Was beschäftigt 2010 PR-Profis und Kommunikationsverantwortliche? Social Media, Beschleunigung, Monitoring, Integration und Fokus.
Willkommen zurück! Nach dem Rückzug in ein paar stille Tage warten Mails, Tweets, Newsletter und – ja, auch das gibt es noch – Gedrucktes auf deren Verarbeitung. Alle schreien «Aufmerksamkeit! Sofort! Du könntest was verpassen!». Doch gemach. Ich gönne mir zuerst einen konzentrierten Blick in die Glaskugel der Verheissungen. Mit einer Gesamtsicht auf die vielen Projekte, die anstehen und auf alles, was ich in den letzten Monaten gelesen, gehört und oft auch hier verarbeitet habe, destilliere ich fünf prägende PR-Themen für 2010:
1. Social Media lernen, aufbauen, verankern
PR-Verantwortliche müssen Facebook und Twitter einordnen können. Sie müssen durch eigenes Zuhören und Mitreden fähig sein, ihre Organisation an diese Plattformen zu führen oder sie bewusst davon fern zu halten. In diesem Jahr werden viele Unternehmen neue Erfahrungen sammeln. Erfolge und Rückschläge legen die Basis für die Verankerung von Social Media-Aktivitäten in Kommunikationsabteilungen.
2. Kürzer, schneller, attraktiver werden
Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit wird grösser. Im weiter anschwellenden Informations-Tsunami gewinnt nur das, was aktuell ist, mich ganz persönlich anspricht, mir sofort seinen Inhalt aufzeigt und ihn danach vielleicht noch vertieft, mich mit Audio, Video, Grafiken auf allen Ebenen anspricht. PR-Verantwortliche werden ihre Online-Textkompetenz und ihre Kompetenz für Multimedia-Inhalte ausbauen.
3. Monitoring verbessern
Das Feld der Anbieter verändert sich konstant, Qualität und Preise sind sehr unterschiedlich. Die Menge der zu überwachenden Kanäle steigt, mit Echtzeit-Auswertungen erhöht sich der Rhythmus. Zu optimieren sind die Monitoring-Methoden und der Umgang mit den erhaltenen Informationen.
4. Ziele schärfen, Integration erhöhen
Jeder Neuauftritt bindet zusätzliche Ressourcen – sie müssen in einem Gesamtverbund auf ein Gesamtziel ausgerichtet sein. Auftraggeber und Agenturen müssen sich immer wieder die Frage stellen: Wohin? Sind die Ziele wirklich klar? Was läuft links und rechts und wie spielt alles zusammen?
5. Immer wieder fokussieren
Während Sie diesen Artikel lesen, warten tausend weitere Aufmerksamkeits-Appelle auf Sie. Mit Echtzeit-Web und noch mehr Social Media-Aktivitäten nimmt die Frequenz der Ablenkungen weiter zu. 2010 werden wir unsere Fähigkeit zur Konzentration wach halten und trainieren müssen. Indem wir nur eine Sache auf einmal tun. Das Twitter-Fenster im Hintergrund des Bildschirms ausblenden. Einen Spaziergang machen. Nichts tun.
Dass Nichtstun unter anderem auch zu einem Stressfaktor werden kann, zeigt die Zeit vom 2. Januar mit «Die Wiederentdeckung der Musse». Diesen Link verdanke ich einem ersten Morgenblick auf die von mir abonnierten Tweets. Die Kurzimpulse des Echtzeit-Web haben auch ihre Vorteile.
In diesem Sinne wünscht der bernetblog allen Leser/innen für 2010 einen erfolgreichen Tanz zwischen Facebook und Fokus!