Marcel Bernet | 21.01.2010

Facebook – muss das sein? Schweizer Reichweiten im Vergleich.

facebook_chFacebook erreicht 1.8 Millionen, das Schweizer Fernsehen 2.5 Millionen.  Was bringt dieser Vergleich und muss man als Organisation Facebook einsetzen?

Der Beitrag «Facebook User Schweiz: Zahlen für 2009» zeigt die Entwicklung von Facebook bezüglich Nutzer, Nutzung, Geschlecht, Sprachen und Alter. In welchem Verhältnis stehen diese Zahlen aus der Sicht von Werbung, Marketing, PR?

Facebook ist relevant
Wer sich überlegt, wo er ein Inserat schaltet, der fragt nach den Auflagen. Wie verhält sich die Zahl der aktiven Nutzer von Facebook zu den Reichweiten ausgewählter Medien? Das Schweizer Fernsehen gibt eine durchschnittliche Tages-Zuschauerzahl von 2.907 Mio an. Bei den Online-Medien fällt die Wahl auf den Tages-Anzeiger, NetMetrix zeigt im Dezember 1.407 Millionen Unique Clients. Als gedruckte Tageszeitung gibt schliesslich die NZZ gemäss Mach Basic 2009-2 315′000 Lesende an.

facebook_reichweiten_medien_schweiz2


Die Tageszeitung bleibt relevant

Hier vergleichen wir oberflächliche Zahlen. Sie messen nicht überall dasselbe – denn Fernseh-Reichweiten basieren auf Hochrechnungen, Unique Clients entsprechen nicht Usern. Hinter den Zahlen stehen weitere wesentliche Punkte: Erstens die Qualität der Interaktion und zweitens die Aufteilung der Gesamt-Reichweite nach soziodemografischen Merkmalen. Die durchschnittliche Verweildauer zum Beispiel liegt auf tagesanzeiger.ch bei 8 Minuten. Diese verbringen Nutzer aber mit einer anderen Intensität und Zielsetzung als die 20 Minuten auf Facebook.

Trotzdem: Organisationen, Unternehmen, Interessengruppen können Facebook nicht abtun als vernachlässigbares Online-Spielzeug. Soziale Netzwerke muss man sich anschauen. Genau so, wie die NZZ. Wen erreiche ich wo und wie?

Muss ich auf Facebook präsent sein? Ja, aber.
Dabei sein muss man heute zum Beobachten und Lernen. Der Schritt zu einer eigenen Seite oder zu Facebook-Inseraten will gut überlegt sein. Er macht Sinn, wenn Sie

  • eine starke, aktuelle, bereits dialogorientierte Website als Ausgangspunkt flankieren wollen
  • Inhalte bieten können, die in den Facebook-Kontext passen (hier wollen sich Benutzer austauschen, überrascht werden, sich involvieren)
  • über die Ressourcen verfügen für Aufbau, stete Aktualisierung und täglichen Dialog

Facebook-Engagements verlangen gute Ideen und ein hohes Engagement. Argumente dafür und dagegen samt Strategie-Beispiel im Beitrag «Was bringt ein Facebook-Auftritt?».

Übersicht aller bernetblog-Facebook-Tipps, samt diesem hier.

Marcel Bernet | 21.01.2010

Facebook User Schweiz: Zahlen für 2009

facebook_ch1.8 Millionen Schweizer sind auf Facebook registriert – je zur Hälfte Frauen und Männer. 40 Prozent davon sind älter als 30 Jahre, den grössten User-Anteil stellen die 20- bis 29-Jährigen. Die Verweildauer liegt bei 25 Minuten. Die Zahlen belegen die hohe Schweizer Reichweite von Facebook – wohin geht die Reise?

Bernet_PR präsentiert diese Auswertung in Zusammenarbeit mit dem Online-Dienstleister Serranetga, der die Daten bei Facebook abruft und aggregiert.

80 Prozent Wachstum, starke Nutzung
Insgesamt konnte die Facebook in der Schweiz erneut um 80 Prozent zulegen – gegenüber einer Vervierfachung der Zahlen im Vorjahr. Remo Prinz, Partner bei Serranetga und verantwortlich für verschiedene Facebook-Kampagnen, erwartet für 2010 ein entschleunigtes Wachstum: «Im letzten Quartal 2009 sahen wir Neu-Anmeldungen von rund 40′000 pro Monat oder 2.5 Prozent. Facebook wächst auf sehr hohem Niveau langsamer. Bei den Jüngeren ist durch die hohe Verbreitung eine Sättigung absehbar. Weiterhin zunehmen dürften Anmeldungen von über Dreissigjährigen.» Weltweit gab Facebook am 1. Dezember 350 Millionen User an. Die von Serranetga/Bernet_PR verwendeten Zahlen beschränken sich auf User, die ihr Konto in den letzten 30 Tagen aktiv genutzt haben.

Facebook gibt eine Schweizer Verweildauer von 25 Minuten an. Zum Vergleich: Die tägliche Mediennutzung für Zeitungen und Zeitschriften lag 2006 in der Schweiz bei 24 Minuten (Time Use Study im Jahresbericht 2006 von mediapulse/SRG). 56 Prozent der Benutzer sind täglich im Sozialen Netzwerk drin, 85 Prozent wöchentlich.

facebook schweiz user entwicklung 2008-09

Ende 2008 lag der Anteil der Frauen bei 53 Prozent, inzwischen haben die Männer aufgeholt: Die Anteile zeigen heute ein sehr ausgeglichenes Verhältnis von 49 Prozent weiblichen zu 51 Prozent männlichen Profilangaben. Die Aufteilung nach Sprachen zeigt 59 Prozent der Nutzung in deutscher Sprache, 22 Prozent französisch, 14 Prozent englisch und 5 Prozent italienisch.

Facebook Schweiz Geschlecht / Sprachen 2009

Jede Altersklasse in ihrer Beziehungswelt
Die weltweit grösste Soziale Plattform wird auch in der Schweiz sehr gemischt genutzt: Legt man die Grenze zwischen Jung und Alt bei 30 Jahren, so liegen 60 Prozent darunter und 40 Prozent darüber. Diese Anteile haben sich im vergangenen Jahr nur unwesentlich verschoben. Diese Durchmischung zeigt mir, dass sich die sehr unterschiedlichen Altersgruppen eigene Beziehungswelten schaffen – und sich trotz der Durchmischung nicht in eigene Nischen zurückziehen. Die hohe Anziehungskraft von Facebook liegt in der Grösse. Hier findet man die meisten Anknüpfungspunkte -  das Betreiben verschiedener Netzwerk-Profile ist zu aufwändig.

Facebook Schweiz Nutzer nach Alter 2009

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Prognose: 2.2 Millionen bis Ende 2010
Wenn Facebook beim Schweizer Plus von 2.5 Prozent des letzten Quartals bleibt, dann ist nicht einmal die 2-Millionen-Grenze zu knacken. Wird 2010 das Jahr der Facebook-Abmeldungen, wie von einer holländischen Künstlergruppe mit der virtuellen Sterbehilfe auf suicidemachine.org propagiert? Ich rechne mit weiteren Neueinsteigern und zunehmender Schweizer Aktivität auf Facebook bei 2.2 Millionen Usern bis Ende 2010. Verbunden mit einem leichten Rückgang ab 2011 – weil Nutzer müde werden und weils bis dann bestimmt wieder was Neues zum Ausprobieren gibt.

Morgen im bernetblog:
«Facebook – muss das sein? Schweizer Reichweiten im Vergleich.»
Externe Links:
Sterbehilfe 2.0 auf Tages-Anzeiger Digital
Internationale Facebook-Statistiken per Ende 2009 von Nick Burcher
Wikipedia zu Facebook

Marcel Bernet | 19.11.2009

Digitale Mediennutzung Schweiz: Aktuelle Zahlen

digitallife_logoDer «Digital Life Index» misst Online-Aktivitäten. 55 Prozent der Schweizer haben am Vortag Online-Instrumente genutzt. Social Media gewinnt Anteile, Zeitungen bleiben das wichtigste Medium für News.

Die Studie wird halbjährlich von Microsoft Schweiz und der Werbeagentur Publicis veröffentlicht. Die Publikation ist unsäglich: Eine Medienmitteilung (.rtf) würfelt die wichtigsten Erkenntnisse wild durcheinander (gesucht wird das, was Schlagzeilen sichert). Es fehlt der Gesamtbezug. Das Communiqué liefert Screenshots von einer ebenso unsäglichen Flash-Website – auf www.digitallifeindex.ch siehts dann so aus:

digitallifeindex

Gut aufgezeigt sind die fünf Bereiche der Erhebung. Das 0.333 der Indexwert für die Digitalisierung der Schweizer sein soll, leuchtet nicht sofort ein. Der Wert entspricht übrigens 33.3 Prozent, das gilt für alle anderen Werte auch. Befragt werden jeweils rund 1000 Männer und Frauen im Alter von 15 bis 74 aus der deutschen und französischen Schweiz. Eine Stunde Recherche hat zu folgenden zwei Einblicken geführt – den für mich wichtigsten Erkenntnissen:

Zeitungen und Internet gewinnen, TV verliert
«Was ist für Sie das wichtigste Medium, um sich über das tägliche Zeitgeschehen zu informieren?» Die Zeitungen behalten die Pole Position, gefolgt vom Fernsehen, Internet – erstmals vor dem Radio – und Zeitschriften. Der TV-Rückgang zeigt, dass hier nur nach News gefragt wurde. Für mich ist das auch ein Hinweis darauf, dass man bei dieser Frage ungern «Fernsehen» sagt – Zeitungen sind cooler für News und auch Internet darf man heutzutage sagen.

digitallife_medien

Gut die Hälfte kommuniziert täglich, Social Media nimmt zu
«Haben Sie gestern über digitale Wege… komuniziert?» 55 Prozent der Befragten sagen ja, wie bei der ersten Erhebung. Und aus den zur Verfügung gestellten Möglichkeiten wird Mail als erstes genannt. Social Media, Chat und Skype liegen in ähnlichen Bandbreiten, die Sozialen Netzwerke springen am klarsten nach vorne. Der Medientext vertieft: «Am häufigsten genutzt werden [Social Networking Plattformen] im Ostmittelland und in der höchsten Einkommensklasse.»

digitallife_onlinekomm

Mehr Übersicht und mehr Klarheit bringt mehr Resonanz
Der Medientext und die Website haben mir kein klares Gesamtbild der schleichenden Schweizer Digitalisierung vermittelt. Als journalistischer Blogger gehe ich zum Originalmaterial und versuche dort, hinter die erhaltenen Textausschnitte zu blicken. Das machen mir Publicis und Microsoft sehr schwer. Zum Glück habe ich nach vier Verbindungsanläufen Cyrill Schneider bei Publicis erreicht – anders hätte ich den Halbjahresvergleich nicht zusammenstellen können. Nach seinen Angaben soll die Studie später an Kunden verkauft werden, deshalb sei man auch zurückhaltend mit der Darstellung von Detailauswertungen.

Ich wünsche mir mehr Übersicht. Und eine wirklich journalistisch gemachte Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse, mit Zeitachse. Damit würde sich auch die Resonanz erhöhen.

Marcel Bernet | 07.10.2009

Amazon gibt Gas: Kindle kommt in die Schweiz

amazon_jeff_bezos_kindle_reutersSchon Ende Oktober soll es das Kindle E-Book in Europa geben, dank einer Kooperation mit ATT. Ich hab mal eins bestellt. Die Auslieferung ist auf 21. Oktober versprochen – und die Inhalte?

Im deutschen Mediendienst kress habe ichs heute erstmals gelesen, dann auf Spiegel Online und schliesslich auf der Amazon Homepage. Jeff Bezos lädt die Kunden weltweit ein, einen Kindle zu bestellen. Das sieht dann so aus:

amazon_startseite

Die FAZ als erster deutschsprachiger Inhalt
Da wird auch klar, dass erst englischsprachige Bücher verfügbar sind – mittlerweile 250′000. Und als erstes deutsches Produkt die Frankfurter Allgemeine Zeitung.  Wow, ich gratuliere dem Verlagsleiter Tobias Trevisan für diesen Scoop – siehe übrigens blogsofa-Interviews vom Januar 2009 (Teil 3, Was müssen Journalisten können).

ATT als Roaming-Partner
Wie schon in «Amazon oder Apple – wem gehört die E-Book-Zukunft?» beschrieben: Entscheidend sind erstens ein gutes Gerät und zweitens die Vertriebsplattform für die Inhalte. Wie schon bei iPod und iTunes. Bezos hat mit dem Kindle das im Moment beste Gerät, dicht verfolgt von Sony. Amazon hat die Inhalte und als Vertriebspartner für den drahtlosen Download der Inhalte eine Generalvereinbarung mit ATT. Die kümmern sich dann Land für Land um die Roaming-Partnerschaften.

Endlich ein Kindle in der Schweiz
Natürlich habe ich mich sofort in die Tiefen der Amazon-Kindle-Infos gestürzt. Voilà – auch für Switzerland gibts Infos: Das Ding soll laufen, es kommt mit einem US-Stecker (kann ich verkraften) und über Zölle und so weiss man noch nicht Bescheid.

amazon_switzerland

Wie ists mit den spezifischen Wireless-Bedingungen für die Schweiz? Hier erscheint eine Welt-Übersichtskarte. Aha, die Schweiz ist drauf, Zürich bekommt eine 3G-Abdeckung.

amazon_coveragemap_zurich

Wird ATT mit der Swisscom zusammenarbeiten? Werde ich Ende Oktober ein Gerät erhalten ohne Download-Möglichkeiten? Ich habe schon mal vorbestellt und bin gespannt.

Jetzt gehts los mit E-Books
An der Frankfurter Buchmesse wird Sony sein neustes Gerät präsentieren (FastCompany Kurzporträt), sie arbeiten mit der Buchhandelskette Thalia und Google zusammen. Ich bin weiterhin überzeugt, dass wir in den nächsten Jahren eine grobe Umwälzung des Leseverhaltens erleben werden. Auch wenn ich ein Papierstreichler bleiben werde: Gewisse Zeitungen, Fachhefte und Fachbücher werden elektronisch zu mir gelangen.

Nachtrag 1: Tagi-Online-Interview zum Thema mit Peter Hogenkamp.
Nachtrag 2: Die FAZ ist seit über zwei Jahren dabei im Programm mit Amazon USA – um Erfahrungen zu sammeln. Und hat dort 100 Abos verkauft, wie mir Tobias Trevisan per E-Mail mitteilt.

Marcel Bernet | 06.11.2007

Studie Web 2.0: Präsentation Internet-Briefing

maz/bernet-studie web 2.0Gerade habe ich vor rund 60 Teilnehmenden die Resultate der Studie präsentiert. Unten das Handout und ein paar Eindrücke.

Das Handout zur Präsentation (PDF, 2.4 MB) zeigt alle Slides. Klar, die geben nur einen Eindruck des Referats. Aber bestimmt interessant sind die vielen Grafiken. Obwohl die natürlich in der Studie selbst auch drin sind, detaillierter und nicht Keynote-3D.

titanic res strehle zitat vortrag marcel bernetGut angekommen ist mein Analogie zur Titanic. Ja, dieses Bild ist mir im Rahmen der Studienarbeit mal eingefallen: Hätte man eine zweite Titanic auch 2.0 genannt? Technisch war sie ja einwandfrei gebaut – versagt hat man bei der Bedienung. Wie die Ressourcen eingesetzt wurden. Dass jemand den Schlüssel zum Kasten mit dem Feldstecher auf einem anderen Schiff verlegt hatte. Hier das Slide mit dem Zitat (aus diesem Klartext-Interview, sehr interessant) von Res Strehle, stellvertretender Chefredaktor Tages Anzeiger und Projektleiter für das grosse Online-Portal von TA Media, Espace Groupe und Basler Zeitung Medien.

Darüber haben wir denn auch am längsten diskutiert: Der Weg zum Mitmach-Web heisst für klassische Unternehmen, dass sie den klassischen Top-Down-Pfad verlassen müssen. Das braucht «..verdammt viel Ressourcen..» wie Peter Hogenkamp bemerkte. Oder Harald Taglinger: «Es verlangt eine andere Unternehmenskultur.»

Was mich gefreut hat: Die Studie kommt gut an. Man ist froh um diese Erhebung, weil sie ein wenig konkretisiert, was wirklich läuft. Ungläubige Reaktionen gabs auf die hohe Prozentzahl von Video- und Audio-Podcasts. Dazu Urs Bucher: «Wenn man ein Filmchen von der GV auf der Website hat, dann verstehen das wohl die meisten schon als Podcast.»

Damit sind wir beim Thema Statistiken, Umfragen generell. Ich verstehe die Resultate nicht als sakrosankt. Sondern als interessanter Fingerzeig, der eine allgemeine Richtung angibt.

Hier zur Studie was auf Englisch, habe ich bei Bruno Giussani geschrieben.

Marcel Bernet | 06.11.2007

Studie Web 2.0: Resultate, Tipps

maz/bernet-studie web 2.0Heute präsentieren wir die maz/Bernet Studie Web 2.0 am Lunch-Event des Internet-Briefing. Hier die wichtigsten Resultate in Kurzform.

Hier der der Gratis-Download als PDF mit 15 Grafiken, Fazit und allen Ergebnis-Details. Man muss nur Ja sagen zum Copyright und das PDF rutscht vom Server.Für alle, die schnell das wichtigste möchten: Hier mein persönlicher Eindruck.

Am meisten überrascht hat mich, dass

- die Kommentarfunktion für normale Webseiten bereits von 24 % der Schweizer Unternehmen und Organisationen eingesetzt wird.

- und weitere 24 % planen diese Öffnung. Technisch ist diese aus Weblogs bekannte Funktion ja schnell umgesetzt. Aber wer sich so öffnet, der braucht vor allem auch personelle Ressourcen fürs schnelle und kompetente Lesen und Beantworten.

- dass sage und schreibe zwei Drittel aller Befragten angeben, sie lesen Weblogs im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit. Wow. Gut, vielleicht ists wie bei den Umfragen zur Erhebung der Leserzahl von Printprodukten: Bei der NZZ sagen alle Ja, die lese ich. Und bei Penthouse weniger. Weblogs lesen gehört zum guten Ton. Aber auch wenn man die Ja-Antworten mal um 10 Prozent kürzt: Es scheint, dass sich Fachblogs, journalistische Blogs und Konsumentenblogs, politische Blogs und die der Konkurrenz einen festen Platz im Zeitbudget der Kommunikatoren ergattert haben.

- dass 13 % eigene Wikis betreiben, vor allem für interne Zwecke. Und 13 % planen die Einführung dieser von mehreren Autoren geführten Datenbank für die nächsten zwei Jahre.- dass knapp die Hälfte der Schweizer Unternehmen und Organisationen ein Monitoring von Online-Inhalten durchführt. Und dass dies von 60 % der Befragten intern gelöst wird, bei den externen Lösungen stehen klassische Presse-Beobachtungsdienste mit 28 % der Nennungen im Vordergrund.

Nicht überrascht hat mich

- dass nur gerade 15 % Blogs kommentieren und nur 12 % selbst ein Blog führen. Interessant ist, dass die wenigen Weblogs vor allem intern eingesetzt werden. Immerhin gibt etwas mehr als ein Viertel an, Weblog-Pläne zu haben.

- dass sich Video- und Audio-Podcasts auf Webseiten etabliert haben (Ja und geplant für Videos bei 63 %, Audio bei 55 %).

- dass RSS noch viel weniger verbreitet ist als die E-Mail-Abo-Variante: 13 % setzen RSS ein, 45 % E-Mail.

- dass Austauschplattformen für Links, Videos und Bilder noch ganz unten durch müssen: 5 % platzieren Links auf öffentlichen Drehscheiben, 10 % Videos und 7 % Fotos.

- dass Virtuelle Welten wie Second Life noch die grössere Ablehnung erfahren: 7 % geben an, präsent zu sein und 92 % sagen «Nein und wir haben auch keine entsprechenden Pläne».

- dass es eine interessante Verbindung gibt: Wer ein Online-Monitoring betreibt, der ist signifikant aktiver in der Anwendung von Web 2.0-Möglichkeiten.

Fazit: Erstmals wissen wir genauer, was die Entscheidungsträger in den Kommunikationsabteilungen von Schweizer Unternehmen und Organisationen wirklich tun bezüglich Mitmach-Web. Für mich zeigt sich ein für die Schweiz typisches, unaufgeregtes, nutzenorientiertes Verhalten: Was Business-mässig Sinn macht, wird gemächlich angewendet. Zuerst einmal intern. Das bietet immer noch Aufmerksamkeits-Chancen für Pioniere mit viel Geld oder Enthusiasmus. Und auch, wenn wir noch nicht überall so weit sind, wie es Web 2.0-Gurus vielleicht gerne hätte – für mich zeigt sich ganz klar eine Entwicklung hin zu mehr Aktualität, mehr Zielgruppenorientierung, mehr Dialog.

Als Online-PR-Praktiker haben wir in unserem neuesten Anstoss-Newsletter zur Studie gleich fünf Tipps für die Kommunikationsstrategie formuliert. In den nächsten Tagen werden wir hier lose auf einige weitere Details der Studie eingehen, mit Grafiken. Hintergründe zur Entstehung der Studie in diesem Beitrag.

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