Social Media: Mehr Aussenstellen, mehr Aufwand, mehr Chancen

bild_buch_3-1Jetzt kann man mein neues Buch bestellen – geliefert wird Ende September. Dieser Beitrag zeigt am konkreten Beispiel, wie mehrere Social Media Plattformen fürs Buch eingesetzt werden, mit leicht variierten redaktionellen Konzepten; angepasst auf Zielgruppen und Medium.

Ab heute ist «Social Media in der Medienarbeit» hier über den bernetblog, über unsere Website und auf Facebook bestellbar.

Immer mehr Aussenstellen
Das Buch enthält auch eine Schätzung der für Social Media notwendigen Ressourcen. Dabei musste ich eine Menge von Annahmen treffen und schildern – ich habe vor- und rückwärts gerechnet und bin auf eine bis zwei Stellen gekommen. Manchmal plagten mich Zweifel, ob denn das nicht effizienter gehen könnte. Aber verschiedene Projekte, Gespräche mit Praktikern und nun meine eigene Erfahrung bei der Platzierung des Buches auf allen Plattformen zeigen: Konzeption, Umsetzung und Dialog verschlingen viel Zeit. Denn die Web-Phase, in der wir gerade stecken, bringt viele neue zu bespielende Aussenstellen mit sich. So sieht die Landkarte für unser Buchmarketing aus:

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Die eigene Website steht immer noch im Mittelpunkt – hier laufen alle Fäden zusammen, hier ist der Kaufprozess hinterlegt; er kann aber auch von anderen Plattformen aus angesprochen werden. Wir haben schon für das erste Buch eine Lösung mit Paypal aufgesetzt, die auch Kreditkarten akzeptiert. Immer noch wichtig bleibt der abonnierte E-Mail-Newsletter. Die graue Fläche steht für die Vernetzung all dieser Inhalts-Filialen, einer der entscheidenden Faktoren. Gelb sind die stärker dialogisch ausgelegten Social Media-Plätze: bernetblog, Twitter, Flickr und natürlich Facebook (Inhalts-Reiter «Buch»). Gerne würde ich auch einen Kurzfilm auf YouTube platzieren, das Drehbuch steht, aber bezüglich Umsetzung bin ich mir noch nicht klar.

Ergänzende, vernetzte und relevante Inhalte
Copy-Paste liegt nicht drin. Die Buch-Infos sind so variiert, dass sie den (angenommenen) Nutzerhaltungen entsprechen: Der Newsletter wird nächste Woche einen einmaligen Akzent zum Thema «Social Media Guidelines» setzen, im bewährten Inhaltskonzept mit schnell lesbaren Tipps. Der bernetblog bringt laufend inhaltlich angepasste Auszüge oder aktuelle Ergänzungen. Twitter vermittelt Ähnliches, aber in viel kürzerer Form und häufiger. Auf Flickr haben wir alle 19 Abbildungen aus dem Buch hinterlegt, das ist ein neuer Versuch. Facebook schliesslich ist wohl die aufwändigste und wichtigste Filiale. Hier setzen wir auf Interaktion: zuoberst auf der von INM (Kunde von uns) programmierten Seite steht die Möglichkeit, Fragen loszuwerden. Mal sehen, ob wir diesmal überrannt werden; die Option hatten wir schon im ersten Facebook-Inhaltskonzept (hier beschrieben), aber der Rücklauf blieb bescheiden. Dazu kommen das laufende Einspielen von News, Rezensionen und natürlich ein Kauf-Link.

Brian Solis hat gerade in einem Harvard Blog-Beitrag gekonnt auf den Punkt gebracht, dass Social Media nicht einfach da sind, um die gleichen Werbebotschaften mehrfach zu platzieren. Sein Konzept heisst einprägsam-amerikanisch: «KISS – keep it significant and shareable».

Richtig social wirds erst bei der Vernissage
Einmal im Jahr laden wir alle zugewandten Orte in unsere Agentur ein, in der Regel zu einer Kunstvernissage. Bald ist es Zeit für die zweite Buchvernissage, die steht aber noch mitten in der Vorbereitung. Denn bei allen Links, Buttons und «Gefällt mir» bleiben die persönlichen Begegnungen immer noch die farbigsten. Infos folgen, natürlich auf allen Kanälen…

Zum Thema:
Was bringt ein Facebook-Auftritt? Aufwand, Abhängigkeit, Aufmerksamkeit
Facebook-Tipps: Was bringt viele «Gefällt mir»?
Social Media ticken anders als klassiche Medien

Web 2.0 und Museen – geht das?

Tag CloudKaum ein Schweizer Museum nutzt Social Media, dabei gibt es gute internationale Beispiele. Eine kurze Übersicht der Einsatzmöglichkeiten.

Noch sind die Museen im deutschsprachigen Raum verhalten, was den Einsatz von Web-2.0-Elementen betrifft. Gemäss einer Studie nutzt nur das Städel in Frankfurt die ganze Bandbreite der Web-2.0-Funktionalitäten.

Das Städel-Netzwerk als Vorreiter
Neben einem Facebook-Auftritt mit über 2000 Fans integriert die Website des Städel-Museums weitere Web-2.0- und Community-Elemente (siehe auch Video-Beitrag Museum trifft Web 2.0):

Die anderen Museen im deutschsprachigen Raum nutzen die Möglichkeiten von Social Media erst vereinzelt oder nur punktuell für eine Ausstellung oder ein Projekt, so das Fazit der erwähnten Studie. Die Bereitschaft zu einem weitergehenden oder umfassenden Einsatz sei noch nicht gegeben.

Street Museum

Kunstwerke auf Londons Strassen
Eine gute Idee hatte das Museum of London. Ein Programm für das iPhone bringt die verschiedenen Werke des Museums per Geotagging und Augmented Reality in Kontext mit der Stadt. Die Anwendung Street Museum verknüpft die (Landschafts-)Bilder und Fotografien aus dem Museum mit den heutigen realen Orten. Auf einer Stadtkarte werden die Ursprünge der Bilder angezeigt. Ist der Nutzer an einem dieser Orte unterwegs, wird das Kunstwerk auf dem Telefon-Display eingeblendet, sodass er es mit der heutigen Ansicht vergleichen kann.

Brooklyn Museum setzt Benchmark
Mein persönliches Vorzeigebeispiel ist das Brooklyn Museum mit seinem beispielhaften und überwältigenden Einsatz partizipativer Möglichkeiten und dazugehöriger Community – auch virtuell ein Besuch wert.

Studien zum Thema:

Facebook-Tipps: Was bringt viele «Gefällt mir»?

gefällt mir knopf von facebookVor zehn Jahren lautete die Frage: Was bringt Traffic auf die Website? Heute will man auf Facebook möglichst viele «Gefällt mir». Wie holt man sich diesen Klick auch bei immer mehr Facebook-Seiten? Erste Studien geben Hinweise – entscheidend ist ein klares inhaltliches Konzept, kombiniert mit echtem Dialog.

Das weltweit grösste Soziale Netzwerk ist ein Marktplatz der Meinungen, der bedient sein will – als Ergänzung zur Website. Immer mehr Organisationen unterhalten Facebook-Seiten, der Wettbewerb um Aufmerksamkeit wird intensiver. Gewinnen wird, wer die Interessen seiner Zielgruppen trifft und eine klare Idee bezüglich Ziele, Inhalte und Dialog hat.

Facebooker wollen Exklusives, Interessantes, Gemeinschaft
Allgemein gültige Aussagen über weltweit verstreute 500 Millionen aktive Nutzer sind unmöglich. Erste Fingerzeige für die eigene Inhalts-Strategie bringen US-amerikanische Umfragen:

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Die Grafik fasst drei Studien zusammen: Die Marketingagentur Razorfish hat 1000 US-Konsumenten befragt und im November 2009 ihre jährliche FEED-Studie veröffentlicht. 1314 waren es bei einer Umfrage des US-Netzwerks MarketingSherpa, veröffentlicht im Januar 2010 und nur als Zusammenfassung bei emarketer frei verfügbar. Etwas über 1500 schliesslich antworteten den beiden Research-Partnern Chadwick Martin Bailey und iModerate in der im Februar publizierten Studie, die als PDF zur Verfügung steht und ebenfalls auf emarketer zusammengefasst ist.

Drei Kern-Bereiche lassen sich ablesen: Erstens Exklusivität – von Sonderangeboten bis zur Erstinfo über neue Produkte. In den USA gibt es die grosse Tradition des Coupons-Sammelns, diese Art des Zugangs zu Aktionen verlagert sich immer mehr auf Facebook oder Twitter. Zweitens Interessantes – das reicht von Unterhaltung über Produkt- und Unternehmensinfos bis zum Kundendienst. «It’s fun and entertaining» bekommt einzig bei Chadwick/iModerate nur 10 Prozent der Nennungen, hier wurden im Gegensatz zu den anderen Umfragen aber auch  mehr Auswahlmöglichkeiten angeboten. Bei MarketingSherpa hiess der Punkt «Entertainment – funny and insightful», bei Razorfish «Interesting or entertaining content». Drittens Gemeinschaft: Mit «Zeigen, dass ich Fan bin» haben Chadwick/iModerate genau die richtige Option geboten, in ihrer Detailauswertung gelangt diese Nennung auf den dritten Platz. Marken und Organisationen, denen ich folge, prägen mein Image auf der Facebook-Bühne. Zu diesem Ausdruck von Gemeinschaft zählt auch die Tatsache, dass ich Kunde bin oder dass Bekannte Fans sind.

Drei Schritte zum Inhalts- und Dialogkonzept
Langfristig interessierte Fans oder Besucher/innen sichert man sich mit den richtigen Inhalten und einem authentischen Dialog. Es genügt nicht, einfach mal dabei zu sein. Wer kein Konzept hat, wird sich verzetteln und allenfalls gewonnene «Gefällt mir» schnell wieder verlieren. Drei Fragen führen zu einem nachhaltigen Auftritt:

1. Was und wen wollen wir erreichen?
Facebook ist eine zusätzliche Aussenstelle der Online-Kommunikation. Vernetzt im Zusammenspiel mit Website, Newsletter, Blogs, Twitter oder anderen Kanälen. Was soll die Investition in dieses Soziale Netzwerk bringen? Wer wird in erster Linie angesprochen? Sind Ziele und Zielgruppen realistisch, erst recht im Vergleich mit dem Auftritt von Konkurrenten oder nahen Meinungsmachern?

2. Was will man von uns? Wo können wir einen Beitrag leisten?
Wenn Kern-Zielgruppen definiert sind – was erwarten sie von Ihrer Organisation? Sind es Sonderangebote, inspirierende Inhalte, emotionale Bindung? Was kann Ihre Organisation inhaltlich und im Dialog bieten, ausgerichtet auf Erwartungen? Antworten erhält man durch längeres Zuhören, das Betrachten anderer Beispiele und eine kreative Sicht der eigenen Möglichkeiten.

3. Wie setzen wir das um, in Inhalt und Dialog?
Den Lackmus-Test für alle Ideen bringt die konkrete Planung von Massnahmen und Ressourcen. Wieviel Zeit ist für das tägliche Aktualisieren von Inhalten einzusetzen? Wo? Wer liest die laufenden Einträge auf der Pinnwand und beantwortet sie sofort?

Facebook-Auftritte sind zusätzliche Webseiten – oder ein ganzes neues Kapitel in ihrem bestehenden Web-Auftritt. Das heisst auch, dass für Facebook zusätzliche Stellenprozente einzusetzen sind, mit einer Gesamtsicht für alle Social Media-Aktivitäten. Die Bedeutung der Facebook-Präsenz wird zunehmen, weil immer mehr Web-Zeit auf diesen blauen Seiten verbracht wird.

Weiterführend:
Facebook-Kurzkonzept von Bernet_PR

Facebook-Handbuch mit Infos, Tricks, Regeln
MAZ-Bernet Social-Media-Seminar 11. Mai 2011

Multimedia: Glace gegen Lächeln und Kontakte

Unilevers Smile MachineUnilever hat eine Eismaschine entwickelt, bei der man mit Lächeln bezahlt – und indirekt mit Werbung in seinem Facebook-Umfeld.

Wer eine Gratis-Glace will, lässt sich von der Smile Machine fotografieren. Das Smile-o-meter bewertet dann das Lächeln. Das «richtige» Lächeln wird mit einer Glace belohnt. Und die portraitierte Person hat die Möglichkeit, das Foto auf ihrer Facebook-Seite zu veröffentlichen. Auf der Webseite von SapientNitro ist zu sehen, wie’s funktioniert.

Unilevers Nutzen ist doppelt: Die Maschine wird an Anlässen oder zur Happy Hour aufgestellt und erhält dort entsprechende Aufmerksamkeit. Mit der Veröffentlichung der Fotos erreicht Unilever zusätzlich das Facebook-Umfeld der Fotografierten. Aus Marketing-Sicht gelungen finde ich auch den Namen der Aktion: Share Happy.

Diesen Sommer lächeln wir in Euorpa aber noch ohne Belohnung: Der weltweite Einsatz der Maschine ist erst 2011 geplant.

Nützliches bei Twitter, Facebook und LinkedIn

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User und Betreiber erhalten neue Werkzeuge bei Twitter, Facebook und LinkedIn. In der Juni-Ausgabe der amerikanischen PR Tactics sind fünf Social Media-Tipps kurz vorgestellt.

Je grösser die Social Media Welt wird, desto mehr zusätzliche Services entstehen:

Tweets fördern (Promoted Tweets)
Unternehmen bezahlen für Tweets mit Werbe-Inhalten, die bei Suchanfragen als «Promoted Tweets» erscheinen. Der Tweet rutscht bei den Suchresultaten an erste Stelle, falls er relevant ist. Falls nicht, verliert er den «promoted» Status. So wird sichergestellt, dass der Benutzer keine für ihn irrelevanten Tweets erhält. «Promoted by» weist auf die werbende Firma hin. Unternehmen zahlen je nach Anzahl Tweet-Clicks. In einer ersten Phase testen ausgewählte Firmen das Programm.

Eingebaute Tweets (Embeddable Tweets)
Die meisten Blogger fotografieren ihre Tweets und fügen diese in ihren Post ein. Blackbird Pie könnte dies ändern: Der Link wird zum einzelnen Tweet oder HTML-Code snippet verkürzt. Man fügt den Tweet Link in Blackbird Pie ein und drückt «bake it». Der Link wird verkürzt wie beispielsweise bei bit.ly. Twitter arbeitet zur Zeit an der Kompatibilität der Codes mit den CMS-Systemen.

«Likes» auf Facebook Webseiten
Der kleine Daumen, auch «Like Button» genannt: bernetblog hat ihn beispielsweise am Ende jedes Blogbeitrags. Der Lesende drückt das «Like»-Symbol, falls der Beitrag gefällt. Der Newsfeed der Facebook-Seiten ihrer Freunde publiziert den Blog-Eintrag. Falls ihre Freunde nach der Lektüre auf den bernetblog gehen ist das Ziel erreicht.  Der «Like Button» ist ein unkompliziertes Instrument, die Aktivität auf einer Webseite zu erhöhen.

Einsichten ins Facebook-Innere
Das neue Facebook Insight Dashboard misst die Aktivität auf Facebook-Seiten, Applikationen und externen, in Facebook integrierten Webseiten. Für Administratoren eine Erleichterung, da Facebook-Aktivitäten an einem Ort abgerufen werden können. Nützliche Werkeuge für Webseiten-Betreiber und Applikations-Entwickler: 1. Grafiken von Interaktionen über eine bestimmte Zeit, 2. Nutzerzählung aufgeteilt in demographische Merkmale, 3. Zählungen der gesamten User-Aktivitäten.

Unternehmen verfolgen auf LinkedIn
LinkedIn-Nutzer können ihre Lieblings-Unternehmen beobachten, ähnlich der Facebook-Fanpage. Mit der Funktion «Follow Company» erhalten sie Mitteilungen über Updates einer Firmen-Webseite. Die Updates reichen von Firmen-Entwicklungen, offenen Stellen, anstehenden Beförderungen bis hin zu neuen Geschäftstätigkeiten. Die Informationen sind beispielweise für Jobsuchende oder externe PR Berater ein nützliches Instrument.

Die gennanten Dienste reagieren auf Bedürfnisse von Social Media Nutzern. Die Herausforderung liegt darin, die Anwendungs-Komplexität in Schach zu halten. Und nicht nur User-Wünsche zu erfüllen, sondern auch Einnahmequellen für die Dienste zu schaffen.

Diaspora: Wer glaubt an die Facebook-Alternative?

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Das Facebook-Monopol macht Angst. Dieser Argwohn und das Verlangen nach Datenschutz und Transparenz ist vier Studis Ansporn, es besser zu machen.

Ob das gelingt? Noch im Frühjahr habe sich die Diasporaner nur zum Ziel gesetzt, 10000 $ aufzutreiben. Damit wollen sie in diesen Sommermonaten in Ruhe an einer Facebook-Alternative tüfteln.

Die Positionierung ist simpel: «the privacy aware, personally controlled, do-it-all, open source social network». Konkret heisst das, dass die Diaspora-Daten nicht mehr über einen zentralen Server laufen würde, sondern über ein dezentrales Netzwerk, welches die Datenhoheit bei den Nutzern lässt. Tönt gut. So gut, dass in wenigen Wochen das Budget-Ziel um ein 20-faches übertroffen wurde. Per heute haben 6479 Spender/innen 200642$ für die noch inexistente Facebook-Alternative aufgewendet.

Warum Diaspora?
Neu ist dieser Wunsch nicht. Bereits einige Initiativen sind im Gange (hier ein Überblick bei Netzwertig). Viele haben gemein, dass sie sich «geekig» anfühlen (Geek: Person mit stark gesteigertem Interesse an Computern und neuen Medien, Wikipedia). Der Ansatz vom «aggregieren von Inhalten aus Social Media Anwendungen» bleibt dann eine technische Herausforderung und kommt nie auf die Stufe von «hier will ich dabei sein».

Das nährt meine Zweifel: Bei welcher Plattform würde mein privates Umfeld mitmachen? Mit minimalem Aufwand und ohne technisches Verständnis? Würden Sie das gerade erst – nach grösseren Widerständen – liebgewonnene Facebook wieder zumachen?

Es bleibt spannend. In der momentan so rasant schnellen Phase der Entwicklung werden schon die nächsten zwei, drei Jahre zeigen, welche «Player» noch mitspielen werden. Auch die «Grossen» wie Google (die Red.: Bernet_PR hält ein Mandat von Google), Microsoft oder Apple haben hier das letzte Wort noch nicht gesprochen. Man darf also gespannt sein, ob und wie sich die Machtverteilung im Social Web verschieben wird.

Kurzfristig bleiben wir aber mal ganz nah dran, was bei den Diaspora-Tüftlern in New York weiter läuft (Projektblog). Erste Resultate sind auf September versprochen. Am Geld als Ansporn solls vorerst – und einmal mehr – nicht fehlen.

PS: Beim Schreiben dieses Beitrags ging mir die Textzeile aus dem legendären Public Enemy-Song «Don’t believe the hype» (1988) nicht mehr aus dem Kopf (Lyrics).

Facebook Zahlen Juni 2010: Wachstum trotz Privatsphären-Diskussion

facebook schweiz logo

Facebook legt auch im zweiten Quartal zu: 474 Millionen aktive Nutzer sind es weltweit, 2.2 Millionen in der Schweiz. Global wächst das Soziale Netzwerk praktisch unverändert, in der Schweiz liegt das Dreimonats-Plus bei 6 Prozent; gegenüber 18 Prozent im ersten Quartal.

Bernet_PR und Serranetga liefern die Schweizer Zahlen alle drei Monate als Gesamtsicht. Die Zahlen zieht Serranetga aus dem AdPlanner von Facebook. Angezeigt werden alle Nutzer/innen, welche die Plattform in den letzten 30 Tagen besucht haben.

Global: 500 Millionen bis August?
Das grosse blaue Sofa – so kommt mir Facebook vor, weil immer mehr Menschen immer mehr Zeit darauf verbringen – wächst auf hohem Niveau: Plus 22 Prozent waren es im ersten Quartal, 15 Prozent im zweiten. Die Diskussion rund um neue Datenschutz-Einstellungen scheint dem Zulauf keinen Abbruch getan zu haben. Die USA blieben im Juni unter den Top-Ten der grössten absoluten Zunahmen, davor liegt Deutschland. Ganz grosse Brocken bringen Länder in Asien, Zentral- und Südamerika wie die Tabelle aus einem Beitrag von InsideFacebook zeigt.

facebook zunahmen global

Wenn nichts dazwischen kommt, dürfte die 500-Millionen-Grenze bis im August durchbrochen werden:

facebook aktive nutzer weltweit jun 10

Facebook Schweiz: 2.2 Millionen Nutzer
Auch wenn das prozentuale Plus im zweiten Quartal drei Mal tiefer liegt, baut Facebook seine Position auch bei uns weiter aus. Abmelde-Wellen sind definitiv keine zu verzeichnen, erstmals zeigt das Werbeplaner-Tool aber Minuszahlen: Die 4′000 im April dürften auf statistische Unschärfen gehen, im Juni liegt die Abnahme bei rund 9′000. Ausgewiesen werden die aktiven Nutzer; wer dem Treiben einen Monat lang fern bleibt, wird nicht mehr gezählt. Ob wir in den Sommermonaten weitere Auf- und Abs erleben werden? Schwankungen sind normal bei dieser hohen Penetration: 29.8 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind auf Facebook aktiv.

facebook aktive nutzer schweiz juni 2010

Anteil der jüngsten Nutzer verdoppelt?
Keine grossen Verschiebungen bringt die Aufteilung nach Geschlecht und Sprachen. Auffällig ist die Verdoppelung der Altersklasse bis 15: Der absolute Wert springt von 90′800 auf 176′860. Ein Fehler des Analyse-Tools? Wir haben die Werte heute nochmals abgefragt – und dieselben erhalten. Trotzdem wollen wir hier noch nicht zu viel reindeuten. Anmelden kann man sich übrigens ab 13 Jahren, wobei die selbst deklarierte Eingabe nicht überprüft wird.

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Stabil bleiben die Aufteilungen nach Geschlecht und Sprache:

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Fazit: Im grossen blauen Sofa versinken immer mehr Menschen. Eine Hegemonie, die für Nutzer und Anbieter von Inhalten durchaus ihre Vorteile hat. Und trotzdem wirkt sie ein wenig beängstigend.

Links
Alle bernetblog-Beiträge zu Facebook-Zahlen
Vergleich Deutschland-Schweiz-Österreich bei Thomas Hutter
Facebook could eat the Web von Steve Rubel

Social Media Gipfel: Swiss Air Lines und die Vulkankrise

swiss logo

Wie kann Online-Dialog die Krisenkommunikation einer Airline unterstützen? Am heutigen 4. Social Media Gipfel in Zürich sprach der Swiss Social Media Mann Christian Lüdi von ersten Erfahrungen.

Krisen kommen unerwartet, sind zeitlich nicht eingrenzbar und verlaufen unerwartet. Was es braucht, ist Nähe zu den Dialoggruppen, schnelle Kanäle und regelmässige Updates. Social Media Anwendungen drängen sich regelrecht auf. Die Swiss Air Lines haben dieses Jahr ihre diesbezüglichen Aktivitäten ausgebaut und bereits einen vorbildlichen Newsroom aufgebaut. Und dabei besonders die Integration von Facebook und Twitter vorbildlich gelöst.

Der Social Media Manager der Airline Christian Lüdi sah in seiner smgzh-Präsi die Vorteile von Facebook, Twitter und Co. in der Krisenkommunikation in diesen Dimensionen:

  • Live
    Sofort – fast schon Echtzeit – Reaktion auf Fragen, Entwicklungen, Gerüchte.
  • FAQ
    Ein Facebook- oder Twitter Dialog kann wie eine Frequently-Asked-Questions-Liste funktionieren: Anfragen müssen nicht mehrmals beantwortet werden.
  • Inputs von «Fans»
    Es kann durchaus sein, dass ein Facebook-Fan über mehr oder frischere lokale Infos verfügt als die PR-Stelle.
  • Fans für Fans
    Im Dialog untereinander können auch Fans Fragen beantwortet – mit ihren eigenen Erfahrungen. Dies kann natürlich für das Unternehmen durchaus auch unangenehme Konsequenzen haben.
  • Mobile, Mobile, Mobile
    Noch vor 2 Jahren wäre diese Diskussion gar nicht geführt worden. Weil die mobilen Kanäle noch nicht weit genug waren und die öffentlichen Internet-Stationen heillos überbucht. Heute ist der Grossteil der Reisenden mobil im Web.

Die Social Media Aktivitäten von Swiss auf einen Blick. Spannend dabei:
Es sind bei weitem nicht nur klassische PR-Themen abgebildet, sondern auch der Kundenservice oder die Verkaufsförderung.

swiss social media

Ein vielgehörtes Echo auf Lüdi’s Vortrag war die Feststellung, dass die Airline offensichtlich auch nur mit Wasser koche. Und die Nachfrage nach dem Konzept, Umsetzung und Zuständigkeiten beim geplanten «Swiss Blog» – soll noch im Juni online gehen, wir bleiben dran – ergab wenig Konkretes. Untrügliche Zeichen, dass bei der Swiss viele Online-Aktivitäten noch im Testflug-Modus laufen. Das Praxisbeispiel zeigt aber: Social Media haben gerade in Krisensituationen ein unüberschätzbares Potenzial.

Ein Bericht zum Projekt «Codex» von Swisscom im zweiten Teil des SMGZH und Weiteres wie Bilder, Präsis, Links etc. folgen in einem zweiten Beitrag an dieser Stelle.

Links:
Twitter-Wall zum Social Media Gipfel
blog.hdzimmermann.net «Social Media goes Mainstream»
blog.amazee.com «Social Media Gipfel 4»
bernetblog.ch «Social Media Newsroom: Drittanbieter und 17 Beispiele»
bernetblog.ch «Social Media Gipfel: Swisscom testet eReader Plattform»
bernetblog.ch «Social Media Gipfel 4: Bilder, Präsentationen, Eindrücke»

Banking: Online, Social, Facebook?

dollar-zeichenDas Mitmach-Web schreckt Banker auf: Konkurriert Social Banking die etablierten Institute? Sind Google und Facebook gar die besseren Banken? Oder bleibt alles beim steten Ausbau des Online-Banking?

«Die Bank sind wir» heisst ein auf Mai angekündigtes Buch zu Social Banking. Dass dies kein Hirngespinst ist, zeigen Beispiele: Zopa hat seit 2005 alleine in Grossbritannien 70.5 Millionen Pfund an Darlehen vermittelt. Smava kommt in Deutschland seit 2007 auf 25 Millionen Euro, die von über 10.000 Anlegern an rund 3.500 Kreditnehmer gingen.

Drei Stufen der Evolution bedrohen Margen und Marktanteile der Banken: 1. Online Banking, 2. Social Banking, 3. Facebook, Google, Sonstwer. Die dritte Stufe scheint im Augenblick noch die visionärste, auf Stufe eins startet gleich Wegelin durch und Stufe zwei ist schon ziemlich verbreitet.

1. Online Banking: Wegelin gibt Gas
Wegelin & Co. legt Wert darauf, die älteste Bank der Schweiz zu sein, gegründet 1741. Jetzt setzen die Banquiers das «e» auch vors Private Banking: Am 29. April wird die Nettobank den Medien präsentiert. Die privat haftenden, klassischen Vermögensverwalter verkaufen über diese getrennte Aktiengesellschaft «konsequentes ePrivate Banking». Damit investieren sie ihre Reputation in eine reine Online-Lösung.

Online Banking hat ein Potenzial, das über das heute Verbreitete hinaus reicht. Finanzinstitute werden die Online-Abwicklung und -Beratung weiter ausbauen. Der elektronische geführte Kundendialog und die Online-Präsenzzeiten weiten sich aus. Für die persönliche Begegnung bleibt weniger Zeit. Wo sie noch gesucht ist, gewinnt sie an Bedeutung für Image und Bindung.

2. Social Banking: Tummelfeld für neue Spieler
Öffentliche Kommentare oder direkte Kunden-zu-Kunden-Kommunikation sind nicht gerade das, was etablierten Finanzinstituten einfällt. Deshalb kommen viele Social Banking-Beispiele von Neugründungen. Zu den bekannteren Beispielen zählen Fidor und Noa, beide getragen von umtriebigen Gründern. Matthias Kröner vermittelt die Fidor-Vision in engagierten Vorträgen (Vimeo), François Jozic lächelt auf beinahe jeder Noa-Seite in die Kamera. Website, Blogs, Facebook, Twitter, YouTube und Flickr werden im Verbund eingesetzt für Kundenpflege und -gewinnung.

Unter den etablierten Häusern spielt die GLS Gemeinschaftsbank eine Pionierrolle: Das Institut gilt als Deutschlands führende Ökobank, 1974 von Antroposophen gegründet und heute Teil des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Vorbildliche Twitter-, Blog- und Facebook-Auftritte erweitern den Kunden- und Absatzdialog.

Stark diskutiert wird die Abbildung ganzer Finanzberatungs- oder Abwicklungsprozesse auf Facebook. Auch wenn 411 Millionen Nutzer auf dieser Plattform sitzen: Die Eignung über Dialoge hinaus ist fraglich. Hier warten Sicherheitsprobleme, neue Phishing-Versionen und die Unsicherheit über laufende Systemänderungen seitens Facebook.

3. Wäre Facebook die bessere Bank?
1996 hat Bill Gates mit «Banking is essential, Banks are not» Phantasien über Microsofts Pläne und andere IT-Quereinsteiger angeregt. Seit Mitte 2009 experimentiert Facebook mit «Credits»: Nutzer können via Kreditkarte oder Mobiltelefon Geld hochladen und für Einkäufe auf der Plattform einsetzen. Wie weit weg ist Facebook von der Idee einer eigenen Bank von Freunden? Wäre Google noch besser? Jeff Jarvis hat dieses Thema 2008 in «What Would Google Do?» aufgegriffen (Google ist Kunde von Bernet_PR).

Rund ums Banking gibts eine Reihe von weltweit unterschiedlichen Regulierungsfragen, die den Markteintritt erschweren. Wer würde sein Geld einem Technologiekonzern oder einer Sozialen Plattform anvertrauen? Vielleicht ist das auch eine Generationenfrage. Oder der richtigen Verbindung von Technologie und Reputation.

Weitere Links:
The Independent über Zopa, 8.3.2010
Ratenkredit-Anbieter.de zu Smava 30.3.2010
Lothar Lochmaier zu Banken auf Facebook 15.2.2010
Dirk Eisner zu Web 2.0/Finanzbranche 23.3.2010

Was ist eigentlich: … eine API?

cloud_computingDie Webspezialisten mögen sich gähnend abwenden. Aber der Begriff «API» ist zur Zeit omnipräsent. Zeit, ihn für uns Kommunikations-Fachmenschen aus dem Schatten des Halbwissens zu zerren.

Man hört oft, eine Webplattorm habe ihre API für eine andere geöffnet. Was heisst das? Welche Möglichkeiten öffnet das in der (Web-)Kommunikation?

API heisst soviel wie «Applications Programming Interface», deutsch «Programmierschnittstelle» oder «Schnittstelle zur Anwendungs-Programmierung» (s. hierzu auch die Definition gemäss Wikipedia). Seit es Computer gibt, spielen sie eine zentrale Rolle: Die API erlaubt einzelnen Software- und Hardware-Komponenten, miteinander zu kommunizieren. Als Bindeglied zwischen Anwendungen, Datenbanken, Festplatten oder Benutzeroberflächen.

Das Social Web: die grosse Spielwiese dank API’s
Eine ganz neue Bedeutung haben die API’s bekommen im Web, namentlich im Social Web. Hier sind diese Schnittstellen verantwortlich für die sogenannten Mashups – die Verbindung von verschiedenen Webanwendung. So öffnet beispielsweise – topaktuelles Beispiel – Facebook seine API für die Darstellung von «externen» Websites und -Anwendungen innerhalb der Facebook-Plattform. Einige unserer Lieblings-Mashups haben wir übrigens im Bernetblog beschrieben.

Gut erklärt werden die «API’s» auch hier im Film (welcher bezeichnenderweise den Titel «What are Mashups» trägt…):

Ergänzungen? Welche API’s müssten dringend für eine Verbindung geöffnet werden? Und welches sind Eure Lieblings-Mashups?

Weitere Beiträge in der Reihe «Was ist eigentlich: …:
…Echtzeit-Suche?»
…ein/e PR-Berater/in?»
…Cloud Computing?»
…ein Screencast?»
…das Semantic Web?»
…Web Compliance?»
…Twitter?»
…ein Social Press Release?»
…ein Widget?»
…die Craigslist?»

Facebook-Zahlen März 2010: weltweit 411 Millionen Nutzer

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Bereits über 411 Millionen Menschen nutzen Facebook. Die Zunahme ist auch auf die wachsende Verbreitung von Smartphones zurück zu führen.

Seit 2007 hat sich diese Nutzerzahl von weltweit 34 auf heute 411 Millionen mehr als verzehnfacht. Gezählt sind Nutzer mit Aktivität in den letzten 30 Tagen. Der Verweis auf viele passive Profile schiesst also ins Leere. Auch künstliche Phantasie-Zweitprofile à la «James Bond» oder ähnlich fallen wohl nicht ins Gewicht.

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Eindeutig ist hingegen der Zusammenhang mit der Einführung des iPhones im Jahr 2007. Rund ein Viertel aller Facebook-Nutzer (100 Millionen) greifen bereits mobil auf ihren Account zu (Quelle: Inside Facebook). Bedenkt man, dass es weltweit geschätzte vier Milliarden Mobiltelefone gibt, ist also auch das Potenzial noch riesig.

Angesichts dieser Marktgrössen wird klar: alles drängt in den Markt mobiler Anwendungen. Wie wird Facebook damit umgehen und sich weiter entwickeln? Welche Tools rund um Informations-Beschaffung und -Austausch kriegt das weltweit grösste Social Network noch unter sein Dach?

Links:
Inside Facebook: Facebook’s Multi-Prong Mobile Strategy Pays Off…
bernetblog: Facebook-Zahlen Schweiz: 2 Millionen überschritten
Alle bernetblog-Beiträge zu Facebook-Zahlen

Nestlé, Greenpeace und Facebook: Lernen aus der Krise

stop nestle by greenpeace_co_ukGreenpeace gegen Kitkat: Ein böses Video, Orang-Utans und Urwald sind der Mix, den Nestlé zu neuen Palmöl-Lieferanten bringen soll. Eine Social Media Krise mit vorerst drei Lernsätzen.

«Märkte sind Gespräche» definiert das Cluetrain Manifest schon 1999. Die Idee einer Öffnung des Dialogs im Internet, weg von den üblichen Publikationsmonopolen, hat seine Vorteile und seine Tücken.  «Erst mal Zuhören» lautet der erste Tipp aller Social Media Berater – das braucht Nerven, wenn man so zugeschrien wird, wie Nestlé in den letzten Wochen.

Greenpeace: Sympathieträger mit integraler Strategie
Auf der einen Seite steht David, seine Steinschleuder heisst virale Kampagne. Das Video dazu verleiht dem Kitkat-Werbespot ein unappetitliches Ende. Es ist eingebunden auf YouTube, mehreren Greenpeace- und einer Kampagnen-Seite. Mit den Codes für die schnelle Weiterleitung oder das Einbetten auf allen Social Media. Als die Websites stehen, folgen Facebook und Twitter. Die Botschaft: Nestlé kauft Palmöl von einem Lieferanten, der Indonesiens Urwald rodet. Der schnelle Ausbau von Palm-Anbauflächen tötet dort lebende Orang-Utans.

Nestlé: Goliath verlangt Gesprächsregeln
Auf der anderen Seite steht ein Weltkonzern als ideale Projektions- und Angriffsfläche. Nestlés Frage-/Antwort-Sammlung zeigt, dass das Unternehmen gar kein Palmöl vom kritisierten Produzenten bezieht. Greenpeace sagt, dass einfach ein Zwischenhändler eingeschaltet werde. Nestlé sagt, dass sie bis 2015 alles Palmöl von «zertifiziert nachhaltigen Lieferanten» beziehen wollen – noch sei auf dem Weltmarkt zu wenig von dieser Qualität verfügbar. Nestlé kauft 0.7 Prozent der Weltproduktion.

Nestlé beruft sich auf Regeln. Zuerst lässt man das Video auf YouTube entfernen, wegen Verletzung der Urheberrechte. Für Daniela Montalto, Greenpeace Forest Campaign Head, war das der Wendepunkt: «Internet-Nutzer waren empört und haben begonnen, das Video in ihrem Netzwerk und auf anderen Plattformen zu verteilen.» (Interview mit France 24, 2.4.2010.) Die Protestwelle wächst.

Die Zahl der Facebook-Fans steigt auf über 90′000 – und die Pinnwand ist voll von Links und mehrheitlich gehässigen Texten. Das Social Media Team reagiert gereizt, wenn Fans als Profilbild ein verändertes Nestlé-Logo verwenden. Zum Beispiel «Killer» statt «Kitkat», wie man es auch von der britischen Greenpeace-Seite runterziehen kann. Einmal wird der Nestlé-Administrator auf Facebook zu ruppig, was zu einem erneuten Anschwellen des Protests führt – die Details der Auseinandersetzung auf Social Media Influence.

Social Media Krise: Viel zu lernen
Märkte sind Dialoge – die Menge auf Facebook und Twitter schreit. Wer es wagt, KitKat zu mögen, wird als Sympathisant zugedeckt. Die Facebook-Moderation entschuldigt sich etwas später für den Eclat rund um Kommentare und Logos mit der Bemerkung, «Wir haben noch viel zu lernen». Nestlé verabschiedet sich für einige Tage aus der Diskussion – und wird dann doch irgendwie vermisst. Die Pinnwand sieht immer schlimmer aus, bis sie über Ostern aufgeräumt wird: Fans können keine Links und Videos mehr posten und die Kommentare werden in einem Fenster gesammelt, das man erst aufmachen muss.

facebook nestle und kitkat seiten

Was lässt sich aus der Geschichte grundsätzlich lernen?

1. Der Angegriffene hat nie Recht: Es ist sehr unangenehm für ein Unternehmen und alle Mitarbeitenden, so am Pranger zu stehen. Der Angreifer hat einen Überraschungsvorteil, aus der Defensive kann man keine Regeln setzen. Während Greenpeace die Strategie definiert hat, muss Nestlé sich erst mal orientieren. Wobei die Sympathiepunkte von Beginn weg ungleichmässig verteilt sind.
2. Taten sind wichtiger als Worte:
Die Beschleunigungs- und Multiplikationseffekte von Social Media führen die öffentliche Diskussion auf eine neue Ebene. Trotzdem zählen am Ende des Tages die konkreten Taten. Mir erscheinen die von Nestlé dokumentierten Schritte nachhaltig. Obwohl im Hin und Her der Argumente noch keine wirkliche Übersicht möglich ist.
3. Worte brauchen eine Stimme: Wer sich als Unternehmen im öffentlichen Dialog exponiert, braucht eine starke Stimme. Auf der eigenen Website und – entsprechende Ressourcen vorausgesetzt – auf Sozialen Netzwerken. Der Aufwand für gut gemachte Inhalte, das Lesen und Beantworten von Kommentaren, das Sicherstellen von hoher Präsenz in Krisen verlangt ein sehr hohes, konstantes Engagement.

Wer sich als Unternehmen sagt: Nein, das lass ich lieber – der wird besucht. Die oben rechts abgebildete inoffizielle Kitkat-Facebook-Seite zählt 767′000 Fans. Die von Nestlé klinisch rein gehaltene Kitkat-UK-Facebook-Seite versammelt 128′000.

Facebook Zahlen Schweiz: 2 Millionen überschritten

facebook schweiz logoDie Bernet PR/Serranetga-Auswertung zeigt einen markanten Anstieg der aktiven Schweizer Facebook Nutzer. Im ersten Quartal 2010 sind 325′820 dazu gekommen, das Total erreicht 2.115 Millionen. Etwas stärker wachsen die Altersgruppen über 20.

Ich kam mir ja schon richtig mutig vor, als ich im Beitrag vom 21.1. die Schweizer Dezember-Zahlen mit einer Prognose von 2.2 Millionen bis Ende 2010 abschloss. Auf Ende 2009 wurde die Kurve ziemlich flach, ich sah eine Sättigung voraus. Asche auf mein Haupt, hier die wichtigsten Fakten und Charts in Kürze. Die Quelle aller Daten liegt bei unserem Daten-Partner Serranetga, sie sammeln und aggregieren die Schweizer Fakten direkt bei Facebook.

Schweizer mögen Facebook: Grosser Sprung im Februar
Die Grafik zeigt das zaghafte Wachstum ab August 2009 – der Jahresanstieg erreichte 90 Prozent. Dann ein grosser Sprung im Februar; müsste Facebook eine Dankeskarte an Simon Ammann und Carlo Janka senden?

facebook aktive nutzer schweiz märz 2010

Diese Werte berücksichtigen im Gegensatz zu anderen Quellen nur diejenigen Profilinhaber, die ihre Seiten in den letzten dreissig Tagen besucht haben. Facebook gelingt damit auch in der Schweiz der Ausbau als grosser Web-Treffpunkt. International werden auf der Presseseite immer noch 400 Millionen Nutzer gemeldet.

Zunahme eher über Zwanzig
Eine Grafik der Weltwoche (siehe bernetblog vom 29.1.) zeigt, dass Facebook bei den Jüngeren schon aus demografischen Gründen nicht mehr stark wachsen kann. Ein Profil anlegen darf man übrigens ab 13.

Die 18 Prozent Wachstum im ersten Quartal 2010 verteilen sich deshalb etwas stärker auf die Kuchenschnitze ab 20 Jahren. Facebook bleibt eine breit abgestützte Plattform für unterschiedliche Altersklassen mit sehr unterschiedlichen Interessen.

facebook nutzer schweiz nach alter

Geschlecht und Sprachen stabil
Praktisch unverändert bleiben die Anteile der Männer und Frauen – die Nutzerinnen gehen um 1 Prozent zurück, die Balance bleibt trotzdem gewahrt. Deutsch bleibt mit 60 Prozent die meistgewählte Profileinstellung, gefolgt von Französisch, Englisch und Italienisch.

facebook nutzer schweiz geschlecht und sprache

Verweildauer 7, 25 oder 55 Minuten pro Tag?
Sehr unterschiedlich sind die Daten zur Verweildauer. Per Ende Dezember hatte Serranetga noch Daten zur Schweizer Verweildauer erhalten. 25 Minuten sagte Facebook, jetzt sind sie nicht mehr verfügbar. Auf der Presseseite spricht Facebook von 55 Minuten, die der Durchschnittsnutzer bei ihnen sitzen bleibe. Nielsen gibt aufgrund von Befragungen einen globalen Schnitt von 5.5 Stunden pro Monat an, Büro- und private Nutzung kombiniert. Sogar ein Schweizer Wert ist ausgewiesen: 3 Stunden 26 Minuten für den privaten Zugang.  Das wären bei 30 Tagen dann nur etwas mehr als 7 Minuten täglich.

Wo liegt die Wahrheit? Dass immer mehr Menschen immer mehr Zeit auf Facebook verbringen, bleibt unbestritten. Um den mittlerweile grössten Web-Versammlungsplatz kommt niemand mehr herum. Sogar Apple gibt die eigene Monopol-Strategie auf und pusht seit kurzem die iPhone-Apps auf einer speziellen Facebook-Seite. Noch ist sie zugeschnitten auf den amerikanischen Markt.

Link
Alle bernetblog-Beiträge zu Facebook-Zahlen

News sind sozial

zeitungsleser In den USA werden Nachrichten immer stärker Online und mobil abgerufen. Soziale Netzwerke werden für News-Anbieter so wichtig wie Suchmaschinen – Plattformen wie Facebook werden zum Bazar für News.

Anfang März publizierte das Pew Research Center die lesenswerte Studie «The New News Landscape». Sie zeigt, dass bereits ein Drittel der US-Amerikaner/innen News übers Mobiltelefon lesen. Das Internet ist nach dem Fernsehen die zweitwichtigste Quelle für Nachrichten, die Mehrheit der Befragten nutzt täglich bis zu sechs verschiedene Newszugänge, siehe «Newskonsum: Internet rückt vor» mit einem Vergleich USA/Schweiz. Interessant sind die sozialen Aspekte im Umgang mit Nachrichten:

Soziale Netzwerke auf News-Empfang
Wie werden News empfangen? Ganze drei Viertel der Online-News-Lesenden geben an, dass sie Neuigkeiten via E-Mail und / oder Einträgen auf Sozialen Netzwerken erhalten. Der Austausch via E-Mail und Netzwerke kombiniert ist also sehr gross. Dabei geht es den Empfängern wie uns allen: 38 Prozent lesen alle erhaltenen Sendungen, 37 Prozent einen Teilen, 23 Prozent haben selten die Zeit dazu.

Noch spannender wird diese Zahl: 23 Prozent der Benutzer von Sozialen Netzwerken, die News Online lesen, verfolgen Journalisten oder Medien auf Plattformen wie Facebook.

Die grosse soziale News-Verteilmaschine
Was tun die Empfänger mit Neuigkeiten? Die Hälfte der Internet-Newskonsumenten gibt Inhalte via E-Mail weiter, ein Viertel kommentiert. An dritter Stelle folgen wiederum die Sozialen Netzwerke: 17 Prozent geben an, einen Link zu einer Nachricht erfasst zu haben, ergänzt mit ihren Gedanken. 11 Prozent setzen Tags oder Schlagworte zu Einträgen, kategorisieren sie in ihren Linksammlungen. Nur 9 Prozent schreiben selbst Beiträge, posten eigene Videos oder Bilder. Twitter als kürzeste Form des Weiterleitens von Links und News erreicht 3 Prozent.

was machen internet user mit news

Soziale Netzwerke so wichtig wie Suchmaschinen
Im Vordergrund des Mitmachweb stehen das schnelle Weiterverbreiten und Kommentieren. Soziale Plattformen wie Facebook werden in zunehmenden Masse zum persönlichen Nachrichtenbazar. Hier verbringen Web-Nutzer sowieso viel Zeit, sie lesen also auch noch gleich ihre Lieblingszeitung und die News-Tipps von Freunden. Sie beteiligen sich am Kommentargespräch, geben ihre Sicht der Dinge am liebsten über Links an andere weiter.

News waren schon immer sozial, Märkte schon immer Gespräche. Jetzt werden sie zunehmend Online geführt. Und weil die Teilnehmenden nicht überall präsent sein können, verweilen sie lieber ein wenig länger zwischen E-Mail und Facebook.

Soziale Netzwerke erhalten für den Empfang und die Weiterverbreitung von News eine ähnlich hohe Bedeutung wie Suchmaschinen.

Verweildauer in Sozialen Netzwerken steigt massiv

spinnennetz_soziale_netzwerkeDie monatliche Verweildauer in Sozialen Netzwerken ist sehr hoch.  Die Zahlen sind 2009 weiter angestiegen – Facebook ist die beliebteste soziale Plattform.

The Nielsen Company, führend in Markt- und Marketingforschung in den USA, veröffentlicht Zahlen zur Nutzung von Sozialen Netzwerken. Erfasst wurden dabei Daten zu Facebook, Myspace, LinkedIn, Classmates, Twitter, Blogs, Online Games und Instant Messaging in den USA, England, Australien, Brasilien, Japan, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und der Schweiz.

Monatliche Verweildauer um 82 Prozent gestiegen
Nutzer verweilten 2008 durchschnittlich drei Stunden monatlich auf sozialen Netzwerken. Diese Zahl ist im Dezember 2009 massiv angestiegen auf mehr als fünf Stunden im Monat.

Facebook globale Nummer eins
Die längste Besuchszeit verzeichneten die Sozialen Plattformen und Blogs. Gefolgt von Online Games und Instant Messaging. Dabei liegt Facebook klar auf dem ersten Platz – 67 Prozent aller Nutzer von Sozialen Plattformen besuchten Facebook. Im Dezember 2009 zählte Facebook weltweit 206,9 Millionen Nutzer – das entspricht ungefährt der Einwohnerzahl Brasiliens.

Australier nutzen Soziale Netzwerke am häufigsten
Für die nachstehende Auflistung wurden Anzahl Nutzende und Verweildauer in den Ländern erfasst, bezogen auf Soziale Netzwerke und Blogs. Die USA weist die meisten Nutzende aus:  142 Millionen (fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung). Die Schweiz zählt am wenigsten Aktive: 2,5 Millionen. Am meisten Zeit damit verbringen die Australier, am wenigsten die Japaner. Mehr zu den Schweizer Facebook-Usern und Verweildauer im Beitrag Facebook User Schweiz vom 21.1.2010 .

Unique Visitors und Verweildauer Social Media

Seichte Unterhaltung oder Teilen von interessanten Inhalten?
Mich erstaunt die niedrige Zeitinvestition der Japaner – diese gelten als «immer mobil». Die durchschnittliche Verweildauer von fünfeinhalb Stunden im Monat erscheint mir hoch. Auf einen Tag ausgerechnet sind das elf Minuten Zeitinvestition in Soziale Netzwerke (inklusive Wochenende). Spannend wäre herauszufinden, was Nutzende suchen, entdecken und teilen. Werden die elf Minuten täglich investiert in Voyeurismus oder ins Weiterverbreiten und Teilen von intellektuellen Inhalten?

Vollständiger Artikel auf nielsenwire: Led by Facebook, Twitter, Global Time Spent on Social Media Sites up 82% Year over Year.

Nachtrag: Die Februar-Zahlen von Nielsen zeigen einen anhaltenden Anstieg Global Audience spends 2 hrs more a month on Social Networks than last year.

BBC sagt: Social Media muss sein

@zeichen_schreibmaschDer neue Chef von BBC World Services nimmt kein Blatt vor den Mund: Social Media muss sein. Twitter, Facebook und Blogs verändern Recherche, Publikation und Geschwindigkeit.

In einem Blog-Interview des Guardians verdeutlicht Peter Horrock als neuer Chef der globalen BBC News seine Haltung zum Einsatz von Social Media im Journalismus. Dabei sieht er Blogs, Twitter oder Facebook nicht nur in der Recherche, sondern auch im internen und externen Dialog als unausweichliche Werkzeuge. Dass sie für die Informationsbeschaffung bereits stark verbreitet sind, zeigt eine neue Studie aus den USA.

Wer Social Media nicht einsetzt, kann gehen
Der frühere Chef des Multimedia Newsrooms Peter Horrocks hat die Leitung von BBC World Services Anfang Februar übernommen. Zu seinem Antritt hat er in der internen Hauszeitung klar gemacht, dass Social Media eine wichtige Quelle sind für Recherchen, für die gemeinsame Erarbeitung von Geschichten und deren Verbreitung nach aussen. Der Guardian-Artikel zitiert: «Das ist nicht einfach die Laune eines Technogie-Freaks. Ich befürchte, dass wir unsere Arbeit nicht machen, wenn wir diese Dinge nicht beherrschen. Das ist keine Ermessensfrage. Wer es nicht mag oder wer denkt, dass diese Veränderung oder diese neue Arbeitsweise für ihn zu gross sei, der soll gehen und etwas anderes tun – weil es einfach passieren wird. Niemand kann es aufhalten.»

Recherche, Verbreitung und Dialog
Technologie ändere den Journalismus. Deshalb seien Twitter und RSS-Reader essentielle Werkzeuge für die News-Recherche. BBC-Redaktorinnen und Redaktoren sollen darüber hinaus Twitter und andere Möglichkeiten einsetzen zur Verbreitung ihrer Inhalte samt Links zu den Originalberichten. Und schliesslich sei ein journalistisches Social Media Engagement wesentlich für den direkten Austausch mit Leserinnen und Lesern.

Immer schneller, immer oberflächlicher?
Wir Medienkonsumenten erleben wie die Medienschaffenden eine spannende Veränderung: News werden weltweit immer schneller erfasst und immer schneller publiziert. Im Wettrennen um das erste Bild oder die erste Schlagzeile entscheiden heute Sekunden. Früher konnte man in Sondersituationen ein Extrablatt schreiben und drucken, das erste Foto der Notlandung auf dem Hudson-River gelangte vom Mobiltelefon über Twitter innert Sekunden an die Öffentlichkeit.

Der Kampf um das erste Bild, die erste Schlagzeile ist unerbittlich. Wir stehen in eine steigenden Flut von Sofortnachrichten. 2oMinuten bringt mir eine Eilmeldung aufs iPhone? Wieso kann ich die Geschichte noch nicht auf NZZ Online nachlesen? Ich glaube, dass Peter Horrock recht hat: Wer im Nachrichtengeschäft tätig ist, muss beides schaffen: Sehr schnell raus mit Inhalten und so schnell wie möglich die Hintergründe dazu liefern. Dabei helfen Social Media. Und sie können eine wichtige Rolle spielen beim Vermitteln der Inhalte ans Publikum.

Schnell ist immer oberflächlich, das liegt in der Natur der Sache. Ich habe die Eilmeldungen auf meinem iPhone wieder ausgeschaltet. Weil mir der Hintergrund am nächsten Tag wichtiger ist als Störung mitten im Tagesablauf. Die Meldungen, von denen ich mich stören lasse, bleiben in E-Mail und RSS abonniert.

Dieser Beitrag erschien am 25. März auf Marcel Bernets «Extrablog» der NZZ.

bernetblog-Artikel zur Social Media-Nutzung von Schweizer Medien

Im Facebook-Sofa versinken? Newsreader mit Tücken

facebook_chFacebook preist sich neu auch als idealer Platz fürs Lesen von News an. Das Einrichten hat noch seine Tücken. Die Botschaft «Macht doch alles bei mir» hat Konsequenzen für Ihren Web-Auftritt.

Eine interessante Entwicklung verstärkt sich auf Facebook: Wer hier einloggt, kann bleiben. Wieso das Facebook-Sofa verlassen und rüber ins Twitter-Café hetzen? Mark Zuckerbergs Empfangsteam sagt: Kurznachrichten gibts doch auch bei uns, einfach sitzen bleiben! Und jetzt rösten wir auch den besten News-Kaffee!

Newsreader einrichten mit Tücken
Wie üblich bei Facebook: Wer neue Möglichkeiten wirklich einsetzen will, muss sich erst durch Manuals wälzen – angeregt durch eine Bloganleitung von Facebook und unterstützt durch Annette Schwindts Tipps hier der Schnell-Leitfaden für einen News-Strom auf Facebook.

Neben «Freunden» können auch «Seiten» in Listen sortiert werden. Zuerst oben rechts auf der eigenen Seite «Konto» anklicken, «Freunde bearbeiten» auswählen:

konto

Bei mir sind schon Listen erstellt. In diese Listen können auch Seiten eingeordnet werden – links auf «Seiten» klicken, bei den erscheinenden Seiten können Sie wählen, zu welcher Liste sie gehören sollen. Dabei können Sie gleich auch neue Listen erstellen. Ich habe mir eine Liste «News» geschaffen. Dort hinein ziehe ich Seiten wie AP, Spiegel Online oder gerngelesene Blogs mit Facebook-Auftritten.

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Wenn ich diese, zu Beginn aufwändige Sortierarbeit durchziehe, erhalte ich auf meiner Facebook-Startseite diese Übersicht der laufend eingehenden News. Samt Möglichkeit des direkten Dialogs mit den Absendern, über Facebook-Notizen. Interessanterweise muss ich für diesen «Newsreader» auf «Freunde» klicken.

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Fazit: Bieten Sie Ihre News hier an
Als Leser ist mir dieser Reader zu wenig schnell. Verlockend daran ist die Integration mit der Kommentarmöglichkeit. Und noch etwas: Auf Facebook muss ich sowieso jeden Tag kurz einloggen, meine Nachrichten checken und die Bernet_PR-Seite betreuen. Also könnte ich doch gleich schnell die News hier überfliegen?

Für Anbieter ist klar: Wenn Sie News irgendwo im Web bieten, dann unbedingt auch auf Facebook anzeigen. Denn das Leserpotenzial ist hoch. Und die Menschen sind bequem, genau wie ich. Die Entwicklung in den USA zeigt diese interessante Grafik in einer Analyse von Hitwise. Facebook bringt heute mehr Links zu Newsquellen und Medien als Google News.

Facebook and Google News to News Websites

Google Search bleibt die Quelle Nummer eins für Links zu Medien, vor Yahoo und msn. In diesem Vergleich liegt Facebook auf Platz vier.

Platz nehmen und sitzen bleiben!
Mein amerikanischer Kollege Steve Rubel hat kürzlich festgestellt, dass Facebook einer seiner am meisten besuchten Seiten ist. Er sieht in der laufenden Integration von News, Kurznachrichten, Chat, Kommentierung, Video, Links eine absehbare Dominanz dieser Plattform. In «Facebook could eat the Web» skizziert er eine Zukunft, in Konsumenten und Anbieter sich nur noch auf dieser Plattform austauschen. Wo also Unternehmen auf eine eigene Website ausserhalb dieses Sozialen Netzwerks ganz verzichten. 1-800-Flowers lässt zum Beispiel Kunden direkt aus Facebook Blumen bestellen.

Ich glaube immer noch an die eigene Website als Zentrum aller Online-Aktivitäten. Wo Facebook mit Twitter, Blogs, Buzz und weiteren Tools als Satelliten wirken, die Traffic rüber bringen auf den eigenen Auftritt. Wo Unternehmen und Organisationen die Kontrolle über ihre Kontakte und Inhalte haben und sich nicht dauernd an neue Programmiervorgaben von Facebook oder plötzliche Änderungen der maximalen Freundeszahl undsoweiter anpassen müssen.

Kann sein, dass ich da völlig falsch liege. Wenn alle im Kaffee Facebook sitzen, muss ich meinen Chai wohl auch dort reinbringen.

Facebook: Die Weltwoche über das neue Lagerfeuer

facebook_chFacebook ist in aller Munde und bringt Aufmerksamkeit und Leserzahlen. Die Weltwoche stellt eine Studie vor und sprach mit Marcel Bernet über die Nutzerzahlen.

Die Studie, in Auftrag gegeben von ROD, begleitete 50 Nutzer/innen durch eine einmonatige Facebook-Abstinenz. Die Reaktionen entsprachen von der Akquise der Proband/innen bis zur Auswertung ihrer Erfahrungen dem klassischen Suchtschema: Zuerst die grosse Überwindung oder gar Angst vor dem Ausstieg, gefolgt vom kalten Entzug mit Phantomschmerzen, Gereiztheit und Unverständnis bei der Peer-Group (Mitsüchtige, Community) und schliesslich die Erleichterung bei der Entdeckung von neuen alten (Sucht-) freien Lebensqualitäten.

Viele der Testpersonen – vor allem auch Studierende und Schüler/innen – waren weniger «zerstreut» und konnten sich besser auf die Arbeit oder das Lernen fokussieren. Trotzdem: Ausnahmslos alle fünfzig Teilnehmer kehrten nach den dreissig Tagen zurück ins Social Network – wollen es aber künftig «seltener, bewusster, sinnvoller» einsetzen. Wir werden sehen.

Das Virus Facebook in Zahlen
Der Weltwoche-Artikel wird begleitet von einer Infobox über Netzwerke. Marcel stand der Weltwoche Red und Antwort. Auffällig darin die Grafik mit den Facebook-Nutzerzahlen (Quelle: ROD).

nutzerzahlen schweiz facebook

Bei den 20-jährigen liegt die Abdeckung heute also schon bei nahezu neunzig Prozent. Grosses Potenzial liegt bei den Ü40-ern. Bedenkt man, dass bereits heute vierzig Prozent der Schweizer Facebook-Nutzer/innen über dreissig Jahre alt sind, merkt man: das Netzwerk wird immer erwachsener.

Siehe dazu auch unsere Beiträge über die Facebook-Nutzerzahlen:

Facebook User Schweiz: Zahlen 2009
Facebook – Muss das sein? Schweizer Reichweiten im Vergleich

Alle bernetblog-Beiträge zu Facebook-Zahlen

Facebook – muss das sein? Schweizer Reichweiten im Vergleich.

facebook_chFacebook erreicht 1.8 Millionen, das Schweizer Fernsehen 2.5 Millionen.  Was bringt dieser Vergleich und muss man als Organisation Facebook einsetzen?

Der Beitrag «Facebook User Schweiz: Zahlen für 2009» zeigt die Entwicklung von Facebook bezüglich Nutzer, Nutzung, Geschlecht, Sprachen und Alter. In welchem Verhältnis stehen diese Zahlen aus der Sicht von Werbung, Marketing, PR?

Facebook ist relevant
Wer sich überlegt, wo er ein Inserat schaltet, der fragt nach den Auflagen. Wie verhält sich die Zahl der aktiven Nutzer von Facebook zu den Reichweiten ausgewählter Medien? Das Schweizer Fernsehen gibt eine durchschnittliche Tages-Zuschauerzahl von 2.907 Mio an. Bei den Online-Medien fällt die Wahl auf den Tages-Anzeiger, NetMetrix zeigt im Dezember 1.407 Millionen Unique Clients. Als gedruckte Tageszeitung gibt schliesslich die NZZ gemäss Mach Basic 2009-2 315′000 Lesende an.

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Die Tageszeitung bleibt relevant

Hier vergleichen wir oberflächliche Zahlen. Sie messen nicht überall dasselbe – denn Fernseh-Reichweiten basieren auf Hochrechnungen, Unique Clients entsprechen nicht Usern. Hinter den Zahlen stehen weitere wesentliche Punkte: Erstens die Qualität der Interaktion und zweitens die Aufteilung der Gesamt-Reichweite nach soziodemografischen Merkmalen. Die durchschnittliche Verweildauer zum Beispiel liegt auf tagesanzeiger.ch bei 8 Minuten. Diese verbringen Nutzer aber mit einer anderen Intensität und Zielsetzung als die 20 Minuten auf Facebook.

Trotzdem: Organisationen, Unternehmen, Interessengruppen können Facebook nicht abtun als vernachlässigbares Online-Spielzeug. Soziale Netzwerke muss man sich anschauen. Genau so, wie die NZZ. Wen erreiche ich wo und wie?

Muss ich auf Facebook präsent sein? Ja, aber.
Dabei sein muss man heute zum Beobachten und Lernen. Der Schritt zu einer eigenen Seite oder zu Facebook-Inseraten will gut überlegt sein. Er macht Sinn, wenn Sie

  • eine starke, aktuelle, bereits dialogorientierte Website als Ausgangspunkt flankieren wollen
  • Inhalte bieten können, die in den Facebook-Kontext passen (hier wollen sich Benutzer austauschen, überrascht werden, sich involvieren)
  • über die Ressourcen verfügen für Aufbau, stete Aktualisierung und täglichen Dialog

Facebook-Engagements verlangen gute Ideen und ein hohes Engagement. Argumente dafür und dagegen samt Strategie-Beispiel im Beitrag «Was bringt ein Facebook-Auftritt?».

Übersicht aller bernetblog-Facebook-Tipps, samt diesem hier.

Link
Alle bernetblog-Einträge zu Facebook-Zahlen

Facebook User Schweiz: Zahlen für 2009

facebook_ch1.8 Millionen Schweizer sind auf Facebook registriert – je zur Hälfte Frauen und Männer. 40 Prozent davon sind älter als 30 Jahre, den grössten User-Anteil stellen die 20- bis 29-Jährigen. Die Verweildauer liegt bei 25 Minuten. Die Zahlen belegen die hohe Schweizer Reichweite von Facebook – wohin geht die Reise?

Bernet_PR präsentiert diese Auswertung in Zusammenarbeit mit dem Online-Dienstleister Serranetga, der die Daten bei Facebook abruft und aggregiert.

80 Prozent Wachstum, starke Nutzung
Insgesamt konnte die Facebook in der Schweiz erneut um 80 Prozent zulegen – gegenüber einer Vervierfachung der Zahlen im Vorjahr. Remo Prinz, Partner bei Serranetga und verantwortlich für verschiedene Facebook-Kampagnen, erwartet für 2010 ein entschleunigtes Wachstum: «Im letzten Quartal 2009 sahen wir Neu-Anmeldungen von rund 40′000 pro Monat oder 2.5 Prozent. Facebook wächst auf sehr hohem Niveau langsamer. Bei den Jüngeren ist durch die hohe Verbreitung eine Sättigung absehbar. Weiterhin zunehmen dürften Anmeldungen von über Dreissigjährigen.» Weltweit gab Facebook am 1. Dezember 350 Millionen User an. Die von Serranetga/Bernet_PR verwendeten Zahlen beschränken sich auf User, die ihr Konto in den letzten 30 Tagen aktiv genutzt haben.

Facebook gibt eine Schweizer Verweildauer von 25 Minuten an. Zum Vergleich: Die tägliche Mediennutzung für Zeitungen und Zeitschriften lag 2006 in der Schweiz bei 24 Minuten (Time Use Study im Jahresbericht 2006 von mediapulse/SRG). 56 Prozent der Benutzer sind täglich im Sozialen Netzwerk drin, 85 Prozent wöchentlich.

facebook schweiz user entwicklung 2008-09

Ende 2008 lag der Anteil der Frauen bei 53 Prozent, inzwischen haben die Männer aufgeholt: Die Anteile zeigen heute ein sehr ausgeglichenes Verhältnis von 49 Prozent weiblichen zu 51 Prozent männlichen Profilangaben. Die Aufteilung nach Sprachen zeigt 59 Prozent der Nutzung in deutscher Sprache, 22 Prozent französisch, 14 Prozent englisch und 5 Prozent italienisch.

Facebook Schweiz Geschlecht / Sprachen 2009

Jede Altersklasse in ihrer Beziehungswelt
Die weltweit grösste Soziale Plattform wird auch in der Schweiz sehr gemischt genutzt: Legt man die Grenze zwischen Jung und Alt bei 30 Jahren, so liegen 60 Prozent darunter und 40 Prozent darüber. Diese Anteile haben sich im vergangenen Jahr nur unwesentlich verschoben. Diese Durchmischung zeigt mir, dass sich die sehr unterschiedlichen Altersgruppen eigene Beziehungswelten schaffen – und sich trotz der Durchmischung nicht in eigene Nischen zurückziehen. Die hohe Anziehungskraft von Facebook liegt in der Grösse. Hier findet man die meisten Anknüpfungspunkte -  das Betreiben verschiedener Netzwerk-Profile ist zu aufwändig.

Facebook Schweiz Nutzer nach Alter 2009

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Prognose: 2.2 Millionen bis Ende 2010
Wenn Facebook beim Schweizer Plus von 2.5 Prozent des letzten Quartals bleibt, dann ist nicht einmal die 2-Millionen-Grenze zu knacken. Wird 2010 das Jahr der Facebook-Abmeldungen, wie von einer holländischen Künstlergruppe mit der virtuellen Sterbehilfe auf suicidemachine.org propagiert? Ich rechne mit weiteren Neueinsteigern und zunehmender Schweizer Aktivität auf Facebook bei 2.2 Millionen Usern bis Ende 2010. Verbunden mit einem leichten Rückgang ab 2011 – weil Nutzer müde werden und weils bis dann bestimmt wieder was Neues zum Ausprobieren gibt.

Morgen im bernetblog:
«Facebook – muss das sein? Schweizer Reichweiten im Vergleich.»

Externe Links:
Sterbehilfe 2.0
auf Tages-Anzeiger Digital
Internationale Facebook-Statistiken
per Ende 2009 von Nick Burcher
Wikipedia
zu Facebook

Link:
Alle bernetblog-Einträge zu Facebook-Zahlen

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