Mirjam Torres | 30.08.2010 | Tipps

Klappe ab: In wenigen Schritten zum Trick-Film

xtranormal 2 Logo Gehen Sie unter die Filmproduzenten, ohne teure Film- und komplizierte Schneid-Programme. Für online produzierte Animations-Filme braucht es einen Computer und kreative Inspiration.

Xtranormal.com verspricht die spielerische Kreation eines animierten Films mit ein oder zwei Figuren. Der Produzent wählt aus zwölf Filmsets und dann «Klappe ab». Die Dialoge werden den Akteuren buchstäblich in den Mund gelegt. Entweder eingetippt ins Dialogfeld, oder aufgenommen übers Mikrofon. Mit der Animation der Mimik und Gestik kommt Leben ins Bild. Hintergrund-Geräusche und effektvolle Kamera-Einstellungen rücken die Szenen ins richtige Licht. All dies entsteht durch das Einfügen der entsprechenden Piktogramme in die Dialogfelder – «drag and drop».

Rege benutzt
Xtranormal.com sieht im Film ein wichtiges Kommunikations-Mittel des 21. Jahrhunderts. Deshalb will die Firma die Produktion leicht zugänglich machen. Es scheint zu funktionieren. Bis dato wurden über 9 Millionen Filme kreiert. So entstehen Geburtstagsgrüsse, eigene Talkshows aber auch Werbungen. Voraussetzung ist ein xtranormal Konto.
Die Filmproduktion kostet nur etwas, wenn man sich für sogenannte „premium actors“ und „premium sets“ entscheidet (mit einem gelben $-Zeichen gekennzeichnet). Einmal gekauft, sind sie immer wieder verwendbar. Die Veröffentlichung auf den gängigen Plattformen ist gratis und geschieht direkt von der Webseite.

Sarkastisch animiert
Ich bin über den sarkastischen «I want an iPhone 4» Spot auf xtranormal.com gestossen. Dieser nimmt den Hype ums iPhone 4 aufs Korn. Trickfilm ist das ideale Instrument dafür. Die einfache Technik erlaubt es Inhalte mit wenigen Handgriffen online zu stellen. Ich glaube diese Entwicklung hat Zukunftspotential.

Buch: Wirtschaftsförderung 2.0

Wirtschaftsförderung 2.0Die Aufsatzsammlung von Habbel und Huber zeigt Aspekte der Wirtschaftsförderung rund ums Web 2.0: Anstösse über Wirtschaft, Verwaltung und Politik hinaus.

Fast 300 Seiten, über 30 Autoren, die Texte in wissenschaftlichem Verwaltungsdeutsch: Wirtschaftsförderung 2.0 wollte ich sofort wieder zuklappen. Beim Blick auf das Inhaltsverzeichnis habe ich meine Meinung geändert.

Als Ideensammlung vereinigt das Buch oft Gehörtes wie Transparenz, Bürgernähe und Barrierefreiheit und ergänzt es mit Themen wie virtuelle Arbeitsräume, Cybermobbing oder digitale Poststellen. Nützlich sind die Zusammenfassungen vor jedem Aufsatz.

Auch wenn das Wort Strategien im Untertitel vorkommt. Für mich liegt es zwischen Strategien und Praxistipps: eine Sammlung von Beispielen, ein Anstoss für Strategie und Massnahmen.

Wirtschaftsförderung 2.0, Franz-Reinhard Habbel/Andreas Huber (Hrsg.)

E-Mail-Abwesenheitsmeldung: Richtig weg

Fort und wegDie nächsten Ferien kommen bestimmt. «Out-of-office» bei Abwesenheit einzustellen ist in vielen Unternehmen Standard.

Zum Standard gehört auch, wie diese Meldungen aussehen und formuliert sind:

  • CD-konform, nach den gleichen Vorgaben wie alle Mails während des Jahres
  • Nächster Arbeitstag, am besten mit Wochentag: «am Donnerstag, 19. August, bin ich wieder im Büro». Formulierungen wie «Ferien bis am …» sind unklar.
  • Stellvertretung für dringende Fälle
  • Standard-Absender der Organisation
  • Für mehrsprachige oder englische Abwesenheitsmeldungen korrekte Übersetzungen verwenden

Meine persönliche Meinung: Nicht in Mundart. Natürlich dürfen wir in der Schweiz in die Ferien gehen und müssen nicht in den Urlaub fahren.

Es überrascht mich auch, wie viele Menschen mich per automatischem Mail wissen lassen, dass sie jetzt drei Wochen in der Karibik verbringen und dass diese Ferien dringend nötig sind.

Technische Voreinstellungen lösen das Problem nicht. Denn viele Menschen empfinden solche Vorgaben als Freiheitsbeschneidung. Die interne Kommunikation ist gefragt.

Baustellenführung: Durchmesserlinie Altstetten – Oerlikon

Baustellenführung im Hauptbahnhof ZürichUnser gestriger Teamausflug führte ins SBB-Besucherzentrum und zu den Baustellen im und unter dem Hauptbahnhof Zürich.

Der HB ist wie ein Wimmelbuch für Kinder: Pendler, Touristen, Durchreisende, Bahnangestellte und Bauarbeiter wuseln ober- und unterirdisch. Autos, Velos, Trams fahren draussen um den Bahnhof. S-Bahnen, Intercity, Eurocity auf den Gleisen. Alles funktioniert. Und gleichzeitig wächst der HB gewaltig. Ab 2013 werden die Züge von Altstetten über den HB nach Oerlikon durchfahren. Ziel ist es vor allem, die Kapazität zu erweitern; Fahrzeitverkürzungen sind ein Nebenthema.

Dazu wird gebaut: Brücken und Tunnels durch die Stadt für die An- und Abfahrt, einen neuen unterirdischen Bahnhof Löwenstrasse im Stadtzentrum, Fussgängerpassagen, Shopping Malls oder ein neues unterirdisches Bett für die Sihl, die auch unter dem Bahnhof durch muss. Der sichtbare Beton ist nur ein Teil dessen, was unter der Erde das Ganze stützt.

Wen Baustellen kalt lassen, dem wird vielleicht warm bei dem Gedanken, dass hier knapp 3 Milliarden verbaut werden. Bei all der ameisenbauhaftigen Emsigkeit wird klar, dass der Preis für unsere Mobilität mehr als Franken kostet.

Nicht nur Verkehr und Baustelle funktionieren, auch die Führungen durch die SBB: Auf die Theorie im Besucherzentrum unter dem Gleis 18 folgt der Rundgang zu den verschiedenen «hot spots». Infos zur Durchmesserlinie und den Führungen gibt es online. Allerdings sind die Rundgänge mit Herrn Caviezel (Danke!) oder einem anderen SBB-Mitarbeitenden bis November ziemlich ausgebucht.

Studie Mikrotrends: Wegweisende Details für die Zukunft

mikrotrends zukunfts institut

«Mikrotrends sind kleine Ideen, aus denen grosse Märkte erwachsen» sagt Matthias Horx vom Zukunftsinstitut und verfasste mit anderen Trendforschern eine Studie dazu.

Wissen Sie, was «One-Button-Life» oder «iKnow» bedeuten? Ich weiss es (noch) nicht, aber es würde mich interessieren. Die beiden Mikrotrends und weitere 48 spürten Trendexperten des Zukunftsinstituts auf und erfassten diese in einer Studie. Die fünf Themenkapitel reichen von neuen Kundenbedürfnissen, Geschäftsideen von Trendpionieren, über Lifestyle, Gesellschaft und Marketingideen bis hin zu inspirierenden Produktinnovationen.

Die Studie behandelt Branchen-, Nischen- und Spezialtrends. Dazu gehören

  • unternehmerische Einfälle
  • Pionier- und Nischenmärkte
  • zündende Marktideen
  • Geschichten von Traditions-Unternehmen mit vielversprechender Wende
  • Innovationen mit Zukunftspotenzial.

Die Mikrotrends werden kurz definiert und prägnant dargestellt, beispielsweise «City life hopping», womit die wachsende temporäre Arbeits- und Wohnmobilität gemeint ist. Ein Pariser Self-Storage-Unternehmen geht auf diese Veränderung ein und bietet Lagerraum plus die Lieferung dorthin an. Der Service ist beliebt, da immer mehr moderne Städter kein eigenes Auto, geschweige einen Kleintransporter zur Verfügung haben.

Die Studie wird ab dem 21. Juli 2010 geliefert und kann noch bis zum 26. Juli, zu einem Subskriptionspreis, bestellt werden.

Direkte Kommunikation: Ungehörtes wird wiederholt

OhrEin Gespräch dreht sich im Kreis, immer wieder kommen die gleichen Argumente auf den Tisch. Vielleicht weil ein Gesprächsteilnehmer das Gefühl hat, man höre ihn nicht. Wirklich hinhören hilft.

Ob im Interview, in Sitzungen oder privat: Manchmal wird das stets Gleiche wiederholt und wiederholt. Nervig, wenn es um – aus meiner Sicht – Unwichtiges oder einen falschen Standpunkt geht. Und ob privat oder im Fernsehen: Mit einem «Das hast du schon gesagt» oder «Ja,ja, ich hab’s verstanden» treten wir auf der Stelle. Ein ungehörtes Argument wird so lange wiederholt, bis es gehört wird. Gehört aus der subjektiven Sicht des Sendenden.

Sobald mir bewusst wird, und das ist oft das Schwierigste, dass ich in einem Gespräch in der Wiederhol-Schlaufe stecke, versuche ich, auf dieses wiederholte Argument einzugehen. «Sie meinen also, dass wir das auch berücksichtigen müssen. Warum denn?»

Manchmal erfährt man dann etwas Neues, entdeckt ein Missverständnis. Manchmal kann der andere einfach darlegen, was ihm wichtig ist. Ich habe dabei erfahren, dass so ein Ausstieg aus der Schlaufe und oft ein Aufstieg auf eine andere Gesprächsebene möglich ist.

Hilfreiche Trockenübungen für besseres Zuhören und mehr: Gewaltfreie Kommunikation von Marshall Rosenberg

Kommentieren und kommentieren lassen

dialog20Online-Kommentare gehören über Blogs hinaus zur transparenten Unternehmenskommunikation. Für den Umgang damit brauchen Organisationen Richtlinien.

Mengenmässig wird im Web mehr geschrieben/gelesen als kommentiert. Trotzdem gehört der Umgang mit Kommentaren zur Strategie; die Regeln dazu müssen allen Mitarbeitenden bekannt sein.

Kommentieren
Mitarbeitende sind Botschafter und sollen offen kommunizieren. Folgende Leitplanken schaffen Klarheit:

  • Betriebsgeheimnisse, Attacken an die Konkurrenz und Unhöflichkeiten bleiben tabu.
  • Transparenz: Wenn Mitarbeitenden eines Unternehmens in ihrem weiteren beruflichen Umfeld Kommentare schreiben, gehören Name, Firma und Funktion dazu. Anonymität ist sowieso nicht gegeben: Über die IP-Adresse kann man Absender bestimmen.
  • Vor dem Kommentieren: Lesen Sie die letzten Einträge auf der Webseite und die Kommentare anderer.
  • Schreiben Sie einen Kommentar dann, wenn Sie ihn auch in der Face to Face-Kommunikation machen würden.

Kommentieren lassen
Regeln Sie, wie Sie mit Kommentaren auf Ihrer Webseite umgehen wollen – in guten und in schlechten Tagen:

  • Lesen Sie die Kommentare auf Ihrer Webseite.
  • Beantworten Sie Kommentare, aber überlassen Sie das letzte Wort auch den anderen.
  • Weil lesen und beantworten Ressourcen braucht: Wer ist zuständig, bis wann und wie?
  • Wer kommentiert, schreibt wer er ist: Eine unkomplizierte Anmeldung auf der einen Seite und Datenschutz auf der anderen gehören dazu.
  • Braucht es eine Freigabe von Kommentaren? Wenn ja, dann muss dies rasch geschehen.
  • Welche Kommentare werden gelöscht? Spam und Beleidigendes fliegt immer raus. Veröffentlichen Sie diese Regeln im Impressum.
  • Zur Glaubwürdigkeit gehören auch negative oder kritische Kommentare. Dabei ist negativ nicht für alle Zielgruppen negativ.
  • Editieren Sie Kommentare oder wollen Sie sich für Rechtschreibfehler fremdschämen? Ich würde fünf gerade sein lassen, ausser bei internen Kommentaren.
  • Werten Sie Ihre Kommentare aus: Welche Beiträge lösen Echo aus? Negatives, positives, konstruktives?

Für eine Ergänzung dieses Blogbeitrags: Unsere Kommentarfunktion folgt drei Zeilen weiter unten.

Die neu-grüne Welle

Grüne WeltWo treffen sich Non-Profit-Unternehmen, Start-ups und Video-Journalisten? Auf iturn.tv vernetzen sich Umweltaktivisten, Gutmenschen und Unternehmen, die vom LOHAS-Trend profitieren wollen.

iturn.tv ist eine gemeinnützige Schweizer Online-Plattform für Videos, die eine nachhaltige Entwicklung fördern. Die Video-Beiträge werden von Community-Mitgliedern oder der iturn.tv-Redaktion produziert und auf die Plattform geladen. Ich bin versucht, Hobby-Filmer als Zielgruppe aufzuzählen – aber wer hat heute noch ein Hobby? Au contraire: Der moderne Mensch hat keine Hobbys, sondern einen Lifestyle. Gemäss eigener Angaben richtet sich iturn.tv an Menschen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung interessieren, Wert auf Qualität und Design legen und gleichzeitig mit guten Gewissen geniessen wollen – auf Neudeutsch Lohas.

Wer sind Lohas?
Lohas steht für «Lifestyle of Health and Sustainability» und beschreibt eine Zielgruppe von «Kulturkreativen» (unter Zynikern auch «moralische Hedonisten»), die aktiv in den Markt eingreifen und mit ihrem Konsum eine Verbesserung der Welt für nachfolgende Generationen erreichen will (Der politische Konsument im Internet). Der Lohas-Weg soll zu transparenteren Unternehmen führen, die fair und umweltbewusst handeln. Dabei sind sie jedoch weniger politisch-ideologisch als vielmehr sinnlich-ästhetisch orientiert. Es geht nicht um Verzicht, sondern um Genuss mit gutem Gewissen.

Finden Sie raus, ob Sie zu den Lohas zählen: Ein Test auf jetzt.de bringt die Wahrheit ans Licht. Wie verbringen Sie zum Beispiel Ihre Ferien? Ballermann auf Mallorca? Städtetrip nach London? Oder mit dem VW-Bus nach Osteuropa? Und wenn das nicht geht: Interrail? Die richtige Antwort lautet wohl spätestens seit Hape Kerkeling: Jakobsweg.

Für eine zukunftsfähige Welt
iturn.tv gibt sich selbst den Claim «Für eine zukunftsfähige Welt». Was auf den ersten Moment anbiedernd klingt, muss so schlecht gar nicht sein. Das Video-Portal schafft eine ehrlichen, sympathischen Auftritt ohne belehrend zu wirken. Es gibt wechselnde Videos der Woche, eine Themen-Auswahl und eine Stichwort-Suche. Unter dem Stichwort «Afrika» finde ich zum Beispiel einen Video-Beitrag von Greenpeace: «Solar Kickoff» in Jericho! Greenpeace Afrika richtete mit Jugendlichen aus dem südafrikanischen Dorf Jericho und lokalen Solarzellen-Herstellern eine solarbetriebene Live-Übertragung der Fussballmeisterschaft auf Grossleinwand ein. (Obwohl: Es geht auch ohne Grossleinwand – in Afrika und anderswo: Fans Watching World Cup.)

Auch eine Kurzanleitung für die Produktion eines Videobeitrags steht auf iturn.tv zur Verfügung – von der Idee über das Storyboad bis zum Schnitt. Viel Wahrheit steckt in diesem Tipp: «Die wichtigste Regel: Halte die Kamera ruhig!». Ziel ist der Erfahrungsaustausch und die «inspirierende Orientierung im Hinblick auf eine gesunde und faire Lebensweise». Jeder darf mitmachen und seinen Tipp für eine bessere Welt als Video auf die Plattform laden. Ob es nützt ist eine andere Frage. Ich frage mich, wie es das Portal schaffen will, eine Community aufzubauen, die die Seite mehr als einmal besucht.

Mediennutzung: Darf’s noch mehr Statistik sein?

Zeitung_auf_Computertastatur1-86x57Flitz Flosch und Karl Kiebitz müssen sich nicht fürchten vor dem Bündner Jäger. Die Auflagen der Schweizer Print-Publikationen, darunter auch das Schülermagazin Spick, sind bei der WEMF abrufbar.

Letztes Mal habe ich über die Nutzerzahlen von Websites und TV-Sendungen geschrieben. Die Auflagen der Schweizer Printmedien will ich Ihnen nicht vorenthalten, obwohl sie sich im Sinkflug befinden im Vergleich zu den elektronischen Medien. Einen Überblick finden Sie im Auflagenbulletin 2009 der WEMF AG für Werbemedienforschung. Das Glossar erklärt auch gleich die Unterschiede zwischen Auflage, Reichweite und Durchschnittskontakt.

Kleinvieh macht auch Mist
Die Grosswetterlage der Schweizer Printmedien ist den meisten bekannt, wir hatten vergangenen Oktober darüber berichtet: Die Gratiszeitungen haben die Nase vorne (Medienlandschaft Schweiz: «Blick am Abend» überflügelt «Blick», 02.10.2009). Interessant finde ich das «Beigemüse», etwa dass der «Bündner Jäger» mit 7′793 verkauften Exemplaren erfolgreicher ist als die Zeitschrift «Musik und Gottesdienst» (verkaufte Auflage: 2′703). Dass es die Steuer Revue nur auf 2′978 Exemplare bringt, wundert mich thematisch nicht – dafür im Monatsrhythmus und mit professionellem Internetauftritt. Die Schweiz ist nicht umsonst bekannt für ihre publizistische Vielfalt.

Spick – das «witzige» Schülermagazin
Besonders gefreut habe ich mich über die Auflage vom Spick mit 32′755 bezahlten Exemplaren – da werden Kindheitserinnerungen wach. Geliebt und immer gleich als erstes gelesen habe ich die Rubrik «Knacknuss» und die Seite mit Witzen in jeder Ausgabe. Die Witze sind auch online abrufbar, darunter zum Beispiel: «Was macht ein Deutscher, wenn er die WM gewinnt? Er schaltet die Play-Station aus.» – bitterböse.

Mediennutzung Schweiz
Weitere statistische Angaben zur Mediennutzung in der Schweiz präsentiert das Bundesamt für Statistik. Darunter die Radio- und Fernsehnutzung nach Programmen oder die Entwicklung der Internetnutzung, aufgeschlüsselt nach verschiedenen Merkmalen wie Bildung, Einkommen, Nutzungszweck und Nutzungsort. So zeigt die Entwicklung der Internetnutzung in der Schweiz: Das Internet dringt in die Privatsphäre vor und wird zum Alltagsmedium (siehe Abbildung). Bis 2000 wurde das Internet noch häufiger im Büro als zu Hause verwendet. Heute hat jedermann auch zu Hause einen Zugang zum Internet, und sei es damit die Kids die Witze aus dem Spick online lesen können.

Internetnutzung in der Schweiz

Wirksamer Jugendmedienschutz von Swisscom

enter Ratgeber digitale Medien Swisscom

Swisscom vermittelt mit dem Ratgeber «enter» Medienkompetenz auf hohem Niveau. Zur Leser-Zielgruppe gehören Kinder und Jugendliche, Erziehungs- und Lehrpersonen.

Swisscom hat mehr als fünftausend Schulen kostenlos ins Internet gebracht – jetzt liegt ihr die sichere Nutzung des Mediums am Herzen. Die «Digital Natives» verbringen viel freie Zeit mit digitalen Medien, nur wie medienkompetent sind sie wirklich? «enter» ist die Folgepublikation von SchoolNetGuide, herausgegeben von Swisscom 2003, im Rahmen der Initiative «Schulen ans Internet».

Der jährlich neu erscheinende Ratgeber «enter» ist handlich mit Aufbewahrungscharakter, womit die Swisscom Jugendmedienschutz betreiben möchte. Meiner Meinung nach eine qualitativ hochstehende Publikation, mit journalistischen Inhalten und einer sehr schönen Bildsprache. Hier ein paar Inhalts-Beispiele:

Interview mit Daniel Süss, Professor für Medienpsychologie
Daniel Süss gibt interessante Anstösse, womit er Erziehungs- und Lehrpersonen ermahnt, ihre Begleitfunktionen wahrzunehmen: «Kinder brauchen Unterstützung, Begleitung und Grenzen für ihre Online-Tätigkeiten. Es ist wichtig, dass sich Jugendliche selbst die Frage stellen, mit welchen Inhalten sie in Kontakt kommen wollen und mit welchen nicht.»

Schwerpunktthema: Gefahren im Internet und wie damit umgehen
Praktische Antworten auf Fragen im Umgang mit den Medien: Wie lösche ich den Cache in den verschiedenen Browsern? Was tun, wenn man im Netz auf Kinderpornografie stösst? Wie und wo erstatte ich Anzeige?

Glossar
Die Sprache in den digitalen Medien ist eine eigene. Die farbigen Boxen geben einen schnellen Überblick. Wissen Sie was «Happy Slapping» bedeutet?

Um Kompetenz zu vermitteln oder vorzuleben braucht es ein Basiswissen. Dieses vermittelt die Swisscom mit Eltern- und Jugendschutzkursen. Wie medienkompetent sind Sie? Mit zehn Fragen des Online-Tests finden Sie es heraus.

Mehr zum Thema aus dem bernetblog:
Die Schule von Heute lehrt Medienkompetenz

Machen Jugendliche im Internet nur Mist?

Bildung im Internet: Swisscom zeigt Engagement
Ihre eigene Meinung?

Trendforschung: Technologie geht unter die Haut

monitoring-online-augeNils Müller, Gründer von TrendONE aus Hamburg, zeigt am SMG Forum in Bozen, wie sich Mensch und Technologie körperlich näher kommen.

Sein Auftritt am Jahresanlass der Südtirol Marketing Gesellschaft*, dem SMG Forum, ist mehr als Powerpoint/Keynote der Extraklasse. Nils Müller hat einiges für uns mitgebracht: Reelles, das er ins Publikum reicht, und anderes, das er multimedial vorführt. Viele der über 500 Zuschauer reden beim Apéro immer wieder über die Show und über das Präsentierte. Denn Nils Müller hat sich auch die Mühe gemacht, seinem Publikum, vor allem Touristikern, Werberinnen und PRlern zu zeigen, welchen Nutzen es von der technologischen Innovation haben könnte.

Wohlfühl-Scanner
Beispielsweise von Kameras, die Gesichter und Stimmungen erkennen. Sie könnten zeigen, wann und wo sich Kunden am wohlsten fühlen. Und wie wohl sich die Mitarbeitenden fühlen, wenn die Vorgesetzten nicht anwesend sind.

Praktische Beamer
Verspielt finde ich Papierkataloge, in die Bildschirme integriert sind – auch geeignet für einen Hotelrundgang. Technologisch gehobener ist der Mini-Beamer, der merkt, welche Zeitung ich lese und den zum Artikel passenden Film aufs Papier beamt. Was ich mir sofort wünsche, ist ein ins Handy integrierter Projektor. Aus dem Telefon ein Bild an die Wand zu beamen, das ist Komfort.

Verschmelzung Mensch-Maschine
Weiter führt Nils Müller vor, wie man eine Spielfigur mit Körperbewegung steuert, virtuell Kleider und Brillen anprobiert, wie Produkte zu Hyperlinks werden und Social Media-Profile Gesichtern zugeordnet werden. Er zeigt Riesen-Touch-Screens für die Fahrplanabfrage an der Haltestelle und Gegenstände, die sich durch Hirnströme bewegen lassen.

Gerufene Geister
Vieles aus dieser schönen neuen Welt macht Angst. Andererseits habe ich bereits Wünsche: eine persönliche Yoga-Trainerin im Bildschirm oder ein virtueller Chinesischlehrer, der nur mit mir Aussprache übt. Und Körperbehinderte könnten Prothesen mit Gedanken steuern.

Machbares vom Wünschenswerten zu unterscheiden und beides zu steuern, wird uns genauso wie die Technik selbst weiterhin beschäftigen.

*) Das Forum der Südtirol Marketing Gesellschaft (Kunde von Bernet_PR) fand am 10. Juni statt.

Events: Die Umwelt redet ein Wörtchen mit

baumumarmung.jpgWie gelingt es uns PR-Schaffenden Kundenanlässe umweltverträglicher zu gestalten? Einfache Massnahmen führen zum befriedigenden Ergebnis. In der Planung und Umsetzung kann einiges richtig gemacht werden.

Jedes Unternehmen möchte Nachhaltigkeit für sich beanspruchen. Gleichzeitig wird bei Kundenanlässen vieles übertrieben. Auch ich habe keine reine Weste. Bei der Organisation meines nächsten Kundenanlasses denke ich aber an die folgenden Punkte:

1. Ort auswählen:
Extravaganz in der Ortswahl ist beliebt. Muss es ein beheiztes oder klimatisiertes Zelt sein? Vielleicht verfügt der Kunde über einen schönen Raum, der bereits über die nötige (technische) Infrastruktur verfügt. Vorhandene Toiletten, technisches Equipment und eine bestehende Küche sind ein weiterer Vorteil dieser Variante.

2. Raum gestalten:
Frische Blumen vom lokalen Markt setzen im Nu Akzente. Nach dem Event erfreut sich der Kunde im Büro an den übrig gebliebenen Blumen. Simple Tisch-Dekoration: Stoff-Tischtücher und -Servietten sehen edel aus und sind wiederverwendbar.

3. Einladung mailen:
Im Internet-Zeitalter macht eine digitale Einladung Sinn. Praktisch auch, dass die Einladung direkt auf dem Smartphone abgespeichert werden kann. Das Drucken entfällt.

4. Regional essen:
Das Menu oder die Häppchen können durchaus ausgefallen sein, solange die Auswahl saisonal und lokal ist.

5. Organisiert fahren:
Die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sollte oberstes Ziel sein. Kommunizieren sie dies im Voraus auf der Einladung. Umso besser, wenn das Budget für einen organisierten Transport-Service reicht. Die Gäste fahren mit dem gemieteten Bus zum Event und werden danach an den Ausganspunkt zurück gebracht.

Der Umwelt-Gedanke beginnt für mich im Kleinen. Die fünf Punkte sind Denkanstösse, wobei viele kleine Schritte etwas Grosses ergeben. Schön wäre es, wenn diese Gedanken bei jeder Kundenanlass-Planung mit der Zeit automatisch berücksichtigt werden. Vielleicht erinnern Sie sich bei nächsten Planung an meine Inputs?

Schulen müssen aktiv kommunizieren

bild_themaFünf Thesen, wie Schulen mit systematischer Kommunikation den großen schulpolitischen Herausforderungen zukunftsfähig begegnen können.

In dieser Woche habe ich die Freude eines «Gastspiels» – inoffizieller Titel: Senior Vice Praktikant :-) -  bei Bernet PR.  Die langjährige Expertise der Agentur  zum Thema Kommunikation im Kontext von Schule und Bildung waren für mich Motivation, den grenzüberschreitenden Berater-Austausch im Rahmen meines Weiterbildungsstudiums Schulmanagement zu suchen.

Eine wesentliche Erkenntnis: Schweizerisches und deutsches Bildungssystem haben einige Parallelen, die für jede einzelne Schule große Herausforderungen bilden: ausgeprägter Föderalismus, politischer Reformeifer, zunehmende Selbstverantwortung, knappe Budgets und wachsende Konkurrenz um die «Kunden» Eltern und Schüler. Damit ergeben sich für die Kommunikationsarbeit der Schulen erhöhte Anforderungen – aber auch Chancen, dem Wandel aktiv zu begegnen. Hier meine fünf Thesen:

1. Kommunikation beginnt intern
«Was innen glänzt, kann außen funkeln», ist Sinnbild für die Notwendigkeit, zuerst die interne Kommunikation zu stärken. Die Identifikation der Schulgemeinschaft mit ihrer Schule ist das Fundament für den Außenauftritt. Gelebte Schulkultur, Leitbilder, Schulkonzepte, Visionen, aber auch bewusste Kernbotschaften und Alleinstellungsmerkmale bilden den Ausgangspunkt jeder authentischen externen Kommunikation.

2. Kommunikation braucht Ressourcen
Wo stehen wir, was wollen wir erreichen und wie kommen wir dahin? Diese leitenden Fragen, die am Anfang aller Planung stehen sollten. Ohne personelle, finanzielle und fachliche Ressourcen kann schulische Öffentlichkeitsarbeit langfristig nicht gelingen. Alle drei Faktoren sind im zunehmend verdichteten Schulalltag knapp bemessen – hier brauchen Schulen effiziente Arbeitsabläufe, klare Verantwortlichkeiten und mehr (staatlichen) finanziellen Spielraum. Auch gilt es, Know-how, Interesse und Engagement bei Eltern und Schülern für die Kommunikationsarbeit zu aktivieren.

3. Kommunikation ist Führungs- und Gemeinschaftsaufgabe
Das Image einer Schule wird an vielen Stellen geprägt – im Klassenraum, auf Veranstaltungen, in den Medien, durch Eltern. Soziale Netzwerke und Bewertungsportale wie spickmich.de beschleunigen diesen Prozess.  Dies bewusst zu machen und die Kommunikation unter aktiver Einbindung der Schulgemeinschaft zu steuern, ist Aufgabe der (erweiterten) Schulleitung.

4. Kommunikation braucht Medienkompetenz
Schulen sind hochkommunuikative Organismen mit vielfältigen Bezügen und Themen. Der rasante Medienwandel und die Entwicklung der Netzkommunikation bieten die Chance, den internen und externen Dialog schnell, direkt und transparent zu gestalten. Die Förderung von Medienkompetenz bei Schülern und Lehrkräften kann Motor für innovative Öffentlichkeitsarbeit sein. Ein gutes Beispiel hierzu liefert das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bonn mit seinem Online-Schulmagazin.

5. Kommunikation erfordert Evaluation
Ob Website, Flyer, Blog oder Medienarbeit: Jede Maßnahme sollte an ihrem Erfolg gemessen werden, insbesondere bei knappen Ressourcen. Öffentlichkeitsarbeit ohne Evaluation ist wie die nicht korrigierte Klassenarbeit. Erst die Auswertung bringt Gewissheit, ob gesteckte Ziele erreicht wurden. Hierfür ist der offene Dialog mit relevanten Zielgruppen unerlässlich.

Apropos Evaluation: Die im Frühjahr veröffentlichte Expertenstudie «Schulen im Gespräch» der Agentur plattform-p in Zusammenarbeit mit der TU Berlin hat auf Basis von bundesweit geführten  Schulleiter-Interviews eine wissenschaftliche «Vermessung» zum Thema Öffentlichkeitsarbeit in Schulen vorgenommen.

Hotel-Bewertungsplattformen: Nur für Motzer?

HotelsterneNicht nur Hotels dürfen bewertet werden. Auch die Bewertungsplattformen verdienen eine Bewertung. Ein STW-Podium zeigte, dass es Hotels, Reiseveranstaltern und Nutzenden dient, das Profil des Bewertenden zu kennen.

Zwei Seiten standen sich auf dem Podium des Swiss Travelwriters Club (STW) gegenüber: Die unbedingten Befürworter vertreten durch Ulrich Cramer, Mediensprecher Holidaycheck und Nils Conradi, in der Einladung als heavy user bezeichnet .

Als notwendiges Übel sehen offene Bewertungsplattformen Erich Mühlemann, Leiter Vögele Reisen, und Thomas Frei, Gastgeber Bernerhof, Gstaad.

Einigkeit herrschte darüber, dass die Qualität der Bewertung sichergestellt sein muss. Und Uneinigkeit, was es dafür braucht. Wann darf man ein Hotel bewerten: Wenn man drin war? Dort geschlafen hat? Die Speisekarte durchgegessen hat?

Bewertende sind subjektiv und die wenigsten sind Profis. Gemäss Ulrich Cramer bewerten die meisten nur einmal jährlich. Partygänger haben dabei andere Kriterien als Familien oder Kulinariker. Überrascht hat mich, dass vor allem 4- und 5-Stern-Häuser bewertet werden. Diese Tatsache und dass schlecht bewertete Hotels nicht mehr verkauft werden, führt laut Erich Mühlemann, dazu, dass diese ganz aus dem Blickfeld rücken: Weniger Bewertungen, weniger Buchungen, noch weniger Bewertungen …

Nils Conradi will vor allem den Markt scannen. Für ihn zählt nicht, ob ein Angebot gut oder schlecht ist, sondern ob es für seine Bedürfnisse richtig oder falsch ist.

Die Anbieter fühlen sich den Plattformen ausgesetzt. Für sie sind die Kriterien zu wenig klar. Dem mit eigenen Plattformen zu begegnen scheint mir wenig sinnvoll: Die Nutzenden werden kaum Lust haben, sich viele Zwerg-Webseiten von Hoteliers oder Tourismusverbänden mit je eigenen Kriterien – und eigener Subjektivität – anzusehen.

Bei der Schlussfrage von Moderator Andreas Güntert wurde wieder einmal klar: Die Nutzenden verhalten sich höchst unterschiedlich. Die einen durchpflügen nächtelang Bewertungsplattformen um den perfekten Urlaub zu organisieren, andere wählen eine Marke, die sie kennen oder sehen sich vor allem die Webseite des Hotels an. Manche buchen nach dem Reisebericht einer Zeitung. Bei mir selbst stelle ich fest, dass diese Verhaltensweisen kombinierbar sind. Und morgen sind vielleicht schon Facebook, Twitter und Co. meine Entscheidungshilfe.

Bewertungsplattformen: Tripadvisor, Holidaycheck

Pflichtlektüre für PR-Profis: Standardwerk «Public Relations»

public relations coverEin Fachbuch für jedes PR-Büchergestell: «Public Relations – Corp. Communications für Kommunikations-, Marketing- und Werbeprofis» ist in überarbeiteter Auflage erschienen. Für Anfänger und Profis.

Die Autoren Bernhard Müller und Angela Kreis-Muzzulini haben mit dem über 500-seitigen PR-Schmöker das Standardwerk neu aufgelegt. In fünf übersichtlichen Kapiteln (Grundlagen, Praxis, Profi-Chech-Up, Checklisten, Anhang) beschreiben sie in klarer, verständlicher und praxisnaher Art das Was, Warum und Wie der Public Relations. Nicht verheimlichen will ich, dass wir von Bernet_PR auch noch einen Gastbeitrag über das «Online-Monitoring» beitragen durften (s. 197 ff.).

Mir gefällt als Übersicht der Profi-Check-Up sehr gut. Via mehr als 160 Fragen aus allen Wissensgebieten der PR lässt sich das eigene Know-how wunderbar testen, auffrischen und ergänzen.

Auf der beigelegten CD-ROM sind diese Fragen auch drauf. Genauso wie Checklisten, Standardverträge und Glossars.

Link zum Buch beim Orell Füssli Verlag.
(Ich hätte gerne auch Amazon verlinkt – aber dort war noch die alte Auflage drin – nicht, dass es noch Enttäuschungen gibt.)

Internet-Trends 2010

The Way Forward sign in the skyWelches sind die wichtigsten zehn Internet-Themen, die man 2010 im Auge haben sollte? Der Internet-Dienstleister namics weiss Bescheid und legt an der Swiss IT Academy einen Marathon hin, der Untrainierte ausser Atem lässt.

Alle Jahre wieder orakelt namics die Top 10 Internet-Trends, dieses Jahr bereits zum zehnten Mal. Nur für mich war es das erste Mal, anlässlich der Swiss IT Academy in der Messehalle Zürich-Oerlikon am 6. Mai. Ich war positiv überrascht von der Professionalität des Auftritts von Marcel Albertin und vor allem Jürg Stuker. namics hat das Unmögliche versucht und über 100 Folien in nur knapp 90 Minuten präsentiert. Nur: Etwas mehr Zeit hätte allen gedient. Denn so rasant das Tempo, so spannend waren die Inhalte. Top 1 Internet-Trend 2010 ist meiner Meinung Social Media Monitoring. Dazu braucht es kein Orakel, zumal das Jahr bereits zur Hälfte vorbei und das Thema in aller Munde ist.

Die Internet-Trends gemäss interner Umfrage bei namics für 2010 – mit meinen Ergänzungen aus der Präsentation (aus Rücksicht je technischer desto weiter unten in der Reihenfolge …):

  1. Social Media Monitoring
    Das Online-Monitoring von Inhalten auf Social Media wie Twitter, Blogs, Facebook wird immer wichtiger für Unternehmen. Social Media ist dynamisch, unstrukturiert und schwierig zu verfolgen. Gleichzeitig hat Social Media einen wesentlichen Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Ziel ist es, in den Dialog mit den Internet-Usern einzusteigen und von diesen zu lernen respektive Marktwerte zu schaffen.
  2. Realtime Web
    Neu ist der Faktor Zeit, das heisst, alles wird chronologisch sortiert. Nur das Neuste interessiert, wie das Beispiel Twitter zeigt. Neue Suchergebnisse oder News-Meldungen erscheinen umgehend, Geschwindigkeit als Wettbewerbfaktor.
  3. Augmented Reality
    Die Kombination von virtueller und physischer Realität ist interessanter als die voll-virtuelle Welt, deshalb beachtet niemand mehr Second Life. Einsatzgebiete heute sind der PC, das Handy oder die Datenbrille, die Nutzen mit kreativen Ideen verknüpfen, siehe Beispiele von Lego, Postversand, Star-Trek oder BMW-Service.
  4. Phone to Platform
    Handys werden nicht mehr nur zum Telefonieren gebraucht. Heute dient das Handy-Betriebssystem als Basis-Plattform für viele unterschiedliche Geräte, wie zum Beispiel das iPad.
  5. Tablets
    Neue Mobilfunk-taugliche Gerätegeneration mit iPad als Vorreiter. Tablets sind «näher beim Menschen», sie verfügen nur über einen geringen Funktionsumfang (beim Handy erlernt). Die Anwendungen sind simpel und eingebettet in ein gemeinsames Ökosystem, wie zum Beispiel Amazon und Kindle oder iPod und iTunes. Alle Daten sind in der Cloud, sprich im Internet abrufbar.
  6. Prediction Market
    Aggregation von verteiltem Wissen zur Vorhersage zukünftiger Ereignisse, zum Beispiel Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen über die Auswertung von eingegebenen Wetten oder «Vorhersage» der Grippe aufgrund von Suchanfragen zum Thema. Empirische Daten und die Fähigkeit, diese zu interpretieren, sind ein zunehmend wichtiger Wettbewerbsfaktor.
  7. Location Sharing
    Location Sharing basiert auf Geotagging, das heisst meine Position wird einzelnen Elementen wie Bilder oder Nachrichten hinzugefügt oder Bilder automatisch auf Karten angezeigt. Beispiele sind Foursquare, Gowalla, Twitter, Flickr, Tripadvisor.  Mit Location Sharing lassen sich Freunde an den eigenen Aufenthaltsorten finden und Bewegungsprofile erkennen. Unternehmen nutzen die Funktion zur Kundenbindung und Werbung.
  8. Identity 2.x
    Facebook Connect und OpenSocial sind APIs für den Zugriff auf User-Informationen und bieten die Möglichkeit, Profilinformationen und Freunde plattformübergreifend auszutauschen. Damit lassen sich Informationen an andere Netzwerke verteilen oder von ihnen beziehen.
  9. HTML5
    HTML5 ist der Nachfolger von XHTML2 und erweitert HTML zur besseren Unterstützung von Web-Applikationen. HTML5 ist eine Weiterentwicklung in Richtung offener Anwendungen und bringt neue Elemente und APIs für Anwendungen. Damit konkurrenziert HTML die bekannten Technologien zur Applikationsentwicklung wie Flash, Silverlight, Javascript.
  10. NoSQL
    Flache Datenmodelle sind im Trend, ihr Vorteil ist die erhöhte Geschwindigkeit. Skalierbarkeit und Verfügbarkeit sind heute wichtiger als hundertprozentige Transaktionssicherheit.

Namics stellt die Inhalte mit etlichen weiterführenden Links frei zur Verfügung. Aber aufgepasst, so viel geballtes Wissen hat sein Gewicht: Mit 27.7 MB ist die Präsentation ein schwerer Brocken.

Interne Kommunikation 2.0: Strategische Grundlagen von IBM

IBM_logoWas legt solide Grundlagen für den internen Einsatz von Social Media? Bei IBM arbeiten weltweit 400′000 Menschen. Viel Potenzial für Kollaboration, Information und Soziales. Dafür brauchts strategische Leitlinien.

Das Fallbesipiel wurde vorgestellt an einer Breakout-Session am «Lac Leman Communications Forum» vom 6. Mai, organisiert von Harbour Club und MSCom/Uni Lugano. Über 180 PR-Entscheidungsträger/innen trafen sich zum Austausch rund um «Navigating the Social Media Jungle: Strategies for Corporate Communications».

Die IBM Präsentation hielten Susanne Marty, Manager Marketing&Communications und Tony Wehrstein, IT Spezialist für Collaboration/Social Software von IBM Switzerland. Slides gab es keine – die «Session» war erfrischenderweise Powerpoint-frei. Notiert habe ich mir diese strategischen Grundlagen der «IBM Internal Communications 2.0»:

1. Think Global – Act local
Das dialogische Web kann wie kein anderes Tool den Austausch in verschieden grossen Organisationseinheiten optimieren: vom kleinen Team, über Business-Einheiten bis hin zur globalen Unternehmensinformation. Es gilt, immer gleichzeitig das grosse Ganze und das persönliche «Vis-à-Vis» im Blick zu behalten.

2. Combine E-Mail and Social Media
Herkömmliche digitale Kanäle werden trotz Community-Tools (Wikis, Blogs, kommentierbare Seiten, etc.) weiter eingesetzt: immer dann, wenn es bezüglich Inhalt, Priorität oder Vertraulichkeit sinnvoll ist.

3. Lead by Example
Eine Binsenwahrheit im Webdialog: Er ist wert- und wirkungslos, wenn er nicht auf soliden Unternehmenswerten aufbaut und vom Management mitgetragen wird. Mittragen heisst ganz konkret mitwirken. Es darf nicht sein, dass vom Fussvolk die Online-Kollaboration erwartet wird, während man sich auf der Teppichetage aus diesem Dialog raushält.

4. Use the pressure of Community
400′000 Mitarbeitende in 180 Ländern bilden eine ordentlich grosse Community. Mit entsprechendem Kommunikations- und Vernetzungspotenzial. Diese birgt neben den Chancen auch Risiken – man erinnere sich an den Fall Siemens. Hier sind Chancen gemeint. In Zahlen: Die «Blogzentrale» zählt 63′000 regelmässige Nutzer und 260′000 Beiträge und Kommentare. 25′000 verschiedene Wikis werden von 320′000 Usern genutzt, 720′000 Seiten (von total 20 Millionen Intranet-Seiten) wurden «gebookmarked».

5. Clear Social Media Guidelines

Auch im Intranet bilden Guidelines den Rahmen zum digitalen Miteinander. Und motivieren viele «Zuschauer/Zuhörer» mit ausdrücklichen und klaren «du darfst»-Regeln zum Austausch und Dialog.

6. Appeal on personal responsability
Schlussendlich verwischen natürlich mit den Guidelines auch die Grenzen zwischen Intra- und Internet. Die IBM-Mitarbeitenden bleiben dies auch am Feierabend – sei es am Stammtisch oder in Facebook. Auch dort sollen sie als Botschafter die Unternehmenswerte verkörpern.

Tony Wehrstein schloss mit dem Hinweis, dass gemäss Erhebungen 5% des Unternehmens-Wissens auf gespeicherten Daten beruht, 15% auf sonstwo schriftlich Festgehaltenem und 80% auf Wissen in den 400′000 Köpfen von IBM – ein kräftiges Argument für den 2.0-Einsatz im Intranet.

Links:
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Webcasts der Keynotes (einfaches Login via E-Mail-Angabe, aber ohne die Workshops)

Geschäftsberichte: Eine subjektive Wertung

Geschäftsberichte wirkenDer Frühling bringt die Geschäftsberichte. Die Wertungen aus meiner Zufallsauswahl zeigen: You never get a second chance to make a first impression.

Das Wichtigste steht im Zahlenteil, aber bis die entsprechenden Seiten eines Geschäftsberichts gefunden sind, ist der erste Eindruck schon Vergangenheit.

Titelbild
Es muss sofort wirken, es muss zum Unternehmen passen, zu einem Geschäftsbericht und zum Jahresthema. Schade, wenn ein schönes Foto von anderen Elementen konkurrenziert wird. Beispielsweise stört mich bei der Basler Kantonalbank das Kästchen rund ums Logo. Weniger gestylt ist der Bericht der Thurgauer Kantonalbank, sie zeigt dafür auf dem Titel ihre Lehrlinge. Man schaut hin: Kenne ich da jemanden?

Format
Ich stehe auf A4 und A4 und A4. Eine Ausnahme mache ich für den Novartis-Bericht. Weil hier Schwarzweiss-Fotos zusammen mit einem klassischen, leicht altmodischen Layout einheitlich, kompakt und überzeugend wirken. Das Produkt ist in sich stimmig, das Sonderformat keine modische Spielerei.

Papier
Wenn hochwertig zum Unternehmen passt, warum nicht hochwertiges Papier? Achtung bei getöntem Papier: Es verschlechtert die Kontraste und ist weniger lesefreundlich. Die derzeit beliebten matten Papiere schlucken viel Farbe. Wer die Entstehung eines Geschäftsberichts am Bildschirm begleitet, muss sich darauf einstellen, dass die Fotos gedruckt stumpfer wirken.

Satzspiegel
Abschreckend finde ich einspaltig über die ganze A4-Seite. So wirken Bleiwüsten noch wüster. Und bitte nicht zu viele verschiedene Schriften in verschiedenen Grössen, Farben und vielleicht noch vertikal einsetzen.

Ungewöhnliches und Spielereien
Beispielsweise erleichtern Register bei der Liechtensteinischen Landesbank die Suche. Bei den Scherenschnitten, verschiedenen Papiergrössen und erhabene Schriften weiss ich aber nicht, wozu sie dienen. Zudem konkurrenzieren sich die verschiedenen Elemente.

Aufteilung und Umfang: Swisscom schickt eine dicke Kassette: Sie enthält den eigentlichen Geschäftsbericht, ein dem Zirkus Knie gewidmetes Heft und noch «Swisscom in Kürze». Mir ist das zuviel. Auch der Coop-Bericht zerfällt in Teile. Überzeugender finde ich die Lösung der Luzerner Kantonalbank: zwei Bücher – mit Farbfoto auf dem Textteil und grauem Foto für den Finanzbericht. Die Tendenz zu dünneren Berichten ist erfreulich. Ausführliche (Finanz-)Infos gibt es zunehmend auf dem Web.

Nur elektronisch: Die Migros berichtet erstmals nur elektronisch. Die einzelnen Elemente wie ein Kalender mit den Highlights, Videos oder Grafiken sind gut gemacht. Insgesamt hatte ich aber den Eindruck: «Wir zeigen der Welt, was ein elektronischer Geschäftsbericht alles kann.» Daraus ist eine unübersichtliche Sammlung geworden. Wer gute Ideen für einen elektronischen Bericht sucht, der findet bei der Migros eine gut gefüllte Schatzkiste.

Konzentrationskiller E-Mail

Das Bild zeigt eine Leselupe über dem Wort Focus.

Mehr als 210 Milliarden E-Mails werden täglich verschickt. Wie wirkt sich die E-Mail-Flut auf die Konzentration aus, und was können Sie dagegen tun?

Ein Artikel im Harvard Business Manager beschreibt in drei Teilen, wie Sie sich selbst und Ihren Mitarbeitern beim täglichen Kampf mit E-Mail & Co. helfen. Beschrieben wird der alltägliche Stress von Mitarbeitern, die sich mit E-Mails, Newslettern etc. überfordert fühlen.

Ein paar Zahlen aus dem erwähnten Artikel Das Recht auf Ruhe, die nachdenklich stimmen:

  • Eine Studie, die AOL 2008 unter 4000 E-Mail-Nutzern in den Vereinigten Staaten durchgeführt hat, ergab: 46 % der Befragten waren E-Mail-süchtig.
    Fast 60 % der Nutzer riefen ihre E-Mails im Bad ab, 15 % in der Kirche. Und 11 % hatten heimlich die Nachrichten ihres Ehepartners oder eines anderen Familienmitglieds gelesen (was wohl mehr mit Eifer-Sucht zu tun hat als mit E-Mail-Sucht …).
  • Laut einer Studie von Microsoft-Mitarbeitern, die die E-Mail Gewohnheiten ihrer Kollegen studierten, dauerte es durchschnittlich 24 Minuten nach einer Unterbrechung durch eine E-Mail-Benachrichtigung, bis die vorherige Aufgabe wieder aufgenommen wurde.
  • Intel-Forscher Nathan Zeldes und zwei seiner Kollegen haben berechnet, dass sich bei Intel die Kosten, die durch die Bearbeitung unnötiger E-Mails, die Rückkehr zur eigentlichen Arbeit und die dadurch verringerte Leistungsfähigkeit entstehen, auf fast 1 Million Dollar belaufen.

Bemailt oder bekifft?
Focus Online berichtet von einem Experiment, an dem ich auch gerne teilgenommen hätte: Um zu wissen, welche Auswirkungen die digitalen Dauerbotschaften auf die Konzentration haben, liessen Forscher des Londoner King’s College die eine Hälfte ihrer Versuchspersonen Marihuana rauchen, die andere eingehende E-Mails bearbeiten. Ergebnis: Die bekifften Probanden schnitten beim Lösen von Aufgaben weitaus besser ab als die bemailten. Einen temporären Verlust von rund zehn IQ-Punkten durch den Konzentrationskiller E-Mail hält der Psychologe Glenn Wilson für «äusserst realistisch».

Maximal fünf Sätze
Was nun? Paul Hemp, Autor von Ein Recht auf Ruhe hält nicht zurück mit Rat und Abhilfe. Am besten gefallen haben mir diese Tipps:

  • Eine Firma könnte einen E-Mail-freien Vormittag einführen. Ein Verbot von internen, jedoch nicht externen E-Mails (und vielleicht Anrufen, Instant Messaging und Gelegenheitsbesuchen im Büro). Das Ziel: einen längeren Zeitraum zu schaffen, in dem relativ ungestört gearbeitet werden kann.
  • Oder Five.sentences.es: Diese Website enthält nur eine Botschaft an die Menschheit. Sie hilft, E-Mails künftig ohne Verzögerung zu beantworten. Dort wird gefordert, sich persönlich aufzuerlegen, dass alle E-Mail-Antworten, egal wer der Empfänger ist oder zu welchem Thema, maximal fünf Sätze enthalten dürfen.

Mehr zum Thema:

Mehr Erfolg mit E-Mailings, Checkliste Bernet_PR

Empfehlungsmarketing im grossen Stil

EmpfehlungsmarketingProcter & Gamble führt mit Tremor eine Firma, die das Weitersagen organisiert. Sie bewirtschaftet Datenbanken beispielsweise mit Adressen junger Frauen, die Produkte testen, bewerten und weiterempfehlen.

Willige Nutzerinnen melden sich bei Vocalpoint an und erhalten dann Testpakete mit Konsumgütern. Fürs Feedback sind unter dem Produktnamen eigene Plattformen eingerichtet, sei dies für eine Zahnpasta, für Waffeln oder Putzmittel. Zur Belohnung gibt es kleine Geschenke, die wieder bewertet werden können. Der Kreislauf beginnt von Neuem.

Tremor, obwohl eine P&G-Tochter, bietet seine Dienstleistungen und vor allem seine Buzzer (so heissen die Weitersager) auch Dritten an. Immerhin haben sich auf Vocalpoint rund 500 000 junge US-Mütter registriert.

Tremor bewirtschaftet auch eine Datenbank mit Jugendlichen. Deren Eltern sind allerdings nicht immer begeistert und werfen P&G Manipulation vor.

Wer in der Schweiz Produkte bewerten will, kann sich bei der Konkurrenz anmelden. buzzer.biz sucht seit einigen Monaten Tester. Die Optik der Webseite schreckt mich aber ab.

Aus Marketing-Sicht bietet das Sampling über registrierte Nutzerinnen gegenüber dem wahllosen Verschenken von Mustern im Einkaufscenter Vorteile: Die Zielgruppe passt zum Produkt, sie ist erklärtermassen bereit zu testen und hat Möglichkeiten zum Dialog: mit dem Hersteller und mit anderen Konsumentinnen.

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