blog-Beitrag gekonnt auf den Punkt gebracht, dass Social Media nicht einfach da sind, um die gleichen Werbebotschaften mehrfach zu platzieren. Sein Konzept heisst einprägsam-amerikanisch: «KISS – keep it significant and shareable».

Richtig social wirds erst bei der Vernissage
Einmal im Jahr laden wir alle zugewandten Orte in unsere Agentur ein, in der Regel zu einer Kunstvernissage. Bald ist es Zeit für die zweite Buchvernissage, die steht aber noch mitten in der Vorbereitung. Denn bei allen Links, Buttons und «Gefällt mir» bleiben die persönlichen Begegnungen immer noch die farbigsten. Infos folgen, natürlich auf allen Kanälen…

Zum Thema:
Was bringt ein Facebook-Auftritt? Aufwand, Abhängigkeit, Aufmerksamkeit
Facebook-Tipps: Was bringt viele «Gefällt mir»?
Social Media ticken anders als klassiche Medien

Web 2.0 und Museen – geht das?

Tag CloudKaum ein Schweizer Museum nutzt Social Media, dabei gibt es gute internationale Beispiele. Eine kurze Übersicht der Einsatzmöglichkeiten.

Noch sind die Museen im deutschsprachigen Raum verhalten, was den Einsatz von Web-2.0-Elementen betrifft. Gemäss einer Studie nutzt nur das Städel in Frankfurt die ganze Bandbreite der Web-2.0-Funktionalitäten.

Das Städel-Netzwerk als Vorreiter
Neben einem Facebook-Auftritt mit über 2000 Fans integriert die Website des Städel-Museums weitere Web-2.0- und Community-Elemente (siehe auch Video-Beitrag Museum trifft Web 2.0):

Die anderen Museen im deutschsprachigen Raum nutzen die Möglichkeiten von Social Media erst vereinzelt oder nur punktuell für eine Ausstellung oder ein Projekt, so das Fazit der erwähnten Studie. Die Bereitschaft zu einem weitergehenden oder umfassenden Einsatz sei noch nicht gegeben.

Street Museum

Kunstwerke auf Londons Strassen
Eine gute Idee hatte das Museum of London. Ein Programm für das iPhone bringt die verschiedenen Werke des Museums per Geotagging und Augmented Reality in Kontext mit der Stadt. Die Anwendung Street Museum verknüpft die (Landschafts-)Bilder und Fotografien aus dem Museum mit den heutigen realen Orten. Auf einer Stadtkarte werden die Ursprünge der Bilder angezeigt. Ist der Nutzer an einem dieser Orte unterwegs, wird das Kunstwerk auf dem Telefon-Display eingeblendet, sodass er es mit der heutigen Ansicht vergleichen kann.

Brooklyn Museum setzt Benchmark
Mein persönliches Vorzeigebeispiel ist das Brooklyn Museum mit seinem beispielhaften und überwältigenden Einsatz partizipativer Möglichkeiten und dazugehöriger Community – auch virtuell ein Besuch wert.

Studien zum Thema:

Nützliches bei Twitter, Facebook und LinkedIn

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User und Betreiber erhalten neue Werkzeuge bei Twitter, Facebook und LinkedIn. In der Juni-Ausgabe der amerikanischen PR Tactics sind fünf Social Media-Tipps kurz vorgestellt.

Je grösser die Social Media Welt wird, desto mehr zusätzliche Services entstehen:

Tweets fördern (Promoted Tweets)
Unternehmen bezahlen für Tweets mit Werbe-Inhalten, die bei Suchanfragen als «Promoted Tweets» erscheinen. Der Tweet rutscht bei den Suchresultaten an erste Stelle, falls er relevant ist. Falls nicht, verliert er den «promoted» Status. So wird sichergestellt, dass der Benutzer keine für ihn irrelevanten Tweets erhält. «Promoted by» weist auf die werbende Firma hin. Unternehmen zahlen je nach Anzahl Tweet-Clicks. In einer ersten Phase testen ausgewählte Firmen das Programm.

Eingebaute Tweets (Embeddable Tweets)
Die meisten Blogger fotografieren ihre Tweets und fügen diese in ihren Post ein. Blackbird Pie könnte dies ändern: Der Link wird zum einzelnen Tweet oder HTML-Code snippet verkürzt. Man fügt den Tweet Link in Blackbird Pie ein und drückt «bake it». Der Link wird verkürzt wie beispielsweise bei bit.ly. Twitter arbeitet zur Zeit an der Kompatibilität der Codes mit den CMS-Systemen.

«Likes» auf Facebook Webseiten
Der kleine Daumen, auch «Like Button» genannt: bernetblog hat ihn beispielsweise am Ende jedes Blogbeitrags. Der Lesende drückt das «Like»-Symbol, falls der Beitrag gefällt. Der Newsfeed der Facebook-Seiten ihrer Freunde publiziert den Blog-Eintrag. Falls ihre Freunde nach der Lektüre auf den bernetblog gehen ist das Ziel erreicht.  Der «Like Button» ist ein unkompliziertes Instrument, die Aktivität auf einer Webseite zu erhöhen.

Einsichten ins Facebook-Innere
Das neue Facebook Insight Dashboard misst die Aktivität auf Facebook-Seiten, Applikationen und externen, in Facebook integrierten Webseiten. Für Administratoren eine Erleichterung, da Facebook-Aktivitäten an einem Ort abgerufen werden können. Nützliche Werkeuge für Webseiten-Betreiber und Applikations-Entwickler: 1. Grafiken von Interaktionen über eine bestimmte Zeit, 2. Nutzerzählung aufgeteilt in demographische Merkmale, 3. Zählungen der gesamten User-Aktivitäten.

Unternehmen verfolgen auf LinkedIn
LinkedIn-Nutzer können ihre Lieblings-Unternehmen beobachten, ähnlich der Facebook-Fanpage. Mit der Funktion «Follow Company» erhalten sie Mitteilungen über Updates einer Firmen-Webseite. Die Updates reichen von Firmen-Entwicklungen, offenen Stellen, anstehenden Beförderungen bis hin zu neuen Geschäftstätigkeiten. Die Informationen sind beispielweise für Jobsuchende oder externe PR Berater ein nützliches Instrument.

Die gennanten Dienste reagieren auf Bedürfnisse von Social Media Nutzern. Die Herausforderung liegt darin, die Anwendungs-Komplexität in Schach zu halten. Und nicht nur User-Wünsche zu erfüllen, sondern auch Einnahmequellen für die Dienste zu schaffen.

bernetblog: Die beliebtesten Kanäle für Empfehlungen

Laptop MegaphoneBloggen ist nicht Selbstzweck. Unsere Beiträge, seit der bernetblog-Geburt Ende 2005 sind es fast 1200, sollen gelesen, kommentiert und… weitergereicht werden.

Empfehlungen sind ein zentrales Element des «Social Web»; eine Interessensgemeinschaft findet relevante Inhalte und teilt sie via E-Mail, Social Bookmarking, soziale Netzwerke oder Twitter. Das Plug-in «AddThis» erleichtert das mit einer kleinen Funktionsleiste am Ende jedes bernetblog-Beitrags.

Das AddThis-Analyse-Tool zeigt, welche Empfehl-Kanäle am beliebtesten sind. Überraschung: Nicht das Powertool E-Mail gewinnt, sondern… Twitter!

Empfehlungen Bernetblog

Die klare Führung von Twitter erstaunt. E-Mail hätte ich noch wichtiger eingeschätzt – und Facebook dürfte wohl in der nächsten Zeit an Bedeutung gewinnen. Natürlich auch, weil wir seit kurzem einen «Gefällt mir»-Knopf eingebaut haben. Bei den 10 Prozent «Anderen» handelt es sich um Google, 2linkme, Y!Buzz und Reddit.

Unser Tipp für Ihre (Corporate) Website: Prüfen Sie die Inhalte und bauen Sie wo immer möglich und sinnvoll eine Verteilhilfe à la AddThis ein. Die Leser/innen werden es mit Empfehlungen und erhöhtem Besucherverkehr verdanken.

Social Media Gipfel: Swiss Air Lines und die Vulkankrise

swiss logo

Wie kann Online-Dialog die Krisenkommunikation einer Airline unterstützen? Am heutigen 4. Social Media Gipfel in Zürich sprach der Swiss Social Media Mann Christian Lüdi von ersten Erfahrungen.

Krisen kommen unerwartet, sind zeitlich nicht eingrenzbar und verlaufen unerwartet. Was es braucht, ist Nähe zu den Dialoggruppen, schnelle Kanäle und regelmässige Updates. Social Media Anwendungen drängen sich regelrecht auf. Die Swiss Air Lines haben dieses Jahr ihre diesbezüglichen Aktivitäten ausgebaut und bereits einen vorbildlichen Newsroom aufgebaut. Und dabei besonders die Integration von Facebook und Twitter vorbildlich gelöst.

Der Social Media Manager der Airline Christian Lüdi sah in seiner smgzh-Präsi die Vorteile von Facebook, Twitter und Co. in der Krisenkommunikation in diesen Dimensionen:

  • Live
    Sofort – fast schon Echtzeit – Reaktion auf Fragen, Entwicklungen, Gerüchte.
  • FAQ
    Ein Facebook- oder Twitter Dialog kann wie eine Frequently-Asked-Questions-Liste funktionieren: Anfragen müssen nicht mehrmals beantwortet werden.
  • Inputs von «Fans»
    Es kann durchaus sein, dass ein Facebook-Fan über mehr oder frischere lokale Infos verfügt als die PR-Stelle.
  • Fans für Fans
    Im Dialog untereinander können auch Fans Fragen beantwortet – mit ihren eigenen Erfahrungen. Dies kann natürlich für das Unternehmen durchaus auch unangenehme Konsequenzen haben.
  • Mobile, Mobile, Mobile
    Noch vor 2 Jahren wäre diese Diskussion gar nicht geführt worden. Weil die mobilen Kanäle noch nicht weit genug waren und die öffentlichen Internet-Stationen heillos überbucht. Heute ist der Grossteil der Reisenden mobil im Web.

Die Social Media Aktivitäten von Swiss auf einen Blick. Spannend dabei:
Es sind bei weitem nicht nur klassische PR-Themen abgebildet, sondern auch der Kundenservice oder die Verkaufsförderung.

swiss social media

Ein vielgehörtes Echo auf Lüdi’s Vortrag war die Feststellung, dass die Airline offensichtlich auch nur mit Wasser koche. Und die Nachfrage nach dem Konzept, Umsetzung und Zuständigkeiten beim geplanten «Swiss Blog» – soll noch im Juni online gehen, wir bleiben dran – ergab wenig Konkretes. Untrügliche Zeichen, dass bei der Swiss viele Online-Aktivitäten noch im Testflug-Modus laufen. Das Praxisbeispiel zeigt aber: Social Media haben gerade in Krisensituationen ein unüberschätzbares Potenzial.

Ein Bericht zum Projekt «Codex» von Swisscom im zweiten Teil des SMGZH und Weiteres wie Bilder, Präsis, Links etc. folgen in einem zweiten Beitrag an dieser Stelle.

Links:
Twitter-Wall zum Social Media Gipfel
blog.hdzimmermann.net «Social Media goes Mainstream»
blog.amazee.com «Social Media Gipfel 4»
bernetblog.ch «Social Media Newsroom: Drittanbieter und 17 Beispiele»
bernetblog.ch «Social Media Gipfel: Swisscom testet eReader Plattform»
bernetblog.ch «Social Media Gipfel 4: Bilder, Präsentationen, Eindrücke»

USA: Top-Unternehmen nutzen Blogs und Twitter

Laptop MegaphoneDie grössten amerikanischen Unternehmen bauen ihr Social Media Engagement aus. Twitter wird bereits stärker genutzt als Blogging, Video-Beiträge nehmen stärker zu als Audio-Podcasts.

Die Society for New Communications Research veröffentlicht diverse Studien rund um Online-Kommunikation. Ende Februar publizierte sie die zweite Ausgabe ihrer «Untersuchung zur Entwicklung des Blogging- und Twitter-Einsatzes unter den grössten US-amerikanischen Firmen» (Original-Studie PDF).

Sehr hohes Blogging-Engagement in den USA
Davon kann Europa nur träumen: Knapp ein Viertel der grössten amerikanischen Unternehmen bloggen – das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Interessant ist der Vergleich zwischen Fortune 500 (Wikipedia) und Inc. 500: Das erste Wirtschaftsmagazin misst private und öffentliche Unternehmen nach Umsatz, das zweite nur private Unternehmen nach Wachstum.

Sind die schnell wachsenden, privaten Unternehmen beweglicher, offener für den direkten Dialog mit Blog-Lesenden? Die Zahlen zeigen in diese Richtung, denn in der 500er-Liste von Inc. führen sagenhafte 45 Prozent ein eigenes Blog – gegenüber 39 Prozent im Vorjahr.

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Auch in der Schweiz werden aus meiner Sicht mehr Unternehmen aktuelle, interaktive Inhalte auf ihren Webseiten bieten. Vielleicht heissen sie Blog, vielleicht sind sie einfach ein Online-Magazin. Je grösser ein Unternehmen, desto eher kann es sich den hohen Aufwand für laufend aktuelle, gut recherchierte Beiträge leisten. Und natürlich haben es die amerikanischen Unternehmen wesentlich einfacher, was den Umgang mit Sprachen anbelangt.

Audio und Video aktiviert die Inhalte
Zurück zu den Fortune 500-Unternehmen: Den grössten Anstieg gegenüber 2008 zeigen Video-Beiträge. Auch die Audio-Podcasts wachsen: 19 Prozent der Unternehmensblogs enthalten Ton-Beiträge, gar 31 Prozent setzen auf Web-Videos. Auch das ein Trend in der Unternehmenskommunikation, der sich aus meiner Sicht verstärken wird.

Twitter überholt Blogging
Zum erstenmal erfasst wurden diejenigen Unternehmen, die ein Twitter-Account führen – und zwar aktiv. In den letzten dreissig Tagen «getweetet» haben 173 Unternehmen. Das sind 35 Prozent der erhobenen Firmen – gegenüber einem Blog-Engagement von 22 Prozent bei Fortune 500.

Twittern ist einfacher als Bloggen, deshalb wird die Zahl der schnellen Micro-Texter in Unternehmen immer etwas höher liegen. Trotzdem sehe ich diesen Kanal als ideale Ergänzung einer Inhalts-Strategie, die auf Blog-Beiträge setzt.

BBC sagt: Social Media muss sein

@zeichen_schreibmaschDer neue Chef von BBC World Services nimmt kein Blatt vor den Mund: Social Media muss sein. Twitter, Facebook und Blogs verändern Recherche, Publikation und Geschwindigkeit.

In einem Blog-Interview des Guardians verdeutlicht Peter Horrock als neuer Chef der globalen BBC News seine Haltung zum Einsatz von Social Media im Journalismus. Dabei sieht er Blogs, Twitter oder Facebook nicht nur in der Recherche, sondern auch im internen und externen Dialog als unausweichliche Werkzeuge. Dass sie für die Informationsbeschaffung bereits stark verbreitet sind, zeigt eine neue Studie aus den USA.

Wer Social Media nicht einsetzt, kann gehen
Der frühere Chef des Multimedia Newsrooms Peter Horrocks hat die Leitung von BBC World Services Anfang Februar übernommen. Zu seinem Antritt hat er in der internen Hauszeitung klar gemacht, dass Social Media eine wichtige Quelle sind für Recherchen, für die gemeinsame Erarbeitung von Geschichten und deren Verbreitung nach aussen. Der Guardian-Artikel zitiert: «Das ist nicht einfach die Laune eines Technogie-Freaks. Ich befürchte, dass wir unsere Arbeit nicht machen, wenn wir diese Dinge nicht beherrschen. Das ist keine Ermessensfrage. Wer es nicht mag oder wer denkt, dass diese Veränderung oder diese neue Arbeitsweise für ihn zu gross sei, der soll gehen und etwas anderes tun – weil es einfach passieren wird. Niemand kann es aufhalten.»

Recherche, Verbreitung und Dialog
Technologie ändere den Journalismus. Deshalb seien Twitter und RSS-Reader essentielle Werkzeuge für die News-Recherche. BBC-Redaktorinnen und Redaktoren sollen darüber hinaus Twitter und andere Möglichkeiten einsetzen zur Verbreitung ihrer Inhalte samt Links zu den Originalberichten. Und schliesslich sei ein journalistisches Social Media Engagement wesentlich für den direkten Austausch mit Leserinnen und Lesern.

Immer schneller, immer oberflächlicher?
Wir Medienkonsumenten erleben wie die Medienschaffenden eine spannende Veränderung: News werden weltweit immer schneller erfasst und immer schneller publiziert. Im Wettrennen um das erste Bild oder die erste Schlagzeile entscheiden heute Sekunden. Früher konnte man in Sondersituationen ein Extrablatt schreiben und drucken, das erste Foto der Notlandung auf dem Hudson-River gelangte vom Mobiltelefon über Twitter innert Sekunden an die Öffentlichkeit.

Der Kampf um das erste Bild, die erste Schlagzeile ist unerbittlich. Wir stehen in eine steigenden Flut von Sofortnachrichten. 2oMinuten bringt mir eine Eilmeldung aufs iPhone? Wieso kann ich die Geschichte noch nicht auf NZZ Online nachlesen? Ich glaube, dass Peter Horrock recht hat: Wer im Nachrichtengeschäft tätig ist, muss beides schaffen: Sehr schnell raus mit Inhalten und so schnell wie möglich die Hintergründe dazu liefern. Dabei helfen Social Media. Und sie können eine wichtige Rolle spielen beim Vermitteln der Inhalte ans Publikum.

Schnell ist immer oberflächlich, das liegt in der Natur der Sache. Ich habe die Eilmeldungen auf meinem iPhone wieder ausgeschaltet. Weil mir der Hintergrund am nächsten Tag wichtiger ist als Störung mitten im Tagesablauf. Die Meldungen, von denen ich mich stören lasse, bleiben in E-Mail und RSS abonniert.

Dieser Beitrag erschien am 25. März auf Marcel Bernets «Extrablog» der NZZ.

bernetblog-Artikel zur Social Media-Nutzung von Schweizer Medien

«Wie erreiche ich via Facebook oder Twitter Journalisten?»

ohr_blogprofil_bernetpr«Ist es einfach Glück wenn ein Journalist über eine Meldung stolpert oder kann man sie gezielt angehen? Wenn ja, wie?» fragt Patrik Schädler. Man kann sie angehen – aber es darf nicht der Hauptkanal sein.

Auf unserer neuen Facebook-Seite haben wir die Beantwortung von Fragen versprochen. Patrick Schädler, Stv. Geschäftsführer und Marketingleiter bei Liechtenstein Tourismus, wagts als Erster. Die Antwort lautet – wie immer bei Experten: Ja, aber.

Aber: Medieninfo erst in zweiter Linie über Social Media
Beginnen wir mit dem Aber: Twitter und Facebook wird von Medienschaffenden immer noch wesentlich zurückhaltender genutzt, als es der allgemeine Hype um diese Kommunikationsmittel vermuten lässt. Zahlen für die Schweiz liefert unsere Studie «Journalisten im Internet», präsentiert im Juli. Alle bernetblog-Artikel zur Studie über diesen Link.  Als Auszug diejenigen Internet-Angebote, die Schweizer Medienschaffende als «sehr wichtig» oder «wichtig» einstufen. Ja, die grau eingerahmten Angebote haben sich stark nach vorne bewegt – Soziale Netzwerke liegen aber noch am Ende der Hitparade.

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Schwartz PR hat diese Woche eine Studie (PDF) veröffentlicht, die 800 Medienschaffende aus der Schweiz, Österreich und Deutschland befragte. Fazit: Am liebsten hat die Mehrheit noch immer eine klassische E-Mail, Social Media News Release (oder wie immer man diese PR-Innovation benamst, siehe «Was ist eigentlich…») kennt kaum jemand.

Ja: Medien recherchieren auf Sozialen Plattformen
Trotzdem – Medien lassen sich über Facebook und Twitter erreichen. Dazu eine weitere Grafik aus unserer Studie (PDF kostenlos über bernet.ch/studien). Gefragt wurde dieses Frühjahr, geantwortet hat eine repräsentative Stichprobe für die ganze Schweiz. Die Nutzungsanteile dürften heute höher liegen.

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Basics im Griff, Abo anbieten, eventuell Filiale eröffnen
Daraus folgt aus unserer Sicht folgende Handlungsanleitung – für den Status Quo:

1. Grundlagen sichern: Eine Top-Website unterhalten mit einem separaten, immer aktuellen, gut durchsuchbaren Mediencorner. Mehr Tipps und Tricks dazu im Beitrag «Basics für den Mediencorner».

Damit ist schon viel geleistet. Und nur, wenn Sie das wirklich gut leisten, laufend ausbauen, dann können Sie weitergehen. Und dies nur dann, wenn Sie eine integrale Social Media Strategie entwickelt haben – anstatt einfach noch schnell ein paar Texte auf Facebook zu laden.

2. Abo für Twitter anbieten: Heute gehört zu den Auswahlmöglichkeiten neben E-Mail und RSS auch Twitter. Und zwar als dritte Priorität – denn diese Art der Abonnierung ist sehr flüchtig. Wenn die Medienschaffenden nicht schnell auf ihren Twitter-Strom blicken, ist Ihre Mitteilung schon wieder weg. Speisen Sie einfach immer einen Link mit Kurztext auf ein spezielles Medien-Twitterkonto ein, wenn ein neues Communiqué rausgeht.

3. Filiale auf Facebook eröffnen: Dieser letzte Schritt verlangt eine ganze Menge von Zusatzressourcen, überlegen Sie sich ihn gut. Macht es bei einer speziellen Kampagne Sinn? Erhöhen Sie die Glaubwürdigkeit Ihrer (sowieso unterhaltenen) Facebook-Seite, wenn Sie dort einen Reiter mit Medieninfos anfügen? Sind die Basics zu Ihrem Unternehmen schnell abrufbar und führen Links zurück auf Ihren Mediencorner?

Zum Abschluss eine letzte weiterführende Lektüre: Philipp Fabian hat eine Bachelor-Arbeit zu PR und Social Media geschrieben, die wir im April zusammengefassst haben.

LeWeb09: Was wäre, wenn Apple sozial wird?

leweb09_panel_networksAuf dem Panel sassen alle grossen Sozialen Netzwerke, von Facebook über Twitter bis MySpace. Apple fehlt an dieser Konferenz total – wann ist eine Plattform eine Plattform?

Diese Runde unter der Leitung von TechCrunch-Chef Michael Arrington erwartete ich mit Interesse: Da sassen Facebook, Ning (eine offene Plattform zum Aufbau eigener Netzwerke), LinkedIn (Berufsnetzwerk mit zunehmender Beliebtheit auch in Europa), Ustream (Videostreaming-Plattform), Six Apart (Blogging-Plattform die aus mir unklaren Gründen oben sass), MySpace und Twitter. Erwartet hatte ich interessante Anstösse über die weitere Ausrichtung von direkten Konkurrenten wie Facebook, MySpace und Twitter. Leider blieben die Fragen technisch, die Moderation wirkte aus dem Ärmel geschüttelt. Aus dem ganzen Live-Stream picke ich eine interessante Diskussion raus und spekuliere über eine Idee.

Walmart ist eine (soziale) Plattform, Apple auch
Der Erfolg vieler Social Web-Plattformen hängt ab von deren Zusammenarbiet mit Dritt-Entwicklern. Twitter pflegt die Entwickler-Gemeinde sehr intensiv, genauso Google. Facebook geniesst mit den vielen Änderungen ihrer Grundlagen einen etwas zweifelhaften Ruf. Und Apple springt sehr forsch um mit allen, die eine Applikation für iPhone oder iPod entwickeln wollen. Darin ist sich die Runde einig: Apples App Store ist so strategisch, dass man kuscht, um etwas dort reinzubringen. Und Apple ist so dominant, dass sie heute vor diesem Publikum auch gar nicht auftreten müssen.

Mike Jones, Chief Operating Officer von MySpace, ist nicht damit einverstanden, dass die Runde auch den Apple Store als Plattform bezeichnet. Denn da geschehe ja kein sozialer Austausch. Ethan Beard, Chef des Facebook Develober Network, sieht Apple genauso als Plattform wie eine Filiale des US-Detailhändlers Walmart. Wer etwas verkaufen will, der wird sich dorthin bewegen, wo die Konsumenten sind.

Was, wenn Apple sozialer würde?
Nun springt ja Apple auch eher monopolistisch um mit den Konsumenten: Musik austauschen geht nicht. Dafür gibts auch kein Bezahlmodell. Es gibt keinen Dialog untern den unzähligen iTunes-Besucher/innen, kein Weiterempfehlen von Inhalten, Kommentieren, Chatten.

Wie wärs, wenn Apple die Community mit Austausch-Funktionen stärker an sich binden würde?

Eingeloggt sind wir ja eh schon alle. Noch eine Plattform mehr? Oder ist es auch für Apple schlauer, wenn sie sich für solche Funktionen an den grossen Plattformen anhängen? Mashable hat kürzlich über eine Verbindung von iTunes zu Facebook spekuliert.

Die Aussage von Ethan Beard als Video – noch hat meine G11 das Videozoom-Scharfstellen nicht wirklich im Griff.

Rail Service: Inoffizieller öV-Twitterdienst

Social Media Gipfeli

Die Rail Service Tweets überzeugen selbst Skeptiker von der Nützlichkeit des Twitterns. Den professionell gemachten Dienst betreiben drei junge öV-Profis/-Freaks in Eigenregie.

Am Social Media Gipfel  vom 2. Dezember standen sich Chris Leduc, einer der drei Initianten, und  Patrick Comboeuf, Director E-Business SBB, zum ersten Mal gegenüber.

Den öV-Nutzenden unter den Anwesenden musste Christian Leduc den Service nicht lange erklären. Der Nutzen ist offensichtlich: Wer im Zug von einer Unbill betroffen ist oder wissen will, wo man im ICN Strom fürs Laptop findet, postet einen Tweet. Kurz darauf kommt die 140-Zeichen-Antwort. Nachfragen ist selbstverständlich möglich. Nico Luchsinger hat den Service auf seinem BetaBlog bereits gut beschrieben.

Patrick Combeuf, Chris Leduc, Peter Hogenkamp

Gespannt waren die Teilnehmenden auf das erste Zusammentreffen von Chris Leduc und Patrick Comboeuf, Direktor E-Business SBB. Entgegen meinen Erwartungen zeigte sich Patrick Comboeuf begeistert vom unabhängigen Rail Service-Twitterdienst. Er vertritt damit aber seine persönliche Meinung. Die offiziellen SBB haben im Moment (noch) kein Interesse, sondern vor allem ein Problem mit der Benutzung ihrer Logos durch die Twitterer. Zugegeben, Gleis 7 ist nicht ganz geglückt.

Twitter-Logos GA, Halbtax, Gleis 7, Rail Service

Warum kommunizieren die SBB ihre Störungsmeldungen eigentlich nicht auch auf  Twitter?  Für das interaktive Element müsste dann der Kundendienst in Brig sorgen. Ein Tweet ist auf jeden Fall schneller geschrieben, als eine telefonische Anfrage beantwortet. Und die Reichweite ist erst noch grösser. Liegt es daran, dass die Rail Service-Nummern kosten, Twittern an sich aber gratis ist?

Ich bin gespannt, ob und wer bei Rail Service in einem oder zwei Jahren zwitschert. Wie die Tweets heute aussehen, zeigt die Präsentation von Chris Leduc.

Hintergründe zum Zusammentreffen, von Peter Hogenkamp auf blogwerk
Weitere bernetblog-Beiträge zum ersten Gipfel:
Facebook: Franky Slow Down als Kampagnenbeschleuniger
Social Media Gipfel 01: Impressionen, Idee, Initianten

Bernet_PR auf Facebook: Wie man Inhalte gestaltet

bernet_pr_facebookWer sich für einen Facebook-Auftritt entscheidet, steht vor der Frage: Womit? Wie sind Inhalte zu konzipieren? Hier unsere Antworten aus dem Praxisbeispiel Bernet_PR.

Letzte Woche habe ich Pro und Contra Facebook durchleuchtet. Wir haben uns schliesslich für den Bau und Unterhalt einer weiteren Inhalts-Plattform entschieden – auf www.facebook.com/bernetpr. Im erwähnten Beitrag habe ich die Ziele und Zielgruppen geschildert – wie spiegeln sich diese Vorgaben in unseren Inhalten?

Fokus Wissen bleibt erhalten
Ihre Webpräsenz folgt bestimmt mediengerecht Ihrer Positionierung. Auch der Facebook-Auftritt Ihres Unternehmens oder der Kampagne verfolgt diese Absicht. Angepasst auf die hier präsenten Zielgruppen und deren Verhalten, Erwartungen, Vorlieben.

Bernet_PR will wirksame, kreative und herzliche Kommunikation leisten. Gerade auch im Web legen wir seit 1996 grosses Gewicht auf den medientypischen Dialog. Also haben wir nur am Rande die wichtigsten Fakten zur Agentur eingebaut. Wichtiger waren das Angebot von kostenlosem Wissen und eine interaktive Zitat-Datenbank, sozusagen eine Vorwegnahme von Wikiquote. Später kamen der Anstoss-Newsletter dazu und dieser Blog.

Facebook ist in unserem Falle eine Informations- und Austauschfiliale für Inhalte, die auch auf unserer Website, im Blog, auf Twitter oder Delicious vermittelt werden können. Deshalb ist es nur konsequent, auf einer Facebook-Seite ebenfalls auf Wissensaustausch zu setzen.

Sitemap unter erschwerten Bedingungen: Facebook-Dramaturgie
Sie wissen, was Sie auf Facebook schreiben wollen. Wie platzieren Sie diese Inhalte? Was Sie schreiben und wie Sie das platzieren, muss auf Facebook sehr speziellen Herausforderungen gehorchen.

Ziemlich starres Layout mit einigen Wahlmöglichkeiten: Die linke Spalte ist (ausser bei den selbst programmierten FBML-Seiten, mehr darüber weiter unten) in der Reihenfolge der Elemente und ihrer Gestaltung von Facebook vorgegeben. Sie können Ihre Fans nicht ausblenden oder nur deren Namen ohne Fotos zeigen lassen. Sie können diese Box auch nicht weiter nach unten schieben. Die rechte Spalte gehört ebenfalls Facebook, hier wird Werbung gezeigt, deren Schaltung sie nicht beeinflussen können.

Schwieriger Umgang mit Reitern: In der mittleren Spalte folgt Ihr Inhalt. Der lässt sich in Kapitel aufteilen, mit diesen grauen Reitern. Wir haben uns für sechs Entschieden. Die sieht man grad noch, sonst müsste man auf einen Reiter mit  >> klicken. Die beiden ersten Reiter «Pinnwand» und «Info» sind von Facebook in deren Benamsung, Reihenfolge und Gestaltung vorgegeben.

fb_reiter_bernetpr

Auf dem Reiter «Info» sind die Basisinfos zu Agentur und Leistungen, «Veranstaltungen» ist ebenfalls von Facebook vorgegeben und wir erfassen jeweils die nächsten Termine. «YouTube» und «Flickr» haben wir mit Gratismodulen von involver.com gelöst. Dieses Unternehmen besetzt ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell: Das mühsame Programmieren von Faceook-Seiten wird einem abgenommen. Bloss ist das mit monatlichen USD 99 zu teuer. Zwei Module kann man sich gratis rauspicken – wobei man natürlich abhängig ist von den standardisierten involver-Möglichkeiten. Für uns waren sie besser als die standardisierte Facebook-Seiten-Einbindung.

«Wissen» als einmalige Willkommens-Seite: Man kann eigene Seiten gestalten, in der «Facebook Markup Language» oder «FBML». Das sei einfach, meinen die einen. Wir habens den Profis von Serranetga überlassen.

Diese Seite sieht man automatisch nur beim ersten Besuch auf Bernet_PR, sobald man Fan ist, landet man auf unserer Pinnwand – so bestimmt das Facebook. Die Erstbesuchs-Seite darf man als Anbieter wählen. Auf «Wissen» ist unsere Positonierung umgesetzt:

fb_startseite_wissen_bernetpr

Achtung: Ihre Zielgruppen sind auf deren Pinnwand zu Hause
Das heisst, dass sie eigentlich nur bei einem ersten Aufstöbern über die Suche, eine Empfehlung, eine Einladung oder das Klicken auf ein Facebook-Inserat auf Ihrer liebevoll gestalteten Facebook-Seite landen.

Danach läuft alles, wenn überhaupt etwas läuft, über die geliebte Pinnwand. Da bin ich, da sind Ihre Zielgruppen auf Facebook «zu Hause». Inhalte von Freund/innen, abonnierten Gruppen oder als Fan aktivierten Seiten werden auf diese Pinnwand überspielt. Das heisst: Nur, wenn hier was Interessantes, für mich gerade Relevantes auftaucht, fühle ich mich positiv angesprochen. Vielleicht reagiere ich sogar: Besuche die angekündigte Veranstaltungs-Seite, aktiviere den Link, schreibe einen Kommentar oder setze ein Häkchen bei «Gefällt mir». Das heisst auch: Wenn mir hier zuviel und nichts Attraktives eingespielt wird, dann kündige ich mein Abo, melde mich als Fan ab, will nicht mehr Freund einer Person sein.

Die Kunst liegt darin, den richtigen Ton zu finden. Und die richtige Frequenz. Deshalb haben wir bewusst auf ein automatischen Einspielen von Twitter-Meldungen auf unserer Pinnwand verzichtet – sie liegen in der Wissen-Seite und lassen so die Pinnwände unserer Fans in Ruhe.

Monitoring nicht vergessen – und den Dialog pflegen
Leider gibt es noch keine automatische Mitteilung von Facebook, wenn jemand auf Ihrer Seite einen Kommentar absetzt, einen Link oder sonst etwas erfasst. Und Monitoring-Lösungen scheinen uns noch zu teuer oder mangelhaft. Also haben wir auf zwei Arbeitsplätzen die Bernet_PR-Seite als Startseite gesetzt und sichern so ein tägliches Reinschauen.

Zum Reinschauen gehört auch ein aktives Setzen von interessanten Inhalten. Ein besonderer Link, ein kurzes Video. Eine Frage, die gestellt wurde, samt Link oder Text zur Antwort. Da werden wir in den nächsten Monaten noch viel lernen. Durch Ausprobieren und Zuhören.

Social Media Gipfel: Erstbesteigung mit bfu und SBB

nurknopfAm 2. Dezember gibts Social Media-Praxis zum Frühstück – mitten in Zürich. Mit bfu-Facebook- und SBB-Twitter-Erfahrung aus erster Hand. Ausverkauft: Unten eintragen für nächste Termine!

Geht es Ihnen wie mir? Sie arbeiten an einem Blog-, Facebook- oder Twitter-Projekt und fragen sich: Wie geht das? Wie machen das andere? Beispiele gibts ja genug, nur spielen sich die irgendwo in den fernen USA ab. Was läuft in der Schweiz?

Das wollte ich schon immer mal wissen. Und weil ich mit Bernet_PR schon seit 1995 Wissen auf dem Web teile, gibts jetzt den Social Media Gipfel. Zum erstenmal am 2. Dezember, von 07.30 bis 09.00 Uhr. Mein Kletterpartner auf dieser Erstbesteigung ist Peter Hogenkamp – alleine hätte ich es nicht gewagt. Denn das Ganze ist keine kommerzielle Sache, wir beide stemmen das so nebenbei. Und mit Peter machts einfach Spass. Wer erklimmt mit uns die Fredy-Hiestand-Gipfeli aus dem NZZ Bistro beim Bahnhof Stadelhofen? Das Programm:

07.30 – 08.00
Facebook: Ganz schnell auf 4′000 Fans – mit Jacky Slowdown.
David Schärer, Partner der Werbeagentur ROD, zeigt die Erkenntnisse aus der aktuellen Slow-Down-Kampagne für bfu und SVV. facebook.com/SlowDown.TakeItEasy

08.00 – 08.30
Twitter: RailService zeigt, wie man Kunden ernst nimmt.
Die beste Schweizer Twitter-Lösung ist das Werk freiwilliger Mitarbeiter – was sagt die SBB dazu? Chris Leduc, Initiant, und Patrick Comboeuf, Director E-Business, begegnen sich bei uns zum ersten Mal. twitter.com/railservice

08.30 – 09.00
Praxisaustausch, Schlusspunkt, Gipfelrast.
Wer kann, bleibt länger.

Die Inhalte werden auf netzwertig.com und natürlich hier im bernetblog zusammengefasst. Als zentrale Website für diese Soziale Kooperation von Peter und mir funktioniert www.socialmediagipfel.ch – als Hashtag #smgzh.

Anmeldung
Mussten wir heute, 19. November rausnehmen – leider schon ausgebucht. Tragen Sie sich für spätere Anlässe (Februar, April, Juni 2010) ein, wir werden Sie frühzeitig informieren:


Sie haben am 2. Dezember keine Zeit? Tragen Sie sich in unseren Newsletter ein, um über kommende Termine informiert zu sein:

E-Mail*:
Vorname:
Name:

Twitter-Tipps: So macht man ein Konzept – britische Vorlage

TwitterDie beste Vorlage für ein Twitter-Konzept liefert Neil Williams. Und sie ist nicht nur für Regierungs-Tweets vorbildlich strukturiert.

Denn Neil ist Leiter der «Corporate Digital Channels» im Ministerium für Business, Innovation und Skills BIS. Und er bloggt privat auf Mission Creep mit dem schönen Slogan «Trying to do too much at once». Den Blog habe ich mir abonniert – denn Neil schreibt witzig, klar und teilt sein Wissen grosszügig. So ist denn auch die hier vorgestellte Vorlage auf verschiedenen Plattformen runterzuladen (hier ein direkter PDF-Link) – natürlich auch über Scribd.

Die Vorlage ist so verfasst, dass andere Abteilungen der britischen Regierung sie für ihre Twitter-Vorhaben einsetzen können. Ich empfehle Nicht-Regierungs-Organisationen und Nicht-Brit/innen ein ähnliches Vorgehen: Durchlesen und dadurch interessante Anstösse für die eigene Rahmendefinition mitnehmen. Wieso?

1. Klare Struktur
Gute Konzepte zeichnen sich immer durch einen klaren Ablauf aus. Diese Vorlage liefert die Kapitel für ein stringentes Papier, das verstanden wird und alles Wesentliche klärt. Vielleicht wählen Sie diese Kapitel – vielleicht mixen Sie Neils Idee auch mit den Kapitel-Vorschlägen aus unserem Twitter-Leitfaden. Oder Sie gucken sich wieder mal unser Konzeptrezept an, für Projektpapiere aller Art.

2. Gut gemachte Zielsetzungen samt Erfolgskontrolle
Kapitel 3 «Objectives and metrics» ist erste Sahne. Solche Konzepte würde ich gerne mehr lesen: Klare Zielsetzungen, jeweils verbunden mit der Messmethode. Zahlen sind selbst einzusetzen.

3. Strategie-Teil mit Risiko-Liste abgefangen
Schön dargestellt sind im Kapitel 4 die mit einem Twitter-Einstieg verbundenen Risiken – nicht nur für Regierungsstellen. Und mit welchen Massnahmen man diese Risiken eindämmen, überwachen kann.

4. Praktisches Beispiel für Positionierung, Tonalität
Hier wirds wirklich schön: Endlich kann man mal ganz praktisch lesen, wie ein inhaltliches Konzept eines konkreten Absender aussieht. Wer die Texte zu Namensgebung, Absender, benötigter Zeit und inhaltlichen Prinzipien liest, erhält interessante Eckwerte. Nicht einverstanden bin ich mit der Anonymisierung der Tweets – sie werden «behördlich» abgesetzt – passt für mich nicht zu Twitter.

5. Nicht mehr als 10 pro Tag
Interessant: Maximal 10 Tweets pro Tag, mindestens 30 Minuten Intervalle dazwischen, damit Follower nicht geflutet werden. Mit Ausnahmen für Antworten oder Krisensituationen.

6. Ressourcen geklärt: Mindestens eine Stunde pro Tag
Eine Stunde pro Tag ist realistisch – ohne Konzeption und laufende Evaluation. Da sieht die Vorlage einen Tag alle drei Monate, was aus meiner Sicht aber mit mindestens vier Personen multipliziert werden muss. Sehr spannend ist hier die Seite 18, Beilage C: so viel Zeit setzen ein fürs Twittern:

  • Premier (Downingstreet): 20 Minuten/Tag, 2-3 Tweets/Tag plus etwa 3 Antworten/Tag
  • Ausenministerium (Foreign Office): Weniger als 45 Minuten/Tag
  • Communities und Lokale Behörden (Communities UK): 45 bis 60 Minuten/Tag
  • Digital Policy: 5 bis 10 Minuten/Tag
  • Wirtschaftsförderung (UK Trade & Investment): 5 Minuten bis 2 Stunden/Tag für Twitter und LinkedIN, inklusive Aktives Aufstöbern von relevanten Diskussionen

7. Umgang mit Abonnenten: Automatisches Rück-Followen
Als Regierungsbehörde will man niemanden aktive followen, von sich aus. Das könnte als «Big Brother»-Beobachtung negativ ankommen. Aber alle, die einem Regierungstweet folgen, werden von der Amtsstelle automatisch zurückverfolgt. Weil das zur Twitter-Etikette gehöre. Und man automatisiert das, weils händisch eben zu aufwändig ist. Natürlich sorgt man damit auch für einen stetig wachsenden Strom von Followern – mehr zu diesem Thema im Twitter-Tipp «Wie erreicht man Follower».

8. Praxistipps zu Hashtags, Linkkürzeln, Re-Tweeting und Promotion
Alles da. Einfach erklärt. Einfach zu ergänzen oder auszulassen, je nachdem wofür man sich bei seinem Konzept entscheidet.

Wer mag sein Twitter-Konzept mit dem bernetblog teilen? A propos: Am 2. Dezember, 0730 in Zürich, wird man live eines erleben können. Mehr darüber bald an dieser Stelle.



Twitter-Tipps: Wie erreicht man Follower?

twitter_voegel_grosskleinWer zwitschert, der will gelesen werden. Für den Weg zu möglichst vielen Followern gibts eine ganze Kiste voll unglaublicher Tricks.  Robert J. Moore hat auch die fiesesten davon getestet.

Die Frage stellt sich bei allen Anwendungen des Social Web: Wollen Sie möglichst viele oder möglichst relevante Kontakte? Wer ganz oben stehen will auf den Hitparaden, die es natürlich auch für Twitterer gibt, der will möglichst hohe Zahlen. Bei den deutschen Twittercharts gehts los mit 66′000 Followern, Philip Hetjens versucht bei seinem Pilotprojekt die Swiss Twittercharts mit einem Algorhythmus etwas schlauer zu machen – so, dass nicht nur die Follower alleine zählen.

Die Lebenskurve der Follower-Statistik
Ich selbst stehe mit 474 Abonnenten noch ganz am Anfang der unten dargestellten Dynamik. Bei den ersten Tausend folgt ein Plateau, das man nur mit inhaltlich glaubwürdigen Posts überwindet – und dem Gewinn eines Promi- oder Guru-Status. Meint Robert J. Moore aufgrund seiner Analysen für die USA. Moore verbindet praktische Tipps mit einer detaillierten Analyse. Und das ist auch sein Hauptgeschäft – RJMetrics verkauft Anwendungen für die schnelle Analyse grosser Datenbestände.

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Erster Schritt: Gute Twitterer auslesen und followen
Jede Twitter-Karriere beginnt mit intelligent ausgewähltem Verfolgen von anderen. Dabei lese ich mir Personen aus, die an meinen Tweets interessiert sein könnten. Weil sie in Zürich zu Hause sind, in der Schweiz. Oder weil sie sich für Medien, Kommunikation, PR interessieren dürften. Oder mich schon persönlich kennen. Die Basis aller weiteren Erfolge legt man mit den ersten Followern. Und die holt man sich am besten bei den Personen, die einen bereits kennen.

Ein schlechter Trick: Folge mir, dann folge ich dir
Es gibt einen interessanten Automatismus bei Twitter, der schamlos genutzt wird: Folge vielen, dann folgen dir viele. Man kann das sogar mit Hilfsprogrammen automatisieren: Jeder neue Follower wird automatisch gegen-abonniert. Drum schaue ich mir immer an, wie das Verhältnis von Followers zu Following, also Abonnenten und selbst abonnierten Tweets aussieht. Das ist dann für mich einer der Faktoren, um die Autorität des Absenders zu beurteilen. Lebt er oder sie vor allem von automatischen Followern? Oder von bewussten Abonnenten?

Echter Dialog braucht Zeit
Moore unterscheidet FreeFollowers (bewusste, freiwillige Abonnenten) und ReFollowers (automatische Abonnenten). Er hat drei Twitter-Tipps und sieben Twitter-Anwendungen beschrieben und vergleicht die dafür eingesetzte Zeit oder dabei entstandene Kosten – hier die Auswertung:

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Zwölf Minuten setzte Moore ein für jeden freiwilligen Follower mit Topical Tweets – das heisst mit Beiträgen zu aktuellen Themen samt gängigem Hashtag (mit dem #-Zeichen versehene Schlagworte im Tweet, siehe Twitter-Leitfaden). Denn nach solchen Hashtags wird in Twitter-Suchmaschinen gesucht, so finden Personen zu den eigenen Tweets, die wirklich an diesen Themen interessiert sind. Auch hier gilt: Kurzfristig kann ich meine Follower massiv erhöhen, wenn ich über ein News-Thema schreibe. Bloss: Passt dieses Thema auch wirklich in mein redaktionelles Konzept? Langfristig wird diese Frage entscheidend sein.

Sieben Minuten investierte Moore durchschnittlich, bis sich jemand aufgrund von direkten @-Tweets bei ihm als Follower registrierte. Und zehn Minuten dauerte es bei Posts über gerade aktuelle Promis. Na ja, die passen überhaupt nicht in mein Twitter-Konzept. Okay, vielleicht müsste ich mehr über Steve Jobs schreiben?

Schlaue Programme mit schlechter Absicht
Auf den nächsten Positionen folgen interessante Twitter-Anwendungen. Wer die Beschreibungen liest, lernt Interessantes – deshalb hier nochmals der Artikel-Link. Ich staune über die Möglichkeiten, Twitter-Konti nach Stichworten automatisch in Hunderterblöcken zu abonnieren, sie ebenso automatisch nach sieben Tagen wieder raus zu werfen, falls sie mich nicht rück-abonnieren. Oder andere Tricks, die aus meiner Sicht schlussendlich nichts bringen. Ausser eine hohe Follower-Zahl. Und irgendwann ein völlig verkorkstes Twitter-Universum, wo sich alle gegenseitig automatisch oder gegen Bezahlung abonnieren. Aber die Abos eben gar nichts aussagen.

Twitter Community Schweiz: Viel Bewegung on- und offline

TwitterEs ist Zeit, hier wieder einmal eine Lanze zu brechen für die sympathische Schweizer Twitter-Community (gibt es DIE Schweizer Twitter-Community?). Da ist nämlich einiges an Bewegung drin. Ein Team rund um Pixelfreund organisiert beispielsweise noch im Oktober einen exklusiven Sportevent…

Als aktiver Mitleser und lernender Zwitscherer begegnen mir die engagiertesten Schweizer Twitterer immer wieder. Und sie sind innovativ: organisieren TwitterBier (zum Beispiel eine Oktoberfest-Version), ein Trashgolf-Turnier im Bündnerland oder – ganz saisonbewusst – ein #twildessen (10.11., mehr dazu folgt hier). Den Coup landet aber im Moment unser Pixelfreund (sein Gast-bernetblog-Beitrag erschien hier kürzlich). Am 24. Oktober (12h – 18h) veranstaltet er im wiederauferstandenen Mysterypark in Interlaken das…

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(Bildquelle: Mysterypark/pixelfreund.ch)

Charmant an dieser Idee ist die Kombination: Segways sind diese drolligen Zweirad-Steh-Fahrzeuge (Google-Bilder) die man sich einfach partout nicht im Alltagsgebrauch vorstellen kann. Und Laubbläser (dito) sind laut, offenbar gesundheitsgefährdend und aus dem Alltag von Hausmeistern (s. YouTube-Film, via Pixelfreund) und Stadtreinigern nicht mehr wegzudenken. Leider. Aber die Verbindung tönt nach Spass. Und hätte ich am 24.10. nicht schon eine Verpflichtung – ich wär glatt dabei als Fan (die Mitspielerplätze waren ratzfatz weg).

Die Organisatoren nennen das «gelebtes Crowdsourcing». Beeindruckend ist für den PR-Menschen tatsächlich, wie in kürzester Zeit etwas (was auch immer) online entstehen kann und offline dann – dezentral und vernetzt – organisiert wird. Und für einige Beteiligte (namentlich Mysterypark, Segway, Stihl-Laubbläser) könnte das doch sogar zu einem ganz netten «viralen» Effekt führen.

Das «SSLP» ist natürlich vorbildlich und integriert vertreten in den Social Media:
bei Facebook, Flickr und Twitter

Lieblings-Mashup: Wie viel Poesie verträgt Twitter?

TwitterÜber den Blog netzwertig.com bin ich auf die Poesie von Twitter aufmerksam geworden. Twyric ist ein kleines Mashup, das die poetische Seite von Twitter erkundet.

Die Internetseite Twyric (Twitter + Lyric = Twyric) sammelt Tweets, die mit Hashtags wie #gedicht, #haiku, #lyric, #limerick, #poem, #poesie versehen sind. Kombiniert werden die Tweets frei assoziativ mit Fotos von Flickr. Die Idee dahinter gefällt mir gut. Sei es für poetische Momente während der Arbeit – für mehr Poesie als 140 Zeichen reicht die Zeit häufig nicht – oder um das Englisch aufzufrischen. Zwar sind die lyrischen Tweets theoretisch in allen Sprachen denkbar, aber Englisch ist mit wenigen Ausnahmen die Lingua franca. Die Geschwindigkeit der Tweet- und Bildwechsel kann gesteuert werden. Und die Poesie lässt sich auch als Screensaver einrichten.

Seltene Perlen
Längst nicht jeder Beitrag ist wahre Lyrik, vieles nicht einmal ansatzweise lyrisch. Aber das Auffinden versteckter Perlen – gerade in der Kombination mit den Fotos von Flickr – macht umso mehr Freude. Aufgefallen sind mir diese Kurzgedichte:

Cold rainy morning
Sparrows splash in shallow puddle
I put on sweater

The shallow waters
Of a mediocre life
Never make a wave.

Morgensonne
Ein Tag bittet um Einlass
Der Abend wartet schon.

Genau. Der Abend wartet schon, darum bleibt auch keine Zeit für eigene Einträge ins Poesiebuch – zum Vorteil der Leserschaft, glauben Sie mir.

Twitter-Leitfaden: Tipps für Tester und Profis

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Ist Twitter relevant? Ja, als Teil einer Online-Gesamtstrategie. Finden Sie es selbst raus – unser neuer Leitfaden unterstützt Ihre erste Probefahrt und bringt Optimierungs-Ideen für erfahrene Microblogger.

Heute schalten wir auf unserer grossen Know-how-Plattform www.bernet.ch/wissen eine neue Gratis-Checklist auf: «Gern gelesenes Gezwitscher – Leitfaden Corporate Twittering» ist 23 Seiten kurz und dient als schnelle Einstiegs- und Optimierungshilfe. Eine noch stärker verdichtete Kurzversion bietet unser Anstoss-Newsletter «Twitter fürs Geschäft: Entscheidung, Umsetzung, Leitfaden».

Cross-Publishing auf Scribd
Zum erstenmal veröffentlichen wir eine unserer Publikationen gleichzeitig auf Scribd. Aus den vielen Möglichkeiten von Sozialen Dokument-Plattformen haben wir uns für diese Option entschieden. Hier haben wir übrigens den Konkurrenten issuu beschrieben – auch dort ist der Leitfaden mal geladen – mir erscheint die Plattform aber eher für Magazine geeignet.

Innert 24 Stunden seit dem Scribd-Upload waren bereits über 600 Interessenten auf dem Dokument zu Besuch, 25 haben es auf ihre Festplatte geholt. Wir hatten die Existenz dieses Files noch gar nicht kommuniziert. Dank Scribd können Sie auch gleich hier im bernetblog durch die vielen Anstösse spazieren (das Symbol rechts aussen im Titelbalken startet die Bildschirm-Vollansicht, blättern klappt mit ->).

Relevant? Monitoring muss sein.
Macht es für Unternehmen, Organisationen, Kampagnen Sinn, mit 140-Zeichen-Info-Schnipseln um sich zu werfen? Die Zahl der Twitter-User wächst rasant, Webevangelisten.de meldet 220′000 deutschsprachige Accounts per August 09 und Nielsen USA misst 21 Millionen Unique Visitors pro Monat für Juni 09. Bernet_PR empfiehlt: Twitter unbedingt anschauen, ins Monitoring einbeziehen, nur zielgerichtet und fallweise in eine Gesamt-Dialog-Strategie einbauen.

Links:
Anstoss-Newsletter als Kürzestfassung
Ganzer Leitfaden als PDF-Download (auf Download klicken, Kreuz zu Copyright setzen, E-Mail angeben)

Journalisten im Internet: Wikipedia und Facebook legen zu

zeichen_schreibmasch1Wikipedia ist für Schweizer Medienschaffende wichtiger als Web-Seiten von Unternehmen und Organisationen. Und Soziale Netzwerke sind wichtiger als Blogs.

Dabei sind Soziale Netzerke wie Facebook wohl erst seit rund einem Jahr ein wirklich ernst zu nehmender Faktor im Medien- und Newsbereich hier in Europa.

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Beide markierten Internet-Angebote wurden mit der aktuellen Studie erstmals abgefragt. Dass sich Wikipedia gleich vor die Unternehmens-Seiten setzt, hat uns überrascht. Doch als Quelle für die schnelle Abklärung von Jahreszahlen, Namen, Fakten bietet das Online-Lexikon unschlagbare Vorteile. Verwaltungs-Seiten wie admin.ch behaupten ihren Wichtigkeitsrang als Anlaufstelle für relevante Infos. Kleine Anteile der Mehrfachnennungen erhalten die Web 2.0-Anwendungen am Schluss der Rangliste – hier hakt die Studie mit einer Zusatzfrage nach:

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Wenn der Fragefokus auf den spezifischen Web 2.0-Anwendungen liegt, steigt deren Wichtigkeit: Mehr als die Hälfte der Schweizer Journalistinnen und Journalisten gibt an, YouTube sei für ihre Arbeit wichtig oder sehr wichtig. Und rund zwei Fünftel setzen auf Facebook oder Podcasts, ein Drittel auf Blogs – deren Kurz-Variante Twitter findet kaum Beachtung. Wie werden die Web 2.0-Möglichkeiten journalistisch genutzt? Hier eine Auswertung der Frage nach Video-Plattformen und Sozialen Netzwerken:

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Ein Fünftel findet Artikel-Ideen oder will Trends aufspüren, auf beiden Plattformen mit denselben Anteilen. Video-Plattformen wie YouTube sind für Zusatzinformationen sehr beliebt neue Perspektiven findet man auf beiden Plätzen.

Pendenzen für Online-Medienarbeiter: Sind die Wikipedia-Inhalte Ihrer Organisation aktuell? Pflegen Sie einen YouTube-Channel mit Ihren Video-Inhalten – oder sind diese nur auf der eigenen Website abgelegt? Schauen Sie sich hie und da wenigstens um auf Facebook?

Alle Blogbeiträge zur Studie «Journalisten im Internet»
Studien-Download, Kurzfassung-Newsletter

Journalisten im Internet: Acht Tipps für Online PR

zeichen_schreibmasch1Medienschaffende setzen aufs Internet – und finden Inhalte vorwiegend über Suchmaschinen. Acht schnelle Tipps, wie Sie Ihre Medienmitteilungen auf Google besser positionieren.

Unsere Studie «Journalisten im Internet» zeigt repräsentativ für Schweizer Medienschaffende: Das Internet ist Arbeitsinstrument Nummer eins, vor dem persönlichen Gespräch und den Tageszeitungen. Und Suchmaschinen sind mit E-Mail das wichtigste Online-Arbeitsinstrument, mit 99.8 Prozent der Nennungen für Google – alle Grafiken dazu im Beitrag «Was Google nicht findet, gibts nicht».

Sind Ihre Medieninhalte gelistet?
Damit dürfen Sie als PR-Profi annehmen, dass Google über Ihr Auftauchen im Rahmen von journalistischen Recherchen entscheidet. Sind Ihre Medienmitteilungen sichtbar? Was geschieht, wenn Sie bei Google «Name_meiner_Organisation» eintippen mit «Cash Flow», «Medienmitteilung», «Jahresbericht» oder «Geschäftsleitung»? Schön, wenn die entsprechenden Inhalte auftauchen. Noch besser, wenn die Top-Suchresultate auch direkt in Ihren Mediencorner verweisen.

Fazit: Suchmaschinenoptimierung für den Mediencorner
Google und andere Suchmaschinen priorisieren Inhalte, die aktuell sind, passende Adressen haben, die richtigen Worte enthalten und stark verlinkt sind. Das heisst für Ihre Online-Medienarbeit:

Medienmitteilungen

  1. mit aussagestarken Titeln versehen
  2. im Text die relevanten Schlüsselworte zu verwenden (ohne Tricks)
  3. diese sofort Online schalten, in HTML (verlinkt mit Ihrem E-Mailversand)
  4. ohne Passwort, für alle zugänglich (auch für Suchmaschinen)

Mediencorner so gestalten, dass

  1. Mitteilungen direkt adressiert sind (nicht hinter Flash versteckt)
  2. die Adresse den Titel der Mitteilung enthält (wie bei Blogs)
  3. das Beifügen von Schlagworten möglich ist
  4. Mitteilungen per Klick verlinkt werden können (Blog, Facebook, Twitter)

Soweit das Wichtigste – gibts Ergänzungen?

Weitere Inputs zum Online-Mediencorner und Schlüsse finden Sie hier
Journalisten im Internet: E-Mail im Vormarsch

Journalisten im Internet: Studie präsentiert
Artikelübersicht zu Mediencorner und Online PR

Newsablauf Online bis Print: Übersicht

velorotschnellWo entstehen News? Wie verändert sich dieser Ablauf durch Online Medien und Soziale Netzwerke. Versuch einer Übersicht, Version 2.

Mitten in den Recherchen für eine neue Twitter-Checklist (im September kommt sie raus, wer dann eine Mail-Benachrichtigung will, in der rechten Blogspalte voranmelden) wollte ich diese Grafik anpassen. Das erstemal war sie zu sehen am Ende des Beitrags «Soziale Medien, die neuen Newslieferanten?».

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Das erste Foto auf Twitter
Sie ist der Versuch einer Übersicht, schematisch, vereinfacht: Wo entstehen News? Von der vielzitierten Landung im Hudson war zuerst auf Twitter zu lesen. Sofortnachrichten, von Handys abgesetzt, sind ideal für die schnelle Weiterverbreitung. Egal, ob das nun auf Twitter oder mit Facebook-Meldungen geschieht.

Lieber schnell als richtig
Und weils schnell geht, sind die beiden Dienste auch oberflächlich. Falschmeldungen gehören zur Realität. Lieber mal schnell was reinhauen und «dabei sein», als Inhalte zu überprüfen – dazu auch die Süddeutsche in «Gezwitscher ohne Fakten». Das gilt ganz besonders auch für die zahlreichen Re-Tweets und Weiterleitungen von Falschmeldungen.

Neu habe ich auf der Zeitachse die Online-Medien vor die Blogs gesetzt. Weil die hier zitierte Studie zum letzten US-Wahlkampf gezeigt hat, dass die Online-Medien in der Regel einen Zwei-Stunden-Vorsprung auf Weblogs hatten. Das wird so lange noch gelten, wie Online-Medien näher an den meisten offiziellen Informationsquellen sitzen. Und in fünf Jahren wird diese Unterscheidung wohl immer weniger gemacht: qualitativ gute Blogs setzen sich als Online-Medien durch, heissen nicht mehr Blogs.

Stirbt das Einordnen aus?
Online-Medien und Blogs stehen aufgrund des hohen Aktualitätsdrucks so halb zwischen oberflächlich und vertieft. Erstens können sie Informationen oft erst später gegenchecken und in der Regel bleibt keine Zeit für vertiefte Zusatzrecherchen. Ich weiss: Auch die Tages- und Wochenpresse steht unter Zeitdruck, Stellen werden gestrichen, die  Redaktorinnen auf unabhängiger Recherche sterben langsam aus. Trotzdem liegt ihre einzige Chance in der Zusatzinfo, dem ersten Interview vor Ort, einer besser gemachten Grafik, dem Einordnen des am Vortag online gelesenen.

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