Fummeln im Web

Wie nutzen die «Digital Native», die bereits mit dem Internet aufgewachsen sind, Social Media? Studien zeigen: Jugendliche fummeln oberflächlich im Web, sie sind keine Experten.
Wir «Alten» halten das Internet für ein revolutionäres Medium, schwärmen von den Segnungen des Blogs und twittern um die Wette. Jugendliche sind happy, wenn ihre Freunde in Reichweite sind und bei YouTube die Videos nie ausgehen. Anders als für die «Digital Immigrants» ist das Internet für Jugendliche weder Faszination noch Lifestyle – sondern einfach Mittel zum Zweck, ein Werkzeug. Statt vom Web sprechen sie von Google, YouTube und Facebook. Sie «gehen» nicht ins Internet, sondern sie sind «on» oder «off» – für ihre Freunde erreichbar oder nicht. Sehr unterhaltsam fasst der Artikel Null Blog auf spiegel.de diese Erkenntnisse aus verschiedenen Studien zur Internetnutzung von Jugendlichen zusammen.
Beziehungspflege steht im Vordergrund
Besonders umfassend hat das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg die Rolle von Web 2.0-Angeboten im Alltag von Jugendlichen untersucht (Zusammenfassung der Studie Heranwachsen mit dem Social Web als PDF-Download oder Präsentation auf Slideshare). Gemäss dieser repräsentativen Studie von 2009 dient das Internet vor allem der Freundschaftspflege. Für die Jugendlichen ist das Beziehungsmanagement in Netzwerken das wichtigste Motiv der Social Web-Nutzung. Sehr selten ist der Typ des experimentierenden Selbstdarstellers (3 Prozent), der kreativ mit dem Social Web umgeht und eigene Inhalte schafft (z.B. Video drehen).
Wenige wollen aktiv mitmachen
So sind die meisten Jugendlichen nicht besonders geschickt im Umgang mit den digitalen Medien. Das Einzige, was Jugendliche den Älteren voraushaben, ist ihre Unbefangenheit am Computer. «Fummeln können sie», zitiert spiegel.de den Hamburger Bildungsforscher Rolf Schulmeister. «Sie bringen jedes Programm zum Laufen, und sie wissen, wo sie sich Musik und Filme besorgen können. Aber wirklich gut darin ist auch nur eine Minderheit.»
Gemäss der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie 2010, die auf Interviews mit 1800 Personen beruht, nutzen gerade mal 9 Prozent der 14- bis 19-Jährigen Twitter «zumindest selten». Die meisten bleiben passiv und melden sich selbst nicht zu Wort auf Twitter, in Blogs, auf Wikipedia oder YouTube. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt das Interesse an aktiver Beteiligung im Internet sogar – in allen Altersklassen. 2009 äusserten noch 13 Prozent der Befragten eine gewisse Bereitschaft, auf Online-Plattformen mitzuwirken; 2010 sind es nur noch 7 Prozent. Unter den 14- bis 19-Jährigen sank die Zustimmung von 49 auf 35 Prozent; bei den 40- bis 49-Jährigen nahm sie sogar von 28 auf 12 Prozent ab (Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie zur Web 2.0-Nutzung als PDF-Download).








Kaum ein Schweizer Museum nutzt Social Media, dabei gibt es gute internationale Beispiele. Eine kurze Übersicht der Einsatzmöglichkeiten.
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