Sonja Stieglbauer | 17.03.2010

Abstimmungskampagnen mit wenig Wirkung

Collage Politische Plakate von politischesplakat.blogsport.deDer Politologe Hanspeter Kriesi hat untersucht, ob und wie Abstimmungskampagnen das Schweizer Stimmvolk beeinflussen. Seine Aussage: «Je intensiver eine Kampagne geführt wird, umso besser orientiert stimmen die Leute ab.»

Kriesi glaubt, dass Fernsehen, Zeitungen, Internet und Inserate das Stimmvolk stärker beeinflussen als Plakate. Umstimmende und manipulierende Effekte stellt er selten fest.

Das für die Kampagne eingesetzte Geld bestimmt den Ausschlag dann, wenn die Volksentscheide knapp gefällt werden. Für den Abstimmungserfolg ist gemäss Kriesi entscheidend, welche Koalitionen dahinter stehen und weniger die Kampagne.

Eine Zwickmühle sind die provokativen Plakate der SVP. Die anderen Parteien können sie ignorieren und «damit stillschweigend legitimieren» oder sich distanzieren und eine öffentliche Diskussion auslösen, wie in der Vergangenheit geschehen.

Ein Trend zu professionell geführten Kampagnen jenseits der SVP zeichnet sich gemäss der Studie nicht ab. Ich vermute, dass Kriesi hier irrt: Über Social Media können professionelle Kampagnen auch von denen betrieben werden werden, denen weniger Geld zur Verfügung steht. Eine Strategie, gute Ideen und Zeit braucht es natürlich weiterhin.

Interview mit Hanspeter Kriesi

Lilly Anderegg | 09.03.2010

Fasten fürs Gehirn

SprechblaseWir haben es verlernt, uns zu konzentrieren. Still zu sitzen und zu denken, ohne für eine Maschine erreichbar zu sein, ist fast unmöglich geworden.

Wir reagieren auf das klingelnde Handy, auf Gespräche, auf alles, was um uns herum passiert. Nichts müssen, aber alles können – damit hat Ikea vor Jahren Werbung gemacht. Der Spruch ist mir geblieben, das «müssen» leider auch. Aber ich bin nicht alleine. Immer häufiger stosse ich auf Stimmen, die Ferien vom Lärm und Entschleunigung einfordern.

Spannend daran finde ich den Gedanken, dass Kreativität und Entwicklung nur in Phasen der Ruhe möglich sind. Geht es nur mir so, dass ich mich vom Datenstrom abhängig fühle wie eine Süchtige: gleichsam gereizt und gehetzt? Um Sie nicht zu überfordern, setze ich darum hier und jetzt einen Punkt. Und lasse andere weiterreden, während ich mich mit Ohropax zurückziehe. Ruhe.

Die spannendsten Zitate zum Thema:

Frank Schirrmacher (Tages-Anzeiger, 29.11.2009):

  • Multitasking ist die schlimmste Praxis unserer Zeit. Sie vermanscht das Gehirn.
  • Wenn Sie keine SMS mehr schreiben und kein Internet mehr benutzen, dann partizipieren Sie nicht mehr an der Welt.
  • Das Lesen auf dem Papier wird eine ganz neue Rolle bekommen: Es wird eine therapeutische Funktion haben – in der Wirkung das Hirn verbessern.

Ernst Pöppel (Zeit Online, 18.02.2010):

  • Viele Menschen haben es verlernt, die Stille als das zu begrüssen, was sie ist: eine Erholungsreise für das Gehirn.
  • Wenn ganz Deutschland jeden Tag für eine Stunde nicht kommunizieren würde, dann hätten wir den grössten Innnovations- und Kreativitätsschub, den man sich vorstellen kann.

Alain de Botton (The School of Life, 01.03.2010):

  • To sit still and think, without succumbing to an anxious reach for a machine, has become almost impossible.
  • We are continuously challenged to discover new works of culture – and in the process don’t allow any one of them to assume a weight in our minds.
  • The need to diet is something we have to relearn in relation to knowledge, people and ideas. We require periods of fast in the life of our minds no less than in that of our bodies.

Fühlen Sie sich von der unendlichen Fülle an Informationen unter Druck gesetzt, weil Sie glauben, Sie müssen sie alle aufnehmen, um in Ihrem Job Schritt zu halten? Erfahren Sie nächste Woche an dieser Stelle, ob Sie E-Mail-süchtig sind – und was sie dagegen tun können.

Mehr zum Thema im bernetblog:

Kontrolle übers Denken zurückgewinnen, 25.01.2010
Zählen Sie schon die Tweets bis zum Wochenende?, 23.07.2009
Stille: 5 Tipps zum Abschalten, Anstoss-Newsletter, 11.2008

Dominik Allemann | 05.03.2010

Was ist eigentlich: …das Internet der Dinge?

HumansDieser Megatrend ist noch nicht in unserem Bewusstsein angekommen: Das Internet öffnet sich – und vernetzt virtuelle mit realen Welten: das «Internet der Dinge».

Warum haben sich «Second Life» & Co. (noch) nicht durchgesetzt? Weil wir Nutzer/innen diese künstliche, virtuelle Welten – die noch nie rund und reibungslos funktionierten – nicht mit unserem «richtigen Leben» verbinden konnten. Das «Internet der Dinge» hingegen verknüpft die Informationen von Dingen – mit weitreichenden Konsequenzen auf betriebswirtschaftliche Prozesse und Konsumverhalten.

Die kommunikative Intelligenz «der Dinge»
Die Daten sind jetzt nicht mehr auf unseren Desktop- oder Mobil-Geräten präsent – sondern in «den Dingen». Die Datenübertragung erfolgt via RFID-Chip (Radio Frequency Identification). Er wird mikroklein auf Produkte, Gebäude, Menschen, Tiere geklebt und erfasst und sendet berührungslos Daten. Diese Transmitter ermöglichen die Verbindung von Waren mit ihrer Umgebung und geben ihr damit Intelligenz. Der Kühlschrank bestellt fehlende Waren, das Bibliotheksbuch wird automatisch ausgecheckt, die Supermarktartikel generieren Produktempfehlungen.

Privatheit oder Bedienernutzen – ein Dilemma
Die Technologie ist heute noch aufwändig, teuer und natürlich umstritten. Die Zeit wird diese Hürden senken; in der Logistikbranche ist die Technologie schon weit verbreitet, die Kosten werden sinken und der Konsumentenwiderstand wird am Bedienernutzen bröckeln. Schon heute ist unser Umgang mit Kredit- oder Kundenkarten recht locker. Eine ganze Reihe von anschaulichen Anwendungen beschreibt der 3Sat Dokfilm – hier als YouTube-Dreiteiler abgebildet und verlinkt. Er zeigt deutlich: Virtual Reality ist echt passé. Die Zukunft gehört dem «Internet der Dinge».

Mehr Infos:
3Sat «Das Internet der Dinge» auf YouTube: Teil 2, Teil 3
bernetblog.ch: «Zukunft der Privatheit: Der Mensch 3.0 unter voller Kontrolle»

Weitere Beiträge in der Reihe «Was ist eigentlich: …:
…ein/e PR-Berater/in?»
…Cloud Computing?»
…ein Screencast?»
…das Semantic Web?»
…Web Compliance?»
…Twitter?»
…ein Social Press Release?»
…ein Widget?»
…die Craigslist?»

Sonja Stieglbauer | 01.03.2010

Corporate Social Responsability: Den Verbrauchern egal?

Institut für Marken- und KommunikationsforschungWeil Nachhaltigkeit Mode ist, hat die Corporate Social Responsabilty, CSR, an Bedeutung gewonnen. Forscher der deutschen Justus-Liebig-Universität behaupten nun, dass es den Konsumentinnen und Konsumenten egal ist, ob ein Unternehmen soziale Verantwortung übernimmt.

Beispielsweise wollen in Befragungen 50 Prozent umweltverträgliche Putzmittel. Im Supermarkt entscheiden sich aber nur noch 5 Prozent dafür. Auch bei Telefonen oder Kleidern gilt: Im Laden zählen Design und Preis mehr als Sozial- oder Umweltverträglichkeit.

Ganz für die Katz oder den Regenwald muss CSR trotzdem nicht sein. Die Forscher sehen drei wirkungsvolle Strategien:

  • CSR ist mit der Markenidentität verbunden, wie bei Bodyshop.
  • Gesellschaftliches Engagement wirkt ergänzend; Beispiele sind Volvic oder Krombacher.
  • Es ist den Verantwortlichen eines Unternehmens einfach wichtig, so wie das bei Würth der Fall ist. An Profit im Schraubengeschäft denkt man beim kulturellen oder sozialen Einsatz weniger.

Für mich gibt es noch ein weiteres Argument: Vielleicht bringt es Organisationen nicht viel, sich zu engagieren. Aber es kann teuer werden, sich nicht zu engagieren. Skandale um Lösungsmittel, Kinderarbeit oder abgeholzte Wälder schaden der Reputation nachhaltig. Und ich empfehle nicht, CSR einzig über das Risk Management zu steuern.

Sonja Stieglbauer | 14.02.2010

Internationale Verständigung mit Globish

Globish-Logo

Ein französischer Manager war in internationalen Geschäften oft erfolgreicher als seine amerikanischen Kollegen: Sein simples Englisch war verständlicher.

Aus dieser Erkenntnis entwickelte Jean-Paul Nerrière Globish. Damit die Verständigung zwischen Koreanern, Chileninnen und Nigerianern in Globish klappt, beschränkte er den Wortschatz auf rund 1′500 Wörter und setzte einige Regeln fest:

  • kurze Sätze
  • kein Humor, keine Klischees
  • keine Metaphern (Lebensabend, Flussbett)
  • keine Idiome (die Beine in die Hand nehmen)
  • keine Abkürzungen

(Obige Regeln gelten bisweilen auch in der einfachen Kommunikation zwischen Menschen gleicher Sprache, beispielsweise wenn die Zeit oder der Platz knapp sind.)

Die Globish-Grammatik entspricht dem Standardenglisch, aber es gibt nur sechs Zeiten. Interessant auch, dass ein Wort wie «aunt» in Globish nicht existiert. Denn es kann gut ersetzt werden: Vaters/Mutters Schwester. Zudem unterscheiden viele Kulturen zwischen einer Tante väterlicher- und mütterlicherseits.

Nerrière bezeichnet Globish nicht als Sprache, sondern als Werkzeug. Die kulturellen Sprachen und gerade Standard-Englisch will er damit nicht ersetzen. Auch eigne sich Globish nicht für schwierige Verhandlungen; hier sollen Dolmetscher zum Zuge kommen.

Gerade für uns priviligierte Germanophone ist es interessant, sich den Zugang anderer Zungen zum Englischen bewusst zu machen: Damit wir daran denken, im internationalen Gespräch nicht mit Eleganz, sondern mit Verständlichkeit zu punkten.

Wortschatz Globish
brand eins 12/09

Lilly Anderegg | 11.02.2010

Anstoss-Newsletter: Wikipedia – Mitmachen, Mitschreiben, Mitverfolgen

WAnstoss-Newsletter: Wikipediaie schreiben Sie einen Eintrag auf Wikipedia? Was ist relevant für die Online-Enzyklopädie? Unser Anstoss-Newsletter gibt Tipps und Hintergründe zu Wikipedia.

Obwohl sich jeder für die Gruppe der Wiki-Autoren bewerben kann, ist es nicht so einfach, einen Eintrag zu erstellen. So frustrierend das manchmal ist, so wichtig ist dieser Selbststeuerungsprozess, damit Wikipedia überhaupt funktioniert. An welche Regeln Sie sich halten müssen, zeigt der aktuelle Anstoss-Newsletter. Ein Auszug:

In fünf Schritte zum eigenen Eintrag:

1. Werden Sie Wikipedianer
Registrieren Sie sich mit einem Benutzernamen mit transparenter Angabe des Absenders und hinterlassen Sie Spuren. Als aktiver registrierter Benutzer erwerben Sie sich mit der Zeit eine Reputation. Andere Wikipedianer werden eher bereit sein, Sie in Ihren Reihen aufzunehmen.

2. Seien Sie relevant
Beschränken Sie sich auf das Wichtigste und achten Sie auf die Wikipedia-Relevanzkriterien, sozusagen die Bibel von Wikipedia (und interessant zu studieren!). Es gibt spezielle Kriterien für Adelseinträge, Architekten, Brauereien etc. Brauereien sind beispielsweise dann relevant, wenn sie 100 Jahre ununterbrochene Brautätigkeit nachweisen können.

Relevant ist Ihr Unternehmen in jedem Fall, wenn Sie eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Jahresumsatz über 150 Millionen CHF
  • mindestens 1000 Vollzeit-Mitarbeiter
  • mindestens 20 Niederlassungen
  • börsenkotiert

Nichts dabei? Ein Eintrag ist auch gültig, wenn Ihr Unternehmen besonders innovativ ist oder eine marktbeherrschende Stellung hat. Vielleicht hat bereits jemand eine Doktorarbeit oder ein Buch über Ihr Unternehmen geschrieben? Das erhöht Ihre Chancen.

3. Schreiben Sie objektiv
Texten Sie aus neutralem Standpunkt. Werbefloskeln haben in einer Enzyklopädie nichts zu suchen. Beschönigen Sie nichts. Wikipedia ist weder Ort zur Selbstdarstellung noch die Gelben Seiten. Die Angabe von Postanschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adressen oder Ansprechpartnern ist unerwünscht. Das gilt auch für Anfahrtsbeschreibungen und Öffnungszeiten. Ein Link zur Internetpräsenz ist jedoch üblich.

4. Fakten, Fakten, Fakten
Blosse Behauptungen werden nicht akzeptiert. Belegen Sie Ihre Aussagen mit Fakten, am besten mit einem Verweis auf eine objektive Print- oder Online-Quelle. So wirkt Ihr Text glaubwürdig und wird nicht als Werbebroschüre wahrgenommen.

5. Steter Tropfen höhlt den Stein
Die Gunst der so genannten «Lösch-Trolle» ist mitunter willkürlich. Wenn der Administrator noch nie von Ihrem Unternehmen gehört hat, nützt auch ein Artikel im Spiegel oder in der Neuen Zürcher Zeitung nichts. Versuchen Sie es wieder, diskutieren Sie mit, bleiben Sie hartnäckig. Auf der deutschsprachigen Plattform werden täglich rund 1000 neue Einträge publiziert – und 500 Einträge wieder gelöscht.

Im aktuellen Anstoss-Newsletter lesen Sie weitere Tricks, wie das Mitmach-Lexikon funktioniert und wie Sie relevante Inhalte mitverfolgen. 115 Unternehmen im Raum Zürich sind heute bereits mit eigenem Eintrag auf Wikipedia vertreten – findet man auch Sie bald in der Online-Enzyklopädie?

Sonja Stieglbauer | 08.02.2010

Gut reden ist Gold: Rhetorik-Tipps

Sprechender MundWir alle kommen in die Situation, in der wir vielleicht nicht müssen, aber doch sollten: Eine Rede halten. Hier Tipps, die eine Rede besser machen.

Vieles an einer guten Rede ist nicht Brillanz, sondern solides Handwerk. Und das ist lernbar.

Inhalt
So persönlich wie möglich. Erzählen Sie eine Geschichte und nicht etwas Allgemeines über die Ehe, das neue Projekt oder das Älterwerden. Welche Ihrer Geschichten steht symbolisch für das Ganze? Wie hat das Team die Schwierigkeiten überwunden? Welches Erlebnis mit der geehrten Person hat Sie am meisten berührt?

Aufbau
Gliedern  Sie Ihre Rede – mit Einleitung und Schluss, Ober- und Unterkapitel. Legen Sie fest, ob Sie vorlesen oder nach Stichworten sprechen. Wenn Sie Mundart reden, erzählen Sie Ihre Rede ohne Manuskript in Mundart (Ihrer Mutter oder dem Göttibueb) und schreiben sie so auf.

Einfachheit
Wenn Sie zu einem gemischten Publikum sprechen, halten Sie sich an die Regel «einem zehnjährigen Kind etwas erklären». Wenn Sie zu einem gebildeten Publikum sprechen: Gehen Sie nicht davon aus, dass alle soviel über Musik, Informatik, Politik, Geschichte oder Sport wissen, wie Sie.

Benutzen Sie so kurze Wörter und Sätze wie möglich (schon im Skript). Es braucht nur wenige längere Wörter und Sätze um Monotonie zu verhindern. Haben Sie keine Angst, sich zu wiederholen. Benutzen Sie immer das gleiche Wort für die gleiche Sache. Wiederholen Sie unbekümmert Wichtiges oder Schwieriges.

Länge
Überschreiten Sie die Zeit nicht. Wenn Sie fünf Minuten Zeit haben, reden Sie vier. Das freut Ihr Publikum. Im besten Fall bedauert es, dass Sie schon fertig sind. Damit Sie die Länge im Griff haben, müssen Sie die Zeit stoppen. Und dann das Unwichtigste streichen, auf Unnötiges verzichten oder sich von einer überflüssigen Pointe verabschieden – meist in mehreren Durchgängen.

Üben
So oft wie möglich. Sie können sich auch selbst anhören. Die meisten Mobiltelefone haben eine Aufnahmefunktion. Aber machen das nur, wenn Sie Ihre Stimme schon von Aufnahmen kennen.

Zu guter Letzt
Sagen und tun Sie nur Dinge, die zu Ihnen passen.

Dieser Blog mit besonderem Dank an die Gruppe des Kurses Rhetorik und Moderation beim MAZ und Thomas Kropf, SR DRS.

Tipps rund ums Präsentieren
Versuche nicht wie Steve zu sein
Lieber Skript als Folien?
Keynote_08
Steve Jobs: Storyteller Nr. 1
Anstoss-Newsletter: Einfache Tipps für bessere Präsentationen

Dominik Allemann | 05.02.2010

Was ist eigentlich: … ein/e PR-Berater/in?

cover chancen

«Papi, was arbeitest du?» Immer wieder fragen das meine Töchter (9 und 6). Dann beginnt das Ringen um die kindgerechte Erklärung. Einfacher machte es mir das schriftliche Berufsportrait über den «PR-Berater».

Es wurde Ende 2009 im Themen-Magazin «Chancen in Beruf und Arbeit – Marketing, Werbung, PR» (Link Bestellung, PDF-Auszug via Scribd s. auch unten) veröffentlicht. Darin abgebildet mein Werdegang und die persönliche Berufssicht als eine Facette unseres spannenden Arbeitsfeldes. Ein Zitat wird hervorgehoben: «Wir sind das Sprachrohr eines Unternehmens». Aus Sicht des externen Beraters stimmt dies nur bedingt. Das «Sprachrohr» sitzt im Idealfall ja im Unternehmen selber.

Ergänzend sehe ich heute diese drei Fähigkeiten als «Muss» für PR-Berater/innen:

Zuhören
Was braucht mein Gegenüber (egal ob Autraggebende, Medienschaffende oder andere Dialoggruppe)? Wo liegt «des Pudels Kern»? Was interessiert die relevante Bezugsgruppe? Was ist wichtig für den strategischen Gesamtblick?

Eindampfen
Immer wieder – nicht nur im Bernetblog – kochen wir eine Fülle von Infozutaten zur würzigen Bouillon ein. Und hoffen, dass diese unseren Gästen (inklusive Auftraggebern) schmeckt. Und dass sie der Sache gut tut. Wer was vom (Ein)Kochen versteht weiss, wie schwer das sein kann.

Umsetzen
Kommunikation ist Handwerk. Wir müssen die wichtigen Kniffs und Tricks aus dem Effeff beherrschen. Beim (Web)Texten, Layouten, Webdesignen, Schulen, undsofort. Ich mag diesen praktisch pragmatischen Teil.

Meine Kinder werden wohl auch in 20 Jahren noch ein verschwommenes Berufsbild ihres Vaters haben. Und nicht nur sie – selbst für uns «Betroffene» ist das Tempo des Wandels so rasend, dass die Konturen mitunter verschwimmen. Es bleibt spannend.

Sonja Stieglbauer | 25.01.2010

Kontrolle übers Denken zurückgewinnen

schirrmacher_payback_coverFrank Schirrmacher schreibt in seinem neuesten Buch Payback «Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen.»

Eine Welt ohne Computer kann sich auch Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, nicht vorstellen. In diesem Buch zeigt er, wie wir uns im Google-Facebook-Twitter-Zeitalter ständig ablenken lassen. Dass wir eine emotionale Beziehung zu unseren technischen Begleitern entwickeln. Und dabei laufend Persönliches preisgeben.

Amüsant und gut verständlich ist sein Junkfood-Vergleich. Ohne zu moralisieren erklärt er anhand der Hirnforschung, wie Verführung online funktioniert. Die Online-Welt ist eine «All-you-can-read-Welt». Also müssen wir Wege finden, um uns nicht ständig zu überfressen. Und die gleichzeitige, geistige Mangelernährung verhindern.

Schirrmacher schildert Situationen, die wir Online-Junkies täglich erleben. Er überzeugt, weil er nicht schwurbelige Verschwörungstheorien pflegt, sondern eine Entwicklung aufzeigt, die niemand wirklich kontrolliert.

Infos zu Payback

Sonja Stieglbauer | 18.01.2010

Irrationale Spendenbereitschaft

BanknotenManche Organisation erhalten viel Geld, andere kämpfen hart. Die Spenderinnen und Spender entscheiden aus dem Bauch  - oder besser mit dem Herzen.

Das Marktforschungsinstitut YouGovPsychonomics hat für Deutschland herausgefunden, dass Bekanntheit und Sympathie nicht ausreichen, um Spenden zu generieren. Das Wissen über eine Organisation korreliert nicht mit der finanziellen Unterstützung. Beispielsweise ist die Aufgabe von Amnesty International gut bekannt, der ausgelöste Gebe-Impuls ist aber weniger stark als für ein Kinderhilfswerk. Fundraiser müssen die richtigen Emotionen im richtigen Mass wecken.

Die Studie sagt leider nichts über die Höhe gespendeten Beträge. Denn viele Kleinspenden verursachen auch viel administrativen Aufwand. Allerdings verbuchen Organisationen diese als gesellschaftliche Unterstützung ihrer Sache.

Für die Schweiz habe ich keine neuere Untersuchung zur Spendenbereitschaft gefunden. 2007 hat eine Studie des Bundes festgestellt: «Im Gegensatz zu den grossen multinationalen Konzernen zielen die KMU nur selten darauf ab, aus ihrem sozialen Engagement Profit zu schlagen: Es gibt äusserst selten einen direkten Bezug zwischen der Unternehmenstätigkeit und dem Zweck der Spende.»

Wird das Erdbeben in Haiti eine ähnliche Spendenwelle auslösen wie der Tsunami Weihnachten 2004? Eher kaum, das Land ist kein Sympathieträger und keine Feriendestination. Weihnachten ist schon vorbei und zur beliebten Empfängergruppe der Bergbauern mit kleinen Kindern und kleinen Hunden gehören die Überlebenden des Erdbebens nicht.

Zynisch? Ja. Deshalb hier der Link zur Glückskette.

Sonja Stieglbauer | 11.01.2010

Pandemie: War die Kommunikation schlecht?

bag-grippe-logoIn einer deutschen Zeitung lese ich, dass die Kommunikation zur Pandemie schlecht war. Auch hier wurde viel gelästert. Beispielsweise über den Spot mit Beat Schlatter zogen Giacobo-Müller oder Peter Schneider her.

Hier meine subjektive Rückschau – zur Diskussion:

War der Zeitpunkt schlecht gewählt? Die BAG-Webseite startet im Juli etwas später als beispielsweise die US-amerikanische Pandemie-Seite. Meiner Meinung nach optimal: Die Grippesaison war noch ein paar Monate entfernt; es gab noch keinen Grund zur Panik. Zudem: Frei wählbar war der Zeitpunkt nicht – Pandemien lassen sich nicht planen.

Die Mittel: Fernsehen, Internet, Plakate – was gab es noch? Die BAG-Webseite ist in 13 Sprachen übersetzt. Solange die Grippe bedrohlich erschien, war Interesse an der Information vorhanden. Nur wenn ich heute die grünen Plakate zum Impfcheck sehe, wirkt das auf mich vorgestrig. (Vielleicht wurde die Plakatstelle nicht mehr verkauft?)

Komplexität: Gerade die Fernsehspots versuchten möglichst einfach zu erklären, um was es geht. Vertiefte Info findet sich auf der BAG-Webseite und natürlich «auf eigene Gefahr» im Web. Dabei ist das Thema Impfsolidarität inhaltlich anspruchsvoll. Die vor ein paar Wochen in der Schweizer Illustrierten befragten Promis, bezogen die Solidarität vor allem auf die eigene Kleinfamilie.

Motivierung zur Impfung: War offensichtlich ungenügend. Liegt das an der Kommunikation? Ich sehe einen anderen Grund: Als immer deutlicher wurde, dass die Krankheit mild verläuft, ging die Impflust zurück. Verspätungen bei der Verteilung des Impfstoffs und das anfängliche Chaos, wer sich wo impfen lassen soll oder darf, trugen weiter zur Impfunlust bei.

Motivierung zu Schutzmassnahmen: Wer Schulkinder kennt, der weiss, dass diese heute wissen, wie man sich die Hände wäscht und wie man in die Armbeuge niest. Und hat sich nicht rund um die Waschbecken die Ausrüstung verbessert?

In der Rück- und als Vorschau: Was muss bei der nächsten Pandemie anders kommuniziert werden?

Dominik Allemann | 08.01.2010

Was ist eigentlich: … Augmented Reality?

USB SlotsErweitert man menschliche Sinneswahrnehmungen mit computerunterstützten Infoelementen nennt sich das «Augmented (erweiterte) Reality». Bereits heute wird dieser IT-Megatrend immer mehr Teil unseres Alltags.

Mir persönlich begegnen diese «erweiterten Realitäten» bereits in Sportübertragungen: Was diskutierten wir einst noch Freistoss-Distanzen… Heute misst sie die Maschine und blendet sie zentimetergenau ins Fernsehbild ein. Das Einsatzgebiet von «AR-Funktionen» ist breit. Wikipedia listet sie wie folgt:

  • Hilfestellung bei komplexen Aufgaben (Industrie, Medizin)
  • Navigation (Auto, Flugzeug)
  • Militär- und Katastropheneinsatz
  • Hydrologie (Wasserwirtschaft), Geologie (Geländemerkmale), Ökologie
  • Architektur (Visualisierungen im Live-Format)
  • Teamkollaboration
  • und natürlich Unterhaltung, Unterhaltung, Unterhaltung

Grundsätzlich lassen sich alle Sinne virtuell erweitern. Heutige Anwendungen beschränken sich aber weitgehend auf das Sehen. Visualisierungen werden via Bildschirm, Spezialbrille oder gar Iris-Implantat eingeblendet. Gesteuert werden die Informationen durch einen Fingerzeig, einen Blick – und einst vielleicht lediglich via Nervreiz…

Bereits sind im iPhone App Store einige Anwendungen im Angebot, die zeigen wohin es gehen kann. Allerdings beschränken diese sich hauptsächlich auf die Disziplin Navigation, Tourismus. Aber es lohnt sich, ein wenig darin zu stöbern:

10 Amazing Augmented Reality Apps (Mashable, Dezember 09)
17 Best Augmented Reality iPhone Apps (iPhoneNess, Dezember 09)
Augmented Reality auf dem iPhone (Heise, August 09)

Ach ja – ich selber darf auf meinem iPhone  nicht mitmachen bei der «AR»… Dies ermöglicht erst der eingebaute Kompass der iPhone Version 3G.

Weiter Beiträge in der Reihe «Was ist eigentlich: …:
…Cloud Computing?»
…ein Screencast?»
…das Semantic Web?»
…Web Compliance?»
…Twitter?»
…ein Social Press Release?»
…ein Widget?»
…die Craigslist?»

Sonja Stieglbauer | 05.01.2010

Impressum für Webseiten und Social Media

ImpressFür Webseiten und Social Media gibt es in der Schweiz keine Impressumspflicht. Aus PR-Sicht sind die Angaben ein Muss.

In Deutschland wird die Impressumspflicht für Twitter diskutiert. Ich begebe mich nicht aufs rechtliche Glatteis, aber aus Kommunikationssicht finde ich: Webseiten und Social Media-Profile sollen über den Absender informieren.

Dazu gehören mindestens eine physische Anschrift mit Kontaktmöglichkeiten, die Namen von Verantwortlichen und Partnern sowie Rechtliches wie Datenschutz, Copyright, Haftung. Wenn der Name nicht schon eine Erklärung ist, muss der Unternehmenszweck beschrieben sein. Auch bei Blogs sollte man sich die Mühe machen, ein Impressum zu erstellen; hier das Beispiel vom bernetblog. Übrigens: Wer sein Angebot von der Schweiz aus vor allem nach Deutschland richtet, für den ist ein Impressum auch für Elektronisches Pflicht.

Die Pflege eines Impressums ist zwar nicht mit grossem Aufwand verbunden, trotzdem muss es aktualisiert werden. Das neue Jahr ist ein guter Moment, um wieder mal alle Angaben auf der Webseite, dem Blog, auf Twitter, Facebook und weiteren zu überprüfen. Oder man merkt es sich für den Frühling vor, wenn die Geschäftsabschlüsse vorliegen. Spätestens dann ist es auch Zeit, Einträge in Online-Verzeichnissen zu aktualisieren.

Informationen zu Internetauftritt und Twitter bei unseren Checklisten und zum Facebook-Auftritt im bernetblog.

Marcel Bernet | 04.01.2010

PR-Trends: Was uns 2010 beschäftigen wird

ausrufezeichen_würfelWas beschäftigt 2010 PR-Profis und Kommunikationsverantwortliche? Social Media, Beschleunigung, Monitoring, Integration und Fokus.

Willkommen zurück! Nach dem Rückzug in ein paar stille Tage warten Mails, Tweets, Newsletter und – ja, auch das gibt es noch – Gedrucktes auf deren Verarbeitung. Alle schreien «Aufmerksamkeit! Sofort! Du könntest was verpassen!». Doch gemach. Ich gönne mir zuerst einen konzentrierten Blick in die Glaskugel der Verheissungen. Mit einer Gesamtsicht auf die vielen Projekte, die anstehen und auf alles, was ich in den letzten Monaten gelesen, gehört und oft auch hier verarbeitet habe, destilliere ich fünf prägende PR-Themen für 2010:

1. Social Media lernen, aufbauen, verankern
PR-Verantwortliche müssen Facebook und Twitter einordnen können. Sie müssen durch eigenes Zuhören und Mitreden fähig sein, ihre Organisation an diese Plattformen zu führen oder sie bewusst davon fern zu halten. In diesem Jahr werden viele Unternehmen neue Erfahrungen sammeln. Erfolge und Rückschläge legen die Basis für die Verankerung von Social Media-Aktivitäten in Kommunikationsabteilungen.

2. Kürzer, schneller, attraktiver werden
Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit wird grösser. Im weiter anschwellenden Informations-Tsunami gewinnt nur das, was aktuell ist, mich ganz persönlich anspricht, mir sofort seinen Inhalt aufzeigt und ihn danach vielleicht noch vertieft, mich mit Audio, Video, Grafiken auf allen Ebenen anspricht. PR-Verantwortliche werden ihre Online-Textkompetenz und ihre Kompetenz für Multimedia-Inhalte ausbauen.

3. Monitoring verbessern
Das Feld der Anbieter verändert sich konstant, Qualität und Preise sind sehr unterschiedlich. Die Menge der zu überwachenden Kanäle steigt, mit Echtzeit-Auswertungen erhöht sich der Rhythmus. Zu optimieren sind die Monitoring-Methoden und der Umgang mit den erhaltenen Informationen.

4. Ziele schärfen, Integration erhöhen
Jeder Neuauftritt bindet zusätzliche Ressourcen – sie müssen in einem Gesamtverbund auf ein Gesamtziel ausgerichtet sein. Auftraggeber und Agenturen müssen sich immer wieder die Frage stellen: Wohin? Sind die Ziele wirklich klar? Was läuft links und rechts und wie spielt alles zusammen?

5. Immer wieder fokussieren
Während Sie diesen Artikel lesen, warten tausend weitere Aufmerksamkeits-Appelle auf Sie. Mit Echtzeit-Web und noch mehr Social Media-Aktivitäten nimmt die Frequenz der Ablenkungen weiter zu. 2010 werden wir unsere Fähigkeit zur Konzentration wach halten und trainieren müssen. Indem wir nur eine Sache auf einmal tun. Das Twitter-Fenster im Hintergrund des Bildschirms ausblenden. Einen Spaziergang machen. Nichts tun.

Dass Nichtstun unter anderem auch zu einem Stressfaktor werden kann, zeigt die Zeit vom 2. Januar mit «Die Wiederentdeckung der Musse». Diesen Link verdanke ich einem ersten Morgenblick auf die von mir abonnierten Tweets. Die Kurzimpulse des Echtzeit-Web haben auch ihre Vorteile.

In diesem Sinne wünscht der bernetblog allen Leser/innen für 2010 einen erfolgreichen Tanz zwischen Facebook und Fokus!

Sabine Betschart | 18.12.2009

Stille auf dem bernetblog

schnee stadelhofen

Dies ist der letzte Beitrag im 2009. Ein paar stille Nächte und Tage stehen an. Und wird Frau Holle Ihre Decken ausschütteln und uns für einmal weisse Weihnachten bescheren?

Heute lesen Sie den letzten Blogbeitrag in diesem Jahr – die Agenturtüren schliessen wir erst am 24. Dezember. Letztes Jahr um diese Zeit lag Zürich tief im Schnee. Das Bild unten zeigt den verschneiten Stadelhoferplatz, aufgenommen im Dezember 2008. Wie stehen die Prognosen für weisse Weihnachten 2009? MeteoSchweiz gibt Auskunft:

Am vierten Adventswochenende ist es weiterhin kalt und es fällt verbreitet noch etwas Schnee. Bereits am Montag entwickelt sich über dem nahen Atlantik ein Tiefdruckgebiet, das über dem Alpenraum für eine Südwestströmung und damit für eine Föhnlage sorgt. Diese hält wahrscheinlich bis zu den Weihnachtstagen an und führt zu allmählich milderen Temperaturen. Damit hat der Schnee in den tiefen Lagen keinen Bestand und es können leider keine weissen Weihnachten erwartet werden.

Statistisch gesehen nichts neues: Zwischen 1931 und 2008 lag an 43 Prozent der Weihnachtstage weniger als ein Zentimeter Schnee an der Messstation Zürich.

Wir wünschen Ihnen warme Herzen und ein frohes Weihnachtsfest und freuen uns, am 4. Januar frisch wieder da zu sein.

winterbild_stadelhoferplatz_dez08

Sonja Stieglbauer | 08.12.2009

Rail Service: Inoffizieller öV-Twitterdienst

Social Media Gipfeli

Die Rail Service Tweets überzeugen selbst Skeptiker von der Nützlichkeit des Twitterns. Den professionell gemachten Dienst betreiben drei junge öV-Profis/-Freaks in Eigenregie.

Am Social Media Gipfel  vom 2. Dezember standen sich Chris Leduc, einer der drei Initianten, und  Patrick Comboeuf, Director E-Business SBB, zum ersten Mal gegenüber.

Den öV-Nutzenden unter den Anwesenden musste Christian Leduc den Service nicht lange erklären. Der Nutzen ist offensichtlich: Wer im Zug von einer Unbill betroffen ist oder wissen will, wo man im ICN Strom fürs Laptop findet, postet einen Tweet. Kurz darauf kommt die 140-Zeichen-Antwort. Nachfragen ist selbstverständlich möglich. Nico Luchsinger hat den Service auf seinem BetaBlog bereits gut beschrieben.

Patrick Combeuf, Chris Leduc, Peter Hogenkamp

Gespannt waren die Teilnehmenden auf das erste Zusammentreffen von Chris Leduc und Patrick Comboeuf, Direktor E-Business SBB. Entgegen meinen Erwartungen zeigte sich Patrick Comboeuf begeistert vom unabhängigen Rail Service-Twitterdienst. Er vertritt damit aber seine persönliche Meinung. Die offiziellen SBB haben im Moment (noch) kein Interesse, sondern vor allem ein Problem mit der Benutzung ihrer Logos durch die Twitterer. Zugegeben, Gleis 7 ist nicht ganz geglückt.

Twitter-Logos GA, Halbtax, Gleis 7, Rail Service

Warum kommunizieren die SBB ihre Störungsmeldungen eigentlich nicht auch auf  Twitter?  Für das interaktive Element müsste dann der Kundendienst in Brig sorgen. Ein Tweet ist auf jeden Fall schneller geschrieben, als eine telefonische Anfrage beantwortet. Und die Reichweite ist erst noch grösser. Liegt es daran, dass die Rail Service-Nummern kosten, Twittern an sich aber gratis ist?

Ich bin gespannt, ob und wer bei Rail Service in einem oder zwei Jahren zwitschert. Wie die Tweets heute aussehen, zeigt die Präsentation von Chris Leduc.

Hintergründe zum Zusammentreffen, von Peter Hogenkamp auf blogwerk
Weitere bernetblog-Beiträge zum ersten Gipfel:
Facebook: Franky Slow Down als Kampagnenbeschleuniger
Social Media Gipfel 01: Impressionen, Idee, Initianten

Lilly Anderegg | 27.11.2009

15 Vorhersagen zur Zukunft des Internets

enter-tastaturWas bringen die nächsten 5 Jahre im Web: Mehr Interaktivität, mehr Inhalte, mehr Web 3.0? Endlich ein intelligenter Artikel zur alten Frage.

Wir nähern uns dem Jahresende und damit der Hochsaison der Auguren. Prinzipiell traue ich weder Auguren, Gurus noch Schlagzeilen. Von zehn Vorhersagen treten mindestens zwei sowieso zufallsbedingt ein. Was die Zukunft im Internet bringt, will ich trotzdem wissen – erst recht wenn die Trends intelligent, kurzweilig und anschaulich dargestellt sind.

Was bringen die nächsten 5 Jahre im Web? Hoffentlich viele so gute Artikel wie diesen von Cameron Chapman:

«The Future Of The Web: Where Will We Be In Five Years?» zeigt 15 Trends – sehr lesenswert, mit einer guten Mischung aus Text und Bild und mit tollen weiterführenden Links.

Interessant finde ich folgende Entwicklungen, eine kleine Auswahl zitiert aus dem genannten Artikel:

  • «Micro-payments will likely be popular among online magazines and news services, as well as other providers of in-depth content. (…) Payment via cell phone opens up whole new area of economic opportunity, particularly in areas where cell phones are more prevalent than computers. Being able to make and receive very small payments, the equivalent of a dollar or less in many cases, via a mobile device paves the way for many in developing nations to participate in the Internet economy in a way that only a few years ago might not have been deemed possible.»
  • «Facial recognition software is improving all the time, and pretty soon using an augmented reality program on your mobile phone to find out who a person is might be possible. You’d just snap a picture of them, and the app would cross-reference it with social networking profiles and photos across the Web, eventually coming across a match. From there, you could see whatever information the person had chosen to make public about him or herself.»
  • «Virtually every new monitor on the market is widescreen. It only makes sense that websites will adapt and make more use of horizontal scrolling in future than vertical, especially websites that have multiple small blocks of content, rather than long stretches of text. (…) A horizontal layout makes a lot more sense for certain kinds of sites, especially portfolios, media galleries and websites that rely more heavily on multimedia than text.»

Wie tief muss ich für Perlen tauchen?
Die meisten Neuerungen werden wir nicht einmal bewusst registrieren, sondern einfach für selbstverständlich nehmen. Und viele der vorgestellten Trends treten wahrscheinlich schon früher ein. Da gehen sich auch die unzähligen Kommentatoren des Artikels einig. Google bietet mit Wave bereits jetzt die Möglichkeit, Anwendungen wie E-Mail, Chat, Wikis, Foren aber auch Dokumente, Fotos, Filme etc. auf einer einzigen Webseite integrativ zu verwalten.

Spannend finde ich diesen Kommentar:
«Our daily lives are already so soaked in the web, that these changes will come without us even noticing. However I do think that socialization has a limit – you do NOT want to be overwhelmed with all sorts of useless social gibberish. That is why I believe that there will be a huge demand for services that help you filter all the garbage and provide you with quality information.»

Der Kommentator macht hier Werbung für seinen eigenen Service. Aber er hat trotzdem Recht. Ich bin gespannt, wie und ob sich hier bald die Tweets, äh Spreu vom Weizen trennen lässt. In wenigen Jahren werden wir die meisten Anwendungen über das Handy steuern und alle Informationen integriert abrufen. Ich jedenfalls würde in fünf Jahren gerne alle Anwendungen mit einem einzigen Gerät und einer einzigen Anwendung bedienen können. Das wäre eine wahre Erleichterung!

Mehr zum Thema im bernetblog:

Wettrennen der Suchmaschinen, 03.06.2009

Sabine Betschart | 24.11.2009

Kommunikationsregeln im Internet

dialog20Die Fachgruppe Social Media des Bundesverbands für Digitale Wirtschaft (BVDW) hat «Social Media Code of Ethics» veröffentlicht. Denn Web 2.0 hat die Spielregeln verändert: Alle können Inhalte veröffentlichen.

Laut dem BVDW soll der öffentliche Dialog zwischen Unternehmen und Internetnutzern sachlich, fair und achtungsvoll sein. Hier ihre sechs herausgegebenen Regeln:

  1. Respekt
. Wir respektieren unsere Nutzer und deren Meinungen und achten auf einen respektvollen Umgang der Akteure untereinander.
  2. Sachlichkeit. Wir begrüssen themenbezogene Inhalte und sachliche Kritik.
  3. Erreichbarkeit. Wir reagieren schnellstmöglich und angemessen auf direkte Fragen, Anregungen und Kritik.
  4. Glaubwürdigkeit
. Wir stehen mit unseren öffentlichen Aussagen und Meinungen nach bestem Wissen und Gewissen für Transparenz und Glaubwürdigkeit.
  5. Ehrlichkeit
. Wir gehen mit Fehlern offen um und verschleiern sie nicht.
  6. Recht. Wir respektieren die Rechte unserer Nutzer sowie die Rechte unbeteiligter Dritter, insbesondere Urheber- und Persönlichkeitsrechte und Datenschutz.

Ich kann die Regeln unterschreiben, nur was ist daran wirklich neu? Und gehören diese nicht zur Selbstverständlichkeit im Umgang mit anderen Menschen, Internetnutzern, Kunden. Ein bisschen schwammig empfinde ich die dritte Regel. Da fehlt mir eine Zeitangabe. Was wird unter schnellstmöglich verstanden? Wird eine Antwort innerhalb einer Stunde oder eines Tages erwartet?

Weitere Meinungen zum Thema auf Namics Weblog, PR-Blogger und mediaclinique.

Sonja Stieglbauer | 23.11.2009

Storytelling: Unterhaltende Unternehmenskommunikation

Ausschnitt Bild von Gustave Doré

Geschichten-Erzählen gehört heute zur professionellen Kommunikation. Das Tagesseminar «Storytelling» der Text Akademie zeigt, wie es funktioniert.

Das Konzept fürs Storytelling ist für alte Kommunikationshasen nicht neu. Die wichtigsten Fragen sind zuerst zu klären: Um was geht es eigentlich? Was ist das Ziel? Wer ist meine Zielgruppe? Und was ist meine Botschaft?

Bestandteil jeder Geschichte ist, dass sie auf vertraute Muster baut – Gut und Böse, Leben und Tod, Weg und Ziel – diese aber neu erzählt. Hauptgefahr scheint mir das Abschweifen, das Verzetteln im Unwichtigen.

Die Entwicklung der elektronischen Kommunikation und das Aufkommen von Storytelling in der Unternehmenskommunikation fallen nicht zufällig zusammen. Früher waren Organisationen auf die Medien als Mittler angewiesen und übernahmen deren Nachrichtenstil. Heute bieten Unternehmens-Webseiten, Blogs oder Social Media, die Möglichkeit mit Geschichten verschiedene Zielgruppen emotional anzusprechen.

Im äussersten Fall wird sogar der Geschäftsbericht zum Geschichtenbuch. Die Emotionalität steigern lässt sich durch einen Wechsel der Mittel: von Print zum animierten Web, vom Text zum Ton, zum Film.

Und indem man Geschichten zur Geschichte erzählt (Making-of, Buch zum Film) erreicht man zuletzt auch, dass sie nachhaltig werden.

Marcel Bernet | 23.11.2009

Zensekunden Schattenrot: Einkaufsbummel in welcher Stadt?

zensekundenrotAn diesem Herbstsamstag mitten im November hat sich mir ein Schattenspiel aufgedrängt. Wer kennt diese rote Meile?

Die Kinder waren schnurstracks auf das dort parkierte, ebenfalls rote Auto geklettert. Mit mir wartete ein Vater auf seine Tochter, ich als Onkel hatte Zeit, mich umzuschauen. Denn so schnell würden die zwei nicht wieder runterkommen von dieser eben eroberten Autoskulptur. Eine bekannte Schweizer Künstlerin hat diesen Raum mitgestaltet – nicht nur Kinder schätzen die Spiellust, die ihre Umsetzung prägt.

Blog abonnieren

Sofortmail oder Wochenschau auswählen:

Kategorien