Obama bloggt – was ist ein Blog?

white-house-logoBarack Obama bloggt – was aufgrund der Vorarbeiten für seine Kampagne zu erwarten war. Nein, kommentieren kann man nicht. Nein, er schreibt nicht persönlich. Wann ist ein Blog ein Blog?

Heute sehe ich bei einem Technorati-Besuch, dass der Präsidenten-Blog schon in den ersten Tagen einen kometenhaften Aufstieg im Ranking erlebt. Kein Wunder, denn von überall her wird auf ihn verlinkt. Der erste Beitrag wurde zur Zugfahrt nach Washington verfasst, der aktuellste zeigt Video und Text der Inaugurationsrede.

Die gesamte White House-Website ist perfekt gemacht, sie ist auch grafisch eine Fortsetzung der Kampagnen- (ja, sie steht immer noch) und der Change-Site (nein, sie ist gelöscht und verlinkt auf das White House). Die Navigation ist sehr benutzerorientiert und simpel. Blog wird hier einfach als Synonym für (täglich?) aktualisierte Inhalte verwendet. Aber der Autor bleibt im Gegensatz zu unserem Schweizer Leuenberger-Pendant unbekannt. Kommentare gibt es keine abzusetzen. Die einzige Einladung zum Dialog folgt separat über ein sogenanntes «Office of Public Liaison». Auf diesem Formular können Fragen abgesetzt werden. Hier wird ein sehr kontrollierter Dialog aufgesetzt, Antworten wird man nur in seiner Mailbox finden.

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Irgendwie schade. Ich hätte mir mehr Offenheit gewünscht. Wohl wissend, dass ein derart attraktives Blog eine Menge von seltsamen, einseitigen Kommentaren anziehen wird. Aber vielleicht werden ja noch eine gefilterte Auswahl von Fragen und Antworten publiziert? Das ist aus meiner Sicht Voraussetzung für einen wirklichen Dialogansatz. Sonst bleibt das Ganze in der Web-Promotion stecken.

Dialog 2.0: Wer möchte gratis ans WEF?

youtube.com/davosDas WEF nähert sich – bald werden die Helikopter pausenlos zwischen Zürich und Davos tanzen. Die Veranstalter geben Vollgas mit YouTube, Facebook, MySpace, Twitter, Flickr, Webpage und Blog. Für YouTube-Videos winkt ein Gratis-Eintritt.

Und wenn ich mir für diese Recherche alles anschaue: Nö, da möchte ich nicht mal gratis dabei sein. Es ist eine Riesen-VIP-Party für ganz viele, die da einfach dabei sein müssen. Hier trifft man genau die Personen, die man für das Erreichen seiner Ziele kennen will.  Was können Unternehmen und Organisationen lernen vom World Economic Forum (und damit habe ich die Acknowledgement Policy erfüllt, wie sie auf der Webpage minutiös festgeschrieben ist)?

Von Anfang an dabei, hoher Einsatz
Natürlich hats das WEF einfacher als viele KMUs: Die grossen Anbieter wie YouTube oder Facebook werden Schlange stehen bei Klaus Schwab. Denn eine bessere Promo für ihre Dienste bei den CEOs dieser Welt gibts nicht. Das WEF nutzt diesen Vorteil, setzt viel Ressourcen ein und es hat schon früh auf neue Online-Möglichkeiten gesetzt. Letztes Jahr haben übrigens 20 der 500 Teilnehmenden getwittert, dieses Jahr wird der öffentliche Twitter-Feed stark in die Promo eingebunden und man rechnet mit mehr Teilnehmenden, die diesen Kurznachrichtendienst nutzen werden. Die PR-Taktik geht auf – über den vernetzten Einsatz aller Web-Kanäle haben viele Medien berichtet, darunter auch newsnetz.

Vernetzter Einsatz aller Web-Mittel
Die Veranstalter stellen Video-Fragen auf YouTube, laden zur Diskussion ein auf Facebook und MySpace, sie wollen alle Medienkonferenzen live und mit Sofort-Chat-Echo ins Netz stellen und unterhalten eine ausgebaute Webpage, ein Konferenzblog, einen Twitter-Feed und eine Foto-Seite auf Flickr. Ganz schön viel und aufeinander abgestimmt.

Wobei meine Recherchen zeigen: Hier kann das WEF noch eine Menge dazu lernen. So sind zum Beispiel die verschiedenen Kanäle auf der Web-Page nicht dargestellt – ich muss mir die Links mühsam zusammensuchen. Auch ist der grafische Auftritt nicht homogen – das machen der Economist oder die LA Times viel besser, zum Beispiel auf ihren Facebook-Auftritten (siehe hier in einem früheren Beitrag «NYTimes und Obama auf Facebook»).

Mich störts, dass auf der Facebook-Plattform die Werbung nicht ausgeblendet ist, der Economist zum Beispiel sorgt dafür. Auf der WEF-Page stehen doofe Anzeigen, darunter eine für Frauen, die ich in meiner Region kennenlernen kann. Das ist der grosse Nachteil von Facebook und MySpace. Das WEF konnte übrigens nicht überall die Netzadresse /davos einsetzen, bei Flickr und MySpace war sie schon weg.

Weniger Kanäle, dafür mehr Dialog
Am stärksten gepusht wird dieses Jahr YouTube, wo schon das letztemal ein Kanal aufgesetzt wurde. Diesmal werden fünf Fragen gestellt, ganz kurz und knackig tut dies Klaus Schwab selbst. Und dann wartet man auf möglichst kreative Antworten. Das sieht dann zum Beispiel so aus: Monty Metzger sagt, wie seine Generation das mit der Umwelt sieht. Ja, oben links scheint ein Kontrollmonitor zu hängen. Und das mit den Zetteln ist die Steigerung von Powerpoint.

Man merkt – es gibt etwas zu gewinnen. Popularität, YouTube-Views – und eine Reise nach Davos, ein Händedruck mit …? Sieht so Dialog aus? Schon der Benutzer schielt mehr auf seinen Auftritt. Ist er wirklich an einer Antwort interessiert? Ist das WEF an einem Dialog interessiert? Wie glaubwürdig wird es ihn überhaupt führen können, wenn auf unzähligen Kanälen dazu eingeladen wird? Aber vielleicht findet der «echte» Dialog doch nur persönlich statt, in Davos, am Kaminfeuer. Was dann zur Frage führt: Was ist echter Dialog? Vielleicht reden auch dort die meisten aneinander vorbei, wollen nur sich selbst darstellen.

Trotzdem: Im Web liegt interessantes Potenzial für die Flankierung von Anlässen, Kampagnen, Botschaften. Vom WEF können wir lernen.

Blogging Tipps und Tricks: Mehr Traffic

peter hogenkamp schwitzt, das publikum auchGestern abend bin ich wieder mal an den Lippen des Schweizer Blog-Guru Peter Hogenkamp gehangen. Trotz technischer und konzeptioneller Widrigkeiten hat er wie immer sehr gute Inhalte gebracht. So viel, dass ich daraus mit meinen eigenen Plugins gleich mehrere Beiträge machen werde. Hier alles zum Thema Traffic.

Wie bei so vielen Internet-Briefings wäre auch diesmal weniger mehr gewesen. Das ist keine Kritik am Referenten, vielmehr ein konstruktives Echo an Reto Hartinger: Zwinge doch deine Gäste nicht, immer noch mehr reinzupacken! Und stelle bitte weniger Fragen, damit das Publikum mehr Platz hat… Der Abend war trotzdem sehr inspirierend und wie immer praxisnah.

Wie bekomme ich mehr Traffic?
Hier hat Peter (Blogwerk-Link) vor allem über Kommentare, Gewinnspiele und sinnvolle Blog-Erweiterungen gesprochen – sobald der ganze Vortrag online ist, lieber Peter, verlinke ich ihn –> hier < --.  Aus seinen Ausführungen und meinen eigenen Erfahrungen stehen im Vordergrund:

1. Aktualität
Aktuelle Posts bringen mehr Aufmerksamkeit, mehr Lesertreue, bessere Suchmaschinenpositionierung.

2. Konstanz
Peter hats nur am Rande zu einer Folie erwähnt - «Konstanz ist entscheidend für erfolgreiche Blogs». Das denke ich auch, hier liegt der Schlüssel für steigende Leserzahlen. Das zeigt übrigens auch die Technorati-Auswertung von David Sifry - siehe Grafik «Je älter und desto mehr Einträge desto mehr Beachtung» in unserem Beitrag von Ende 2006.

3. Dialog
Gute Blogger nehmen ihre Leser ernst. Ganz praktisch heisst das Kommentare so leicht wie möglich machen, immer beantworten, Anstösse ernst nehmen und zum Bispiel auch Echos mit Korrekturen in die Beiträge einbauen, die aktuellen Kommentare im Blog selbst aufzeigen. Peter schätzt auch die Anzeige der meistkommentierten Beiträge – das bringe eindeutig höhere Beachtung.

4. Promotion
Dazu zähle ich jetzt auch mal das von Peter angetönte Blog-Design. Es ist wichtig, den eigenen Inhalt so gut wie möglich darzustellen. Blogwerk arbeitet grad an einem Redesign, das den Blog stärker als News-Site darstellt. Wo dann zum Beispiel nicht immer der aktuellste Beitrag zuoberst steht, sondern ein Einstieg mit von Blogwerk definierten Top-Artikeln und dem steten Anreissen von interessanten Beiträgen.

Alle Blogwerk-Blogs hatten 248′000 Unique Clients im Juni – davon kommen die Hälfte nur einmal und dann nie wieder. Für Peter zeigen diese Zahlen ganz klar: Google ist für Blogs, wie er sie betreibt, zentral: «Wir wollen jeden Monat mindestens fünf Prozent von den Suchmaschinen-Einmalbesuchern bei uns halten.»

Da spielt das Design aus seiner Sicht eine zentrale Rolle. Ich bin gespannt auf sein Redesign. Obwohl ich als Blogleser die einfachen Blogdesigns bevorzuge – immer, wenn mir noch ganz viel Content vorgeschlagen wird, dann fühle ich mich überlastet.

Bookmarking und Bewertungen vergessen
Social Bookmarking mit Knöpfen für
yigg, mr. wong usw. bringt aus seiner Erfahrung gar nichts – der Aufwand ist riesig, die wenigsten Leser/innen vestehen, was diese Knöpfe bringen und der zusätzliche Traffic von Social Bookmarking-Sites war für Blogwerk immer viel zu irrelevant. Auch das Bewerten der Artikel beurteilt Peter als zu wenig nutzenbringend.

Leider hat das WLAN im Grünen Glas gestreikt, was zu einer grossen Verzögerung für den Beginn führte. Uff, bin ich wieder mal froh, dass ich für meine Präsentationen immer Screenshots mache. Zum Glück hat auch Peter als Profi immer Screenshots dabei. Danke für die vielen Anstösse! Ich möchte daraus noch was über die Kommentarkiller machen, die ich gerade bei 7 sehe (er hat 6 präsentiert). Und natürlich was über Twitter.

Bernet_PR ohne Postfach, neues Logo, mehr Dialog

bernetlogo neuKeine Angst, das hört bald auf mit der Nabelschau im bernetblog – aber jetzt ist das neue Design live. Bezeichnenderweise haben wir unser Postfach aufgelöst.

Damals, 1991 – ja, ich weiss, in der Steinzeit – also damals bei der Gründung dieser Agentur habe ich mir mit dem ersten gemieteten Büro an der Olgastrasse 6 ein Postfach eröffnet. Damals gabs eine Warteliste dafür, aber wir bekamen bald eines.

Das Wichtige landet in der Mailbox
Wer erinnert sich an die Steinzeit, als die wichtigen Aufgaben, Resultate, Anforderungen in Brief-Form daher kamen? Es war matchentscheidend, die Post so früh wie möglich am morgen zu erhalten. Der Briefträger kam erst zwischen 11 und 13 Uhr. Also holten wir die Sachen lieber gleich auf dem Weg ins Büro ab.

Heute erhalten wir per Post nur noch Werbung, Einladungen, Rechnungen. Und immer dann, wenn ausnahmsweise wieder ein Gut-zum-Druck per A-Post abgesandt wurde, kommt es bestimmt erst nach zwei Tagen bei uns an. Fazit: Wozu noch die Post holen? Die wichtigen Aufgaben, Echos, Anfragen fliessen ohne Unterbruch durchs Breitband auf unsere Mailboxen.

Neuer Geschäftsleiter, schnellere Website
Ja, so verändert sich die Welt. Und seit dem 1. Januar sind wir eine Aktiengesellschaft und heissen Bernet_PR statt Marcel Bernet Public Relations. Dominik Allemann ist seit 1. Juni Geschäftsleiter und entlastet mich in allen operativen Belangen. Und wir sind beide richtig stolz auf das neue Logo, das uns Pongo Zimmermann geschneidert hat. Auch bernet.ch, bernet.com und der bernetblog sind mächtig abgespeckt, mit weniger grafischer Ablenkung. Ganz im Sinne des heutigen Web-Gebrauchs: Leser wollen sehr schnell das Gesuchte finden und lesen. Punkt. Die Service-Portalseite bernet.ch/interna werden wir noch ein wenig optimieren, Info dazu folgt.

Neu gehen wir auch auf der Website ins Dialogzeitalter: Im Bereich Wissen schien es uns sinnvoll, den Kommentardialog zu öffnen. Wir sind gespannt, wie sich dort der Austausch gestalten wird. Feedbacks helfen uns auch dabei, die Checklisten immer wieder zu aktualisieren – übrigens zählen wir immer noch monatlich rund 200 Downloads bei den Checklisten und Studien.

Mario Vogler und Marco Malacarne von elixir haben super Arbeit geleistet bei der Neuprogrammierung von Zitatdatenbank, Download-Dialog und dem Backend auf der Expression Engine. Vieles ist einfacher und schneller geworden – was meinen die Leser/innen?

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