Präsentieren: Start mit System

PräsentierenDas 4-Stufen-Modell für die machtvolle Einleitung einer Präsentation überzeugt. Wie oft scheitert doch ein Referat schon durch den Fehlstart.

Gelehrt werden die vier Stufen von Oliver Schroeder am MAZ in Luzern. Schablonenhaft fand ich das Prinzip zuerst. Ein Test hat mich von der Vorgehensweise überzeugt. Denn nach der Vorbereitung fühlte ich mich auch mental gerüstet.

1. Einstiegsidee und Begrüssung
Die Zuhörer müssen sich auf den Vortragenden einstellen. Wer ist das? Wie schaut der aus? Wie redet die?
Gewinnen Sie Aufmerksamkeit mit einer Geschichte, einem mitgebrachten Gegenstand, einer Zeichnung – mit etwas, das zum Thema passt und zu Ihnen.

2. Das Thema und ich
Sagen Sie, warum gerade Sie hier stehen und präsentieren. Was verbindet Sie mit Ihrem Thema: Erfahrung, Wissen oder Leidenschaft?

3. Fahrplan
Über was werden Sie reden. Und: Wie lang oder kurz. Steuern Sie die Erwartungen.

4. Nutzen und Zielsatz
Was bringt es, Ihnen zuzuhören? Warum soll Ihr Publikum 10 Minuten oder gar Stunden einsetzen für Ihre Präsentation?

Warnung: Die Auseinandersetzung vor allem mit dem 2. und 4. Punkt kann dazu führen, dass Sie mehr als Ihre Präsentation ändern müssen.

Machtvoll Einleiten

Tipps rund ums Präsentieren:
Versuche nicht wie Steve zu sein
Lieber Skript als Folien?
Steve Jobs: Storyteller Nr. 1
Anstoss-Newsletter: Einfache Tipps für bessere Präsentationen

Marcel Bernet | 24.09.2009 | Dies & Das

Zensekunden Steve Jobs: 17 Adjektive an der letzten Keynote

steve_keynote_sep09Steve Jobs schafft 17 Adjektive in zehn Sekunden – wieder mal was für meine Zensekunden-Rubrik. Im Original waren sie auf eine Stunde und 17 Minuten verteilt.

Am 16. September war er erstmals wieder live auf der Bühne – und er bleibt einer der besten Business-Darsteller der Welt. Ein Video-Intro der Digital Daily-Kolumne des Wall Street Journals brachte mich auf die Idee. Längere Fassungen sind auch auf YouTube zu finden, der Effekt liegt in der Verkürzung. Siebzehn Adjektive zähle ich in diesen Zensekunden. Wer die lange Version sehen will: Apple-Link. Schwierig beim Upload war wieder mal das Timing: 10 Sekunden Quicktime auf meinem Desktop sind dann 11 auf YouTube…

Von Steve Jobs lernen für Ihren nächsten Auftritt:
Tipps für Präsentationen: Versuche nicht, wie Steve zu sein.

PR 2.0: Wo sind die Meinungsmacher?

Laptop MegaphoneHeute nachmittag halte ich einen Vortag am Praxisworkshop des BR/SPRG. Die Kernfrage: Wie richtet sich PR auf die neuen Online-Realitäten aus?

Natürlich habe auch ich nicht die definitive Antwort auf diese Frage.  Aber in den 15 Minuten Impulsreferat samt anschliessendem Workshop lote ich aus, wie sich die Realität für PR-Schaffende heute präsentiert. Und zeige mit konkreten Beispielen, wohin die Richtung geht. Hier das PDF des Handouts und ein Video des Vortrags.

Die Kernaussagen:

Wir stehen mitten in einem grossen Umbruch – wer jetzt schon weiss, wohin es geht, der lügt. Wie vor 600 Jahren, gleich nach der Einführung der Gutenbergschen-Drucktechnik. Im Rückblick wissen wir, was geschah. Aber was der Sturz des kirchlichen Druckmonopols alles mit sich brachte war im Geschehen selbst nicht voraussehbar.

Vor uns steht ein wachsendes, sich schnell wandelndes Web-Umfeld – mit immer wieder neuen Kanälen, die es in einem PR-Dialog zu lesen, auszuloten und zu beliefern gilt. Von Wikis über Blogs bis zu Sozialen Netzwerken. Und dabei führt der Weg immer mehr auch an den klassischen Medien vorbei. Denn die neuen Meinungsmacher sind dort, wo sie unsere Zielgruppen suchen und finden. Duch die Mittlerfunktion wird Google sozusagen zum entscheidenden Meinungsmacher.

Interessante Beispiele neuer Meinungsmacher bieten Mini-Microsoft (ein anonymer Microsoft-Mitarbeiter wird durch sein vielbeachtetes Blog zum Multiplikator nach aussen), Stop-Starbucks (der US-Dokumentarfilmer und Aktivist Robert Greenwald zeigt, wie man Web 2.0-Kampagnen fährt, genial orchestriert von einer zentralen Website aus mit Einbettung in Facebook, Twitter, Mail, Youtube, Flickr, MySpace) und Teleblocher (wie ein Schweizer Politstar sich direkt an seine Fans und Gegner wendet, mit 20 bis 80000 Downloads seiner wöchentlichen Interviews).

Entscheidend für die Zukunft ist die Verbindung von Intention, Inhalt und Integration. Intention steht für die Verbindung von Vision, Kernbotschaften und konkreten Taten. Noch so interaktive Kampagnen laufen auf Grund, wenn dieser Kern nicht stimmt. Inhalte werden schneller, vernetzter und dialogischer. Und verlangen nach dem sehr anspruchsvollen Akt der Integration, in Anbetracht der vielen zu bedienenden Kanäle und Empfänger eine Meisterleistung.

A propos Meisterleistung: Das mit dem Video war eine grössere Übung: Keynote bietet die super Möglichkeit, eine Präsentation aufzuzeichnen. Wichtiger Tipp für den Export: Unbedingt für «CD-ROM mittel» auswählen, anstatt «Webfilm klein». Ich hatte zuerst die zweite Option gewählt, mit lausiger Qualität und nur gerade 10 Megabyte weniger Umfang. Die zweite Überraschung präsentierte mir Youtube, nach langem Upload: Video abgelehnt. Länger als zehn Minuten liegt nicht drin. Also weiter auf iMovie, 30 Sekunden rausgeschnitten und dann rauf auf Youtube (-:

Seminar Corporate Blogging: Drei spannende Beispiele

fliegerWie gestaltet man den Dialog mit Meinungsmachern? Am 7. Mai findet das dritte MAZ/Bernet-Seminar Corporate Blogging statt. Post, Blogwerk und Stadtwanderer versprechen spannende Praxis-Inputs.

Noch immer gibt es keinen öffentlichen CEO-Blog eines grossen Schweizer Unternehmens. Ist Blogging for Business am Ende? Geht’s jetzt nur noch um Facebook und Twitter?

Nein: Blogs haben frischen Wind in die Art und Weise gebracht, wie Unternehmen, Politiker und Organisationen kommunizieren. Es macht das Publizieren einfach und ermöglicht direkte Dialoge. Gerade im internen Einsatz ist dieses Medium beliebt, wie auch unsere Web 2.0-Studie gezeigt hat. Aus den Blog-Möglichkeiten entstehen neue Zwischenformen: Webseiten mit Dialog- und Abonniermöglichkeiten. Wie wir sie zum Beispiel für die Elektrizitätswerke der Stadt Zürich auf www.powernewz.ch lancieren durften.

Aber: Blogs sind so gut, wie die Konzepte dahinter und deren tägliche Umsetzung. Das MAZ/Bernet-Seminar verdichtet in einem Tag die wesentlichen Blog-Learnings und deren Einbettung in neue Entwicklungen wie Twitter und Facebook. Die Teilnahme am Donnerstag, 7. Mai in Luzern gleich beim Bahnhof kostet CHF 980, siehe Details und Anmeldung. Meine konzeptionellen und praktischen Inputs erfahren wertvolle Bereicherung durch drei Gäste:

Claude Longchamp, gfs.bern:
Erfahrungen eines angefressenen (Business-)Bloggers

Den GL-Vorsitzenden des Meinungsforschungsinstituts gfs.bern kennt man nicht nur durch seine TV-Kommentare zu Wahlen und Abstimmungen: Online hat er seine Reputation auch als Stadtwanderer massiv auf- und ausgebaut, bis hin zu einem Wikipedia-Eintrag. Welche Ziele will er damit erreichen? Wo klappt das, wo nicht? Wie wichtig ist der Blog für sein Business?

Christian Schenkel, Die Post:
Auch die interne Kommunikation muss dialogisch sein

Er leitet die Online-Kommunikation der Schweizerischen Post und setzt sich seit Jahren für den Einsatz neuer Medien auch intern ein. Dialogische Kommunikation heisst sein eigener Blog. Doch intern lancierte Weblogs stiessen nicht nur auf Akzeptanz: Woran liegts? Wie lassen sich dialogische Elemente trotzdem einsetzen?

Peter Hogenkamp, Blogwerk:
Blog-Pionier, Facebook-Fan, Twitter-Guru

Mit seinen Blogs von medienlese bis neuerdings beweist dieser Unternehmer, dass auch im Schweizer Medienmarkt Nischen für Newcomer existieren. Und mit dem für ebookers betreuten Unternehmensblog sammelt er interessante Erfahrungen. Doch wie geht die Reise weiter? Was bringt die Verbindung mit Diensten wie Facebook oder Twitter?

Marcel Bernet | 04.03.2009 | Tools

Finanzkrise visuell erklärt

endoftunnelkleinJa, wir stecken immer noch drin. Was ist wieviel wert und wer kaufts? Eine geniale Animation zeigt, wie wir hierher gekommen sind.

Jonathan Jarvis studiert Mediendesign in Pasadena, Kalifornien. Und er hat eine brillante Arbeit gemacht zur Erklärung der aktuellen Finanzkrise. Ich habe die Zeit vergessen beim Anschauen der rund zwölf Minuten: Treffende Animationen, unterhaltsamer (englischer) Begleittext, sehr gut recherchiert.

(Vielleicht kurz warten, bis Video geladen ist, kann direkt hier abgespielt werden.)


The Crisis of Credit Visualized from Jonathan Jarvis on Vimeo.

Ähnliche Artikel:
NZZ Folio – Radio macht Finanzkrise verständlich
Staatschulden sind keine Schulden – US-Entwicklung seit 1950

presentationzen: Gutes Marketing, gutes Buch

Buchtitel presentationzenDer bernetblog bringt immer wieder Präsentations-Tipps – und Presentation Zen war schon einige Male verlinkt. Hier eine Rezension des kürzlich erschienenen Buchs von Garr Reynolds. Es bringt praktische Tipps, viele Beispiele, sehr schön verpackt und clever vermarktet.

Geht es Ihnen wie mir? Ich bin froh um alles, was Präsentationen besser macht. Denn das meiste, das ich sehe, ist Schrott. Trotz oder wegen Powerpoint. Auch ich selbst lerne stets dazu. Und beim früheren Apple-Mitarbeiter und heutigen Designer, Berater, Blogger und Präsentationsguru Garr Reynolds kann ich einiges lernen.

Auch was das Eigenmarketing anbelangt: Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Guy Kawasaki, es ist sinnigerweise als Präsentation «geschrieben». Das Namedropping/Vernetzen geht weiter mit Auftritten von Seth Godin und anderen Links. Auch bei den Einschüben zur Praxis des Zen bin ich ein wenig gespalten – beim Lesen wurde es mir auch mal zu aufgesetzt. Andrerseits ist zum Beispiel «Slowing Down to See» für die Vorbereitung von Präsentationen sehr angebracht: Auftritte werden besser, wenn sie mit der nötigen inneren Distanz vorbereitet sind.

Was mir am besten gefallen hat:

Die sechs Phasen einer Präsentation und die Inputs dazu: Design (nicht nur ans Funktionale denken, freihändig skizzieren), Story (nicht nur Argumente bringen, Geschichten erzählen), Symphony (nicht nur fokussieren, auch mal überraschen, die Gesamtsicht erhalten), Empathy (nicht nur logisch sein, auf die Zuhörer eingehen, sie abholen), Play (mit spielerischem Witz das Seriöse brechen), Meaning (nie die Kernbotschaft verlieren – nicht einfach Inhalte akkumulieren).

Die richtigen Fragen stellen vor einer Präsentation: Wieviel Zeit habe ich? Was für ein Anlass ist das? Welche Tageszeit? Wer hört zu? Welchen Hintergrund bringt das Publikum mit? Was erwartet es? Wieso wurde ich angefragt? Was will ich vom Publikum erreichen? Welches visuelle Medium ist für diese Situation und dieses Publikum am besten angebracht? Welches ist das fundamentale Ziel meiner Präsentation? Um was für eine Geschichte geht es hier? Und am allerwichtigsten: Wenn das Publikum sich nur an ein einziges Ding erinnert: Was soll das sein?

Die vielen praktischen Beispiele: Mit ganzen Sammlungen von Präsentationsfolien. Und Kommentaren, Vergleichen von zwei Möglichkeiten, Hinweisen für das Platzieren von Bildern und Text.

Zwei Punkte wiederhole ich gerne – wir erzählen sie immer wieder in unseren Coachings: Erstens separate Handouts. Die enthalten dann viel mehr Infos als auf den präsentierten Folien. Und zweitens: Auswendig lernen. «Die Präsentation wird locker und natürlich ausfallen, wenn Sie sich vorbereiten und üben wie verrückt.  Je mehr Sie üben, desto selbstsicherer werden Sie – und umso lockerer wird es aussehen fürs Publikum.»

Amazon: presentationzen, Garr Reynolds.

Mehr zum Thema:
Einfache Tipps für bessere Präsentationen
Bernet-Newsletter mit vielen Links
Tipps für Präsentationen: Versuche nicht, wie Steve zu sein
Essenz eines Beitrags aus Business Week
Präsentationstechnik: Lieber Script als Folien?

Vortrag von Isabel Allende, abgelesen, ohne Folien.

Tipps für Präsentationen: Versuche nicht, wie Steve zu sein.

SchachGerade habe ich von Harald Taglinger einen Link bekommen: Business Week stellt 10 Regeln für gute Präsentationen auf. Die Tipps sind gut – wichtig: Bitte Steve nicht zu fest auf den Sockel stellen.

Das könnte nämlich Ihre Performance ruinieren. Wenn man versucht, so zu sein, wie andere sind, dann wirds komisch. Aber lernen tut man immer am besten von den Besten. Ich persönlich finde die zehn Tipps sehr gut, sie treffen die Essenz, siehe auch Bernet-Beiträge zum Thema unten.Was ich weniger stark finde: Wenn man versucht, zu showy zu sein. Ja, jetzt muss noch ein «Oooh» durch das Publikum. Das kann schnell aufgesetzt wirken. Das grosse Geheimnis von Steve Jobs ist eben auch, dass er nicht nur gut präsentiert – sondern dass er davor sehr viel Energie in ein wirklich gutes, überzeugendes (clever verpacktes) Produkt investiert hat.

Übrigens: Der grosse Präsentationsguru übt auch heute noch jede Präsentation stundenlang, indem er sie mehrmals laut durchgeht. Wie oft machen Sie das?

Danke, Harald Taglinger.

Bernet-Newsletter mit Präsentations-Tipps und vielen Links.

bernetblog-Beiträge zum Thema:
Präsentations-Technik: Lieber Skript als Folien?
Mit Video.
Keynote:
Wie man mit der Mac-Software sich selbst aufnehmen kann.
Steve Jobs erste iPhone-Präsentation
mit Links.

Blackout – ein Horror für jeden Seminarleiter

art_questionmark.pngKennen Sie das? Sie halten einen Vortrag, geben ein Seminar und schwupps – der rote Faden ist weg. Sie stottern, schwitzen, haben ein Blackout.

Peinlich, peinlich. Gerade wollte ich ausholen, mit blumigen Argumenten meine These untermauern – doch – – – weg waren sie – sowohl die Argumente als auch die These. Blackout – ein kurzer Moment innerer Panik. Was wollte ich gerade sagen? Ähm. Ich stotterte, wurde rot, stockte und spulte nochmal zurück zum letzten Thema. Zum Glück, wenigstens einige von den Argumenten meldeten sich zurück.

Für die, die es haben, ist das Blackout wohl schlimmer als für die Zuhörer. Doch wie reagiert man professionell auf solche Aussetzer? Der Kursleiter und Organisationsberater Peter Troy hat hat einige Anti-Blackout-Tipps zusammengestellt:

– Legen Sie eine Sprechpause ein
– Wiederholen Sie den letzten Punkt
– Geben Sie zu, dass Sie den Faden verloren haben
– Bitten Sie um Rückmeldungen aus dem Publikum
– Gehen Sie zum nächsten Punkt über
– Schlagen Sie eine Pause von 10 Minuten vor

Geübte Redner werden solche Methoden längst schon intuitiv anwenden. Ich bin schon glücklich, wenn ich mich beim nächsten Blackout wenigstens an einen einzigen dieser Tipps erinnere. Viel Glück!

Präsentationstechnik: Lieber Skript als Folien?

allende.pngWann machen Präsentationen Eindruck? Darf vom Blatt abgelesen werden? Darf man ohne Folien präsentieren?

Diese Rede der Schriftstellerin Isabel Allende macht mir grossen Eindruck. Anfänglich wollte ich nur kurz reinzappen. Dann kam ich fast nicht mehr los. Allende fesselt die Zuhörerschaft regelrecht. Interessant dabei:

- Sie liest ab: Sie gibt sich nicht die geringste Mühe zu verbergen, dass sie die gesamte Rede abliest. Offensichtlich nicht nur via Stichworte, sondern Wort für Wort. Aber – es stört nicht. Sie liest dermassen gut, flüssig und setzt die richtigen Akzente, dass die «Lesung» kurzweilig und ansprechend bleibt.

- Sie zeigt keine Folien: Sie erzählt. Keine Angst – ich will jetzt nicht wieder ein Gloria auf das «Storytelling» anstimmen. Aber ich will mich künftig da und dort selber fragen, wo ich auf Folien verzichten kann und soll. Und wo der Projektor bewusst schwarz bleibt – damit das Publikum einfach zuhört. Vielleicht einen ganzen Vortrag, eine ganze Geschichte lang.

- …aber sie folgt einem Plan: Zwar schwenkt sie ab, sie holt aus, sie scherzt da und wird dort ganz ernst. Immer im Dienste ihrer Botschaft, ihres Auftritts. Sie folgt einem roten Faden und reiht Aussagen und Pointen wie Perlen aneinander.

Ein Lehrstück. (wieder einmal via PresentationZen.com)

Marcel Bernet | 20.08.2007 | Tools

Keynote08 ausprobiert: Bewegte Objekte und Aufzeichnung überzeugen

Mikrofon-KopfhörerAm Wochenende habe ich die Apple-Präsentationssoftware Keynote 08 erstmals für ein privates Objekt getestet. Hier meine wichtigsten Learnings.

Keynote erlaubt aus meiner Erfahrung einen effizienteren Umgang mit Grafiken, Animationen und Abläufen als Powerpoint – und das sage ich als Apple-Nutzer, wir haben ja schon länger kein Powerpoint-Update mehr erhalten . Keynote 08 als Bestandteil von iWork 08 (hier der Download für eine 3o-Tage-Demoversion) bietet…

Viele neue Übergänge zwischen Folien. Darunter viele Spielereien. Ich arbeite praktisch immer mit «Überblenden», ganz einfach. Denn alles andere lenkt viel zu stark vom Referenten und vom Inhalt ab. Höchstens zwei bis dreimal pro Präsentation setze ich auf auffälligere Wechsel, bei witzigen oder wichtigen Momenten. Ebenfalls diskret ist das neue «Weichzeichnen».

Endlich bewegte Objekte. Das hätte ich von Mac schon lange erwartet: Dass sich Grafikobjekte, Bilder auf den Folien auf einem bestimmten Pfad bewegen lassen. Hier der kurze Demo-Film dazu (seltsam, dass die auf der .ch-Site nicht verlinkt sind).

Eine Aufnahmemöglichkeit für Präsentationen – mit Bild und Text, wie schon beblogt. Bei meinem ersten Test hatte ich den Aufnahmepegel des eingebauten Mikrofons zu tief eingesetzt. Gestaunt habe ich über die Möglichkeit, bei einer zweiten Aufnahme nur den Text einzelner Folien zu ändern. Eine Konserve des Vortrags kann man bei den Proben mitschneiden oder man nimmt gleich den Auftritt auf – die Referentenhilfsmittel bleiben trotz Aufnahme sichtbar. Mit den Export-Möglichkeiten als Quicktime-Film oder Podcast in iTunes muss ich noch ein wenig rumspielen.

Angenehme Zusatzmöglichkeiten für die Navigation: Mit einer Formatierungsleiste, zwei Informationsfenstern, wählbarer Foliengrösse in den verschiedenen Ansichten.

Alles in allem: Viele neue Möglichkeiten. Diese Seite mit den Links zu den Demo-Filmen erlaubt einen schnellen Überblick. Entscheidend bleibt für Anwender und Publikum die Reduktion aufs Wesentliche.

Luganeser Aufwisch

hermann-hesse.pngIch erinnere mich sehr gerne an drei intensive Studien-Tage an der Uni Lugano Ende letzter Woche – ein paar Interessantheiten will ich noch mit unseren LeserInnen teilen.

Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen: Da waren die intensiven Studientage über Corporate Behavior und Corporate Identity, über Letzteres hab ich bereits live berichtet. Da waren aber auch noch interessante Stunden mit Prof.Dr. Martin Eppler – wie kann ein Mann in diesem Alter schon in Peking, Harvard, Paris, St. Gallen und wosonstnochauchimmer studiert und doziert haben? – er arbeitete mit uns zum Thema Strategie. Was vor allem Eindruck machte, war seine Art zu dozieren. Er verwendete seine eigenentwickelte Software Let’s Focus, mit der er live zusammen mit den Studierenden Gedanken via Stift, Monitor und Leinwand entwickelte, absolut interaktiv und so den komplexen Inhalt sehr lebendig gestaltete. Fernab vom Powerpoint-Mainstream – eine erfrischende Vorstellung.

Und dann das Vergnügen: Wer nächstens den Monte Ceneri gegen Lugano kreuzt sollte sich im Hermann Hesse Museum in Montagnola eine kleine Auszeit gönnen. Wir wurden beherzt durch die spannende Ausstellung am Tessiner Wohnort des Jahrhundert-Autors (und das war er doch definitiv, allen Schnödern zum Trotz) geführt. Und durch die Kellereien des Weingutes Bally von Teufenstein, wo ein junger Winzer, ausgebildet an der Hochschule Wädenswil, tolle Tessiner Qualitätsweine keltert. Ein würdiger Abschluss eines intensiven Seminar-Wochenendes. Lugano, seine Uni mit MScom und das kulturelle Drumherum sind definitiv die Gotthardreise wert.

Steve Jobs: Storyteller Nr1

steve jobs.jpgMillionen Augen- und Ohrenpaare waren gestern Abend nach San Francisco gerichtet. Der begnadete Storyteller Steve Jobs hielt dort die Neuauflage seiner berühmten Keynote Address ab.

Ob Sie sich nun für das neue iPhone interessieren oder nicht – was einmal mehr beeindruckt ist diese Performance als Präsentator. Ich kenne niemanden, der in Inhalt und Form eine derartige Klarheit hat, ohne dabei an Emotionalität und Originalität einzubüssen. Beispiele aus der gestrigen Präsentation:

Der Auftritt: Niemand geringerer als der kürzlich verstorbene James Brown (R.I.P.) singt den Apple Boss Jobs mit ein paar Takten auf die Bühne. Stimmung und Sympathien stimmen sofort. So beginnt man Präsentationen.

iPhone und Internet: Jobs zeigt nicht nur Slides – er sucht via Online-Map eine Starbucks-Filiale in der Nähe, ruft «live» an und bestellt mit einem Grinsen 4′000 «Latte To Go».

Die Entwickler-Story: Er erklärt detailliert, welche Gedanken sich die Produktedesigner zum neuen Display namens “Multi-Touch” gemacht haben. Anstatt das Produkt einfach zu zeigen.

Finden sie hier die ganze Präsentation im Protokoll zum Lesen in Englisch (von Engadget) und in Deutsch (Macwelt.de).

Die Präsentation im Livestream:
Steve Jobs an der Macworld 2007, Link zu Quicktime livestream
(iPhone Präsi ab ca. Minute 26)

Achtung: anschnallen – sowas von Hype haben Sie noch nie gesehen. Sehr sehr amerikanisch. Aber ein bisschen was können wir uns davon gerne abschneiden ; )

Marcel Bernet | 28.11.2006 | Tools

Schon wieder fünf Tipps für Präsentationen

Scheinwerfer auf WandLetzte Woche habe ich mir Zeit genommen, um zwei Personen zuzuhören, die mir ihre Geschäftsidee präsentieren wollten. Also, eigentlich suchten sie Geld. Also, es war nicht ganz klar. Für alle, die genug haben von Präsentations-Tipps: jetzt bitte nicht weiterlesen.

Ein wenig wars wie Kabarett: Wir waren zu dritt und man stellte uns ein Laptop hin mit der Präsentation. Bloss hatte die präsentierende Person nicht genau im Kopf, was sie sagen wollte – also musste sie unter Verrenkungen immer wieder auf unsere Seite rüber kommen und selbst auf dem Bildschirm ablesen. Dann hatte die Begleitperson die brillante Idee, dem Präsentator den zweiten Laptop zu geben. So konnte dieser dann auf seinem Laptop die Folien «ablesen». Ja klar, beim Folienwechsel gabs dann die lustigen Szenen: Wer drückt jetzt? Sind wir gleich weit? Ach, noch eins zurück!
Die Business-Idee der beiden hat aus meiner Sicht mehr Potenzial als diese Präsentation. Was ich für meine nächste Präsentation gelernt habe:

1. Sag zuerst allen Beteiligten, was du willst, worum es geht
Auch wenn das schon in der Einladungs-Mail stand oder vorher mündlich abgemacht war. Die ersten paar Minuten sind entscheidend, um den Rahmen zu setzen. Was will ich? Wohin geht die Reise? Damit all die Anwesenden auf der Linie sind, die ich mir wünsche. Denn jeder hat den Kopf noch in der letzten Besprechung oder den nachher anstehenden Pendenzen.

2. Nimm eine grosse Leinwand
Das kann ein Beamer sein, ein Flipchart, ein Laptop. Aber bitte nicht so eine Laptop-Funzel, die gerade noch knapp vor sich hinleuchtet. Und bei leichter Blick-Schräglage den Inhalt versteckt.

3. Nimm eine grosse Schrift
Hier kommt mein Präsentations-Mantra: Keine Schrift unter 20 Punkt auf einer Präsentation. Ich erzähle es immer und immer wieder. Und immer wieder begegne ich Referenten-Folien: Viel zu viel Text. Zum Ablesen für alle, die nichts auswendig gelernt haben. Je grösser man schreibt, desto weniger Text geht auf eine Seite. Desto besser werden die Folien. Denn Bilder haben ja die Aufgabe (!), emotional zu unterstreichen, was da so daher gesagt wird. Die besten Folien sind Bilder ohne Text. Die zweitbesten solche mit einem einzigen Satz.

4. Beib auf deiner Linie, lerne auswendig
Endlich haben Sie Ihr Publikum beisammen. Hier sitzen Menschen, die keine Zeit haben. Ihre einzige Chance liegt in einer klar strukturierten, zielgerichteten, Punkt für Punkt durchdachten Geschichte. Ich finde das jedesmal die spannendste Aufgabe: Wo fang ich an? Wie baue ich Druck auf für meinen Antrag? Und übrigens: Ich lerne alle meine Präsentationen auswendig. Das heisst: Ich lese Sie laut vor, mindestens zweimal, für mich alleine.

5. Sag am Schluss nochmal, was du willst
Es gibt viele Ideen und Tipps für gute Landungen. Bei Anträgen wiederhole ich am Schluss nochmals, worauf ich hinaus will. Was ich mir wünsche. Bei Fachvorträgen versuche ich auf andere Art und Weise, nochmals den Bogen zum Einstieg zu spannen. Als Präsentator steht man ja unter Strom und man ist gegen Ende müde. Deshalb ist die Gefahr eines Ausfransens am Ende sehr gross. Man mag nicht mehr. Ah, das ist ja die letzte Folie. Ähhm. Sind noch Fragen? Nein: Zum Schluss muss nochmals ein klarer, fester, direkter Satz folgen. Ein starkes Bild. Ein positive, zielgerichtete Aussage.

Soweit meine Gedanken. Den beiden Referenten drücke ich die Daumen für ihre Geschäftsidee. Und hier noch zwei Vertiefungs-Links:

Die 10/20/30er Regel aus dem Blog von Guy Kawasaki
«Einfache Tipps für bessere Präsentationen», Bernet PR Anstoss-Newsletter

Marcel Bernet | 07.11.2006 | Tools

Noch schneller noch bessere Bilder für Präsentationen: iStockphoto-Widget, Pixelquelle, Sevenload

praesentation_stress.jpgSchön, dass wir uns das Bloglesen im Team aufteilen können – gerade hat mir Dominik Allemann einen interessanten Link rübergeschoben. Und zwar von MacProfessionell. Ich habe mir gleich das Widget für den Mac installiert, damit kann ich noch schneller Bilder auf iStockphoto suchen. Genial. Die Vor-Suche geht schnell, wenn ich auf ein Bild klicke, dann geht die iStockphoto-Website im Browser auf. Schade, dass ich mich dort nochmals registrieren muss, obwohl ich schon auf dem Widget angemeldet war. Wie schon mehrmals in diesem Blog erwähnt: iStockphoto ist eine angenehme Bilderquelle für bessere Präsentationen. Beim Austesten bin ich über dieses schöne Bild gestolpert, draufklicken für eine Vergrösserung – mich hats an das brenzlige Gefühl bei jeder Präsentation erinnert (-: Weitere Quellen für Bildmaterial: pixelquelle.de und sevenload.de. Beide sind lizenzfrei, für mich ein wenig zu chaotisch zum Suchen, Material mit sehr unterschiedlicher Qualität.

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