Dominik Allemann | 05.03.2010

Was ist eigentlich: …das Internet der Dinge?

HumansDieser Megatrend ist noch nicht in unserem Bewusstsein angekommen: Das Internet öffnet sich – und vernetzt virtuelle mit realen Welten: das «Internet der Dinge».

Warum haben sich «Second Life» & Co. (noch) nicht durchgesetzt? Weil wir Nutzer/innen diese künstliche, virtuelle Welten – die noch nie rund und reibungslos funktionierten – nicht mit unserem «richtigen Leben» verbinden konnten. Das «Internet der Dinge» hingegen verknüpft die Informationen von Dingen – mit weitreichenden Konsequenzen auf betriebswirtschaftliche Prozesse und Konsumverhalten.

Die kommunikative Intelligenz «der Dinge»
Die Daten sind jetzt nicht mehr auf unseren Desktop- oder Mobil-Geräten präsent – sondern in «den Dingen». Die Datenübertragung erfolgt via RFID-Chip (Radio Frequency Identification). Er wird mikroklein auf Produkte, Gebäude, Menschen, Tiere geklebt und erfasst und sendet berührungslos Daten. Diese Transmitter ermöglichen die Verbindung von Waren mit ihrer Umgebung und geben ihr damit Intelligenz. Der Kühlschrank bestellt fehlende Waren, das Bibliotheksbuch wird automatisch ausgecheckt, die Supermarktartikel generieren Produktempfehlungen.

Privatheit oder Bedienernutzen – ein Dilemma
Die Technologie ist heute noch aufwändig, teuer und natürlich umstritten. Die Zeit wird diese Hürden senken; in der Logistikbranche ist die Technologie schon weit verbreitet, die Kosten werden sinken und der Konsumentenwiderstand wird am Bedienernutzen bröckeln. Schon heute ist unser Umgang mit Kredit- oder Kundenkarten recht locker. Eine ganze Reihe von anschaulichen Anwendungen beschreibt der 3Sat Dokfilm – hier als YouTube-Dreiteiler abgebildet und verlinkt. Er zeigt deutlich: Virtual Reality ist echt passé. Die Zukunft gehört dem «Internet der Dinge».

Mehr Infos:
3Sat «Das Internet der Dinge» auf YouTube: Teil 2, Teil 3
bernetblog.ch: «Zukunft der Privatheit: Der Mensch 3.0 unter voller Kontrolle»

Weitere Beiträge in der Reihe «Was ist eigentlich: …:
…ein/e PR-Berater/in?»
…Cloud Computing?»
…ein Screencast?»
…das Semantic Web?»
…Web Compliance?»
…Twitter?»
…ein Social Press Release?»
…ein Widget?»
…die Craigslist?»

Lilly Anderegg | 04.03.2010

Vom Social Web zum Erfinder-Web

IdeeKreativität ist ja nicht jedermanns Sache. Eine gute Möglichkeit, den Ideenfluss trotzdem in Gang zu setzen, ist Atizo.

Momentan ist das Internet vor allem eine immer grösser werdende Menge an Informationen. Diese Masse an Daten in neue Ideen umzuwandeln wird eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre sein, ist Kreativitätsforscher Edward de Bono überzeugt.

Crowdsourcing macht’s möglich
Mit dem Aufschwung des Web 2.0 erlebt der freie Wissenstransfer zwischen Unternehmen und dem Rest der Welt seinen Durchbruch. Soziale Internet-Netzwerke sind in der Lage, Menschen mit ähnlichen Interessen oder schlicht Probleme und Problemlöser zusammenzubringen, siehe Artikel Genies für lau (WirtschaftsWoche). Auf der Schweizer Innovationsplattform Atizo etwa können Unternehmen Fragestellungen ausschreiben. Die Besucher von Atizo antworten mit eigenen Ideen oder bewerten die bereits gesammelten Vorschläge. Zum Beispiel fragt die Kiosk AG wie der Kiosk der Zukunft aussehen könnte, Caotina interessiert sich für die Vermarktung ihres Schokoladendrinks und BioSuisse sammelt Ideen für Convenience-Bioprodukte.

Wie funktioniert das Public-Online-Brainstorming?

  1. Unternehmen formulieren ein Ideen-Briefing und legen eine Prämie fest.
  2. Die User sammeln möglichst viele Vorschläge, sie diskutieren und bewerten die Einfäll untereinander.
  3. Unternehmen wählen die besten Ideen aus und verteilen die Prämie. Einzelne Vorschläge können bei Bedarf in geschlossenen Teams online weiterentwickelt werden.

Atizio Innovationsprozess

Kreativitätsspritze Atizo
Mir hilft Atizo, selbst auf Ideen zu kommen. Wenn ich mich durch die verschiedenen Projekte und Lösungsvorschläge lese, kommen mir dabei die besten Ideen für meine eigenen Projekte. Das geht auch ohne (kostenlose!) Registrierung.

Start-up aus Bern
Atizo wurde 2008 von Absolventen der Universität Bern gegründet. Seither hat Atizo über 50 Projekte durchgeführt und zählt rund 6’000 registrierte User. Im Unterschied zur Bieler Brainstore findet die Ideensuche bei Atizo nur über das Internet statt.

Weiterführende Artikel:
- Der Bund: Die Ideensammler aus Bern (09.02.10)
- io new management: Die Kreativität steigern: Open Innovation mit Web Communities (21.05.09)

Dominik Allemann | 04.02.2010

Amnesty International: Social Media helfen Libyen-Geiseln

Social Media GipfeliFacebook und Twitter bringen inhaltleeres Gequatsche mit zero Alltagsnutzen. Dem widersprechen Amnesty International und die Schweizer Libyen-Geiseln. Sie kämpfen mit «Kerzen nach Libyen» für die Freilassung. Mit grossem Echo.

Diesen Praxisfall stellte AI-Mediensprecher Daniel Graf am zweiten Social Media Gipfel vor. Der Erfolg der Kampagne ist beeindruckend:

  • In nur zwei Wochen wurden 10000 virtuelle Solidaritätskerzen via die Kampagnensite (Konzeption, Produktion, GoingLive in 4 Tagen) angezündet.
  • Die Facebook-Seite zählt heute 6000 Fans (4000 D-CH/2000 W-CH). Tendenz steigend.
  • Es wurden über 50′000 Printpostkarten bestellt. Diese konnten mit persönlichen Nachrichten und per Briefpost an die Geiseln in der Schweizer Botschaft in Tripolis versendet werden.

Hier drei der wichtigsten Erkenntnisse, die wir zusammen mit Amnesty International daraus mitnehmen:

1. Online-Medien sind matchentscheidend
20Minuten hat mitgespielt und die Aktion mit grossen Aufmachern, Bildstrecken und einem (Gratis-)Button begleitet. Die Webstatistik von AI waren deutlich: 75% der Zugriffe kamen von 20min.ch. Daniel Graf in seiner Präsentation dazu:


2. Kampagne als Newsbrücke in die «alten Medien»

Über die Aktion wurde breit berichtet – bis hin zum Newsbeitrag in der SF-Tagesschau. Die Kommunikation über die Art der Kampagne und die grosse Solidarität im Volk hat wie ein «News-Generator» gewirkt.

3. Ressourcen, Ressourcen, Ressourcen
Eine Kampagne ist – mit einer guten Idee im Kopf – schnell angeschoben. Wer aber bewältigt die Folge-Arbeit? Wer pflegt den Dialog? Wer verschickt die Postkarten? «Dialog kennt keine Bürozeiten» weiss darum das AI-Team heute.

Anmesty International Schweiz nimmt eine geballte Ladung an Praxiswissen für die künftige Kampagnenarbeit mit. Und das Bewusstsein, dass diese Social Media Aktivitäten in die Gesamtkommunikation eingepasst werden müssen. Daniel Graf zu den geplanten Aktivitäten:

Links:
Die Präsentation von Daniel Graf «Kerze nach Libyen» auf SlideShare

Website www.socialmediagipfel.ch – nächster Anlass: 7. April 2010, 07.30h
Blogbeitrag über den #smgzh02 von Mathias Möller/Amazee

Bilder vom Anlass:
Flickr-Galerie Social Media Gipfel 2

Tweets via diese Hash-Tags:
#smgzh02 oder #smgzh2 oder #smgzh

Dominik Allemann | 29.01.2010

Facebook: Die Weltwoche über das neue Lagerfeuer

facebook_chFacebook ist in aller Munde und bringt Aufmerksamkeit und Leserzahlen. Die Weltwoche stellt eine Studie vor und sprach mit Marcel Bernet über die Nutzerzahlen.

Die Studie, in Auftrag gegeben von ROD, begleitete 50 Nutzer/innen durch eine einmonatige Facebook-Abstinenz. Die Reaktionen entsprachen von der Akquise der Proband/innen bis zur Auswertung ihrer Erfahrungen dem klassischen Suchtschema: Zuerst die grosse Überwindung oder gar Angst vor dem Ausstieg, gefolgt vom kalten Entzug mit Phantomschmerzen, Gereiztheit und Unverständnis bei der Peer-Group (Mitsüchtige, Community) und schliesslich die Erleichterung bei der Entdeckung von neuen alten (Sucht-) freien Lebensqualitäten.

Viele der Testpersonen – vor allem auch Studierende und Schüler/innen – waren weniger «zerstreut» und konnten sich besser auf die Arbeit oder das Lernen fokussieren. Trotzdem: Ausnahmslos alle fünfzig Teilnehmer kehrten nach den dreissig Tagen zurück ins Social Network – wollen es aber künftig «seltener, bewusster, sinnvoller» einsetzen. Wir werden sehen.

Das Virus Facebook in Zahlen
Der Weltwoche-Artikel wird begleitet von einer Infobox über Netzwerke. Marcel stand der Weltwoche Red und Antwort. Auffällig darin die Grafik mit den Facebook-Nutzerzahlen (Quelle: ROD).

nutzerzahlen schweiz facebook

Bei den 20-jährigen liegt die Abdeckung heute also schon bei nahezu neunzig Prozent. Grosses Potenzial liegt bei den Ü40-ern. Bedenkt man, dass bereits heute vierzig Prozent der Schweizer Facebook-Nutzer/innen über dreissig Jahre alt sind, merkt man: das Netzwerk wird immer erwachsener.

Siehe dazu auch unsere Beiträge über die Facebook-Nutzerzahlen:
Facebook User Schweiz: Zahlen 2009
Facebook – Muss das sein? Schweizer Reichweiten im Vergleich

Lilly Anderegg | 20.01.2010

Mindmaps online erstellen

MindomoÜber die Website mindomo.com lassen sich unkompliziert Mindmaps erstellen, editieren und austauschen.

Als Prüfungsvorbereitung, für ein Inhaltsverzeichnis oder eine Projektarbeit – es gibt Leute, die schwören auf Mindmaps. Ich gehöre nicht dazu. Doch manchmal komme ich auch nicht darum, zum Beispiel beim Erstellen einer Seitenstruktur für ein Internetprojekt. Dabei bin ich auf Mindomo gestossen – wahrscheinlich die beste kostenlose Software, um online Mindmaps zu erstellen und zu nutzen. Und wenn ich das sage, wie muss es da erst heavy Mindmap-Usern gehen … Jedenfalls bedient sich das Tool sehr intuitiv und einfach, man braucht dazu nur eine Internetverbindung. Anordnungen, Formen, Farben, zusätzliche Verbindungen usw. sind frei veränderbar. Fotos, Grafiken, Links und auch längere Textnotizen können einfach eingefügt werden.

Funktionalitäten von Mindomo im Überblick

Ich verwende die kostenlose Basic-Version von Mindomo, das reicht bereits für die meisten Zwecke (die Premium-Version kostet 6 USD pro Monat).

Funktionsumfang Basic-Version:

  • 7 Private Mindmaps können abgespeichert werden (Registration erforderlich)
  • Export als Bild (gif, jpg, png), PDF oder URL
  • Benötigt den Adobe Flash-Player

Mit meinem Benutzernamen und Passwort kann ich überall unkompliziert auf das Programm und meine abgespeicherten Mindmaps zugreifen. Ein grosser Vorteil von Mindomo bei der Projektarbeit liegt darin, dass ich weitere Personen berechtigen kann, auf meine Mindmaps zuzugreifen (und sie zu bearbeiten). Das ermöglicht das Erstellen von Mindmaps online im Team – unabhängig von Ort und Zeit. Mindomo müsste nur noch das Design der Benutzeroberfläche attraktiver gestalten, und ich entwickle mich doch noch zum heavy Mindmap-User.

Sonja Stieglbauer | 05.01.2010

Impressum für Webseiten und Social Media

ImpressFür Webseiten und Social Media gibt es in der Schweiz keine Impressumspflicht. Aus PR-Sicht sind die Angaben ein Muss.

In Deutschland wird die Impressumspflicht für Twitter diskutiert. Ich begebe mich nicht aufs rechtliche Glatteis, aber aus Kommunikationssicht finde ich: Webseiten und Social Media-Profile sollen über den Absender informieren.

Dazu gehören mindestens eine physische Anschrift mit Kontaktmöglichkeiten, die Namen von Verantwortlichen und Partnern sowie Rechtliches wie Datenschutz, Copyright, Haftung. Wenn der Name nicht schon eine Erklärung ist, muss der Unternehmenszweck beschrieben sein. Auch bei Blogs sollte man sich die Mühe machen, ein Impressum zu erstellen; hier das Beispiel vom bernetblog. Übrigens: Wer sein Angebot von der Schweiz aus vor allem nach Deutschland richtet, für den ist ein Impressum auch für Elektronisches Pflicht.

Die Pflege eines Impressums ist zwar nicht mit grossem Aufwand verbunden, trotzdem muss es aktualisiert werden. Das neue Jahr ist ein guter Moment, um wieder mal alle Angaben auf der Webseite, dem Blog, auf Twitter, Facebook und weiteren zu überprüfen. Oder man merkt es sich für den Frühling vor, wenn die Geschäftsabschlüsse vorliegen. Spätestens dann ist es auch Zeit, Einträge in Online-Verzeichnissen zu aktualisieren.

Informationen zu Internetauftritt und Twitter bei unseren Checklisten und zum Facebook-Auftritt im bernetblog.

Dominik Allemann | 17.12.2009

Trend: PR-Schaffende glauben an Social Media Newsroom

20Der Wind dreht: Hatten bis vor kurzem die wenigsten PR-Leute Erfahrung mit der PR 2.0, glauben sie heute ganz deutlich an deren Wichtigkeit. Das zeigt der aktuelle PR-Trendmonitor.

Wie verändert sich unser PR-Beruf in Zeiten von serbelnden Printmedien, YouTube und Facebook? Wie erreichen wir Zielgruppen und Multiplikatoren (Medien), wenn sie permanent von Informationen geflutet werden?

Laut dem PR-Trendmonitor von news aktuell und Faktenkontor stellen sich Agenturen und Medienstellen heute verstärkt diese Fragen. Auch aus meiner Praxis als SPRI-Dozent kann ich sagen: Das Interesse und Verständnis für den Online-Kanal steigt deutlich. Es wird vielen klar: Der direkte Weg via Post, Fax, Mail ist heute verstopft. Informationen kommen auch oder gar besser an via Suchmaschine, Twitter, Facebook, RSS, …

Eine Erkenntnis des Trendmonitors: Rund 75 Prozent aller Agenturen und Medienstellen haben dies erkannt und beschäftigen sich mit dem Thema Social Media Press Release oder Social Media Newsroom.

Was halten Sie von Social Media Press Releases/Newsrooms?
(Klick vergrössert Grafik)

social media umfragestatistik

In der Erkenntnis liegt erst ein kleiner Schritt Richtung Umsetzung. Heute ist es wohl so, dass PR-Verantwortliche selber in den Netzwerken schnuppern, sich testhalber ein Twitter-Profil einrichten und sich an Fachvorträgen informieren. Es braucht aber mehr:

  • Eintauchen und mitleben
    Erst wenn wir deutlich in das Thema engetaucht sind, die Funktionsweisen der PR 2.0 verstanden haben, können wir umsetzen.
  • Strategisch einbinden
    Es braucht  den strategischen Gesamtblick. Wo stützen welche Botschaften auf welchem Kanal meine kommunikativen Ziele?
  • Inhalt und Nutzen
    Welche Inhalte publizieren wir auf welchen Kanälen? Sind sie in der nötigen Qualität und Quantität (8ung: Ressourcen) vorhanden?

Und ganz zuletzt ist es ein kultureller Grundsatzentscheid: Ist unser Unternehmen, unsere Organisation bereit für den Dialog?

Link zum Trendmonitor bei Slideshare

bernetblog-Beiträge:
«Was ist eigentlich: …ein Social Press Release»
«Social Media Newsroom: Best Practice bei Electrolux»

(via mediaquell.com)

Marcel Bernet | 15.12.2009

LeWeb Rückblick: Voller, schneller, kurzatmiger

Plenum der Plattform-GigantenDas Web wird noch voller, schneller und kurzatmiger. Das ist mein wichtigstes Fazit aus zwei Tagen Internet-Konferenz. Was halten Sie von kürzeren Blogbeiträgen?

Der Besuch hat sich gelohnt. Obwol mir Europas grösste Internet-Konferenz zwischendurch etwas zu Techie-orientiert war. Mein Fazit: Das Web wird nochmals eine ganze Drehung voller, schneller und kurzatmiger. Mit weitreichenden Konsequenzen für uns alle als Informationsempfänger oder -publizisten. Und natürlich erst recht für PR- und Kommunikationsprofis. Inhalte müssen

- noch kürzer werden
- noch relevanter sein für immer stärker aufgesplittete Zielgruppen
- alle Möglichkeiten des Online-Dialogs und der viralen Verbreitung nutzen

Mehr dazu im Januar auch in den Interviews, die ich mit Steve Rubel von Edelman PR und Richard Binhammer von Dell führen konnte. Von Steve nehme ich mit, dass dieser Beitrag jetzt knapp über 500 Zeichen hat. Ursprünglich wollte ich den Rückblick in 2000 Zeichen abhandeln – jetzt habe ich daraus drei Beiträge gemacht.

Steve ist bei Edelman PR zuständig für alle digitalen Aspekte von PR-Kampagnen. Er meint, 500 Zeichen sei heute das Maximum. Dieser hier hat 1′000. Wie beurteilen bernetblog-Leser/innen die Länge unserer Beiträge?

Wie sind bernetblog-Beiträge generell?

Resultate ansehen

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Marcel Bernet | 15.12.2009

Der Kongress sendet: 3000 Geräte online

Nicolas Charbonnier, Gadget-Geek«Echtzeit-Web» lautete das LeWeb09. Echt dabei waren die wenigsten, denn es wurde wie wild publiziert. Was man daraus für Events lernen kann.

Da  sich diese Konferenz mit den neuesten Online-Möglichkeiten beschäftigt, konnte man hier gut mitverfolgen, wohin sich Veranstaltungen generell bewegen. Das begann schon mit der Einbindung der ganzen Blogger-Szene in die Berichterstattung («Online-PR:  Wie LeWeb Blogger einbindet»). Und es setzte sich am Anlass selbst fort mit einem dauernd laufenden Twitterstream (LeWeb spricht von 25′000 Tweets) oder knapp 200′000 Zuschauern auf dem live ausgestrahlten Videostream (Ustream). Und einem Publikum, das dauernd schreibt, fotografiert, filmt und natürlich publiziert.

So werden Konferenzen in Zukunft generell durchgeführt und flankiert werden. In Paris waren übrigens 3000 Geräte gleichzeitig online, das Gratis-WLAN von British Telecom war super schnell und immer verfügbar.

«Der Kongress tanzt, aber er kommt nicht voran» meinte ein belgischer Teilnehmer des Wiener Kongress von 1814. Heute senden die Kongresse, was das Zeug hält. Und man fragt sich, wer noch Zeit hat zum Zuhören – im Saal selbst und draussen in der weiten Welt des Web, wo all die Info-Schnipsel ankommen sollen.

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Marcel Bernet | 10.12.2009

«Wie erreiche ich via Facebook oder Twitter Journalisten?»

ohr_blogprofil_bernetpr«Ist es einfach Glück wenn ein Journalist über eine Meldung stolpert oder kann man sie gezielt angehen? Wenn ja, wie?» fragt Patrik Schädler. Man kann sie angehen – aber es darf nicht der Hauptkanal sein.

Auf unserer neuen Facebook-Seite haben wir die Beantwortung von Fragen versprochen. Patrick Schädler, Stv. Geschäftsführer und Marketingleiter bei Liechtenstein Tourismus, wagts als Erster. Die Antwort lautet – wie immer bei Experten: Ja, aber.

Aber: Medieninfo erst in zweiter Linie über Social Media
Beginnen wir mit dem Aber: Twitter und Facebook wird von Medienschaffenden immer noch wesentlich zurückhaltender genutzt, als es der allgemeine Hype um diese Kommunikationsmittel vermuten lässt. Zahlen für die Schweiz liefert unsere Studie «Journalisten im Internet», präsentiert im Juli. Alle bernetblog-Artikel zur Studie über diesen Link.  Als Auszug diejenigen Internet-Angebote, die Schweizer Medienschaffende als «sehr wichtig» oder «wichtig» einstufen. Ja, die grau eingerahmten Angebote haben sich stark nach vorne bewegt – Soziale Netzwerke liegen aber noch am Ende der Hitparade.

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Schwartz PR hat diese Woche eine Studie (PDF) veröffentlicht, die 800 Medienschaffende aus der Schweiz, Österreich und Deutschland befragte. Fazit: Am liebsten hat die Mehrheit noch immer eine klassische E-Mail, Social Media News Release (oder wie immer man diese PR-Innovation benamst, siehe «Was ist eigentlich…») kennt kaum jemand.

Ja: Medien recherchieren auf Sozialen Plattformen
Trotzdem – Medien lassen sich über Facebook und Twitter erreichen. Dazu eine weitere Grafik aus unserer Studie (PDF kostenlos über bernet.ch/studien). Gefragt wurde dieses Frühjahr, geantwortet hat eine repräsentative Stichprobe für die ganze Schweiz. Die Nutzungsanteile dürften heute höher liegen.

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Basics im Griff, Abo anbieten, eventuell Filiale eröffnen
Daraus folgt aus unserer Sicht folgende Handlungsanleitung – für den Status Quo:

1. Grundlagen sichern: Eine Top-Website unterhalten mit einem separaten, immer aktuellen, gut durchsuchbaren Mediencorner. Mehr Tipps und Tricks dazu im Beitrag «Basics für den Mediencorner».

Damit ist schon viel geleistet. Und nur, wenn Sie das wirklich gut leisten, laufend ausbauen, dann können Sie weitergehen. Und dies nur dann, wenn Sie eine integrale Social Media Strategie entwickelt haben – anstatt einfach noch schnell ein paar Texte auf Facebook zu laden.

2. Abo für Twitter anbieten: Heute gehört zu den Auswahlmöglichkeiten neben E-Mail und RSS auch Twitter. Und zwar als dritte Priorität – denn diese Art der Abonnierung ist sehr flüchtig. Wenn die Medienschaffenden nicht schnell auf ihren Twitter-Strom blicken, ist Ihre Mitteilung schon wieder weg. Speisen Sie einfach immer einen Link mit Kurztext auf ein spezielles Medien-Twitterkonto ein, wenn ein neues Communiqué rausgeht.

3. Filiale auf Facebook eröffnen: Dieser letzte Schritt verlangt eine ganze Menge von Zusatzressourcen, überlegen Sie sich ihn gut. Macht es bei einer speziellen Kampagne Sinn? Erhöhen Sie die Glaubwürdigkeit Ihrer (sowieso unterhaltenen) Facebook-Seite, wenn Sie dort einen Reiter mit Medieninfos anfügen? Sind die Basics zu Ihrem Unternehmen schnell abrufbar und führen Links zurück auf Ihren Mediencorner?

Zum Abschluss eine letzte weiterführende Lektüre: Philipp Fabian hat eine Bachelor-Arbeit zu PR und Social Media geschrieben, die wir im April zusammengefassst haben.

Lilly Anderegg | 27.11.2009

15 Vorhersagen zur Zukunft des Internets

enter-tastaturWas bringen die nächsten 5 Jahre im Web: Mehr Interaktivität, mehr Inhalte, mehr Web 3.0? Endlich ein intelligenter Artikel zur alten Frage.

Wir nähern uns dem Jahresende und damit der Hochsaison der Auguren. Prinzipiell traue ich weder Auguren, Gurus noch Schlagzeilen. Von zehn Vorhersagen treten mindestens zwei sowieso zufallsbedingt ein. Was die Zukunft im Internet bringt, will ich trotzdem wissen – erst recht wenn die Trends intelligent, kurzweilig und anschaulich dargestellt sind.

Was bringen die nächsten 5 Jahre im Web? Hoffentlich viele so gute Artikel wie diesen von Cameron Chapman:

«The Future Of The Web: Where Will We Be In Five Years?» zeigt 15 Trends – sehr lesenswert, mit einer guten Mischung aus Text und Bild und mit tollen weiterführenden Links.

Interessant finde ich folgende Entwicklungen, eine kleine Auswahl zitiert aus dem genannten Artikel:

  • «Micro-payments will likely be popular among online magazines and news services, as well as other providers of in-depth content. (…) Payment via cell phone opens up whole new area of economic opportunity, particularly in areas where cell phones are more prevalent than computers. Being able to make and receive very small payments, the equivalent of a dollar or less in many cases, via a mobile device paves the way for many in developing nations to participate in the Internet economy in a way that only a few years ago might not have been deemed possible.»
  • «Facial recognition software is improving all the time, and pretty soon using an augmented reality program on your mobile phone to find out who a person is might be possible. You’d just snap a picture of them, and the app would cross-reference it with social networking profiles and photos across the Web, eventually coming across a match. From there, you could see whatever information the person had chosen to make public about him or herself.»
  • «Virtually every new monitor on the market is widescreen. It only makes sense that websites will adapt and make more use of horizontal scrolling in future than vertical, especially websites that have multiple small blocks of content, rather than long stretches of text. (…) A horizontal layout makes a lot more sense for certain kinds of sites, especially portfolios, media galleries and websites that rely more heavily on multimedia than text.»

Wie tief muss ich für Perlen tauchen?
Die meisten Neuerungen werden wir nicht einmal bewusst registrieren, sondern einfach für selbstverständlich nehmen. Und viele der vorgestellten Trends treten wahrscheinlich schon früher ein. Da gehen sich auch die unzähligen Kommentatoren des Artikels einig. Google bietet mit Wave bereits jetzt die Möglichkeit, Anwendungen wie E-Mail, Chat, Wikis, Foren aber auch Dokumente, Fotos, Filme etc. auf einer einzigen Webseite integrativ zu verwalten.

Spannend finde ich diesen Kommentar:
«Our daily lives are already so soaked in the web, that these changes will come without us even noticing. However I do think that socialization has a limit – you do NOT want to be overwhelmed with all sorts of useless social gibberish. That is why I believe that there will be a huge demand for services that help you filter all the garbage and provide you with quality information.»

Der Kommentator macht hier Werbung für seinen eigenen Service. Aber er hat trotzdem Recht. Ich bin gespannt, wie und ob sich hier bald die Tweets, äh Spreu vom Weizen trennen lässt. In wenigen Jahren werden wir die meisten Anwendungen über das Handy steuern und alle Informationen integriert abrufen. Ich jedenfalls würde in fünf Jahren gerne alle Anwendungen mit einem einzigen Gerät und einer einzigen Anwendung bedienen können. Das wäre eine wahre Erleichterung!

Mehr zum Thema im bernetblog:

Wettrennen der Suchmaschinen, 03.06.2009

Marcel Bernet | 19.11.2009

Digitale Mediennutzung Schweiz: Aktuelle Zahlen

digitallife_logoDer «Digital Life Index» misst Online-Aktivitäten. 55 Prozent der Schweizer haben am Vortag Online-Instrumente genutzt. Social Media gewinnt Anteile, Zeitungen bleiben das wichtigste Medium für News.

Die Studie wird halbjährlich von Microsoft Schweiz und der Werbeagentur Publicis veröffentlicht. Die Publikation ist unsäglich: Eine Medienmitteilung (.rtf) würfelt die wichtigsten Erkenntnisse wild durcheinander (gesucht wird das, was Schlagzeilen sichert). Es fehlt der Gesamtbezug. Das Communiqué liefert Screenshots von einer ebenso unsäglichen Flash-Website – auf www.digitallifeindex.ch siehts dann so aus:

digitallifeindex

Gut aufgezeigt sind die fünf Bereiche der Erhebung. Das 0.333 der Indexwert für die Digitalisierung der Schweizer sein soll, leuchtet nicht sofort ein. Der Wert entspricht übrigens 33.3 Prozent, das gilt für alle anderen Werte auch. Befragt werden jeweils rund 1000 Männer und Frauen im Alter von 15 bis 74 aus der deutschen und französischen Schweiz. Eine Stunde Recherche hat zu folgenden zwei Einblicken geführt – den für mich wichtigsten Erkenntnissen:

Zeitungen und Internet gewinnen, TV verliert
«Was ist für Sie das wichtigste Medium, um sich über das tägliche Zeitgeschehen zu informieren?» Die Zeitungen behalten die Pole Position, gefolgt vom Fernsehen, Internet – erstmals vor dem Radio – und Zeitschriften. Der TV-Rückgang zeigt, dass hier nur nach News gefragt wurde. Für mich ist das auch ein Hinweis darauf, dass man bei dieser Frage ungern «Fernsehen» sagt – Zeitungen sind cooler für News und auch Internet darf man heutzutage sagen.

digitallife_medien

Gut die Hälfte kommuniziert täglich, Social Media nimmt zu
«Haben Sie gestern über digitale Wege… komuniziert?» 55 Prozent der Befragten sagen ja, wie bei der ersten Erhebung. Und aus den zur Verfügung gestellten Möglichkeiten wird Mail als erstes genannt. Social Media, Chat und Skype liegen in ähnlichen Bandbreiten, die Sozialen Netzwerke springen am klarsten nach vorne. Der Medientext vertieft: «Am häufigsten genutzt werden [Social Networking Plattformen] im Ostmittelland und in der höchsten Einkommensklasse.»

digitallife_onlinekomm

Mehr Übersicht und mehr Klarheit bringt mehr Resonanz
Der Medientext und die Website haben mir kein klares Gesamtbild der schleichenden Schweizer Digitalisierung vermittelt. Als journalistischer Blogger gehe ich zum Originalmaterial und versuche dort, hinter die erhaltenen Textausschnitte zu blicken. Das machen mir Publicis und Microsoft sehr schwer. Zum Glück habe ich nach vier Verbindungsanläufen Cyrill Schneider bei Publicis erreicht – anders hätte ich den Halbjahresvergleich nicht zusammenstellen können. Nach seinen Angaben soll die Studie später an Kunden verkauft werden, deshalb sei man auch zurückhaltend mit der Darstellung von Detailauswertungen.

Ich wünsche mir mehr Übersicht. Und eine wirklich journalistisch gemachte Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse, mit Zeitachse. Damit würde sich auch die Resonanz erhöhen.

Dominik Allemann | 17.11.2009

Bildung im Internet: Social Media Nutzung Teil 1

schulbank_klein.jpgWer ist näher dran an den Social Medias als die «Digital Natives», die Lernenden und Studierenden? Wie nutzen sie diese Kanäle? Und wie gehen Bildungsinstitute mit Social Media um? Eine mehrteilige Annäherung.

Recherchen im Bildungsumfeld zeigen: Hochschulen sind (im deutschsprachigen Raum) noch nicht dort angekommen, wo sich ihre Zielgruppe täglich stundenlang rumtreibt. Anders bei Institutionen im Ausland. Mehr dazu in einem nächsten Beitrag dieses Mehrteilers.

Als inspirativer Einstieg ins Thema hier ein Film einer Klasse der Kansas State University (hier der YouTube-Kanal von Dr. Michael Wesch – gute Beiträge und entsprechend viele Abonnenten: 14653!). So sehen die Studierenden sich selber als «Digital Natives».

Lilly Anderegg | 11.11.2009

Kommunikation und Sprache im Web 2.0

The Way ForwardDas Web 2.0 hat die Modalitäten der Kommunikation wesentlich verändert. Statt pseudo-objektiver Information sind Transparenz und authentische Darstellung gefragt.

Vor ein paar Tagen habe ich den Workshop Digital Publishing – die Medienrevolution 2.0? besucht. Die Frage im Titel wurde zu Beginn beantwortet: Die klassischen Regeln der Informations-Aufbereitung gelten nicht mehr. Das dialogische Web verlangt andere Stil-Prinzipien als der gewohnte objektive Nachrichtenstil.

Ivo Hajnal, Professor für Sprachwissenschaft an der Universität Innsbruck, beschreibt sehr treffend die neuen Modalitäten für ein erfolgreiches Digital Publishing:

Webkommunikation ist profiliert statt oberflächlich:

  • Weblogs verzichten auf die Trennung von Nachricht und Meinung und die Gegenüberstellung von gegensätzlichen Quellen.
  • Sie vermitteln ihren Nutzern exklusive Informationen und Einschätzungen abseits der normierten Informationsströme.

Webkommunikation ist authentisch statt uniform:

  • Die Themen von Weblog-Einträgen sind nicht zwingend nach den journalistischen Nachrichtenfaktoren gewählt und inszeniert. Vielmehr entsprechen sie den individuellen Beobachtungsmustern der Verfasser und wirken deshalb authentisch.
  • Zur Steigerung der Authentizität dienen sprachliche Stilmittel (Ich-Person und expressive, umgangssprachliche Formulierungen).

Webkommunikation ist engagiert statt distanziert:

  • Weblog-Einträge verzichten auf journalistische Distanz. Vielmehr bemühen sie sich, den Rezipienten klare Vorteile zu ermöglichen – ihnen zum Beispiel Einblick ins Unternehmen oder Insider-Tipps zu geben.
  • Gleichzeitig reagieren ihre Verfasser unmittelbar auf Nutzer-Feedbacks. Die Beiträge wirken deshalb glaubwürdig.

Klartext statt leere Worte
Die Sprache von Unternehmen hat sich nach diesen neuen Stil-Prinzipien zu richten. Was bedeutet das? Kurz: Unternehmen, die sich im Web positionieren möchten, müssen selber Position beziehen. Wichtigtuerei und Oberflächigkeiten wie zum Beispiel «Wir streben die Marktführerschaft für xyz an» lassen keine Position erkennen. Vielmehr braucht es echte Werte, eine Portion Bescheidenheit, direkte Worte und eine klare Aussage. Und ja, es braucht Mut, Klartext zu reden.

Der gemeinsam von der ZPRG und der Schweizerischen Text Akademie organisierte Workshop hat mir sehr gefallen, er war gut moderiert und das Beste: Er macht Freude auf mehr authentische und ehrliche PR, die wirklich etwas zu sagen hat. Jetzt gilt es nur noch, die Kunden davon zu überzeugen, dass Klartext mehr bringt als Plattitüden – auch wenn (oder gerade weil) man sich hinter Worthülsen besser verstecken kann.

Dominik Allemann | 03.11.2009

bernetblog im E-Mail-Abo: Happy End

feedblitz-logoSeit einer Woche ist unser E-Mail-Aboservice wieder funktionstüchtig. Endlich. Lange haben wir nach einem passenden Angebot für unser Sofort-Mail (jeder Blogbeitrag schnellstmöglich nach Publikation) und die Wochenschau (wöchentliche Sammlung) gesucht. Und sind bei FeedBlitz fündig geworden.

Im September meldete Wordpress – unsere geschätzte Blog-Software – Sicherheitsbedenken. Worauf wir flugs und mit Hilfe unserer Webmänner von elixir das Upgrade installierten. Zum Missfallen des Newsletter-Plugins. Es spielte verrückt und versendete falsche E-Mails an falsche Adressaten. Jeder Versuch das Wordpress-Plugin  zu beruhigen schlug fehl. Und die Evaluation der Ersatzlösung gestaltete sich aufwendig.

Anforderungen an ein Newslettertool
Was muss  ein gutes Newslettertool können? Hier ein Überblick (auch für alljenige, die in ähnliche Situationen geraten):

  • Wochenschau: Für diejenigen die es gerne gesammelt und übersichtlich haben. Einmal in der Woche kriegen sie – automatisch, wir brauchen nichts manuell auszulösen – die letztwöchigen Beiträge zugestellt.
  • Sofort-Mail: Für die News-orientierten und Aktualitäts-Freaks. Sofort (bzw. spätestens 30Minuten) nach Veröffentlichung erhalten sie jeden einzelnen Beitrag.
  • Gute Einbindung von Anmelde- und Bestätigungsprozess (double-opt-in): Der Prozess muss klar, übersichtlich und einfach sein.
  • Guter Übergang alt-neu: Wir haben doch einige Abonnenten. Der Adress-Import muss daher tadellos funktionieren.
  • Deutsch: Gerne haben wir die ganze Nutzerführung in gepflegtem und selbstverfasstem Deutsch.

Bei FeedBlitz hat (fast) alles gestimmt. Beim letzten Punkt – dem Deutsch – mussten wir leider  Abstriche machen. Im ganzen Prozess gab es doch einige Felder, die wir nicht selber bestimmen und texten konnten – und die als Standard-Elemente gesetzt sind. Schade – ansonsten ein sehr vielfältiges und leistungsstarkes Newslettertool zu einem günstigen Preis (bis 500 Adressen = 10 $/mtl.).

Prozess gleich testen? In der rechten Spalte, ganz weit unten, lassen sich Sofortmail und Wochenschau abonnieren… Wünsche gute Lektüre!

Marcel Bernet | 02.11.2009

LeWeb09 in Paris: Intensive Blog-Einbindung

leweb09_logoDer bernetblog ist «Offizieller Blogger» an der grössten Internet-Konferenz Europas. Ich habe mich für diesen Posten beworben, darf gratis teilnehmen und muss dafür schreiben. Im Gegensatz zur NZZ.

Aufmerksame Beobachter haben das LeWeb-Logo rechts unten auf diesem Blog schon entdeckt. Dessen Online-Schaltung ist Teil des Deals, auf den ich mich eingelassen habe. Und es sorgt für zehn Prozent Anmelderabatt, wenn man unten auf der Anmelde-Seite «Click here to enter a promotional code» klickt und dann «BLOG09» eintippt. Diese zehn Prozent nutzt man gerne, denn mit 1495 Euro ist der Standardpreis für die zwei Tage hoch genug. Ich bin dabei, weil ich Interviews führen will für mein nächstes Buch und natürlich für den bernetblog. Und weil die Referentenliste eindrücklich ist: Sie reicht vom Twitter-Gründer Dorsey über TechCrunch Arrington bis zur Königin von Jordanien.

Offizielle Blogger müssen bloggen
Die Genfer Top-Bloggerin und Web-Pionierin Stephanie Booth koordiniert den Einsatz eines ganzen Heeres von offiziellen Bloggern. Die 63 auserwählten dürften ihre Eignung im langen Fragebogen am besten dargestellt haben. Dort mussten die Reichweite des eigenen Blogs oder zusätzlicher Online-Plattformen deklariert werden und die Motivation für einen LeWeb-Besuch. Auch die Konditionen waren klar – ich habe eingewilligt

  1. mindestens zwei Blogposts bis Ende Oktober zu schreiben (Timing nicht ganz geschafft, zugegeben)
  2. ein LeWeb-Logo mit Anmeldelink zu schalten – bis die Konferenz zu Ende ist
  3. auch auf den «üblichen» Kanälen über die Messe zu berichten – wie Facebook oder Twitter
  4. so viel zu schreiben wie ich will am 9. und 10. Dezember

Liebe bernetblog-Leser/innen, seien Sie also gewarnt: Ich schreibe hier, weil ich mich dazu verpflichtet habe. Aber seien Sie gleichzeitig sicher, dass ich trotzdem neutral und kritisch bleibe. Mit meiner mir eigenen Subjektivität. Deshalb werde ich in einem nächsten Beitrag den Vergleich mit der NZZ machen – die reist nämlich auch nach Paris. Und da habe ich mich für die Konditionen interessiert, die «normalen» Medien geboten werden.

Nachtrag: Seien Sie auch sicher, dass ich nur dann schreibe, wenn ich etwas Interessantes entdecke. Verpflichtet bleibe ich auch bei LeWeb den Inhalten des bernetblog: Online PR, Kommunikation, Medien.

Intelligente Einbindung von Aficionados
Was dieses Beispiel sehr schön zeigt, ist die lohnende Einbindung der vielen neuen Publizisten, die das Web mit sich bringt. Das lohnt sich natürlich erst recht für eine Messe, die genau dieses Medium zum Thema macht. Also wird in den nächsten Tagen auf allen Kanälen ganz schön viel geschrieben werden über LeWeb09.

Mehr über die Auswahl der Blogger im Interview mit Stephanie Booth. Und im Interview mit NZZ Online-LeWeb-Besucher Nico Luchsinger ein Fazit zum Thema Schreibzwang.

Lilly Anderegg | 21.10.2009

IT-Luftblasen 2009: Nur zwei von acht werden nicht platzen

IT-Luftblasen 2009Alles alter Wein in neuen Schläuchen? Ernst zu nehmen sind Business Intelligence und (Desktop-)Virtualisierung. Nur heisse Luft sind dagegen Enterprise-mash-ups und Social Software, sagen IT-Experten.

Im September habe ich über den Hype-Cycle von Gartner geschrieben, der regelmässig die IT-Trends bewertet. Im Trend 2009 sind Cloud Computing, Social Software und Green IT. Sind diese Technologien ernst zu nehmen oder nur Luftblasen? Sehr aufschlussreich finde ich dazu die Perspektive von IT-Experten. Laut einer Umfrage unter 311 IT-Freiberuflern und 39 Projektanbietern sind nur zwei von acht IT-Trends wirklich ernst zu nehmen:

  • Business Intelligence (Automatisierung des Reportings)
  • (Desktop-)Virtualisierung (lokales Ausführen von Desktop- oder Server-Anwendungen)

Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt und warum gerade diese Technologien mehr als heisse Luft sind, erklärt der Artikel Umfrage-Ergebnis: IT-Luftblasen 2009.

IT-Luftblasen 2009

Gemischte Gefühle bei Cloud Computing und Green IT
Cloud Computing ist für die meisten Umfrageteilnehmer nicht viel mehr als ein Marketing-Buzzword. Überraschend finde ich, dass Green IT so schlecht bewertet wird – dabei ist grüne Informatik aus ökologischer Sicht eine Notwendigkeit. Green IT unterstützt Massnahmen, um ein IT-Produkt über den gesamten Lebenszyklus hinweg so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten und nutzen. Konkrete Massnahmen sind beispielsweise der Einsatz energiesparender Prozessoren, Klimamanagement in Serverräumen und Virtualisierung von Servern sowie die Weiterverwendung der Komponenten und der Recyclingfähigkeit alter Rechentechnik. Dabei stehen nicht immer ökologische Interessen im Vordergrund – auch ökonomische Gesichtspunkte (Kosten sparen) und die Möglichkeit, sich als verantwortungsbewusste Firma zu vermarkten, spielen ebenso eine Rolle.

Und wie halten Sie es mit Social Software?
Erstaunt hat mich auch, dass rund zwei Drittel der IT-Spezialisten Enterprise 2.0 und Social Software – Beispiele sind Twitter, Weblogs und weitere Online-Communities – für nicht zukunftsrelevant halten. Eine Begründung bleibt uns der Artikel Umfrage-Ergebnis: IT-Luftblasen 2009 schuldig. Gemäss der Analysten von Gartner jedenfalls kommt in naher Zukunft kein Unternehmen an Social Software vorbei. Bottom-up statt Top-down sei der grosse Vorteil der Enterprise 2.0: Das Wissen und die Erfahrungen aller Mitarbeiter werden durch sie nutzbar, und das eröffnet dem Unternehmen bessere Entwicklungschancen. Microblogging – wie zum Beispiel über Twitter – ermöglicht Gartner zufolge neue Formen eines schnellen, geistreichen und einfachen Austauschs. Was ist Ihre Meinung?

Mehr zum Thema im bernetblog:

Hype-Cycle: Verliert Facebook den Reiz?, 08.09.2009
Was ist eigentlich: …Cloud Computing?, 11.09.2009

Sonja Stieglbauer | 17.10.2009

Kurzfilm: Vom Bleistift zum Web 2.0

Digital ethnographyDer Anthropologe Michael Wesch erforscht den Einfluss neuer Medien auf die menschliche Interaktion. In seinem Film «The machine is us/ing us» beschreibt er die Entwicklung von der Bleistiftnotiz zum Web. 2.0.

Der Film wurde in der Blogosphäre ohne Ausnahme (ich habe jedenfalls keine gefunden) gelobt. Ich schliesse mich dem Lob an. Allerdings habe ich zum Kommentar von Jan Johannsen bei der netzwelt.de einen Einwand:  Tags sind im Internet-Dschungel nicht einfach unsere rettenden Wegweiser. Unsere Sprache/n bietet/en unzählige Möglichkeiten Dinge zu benennen. Und damit unzählige Möglichkeiten Dinge zu suchen. Der taggende Mensch stellt nur ein paar Wegweiser mehr in seiner Sprache auf.

Und weil mir das Laden des Films als embedded object für diesen Blog heute fast nicht gelingen wollte, ist es eindeutig: The machine was using me.

Sonja Stieglbauer | 28.09.2009

Mobile Marktforschung: Bald selbstverständlich?

MobiltelefonMan kann die mobile Marktforschung als Erweiterung der online Marktforschung bezeichnen. Ihre Vorteile sind die Erreichbarkeit der Befragten und die Unmittelbarkeit der Eindrücke.

Eine SMS-Einladung zum Ausfüllen eines Fragebogens auf dem Mobiltelefon und ein paar kurze Fragen zur Beantwortung an der Tramhaltestelle. Oder die laufende Befragung von Probanden während eines Tests. So könnte Marktforschung in Zukunft aussehen.

Es gibt gute Gründe für mobile Befragungen: Immer mehr Menschen sind für Marktforscher gar nicht mehr daheim erreichbar. Sei es, weil sie unterwegs sind, sei es, weil es das telefonische «Daheim» als Fixnet-Anschluss nicht mehr gibt. Und in Entwicklungsgesellschaften ist das mobile System oft das einzige funktionierende.

Für mobile Befragungen spricht auch die Unmittelbarkeit der Eindrücke. Direkt nach einer Fernsehsendung, nach dem Genuss oder auch nach der Krise sind die Eindrücke noch frisch.

Hürden sind derzeit noch die Technik – jedes Mobiltelefon stellt etwas andere Anforderungen. Und nicht alle Zielgruppen besitzen ein internetfähiges Mobiltelefon. Neben dem Zugang zu den Zielgruppen, braucht es deren Bereitschaft sich befragen zu lassen. Die Kosten sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen.

Weitere Informationen rund um mobile Marktforschung finden sich in den Präsentationen der Mobile Research Conference. Bereits ein Blick auf die Titel verrät, welches Feld sich hier auftut. Meine Meinung: Mobile Marktforschung kommt langsam, aber sie kommt.

Dominik Allemann | 22.09.2009

(Online-)Tauschnetze: Parallelgeld als Alternative

geld_zeit

Die Finanzwelt erholt sich allmählich und man liest bereits wieder vom alten Trott. Unser unerschütterliches Wohlstands-Urvertrauen hat aber Risse bekommen. Wir sehnen uns soliden Werten: zum Beispiel «Zeit».

Tauschnetze erleben eine regelrechte Renaissance. Die Sonntagabend-Radiosendung Input berichtete eindrücklich über das Phänomen. Als Währung sticht in den Tauschnetzen nicht das Geld, sondern die Zeit: Ich digitalisiere Dir deine Vinyl-Plattensammlung, du bäckst mir einen Kuchen, führst meinen Hund Gassi, hütest meine Kinder.

Zürich: Tauschen am Fluss
In Zürich gibt es «Tauschen am Fluss»: Die registrierten Mitglieder können ihre Angebote online erfassen und via die Marktzeitung publizieren. Sie erhalten dafür «Zeit», die ihnen auf ihr Online-Konto oder auf einer Tauschkarte (für Offliners) eingetragen wird .

Basel: Bon-Netz-Bon
Oder der Bon-Netz-Bon in Basel. Für 100 Franken lassen sich 110 Einheiten Bon-Netz-Bons kaufen. Der Rücktausch ist  möglich – dann gibts allerdings nur 95 Franken für 100 BNB’s. Die BNB-Serien sind nur eine beschränkte Zeit gültig. Das verhindert das «Horten» der Bons. Die Angebotsliste ist auch hier eindrücklich lang.

Luzern: Tauschnetz – Zeit statt Geld
Ein ganzes Verzeichnis von kleinen und grösseren Tauschnetzen in der ganzen Schweiz publiziert das Luzerner Tauschnetz. Mit vielen Ablegern auch in dörflicheren Regionen.

Die Idee besticht: Die grosse Schwelle dürfte für die meisten Konsument/innen Menschen allerdings der Schritt aus der Anonymität sein. Der Tausch verlangt nach Gesprächen, sozialem AusTausch, man muss auf andere zugehen. Es gewinnt dabei der gegenseitige Respekt. Das kalte Geld ist weniger «wert» als die Zeit und das Engagement des Gegenübers.

Download-Link DRS3 «Input», 20. September 2009 (MP3, 24MB)

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