Sonja StieglbauerSonja Stieglbauer

Senior Beraterin.

Eidg. dipl. PR-Beraterin, Marketingassistentin und Product Manager in der IT, Leiterin Kommunikation bei einem öV-Unternehmen in Bern. Stürzt sich gern ins und aufs Wasser, mit und ohne Wind.

Beiträge von Sonja Stieglbauer:

24.08.2010 | Tools

Was ist eigentlich: … Creative Commons?

Creative Commons IconWer Wissen im Internet teilen will, kann es anderen einfach machen. Mit einer Erklärung: Creative Commons heisst der internationale Standard.

Grundsätzlich sind Werke, also auch Inhalte im Web, urheberrechtlich geschützt. Häufig wollen Urheber aber ihre Werke gar nicht schützen, sondern wünschen Verbreitung. Beispielsweise beim bernetblog darf man

  • die Inhalte verwenden
  • ohne sie zu verändern
  • mit Quellenangabe
  • aber nicht kommerziell und
  • zu gleichen Bedingungen weitergeben

Signalisiert wird dies durch unsere Creative Commons-Lizenz im Impressum. Wer die Symbole nicht kennt, der klickt drauf und erfährt, für welche CC-Lizenz wir uns entschieden haben.

Creative Commons empfiehlt sich für alle Organisationen, die ihre Texte, Fotos oder Grafiken im Internet verbreiten wollen. Beispielsweise übernimmt Wikipedia Abbildungen nur, wenn alle Rechte freigegeben sind.

Organisation und Lizenzen
Creative Commons (CC) definiert sich als «… Non-Profit-Organisation, die in Form vorgefertigter Lizenzverträge eine Hilfestellung für die Veröffentlichung und Verbreitung digitaler Medieninhalte anbietet.»

Creative Commons gibt es bereits für über 50 Länder. Weil die Schweizer-Seite in Englisch ist, empfehle ich zur Info die Deutschland-Version

Für die sogenannten Jedermann-Lizenzen gibt es sechs Varianten

  • Namensnennung
  • Namensnennung-KeineBearbeitung
  • Namensnennung-NichtKommerziell
  • Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung
  • Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen
  • Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen

Gratis und mit geringem Zeitaufwand
Die Lizenzen sind gratis. Creative Commons finanziert sich über eine Stiftung und über Spenden.

Ein paar Stunden Aufwand sind aber nötig, um die CC-Webseite anzusehen, sich für die richtige Lizenz zu entscheiden bzw. um eine interne Empfehlung an die zuständigen Entscheider vorzubereiten. Dann muss man nur noch die Lizenz wählen und das Icon auf der Webseite, am besten im Impressum, einbinden.

Ausserdem empfehle ich eine jährliche Erinnerung, um die Aktualität der Lizenz zu überprüfen.

Im bernetblog: Creative Commons im Weissen Haus
Weitere Beiträge in der Reihe «Was ist eigentlich: …:
… eine API?»
…Echtzeit-Suche?»
…ein/e PR-Berater/in?»
…Cloud Computing?»
…ein Screencast?»
…das Semantic Web?»
…Web Compliance?»
…Twitter?»
…ein Social Press Release?»
…ein Widget?»
…die Craigslist?»

Buch: Wirtschaftsförderung 2.0

Wirtschaftsförderung 2.0Die Aufsatzsammlung von Habbel und Huber zeigt Aspekte der Wirtschaftsförderung rund ums Web 2.0: Anstösse über Wirtschaft, Verwaltung und Politik hinaus.

Fast 300 Seiten, über 30 Autoren, die Texte in wissenschaftlichem Verwaltungsdeutsch: Wirtschaftsförderung 2.0 wollte ich sofort wieder zuklappen. Beim Blick auf das Inhaltsverzeichnis habe ich meine Meinung geändert.

Als Ideensammlung vereinigt das Buch oft Gehörtes wie Transparenz, Bürgernähe und Barrierefreiheit und ergänzt es mit Themen wie virtuelle Arbeitsräume, Cybermobbing oder digitale Poststellen. Nützlich sind die Zusammenfassungen vor jedem Aufsatz.

Auch wenn das Wort Strategien im Untertitel vorkommt. Für mich liegt es zwischen Strategien und Praxistipps: eine Sammlung von Beispielen, ein Anstoss für Strategie und Massnahmen.

Wirtschaftsförderung 2.0, Franz-Reinhard Habbel/Andreas Huber (Hrsg.)

17.08.2010 | Kommunikation

E-Mail-Abwesenheitsmeldung: Richtig weg

Fort und wegDie nächsten Ferien kommen bestimmt. «Out-of-office» bei Abwesenheit einzustellen ist in vielen Unternehmen Standard.

Zum Standard gehört auch, wie diese Meldungen aussehen und formuliert sind:

  • CD-konform, nach den gleichen Vorgaben wie alle Mails während des Jahres
  • Nächster Arbeitstag, am besten mit Wochentag: «am Donnerstag, 19. August, bin ich wieder im Büro». Formulierungen wie «Ferien bis am …» sind unklar.
  • Stellvertretung für dringende Fälle
  • Standard-Absender der Organisation
  • Für mehrsprachige oder englische Abwesenheitsmeldungen korrekte Übersetzungen verwenden

Meine persönliche Meinung: Nicht in Mundart. Natürlich dürfen wir in der Schweiz in die Ferien gehen und müssen nicht in den Urlaub fahren.

Es überrascht mich auch, wie viele Menschen mich per automatischem Mail wissen lassen, dass sie jetzt drei Wochen in der Karibik verbringen und dass diese Ferien dringend nötig sind.

Technische Voreinstellungen lösen das Problem nicht. Denn viele Menschen empfinden solche Vorgaben als Freiheitsbeschneidung. Die interne Kommunikation ist gefragt.

Multimedia: Glace gegen Lächeln und Kontakte

Unilevers Smile MachineUnilever hat eine Eismaschine entwickelt, bei der man mit Lächeln bezahlt – und indirekt mit Werbung in seinem Facebook-Umfeld.

Wer eine Gratis-Glace will, lässt sich von der Smile Machine fotografieren. Das Smile-o-meter bewertet dann das Lächeln. Das «richtige» Lächeln wird mit einer Glace belohnt. Und die portraitierte Person hat die Möglichkeit, das Foto auf ihrer Facebook-Seite zu veröffentlichen. Auf der Webseite von SapientNitro ist zu sehen, wie’s funktioniert.

Unilevers Nutzen ist doppelt: Die Maschine wird an Anlässen oder zur Happy Hour aufgestellt und erhält dort entsprechende Aufmerksamkeit. Mit der Veröffentlichung der Fotos erreicht Unilever zusätzlich das Facebook-Umfeld der Fotografierten. Aus Marketing-Sicht gelungen finde ich auch den Namen der Aktion: Share Happy.

Diesen Sommer lächeln wir in Euorpa aber noch ohne Belohnung: Der weltweite Einsatz der Maschine ist erst 2011 geplant.

28.07.2010 | Kommunikation

Baustellenführung: Durchmesserlinie Altstetten – Oerlikon

Baustellenführung im Hauptbahnhof ZürichUnser gestriger Teamausflug führte ins SBB-Besucherzentrum und zu den Baustellen im und unter dem Hauptbahnhof Zürich.

Der HB ist wie ein Wimmelbuch für Kinder: Pendler, Touristen, Durchreisende, Bahnangestellte und Bauarbeiter wuseln ober- und unterirdisch. Autos, Velos, Trams fahren draussen um den Bahnhof. S-Bahnen, Intercity, Eurocity auf den Gleisen. Alles funktioniert. Und gleichzeitig wächst der HB gewaltig. Ab 2013 werden die Züge von Altstetten über den HB nach Oerlikon durchfahren. Ziel ist es vor allem, die Kapazität zu erweitern; Fahrzeitverkürzungen sind ein Nebenthema.

Dazu wird gebaut: Brücken und Tunnels durch die Stadt für die An- und Abfahrt, einen neuen unterirdischen Bahnhof Löwenstrasse im Stadtzentrum, Fussgängerpassagen, Shopping Malls oder ein neues unterirdisches Bett für die Sihl, die auch unter dem Bahnhof durch muss. Der sichtbare Beton ist nur ein Teil dessen, was unter der Erde das Ganze stützt.

Wen Baustellen kalt lassen, dem wird vielleicht warm bei dem Gedanken, dass hier knapp 3 Milliarden verbaut werden. Bei all der ameisenbauhaftigen Emsigkeit wird klar, dass der Preis für unsere Mobilität mehr als Franken kostet.

Nicht nur Verkehr und Baustelle funktionieren, auch die Führungen durch die SBB: Auf die Theorie im Besucherzentrum unter dem Gleis 18 folgt der Rundgang zu den verschiedenen «hot spots». Infos zur Durchmesserlinie und den Führungen gibt es online. Allerdings sind die Rundgänge mit Herrn Caviezel (Danke!) oder einem anderen SBB-Mitarbeitenden bis November ziemlich ausgebucht.

Direkte Kommunikation: Ungehörtes wird wiederholt

OhrEin Gespräch dreht sich im Kreis, immer wieder kommen die gleichen Argumente auf den Tisch. Vielleicht weil ein Gesprächsteilnehmer das Gefühl hat, man höre ihn nicht. Wirklich hinhören hilft.

Ob im Interview, in Sitzungen oder privat: Manchmal wird das stets Gleiche wiederholt und wiederholt. Nervig, wenn es um – aus meiner Sicht – Unwichtiges oder einen falschen Standpunkt geht. Und ob privat oder im Fernsehen: Mit einem «Das hast du schon gesagt» oder «Ja,ja, ich hab’s verstanden» treten wir auf der Stelle. Ein ungehörtes Argument wird so lange wiederholt, bis es gehört wird. Gehört aus der subjektiven Sicht des Sendenden.

Sobald mir bewusst wird, und das ist oft das Schwierigste, dass ich in einem Gespräch in der Wiederhol-Schlaufe stecke, versuche ich, auf dieses wiederholte Argument einzugehen. «Sie meinen also, dass wir das auch berücksichtigen müssen. Warum denn?»

Manchmal erfährt man dann etwas Neues, entdeckt ein Missverständnis. Manchmal kann der andere einfach darlegen, was ihm wichtig ist. Ich habe dabei erfahren, dass so ein Ausstieg aus der Schlaufe und oft ein Aufstieg auf eine andere Gesprächsebene möglich ist.

Hilfreiche Trockenübungen für besseres Zuhören und mehr: Gewaltfreie Kommunikation von Marshall Rosenberg

Kommentieren und kommentieren lassen

dialog20Online-Kommentare gehören über Blogs hinaus zur transparenten Unternehmenskommunikation. Für den Umgang damit brauchen Organisationen Richtlinien.

Mengenmässig wird im Web mehr geschrieben/gelesen als kommentiert. Trotzdem gehört der Umgang mit Kommentaren zur Strategie; die Regeln dazu müssen allen Mitarbeitenden bekannt sein.

Kommentieren
Mitarbeitende sind Botschafter und sollen offen kommunizieren. Folgende Leitplanken schaffen Klarheit:

  • Betriebsgeheimnisse, Attacken an die Konkurrenz und Unhöflichkeiten bleiben tabu.
  • Transparenz: Wenn Mitarbeitenden eines Unternehmens in ihrem weiteren beruflichen Umfeld Kommentare schreiben, gehören Name, Firma und Funktion dazu. Anonymität ist sowieso nicht gegeben: Über die IP-Adresse kann man Absender bestimmen.
  • Vor dem Kommentieren: Lesen Sie die letzten Einträge auf der Webseite und die Kommentare anderer.
  • Schreiben Sie einen Kommentar dann, wenn Sie ihn auch in der Face to Face-Kommunikation machen würden.

Kommentieren lassen
Regeln Sie, wie Sie mit Kommentaren auf Ihrer Webseite umgehen wollen – in guten und in schlechten Tagen:

  • Lesen Sie die Kommentare auf Ihrer Webseite.
  • Beantworten Sie Kommentare, aber überlassen Sie das letzte Wort auch den anderen.
  • Weil lesen und beantworten Ressourcen braucht: Wer ist zuständig, bis wann und wie?
  • Wer kommentiert, schreibt wer er ist: Eine unkomplizierte Anmeldung auf der einen Seite und Datenschutz auf der anderen gehören dazu.
  • Braucht es eine Freigabe von Kommentaren? Wenn ja, dann muss dies rasch geschehen.
  • Welche Kommentare werden gelöscht? Spam und Beleidigendes fliegt immer raus. Veröffentlichen Sie diese Regeln im Impressum.
  • Zur Glaubwürdigkeit gehören auch negative oder kritische Kommentare. Dabei ist negativ nicht für alle Zielgruppen negativ.
  • Editieren Sie Kommentare oder wollen Sie sich für Rechtschreibfehler fremdschämen? Ich würde fünf gerade sein lassen, ausser bei internen Kommentaren.
  • Werten Sie Ihre Kommentare aus: Welche Beiträge lösen Echo aus? Negatives, positives, konstruktives?

Für eine Ergänzung dieses Blogbeitrags: Unsere Kommentarfunktion folgt drei Zeilen weiter unten.

22.06.2010 | Beispiele, Social Media

Social Media touristisch nutzen

Social MediaWer als Standort plant, über Social Media zu kommunizieren, sollte einige Fragen klären und rasch Namen besetzen.

Das Standort Marketing nutzt die Social Media vor allem touristisch. (Die B2B-Kommunikation der Standortförderer läuft über andere Kanäle.) Touristiker, die sich in die Social Media stürzen wollen, sollten vorher entscheiden:

Absender
Was ist ein Standort oder eine Destination? Wer steht hinter den Social Media Aktionen: eine Vereinigung, eine Stadt, ein Kanton, eine Region oder ein Land? Côte d’Azur oder Nizza? Berner Oberland Tourismus oder die Gemeinde Interlaken? Der Empfänger will wissen, von wem die Information kommt.

Sprachen
Das beginnt beim Namen: Alsace oder Elsass oder beides? Wie suchen mich meine wichtigsten Zielgruppen? Und in welchen Sprachen kann ich Dialoge führen? Die Schweiz nennt sich auf Facebook viersprachig Suisse | Schweiz | Svizzera | Switzerland – falls sie Dialoge führen wollte, wäre mit diesen vier Sprachen nicht zu viel versprochen.

Positionierung
Sich als Destination in verschiedenen Ländern unterschiedlich zu positionieren, kann in den Social Media zu Problemen führen. Nur noch über die Sprachen können unterschiedliche Positionierungs-Schwerpunkte gestärkt werden. Sonst gilt: Alles für alle.

Alias
New York, New York oder Wallis / Valais? Praktisch, wenn der Name auch etwas über die Inhalte verrät. Für mich passt es gut, wenn bei New York, New York vor allem Fans schwärmen und «New York, New York» posten. Bei Wallis / Valais würde eine Ergänzung verraten, ob es hier um Touristisches oder um den politischen Kanton geht.

Für die Stadt Bern ist auf auf Facebook der Dampfer bereits abgefahren: Ein Schiff auf dem Thunersee hat den Namen besetzt. Und hinter den Tweets des Val Gardena steckt nicht das Tal, sondern ein Hotel.

Fazit
Für touristische Standorte gilt: Das Monitoring muss auch die Social Media umfassen. Und wir müssen nicht alle online Dialoge moderieren, aber die wichtigsten.

14.06.2010 | Kommunikation

Trendforschung: Technologie geht unter die Haut

monitoring-online-augeNils Müller, Gründer von TrendONE aus Hamburg, zeigt am SMG Forum in Bozen, wie sich Mensch und Technologie körperlich näher kommen.

Sein Auftritt am Jahresanlass der Südtirol Marketing Gesellschaft*, dem SMG Forum, ist mehr als Powerpoint/Keynote der Extraklasse. Nils Müller hat einiges für uns mitgebracht: Reelles, das er ins Publikum reicht, und anderes, das er multimedial vorführt. Viele der über 500 Zuschauer reden beim Apéro immer wieder über die Show und über das Präsentierte. Denn Nils Müller hat sich auch die Mühe gemacht, seinem Publikum, vor allem Touristikern, Werberinnen und PRlern zu zeigen, welchen Nutzen es von der technologischen Innovation haben könnte.

Wohlfühl-Scanner
Beispielsweise von Kameras, die Gesichter und Stimmungen erkennen. Sie könnten zeigen, wann und wo sich Kunden am wohlsten fühlen. Und wie wohl sich die Mitarbeitenden fühlen, wenn die Vorgesetzten nicht anwesend sind.

Praktische Beamer
Verspielt finde ich Papierkataloge, in die Bildschirme integriert sind – auch geeignet für einen Hotelrundgang. Technologisch gehobener ist der Mini-Beamer, der merkt, welche Zeitung ich lese und den zum Artikel passenden Film aufs Papier beamt. Was ich mir sofort wünsche, ist ein ins Handy integrierter Projektor. Aus dem Telefon ein Bild an die Wand zu beamen, das ist Komfort.

Verschmelzung Mensch-Maschine
Weiter führt Nils Müller vor, wie man eine Spielfigur mit Körperbewegung steuert, virtuell Kleider und Brillen anprobiert, wie Produkte zu Hyperlinks werden und Social Media-Profile Gesichtern zugeordnet werden. Er zeigt Riesen-Touch-Screens für die Fahrplanabfrage an der Haltestelle und Gegenstände, die sich durch Hirnströme bewegen lassen.

Gerufene Geister
Vieles aus dieser schönen neuen Welt macht Angst. Andererseits habe ich bereits Wünsche: eine persönliche Yoga-Trainerin im Bildschirm oder ein virtueller Chinesischlehrer, der nur mit mir Aussprache übt. Und Körperbehinderte könnten Prothesen mit Gedanken steuern.

Machbares vom Wünschenswerten zu unterscheiden und beides zu steuern, wird uns genauso wie die Technik selbst weiterhin beschäftigen.

*) Das Forum der Südtirol Marketing Gesellschaft (Kunde von Bernet_PR) fand am 10. Juni statt.

Hotel-Bewertungsplattformen: Nur für Motzer?

HotelsterneNicht nur Hotels dürfen bewertet werden. Auch die Bewertungsplattformen verdienen eine Bewertung. Ein STW-Podium zeigte, dass es Hotels, Reiseveranstaltern und Nutzenden dient, das Profil des Bewertenden zu kennen.

Zwei Seiten standen sich auf dem Podium des Swiss Travelwriters Club (STW) gegenüber: Die unbedingten Befürworter vertreten durch Ulrich Cramer, Mediensprecher Holidaycheck und Nils Conradi, in der Einladung als heavy user bezeichnet .

Als notwendiges Übel sehen offene Bewertungsplattformen Erich Mühlemann, Leiter Vögele Reisen, und Thomas Frei, Gastgeber Bernerhof, Gstaad.

Einigkeit herrschte darüber, dass die Qualität der Bewertung sichergestellt sein muss. Und Uneinigkeit, was es dafür braucht. Wann darf man ein Hotel bewerten: Wenn man drin war? Dort geschlafen hat? Die Speisekarte durchgegessen hat?

Bewertende sind subjektiv und die wenigsten sind Profis. Gemäss Ulrich Cramer bewerten die meisten nur einmal jährlich. Partygänger haben dabei andere Kriterien als Familien oder Kulinariker. Überrascht hat mich, dass vor allem 4- und 5-Stern-Häuser bewertet werden. Diese Tatsache und dass schlecht bewertete Hotels nicht mehr verkauft werden, führt laut Erich Mühlemann, dazu, dass diese ganz aus dem Blickfeld rücken: Weniger Bewertungen, weniger Buchungen, noch weniger Bewertungen …

Nils Conradi will vor allem den Markt scannen. Für ihn zählt nicht, ob ein Angebot gut oder schlecht ist, sondern ob es für seine Bedürfnisse richtig oder falsch ist.

Die Anbieter fühlen sich den Plattformen ausgesetzt. Für sie sind die Kriterien zu wenig klar. Dem mit eigenen Plattformen zu begegnen scheint mir wenig sinnvoll: Die Nutzenden werden kaum Lust haben, sich viele Zwerg-Webseiten von Hoteliers oder Tourismusverbänden mit je eigenen Kriterien – und eigener Subjektivität – anzusehen.

Bei der Schlussfrage von Moderator Andreas Güntert wurde wieder einmal klar: Die Nutzenden verhalten sich höchst unterschiedlich. Die einen durchpflügen nächtelang Bewertungsplattformen um den perfekten Urlaub zu organisieren, andere wählen eine Marke, die sie kennen oder sehen sich vor allem die Webseite des Hotels an. Manche buchen nach dem Reisebericht einer Zeitung. Bei mir selbst stelle ich fest, dass diese Verhaltensweisen kombinierbar sind. Und morgen sind vielleicht schon Facebook, Twitter und Co. meine Entscheidungshilfe.

Bewertungsplattformen: Tripadvisor, Holidaycheck

Reiseplattform: Guide oder Misguide?

Chinesische Maske (www.china-guide.de)Eine Schweizer Konsumentenzeitschrift empfiehlt Reisenden www.china-guide.de. Die Infos dort sind wertvoll, aber «zugemüllt» mit Werbung.

Die Landung auf der Landing Page gelingt kaum: Zuoberst läuft ein animierter Streifen zu Velosport in – Flims. Auf die schmale Menuleiste darunter folgt ein breiter Balken Adwords. Auf das ansprechende Chinabild folgen Adwords und die rechte Menuleiste bietet weiteren kommerziellen Partnern Platz. Mit dem Notebook-Bildschirm sehe ich nach dem Klick in die Unternavigation noch nicht einmal einen Anriss des gesuchten Textes.

Schade um die guten Infos zu China. Dabei wäre die Webseite leicht zu verbessern:

  • Mit einem Titel: Wie heisst die Seite, auf der ich gelandet bin? Weiter eine klare und einfach zu findende Absenderangabe. Wer steht hinter einem Portal und warum?
  • Der Hauptinhalt muss dominieren. Das wünsche ich mir auch als Werbekunde.
  • Die Werbung soll zum Inhalt oder den Interessen der Zielgruppe passen. Mich befremdet: China + Zahnersatz + Mikroformteile + Geburtsvorbereitung + Bauchfett weg.

Entweder hatte die Redaktion der Konsumentenzeitung in diesem Fall andere Vorlieben als ich oder keine Zeit zur Recherche.

Übrigens: Die Swiss Travel Writers (STW) führen am 31. Mai eine Podiumsdiskussion zum Thema «Touristische Bewertungsplattformen – was sind sie wert?» durch. Ich bin gespannt; mein Blog folgt Anfang Juni.

03.05.2010 | Kommunikation

Geschäftsberichte: Eine subjektive Wertung

Geschäftsberichte wirkenDer Frühling bringt die Geschäftsberichte. Die Wertungen aus meiner Zufallsauswahl zeigen: You never get a second chance to make a first impression.

Das Wichtigste steht im Zahlenteil, aber bis die entsprechenden Seiten eines Geschäftsberichts gefunden sind, ist der erste Eindruck schon Vergangenheit.

Titelbild
Es muss sofort wirken, es muss zum Unternehmen passen, zu einem Geschäftsbericht und zum Jahresthema. Schade, wenn ein schönes Foto von anderen Elementen konkurrenziert wird. Beispielsweise stört mich bei der Basler Kantonalbank das Kästchen rund ums Logo. Weniger gestylt ist der Bericht der Thurgauer Kantonalbank, sie zeigt dafür auf dem Titel ihre Lehrlinge. Man schaut hin: Kenne ich da jemanden?

Format
Ich stehe auf A4 und A4 und A4. Eine Ausnahme mache ich für den Novartis-Bericht. Weil hier Schwarzweiss-Fotos zusammen mit einem klassischen, leicht altmodischen Layout einheitlich, kompakt und überzeugend wirken. Das Produkt ist in sich stimmig, das Sonderformat keine modische Spielerei.

Papier
Wenn hochwertig zum Unternehmen passt, warum nicht hochwertiges Papier? Achtung bei getöntem Papier: Es verschlechtert die Kontraste und ist weniger lesefreundlich. Die derzeit beliebten matten Papiere schlucken viel Farbe. Wer die Entstehung eines Geschäftsberichts am Bildschirm begleitet, muss sich darauf einstellen, dass die Fotos gedruckt stumpfer wirken.

Satzspiegel
Abschreckend finde ich einspaltig über die ganze A4-Seite. So wirken Bleiwüsten noch wüster. Und bitte nicht zu viele verschiedene Schriften in verschiedenen Grössen, Farben und vielleicht noch vertikal einsetzen.

Ungewöhnliches und Spielereien
Beispielsweise erleichtern Register bei der Liechtensteinischen Landesbank die Suche. Bei den Scherenschnitten, verschiedenen Papiergrössen und erhabene Schriften weiss ich aber nicht, wozu sie dienen. Zudem konkurrenzieren sich die verschiedenen Elemente.

Aufteilung und Umfang: Swisscom schickt eine dicke Kassette: Sie enthält den eigentlichen Geschäftsbericht, ein dem Zirkus Knie gewidmetes Heft und noch «Swisscom in Kürze». Mir ist das zuviel. Auch der Coop-Bericht zerfällt in Teile. Überzeugender finde ich die Lösung der Luzerner Kantonalbank: zwei Bücher – mit Farbfoto auf dem Textteil und grauem Foto für den Finanzbericht. Die Tendenz zu dünneren Berichten ist erfreulich. Ausführliche (Finanz-)Infos gibt es zunehmend auf dem Web.

Nur elektronisch: Die Migros berichtet erstmals nur elektronisch. Die einzelnen Elemente wie ein Kalender mit den Highlights, Videos oder Grafiken sind gut gemacht. Insgesamt hatte ich aber den Eindruck: «Wir zeigen der Welt, was ein elektronischer Geschäftsbericht alles kann.» Daraus ist eine unübersichtliche Sammlung geworden. Wer gute Ideen für einen elektronischen Bericht sucht, der findet bei der Migros eine gut gefüllte Schatzkiste.

Empfehlungsmarketing im grossen Stil

EmpfehlungsmarketingProcter & Gamble führt mit Tremor eine Firma, die das Weitersagen organisiert. Sie bewirtschaftet Datenbanken beispielsweise mit Adressen junger Frauen, die Produkte testen, bewerten und weiterempfehlen.

Willige Nutzerinnen melden sich bei Vocalpoint an und erhalten dann Testpakete mit Konsumgütern. Fürs Feedback sind unter dem Produktnamen eigene Plattformen eingerichtet, sei dies für eine Zahnpasta, für Waffeln oder Putzmittel. Zur Belohnung gibt es kleine Geschenke, die wieder bewertet werden können. Der Kreislauf beginnt von Neuem.

Tremor, obwohl eine P&G-Tochter, bietet seine Dienstleistungen und vor allem seine Buzzer (so heissen die Weitersager) auch Dritten an. Immerhin haben sich auf Vocalpoint rund 500 000 junge US-Mütter registriert.

Tremor bewirtschaftet auch eine Datenbank mit Jugendlichen. Deren Eltern sind allerdings nicht immer begeistert und werfen P&G Manipulation vor.

Wer in der Schweiz Produkte bewerten will, kann sich bei der Konkurrenz anmelden. buzzer.biz sucht seit einigen Monaten Tester. Die Optik der Webseite schreckt mich aber ab.

Aus Marketing-Sicht bietet das Sampling über registrierte Nutzerinnen gegenüber dem wahllosen Verschenken von Mustern im Einkaufscenter Vorteile: Die Zielgruppe passt zum Produkt, sie ist erklärtermassen bereit zu testen und hat Möglichkeiten zum Dialog: mit dem Hersteller und mit anderen Konsumentinnen.

08.04.2010 | Kommunikation, Tools

Präsentieren: Start mit System

PräsentierenDas 4-Stufen-Modell für die machtvolle Einleitung einer Präsentation überzeugt. Wie oft scheitert doch ein Referat schon durch den Fehlstart.

Gelehrt werden die vier Stufen von Oliver Schroeder am MAZ in Luzern. Schablonenhaft fand ich das Prinzip zuerst. Ein Test hat mich von der Vorgehensweise überzeugt. Denn nach der Vorbereitung fühlte ich mich auch mental gerüstet.

1. Einstiegsidee und Begrüssung
Die Zuhörer müssen sich auf den Vortragenden einstellen. Wer ist das? Wie schaut der aus? Wie redet die?
Gewinnen Sie Aufmerksamkeit mit einer Geschichte, einem mitgebrachten Gegenstand, einer Zeichnung – mit etwas, das zum Thema passt und zu Ihnen.

2. Das Thema und ich
Sagen Sie, warum gerade Sie hier stehen und präsentieren. Was verbindet Sie mit Ihrem Thema: Erfahrung, Wissen oder Leidenschaft?

3. Fahrplan
Über was werden Sie reden. Und: Wie lang oder kurz. Steuern Sie die Erwartungen.

4. Nutzen und Zielsatz
Was bringt es, Ihnen zuzuhören? Warum soll Ihr Publikum 10 Minuten oder gar Stunden einsetzen für Ihre Präsentation?

Warnung: Die Auseinandersetzung vor allem mit dem 2. und 4. Punkt kann dazu führen, dass Sie mehr als Ihre Präsentation ändern müssen.

Machtvoll Einleiten

Tipps rund ums Präsentieren:
Versuche nicht wie Steve zu sein
Lieber Skript als Folien?
Steve Jobs: Storyteller Nr. 1
Anstoss-Newsletter: Einfache Tipps für bessere Präsentationen

Was ist eigentlich: …Echtzeitsuche?


Echtzeitsuche
Echtzeitsuche oder Real-time search bedeutet, dass Web- und Social Media-Seiten im Such-Zeitpunkt ausgewertet werden. Die bekannten Suchmaschinen haben die Funktion bereits integriert, einige vorerst nur in Englisch.

Weil die Suche auch Social Media, also Blogs oder Twitter umfasst, zeigt sie, welche Themen jetzt gehandelt werden. Google berücksichtigt zudem Facebook, allerdings nur Seiten, die von berühmten Menschen, Marken oder Unternehmen mit mehr als 5000 Fans stammen, keine Updates normaler Nutzer.

Unseren Test hat die Google-Echzeitsuche bestanden: Das älteste Ergebnis war 35 Sekunden alt – bis wir es gelesen hatten bereits eine Minute. Das Bild unten zeigt, wie man bei Google auf die Echtzeitsuche kommt.

Google Echtzeitsuche Beispiel

Die Bedeutung für die Unternehmenskommunikation kopiere ich bei PR-Blogger Klaus Eck: «Sie muss noch schneller werden und direkt auf die Kundenkommunikation im Real-Time-Web reagieren (lernen).»

Noch mehr bedeutendendes und unbedeutendes Gezwitscher wird unsere Nerven noch häufiger zum Flattern bringen: angemessen handeln oder angemessen nicht handeln? Und dabei ist das «Jetzt» erneut kürzer geworden und nach 35 Sekunden schon alt.

zum Beitrag Echtzeit-Web an der LeWeb09

17.03.2010 | Kommunikation

Abstimmungskampagnen mit wenig Wirkung

Collage Politische Plakate von politischesplakat.blogsport.deDer Politologe Hanspeter Kriesi hat untersucht, ob und wie Abstimmungskampagnen das Schweizer Stimmvolk beeinflussen. Seine Aussage: «Je intensiver eine Kampagne geführt wird, umso besser orientiert stimmen die Leute ab.»

Kriesi glaubt, dass Fernsehen, Zeitungen, Internet und Inserate das Stimmvolk stärker beeinflussen als Plakate. Umstimmende und manipulierende Effekte stellt er selten fest.

Das für die Kampagne eingesetzte Geld bestimmt den Ausschlag dann, wenn die Volksentscheide knapp gefällt werden. Für den Abstimmungserfolg ist gemäss Kriesi entscheidend, welche Koalitionen dahinter stehen und weniger die Kampagne.

Eine Zwickmühle sind die provokativen Plakate der SVP. Die anderen Parteien können sie ignorieren und «damit stillschweigend legitimieren» oder sich distanzieren und eine öffentliche Diskussion auslösen, wie in der Vergangenheit geschehen.

Ein Trend zu professionell geführten Kampagnen jenseits der SVP zeichnet sich gemäss der Studie nicht ab. Ich vermute, dass Kriesi hier irrt: Über Social Media können professionelle Kampagnen auch von denen betrieben werden werden, denen weniger Geld zur Verfügung steht. Eine Strategie, gute Ideen und Zeit braucht es natürlich weiterhin.

Interview mit Hanspeter Kriesi

01.03.2010 | Kommunikation

Corporate Social Responsability: Den Verbrauchern egal?

Institut für Marken- und KommunikationsforschungWeil Nachhaltigkeit Mode ist, hat die Corporate Social Responsabilty, CSR, an Bedeutung gewonnen. Forscher der deutschen Justus-Liebig-Universität behaupten nun, dass es den Konsumentinnen und Konsumenten egal ist, ob ein Unternehmen soziale Verantwortung übernimmt.

Beispielsweise wollen in Befragungen 50 Prozent umweltverträgliche Putzmittel. Im Supermarkt entscheiden sich aber nur noch 5 Prozent dafür. Auch bei Telefonen oder Kleidern gilt: Im Laden zählen Design und Preis mehr als Sozial- oder Umweltverträglichkeit.

Ganz für die Katz oder den Regenwald muss CSR trotzdem nicht sein. Die Forscher sehen drei wirkungsvolle Strategien:

  • CSR ist mit der Markenidentität verbunden, wie bei Bodyshop.
  • Gesellschaftliches Engagement wirkt ergänzend; Beispiele sind Volvic oder Krombacher.
  • Es ist den Verantwortlichen eines Unternehmens einfach wichtig, so wie das bei Würth der Fall ist. An Profit im Schraubengeschäft denkt man beim kulturellen oder sozialen Einsatz weniger.

Für mich gibt es noch ein weiteres Argument: Vielleicht bringt es Organisationen nicht viel, sich zu engagieren. Aber es kann teuer werden, sich nicht zu engagieren. Skandale um Lösungsmittel, Kinderarbeit oder abgeholzte Wälder schaden der Reputation nachhaltig. Und ich empfehle nicht, CSR einzig über das Risk Management zu steuern.

14.02.2010 | Kommunikation

Internationale Verständigung mit Globish

Globish-Logo

Ein französischer Manager war in internationalen Geschäften oft erfolgreicher als seine amerikanischen Kollegen: Sein simples Englisch war verständlicher.

Aus dieser Erkenntnis entwickelte Jean-Paul Nerrière Globish. Damit die Verständigung zwischen Koreanern, Chileninnen und Nigerianern in Globish klappt, beschränkte er den Wortschatz auf rund 1′500 Wörter und setzte einige Regeln fest:

  • kurze Sätze
  • kein Humor, keine Klischees
  • keine Metaphern (Lebensabend, Flussbett)
  • keine Idiome (die Beine in die Hand nehmen)
  • keine Abkürzungen

(Obige Regeln gelten bisweilen auch in der einfachen Kommunikation zwischen Menschen gleicher Sprache, beispielsweise wenn die Zeit oder der Platz knapp sind.)

Die Globish-Grammatik entspricht dem Standardenglisch, aber es gibt nur sechs Zeiten. Interessant auch, dass ein Wort wie «aunt» in Globish nicht existiert. Denn es kann gut ersetzt werden: Vaters/Mutters Schwester. Zudem unterscheiden viele Kulturen zwischen einer Tante väterlicher- und mütterlicherseits.

Nerrière bezeichnet Globish nicht als Sprache, sondern als Werkzeug. Die kulturellen Sprachen und gerade Standard-Englisch will er damit nicht ersetzen. Auch eigne sich Globish nicht für schwierige Verhandlungen; hier sollen Dolmetscher zum Zuge kommen.

Gerade für uns priviligierte Germanophone ist es interessant, sich den Zugang anderer Zungen zum Englischen bewusst zu machen: Damit wir daran denken, im internationalen Gespräch nicht mit Eleganz, sondern mit Verständlichkeit zu punkten.

Wortschatz Globish
brand eins 12/09

08.02.2010 | Kommunikation, Tools

Gut reden ist Gold: Rhetorik-Tipps

Sprechender MundWir alle kommen in die Situation, in der wir vielleicht nicht müssen, aber doch sollten: Eine Rede halten. Hier Tipps, die eine Rede besser machen.

Vieles an einer guten Rede ist nicht Brillanz, sondern solides Handwerk. Und das ist lernbar.

Inhalt
So persönlich wie möglich. Erzählen Sie eine Geschichte und nicht etwas Allgemeines über die Ehe, das neue Projekt oder das Älterwerden. Welche Ihrer Geschichten steht symbolisch für das Ganze? Wie hat das Team die Schwierigkeiten überwunden? Welches Erlebnis mit der geehrten Person hat Sie am meisten berührt?

Aufbau
Gliedern  Sie Ihre Rede – mit Einleitung und Schluss, Ober- und Unterkapitel. Legen Sie fest, ob Sie vorlesen oder nach Stichworten sprechen. Wenn Sie Mundart reden, erzählen Sie Ihre Rede ohne Manuskript in Mundart (Ihrer Mutter oder dem Göttibueb) und schreiben sie so auf.

Einfachheit
Wenn Sie zu einem gemischten Publikum sprechen, halten Sie sich an die Regel «einem zehnjährigen Kind etwas erklären». Wenn Sie zu einem gebildeten Publikum sprechen: Gehen Sie nicht davon aus, dass alle soviel über Musik, Informatik, Politik, Geschichte oder Sport wissen, wie Sie.

Benutzen Sie so kurze Wörter und Sätze wie möglich (schon im Skript). Es braucht nur wenige längere Wörter und Sätze um Monotonie zu verhindern. Haben Sie keine Angst, sich zu wiederholen. Benutzen Sie immer das gleiche Wort für die gleiche Sache. Wiederholen Sie unbekümmert Wichtiges oder Schwieriges.

Länge
Überschreiten Sie die Zeit nicht. Wenn Sie fünf Minuten Zeit haben, reden Sie vier. Das freut Ihr Publikum. Im besten Fall bedauert es, dass Sie schon fertig sind. Damit Sie die Länge im Griff haben, müssen Sie die Zeit stoppen. Und dann das Unwichtigste streichen, auf Unnötiges verzichten oder sich von einer überflüssigen Pointe verabschieden – meist in mehreren Durchgängen.

Üben
So oft wie möglich. Sie können sich auch selbst anhören. Die meisten Mobiltelefone haben eine Aufnahmefunktion. Aber machen das nur, wenn Sie Ihre Stimme schon von Aufnahmen kennen.

Zu guter Letzt
Sagen und tun Sie nur Dinge, die zu Ihnen passen.

Dieser Blog mit besonderem Dank an die Gruppe des Kurses Rhetorik und Moderation beim MAZ und Thomas Kropf, SR DRS.

Tipps rund ums Präsentieren
Versuche nicht wie Steve zu sein
Lieber Skript als Folien?
Keynote_08
Steve Jobs: Storyteller Nr. 1
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Kontrolle übers Denken zurückgewinnen

schirrmacher_payback_coverFrank Schirrmacher schreibt in seinem neuesten Buch Payback «Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen.»

Eine Welt ohne Computer kann sich auch Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, nicht vorstellen. In diesem Buch zeigt er, wie wir uns im Google-Facebook-Twitter-Zeitalter ständig ablenken lassen. Dass wir eine emotionale Beziehung zu unseren technischen Begleitern entwickeln. Und dabei laufend Persönliches preisgeben.

Amüsant und gut verständlich ist sein Junkfood-Vergleich. Ohne zu moralisieren erklärt er anhand der Hirnforschung, wie Verführung online funktioniert. Die Online-Welt ist eine «All-you-can-read-Welt». Also müssen wir Wege finden, um uns nicht ständig zu überfressen. Und die gleichzeitige, geistige Mangelernährung verhindern.

Schirrmacher schildert Situationen, die wir Online-Junkies täglich erleben. Er überzeugt, weil er nicht schwurbelige Verschwörungstheorien pflegt, sondern eine Entwicklung aufzeigt, die niemand wirklich kontrolliert.

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