Marcel Bernet | 03.03.2010

USA: Top-Unternehmen nutzen Blogs und Twitter

Laptop MegaphoneDie grössten amerikanischen Unternehmen bauen ihr Social Media Engagement aus. Twitter wird bereits stärker genutzt als Blogging, Video-Beiträge nehmen stärker zu als Audio-Podcasts.

Die Society for New Communications Research veröffentlicht diverse Studien rund um Online-Kommunikation. Ende Februar publizierte sie die zweite Ausgabe ihrer «Untersuchung zur Entwicklung des Blogging- und Twitter-Einsatzes unter den grössten US-amerikanischen Firmen» (Original-Studie PDF).

Sehr hohes Blogging-Engagement in den USA
Davon kann Europa nur träumen: Knapp ein Viertel der grössten amerikanischen Unternehmen bloggen – das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Interessant ist der Vergleich zwischen Fortune 500 (Wikipedia) und Inc. 500: Das erste Wirtschaftsmagazin misst private und öffentliche Unternehmen nach Umsatz, das zweite nur private Unternehmen nach Wachstum.

Sind die schnell wachsenden, privaten Unternehmen beweglicher, offener für den direkten Dialog mit Blog-Lesenden? Die Zahlen zeigen in diese Richtung, denn in der 500er-Liste von Inc. führen sagenhafte 45 Prozent ein eigenes Blog – gegenüber 39 Prozent im Vorjahr.

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Auch in der Schweiz werden aus meiner Sicht mehr Unternehmen aktuelle, interaktive Inhalte auf ihren Webseiten bieten. Vielleicht heissen sie Blog, vielleicht sind sie einfach ein Online-Magazin. Je grösser ein Unternehmen, desto eher kann es sich den hohen Aufwand für laufend aktuelle, gut recherchierte Beiträge leisten. Und natürlich haben es die amerikanischen Unternehmen wesentlich einfacher, was den Umgang mit Sprachen anbelangt.

Audio und Video aktiviert die Inhalte
Zurück zu den Fortune 500-Unternehmen: Den grössten Anstieg gegenüber 2008 zeigen Video-Beiträge. Auch die Audio-Podcasts wachsen: 19 Prozent der Unternehmensblogs enthalten Ton-Beiträge, gar 31 Prozent setzen auf Web-Videos. Auch das ein Trend in der Unternehmenskommunikation, der sich aus meiner Sicht verstärken wird.

Twitter überholt Blogging
Zum erstenmal erfasst wurden diejenigen Unternehmen, die ein Twitter-Account führen – und zwar aktiv. In den letzten dreissig Tagen «getweetet» haben 173 Unternehmen. Das sind 35 Prozent der erhobenen Firmen – gegenüber einem Blog-Engagement von 22 Prozent bei Fortune 500.

Twittern ist einfacher als Bloggen, deshalb wird die Zahl der schnellen Micro-Texter in Unternehmen immer etwas höher liegen. Trotzdem sehe ich diesen Kanal als ideale Ergänzung einer Inhalts-Strategie, die auf Blog-Beiträge setzt.

Dominik Allemann | 23.02.2010

Blogger im Profil: Philips Blog Schweiz

philipsWo sind sie – die erfolgreichen, langfristig und sorgfältig geführten  «Corporate Blogs» der Schweiz? Zahlreich sind sie nicht. Philips-PR-Mann Raphael Wermuth beantwortet die  Fragen aus unserer Blogportrait-Serie.

Philips Schweiz öffnet Schweizer Medienschaffenden (Bereich Consumer Electronics, Lifestyle, Haushalt, …)  und Konsumenten mit dem Philips Schweiz Blog ein Fenster zu ihrer vielfältigen Produktewelt und lässt Raphael Wermuth einen grossen kreativen Freiraum.

Warum bloggen Sie?
Schreiben gehört zu meinem Alltag – als wichtiger Arbeitsinhalt und als persönliche Leidenschaft. Es bereitet mir Spass, mich in Worten, Formulierungen, schriftlichen Gedanken auszudrücken. Und in unserem global tätigen Unternehmen passiert täglich viel Spannendes. Vor etwas mehr als zwei Jahren entstand daraus die Idee, rund zwei bis dreimal die Woche etwas herauszugreifen – für unsere Mitarbeiter. Der Vorläufer des heutigen Philips Schweiz Blog war nur intern. Toll ist, dass die Geschäftsleitung mir die Freiheit gibt, Artikel zu posten, die meine persönliche Meinung oder Erfahrung mit unseren Produkte widerspiegelt.

Was ist Ihre wichtigste Blogerfahrung?
Zwei Dinge: Erstens ist der Blog – zusammen mit Twitter – das schnellste mir zur Verfügung stehende Instrument, um Neuigkeiten aus unserem Haus unter die Leute zu tragen. Ein enorm effizienter Kommunikationsweg, meine ich. Daneben zeigt die Erfahrung, dass bloggen meiner anderen Passion neben dem Schreiben, dem Marathonlaufen, sehr ähnlich ist: Nur wer dran bleibt, wird Erfolg haben. Ganz klassisch: Der Weg ist das Ziel.

Was ist Ihr grösster Blogwunsch?
Viele, viele Kommentare! Nein, Spass beiseite. Ich wünsche mir auf www.blog.philips.ch mehr Interaktion mit den Blog-Lesern. Aber vielleicht ist das nur noch eine Frage der – hoffentlich kurzen – Zeit.

Unser Fazit:
Raphael Wermuth und Philips Schweiz haben mit der umfassenden Social Media Präsenz (Twitter, Flickr, YouTube) und der perfekten Integration in den Blog sehr viel richtig gemacht.  Einzig die Einbindung des Blogs auf der Website gibt Rätsel auf: Der Link ist auf der Pressesite ist schlicht nicht auffindbar. Warum nicht hier die neuesten Blogeinträge an«featuren»? Was mich zum nächsten Gedanken bringt: Der Pressecorner bleibt relativ trocken – wäre es nicht attraktiv, diesen Mediencorner zu einem Social Media Newsroom auszubauen? Den Blog könnte man dort integrieren – vielleicht würde er aber davon auch ganz abgelöst. Fehlen würde dann die persönliche, direkte Prägung durch die Autoren und der Dialog. Diesen bei einem Konsumententhema zu erreichen, ist aber nicht ganz einfach. Aber wie Raphael schreibt: Dranbleiben bringt Erfolg.

Sonja Stieglbauer | 05.01.2010

Impressum für Webseiten und Social Media

ImpressFür Webseiten und Social Media gibt es in der Schweiz keine Impressumspflicht. Aus PR-Sicht sind die Angaben ein Muss.

In Deutschland wird die Impressumspflicht für Twitter diskutiert. Ich begebe mich nicht aufs rechtliche Glatteis, aber aus Kommunikationssicht finde ich: Webseiten und Social Media-Profile sollen über den Absender informieren.

Dazu gehören mindestens eine physische Anschrift mit Kontaktmöglichkeiten, die Namen von Verantwortlichen und Partnern sowie Rechtliches wie Datenschutz, Copyright, Haftung. Wenn der Name nicht schon eine Erklärung ist, muss der Unternehmenszweck beschrieben sein. Auch bei Blogs sollte man sich die Mühe machen, ein Impressum zu erstellen; hier das Beispiel vom bernetblog. Übrigens: Wer sein Angebot von der Schweiz aus vor allem nach Deutschland richtet, für den ist ein Impressum auch für Elektronisches Pflicht.

Die Pflege eines Impressums ist zwar nicht mit grossem Aufwand verbunden, trotzdem muss es aktualisiert werden. Das neue Jahr ist ein guter Moment, um wieder mal alle Angaben auf der Webseite, dem Blog, auf Twitter, Facebook und weiteren zu überprüfen. Oder man merkt es sich für den Frühling vor, wenn die Geschäftsabschlüsse vorliegen. Spätestens dann ist es auch Zeit, Einträge in Online-Verzeichnissen zu aktualisieren.

Informationen zu Internetauftritt und Twitter bei unseren Checklisten und zum Facebook-Auftritt im bernetblog.

Marcel Bernet | 15.12.2009

LeWeb Rückblick: Voller, schneller, kurzatmiger

Plenum der Plattform-GigantenDas Web wird noch voller, schneller und kurzatmiger. Das ist mein wichtigstes Fazit aus zwei Tagen Internet-Konferenz. Was halten Sie von kürzeren Blogbeiträgen?

Der Besuch hat sich gelohnt. Obwol mir Europas grösste Internet-Konferenz zwischendurch etwas zu Techie-orientiert war. Mein Fazit: Das Web wird nochmals eine ganze Drehung voller, schneller und kurzatmiger. Mit weitreichenden Konsequenzen für uns alle als Informationsempfänger oder -publizisten. Und natürlich erst recht für PR- und Kommunikationsprofis. Inhalte müssen

- noch kürzer werden
- noch relevanter sein für immer stärker aufgesplittete Zielgruppen
- alle Möglichkeiten des Online-Dialogs und der viralen Verbreitung nutzen

Mehr dazu im Januar auch in den Interviews, die ich mit Steve Rubel von Edelman PR und Richard Binhammer von Dell führen konnte. Von Steve nehme ich mit, dass dieser Beitrag jetzt knapp über 500 Zeichen hat. Ursprünglich wollte ich den Rückblick in 2000 Zeichen abhandeln – jetzt habe ich daraus drei Beiträge gemacht.

Steve ist bei Edelman PR zuständig für alle digitalen Aspekte von PR-Kampagnen. Er meint, 500 Zeichen sei heute das Maximum. Dieser hier hat 1′000. Wie beurteilen bernetblog-Leser/innen die Länge unserer Beiträge?

Wie sind bernetblog-Beiträge generell?

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Dominik Allemann | 04.12.2009

bernetblog.ch: Erkenntnisse zum 4. Geburtstag

geburtstag_4Der bernetblog feiert Geburtstag! Hätten wir den Schritt gewagt, im Wissen um die vielen Schreibstunden? Wohl doch – die Zahlen und unsere persönlichen Resumées sind positiv.

Geburts- oder Feiertage sind auch Momente des Rückblicks, des Erinnerns. Seit November 2005 haben wir 1049 Beiträge geschrieben und 2016 Kommentare erhalten. Regelmässig üben wir intern «Blogkritik», besprechen Themen, koordinieren unseren «Redaktionsplan». Und werfen einen Blick auf die Nutzerzahlen. Hier die Kurve seit Einsatz von «Google Analytics» im September 2007:

unique_visitors_bernetblog_07_09

In den ersten beiden Jahren lasen uns also monatlich 3300 «Unique Visitors» (Anzahl unterschiedlicher Besucher). Dies verdreifachte sich bis heute auf  rund 10000 Unique Visitors monatlich. Verantwortlich für diese Steigerung war neben dem sauberen Themenfokus wohl auch die Qualität der Beiträge. Vier Jahre des Lernens haben – zum Glück – Spuren hinterlassen. Wenn ich gewisse Beiträge aus der Anfangszeit lese…

Persönlicher Rückblick der bernetblogger/innen
«Das Ziel des Schreibens ist, andere Sehen zu machen.», schrieb der Autor Joseph Conrad. Der/die Autor/in offenbart stets ein grosses Stück seiner Denke, des Wissens oder gar des Fühlens. Hier der ganz persönliche Rückblick der bernetblogger/innen (jeweils mit Link auf ihre Beitrags-Sammlung):

Sonja Stieglbauer, bloggt seit Oktober 2008
«Bloggen ist für mich von der Pflicht zur Kür geworden. Ich schätze die Freiheit oder besser die lange Leine bei Themen und Sprache. Als PR-Beraterin schreibe ich Texte aus der Position des Kunden, beim Bloggen aus meiner.»

Lilly Anderegg, bloggt seit Mai 2009
«Ein Chrampf und Zeitaufwand, der anderswo fehlt. Aber der Einsatz lohnt, nicht nur für die Online-Reputation:  Jeder Blogbeitrag zwingt auch zur aktiven Auseinandersetzung mit Themen und bedeutet für mich Wissenszuwachs und -austausch.»

Sabine Betschart, bloggt seit Januar 2006
«Ich habe Schreibroutine entwickelt – das spontane Schreiben fällt mir leichter. Gleichzeitig übte ich die journalistische Herangehensweise an ein Thema. Mit einem Ohr und einem Auge bin ich ständig auf der Pirsch nach Blogthemen.»

Marcel Bernet, bloggt seit November 2005
«Der bernetblog ist heute fester Bestandteil unseres Agenturalltags. Ich bin noch schneller geworden im Aufbereiten von Texten, Grafiken, Videos. Da wäre noch so viel Interessantes, was ich aus Zeitgründen nicht aufarbeiten kann. Für das spontane aber auch oberflächliche Weiterleiten von News setze ich  heute auf Twitter. Immer wieder frage ich mich: Liegen wir richtig mit den Themen? Was kommt an? Die Kommentare und die Besucherzahlen sind dafür ein schönes Indiz. Heute bin ich froh, dass wir den Aufbruch ins Abenteuer Blogging gewagt haben. Recherchieren und Schreiben hält uns wach, der Dialog bringt mehr Nähe zu unserem Umfeld.»

Dominik Allemann, bloggt seit November 2005
«Hätte ich all die Vorträge, Symposien, Blogcamps besucht ohne meinen «journalistischen» Auftrag? Hätte ich die Wirkung des dialogischen Webs, der Social Media gelebt und verstanden? Hätten wir dem rasanten Entwicklungstempo folgen können? Wir ahnten nicht, wie weit die Konsequenzen dieses «Going Live» reichen werden. Heute sind wir froh drum – dass wirs nicht wussten und trotzdem wagten.»

Was wir wohl beim 10. Geburtstag schreiben werden?

Weitere Geburtstagsbeiträge im bernetblog:
bernetblog.ch: Die schnelle Schwester (der allererste Beitrag)
Ein Jahr bernetblog.ch – Die Schnelle Schwester braucht viel Benzin…
Happy Birthday – Der bernetblog wird zwei Jahre alt
Happy Birthday bernetblog – mit Wettbewerb (3. Geburtstag)

Lilly Anderegg | 11.11.2009

Kommunikation und Sprache im Web 2.0

The Way ForwardDas Web 2.0 hat die Modalitäten der Kommunikation wesentlich verändert. Statt pseudo-objektiver Information sind Transparenz und authentische Darstellung gefragt.

Vor ein paar Tagen habe ich den Workshop Digital Publishing – die Medienrevolution 2.0? besucht. Die Frage im Titel wurde zu Beginn beantwortet: Die klassischen Regeln der Informations-Aufbereitung gelten nicht mehr. Das dialogische Web verlangt andere Stil-Prinzipien als der gewohnte objektive Nachrichtenstil.

Ivo Hajnal, Professor für Sprachwissenschaft an der Universität Innsbruck, beschreibt sehr treffend die neuen Modalitäten für ein erfolgreiches Digital Publishing:

Webkommunikation ist profiliert statt oberflächlich:

  • Weblogs verzichten auf die Trennung von Nachricht und Meinung und die Gegenüberstellung von gegensätzlichen Quellen.
  • Sie vermitteln ihren Nutzern exklusive Informationen und Einschätzungen abseits der normierten Informationsströme.

Webkommunikation ist authentisch statt uniform:

  • Die Themen von Weblog-Einträgen sind nicht zwingend nach den journalistischen Nachrichtenfaktoren gewählt und inszeniert. Vielmehr entsprechen sie den individuellen Beobachtungsmustern der Verfasser und wirken deshalb authentisch.
  • Zur Steigerung der Authentizität dienen sprachliche Stilmittel (Ich-Person und expressive, umgangssprachliche Formulierungen).

Webkommunikation ist engagiert statt distanziert:

  • Weblog-Einträge verzichten auf journalistische Distanz. Vielmehr bemühen sie sich, den Rezipienten klare Vorteile zu ermöglichen – ihnen zum Beispiel Einblick ins Unternehmen oder Insider-Tipps zu geben.
  • Gleichzeitig reagieren ihre Verfasser unmittelbar auf Nutzer-Feedbacks. Die Beiträge wirken deshalb glaubwürdig.

Klartext statt leere Worte
Die Sprache von Unternehmen hat sich nach diesen neuen Stil-Prinzipien zu richten. Was bedeutet das? Kurz: Unternehmen, die sich im Web positionieren möchten, müssen selber Position beziehen. Wichtigtuerei und Oberflächigkeiten wie zum Beispiel «Wir streben die Marktführerschaft für xyz an» lassen keine Position erkennen. Vielmehr braucht es echte Werte, eine Portion Bescheidenheit, direkte Worte und eine klare Aussage. Und ja, es braucht Mut, Klartext zu reden.

Der gemeinsam von der ZPRG und der Schweizerischen Text Akademie organisierte Workshop hat mir sehr gefallen, er war gut moderiert und das Beste: Er macht Freude auf mehr authentische und ehrliche PR, die wirklich etwas zu sagen hat. Jetzt gilt es nur noch, die Kunden davon zu überzeugen, dass Klartext mehr bringt als Plattitüden – auch wenn (oder gerade weil) man sich hinter Worthülsen besser verstecken kann.

Lilly Anderegg | 21.10.2009

IT-Luftblasen 2009: Nur zwei von acht werden nicht platzen

IT-Luftblasen 2009Alles alter Wein in neuen Schläuchen? Ernst zu nehmen sind Business Intelligence und (Desktop-)Virtualisierung. Nur heisse Luft sind dagegen Enterprise-mash-ups und Social Software, sagen IT-Experten.

Im September habe ich über den Hype-Cycle von Gartner geschrieben, der regelmässig die IT-Trends bewertet. Im Trend 2009 sind Cloud Computing, Social Software und Green IT. Sind diese Technologien ernst zu nehmen oder nur Luftblasen? Sehr aufschlussreich finde ich dazu die Perspektive von IT-Experten. Laut einer Umfrage unter 311 IT-Freiberuflern und 39 Projektanbietern sind nur zwei von acht IT-Trends wirklich ernst zu nehmen:

  • Business Intelligence (Automatisierung des Reportings)
  • (Desktop-)Virtualisierung (lokales Ausführen von Desktop- oder Server-Anwendungen)

Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt und warum gerade diese Technologien mehr als heisse Luft sind, erklärt der Artikel Umfrage-Ergebnis: IT-Luftblasen 2009.

IT-Luftblasen 2009

Gemischte Gefühle bei Cloud Computing und Green IT
Cloud Computing ist für die meisten Umfrageteilnehmer nicht viel mehr als ein Marketing-Buzzword. Überraschend finde ich, dass Green IT so schlecht bewertet wird – dabei ist grüne Informatik aus ökologischer Sicht eine Notwendigkeit. Green IT unterstützt Massnahmen, um ein IT-Produkt über den gesamten Lebenszyklus hinweg so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten und nutzen. Konkrete Massnahmen sind beispielsweise der Einsatz energiesparender Prozessoren, Klimamanagement in Serverräumen und Virtualisierung von Servern sowie die Weiterverwendung der Komponenten und der Recyclingfähigkeit alter Rechentechnik. Dabei stehen nicht immer ökologische Interessen im Vordergrund – auch ökonomische Gesichtspunkte (Kosten sparen) und die Möglichkeit, sich als verantwortungsbewusste Firma zu vermarkten, spielen ebenso eine Rolle.

Und wie halten Sie es mit Social Software?
Erstaunt hat mich auch, dass rund zwei Drittel der IT-Spezialisten Enterprise 2.0 und Social Software – Beispiele sind Twitter, Weblogs und weitere Online-Communities – für nicht zukunftsrelevant halten. Eine Begründung bleibt uns der Artikel Umfrage-Ergebnis: IT-Luftblasen 2009 schuldig. Gemäss der Analysten von Gartner jedenfalls kommt in naher Zukunft kein Unternehmen an Social Software vorbei. Bottom-up statt Top-down sei der grosse Vorteil der Enterprise 2.0: Das Wissen und die Erfahrungen aller Mitarbeiter werden durch sie nutzbar, und das eröffnet dem Unternehmen bessere Entwicklungschancen. Microblogging – wie zum Beispiel über Twitter – ermöglicht Gartner zufolge neue Formen eines schnellen, geistreichen und einfachen Austauschs. Was ist Ihre Meinung?

Mehr zum Thema im bernetblog:

Hype-Cycle: Verliert Facebook den Reiz?, 08.09.2009
Was ist eigentlich: …Cloud Computing?, 11.09.2009

Marcel Bernet | 08.10.2009

Blog-Abos – eine Geschichte für sich

endoftunnelkleinWer vermisst die bernetblog-Wochenschau? Wer ärgert sich über nicht bestellte bernetblog-Mails? Wir kämpfen immer noch mit der Technik. Hat jemand Tipps für das Spam-Problem?

Vor einigen Wochen haben wir eine neue Wordpress-Version installiert. Dieses geniale Gratisprogramm ermöglicht uns schnelles Publizieren, Vernetzen und Diskutieren. Wegen eines Sicherheitsproblems war der Update unausweichlich. Und jetzt spinnt eines der bisher problemlosen Zusatzprogramme für die Verwaltung unserer Mailabos.

Wochenschau oder Sofortmeldung?
Wir wollen vorbildlich sein. Deshalb haben wir Zeit und Geld in eine Lösung investiert, die sehr komfortabel ist: Mail-Abonnenten können zwischen einer Wochen-Zusammenfassung oder sofort zugestellten Beiträgen wählen. Bisher ging das, jetzt haut uns das Zusatzprogramm die Adressen wild von einer Abo-Variante in die andere, und zurück. Zuerst wollten wir weg von der Wochenschau – sie wird von vielen Topblogs, die wir uns angeschaut haben, nicht mehr geboten. Alle setzen auf Sofortbenachrichtigung, meist mit Feedburner oder Feedblitz aufgesetzt.

Wir glauben: Wählen ist besser. Das kostet uns zwar mehr – und unsere Abonnenten kostet es grad Nerven. Aber es passt. Ich selbst habe die New York Times als Wochenabo, das Wall Street Journal mit einem täglichen Themenmix abonniert. Und Twitter ist keine Alternative für alle Abonnenten – denn hier landen die Sofort-Benachrichtigungen im nur kurz sichtbaren, stets bewegten Fluss aller abonnierten Twitter-Meldungen.

Wir bleiben dran. Mit Twitter, RSS, E-Mail wöchentlich oder sofort.

Spam ist mühsam
Heute morgen hatte ich gar eine Meldung von GoogleDocs im Spam-Ordner – wohlbemerkt läuft dieses E-Mail-Konto über Google. Und genau so geht es uns mit den Bestätigungs-Mails, wenn jemand den Blog oder unseren Newsletter abonniert: Schon die landen oft im Spamfilter. Und der Abonnent wundert sich. Und wir verlieren ihn. Dass dann die abonnierten Beiträge ebenfalls abgeblockt werden, hören wir immer öfter.

Auch hier arbeiten wir bei Google an einer Optimierung. Natürlich können uns Abonnenten in eine Whitelist aufnehmen (wenn sie eine pflegen) oder die Mail-Adresse in ihrem Adressbuch erfassen (welches mit dem Mailprogramm verknüpft sein muss). Aber das ist aufwändig.

Wir bleiben dran. Hat jemand eine Ideal-Lösung?

Sonja Stieglbauer | 21.09.2009

Blogger im Profil: Sixt Mietwagen Blog

Logo SixtDer Autoverleiher Sixt betreibt seit fast einem Jahr einen  Blog. Und befindet sich damit im Spannungsfeld zwischen Autorenmeinung, kommerziellen Interessen, Werbung sowie Leser- und Kundenbindung.

Die Fragen zum Sixt Mietwagen Blog beantwortete Benjamin Wingerter, Blogger bei Sixt.

Wieso bloggt Sixt?
Die Autovermietung Sixt ist als Dienstleistungsunternehmen primär um die Zufriedenheit der Kunden bemüht. Neben einer kurzen Frage, ob alles mit dem geliehenen Mietwagen in Ordnung gewesen ist, werden natürlich immer wieder Qualitätsbefragungen vorgenommen. Aber um in ungezwungener Form die Meinung und interessante Wünsche unserer Kunden zu erfahren, ist ein Blog die optimale Plattform. Ein paar Diskussionen oder direkte Fragen zu unseren Mietwagenstationen, zu Events und Neuerungen gab es bereits. Klingt vielleicht blöd, aber wir fühlen uns näher am Kunden, als mit einem “Feedback” Formular auf der Website. Wir sind sehr froh, dass wir unser Blog betreiben können.

Ihre wichtigste Blogerfahrung?
Am Sixtblog arbeiten viele Menschen mit. Die wichtigste Erfahrung für jeden Einzelnen ist wahrscheinlich jeweils eine andere. Damit ein Blog lebt, braucht man Mitarbeiter, die Lust und Zeit aufbringen, um neben den normalen täglichen Pflichten regelmässig Artikel zu schreiben. Ohne Leser, die sich trauen ihre Meinung in einem grossen Firmenblog zu hinterlassen, ist aber auch ein toller Artikel nutzlos. Im Endeffekt sind also aktive Menschen auf beiden Seiten eines Blogs wichtig. Als Blogger darf man nicht nachlassen und als Leser muss man sich mutig einbringen.

Ihr grösster Blogwunsch?
Bei uns bloggen fast ein Dutzend Sixt Mitarbeiter. Wir wünschen uns wahrscheinlich alle, einfach etwas aus dem Unternehmen erzählen zu können. Damit teilen wir Informationen aus unserer Arbeit, über unseren Arbeitgeber und unser Insiderwissen aus der Automobil- und Reisebranche. Nicht jede Firma erlaubt ihren Angestellten ein Blog zu betreiben.

Unsere Kollegen in UK nutzen das sixtblog.co.uk sogar noch privater als wir es in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt tun. Aber auch wir fügen zwischen Branchennews gelegentlich einen unterhaltsamen Artikel ein, den man in einem Firmenblog nicht erwartet. So gesehen geht unser grösster Blogwunsch gerade in Erfüllung:

Noch näher am Kunden zu sein auch mal fern ab von Mietwagen. Es ist jetzt für alle im Unternehmen, ganz gleich welche Abteilung, leichter sich an einer öffentlichen Diskussion zu beteiligen. Wir sind durch das Blog und unsere Twitter Accounts kein anonymes Unternehmen mehr, sondern können Sixt ein Gesicht geben und an der Community aktiv teilnehmen.

Mein Fazit
Die Sixt-Bloggerinnen und Blogger haben es geschafft, dass sogar ein Automuffel wie ich ihn liest. Das Themenspektrum ist breit und hat doch Bezug zum Unternehmen. Neben Branchen- und Unternehmensnachrichten findet man Reisetipps, Rechtliches  rund ums (Miet-)Autofahren und immer wieder Mitteilungen zur Corporate Social Responsibility von Sixt. Gerade für Reisefreudige ein interessanter Blog.

Dominik Allemann | 18.09.2009

8ig.tv: Obacht – die Stadtpolizei mit Web-TV-Kanal

8ig.tv logoDiese Woche präsentierte die Stadtpolizei Zürich eine innovative Webplattform. «8ig.tv» soll präventiv wirken und der Stadtzürcher Bevölkerung die polizeilichen Präventionsaktivitäten näher bringen. Das Motto lautet «Respekt macht sicher».

Der Ansatz ist innovativ. Auf der vielseitigen Webplattform wird multimedial auf die Präventionsbemühungen der Polizei bezüglich Verkehr und Kriminalität hingewiesen. Und innovativ sind auch einige Features der Plattform. Die Inhalte können via Twitter, MySpace, Facebook oder via AddThis mit vielen weiteren Bookmarking/Social Media Tools weitergegeben werden. Und die Filme lassen sich in den eigenen Blog oder das Network-Profil integrieren. In einer Tagcloud ist anschaulich die grosse Vielfalt polizeilichen Engagements abgebildet. Schön gelöst. Auch der Twitter-Account von 8ig ist online, wenn auch nicht gerade tagesaktuell gepflegt. So weit so innovativ und lobenswert…

Wer wird angesprochen?
Auf das Lob folgen aber zwei gewichtige Mäkel. So scheinen mir das Konzept und das Layout teilweise deutlich an der Zielgruppe vorbei zu schrammen. Wer soll sich das ansehen? Meiner Ansicht nach müssten das junge Menschen zwischen 12 und 28 Jahren sein (oder ähnlich). Dafür ist die Grafik aber deutlich zu bieder, die Comicfiguren Präventiv-Familiennamen «die 8igs» gleichen zu sehr den Migros-Lillibiggs (Zielpublikum Kleinkind).

Zu viel des Guten

Die Plattform will zuviel. Der Themenbogen geht vom Vandalismus über die Chat-Präventions-Kampagne bis hin zum Waffengesetz. Und inhaltlich verliert man vor lauter Videos, Games und Downloads schnell den Überblick. Die Ursache der Inhaltsflut meine ich zu erahnen: Man hat mit riesigem Aufwand, Engagement und viel Kreativität eine grosse Informationskiste gebaut. Und will jetzt darin sämtliche Themengebiete versorgen oder böse gesagt «erledigen». Der Plattform tut man damit keinen Gefallen. Und erstickt mit der Fülle des Materials den im Grundsatz lobenswerten integrierten Ansatz. Weniger wäre wohl – zumindest für die Startphase – mehr gewesen.

Zum versöhnlichen Schluss: Schön, dass eine so «strenge» Behörde wie die Stadtpolizei den Mut aufbrachte für so neue unbeschrittene Kommunikationswege.

PS: Wenn ich grad auf Webbesuch bei der Stadtpolizei bin. Wie empfindet ihr den folgenden Medienmitteilungstitel?
«Einbruch lohnte sich – Zeugenaufruf» (Mitteilung vom 17.9.09). Irgendwie noch motivierend, oder?

Lilly Anderegg | 27.08.2009

Ganz ausgezeichnet!

Grimme Online AwardDer Grimme Online Award zeichnet besonders gute Websites aus. Am besten gefällt mir das Portal KrimiCouch.de. Seither mache ich kein Auge mehr zu.

Der Grimme Online Award ist eine Auszeichnung des Adolf-Grimme-Instituts für publizistische Qualität im Internet. Seit 2001 werden in mehreren Kategorien herausragende deutschsprachige Websites ausgezeichnet, die sich an die Öffentlichkeit richten.

Es gibt drei Standardkategorien: «Information», «Wissen und Bildung» und «Kultur und Unterhaltung». Zusätzlich wird ein Publikumspreis verliehen, über den alle Internetnutzer abstimmen können, sowie ein Spezialpreis für besonders innovative Projekte.

Die Preisträger des Grimme Online Awards 2009:

Information

  • Carta: Blog zu den Themen Politik, Medien und Ökonomie
  • Jens Weinreich: Blog zu den Themen Politik und Sport
  • ZDFparlameter: Multimediale Darstellung der Arbeit von Bundestagsabgeordneten

Wissen und Bildung

Kultur und Unterhaltung

Publikumspreis

Special

  • ByteFM: Hamburger Internetradiosender
KrimiCouch.de

KrimiCouch.de: Interaktive Krimi-Landkarte von Afrika

KrimiCouch.de für alle, die es spannend lieben
Persönlich gefällt mir das Portal KrimiCouch.de am besten, das in der Kategorie «Kultur und Unterhaltung» ausgezeichnet wurde. Eine individuelle Suchfunktion und fachkundige Rezensionen helfen jedem Bücherwurm, den passenden Krimi zu finden. Krimi-Berater Dr. Watson ermittelt über einen Fragebogen die Lesevorlieben und gibt Schmökertipps. In einer interaktiven Weltkarte können Krimis nach geografischen Regionen ermittelt werden, während eine Wörterwolke über die Schlagwort-Suche einen assoziativen Zugang ermöglicht. Seither stapeln sich bei mir zuhause die Krimis, und ich mache kein Auge mehr zu.

Wie funktioniert der Nominierungsprozess?
Während der Nominierungsphase kann jeder Vorschläge für den Wettbewerb einreichen. Hauptaugenmerk liegt auf neuen Formen und Inhalten der öffentlichen Kommunikation. Angebote, die überwiegend werblichen Zwecken dienen, sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Aus den gesammelten Vorschlägen wählt eine Jury aus Fachleuten aus Journalismus, Wissenschaft und neuen Medien die besten Websites aus. Die Bewertungskriterien umfassen Inhalte, Gestaltung, Kommunikation, Nutzerfreundlichkeit, Intermedialität (Verknüpfung mit anderen Medien), Kreativität und Service. Die Website des Grimme Online Awards enthält eine Beschreibung aller nominierter Websites mit Sreenshots.

Marcel Bernet | 04.06.2009

PR 2.0: Wo sind die Meinungsmacher?

Laptop MegaphoneHeute nachmittag halte ich einen Vortag am Praxisworkshop des BR/SPRG. Die Kernfrage: Wie richtet sich PR auf die neuen Online-Realitäten aus?

Natürlich habe auch ich nicht die definitive Antwort auf diese Frage.  Aber in den 15 Minuten Impulsreferat samt anschliessendem Workshop lote ich aus, wie sich die Realität für PR-Schaffende heute präsentiert. Und zeige mit konkreten Beispielen, wohin die Richtung geht. Hier das PDF des Handouts und ein Video des Vortrags.

Die Kernaussagen:

Wir stehen mitten in einem grossen Umbruch – wer jetzt schon weiss, wohin es geht, der lügt. Wie vor 600 Jahren, gleich nach der Einführung der Gutenbergschen-Drucktechnik. Im Rückblick wissen wir, was geschah. Aber was der Sturz des kirchlichen Druckmonopols alles mit sich brachte war im Geschehen selbst nicht voraussehbar.

Vor uns steht ein wachsendes, sich schnell wandelndes Web-Umfeld – mit immer wieder neuen Kanälen, die es in einem PR-Dialog zu lesen, auszuloten und zu beliefern gilt. Von Wikis über Blogs bis zu Sozialen Netzwerken. Und dabei führt der Weg immer mehr auch an den klassischen Medien vorbei. Denn die neuen Meinungsmacher sind dort, wo sie unsere Zielgruppen suchen und finden. Duch die Mittlerfunktion wird Google sozusagen zum entscheidenden Meinungsmacher.

Interessante Beispiele neuer Meinungsmacher bieten Mini-Microsoft (ein anonymer Microsoft-Mitarbeiter wird durch sein vielbeachtetes Blog zum Multiplikator nach aussen), Stop-Starbucks (der US-Dokumentarfilmer und Aktivist Robert Greenwald zeigt, wie man Web 2.0-Kampagnen fährt, genial orchestriert von einer zentralen Website aus mit Einbettung in Facebook, Twitter, Mail, Youtube, Flickr, MySpace) und Teleblocher (wie ein Schweizer Politstar sich direkt an seine Fans und Gegner wendet, mit 20 bis 80000 Downloads seiner wöchentlichen Interviews).

Entscheidend für die Zukunft ist die Verbindung von Intention, Inhalt und Integration. Intention steht für die Verbindung von Vision, Kernbotschaften und konkreten Taten. Noch so interaktive Kampagnen laufen auf Grund, wenn dieser Kern nicht stimmt. Inhalte werden schneller, vernetzter und dialogischer. Und verlangen nach dem sehr anspruchsvollen Akt der Integration, in Anbetracht der vielen zu bedienenden Kanäle und Empfänger eine Meisterleistung.

A propos Meisterleistung: Das mit dem Video war eine grössere Übung: Keynote bietet die super Möglichkeit, eine Präsentation aufzuzeichnen. Wichtiger Tipp für den Export: Unbedingt für «CD-ROM mittel» auswählen, anstatt «Webfilm klein». Ich hatte zuerst die zweite Option gewählt, mit lausiger Qualität und nur gerade 10 Megabyte weniger Umfang. Die zweite Überraschung präsentierte mir Youtube, nach langem Upload: Video abgelehnt. Länger als zehn Minuten liegt nicht drin. Also weiter auf iMovie, 30 Sekunden rausgeschnitten und dann rauf auf Youtube (-:

Marcel Bernet | 08.05.2009

Blogwerk, Post, Stadtwanderer: Erfahrungsberichte

fliegerWelche Learnings präsentieren zwei Dienstleister und der zweitgrösste Arbeitgeber der Schweiz? Hier ein Querschnitt aus ihren Beiträgen am gestrigen Corporate Blogging Seminar.

Es war ein dichter und sehr produktiver Tag am MAZ, mit interessanten Beiträgen auch aus der Teilnehmerrunde. Von den drei Gastrednern nehme ich folgendes mit:

Peter Hogenkamp: Totgesagte leben länger
Der Gründer und Mitbesitzer von Blogwerk, Blog-Dienstleister und Betreiber von Themenblogs, glaubt an die Zukunft von Blogs. Zwar werden die nicht mehr so heissen oder als Blogs angepriesen. Aber aktuelle, persönlich gefärbte Inhalte mit Dialogfunktion bleiben relevant. In Facebook und Twitter sieht er die im Moment interessanteste Weiterentwicklung der ursprünglichen Blogidee.

Das präsentierte Bye-Bye-Billag-Beispiel zeigte auf, wie Facebook sehr effizient für die schnelle Verbreitung einer Kampagne aufgesetzt wurde. Und zwar von ehrenamtlich tätigen Initianten, die Unterschriften für eine Initiative sammeln gegen diesen Eintreiber von Radio- und Fernsehgebühren. Die Entwicklung der Fan-Zahlen entwickelt sich sehr stark in Zusammenhang mit der Berichterstattung in den klassischen Medien. Heute steht die Hauptgruppe bei 41000 Fans.

Was ich gelernt habe: Domains / Namen für Gruppen und Personen sind auf Facebook nicht eindeutig reservierbar. So kann man also auch weitere Bye-Bye-Billag-Gruppen eröffnen – seltsamerweise gibt es denn auch eine zweite mit knapp 20′000 Fans und etwas anderen Administrator-Namen. Und noch ein paar dazu. Und Facebook lässt Gruppen-Mailversände an maximal 5000 Empfänger zu. Aus beiden Gründen unterhalten die Initianten auch eine eigene Internet-Website auf byebyebillag.ch und sammeln dort fleissig E-Mail-Adressen. Gemäss Peter sind sie dort aber erst bei rund 8′000 Einträgen.

Christian Schenkel, Pascal Lorenzini: Interner Guerilla-Dialog
Christian (mit eigenem Dialogblog) ist verantwortlich für die interne Online-Kommunikation, Pascal für die ganze interne Kommunikation bei der Post. Sie richten sich dreisprachig an 50′000 Mitarbeitende aus 119 Nationen, von denen nur rund die Hälfte mit dem PC arbeitet. Deshalb bleibt Print wichtig. Mit verschiedenen Beispielen zeigten sie auf, wie sich Print und Online kombinieren lassen und wie sie ihr Anliegen eines verstärkten Dialogs Schritt für Schritt umsetzen konnten.

So stellt die monatliche Mitarbeiterzeitung eine «Frage des Monats» – angekündigt auch über die Intranet-News. Antworten werden auf dem Postweg und übers Intranet gesammelt. Dazu kommt ein einfacher Magazin-Blog, wo die Inhalte angerissen sind und natürlich auch die Frage zur Kommentar-Diskussion offen steht. Interessant ist die Grundhaltung von Christian und Pascal: Sie mischen sich nicht in den Dialog ein – Korrekturen sollen durch Gegenmeinungen direkt aus den betroffenen Linien oder von Mitarbeitenden entstehen. Wichtig ist, dass für diesen Dialog von Beginn weg Richtlinien kommuniziert wurden – damit in Extremfällen auf der entsprechenden Basis auch mal ein Kommentar gelöscht werden kann.

Intern durchgekommen sind die beiden mit dem schrittweisen Einbau von Dialogmöglichkeiten und mittlerweile 13 internen Blogs und 12 internen Wikis, weil sie unter anderem nie von Blogs gesprochen haben. Das führe immer zu einer Abwehrhaltung. Wenn sie dagegen «dialogische Online-Kommunikation» vorschlagen, dann fragt das Gegenüber mit grosser Offenheit: Was ist damit gemeint? Ebenso wichtig für ihren Erfolg war ein schrittweises Vorgehen, Austesten verbunden mit einer leisen Guerilla-Taktik. Worauf dann die Resultate das Vorgehen bestätigt haben.

Claude Longchamp: Als Stadtwanderer ins Fernsehen?
Claude habe ich nach einer langen Online-Bekanntschaft zum erstenmal persönlich getroffen, wohl typisch für das Zeitalter der Social Media (-: Er hat in einem kurzen Abriss aufgezeigt, dass der Stadtwanderer-Blog mehr zufällig, aus persönlicher Neugier und Mitteilungslust entstanden ist. Und aus diesem Spieltrieb ist Schritt für Schritt etwas gewachsen, was sehr weite Kreise zieht und heute eingebettet ist in die Gesamtinteressen und Aktivitäten des Meinungsforschers, Dozenten und Historikers.

Zu seinem Blog-Wirkungskreis zählen auch noch zoonpoliticon (Politikwissenschaften) und der kommunikationsblog (gfs Institut). Beide stehen in ihrer Leserschaft weit hinter dem Stadtwanderer, werden aber auf 2010 mit einem Redesign weitergeführt. Den Erfolg des Stadtwanderers führt er auf die kontinuierlich hohe Frequenz von Beiträgen und die breit interessierende Thematik zurück. Beides hat denn auch dazu geführt, dass schon früh in klassischen Medien über ihn berichtet wurde, was den Leserkreis Schritt für Schritt ausgeweitet hat. Bis hin zu einem Fernseh-Interview über die geschichtliche Entwicklung der Schweiz. Welches übrigens heute noch von Schulen bestellt werde und aufgrund des hohen Interesses vielleicht sogar zu einer TV-Sendung führen könnte.

Viele Besucher landen auf dem Stadtwanderer, weil sie bei Google ein Bild suchen. Und dann bleiben sie bei ihm. Obwohl Claude seine Fotos als gar nicht so spektakulär einstuft. Aber er hat gute Ideen, fügt sie laufend ein und versieht sie immer mit einer Bildlegende – die Suchmaschine greift auf den bildnahen Text zurück, um ihre Resultate anzuzeigen.

Claude ist für mich das blendende Beispiel eines motivierten Publizisten. Hinter seinem Erfolg steht viel Fleiss: 21 Minuten wollte er täglich ins Bloggen investieren, heute liegt er bei 61 Minuten. Und weil er so schnell ist, hat er auch gleich heute über seinen maz-Auftritt gebloggt. Danke für die Blumen, Claude.

Marcel Bernet | 06.05.2009

Corporate Blogging: Gründe dafür und dagegen

2.0Eine neue Studie zeigt, wieso Unternehmen bloggen: Ein Drittel  weltweit befragter Tech-Firmen pflegt diese Form des Online-Dialogs.

Für das Corporate Blogging-Seminar von morgen Donnerstag habe ich die Daten aufgearbeitet, die letzte Woche via Twitter bei mir gelandet sind. Hinter der Studie steht der PR-Agenturverbund Eurocom Worldwide, befragt wurden weltweit Unternehmen aus dem Technologiesektor. Die Stichprobe fällt mit 336 Antwortenden eher knapp aus. Trotzdem zeigt sie interessante Anhaltspunkte für die laufende unternehmensinterne Evaluation des Corporate Blogging. Und sie ergänzen die von uns im Jahr 2007 realisierte Schweizer Web 2.0-Studie. Beim Aufbau folgender Grafiken hatte ich nur die Medienmitteilung der deutschen Eurocom-Agentur Schwartz Public Relations zur Verfügung, leider ist die Studie nirgends detailliert abrufbar.
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Die roten Segmente zeigen die beiden Schlüsselfragen vor jeder Blog-Lancierung: Erstens entsteht daraus ein Mehrwert und wenn ja – können wir ein derartiges Projekt stemmen? Lohnt sich die eingesetzte Zeit? Spannend fand ich die 12 Prozent, die eine Rufschädigung durch das Betreiben eines Corporate Blogs befürchteten. Ob sie den Kommentardialog scheuen? Oder an die ebenso schwer kontrollierbaren Beiträge eines von vielen Mitarbeitenden gepflegten Blogs denken? Auch unter Techfirmen hat sich immer noch ein Fünftel gar nicht mit dieser Idee auseinander gesetzt.

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Wer mitmacht, stellt den Dialog mit Kunden sehr stark ins Zentrum. Knapp ein Viertel der Befragten möchten mit ihren Beiträgen an branchenrelevanten Themen beteiligt sein und 14 Prozent erwarten ein stärkeres Profil für ihr Unternehmen. Als nicht zu verachtendes Nebenziel wird die Suchmaschinenoptimierung genannt – wer in seinem Corporate Blog viel publiziert und stark verlinkt ist, wird schneller gefunden.

Ist ein Drittel viel? Müssten gerade Techfirmen verstärkt bloggen? Interessant wäre ein Vergleich von Unternehmen mit oder ohne Kundenmagazin. Ich glaube, dass auch dort nicht viel mehr oder weniger als ein Drittel mit «Ja» antworten würden. Denn der Aufwand für aktuelle, qualitativ hochstehende Publizistik ist hoch.

Weiterführend:
McKinsey Studie: So funktioniert Web 2.0
(17.03.09)
Weblogs und Wikis im Firmeneinsatz: Praxistipps und Thesen
(21.05.08)
Vergleich CH/D-Web 2.0-Studie: Einsatz von Wikis und Weblogs
(12.11.07)

Marcel Bernet | 26.03.2009

Seminar Corporate Blogging: Drei spannende Beispiele

fliegerWie gestaltet man den Dialog mit Meinungsmachern? Am 7. Mai findet das dritte MAZ/Bernet-Seminar Corporate Blogging statt. Post, Blogwerk und Stadtwanderer versprechen spannende Praxis-Inputs.

Noch immer gibt es keinen öffentlichen CEO-Blog eines grossen Schweizer Unternehmens. Ist Blogging for Business am Ende? Geht’s jetzt nur noch um Facebook und Twitter?

Nein: Blogs haben frischen Wind in die Art und Weise gebracht, wie Unternehmen, Politiker und Organisationen kommunizieren. Es macht das Publizieren einfach und ermöglicht direkte Dialoge. Gerade im internen Einsatz ist dieses Medium beliebt, wie auch unsere Web 2.0-Studie gezeigt hat. Aus den Blog-Möglichkeiten entstehen neue Zwischenformen: Webseiten mit Dialog- und Abonniermöglichkeiten. Wie wir sie zum Beispiel für die Elektrizitätswerke der Stadt Zürich auf www.powernewz.ch lancieren durften.

Aber: Blogs sind so gut, wie die Konzepte dahinter und deren tägliche Umsetzung. Das MAZ/Bernet-Seminar verdichtet in einem Tag die wesentlichen Blog-Learnings und deren Einbettung in neue Entwicklungen wie Twitter und Facebook. Die Teilnahme am Donnerstag, 7. Mai in Luzern gleich beim Bahnhof kostet CHF 980, siehe Details und Anmeldung. Meine konzeptionellen und praktischen Inputs erfahren wertvolle Bereicherung durch drei Gäste:

Claude Longchamp, gfs.bern:
Erfahrungen eines angefressenen (Business-)Bloggers

Den GL-Vorsitzenden des Meinungsforschungsinstituts gfs.bern kennt man nicht nur durch seine TV-Kommentare zu Wahlen und Abstimmungen: Online hat er seine Reputation auch als Stadtwanderer massiv auf- und ausgebaut, bis hin zu einem Wikipedia-Eintrag. Welche Ziele will er damit erreichen? Wo klappt das, wo nicht? Wie wichtig ist der Blog für sein Business?

Christian Schenkel, Die Post:
Auch die interne Kommunikation muss dialogisch sein

Er leitet die Online-Kommunikation der Schweizerischen Post und setzt sich seit Jahren für den Einsatz neuer Medien auch intern ein. Dialogische Kommunikation heisst sein eigener Blog. Doch intern lancierte Weblogs stiessen nicht nur auf Akzeptanz: Woran liegts? Wie lassen sich dialogische Elemente trotzdem einsetzen?

Peter Hogenkamp, Blogwerk:
Blog-Pionier, Facebook-Fan, Twitter-Guru

Mit seinen Blogs von medienlese bis neuerdings beweist dieser Unternehmer, dass auch im Schweizer Medienmarkt Nischen für Newcomer existieren. Und mit dem für ebookers betreuten Unternehmensblog sammelt er interessante Erfahrungen. Doch wie geht die Reise weiter? Was bringt die Verbindung mit Diensten wie Facebook oder Twitter?

Marcel Bernet | 17.03.2009

McKinsey: So funktioniert Web 2.0

2.0Ende Februar haben die Unternehmensberater von McKinsey USA eine Studie über die Erfolgskriterien für Web 2.0-Anwendungen publiziert. Die sechs Thesen sind interessant für interne und externe Blogs, Soziale Netzwerke, Wikis.

Leider muss man registrierter Abonnent Korrigenda: Es genügt, wenn man sich beim «McKinsey Quarterly» registriert (Danke an Martin Koser für den Kommentar), um den Volltext dieser Studie zu lesen. Sie basiert nach deren Angaben auf Untersuchungen bei mehr als 50 Web 2.0-Früheinsteigern und einer Auswahl von Interviews mit Entscheidungsträgern. Die Befragten zeigen sich insgesamt zur gleichen Hälfte zufrieden oder unzufrieden mit ihrem heutigen Einsatz von Blogs, Wikis, Podcasts oder sozialen Netzwerken. Mehr zur gängigen Web 2.0-Definition auf Wikipedia.

Kritiker: Schwierige Anpassung, wenig Werte
Die kritischen Stimmen ärgern sich vor allem über organisatorische Hindernisse, das Unverständnis von Führungskräften für den notwendigen Wandel und die mangelnde Fähigkeit, aus Web 2.0-Werkzeugen wirklich Werte zu schaffen. Und weil derartige Investitionen oft als sehr unsicher eingeschätzt werden, enden Projekte oft kurz nach ihrer Einführung. Weil sie keine wirklich wertschöpfende Beteiligung erreicht haben. Oder weil die Verantwortlichen nicht in der Lage waren, diese Beteiligung bei Mitarbeitenden oder Kunden zu erreichen.

Erst Automation, jetzt Kooperation
McKinsey bündelt EDV-Entwicklungen in den Neunziger Jahren unter dem Stichwort «Automatisierung von Prozessen». Heute wird die Einführung von CRM- oder ERP-Systemen abgelöst durch das «Ermöglichen von Kooperation und Beteiligung». Interessant ist an dieser Gegenüberstellung die Tatsache, dass Web 2.0-Anwendungen einfacher und schneller einzuführen sind. Sie stören zwar die bestehende Struktur und fordern eine neue Kultur – aber technisch lassen sie sich relativ leicht über bestehende EDV-Strukturen legen.

Befürworter: Mehr Beteiligung
Kooperation und Beteiligung zapft kollektives Wissen an. Im Vergleich zu früheren Web 2.0-Erhebungen stellen die Berater fest: Dieser Nutzen führt trotz anfänglicher Frustrationen zu einer immer stärkeren Akzeptanz von Web 2.0-Anwendungen. Für die USA wird das aktuelle Investitionsvolumen auf eine Milliarde USD geschätzt. Was im Vergleich zu den übrigen Informatik-Aufwendungen bescheiden bleibt – doch trotz der aktuellen Rezession sieht McKinsey jährlich 15 Prozent Zunahme über die nächsten fünf Jahre.

Sechs Erfolgsfaktoren
Wie umschifft man die Web 2.0-Klippen mit Erfolg?

  1. Keine Veränderung an der Basis ohne Unterstützung von oben: Auch wenn Blogs, Wikis oder neue Begnegungsplattformen basisgetrieben sind – die Grasswurzel-Dynamik bleibt nur dann lebendig, wenn wichtige Vorbilder als Rollenmodelle fungieren.
  2. Benutzer haben die besten Ideen – und brauchen Hilfe: Oft bringt gar nicht das den grössten Erfolg, was sich das Management ausgedacht hat. Durch die Benutzer zeigen sich unerwartete Anwendungen, entstehen neue Prozesse. Die Herausforderung liegt darin, sie schnell zu erfassen und zu unterstützen.
  3. Keine Chance ausserhalb des Arbeitsalltags: Web 2.0-Anwendungen setzen sich nur dann durch, wenn sie in den täglichen Arbeitsfluss integriert sind. Ohne, dass man neue Programme starten muss, vernetzt mit den wichtigen laufenden Tätigkeiten.
  4. Setze auf das Ego und die Bedürfnisse der Nutzer: Es genügt nicht, wenn zum Beispiel interne Wiki-Beiträge mit einem Bonus belohnt werden. Mitarbeitende und Kunden machen mit, wenn es ihnen und vor allem auch ihrem Status etwas nützt.
  5. Fokussiere dich auf die Zielgruppe: Mitmachen ist freiwillig. Umso entscheidender ist der Fokus auf diejenigen Teilnehmenden zu konzentrieren, die Nutzen generieren und für sich selbst Nutzen sehen.
  6. Ausgleich von Kontrolle und Freiheit: Mitmach-Projekte leben von Basisdemokratie. Doch wenn die Prozesse zuwenig geführt werden, bringen sie genauso wenig Erfolg. Hier gilt es, die schwierige Balance zu finden zwischen Kontrolle und selbstorganisierter Mitwirkung.

Fazit: Dialog ist alles
In diesen sechs Anforderungen zieht sich für mich ein Thema durch – die Offenheit für interne und externe Beiträge, Ideen, Kommentare. Das klingt einfach und logisch, scheitert in der Praxis aber oft an Ängsten und Vorurteilen. Web 2.0 ist das Schlagwort fürs Mitmach-Web und mitgemacht wird nur dort, wo der Absender offen ist für eine authentische Konversation.

Weiterführende Beiträge:
Seminar Corporate Blogging – mehr Erfolg mit Web 2.0-Dialog
Weblog und Wiki im Firmeneinsatz: Folien und fünf Thesen
Studie Web 2.0: Enterprise 2.0 – Einsatz von Wikis und Weblogs in Deutschland

Dominik Allemann | 09.03.2009

CEO-Blogs: General Motors Chef bloggt um Verständnis

general-motors-logoDie krisengeschüttelte Autoindustrie trifft sich derzeit am Salon in Genf (noch bis 15.3.). Auch der General Motors Europa-Chef Carl-Peter Forster ist vor Ort. Seinem Unternehmen weht momentan ein eisiger Wind ins Gesicht. Im offiziellen General Motors Blog schreibt er dagegen an.

Brandaktuell ist die Diskussion um staatliche Unterstützung für Opel (NZZ 28.2.) und nicht nur Deutschland fragt sich, wann dem Traditionshaus  die Luft ausgeht. Umso spannender zu beobachten, wie General Motors eine sehr offenherzige Blog-Strategie fährt. Neben dem vorbildlichen Social Media Newsroom (letztwöchiger Beitrag dazu hier) betreibt das Unternehmen verschiedene Blogs. GM-Europa-Chef Forster schreibt regelmässig im Blog namens «Driving Conversations» persönliche Einschätzungen; so auch Beitrag vom 17. Februar mit dem Titel «Reality of it All». Aussage: Die Aussichten sind düster, aber mit allseitiger Opferbereitschaft und mit Innovation werden wir es schaffen. 

«…But the reality is that we must look at all options – including the closing of facilities — to align our production capacity to the market. We’ll engage these discussions with an open mind to any ideas or alignments that may make us viable for the years to come. But there is no easy pathway….these actions will require sacrifice and pain from all sides. That is reality.»

Mir gefällt der offene Ansatz dieses Dialoges. Angesichts des riesigen europaweiten Interesses erstaunt aber, dass der Beitrag (als Beispiel) lediglich 29 Kommentare provozierte. Immerhin: Auf zwei der Kommentare antwortet Forster persönlich. Mir scheint das Blogformat gerade für diese «Krisenkommunikation» sehr geeignet: Es lassen sich Fakten, Ideen und Beurteilungen auf einfache und vor allem persönliche Art verbreiten – sicher auch mit Ausstrahlung auf die Leitmedien.

Überhaupt nicht vorbildlich ist übrigens die Frequenz der Beiträge im «offiziellen GM-Europe-Blog». Nur gerade alle drei Wochen erscheint ein Beitrag. Zu wenig, meine ich. Der bloggende Bundesrat Leuenberger hält noch immer den flotten Wochentakt zuverlässig ein.

Sonja Stieglbauer | 17.02.2009

Blog für Bergfans

Blog Destination Davos KlostersSeit Januar bloggt die Destination Davos Klosters. Der Start zeigt noch Schwächen, aber für Bergfans haben die meist touristischen Themen ihren Reiz.

Der Blog der Tourismuswebseite stellt auffällig offene Fragen. Man traut sich an kontroverse Themen (Beispiel Schneeräumen – weiss oder schwarz?) und lädt zum Kommentieren ein. Allerdings wirken diese Aufforderungen etwas plump. Die Meinung des Absenders bleibt offen und der Absender selbst anonym. Ich wüsste gern, wer bei  der «Destination Davos Klosters« schreibt und was er oder sie denkt. Anpassen würde ich auch die Frequenz: Es gibt dreiwöchige Pausen, dann in zwei Tagen 5 Beiträge.

Dennoch: Bei denen, die unter 700 Metern leben und arbeiten, kann der Blog die Sehnsucht nach den Bergen wachhalten.

Sophie Graf | 06.01.2009

E-Mails von 2008: Archivieren oder wegschmeissen?

apple_mailWillkommen zurück im Büro. Haben Sie auch – als erste Amtshandlung sozusagen – erst einmal aufgeräumt? Und sich dabei gefragt, was Sie mit verjährten E-Mails machen sollen? Viele Firmen archivieren E-Mails nicht oder überlassen die Entscheidung ihren Mitarbeitenden.

Verjährte Akten? Ab in die Kehrichtverbrennung. Alte E-Mails? Archivieren? Oder in den Papierkorb? Aus rechtlicher Sicht müssen Sie beim Wegwerfen von geschäftsrelevanten E-Mails vorsichtig sein.

Auch E-Mails haben Beweiskraft, auch ein per E-Mail abgeschlossener Vertrag ist von juristischer Bedeutung. Schon allein deshalb steht ein Unternehmen in der Pflicht, wichtige E-Mails während mindestens fünf Jahren aufzubewahren. Sie haben lediglich die Wahl, ob Sie solche Mails ausdrucken oder elektronisch abgelegen wollen.

Wichtig deshalb für alle Unternehmen:

  • Die E-Mail-Archivierung sollte in jeder Firma geregelt sein.
  • Geschäftsrelevante E-Mails müssen  – egal auf welche Art – archiviert werden.

Gemäss Studien fallen in Unternehmen pro Mitarbeiter und Jahr zehntausend E-Mails an. E-Mails sind Zeitfresser und Fallen der Efffizienz. Viel Ramsch befindet sich unter ihnen –  aber manchmal eben auch Wissen, welches oft nur im E-Mail-System vorhanden ist. Fördern Sie also eine hieb- und stichfeste E-Mail-Kultur in ihrem Unternehmen. Legen Sie Grundregeln zur E-Mail-Archivierung fest, zum Beispiel nach dem Leitfaden der deutschen Bitkom. Und räumen Sie dort auf, wo es nötig ist.

Sophie Graf | 23.12.2008

Jahreswechsel: Bernet_PR macht ein paar Tage Pause

schneeflocke.pngNach einem arbeitsreichen Agenturjahr gönnen wir uns ein wenig Ruhe und tauchen ein in die Stille des Jahreswechsels. Bis Anfang Januar schliessen wir die Agentur und machen eine kurze Blog-Redaktionspause.

Ab dem am 5. Januar sind wir wieder für Sie da. Gestärkt und erholt freuen wir uns im 2009 auf weitere spannende Begegnungen mit Ihnen – sei es im persönlichen Gespräch oder hier im Blog. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für das Interesse an unserer Arbeit. Und allen ein glückliches Neues Jahr!

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