Lilly AndereggLilly Anderegg

Beraterin

Lic. phil. Publizistik, CAS Professionelle Medienarbeit, Agentur- und Verlagserfahrung, Verantwortliche interne Kommunikation und Kommunikationsanalystin. Sucht Abwechslung und Herausforderung gerne auf Afrikareisen.

Beiträge von Lilly Anderegg:

09.03.2010

Fasten fürs Gehirn

SprechblaseWir haben es verlernt, uns zu konzentrieren. Still zu sitzen und zu denken, ohne für eine Maschine erreichbar zu sein, ist fast unmöglich geworden.

Wir reagieren auf das klingelnde Handy, auf Gespräche, auf alles, was um uns herum passiert. Nichts müssen, aber alles können – damit hat Ikea vor Jahren Werbung gemacht. Der Spruch ist mir geblieben, das «müssen» leider auch. Aber ich bin nicht alleine. Immer häufiger stosse ich auf Stimmen, die Ferien vom Lärm und Entschleunigung einfordern.

Spannend daran finde ich den Gedanken, dass Kreativität und Entwicklung nur in Phasen der Ruhe möglich sind. Geht es nur mir so, dass ich mich vom Datenstrom abhängig fühle wie eine Süchtige: gleichsam gereizt und gehetzt? Um Sie nicht zu überfordern, setze ich darum hier und jetzt einen Punkt. Und lasse andere weiterreden, während ich mich mit Ohropax zurückziehe. Ruhe.

Die spannendsten Zitate zum Thema:

Frank Schirrmacher (Tages-Anzeiger, 29.11.2009):

  • Multitasking ist die schlimmste Praxis unserer Zeit. Sie vermanscht das Gehirn.
  • Wenn Sie keine SMS mehr schreiben und kein Internet mehr benutzen, dann partizipieren Sie nicht mehr an der Welt.
  • Das Lesen auf dem Papier wird eine ganz neue Rolle bekommen: Es wird eine therapeutische Funktion haben – in der Wirkung das Hirn verbessern.

Ernst Pöppel (Zeit Online, 18.02.2010):

  • Viele Menschen haben es verlernt, die Stille als das zu begrüssen, was sie ist: eine Erholungsreise für das Gehirn.
  • Wenn ganz Deutschland jeden Tag für eine Stunde nicht kommunizieren würde, dann hätten wir den grössten Innnovations- und Kreativitätsschub, den man sich vorstellen kann.

Alain de Botton (The School of Life, 01.03.2010):

  • To sit still and think, without succumbing to an anxious reach for a machine, has become almost impossible.
  • We are continuously challenged to discover new works of culture – and in the process don’t allow any one of them to assume a weight in our minds.
  • The need to diet is something we have to relearn in relation to knowledge, people and ideas. We require periods of fast in the life of our minds no less than in that of our bodies.

Fühlen Sie sich von der unendlichen Fülle an Informationen unter Druck gesetzt, weil Sie glauben, Sie müssen sie alle aufnehmen, um in Ihrem Job Schritt zu halten? Erfahren Sie nächste Woche an dieser Stelle, ob Sie E-Mail-süchtig sind – und was sie dagegen tun können.

Mehr zum Thema im bernetblog:

Kontrolle übers Denken zurückgewinnen, 25.01.2010
Zählen Sie schon die Tweets bis zum Wochenende?, 23.07.2009
Stille: 5 Tipps zum Abschalten, Anstoss-Newsletter, 11.2008

04.03.2010

Vom Social Web zum Erfinder-Web

IdeeKreativität ist ja nicht jedermanns Sache. Eine gute Möglichkeit, den Ideenfluss trotzdem in Gang zu setzen, ist Atizo.

Momentan ist das Internet vor allem eine immer grösser werdende Menge an Informationen. Diese Masse an Daten in neue Ideen umzuwandeln wird eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre sein, ist Kreativitätsforscher Edward de Bono überzeugt.

Crowdsourcing macht’s möglich
Mit dem Aufschwung des Web 2.0 erlebt der freie Wissenstransfer zwischen Unternehmen und dem Rest der Welt seinen Durchbruch. Soziale Internet-Netzwerke sind in der Lage, Menschen mit ähnlichen Interessen oder schlicht Probleme und Problemlöser zusammenzubringen, siehe Artikel Genies für lau (WirtschaftsWoche). Auf der Schweizer Innovationsplattform Atizo etwa können Unternehmen Fragestellungen ausschreiben. Die Besucher von Atizo antworten mit eigenen Ideen oder bewerten die bereits gesammelten Vorschläge. Zum Beispiel fragt die Kiosk AG wie der Kiosk der Zukunft aussehen könnte, Caotina interessiert sich für die Vermarktung ihres Schokoladendrinks und BioSuisse sammelt Ideen für Convenience-Bioprodukte.

Wie funktioniert das Public-Online-Brainstorming?

  1. Unternehmen formulieren ein Ideen-Briefing und legen eine Prämie fest.
  2. Die User sammeln möglichst viele Vorschläge, sie diskutieren und bewerten die Einfäll untereinander.
  3. Unternehmen wählen die besten Ideen aus und verteilen die Prämie. Einzelne Vorschläge können bei Bedarf in geschlossenen Teams online weiterentwickelt werden.

Atizio Innovationsprozess

Kreativitätsspritze Atizo
Mir hilft Atizo, selbst auf Ideen zu kommen. Wenn ich mich durch die verschiedenen Projekte und Lösungsvorschläge lese, kommen mir dabei die besten Ideen für meine eigenen Projekte. Das geht auch ohne (kostenlose!) Registrierung.

Start-up aus Bern
Atizo wurde 2008 von Absolventen der Universität Bern gegründet. Seither hat Atizo über 50 Projekte durchgeführt und zählt rund 6’000 registrierte User. Im Unterschied zur Bieler Brainstore findet die Ideensuche bei Atizo nur über das Internet statt.

Weiterführende Artikel:
- Der Bund: Die Ideensammler aus Bern (09.02.10)
- io new management: Die Kreativität steigern: Open Innovation mit Web Communities (21.05.09)

11.02.2010

Anstoss-Newsletter: Wikipedia – Mitmachen, Mitschreiben, Mitverfolgen

WAnstoss-Newsletter: Wikipediaie schreiben Sie einen Eintrag auf Wikipedia? Was ist relevant für die Online-Enzyklopädie? Unser Anstoss-Newsletter gibt Tipps und Hintergründe zu Wikipedia.

Obwohl sich jeder für die Gruppe der Wiki-Autoren bewerben kann, ist es nicht so einfach, einen Eintrag zu erstellen. So frustrierend das manchmal ist, so wichtig ist dieser Selbststeuerungsprozess, damit Wikipedia überhaupt funktioniert. An welche Regeln Sie sich halten müssen, zeigt der aktuelle Anstoss-Newsletter. Ein Auszug:

In fünf Schritte zum eigenen Eintrag:

1. Werden Sie Wikipedianer
Registrieren Sie sich mit einem Benutzernamen mit transparenter Angabe des Absenders und hinterlassen Sie Spuren. Als aktiver registrierter Benutzer erwerben Sie sich mit der Zeit eine Reputation. Andere Wikipedianer werden eher bereit sein, Sie in Ihren Reihen aufzunehmen.

2. Seien Sie relevant
Beschränken Sie sich auf das Wichtigste und achten Sie auf die Wikipedia-Relevanzkriterien, sozusagen die Bibel von Wikipedia (und interessant zu studieren!). Es gibt spezielle Kriterien für Adelseinträge, Architekten, Brauereien etc. Brauereien sind beispielsweise dann relevant, wenn sie 100 Jahre ununterbrochene Brautätigkeit nachweisen können.

Relevant ist Ihr Unternehmen in jedem Fall, wenn Sie eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Jahresumsatz über 150 Millionen CHF
  • mindestens 1000 Vollzeit-Mitarbeiter
  • mindestens 20 Niederlassungen
  • börsenkotiert

Nichts dabei? Ein Eintrag ist auch gültig, wenn Ihr Unternehmen besonders innovativ ist oder eine marktbeherrschende Stellung hat. Vielleicht hat bereits jemand eine Doktorarbeit oder ein Buch über Ihr Unternehmen geschrieben? Das erhöht Ihre Chancen.

3. Schreiben Sie objektiv
Texten Sie aus neutralem Standpunkt. Werbefloskeln haben in einer Enzyklopädie nichts zu suchen. Beschönigen Sie nichts. Wikipedia ist weder Ort zur Selbstdarstellung noch die Gelben Seiten. Die Angabe von Postanschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adressen oder Ansprechpartnern ist unerwünscht. Das gilt auch für Anfahrtsbeschreibungen und Öffnungszeiten. Ein Link zur Internetpräsenz ist jedoch üblich.

4. Fakten, Fakten, Fakten
Blosse Behauptungen werden nicht akzeptiert. Belegen Sie Ihre Aussagen mit Fakten, am besten mit einem Verweis auf eine objektive Print- oder Online-Quelle. So wirkt Ihr Text glaubwürdig und wird nicht als Werbebroschüre wahrgenommen.

5. Steter Tropfen höhlt den Stein
Die Gunst der so genannten «Lösch-Trolle» ist mitunter willkürlich. Wenn der Administrator noch nie von Ihrem Unternehmen gehört hat, nützt auch ein Artikel im Spiegel oder in der Neuen Zürcher Zeitung nichts. Versuchen Sie es wieder, diskutieren Sie mit, bleiben Sie hartnäckig. Auf der deutschsprachigen Plattform werden täglich rund 1000 neue Einträge publiziert – und 500 Einträge wieder gelöscht.

Im aktuellen Anstoss-Newsletter lesen Sie weitere Tricks, wie das Mitmach-Lexikon funktioniert und wie Sie relevante Inhalte mitverfolgen. 115 Unternehmen im Raum Zürich sind heute bereits mit eigenem Eintrag auf Wikipedia vertreten – findet man auch Sie bald in der Online-Enzyklopädie?

20.01.2010

Mindmaps online erstellen

MindomoÜber die Website mindomo.com lassen sich unkompliziert Mindmaps erstellen, editieren und austauschen.

Als Prüfungsvorbereitung, für ein Inhaltsverzeichnis oder eine Projektarbeit – es gibt Leute, die schwören auf Mindmaps. Ich gehöre nicht dazu. Doch manchmal komme ich auch nicht darum, zum Beispiel beim Erstellen einer Seitenstruktur für ein Internetprojekt. Dabei bin ich auf Mindomo gestossen – wahrscheinlich die beste kostenlose Software, um online Mindmaps zu erstellen und zu nutzen. Und wenn ich das sage, wie muss es da erst heavy Mindmap-Usern gehen … Jedenfalls bedient sich das Tool sehr intuitiv und einfach, man braucht dazu nur eine Internetverbindung. Anordnungen, Formen, Farben, zusätzliche Verbindungen usw. sind frei veränderbar. Fotos, Grafiken, Links und auch längere Textnotizen können einfach eingefügt werden.

Funktionalitäten von Mindomo im Überblick

Ich verwende die kostenlose Basic-Version von Mindomo, das reicht bereits für die meisten Zwecke (die Premium-Version kostet 6 USD pro Monat).

Funktionsumfang Basic-Version:

  • 7 Private Mindmaps können abgespeichert werden (Registration erforderlich)
  • Export als Bild (gif, jpg, png), PDF oder URL
  • Benötigt den Adobe Flash-Player

Mit meinem Benutzernamen und Passwort kann ich überall unkompliziert auf das Programm und meine abgespeicherten Mindmaps zugreifen. Ein grosser Vorteil von Mindomo bei der Projektarbeit liegt darin, dass ich weitere Personen berechtigen kann, auf meine Mindmaps zuzugreifen (und sie zu bearbeiten). Das ermöglicht das Erstellen von Mindmaps online im Team – unabhängig von Ort und Zeit. Mindomo müsste nur noch das Design der Benutzeroberfläche attraktiver gestalten, und ich entwickle mich doch noch zum heavy Mindmap-User.

16.12.2009

Je mehr Klicks, desto mehr $?

dollar-zeichenHeute muss ja alles messbar sein, wir PR-Leute können ein Lied davon singen. Mit ValuateMySite.com lässt sich jetzt auch der Geldwert von beliebigen Internetseiten berechnen.

Haben Sie sich jemals gefragt, wie viel Ihre Internetseite wert ist? ValuateMySite.com berechnet den Wert von Internetseiten:

  • Amazon.com: 340,512,336 USD
  • Facebook.com: 340,512,336
  • Blick.ch: 572,027 USD
  • Tagesanzeiger.ch: 383,656 USD
  • NZZ.ch: 284,273 USD
  • Bernet.com: 49,383 USD

Interessant, dass Blick.ch deutlich mehr wert ist als der Internetauftritt des Tages-Anzeigers oder der Neuen Zürcher Zeitung. Das unser eigener Auftritt immerhin knapp 50′000 USD erreicht, schmeichelt natürlich.

ValuateMySite.com nutzt dazu laut eigenen Angaben mathematische und statistische Methoden. Die Anwendung misst die Anzahl Besucher einer Internetseite und analysiert die vorhandenen Informationen im Internet über die Seite. Das ist natürlich alles relativ. Wie immer, wenn es darum geht, einen immateriellen Wert zu messen. Einfacher noch ist es, zu schauen, wie viele Treffer die Internetseite auf Google erreicht:

  • Blick.ch: 995′000 Treffer
  • Tagesanzeiger.ch: 574′000 Treffer
  • NZZ.ch: 494′000 Treffer

Die Rangfolge bleibt jedenfalls dieselbe. Wieder einmal ist alles nur eine Frage der Suchmaschinen-Optimierung. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mehr zum Thema im bernetblog:

Journalisten im Internet: Acht Tipps für Online PR, 26.08.2009
Barrierefrei = Suchmaschinen-optimiert, 11.05.2007
Suchmaschinen-Optimierung, 16.02.07

01.12.2009

Die besten Online-Adventskalender

Frohe Adventszeit!Für alle die heute noch kein Törchen öffnen durften, habe ich eine kleine Auswahl Online-Adventskalender zusammengestellt. Frohe Adventszeit!

Ich liebe es, jeden Tag eine Überraschung zu erhalten. Meinetwegen könnte es einen 365-Tage-Adventskalender geben. Gleich vorweg muss ich eingestehen, dass ich das Angebot online sehr bescheiden finde. Ich hoffe, mit meiner Auswahl habe ich die Rosinen erwischt!

Sue-Ann’s Adventskalender:
Der liebevollste Adventskalender, umfangreich mit Gedichten, Geschichten und Rezepten

Uli Stein Adventskalender:
Jeden Tag ein anderer Cartoon von Uli Stein

Adventskalender vom Schweizer Fernsehen:
Der professionellste Adventskalender mit Bonbons aus dem SF-Archiv

Pixelfreund-Adventskalender:
Geheimtipps aus dem Blogarchiv und den Favoriten von Pixelfreund

Sandmänchen-Adventskalender:
Herziger Adventskalender mit Sandmännchen-Filmen für Nostalgiker

24 Sinnessprüche zum Nachdenken:
Der besinnliche Adventskalender – jeden Tag ein Bild und ein Gedanke

Der Adventskalender vom Vorjahr:
Lustgier Adventskalender mit Sprüchen, Rätseln und Catoons aus 2008

Max Havelaar-Adventskalender:
Der nachhaltige Adventskalender für Shopaholics mit Gewinnspiel

Twitter-Adventskalender:
Virtuelle Bescherung mit anonymen Twichtel-Tweets

Ich freue mich über witzige Ergänzungen. Dieses Jahr ist es zu spät, aber vielleicht ist das ja genug Anregung, um es nächstes Jahr selbst besser zu machen!

Wer hat’s erfunden?
Die wohl früheste Form des Adventskalenders stammt übrigens aus dem Jahr 1851 – so alt ist der Brauch also noch gar nicht. Und er wurde von Beginn an als Handelsartikel entworfen und kommerziell genutzt – also nicht erst heute! Das erste gedruckte Exemplar verdankt seine Existenz den Kindheitserlebnissen des schwäbischen Pfarrersohnes Gerhard Lang (1881-1974) aus Maulbronn. Seine Mutter zeichnete 24 Kästchen auf einen Karton, auf jedes war ein «Wibele» genäht. Gerhard Lang (später Teilhaber der lithographischen Anstalt Reichhold & Lang) druckte 1908 in München den ersten Adventskalender, dabei verzichtete er auf die Gebäckstücke und verwendete stattdessen farbenprächtige Zeichnungen. Arme Familien konnten sich im 19. Jahrhundert keinen Adventskalender leisten. Sie machten Kreidestriche an die Tür und wischten täglich einen weg. Oder die Kinder durften bis zum heilligen Abend jeden Tag einen Strohhalm in die Krippe legen, um dem Christkind ein weiches Bett zu bereiten.

27.11.2009

15 Vorhersagen zur Zukunft des Internets

enter-tastaturWas bringen die nächsten 5 Jahre im Web: Mehr Interaktivität, mehr Inhalte, mehr Web 3.0? Endlich ein intelligenter Artikel zur alten Frage.

Wir nähern uns dem Jahresende und damit der Hochsaison der Auguren. Prinzipiell traue ich weder Auguren, Gurus noch Schlagzeilen. Von zehn Vorhersagen treten mindestens zwei sowieso zufallsbedingt ein. Was die Zukunft im Internet bringt, will ich trotzdem wissen – erst recht wenn die Trends intelligent, kurzweilig und anschaulich dargestellt sind.

Was bringen die nächsten 5 Jahre im Web? Hoffentlich viele so gute Artikel wie diesen von Cameron Chapman:

«The Future Of The Web: Where Will We Be In Five Years?» zeigt 15 Trends – sehr lesenswert, mit einer guten Mischung aus Text und Bild und mit tollen weiterführenden Links.

Interessant finde ich folgende Entwicklungen, eine kleine Auswahl zitiert aus dem genannten Artikel:

  • «Micro-payments will likely be popular among online magazines and news services, as well as other providers of in-depth content. (…) Payment via cell phone opens up whole new area of economic opportunity, particularly in areas where cell phones are more prevalent than computers. Being able to make and receive very small payments, the equivalent of a dollar or less in many cases, via a mobile device paves the way for many in developing nations to participate in the Internet economy in a way that only a few years ago might not have been deemed possible.»
  • «Facial recognition software is improving all the time, and pretty soon using an augmented reality program on your mobile phone to find out who a person is might be possible. You’d just snap a picture of them, and the app would cross-reference it with social networking profiles and photos across the Web, eventually coming across a match. From there, you could see whatever information the person had chosen to make public about him or herself.»
  • «Virtually every new monitor on the market is widescreen. It only makes sense that websites will adapt and make more use of horizontal scrolling in future than vertical, especially websites that have multiple small blocks of content, rather than long stretches of text. (…) A horizontal layout makes a lot more sense for certain kinds of sites, especially portfolios, media galleries and websites that rely more heavily on multimedia than text.»

Wie tief muss ich für Perlen tauchen?
Die meisten Neuerungen werden wir nicht einmal bewusst registrieren, sondern einfach für selbstverständlich nehmen. Und viele der vorgestellten Trends treten wahrscheinlich schon früher ein. Da gehen sich auch die unzähligen Kommentatoren des Artikels einig. Google bietet mit Wave bereits jetzt die Möglichkeit, Anwendungen wie E-Mail, Chat, Wikis, Foren aber auch Dokumente, Fotos, Filme etc. auf einer einzigen Webseite integrativ zu verwalten.

Spannend finde ich diesen Kommentar:
«Our daily lives are already so soaked in the web, that these changes will come without us even noticing. However I do think that socialization has a limit – you do NOT want to be overwhelmed with all sorts of useless social gibberish. That is why I believe that there will be a huge demand for services that help you filter all the garbage and provide you with quality information.»

Der Kommentator macht hier Werbung für seinen eigenen Service. Aber er hat trotzdem Recht. Ich bin gespannt, wie und ob sich hier bald die Tweets, äh Spreu vom Weizen trennen lässt. In wenigen Jahren werden wir die meisten Anwendungen über das Handy steuern und alle Informationen integriert abrufen. Ich jedenfalls würde in fünf Jahren gerne alle Anwendungen mit einem einzigen Gerät und einer einzigen Anwendung bedienen können. Das wäre eine wahre Erleichterung!

Mehr zum Thema im bernetblog:

Wettrennen der Suchmaschinen, 03.06.2009

11.11.2009

Kommunikation und Sprache im Web 2.0

The Way ForwardDas Web 2.0 hat die Modalitäten der Kommunikation wesentlich verändert. Statt pseudo-objektiver Information sind Transparenz und authentische Darstellung gefragt.

Vor ein paar Tagen habe ich den Workshop Digital Publishing – die Medienrevolution 2.0? besucht. Die Frage im Titel wurde zu Beginn beantwortet: Die klassischen Regeln der Informations-Aufbereitung gelten nicht mehr. Das dialogische Web verlangt andere Stil-Prinzipien als der gewohnte objektive Nachrichtenstil.

Ivo Hajnal, Professor für Sprachwissenschaft an der Universität Innsbruck, beschreibt sehr treffend die neuen Modalitäten für ein erfolgreiches Digital Publishing:

Webkommunikation ist profiliert statt oberflächlich:

  • Weblogs verzichten auf die Trennung von Nachricht und Meinung und die Gegenüberstellung von gegensätzlichen Quellen.
  • Sie vermitteln ihren Nutzern exklusive Informationen und Einschätzungen abseits der normierten Informationsströme.

Webkommunikation ist authentisch statt uniform:

  • Die Themen von Weblog-Einträgen sind nicht zwingend nach den journalistischen Nachrichtenfaktoren gewählt und inszeniert. Vielmehr entsprechen sie den individuellen Beobachtungsmustern der Verfasser und wirken deshalb authentisch.
  • Zur Steigerung der Authentizität dienen sprachliche Stilmittel (Ich-Person und expressive, umgangssprachliche Formulierungen).

Webkommunikation ist engagiert statt distanziert:

  • Weblog-Einträge verzichten auf journalistische Distanz. Vielmehr bemühen sie sich, den Rezipienten klare Vorteile zu ermöglichen – ihnen zum Beispiel Einblick ins Unternehmen oder Insider-Tipps zu geben.
  • Gleichzeitig reagieren ihre Verfasser unmittelbar auf Nutzer-Feedbacks. Die Beiträge wirken deshalb glaubwürdig.

Klartext statt leere Worte
Die Sprache von Unternehmen hat sich nach diesen neuen Stil-Prinzipien zu richten. Was bedeutet das? Kurz: Unternehmen, die sich im Web positionieren möchten, müssen selber Position beziehen. Wichtigtuerei und Oberflächigkeiten wie zum Beispiel «Wir streben die Marktführerschaft für xyz an» lassen keine Position erkennen. Vielmehr braucht es echte Werte, eine Portion Bescheidenheit, direkte Worte und eine klare Aussage. Und ja, es braucht Mut, Klartext zu reden.

Der gemeinsam von der ZPRG und der Schweizerischen Text Akademie organisierte Workshop hat mir sehr gefallen, er war gut moderiert und das Beste: Er macht Freude auf mehr authentische und ehrliche PR, die wirklich etwas zu sagen hat. Jetzt gilt es nur noch, die Kunden davon zu überzeugen, dass Klartext mehr bringt als Plattitüden – auch wenn (oder gerade weil) man sich hinter Worthülsen besser verstecken kann.

28.10.2009

Das Internet wird 40

global_communicationQuadratisch, praktisch und gut ist eine Technologie, die vierzig Jahre Entwicklungszeit hatte: Das Internet. Aus Anlass des 40-jährigen Geburtstags zeigt der Guardian spannende Hintergründe und Videos über die Entwicklung von 1969 bis heute.

Was mag das sein? So beschreibt der Guardian das Internet:

Age: 40.
Appearance:
Flat, rectangular; dimensions vary.
What is it?
An unquantifiable ocean of free-flowing data; a boundless virtual universe that in many respects closely mirrors our own world, but with a lot more porn.
What is it really?
A bunch of computers hooked together.

(Mehr Text unter «It’s 40 years old, but how much do you know about it?»)

Erster Datenaustausch vor 40 Jahren
Vor 40 Jahren bastelten ein paar Wissenschaftler in Kalifornien an der Vernetzung von Computern und legten den Grundstein für das heutige Internet. Am 29. Oktober 1969 werden erstmals Daten zwischen zwei verschiedenen Orten ausgetauscht: zwischen der Universität von Kalifornien, Los Angeles, (UCLA) und dem Stanford Research Institute in Menlo Park, Kalifornien. Das Netz bricht aber nach den ersten beiden Buchstaben des Wortes «logon» zusammen. Heute, 40 Jahre später, steigt die Zahl der weltweiten Internet-Nutzer auf mehr als 1,5 Milliarden. In China alleine sind über 250 Millionen und damit erstmals mehr als in den USA.

guardian.co.uk: The internet at 40

So startet der Guardian die interaktive Geschichte des Internets – natürlich im Internet. Und angepasst an das heutige Benutzerverhalten: wenig Text, viel Bildmaterial und Querverlinkungen zum Durchklicken.

Mehr Text, weniger Bilder und trotzdem gut ist auch folgender Artikel zum Thema: «Das Internet steht vor der Midlife Crisis» auf spiegel.de.

Nachtrag: Was wäre, wenn das Internet an nur einem einzigen Tag entstanden wäre? Die erste E-Mail kommt in Deutschland zwar noch vor der Frühstückspause an, aber bis Facebook und MySpace gegründet werden, dauert es bis nach Einbruch der Dunkelheit … Gerade entdeckt: Geschichte des Internets an einem Tag.

21.10.2009

IT-Luftblasen 2009: Nur zwei von acht werden nicht platzen

IT-Luftblasen 2009Alles alter Wein in neuen Schläuchen? Ernst zu nehmen sind Business Intelligence und (Desktop-)Virtualisierung. Nur heisse Luft sind dagegen Enterprise-mash-ups und Social Software, sagen IT-Experten.

Im September habe ich über den Hype-Cycle von Gartner geschrieben, der regelmässig die IT-Trends bewertet. Im Trend 2009 sind Cloud Computing, Social Software und Green IT. Sind diese Technologien ernst zu nehmen oder nur Luftblasen? Sehr aufschlussreich finde ich dazu die Perspektive von IT-Experten. Laut einer Umfrage unter 311 IT-Freiberuflern und 39 Projektanbietern sind nur zwei von acht IT-Trends wirklich ernst zu nehmen:

  • Business Intelligence (Automatisierung des Reportings)
  • (Desktop-)Virtualisierung (lokales Ausführen von Desktop- oder Server-Anwendungen)

Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt und warum gerade diese Technologien mehr als heisse Luft sind, erklärt der Artikel Umfrage-Ergebnis: IT-Luftblasen 2009.

IT-Luftblasen 2009

Gemischte Gefühle bei Cloud Computing und Green IT
Cloud Computing ist für die meisten Umfrageteilnehmer nicht viel mehr als ein Marketing-Buzzword. Überraschend finde ich, dass Green IT so schlecht bewertet wird – dabei ist grüne Informatik aus ökologischer Sicht eine Notwendigkeit. Green IT unterstützt Massnahmen, um ein IT-Produkt über den gesamten Lebenszyklus hinweg so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten und nutzen. Konkrete Massnahmen sind beispielsweise der Einsatz energiesparender Prozessoren, Klimamanagement in Serverräumen und Virtualisierung von Servern sowie die Weiterverwendung der Komponenten und der Recyclingfähigkeit alter Rechentechnik. Dabei stehen nicht immer ökologische Interessen im Vordergrund – auch ökonomische Gesichtspunkte (Kosten sparen) und die Möglichkeit, sich als verantwortungsbewusste Firma zu vermarkten, spielen ebenso eine Rolle.

Und wie halten Sie es mit Social Software?
Erstaunt hat mich auch, dass rund zwei Drittel der IT-Spezialisten Enterprise 2.0 und Social Software – Beispiele sind Twitter, Weblogs und weitere Online-Communities – für nicht zukunftsrelevant halten. Eine Begründung bleibt uns der Artikel Umfrage-Ergebnis: IT-Luftblasen 2009 schuldig. Gemäss der Analysten von Gartner jedenfalls kommt in naher Zukunft kein Unternehmen an Social Software vorbei. Bottom-up statt Top-down sei der grosse Vorteil der Enterprise 2.0: Das Wissen und die Erfahrungen aller Mitarbeiter werden durch sie nutzbar, und das eröffnet dem Unternehmen bessere Entwicklungschancen. Microblogging – wie zum Beispiel über Twitter – ermöglicht Gartner zufolge neue Formen eines schnellen, geistreichen und einfachen Austauschs. Was ist Ihre Meinung?

Mehr zum Thema im bernetblog:

Hype-Cycle: Verliert Facebook den Reiz?, 08.09.2009
Was ist eigentlich: …Cloud Computing?, 11.09.2009

07.10.2009

Lieblings-Mashup: Wie viel Poesie verträgt Twitter?

TwitterÜber den Blog netzwertig.com bin ich auf die Poesie von Twitter aufmerksam geworden. Twyric ist ein kleines Mashup, das die poetische Seite von Twitter erkundet.

Die Internetseite Twyric (Twitter + Lyric = Twyric) sammelt Tweets, die mit Hashtags wie #gedicht, #haiku, #lyric, #limerick, #poem, #poesie versehen sind. Kombiniert werden die Tweets frei assoziativ mit Fotos von Flickr. Die Idee dahinter gefällt mir gut. Sei es für poetische Momente während der Arbeit – für mehr Poesie als 140 Zeichen reicht die Zeit häufig nicht – oder um das Englisch aufzufrischen. Zwar sind die lyrischen Tweets theoretisch in allen Sprachen denkbar, aber Englisch ist mit wenigen Ausnahmen die Lingua franca. Die Geschwindigkeit der Tweet- und Bildwechsel kann gesteuert werden. Und die Poesie lässt sich auch als Screensaver einrichten.

Seltene Perlen
Längst nicht jeder Beitrag ist wahre Lyrik, vieles nicht einmal ansatzweise lyrisch. Aber das Auffinden versteckter Perlen – gerade in der Kombination mit den Fotos von Flickr – macht umso mehr Freude. Aufgefallen sind mir diese Kurzgedichte:

Cold rainy morning
Sparrows splash in shallow puddle
I put on sweater

The shallow waters
Of a mediocre life
Never make a wave.

Morgensonne
Ein Tag bittet um Einlass
Der Abend wartet schon.

Genau. Der Abend wartet schon, darum bleibt auch keine Zeit für eigene Einträge ins Poesiebuch – zum Vorteil der Leserschaft, glauben Sie mir.

30.09.2009

Wenn Twitter ein Dorf mit hundert Einwohnern wäre …

bild_twitterstat… wären fünfzig faul und zwanzig bereits tot. Wie sich abstrakte Informationen visualisieren lassen. Eine Auswahl.

Auf informationisbeautiful.net versammeln sich Grafiken, die hervorstechen – thematisch und grafisch. Dahinter steckt David McCandless, ein Freelancer aus London. Seine Berufsbezeichnung ist neu für mich, tönt aber schick (auf Englisch): «Visual & Data Journalist». Kennt jemand die deutsche Übersetzung? Die Mission von David McCandless: «My passion is for visualising information – facts, data, ideas, subjects, issues, statistics, questions – all with the minimum of words.» Und so minimalistisch die Grafiken, so spannend sind die Aussagen dahinter. Lerne: Statistik muss nicht langweilig sein.

Einige Beispiele:

  • Der durchschnittliche Dorfbewohner ist faul
    Wenn Twitter ein Dorf mit hundert Einwohnern wäre, wären fünfzig faul und zwanzig bereits tot. Nur fünf Einwohner wären für 75 Prozent aller Tweets verantwortlich. Die Grafik «If Twitter was 100 People…» basiert auf einer Verhaltensstatistik von Twitter-Nutzern. Um das Ergebnis leichter nachvollziehbar zu machen, wurde es so dargestellt, als würde die Twitter-Community nur aus hundert Personen bestehen. Die Grafik zeigt zudem, an welchen Tagen Twitter am stärksten genutzt wird. Interessant: Dienstags und mittwochs werden die meisten Tweets geschaltet.

informationisbeautiful.net: If Twitter was 100 people ...

  • iPhone an der Spitze digitaler Ablenkungen
    Twitter, Facebook, Flickr, eBay, E-Mails, SMS, ein Anruf auf dem Festnetz oder Handy – das digitale Zeitalter setzt uns zahlreichen Ablenkungen aus. Die Wahl zwischen dem Tippen einer Kurznachricht bei Twitter und dem Griff zum Telefon erfolgt nicht zufällig. Das zeigt die Pyramide «The Hierarchy of Digital Distractions». David McCandless visualisiert hier digitale Ablenkungen und wie wir damit während der Arbeit umgehen. Zuunterst in der Aufmerksamkeitshierarchie steht die tatsächliche Arbeit, sie hat den geringsten Stellenwert (das gilt selbsterklärend nicht für die Autorin). Wesentlich mehr Aufmerksamkeit erhält eine neue Facebook-Message, doch sobald das Telefon klingelt, ist damit auch Schluss. Hierarchisch zuoberst steht das iPhone, getoppt wird es nur noch durch einen Funkunterbruch oder einen ungeduldigen Partner, der das Notebook gewaltvoll schliesst und dem Nutzer dabei die Finger einklemmt.

informationisbeautiful.net: Hierarchy of Distractions

  • Kaffeefahrten auf der Zeitachse
    Ganz neue Zusammenhänge für SF-Fans erfasst die Grafik «Timelines: Time Travel in Popular Film and TV» (mit Hintergrundinfos). Treffen sich Marty McFly (Zurück in die Zukunft) und die Crew von Star Teck auf ihren Zeitreisen, und kämpfen sie gemeinsam gegen Terminator? Fragen, die die Welt bewegen.
  • Nicht zu empfehlen bei Flugangst
    Sehenswert, aber auch etwas beängstigend – zumal ich im Dezember (!) einen Flug mit Air France (!) gebucht habe: «Reduce Your Odds of Dying in a Plane Crash». Es scheint: Ich lebe wild und gefährlich. Immerhin sitze ich in den hinteren Reihen, das erhöht meine Überlebenschance. Ich muss nur noch den Fensterplatz gegen einen Gangplatz tauschen …

Mehr zum Thema im bernetblog:

Kontrollierter Webkonsum dank Diätpyramide, 24.07.2009
Lasst Grafiken sprechen, 17.07.2009

16.09.2009

PR-Bilder des Jahres 2009: Jetzt abstimmen!

obs-Awards

Mit den obs-Awards prämiert news aktuell die PR-Bilder des Jahres. Neugierig auf die besten Kampagnenbilder und Produktfotos?

Bis zum 6. November kann die Öffentlichkeit über die besten PR-Bilder des Jahres aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Internet abstimmen. Zur Auswahl steht für jede der Kategorien eine Shortlist mit zehn Bildern. Insgesamt werden sechs Kategorien prämiert: Unternehmenskommunikation, Events und Kampagnen, Produktfoto, Porträt, Programm- und Zeitschriften-PR und NGOs. Die Bilder müssen im vergangenen Jahr für Pressearbeit und Kommunikation eingesetzt worden sein. Natürlich gibt es auch einen kleinen Wettbewerb für alle, die eine Stimme abgeben. Der Preis – eine Digitalkamera IXUS 110 IS – ist den Aufwand allerdings nicht wert. Trotzdem lohnt es, sich mit wenigen Klicks einen Überblick über die PR-Bilder 2009 zu schaffen. Als Branchenschau, Ideenspeicher und Anstoss, es selbst mindestens so gut zu machen.

obs-Awards

Bildaussage im Kontext
Ich habe mich gerade durch die Shortlist der eingereichten Bilder geklickt. Die Auswahl ist ein kunterbuntes Allerlei, manche Bilder gefallen mir sehr, besonders in der Kategorie «NGO-Foto». Enttäuschend finde ich die Auswahl in der Kategorie «Programm- und Zeitschriften-PR». Interessant sind die Details zu jedem Bild, mit Kurzinfo und Begründung. Meine Favoriten entscheiden sich nochmals komplett neu, nachdem ich die Detailinformationen gelesen habe. Hier zeigt sich, wie der Kontext die Medienwirkung prägt. Sehr gelungen finde ich zum Beispiel das Produktfoto für das «Toughbook von Panasonic» und (nach der Detailinformation) die PR-Bilder «Licht für Afrika» für das Unternehmen Osram.

Die Sieger jeder Kategorie werden im November bekannt gegeben. Ihnen winkt als Hauptgewinn neben Ruhm und Ehre eine Spiegelreflexkamera Canon EOS 50D – die lohnt nun definitiv. Wer es nicht abwarten kann, macht sich hier schon mal ein Bild von den Siegern 2008 und den Siegern 2007.

08.09.2009

Hype-Cycle: Verliert Facebook den Reiz?

kiss_valentineDer Tages-Anzeiger diskutiert den Tod von Facebook. Und sitzt damit dem neusten Hype auf. Facebook wird erwachsen, gestorben ist es noch lange nicht.

Lange haben die Medien Facebook bejubelt. Das zieht nicht mehr. Jetzt wird das Netzwerk zu Tode verurteilt. «Wir langweilen uns gegenseitig: Der Tod des hippen Facebook», titelt der Tages-Anzeiger Online. Spannend sind die Kommentare, die der Artikel auslöst. Und ja, ich merke selbst, wie Facebook für mich an Attraktivität verliert, seit sich dort auch meine Schwiegermutter in spe, Arbeitgeber und Kunden tummeln. Für mich hat Facebook heute einen Stellenwert wie Xing vor fünf Jahren. Es ist wichtig, dabei zu sein – aber hip ist Facebook nicht (mehr).

Der Reiz des Neuen ist vorbei
Trotzdem: Ist es nicht völlig normal, dass der Hype mit der Zeit nachlässt? Die gesteigerten Erwartungen münden in Enttäuschung, die «hippe» Technologie wird zum Mainstream. Mir kommt es fast vor, als sei es der neuste Hype, den Tod von Facebook zu verkünden. Die Stichwort-Kombination «Tired of Facebook» erreicht auf Google bereits 300′000 Treffer, die ersten Einträge datieren von 2007. Web 2.0 durchläuft gerade eine Phase der Desillusionierung, wie auch die Marktforscher von Gartner in ihrem Hype-Cycle feststellen. Und was kommt danach?

Hype-Cycle

Der lange Weg zum «Plateau der Produktivität»
Der Hype-Cycle von Gartner bewertet regelmässig die IT-Trends. Im Trend 2009 sind zum Beispiel Cloud Computing, E-Books und Internet-TV. Social Software und Microblogging haben gemäss Gartner den Zenit bereits überschritten. Gartner geht dabei von einem gleich bleibenden Zyklus aus, den neue Technologien durchlaufen. Auf den Hype folgt die Ernüchterung, und langsam wird erkannt, wo eine neue Technologie realistisch einsetzbar ist. In der nächsten Phase wird die Technologie zunehmend eingesetzt, bis sie zuletzt zum Alltag gehört und die Produktivität steigert. Gartner bezeichnet die Phasen des Hype-Cycle als «Technology Trigger», «Peak of Inflated Expectations», «Through Disillusionment», «Slope of Enlightment» und «Plateau of Productivity». Unterschiedlich ist lediglich die Zeitspanne, die die Technologien in den einzelnen Phasen verbringen. Die Studie ist bei Gartner nicht frei zugänglich; eine Zusammenfassung gibt computerwoche.de.

Geht es nach Gartner, erreicht Web 2.0 in weniger als zwei Jahren die Phase der Produktivität. Ich bin gespannt. Und ich frage mich, was Gartner alles zu Web 2.0 zählt. Persönlich konnte ich zum Beispiel meine Produktivität dank Facebook  (noch) nicht steigern – im Gegenteil. Spass macht es trotzdem, den weltweit 250 Millionen registrierten Usern durchs Schlüsselloch zu schauen. Im Artikel des Tages-Anzeigers lese ich, dass Bill Gates sein Profil auf Facebook gelöscht hat – er hatte einfach zu viele Freunde, heisst es. Vielleicht waren es die falschen Freunde?

27.08.2009

Ganz ausgezeichnet!

Grimme Online AwardDer Grimme Online Award zeichnet besonders gute Websites aus. Am besten gefällt mir das Portal KrimiCouch.de. Seither mache ich kein Auge mehr zu.

Der Grimme Online Award ist eine Auszeichnung des Adolf-Grimme-Instituts für publizistische Qualität im Internet. Seit 2001 werden in mehreren Kategorien herausragende deutschsprachige Websites ausgezeichnet, die sich an die Öffentlichkeit richten.

Es gibt drei Standardkategorien: «Information», «Wissen und Bildung» und «Kultur und Unterhaltung». Zusätzlich wird ein Publikumspreis verliehen, über den alle Internetnutzer abstimmen können, sowie ein Spezialpreis für besonders innovative Projekte.

Die Preisträger des Grimme Online Awards 2009:

Information

  • Carta: Blog zu den Themen Politik, Medien und Ökonomie
  • Jens Weinreich: Blog zu den Themen Politik und Sport
  • ZDFparlameter: Multimediale Darstellung der Arbeit von Bundestagsabgeordneten

Wissen und Bildung

Kultur und Unterhaltung

Publikumspreis

Special

  • ByteFM: Hamburger Internetradiosender
KrimiCouch.de

KrimiCouch.de: Interaktive Krimi-Landkarte von Afrika

KrimiCouch.de für alle, die es spannend lieben
Persönlich gefällt mir das Portal KrimiCouch.de am besten, das in der Kategorie «Kultur und Unterhaltung» ausgezeichnet wurde. Eine individuelle Suchfunktion und fachkundige Rezensionen helfen jedem Bücherwurm, den passenden Krimi zu finden. Krimi-Berater Dr. Watson ermittelt über einen Fragebogen die Lesevorlieben und gibt Schmökertipps. In einer interaktiven Weltkarte können Krimis nach geografischen Regionen ermittelt werden, während eine Wörterwolke über die Schlagwort-Suche einen assoziativen Zugang ermöglicht. Seither stapeln sich bei mir zuhause die Krimis, und ich mache kein Auge mehr zu.

Wie funktioniert der Nominierungsprozess?
Während der Nominierungsphase kann jeder Vorschläge für den Wettbewerb einreichen. Hauptaugenmerk liegt auf neuen Formen und Inhalten der öffentlichen Kommunikation. Angebote, die überwiegend werblichen Zwecken dienen, sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Aus den gesammelten Vorschlägen wählt eine Jury aus Fachleuten aus Journalismus, Wissenschaft und neuen Medien die besten Websites aus. Die Bewertungskriterien umfassen Inhalte, Gestaltung, Kommunikation, Nutzerfreundlichkeit, Intermedialität (Verknüpfung mit anderen Medien), Kreativität und Service. Die Website des Grimme Online Awards enthält eine Beschreibung aller nominierter Websites mit Sreenshots.

13.08.2009

Gesucht: Jugendwort des Jahres

Langenscheidt JugendspracheJugendliche haben ihre eigene Sprache. Da steht «Hagelschaden» für Cellulite, «Pornflakes» für Viagra und der «Schnecken-TÜV» für den Frauenarztbesuch. Der Verlag Langenscheidt ruft zur Abstimmung über das Jugendwort 2009 auf.

Die Idee hinter dem Jugendwort des Jahres ist, den Sprach- und Wortwandel durch den kreativen Umgang der Jugendlichen mit der Alltagssprache zu präsentieren und dokumentieren. Ob «Aknestäbchen» für Pommes Frites oder «Beraterpommes» für Sushi – es mangelt nicht an originellen Wortschöpfungen und -deutungen.

Welches Wort löst die Gammelfleischparty ab?
Aus über 2’000 neuen Begriffen und Wendungen, die aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei Langenscheidt eingereicht wurden, wählte die Redaktion eine Liste der dreissig beliebtesten Wörter aus. Diese sprachlichen Neuerfindungen stehen im Internet zum Abstimmung bereit. Jeder kann mitmachen und bis Ende Oktober seine Stimme abgeben. Die meistgewählten Begriffe werden einer Jury vorgelegt, die daraus das Jugendwort des Jahres kürt. Ausserdem können per Upload neue Begriffe eingereicht werden, von denen die besten Vorschläge in den nächsten Wettbewerb eingehen.

Langenscheidt hat zum ersten Mal 2008 das aktuelle Jugendwort gewählt. Damals machte «Gammelfleischparty» für Feiern von über 30-Jährigen das Rennen.

Voting Jungendwort des Jahres 2009

Aktuelles Ranking
Im aktuellen Ranking steht der Begriff «Rudelgucken» für Public Viewing an erster Stelle. Gut gefällt mir auch «Obama» für alles Neue und Innovative. Das gibt mir das Gefühl, dass ich gar nicht so alt bin: Diese Verwendung habe ich selbst schon gehört. Wenn auch nicht verwendet …
Also doch reif für den Kukidentdampfer?

04.08.2009

Wenig Zeit und trotzdem interessiert am Weltgeschehen?

Frustrierte ZeitungsleserinStatt immer nur die nackten Nachrichten zu lesen, bietet das in Japan entwickelte Newsportal Newsmap.jp etwas fürs Auge. Hier steht nicht die Zeitung im Vordergrund, sondern der Inhalt.

Häufig komme ich unter der Woche nicht dazu, die Zeitung zu lesen. Um mich trotzdem auf dem Laufenden zu halten, informiere ich mich über die Online-Portale von Tages-Anzeiger und NZZ. Damit komme ich über jeden Small Talk hinweg, ohne durch Unkenntnis negativ aufzufallen. Die Lektüre der abonnierten Tageszeitung verschiebe ich auf das Wochenende – vielleicht habe ich ja doch etwas verpasst.

Eine Alternative zu den gängigen Newsportalen bietet Newsmap.jp. Die in Japan entwickelte Internetseite stellt die Nachrichten von Google News als eine Art Puzzle dar. Die Grösse der einzelnen Nachrichtenfelder ist abhängig von der Anzahl Artikel zum Thema auf Google News. Die Farbe der Felder unterscheidet sich je nach Ressort, rot markiert sind zum Beispiel internationale Nachrichten, grün Wirtschaft und blau Unterhaltung. Je heller die einzelnen Farbstufen dargestellt werden, desto «frischer» ist die Nachricht.  So erhalte ich schnell einen guten Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage – inklusive einer Vorschau, wenn ich mit der Maus über einzelne Felder fahre. Die Themen lassen sich auch filtern, beispielsweise nach Ländern oder Nachrichten aus dem Sport.

Newsmap.jp: Der Nachrichtenüberblick von heute

Was ist wo passiert?
Es gibt bereits etliche Webseiten, die die Schnittstellen der verschiedensten Webdienste wie Google News ausnutzen, um sie in irgendeiner Form zu visualisieren und schöner aufzubereiten. Wer es noch anschaulicher als auf Newsmap.jp mag, informiert sich zum Beispiel auf der Newsmap von Welt.de. Hier können Sie sich direkt durch die Brennpunkte der Welt navigieren und trainieren gleich noch Ihre Geografiekenntnisse. Suchen Sie auf der Nachrichtenkarte die für Sie interessanten Orte, zoomen Sie ganz nah heran, wie Sie es von Google Maps und Google Earth kennen, und mit einem Mausklick finden Sie die Nachrichten direkt vor Ort. Wenn das nicht den Small Talk kultiviert …

27.07.2009

Ich werde geklickt, also bin ich

AnnouncementDie Blogosphäre gilt als Albtraum der Kontrolleure und Kulturkritiker. Viel wird geschrieben, viel davon ist belanglos. Was bleibt?

Journalist und Blogger David Bauer ruft in der SonntagsZeitung das Ende der Blogs als Jedermann-Medium aus.  Wer jetzt noch schreibe, habe Ausdauer oder Erfolg – die breite Masse steigt auf Facebook oder Twitter um:

«Dank des Blogs konnte erstmals jeder kinderleicht Dinge im Netz publizieren – aber können konnte eben doch nicht jeder. Wenn Bloggen so einfach ist, warum gehen dann mehr Blogs ein als Restaurants, fragte die New York Times kürzlich lakonisch. Viele mussten inzwischen feststellen: Es fehlt an Ideen, an Zeit, sich welche auszudenken, oder an der Disziplin, sie regelmässig aufzuschreiben. Blogs waren für die breite Masse das richtige Medium, solange es kein besseres gab. Eines, das bietet, was vielen reicht: Mal schnell dies und das der Welt erzählen. Die Statusmeldungen sind das neue Zuhause für all jene, die unbedingt mit der Welt kommunizieren müssen, aber eigentlich nicht viel zu erzählen haben.»

Egal ob Blog, Twitter oder Facebook: Aus meiner Sicht sind sie alle ein Tummelplatz für mitteilungslustige Leute. Entsprechend gross ist die Zahl belangloser Beiträge. Die wenigen Beiträge, die mich tatsächlich vom Hocker reissen, beziehen sich interessanterweise auf Zeitungsartikel. Und der Rest? Im besten Fall Blabla. Nützt es nichts, schadet es nichts.

Bloggen als kultureller Selbstverständigungsprozesses
Letzte Woche bin ich in diesem Zusammenhang über den Artikel «Alles sagen, allen Leuten» in der Welt am Sonntag gestolpert. Darin stellt Alan Posener das Buch «Say Everything: How Blogging Began, What It’s Becoming, and Why It Matters» von Scott Rosenberg vor, Blogger und Mitbegründer des Internetmagazins salon.com. Zum ersten Mal leben wir in einer Welt, in der jeder alles sagen kann, schreibt Rosenberg. Was bedeutet das? Für Rosenberg besteht der Grundfehler bei der Betrachtung Neuer Medien in der Annahme, sie würden den Menschen etwas antun. Ein weiterer Fehler, so Rosenberg, liegt in der Vorstellung ein Blog sei ein Einwegmedium, wie die Zeitung, das Radio, das Fernsehen. Bloggen müsse man sich eher wie Telefonieren vorstellen. Wer keine Online-Kommentare zulasse, verschliesse sich der Diskussion. Das sei wie ein Telefonat, bei dem der Partner nur angeschrien wird: Irgendwann wird er auflegen.

Zu den interessantesten Bemerkungen Rosenbergs gehört der Hinweis auf die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Schreiben. Jeder Journalist kenne das Phänomen, dass er erst beim Schreiben erkennt, was er sagen will – das weiss auch Posener: «Millionen Blogger bedeuten deshalb Millionen Menschen, die sich immerhin die Zeit nehmen, darüber klar zu werden, was sie eigentlich denken. Der Gewinn für den mentalen Aggregatszustand des Planeten dürfte immens sein.» Ich hoffe, ich konnte heute meinen Beitrag dazu leisten …

23.07.2009

Zählen Sie schon die Tweets bis zum Wochenende?

Immer erreichbar: Manager in den FerienKönnen Sie erst einschlafen, wenn Sie darüber getwittert haben? Wie wir verlernen, mit uns selbst alleine zu sein.

Wenn das Handy mal keine Verbindung hat, blicken wir garantiert alle zwei Minuten auf das Display, ob sich das jetzt geändert hat. Wenn die Internetverbindung nicht funktioniert, werden wir nervös und fühlen uns ausgeschlossen. Verzweifelt suchen wir nach einer Möglichkeit, doch noch «reinzukommen». Vielleicht sollten wir zwischendurch einfach wieder mal üben, alleine zu sein.

Handy und Mail als Nuckelflasche
Nachdenklich gemacht hat mich der Artikel «Jenseits der Stille» auf sueddeutsche.de. Alex Rühle beschreibt darin Handy und Mail als «Nuckelflasche, aus der man sich seinen süssen Brei holt, das Gefühl, gebraucht, geliebt, angesprochen zu werden. Sobald der Blackberry in der Hosentasche vibriert, gibt es null Aufschub, muss man sofort nachschauen, wer da was Leckeres geschrieben hat.» Nicht umsonst trägt der Blackberry den Spitznamen Crackberry. Egal ob iPhone oder Blackberry: Allein die Aussicht, es könnte keiner anrufen, treibt dazu, selbst loszusimsen. Das Gefühl kenne ich selbst, ich geb’s zu.

«Wir haben uns verwandelt von einer Gesellschaft, die den einsamen Typen auf dem Rücken eines Pferdes feierte, zu einer Gesellschaft, der es am wichtigsten wurde, möglichst viele Datenströme zu verwalten», erklärt der New Yorker Sozialprofessor Dalton Conley in «Elsewhere, U.S.A.: How We Got from the Company Man, Family Dinners, and the Affluent Society to the Home Office, BlackBerry Moms, and Economic Anxiety». Ein lesenswertes Interview mit Conley gibt’s übrigens auf salon.com.


Ständige Erreichbarkeit

Conley schreibt, wir seien keine Individuen mehr, die nach Authentizität streben, sondern «Intraviduen», die gehetzt einen konstanten Strom von Messages, Anrufen, Kontakten und Daten zu managen versuchen. Heute würden alle, vom einfachen Arbeiter bis zur Führungskraft, permanent von dem Gefühl gejagt, zu wenig Zeit zu haben und zu wenig zu arbeiten. Weshalb eben alle versuchten, permanent erreichbar zu sein, am Wochenende genauso wie in den Ferien. Warum nicht schnell den Termin koordinieren und einen Flug buchen? Und wenn man am Sonntag zehn Mails beantwortet, muss man das nicht mehr am Montagmorgen im Büro machen.

Kein Wunder, dass immer mehr Menschen Meditationswochen in Entschleunigungsoasen buchen – aber bitte mit Internetanschluss und Sat-TV.

16.07.2009

Was haben Gewitter, Volksaufstand und Gesundheitsreform gemeinsam?

kaffee-atWussten Sie, dass sich in Pascal Couchepin ein Cappuccino versteckt? «Der deutsche Wortschatz» sucht nach Anagramen und kann noch weitaus mehr.

Ein ähnliches Projekt wie der «Global Language Monitor» (bernetblog, 08.07.09) ist das Projekt «Der deutsche Wortschatz» der Universität Leipzig.

Suchen Sie häufig nach Alternativen zu bestimmten Wörtern, nach Entsprechungen oder Ergänzungen? Nicht immer hat man ein gutes Wörterbuch zur Hand, wenn man eins braucht. In diesem Fall hilft das Wortschatzlexikon der Uni Leipzig. Die Wortschatz-Datenbank enthält Texte aus öffentlich zugänglichen Quellen, sprich Zeitungen und Internetseiten. Die Daten werden aus diesen Quellen automatisch erhoben und umfassen etwa 35 Millionen Sätze mit 500 Millionen Wörtern.

Mehr als reine Synonymsuche
Gibt man hier ein Wort ein, zum Beispiel «begeistern», erfährt man unter anderem, was das Wort bedeutet, wie geläufig es ist und wie es getrennt wird. Wichtig ist der Wortschatz vor allem für seine Synonymsuche. Es werden sowohl die Wörter aufgelistet, die als Synonym für «begeistern» verwendet werden können (ausflippen, berauschen, entflammen, enthusiasmieren, entzücken, mitreissen) als auch jene für die «begeistern» ein Synonym ist (antreiben, beflügeln, beschwören, beseelen, elektrisieren, ermutigen, locken, überzeugen). Bei Substantiven findet man zudem Angaben zur Flexion, ob es also im Genitiv «des Autors» oder «des Autoren» heisst. Beispielsätze helfen dabei, das gesuchte Wort praktisch anzuwenden.

Kontext graphisch dargestellt
Interessant finde ich die Angabe der Häufigkeitsklasse, so ist das Wort «der» um den Faktor 2^12 häufiger als «begeistern» und um den Faktor 2^21 häufiger als «enthusiasmieren» – ein Wort, von dem ich übrigens noch nie gehört habe, mich aber durchaus begeistern kann dafür … Ebenfalls werden die häufigsten linken und rechten Wortnachbarn gelistet und Wörter, die im Kontext erscheinen. Diese Wortverbindungen (in der Fachsprache Kollokationen und Kookurrenzen) sind mit der Datenbank verlinkt und in einer Grafik übersichtlich dargestellt.

Der deutsche Wortschatz: Grafik Kontextwörter zum Stichwort «Blog»

Wörter des Tages – auch als RSS-Feed
Es macht Spass, auch die übrigen Hilfsmittel des Portals zu entdecken. Unter anderem gibt es täglich um sieben Uhr die «Wörter des Tages». Heute unter anderem GewitterVolksaufstand und Gesundheitsreform (mit Assoziationsgraph und Häufigkeitsvergleich). Dazu werden verschiedene Tageszeitungen und Newsportale im Internet täglich ausgewertet. Die Aktualität eines Begriffs ergibt sich dabei aus seiner Häufigkeit heute, verglichen mit seiner durchschnittlichen Häufigkeit über längere Zeit hinweg. Ich habe gerade entdeckt, dass es die «Wörter des Tages» mittlerweise auch als RSS-Feeds gibt.

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Suche nach Anagrammen
Ausserdem lassen sich Anagramme abfragen. Aus «Helmut Kohl» wird «hohlem Kult», aus «Hans-Rudolf Merz» wird «harmlos furzend» und in Pascal Couchepin versteckt sich ein Cappuccino. Ich gebe zu, das ist nicht wirklich nutzbringend für Normalsterbliche, aber trotzdem eine nette Spielerei.

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