Dominik AllemannDominik Allemann

Senior Berater und Stv. Geschäftsführer.

Eidg. dipl. PR-Berater, PR-Redaktor SPRI, Kaufmännische Grundausbildung, Leiter Promotion Sony Music, Berater in PR-Agentur für Design und Architektur. Vorstandsmitglied Zürcher PR Gesellschaft ZPRG. Mag den FCZ, gutes Essen und Ausdauersport.

Beiträge von Dominik Allemann:

Social Media Gipfel 5: Online-Monitoring in der Praxis

Social Media GipfeliDie wachsende Zahl von Kanälen und Inhalten sorgt bezüglich «Online-Monitoring» für tiefe Stirnfalten bei PR-Profis und Social Media Geeks. Am fünften Social Media Gipfel stellten zwei Praktiker ihre gegensätzlichen Lösungen vor.

Das Zuhören steht im Zentrum jeder Online-Dialogstrategie. Nur wer weiss, welche Inhalte von wem und wann publiziert werden, kann rechtzeitig Trends (oder gar Krisen) erkennen, Massnahmen definieren und allenfalls in den Dialog treten.

Wir erkennen im Agentur-Alltag drei Fraktionen im Umgang mit dem Thema:

  1. «Wir müssten was tun, wissen aber nicht wie.»
  2. «Ich habe für meine Keywords eigene Suchroutinen eingerichtet.»
  3. «Wir arbeiten mit einem spezialisierten Anbieter.»

Am Social Media Gipfel waren alle drei Fraktionen anwesend. Markus Maurer aka Kusito (von Ypsomed, 2. Fraktion) und Oriana Chiandusso von Postfinance (3. Fraktion) demonstrierten ihre Lösungen. Im Publikum sassen wohl auch einige von der 1. Fraktion.

Drittanbieter: umfassend, servicestark, kostenpflichtig
Postfinance hat als Strategie definiert, sich zuerst  im «Zuhören» zu üben – bevor man sich dialogisch engagieren will. Oriana arbeitet mit MBuzz von Meltwater. Das tägliche Alert-Mail liefert ihr einen Überblick über die Präsenz – sie kann die Daten via viele Funktionen verwerten, verteilen und für das monatliche Reporting aufarbeiten. Die Basislizenz kostet jährlich rund 10000 Euro und ergibt einen wöchentlichen Arbeitsaufwand von 10 bis 20 Stellenprozenten – Setup und Entwicklung rund 20 Prozent (Präsi von Oriana am Schluss des Beitrags oder hier).

Manuell: flexibel, einfach, bedingt zuverlässig
Mit zwei einfachen, webbasierten Tools überblickt Markus Maurer die Online-Welt: Für alle seine Keywords hat er Google alerts eingerichtet. Und erhält nach Wahl täglich, wöchentlich oder sofort alle Erscheinungen dazu. Markus hat beste Erfahrungen bezüglich Zuverlässigkeit und Tempo gemacht und lobt die Flexibilität und Bedienbarkeit. Ergänzend nutzt er für Facebook, Twitter und Co. das «Social Media Dashboard» HootSuite. (Präsi von Markus).

Online-Monitoring ist ein Muss
Ob mit pragmatischem oder hochprofessionell systematischem Ansatz: Die Angebote werden sich in den kommenden Monaten rasant weiter entwickeln (was auch bei der Wortmeldung von bluereport-Mann Denis Nordmann zum Ausdruck kam). Es gilt auch hier: dran bleiben, ausprobieren, umsetzen.

Die beiden Präsentation sind anzusehen gleich nachfolgend in diesem Blogbeitrag oder direkt bei Slideshare. Ein Dank für die fotografischen Stimmungsbilder (Link Flickr-Galerie) geht an Michael Schmid!
Der nächste Social Media Gipfel findet am 3. November statt – gleiche Zeit, gleicher Ort. Auf der smgz-Website kann man sich für die Einladung vormerken lassen und Twitter-Kontakt mit @smgzh schadet auch nicht.

Links:
Twitterberichterstattung über den smgzh

alle bernetblog-Berichte über den Social Media Gipfel

Rückblick smgzh 5 bei Amazee-Blog
Foto-Eindrücke bei Flickr (Fotos: Michael Schmid)

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04.08.2010 | Software, Tools

E-Mailings: Werkzeuge für den professionellen Einsatz, Teil 2

e-mailTrotz gängiger Praxis in vielen KMU’s: Der Massenversand von E-Mailings braucht mehr als nur ein gängiges Mailprogramm. Heute ergänzende Tipps zum letzten Beitrag zu diesem Thema.

Die nützlichen Hinweise von Leumund und gis sind es wert, aus den Tiefen der Beitrags-Kommentare heraufgehoben zu werden. Sie haben diese zwei weiteren Mailing-Programme empfohlen:

MadMini
… mit eigenem, ganz unterhaltsamem Blog und einem eindrücklichen Umfang an Features.

MailChimp
… sicher genauso umfangreich wie MadMini. Die Betreiber haben auch ihr Marketing voll im Griff. Eine Kostprobe – der Werbespot zur iPhone-Version der Anwendung – richtig witzig:

Auch spannend bei MailChimp; eine ganze Reihe von gratis Whitepapers, alle mit soliden Basics zu den Do’s und Don’ts im E-Mail-Marketing. Beispiel: Common E-Mail Marketing Rookie Mistakes (1,1MB PDF).

MadMini und MailChimp sind beides hervorragende und einfach zu bedienende, webbasierte Tools. Was besonders attraktiv erscheint, sind die Statistik-Tools; gerade in die Anwendung integriert oder via Google Analytics.

Danke also nochmals für die Empfehlungen von den genannten Lesern. Mail Bulk bleibt mal vorderhand bei uns in Anwendung – wohl bis wir diese Alternativen getestet haben und auch ihre Anbindung an unsere Filemaker-Datenbank. Was wir bei unseren Medien-Communiqués nicht brauchen, sind die Features rund um die Ausgestaltung als HTML-Mail. Wir sind immer noch der klaren Meinung: Journalisten wollen schnell und schnörkellos mit handfesten Infos bedient werden.

Link:
E-Mailings: Werkzeuge für den professionellen Einsatz, Teil 1

27.07.2010 | Software, Tools

E-Mailings: Werkzeuge für den professionellen Einsatz

e-mailE-Newsletter brauchen zuerst relevanten Inhalt – textlich professionell und webgerecht umgesetzt. Stimmt dieser Kern, sind noch «technische» Hürden beim Versand zu überspringen. Hier zwei hilfreiche Werkzeuge.

Im Gespräch mit PR-Fachmenschen höre ich immer wieder, dass E-Newsletter noch als Massenmails mit den Adressen im «Blindcopy»-Feld versendet werden. Das ist unpersönlich und unzuverlässig, diese Mails bleiben leicht im Spam-Filter hängen.

Kürzlich habe ich Werkzeuge für den «Massenversand» von E-Mailings getestet. Das eine für Produktion und Versand des Mails, das andere als SMTP-Relais für den Versand von mehreren hundert Mails (SMTP = Simple Mail Transfer Protocol – Fachsprache fürs E-Mail Sendeverfahren). Beide Anwendungen sind empfehlenswert und einfach installierbar:

Das Mail-Programm: Maxbulk Mailer
Herkömmliche Mail-Programme wie Apple Mail oder Outlook sind für den Massenversand nur bedingt tauglich. Spezialisierte Programme – wie in diesem Fall Maxbulk Mailer – haben zusätzliche Funktionen. Zum Beispiel:

  • Import von E-Mail-Adressen aus Mailprogrammen, Textfiles, Datenbanken
  • persönliche Anrede und andere individualisierte Textelemente programmierbar
  • übersichtliche Verwaltung der Adressen und «Reporting» über gesendete Mailings

In diesem Demo Video (3min20sek) ist das Programm einfach erklärt.  Die Standardversion kostet 50€, die Proversion mit Zusatzfunktionen rund 60€.

maxbulk mailer

Das SMTP-Relais: Unified eMail
Zu meiner Enttäuschung blieb bei ersten Versuchen der Versand langsam. Die meisten Mail-Hoster beschränken die Versandleistung extra – um Spammern das Handwerk zu erschweren. Ein Mailing mit 600 Adressen dauert dann bis eineinhalb Stunden – bei zeitkritischen Versänden wie Mediencommuniqués ist das zu langsam.

Ein «SMTP-Relay»-Programm hilft. Es schickt die Mails nicht mehr über einen einzelnen, sondern in verschiedene Mailing-Pakete aufgeteilt über mehrere Server. Damit diese nicht überlasten oder regelrecht «verstopfen», können die Pakete in Intervallen mit kurzen Pausen versendet werden. Das reduziert das Mailing-Tempo enorm – auf nur wenige Minuten pro rund 600 Adressen. Wohlgemerkt: Jedes Mail wird einzeln, je nach Wunsch mit individueller Anrede, versandt – und nicht als einziges Massenmail.

Als Nebeneffekt «erkauft» man sich damit auch eine gewisse «Absender-Seriosität» – diese Anbieter überschauen im eigenen Interesse die Qualität der Mails, blocken Übeltäter und halten damit ihren Kanal sauber.

Wir haben uns für «Unified e-Mail» entschieden und machen mit einem kleinen Standard-Paket bis heute gute Erfahrungen:  1 Absender-Domain, bis 4 User, bis 520 Mails/h, bis 12500 Mails pro Monat. Grössere «Premier»-Solutions sind noch deutlich leistungsfähiger (bis 40000 Mails/h).

(Dank an Bruno Bachmann und sein Team für die Beratung.)

Link:
E-Mailings: Werkzeuge für den professionellen Einsatz, Teil 2

Twitter-Leitfaden: Schnelle Einführung ins Corporate Twittering

twitter_voegelNeben Facebook wächst auch Twitter immer noch schnell. Unser frisch überarbeitete Leitfaden führt ein ins «Corporate Twittering».

Den ganzen Leitfaden finden Sie zum kostenlosen Download auf unserer Website www.bernet.ch/checklisten oder weiter unten in diesem Beitrag gleich bei Slideshare.

Ein wenig überraschte mich das starke Twitter-Wachstum schon, spüre ich doch im Gespräch mit PR-Profis einen grösseren Widerstand gegen Twitter als gegen Facebook. Und doch: Im deutschsprachigen Raum ist die Microblogging-Plattform gemäss Webevangelisten.de seit April 2009 um 335 Prozent gewachsen – auf rund 270′000 Accounts wird deutsch getwittert, im April 09 waren es 65′000. Noch eindrücklicher die weltweite Verbreitung: Seit Januar 2009 hat sich die Anzahl Nutzerkontos von damals 14 Millionen auf heute 106 Millionen erhöht (Quelle: Website-Monitoring.com).

Microblogging – der schnelle Verstärker
Von diesen Zahlen alleine darf man sich nicht blenden lassen. Ein kritischer Blick zeigt:

  • 41% der Nutzer haben noch nie einen Eintrag geschrieben
  • 24% der Nutzer werden von niemandem «gefolgt» (followed)
  • 97% der Twitter-Nutzer «folgen» weniger als 100 anderen Twitterer

Und trotzdem: Mit der Einbindung in Xing, Facebook und andere Plattformen, gewinnt der Gratis-140-Zeichendienst an Bedeutung. Leicht aufgesetzt birgt er interessante Möglichkeiten für die Ergänzung von Social Media Kampagnen. Als Entscheidungshilfe für oder gegen die Integration von Twitter helfen diese drei Fragen:

1. Nutzen unsere Kunden/ Interessenten/ Beeinflusser Twitter?
Am Anfang steht das «Zuhören». Wenn unsere wichtigsten Bezugsgruppen twittern: Was interessiert sie? Wer kommuniziert mit wem? Welchen Beitrag kann unser Unternehmen leisten?

2. Ergänzt Twitter den Online-Dialog?
Twitter als erstes oder einziges Dialogelement im (Online-)Auftritt macht wenig Sinn. Der Dienst hilft am besten als Verstärker von bestehenden Dialogmassnahmen.

3. Haben wir Zeit?
Twitter ist zwar gratis – frisst aber Zeit. Nur zum Mitlesen mögen täglich 20 Minuten reichen. Wer gleichzeitig noch Inhalte publizieren und Dialoge pflegen, wendet mindestens 30 Minuten täglich auf.

Diese Grundsatzfragen sind ein Auszug und ein Amuse-Bouche aus dem 23-seitigen «Leitfaden Corporate Twittering». Darin finden Sie auch Hinweise zum Inhaltskonzept, zur Umsetzung, zur Integration in das Gesamtkonzept und spannende Links.

Mehr Dokumente bei Slideshare von Bernet_PR.

Diaspora: Wer glaubt an die Facebook-Alternative?

diaspora team

Das Facebook-Monopol macht Angst. Dieser Argwohn und das Verlangen nach Datenschutz und Transparenz ist vier Studis Ansporn, es besser zu machen.

Ob das gelingt? Noch im Frühjahr habe sich die Diasporaner nur zum Ziel gesetzt, 10000 $ aufzutreiben. Damit wollen sie in diesen Sommermonaten in Ruhe an einer Facebook-Alternative tüfteln.

Die Positionierung ist simpel: «the privacy aware, personally controlled, do-it-all, open source social network». Konkret heisst das, dass die Diaspora-Daten nicht mehr über einen zentralen Server laufen würde, sondern über ein dezentrales Netzwerk, welches die Datenhoheit bei den Nutzern lässt. Tönt gut. So gut, dass in wenigen Wochen das Budget-Ziel um ein 20-faches übertroffen wurde. Per heute haben 6479 Spender/innen 200642$ für die noch inexistente Facebook-Alternative aufgewendet.

Warum Diaspora?
Neu ist dieser Wunsch nicht. Bereits einige Initiativen sind im Gange (hier ein Überblick bei Netzwertig). Viele haben gemein, dass sie sich «geekig» anfühlen (Geek: Person mit stark gesteigertem Interesse an Computern und neuen Medien, Wikipedia). Der Ansatz vom «aggregieren von Inhalten aus Social Media Anwendungen» bleibt dann eine technische Herausforderung und kommt nie auf die Stufe von «hier will ich dabei sein».

Das nährt meine Zweifel: Bei welcher Plattform würde mein privates Umfeld mitmachen? Mit minimalem Aufwand und ohne technisches Verständnis? Würden Sie das gerade erst – nach grösseren Widerständen – liebgewonnene Facebook wieder zumachen?

Es bleibt spannend. In der momentan so rasant schnellen Phase der Entwicklung werden schon die nächsten zwei, drei Jahre zeigen, welche «Player» noch mitspielen werden. Auch die «Grossen» wie Google (die Red.: Bernet_PR hält ein Mandat von Google), Microsoft oder Apple haben hier das letzte Wort noch nicht gesprochen. Man darf also gespannt sein, ob und wie sich die Machtverteilung im Social Web verschieben wird.

Kurzfristig bleiben wir aber mal ganz nah dran, was bei den Diaspora-Tüftlern in New York weiter läuft (Projektblog). Erste Resultate sind auf September versprochen. Am Geld als Ansporn solls vorerst – und einmal mehr – nicht fehlen.

PS: Beim Schreiben dieses Beitrags ging mir die Textzeile aus dem legendären Public Enemy-Song «Don’t believe the hype» (1988) nicht mehr aus dem Kopf (Lyrics).

Buchtipp: Facebook-Handbuch mit Infos, Tricks, Regeln

facebook_buchSo einfach die Facebook-Welt scheinen mag; in der Ausführung liegen Tücken. Die deutsche Facebook-Expertin Annette Schwindt legt ein praxisnahes Handbuch vor, mit Erklärungen und Tipps.

Annette Schwindt hat sich mit ihrem gehaltvollen Blog in der «Szene» einen Namen gemacht. Ihr Buch (bei Amazon) hat sie süffig geschrieben und übersichtlich gestaltet. Sie beschreibt darin die Regeln, Do’s and Don’ts von Facebook. Mich persönlich inspirierte es zu diesen Anpassungen:

1. Freundeslisten anlegen
Wird vermutlich selten genutzt: Die Facebook-«Freunde» können in Listen organisiert werden. Das ermöglicht die einfache Einstellung der Privatsphäre – bei jeder Notiz kann definiert werden, wer sie sieht. Für den Datenschutz: Um neue Freunde zu finden, bitte keine Kontakte aus dem eigenen E-Mail-Adressbuch importieren. Womöglich haben Einige weniger Freude an einer Einladung und Speicherung ihrer Adresse bei Facebook. Schon passiert? Der Export kann via diesen Link rückgängig gemacht werden.

2. Privatsphären-Einstellungen benutzerdefiniert gestalten
Haben Sie Ihre Privatsphäre schon angepasst? Wichtig sind in meinen Augen:

  • Sichtbarkeit von Beiträgen:
    Ich empfehle die Einstellung «Nur Freunde» – das ist restriktiv und erlaubt nur Freunden die Ansicht von Beiträgen.
    (via Konto/Privatsphären-Einstellung)
  • Facebook- und Google-Suche ausschalten:
    Somit ist Ihr Profil nicht mehr über die Google- und Facebook-Suche auffindbar.
    (via «Anwendungen und Websiten» im oben erwähnten Menü)
  • Markierungen in Fotos:
    Hier genau definieren, wer die mit dem eigenen Namen markierten Bilder sehen darf. Ich habe das soeben auf «nur ich» mutiert.
    (via «Benutzerdefinierte Einstellungen/ Fotos und Videos in denen…»).

3. Umfeldorientierte Werbung über mich abschalten
Facebook kann meine «Freunde» via «umfeldorientierte Werbung» auf Inhalte aufmerksam machen, mit denen ich Kontakt hatte – die ich zum Beispiel als «Gefällt mir» taxiert hab. Ich habe das geblockt.
(via «Kontoeinstellungen/Facebook-Werbeanzeigen»)

Die Plattform verändert sich unglaublich schnell. Nicht alle Anpassungen bei Struktur und Einstellungen sind bekannt. Darum führt Autorin Schwindt auf der Website zum Buch auch eine Kategorie mit «Buch-Updates».

Weiterführende Links:
«Das Facebook-Buch» bei Amazon
website-marketing.ch: «Datenschutz bei Facebook»
Gesichtbuch-Skandal.de: Der deutsche Facebook-Watchblog

iPad: Das Format schafft neue Bedingungen, Teil 3

online newsDie erste Hysterie rund um das Tablet namens iPad ist abgekühlt. Man beginnt, sich an das Toyl (von Toy&Tool) zu gewöhnen, es in den Alltag zu integrieren. Aber was bedeutet das neue Format für die Informationsanbieter, die Verlage?

In meiner Mini-Serie zum iPad – inspiriert vom Referat von InformationArchitect Chris Lüscher am Internet-Briefing – habe ich bereits die Änderungen im Nutzungsverhalten (Teil 1) und neue Anforderungen an die Inhalte (Teil 2) umrissen.

Formale und funktionale Neuerungen beeinflussen auch die Arbeitsweitsweise der Inhaltsanbieter, der Verlage. Hier in drei Ausprägungen:

Inhaltsproduktion: aufwändiger, komplexer
Es gibt einerseits neue, nur für den Online-Vertrieb erstellte Inhalte und andererseits den grossen Rest von Artikeln, die unbearbeitet von der Print-Ausgabe aggregiert werden. Beim iPad – mit seiner «Lean-Back» Nutzung, das heisst «Lesen in zurückgelehnter Haltung» – geht die Navigation wieder weg vom «Durchklicken». Wir wischen oder «swipen» durch die Seiten, wie durch eine Print-Publikation. Die Denke bei der Inszenierung von Inhalten geht demnach auch wieder Richtung Aufschlag/Titelseite und verschiedene Ressorts oder «Bünde». Und es wird Mischformen geben: Ein schön gestaltetes, ruhiges Seitenlayout mit einem integrierten, nervösen News-Element.

Der Blattmacher ist zurück
Online-Redaktor/Innen haben die Aufgabe, den Online-Auftritt zu orchestrieren, zeitlich abzustimmen und die Inhalte mit Video, Bild, Grafik, Textlinks, erweiterten Infos zu ergänzen. Die neue Funktion des «iPad-Editors» wird mehr die Blattmacher-Funktion wiederbeleben. Er setzt die Artikel zusammen, macht aus ihnen eine «Seite», einen Themenbund, eine «Zeitung». Das Pendel könnte leicht zurückschlagen, sagt Lüscher, vom atemlosen Online-News-Stakkato zur sorgfältig und visuell aufwändigeren Inszenierung von Inhalten. Mit Konsequenzen für ihre Vermarktung.

Vermarktung: Es bleibt der Kampf um die Bezahlinhalte
Wer soll das bezahlen? In den Verlagen herrscht ein Kampf: Die Print-Redaktionen kämpfen mit den Onlinern um die Vorherrschaft bei iPad-Projekten. Entschieden wird er durch die Nutzer/innen und ihre längerfristig etablierten Bedürfnisse. So etwas braucht Zeit. Ob und wann sich hier klarere Abgrenzungen herausbilden, ist ungewiss. Bis dann gilt:

  • Gratis-Inhalte werden durch Werbung finanziert
  • Es etablieren sich neue Bezahlkonzepte für Einzelartikel, Abos (bspw. nur einzelne Ressorts)
  • Es entwickeln sich neue Formen der «Rich Media Werbung» (bewegte Elemente, Audiovisuelles)
  • Statische Werbung – die «schöne» Anzeige – könnte an Bedeutung gewinnen

Zu guter Letzt können wirklich nützliche iPad-Applikationen ja auch verkauft werden; für ein ausgewähltes Publikum eine Option, für die grosse Masse hingegen uninteressant. Schliesslich bleibt die Anwendung das Tor zum Konsumenten, quasi als «Point Of Sale» – und den sollten die Verlage so offen und niederschwellig wie möglich halten.

Link:
iPad: Das Format schafft neue Bedingungen, Teil 1

iPad: Das Format schafft neue Bedingungen, Teil 2

bei den InformationArchitects:
Designing for iPad: Reality Check
WIRED on iPad: Just like a Paper Tiger… (umfangreich!)

bernetblog: Die beliebtesten Kanäle für Empfehlungen

Laptop MegaphoneBloggen ist nicht Selbstzweck. Unsere Beiträge, seit der bernetblog-Geburt Ende 2005 sind es fast 1200, sollen gelesen, kommentiert und… weitergereicht werden.

Empfehlungen sind ein zentrales Element des «Social Web»; eine Interessensgemeinschaft findet relevante Inhalte und teilt sie via E-Mail, Social Bookmarking, soziale Netzwerke oder Twitter. Das Plug-in «AddThis» erleichtert das mit einer kleinen Funktionsleiste am Ende jedes bernetblog-Beitrags.

Das AddThis-Analyse-Tool zeigt, welche Empfehl-Kanäle am beliebtesten sind. Überraschung: Nicht das Powertool E-Mail gewinnt, sondern… Twitter!

Empfehlungen Bernetblog

Die klare Führung von Twitter erstaunt. E-Mail hätte ich noch wichtiger eingeschätzt – und Facebook dürfte wohl in der nächsten Zeit an Bedeutung gewinnen. Natürlich auch, weil wir seit kurzem einen «Gefällt mir»-Knopf eingebaut haben. Bei den 10 Prozent «Anderen» handelt es sich um Google, 2linkme, Y!Buzz und Reddit.

Unser Tipp für Ihre (Corporate) Website: Prüfen Sie die Inhalte und bauen Sie wo immer möglich und sinnvoll eine Verteilhilfe à la AddThis ein. Die Leser/innen werden es mit Empfehlungen und erhöhtem Besucherverkehr verdanken.

iPad: Das Format schafft neue Bedingungen, Teil 2

online newsDas iPad löst nicht nur die Diskussion um eine neue Art der Computer-Nutzung aus. Auch für die Konzeption und Gestaltung von Inhalten schafft es neue Bedingungen.

Im ersten Teil dieser kleinen Serie über Neues rund um die Tablets/iPads beschrieb ich Veränderungen im Nutzerverhalten. Diese und einige technische Raffinessen des Geräts schaffen auch neue Anforderung an die Inhalte. Erklärt hatte diese der InformationArchitect Chris Lüscher in seinem Vortrag am Internet-Briefing:

Schriften: Gross aber nicht zu gross
Eine wesentliche Neuerung ist die Grösse (und Anzahl) der Pixel pro Quadratzentimenter. Das iPad hat deutlich kleinere und mehr Pixels. Im Web gebräuchliche 12-Punktschriften sind auf dem iPad nicht gut leserlich. Zu gross dürfen die Schriften auf dem relativ kleinen Schirm aber auch nicht sein. Schliesslich hält man das Tablet näher an die Augen – verglichen mit dem Bildschirm.

Hintergründe und Kontraste
Das Layout inklusive Schriftbild bedarf also eines eigenen Stylesheets und will sorgsam ausgetestet sein. Auch bezüglich dem Farb- und Kontrasteinsatz. Durch die hohe Qualität des Screens ist weiss auf schwarz beispielsweise schlecht leserlich. Getönte oder – im Webeinsatz bis anhin verpönt – leicht marmorierte Hintergründe oder eine leichte «Textur» können also durchaus wirken.

Gerät drehen schafft Probleme
Das Drehen des Tablets verändert seinen Inhalt (diese Funktion kann übrigens blockiert werden) – und damit auch Spaltenbreite, Zeilenumbruch und Layout. Das kann die Lesenden ganz schön in die Irre führen. Wo war ich im Text? War auf der linken Seite nicht eine Infobox? Selbst Vorbildmagazine à la «Wired» kämpfen noch mit dieser Funktion. Jede Veränderung muss getestet und angepasst werden.

Bild/Film: Qualität gefragt
Grobpixelige Bilder und Filme kommen auf dem hochaufgelösten Pad schlecht raus. Eine bessere Qualität hingegen verursacht höhere Datenmengen und damit Kosten und Download-Zeiten. Ein Dilemma.

iBooks Büchergestell

Bildmetaphern: Von der Usability zum Kitsch
Das iPad wird zur Schiefertafel, zum Moleskine-Notizbuch, zur verknitterten Zeitung, zum Büchergestell. Oft sind diese Bildmetaphern zwar schön umgesetzt – aber selten wirklich konsequent. So irritiert es die Leser stark, wenn er ein vermeintliches Buch blättert, der Inhalt dann aber erst nach Ladesekunden erscheint. Man lerne: Interfaces mit Bildmetaphern sind verführerisch – und allenfalls verwirrend.

Wer hat den bernetblog schon mal auf dem iPad gelesen? Wir waren angenehm überrascht, wie er sich trotz drehen und wenden und hohen Pixelzahlen verhält. Heute testen wir neue Webauftritte konsequent auf verschiedenen Browsern und auf dem Smartphone. Jetzt kommt das «wendige» Tablet mit neuen Anforderungen dazu.

Link:
iPad: Das Format schafft neue Bedingungen, Teil 1
iPad: Das Format schafft neue Bedingungen, Teil 3

iPad: Das Format schafft neue Bedingungen, Teil 1

online newsDas iPad ist beliebt. Fans und Kritiker halten sich seit Wochen darüber auf, was es taugt und wo es versagt. Eins ist gewiss: Das neue Format verlangt von Informations-Gestaltern und Kommunikations-Fachmenschen ein Umdenken.

Kürzlich habe ich im Internet-Briefing-Vortrag des InformationArchitects Christoph Lüscher Spannendes über diese neuen Anforderungen gelernt. In einer kleinen Serie fasse ich meine Erkenntnisse zusammen. Diese neuen Voraussetzungen schafft das iPad (und hoffentlich bald auch andere Tablets):

Maximal out – minimal in
Ist das iPad nun Werk- oder Spielzeug? Ein Toy oder Tool? Ein Toyl? Erste Erfahrungen zeigen, dass aufgrund der Konsumhaltung und der Eingabemöglichkeiten die Menge an «User Generated Content» zurückgehen wird. Augrund der etwas mühsamen Dateneingabe wird der Input zurückgehen. Und es werden wieder mehr kommerziell erstellte Inhalte «konsumiert».

Die neue Konsumhaltung
Von wegen konsumiert; schon alleine die Körperhaltung ist neu. Mit Desktop oder Notebook nehmen wir – ok, mit wenigen Ausnahmen – eine aufrechte, meist sitzende Haltung ein, fachsprachlich «lean forward». Das iPad dagegen fördert die entspannt zurückgelehnte Konsumhaltung – «lean back» eben. Nicht zu unterschätzen, welche Konsequenzen diese Haltungsfragen auf den Inhalt haben wird.

Die Maus ist tot
Sie wurde fast 40 Jahre alt – seit ihrer Geburt gilt sie als eines der allerwichtigsten Computer-Eingabegeräte (detailierte Mausgeschichte bei Wikipedia). Und auch Ignoranten, die dem iPad eine Tastatur anhängen wollen – bei der Maus hört der Spass auf. Die neuartige Bedienung mit «Wischen» und Tippen ist für uns noch exotisch. Unsere Kinder schütteln das schon locker aus dem Handgelenk.

Passiv UND interaktiv
Jahrelang haben wir interaktive Webinhalte gelobt, gefördert, gestaltet. Die genannte «lean back»-Haltung bringt mehr Passivität auf das Tablet. Im Gegensatz zu klassischen E-Readern à la Kindle sind die Tablets aber vielseitiger einsetzbar – noch kein Gerät zuvor war zugleich so deutlich «passiv» und «aktiv». Gut möglich, dass die Informationsgestaltung ihren Fokus wieder vermehrt auf den passiven Konsum legen wird.

König «Inhalt» regiert
«Content is King» schreit die Web-Gemeinde ja seit Jahren. Trotzdem sind die Newsportale heute noch eher leserunfreundliche, farbig blinkende Ablenker. Auf dem Tablet hingegen ist das Lesen deutlich angenehmer. Das gibt dem Inhalt mehr Gewicht. Auch längere Artikel, Reportagen, Texte werden so auch für den Online-Vertrieb und -Konsum attraktiv.

Der Diskussion «iPad wofür» bin ich überdrüssig. Alleine schon diese ersten Erkenntnisse sind für mich Indiz genug, dass dieses neue Format die Zukunft der Informationsgestaltung massiv prägen wird. Und wenn dann noch taugliche Konkurrenz-Geräte erhältlich sind, mit gutem Produktdesign und offenen Plattformen – dann: «Heureka!»

Die weiteren Folgen dieses iPad 3-Teilers:
iPad: Das Format schafft neue Bedingungen, Teil 2
iPad: Das Format schafft neue Bedingungen, Teil 3

07.06.2010 | Gipfel, Social Media

Social Media Gipfel 4: Bilder, Präsentationen, Zitate

Social Media GipfeliZum vierten Mal haben sich frühmorgens Kommunikations-Fachmenschen zum Social Media Gipfel getroffen. Und sich ausgetauscht zu zwei aktuellen Praxisfällen aus der schnellen Welt der Social Media.

Das Konzept: Früh aufstehen, um halb acht Kafi & Gipfeli fassen (Dank fürs Sponsoring diesmal an Parx) und zwei praxisnahen Präsentationen lauschen über Umsetzungen von Social Media. Diesmal im Fokus: Die Vulkan-Krisenkommunikation der Swiss Air Lines (Blog vom 2.6.) und das eReader-Plattform-Projekt von Swisscom (Blog vom 3.6.).

Vor und nach dem Austausch gibt es Zeit zur Koffein-Zufuhr und für persönliche Kontakte mit Alt- und Neubekannten. Hier eingefangen vom Hof-Fotografen Michael Schmid (Danke!):

Einige Zitate aus Gesprächen und Blogbeiträgen:

«Dialog heisst auch einmal: Nur Zuhören, und auf eine Antwort verzichten. Es macht keinen Sinn, jede Bemerkung, Bewertung, jeden Kommentar zurück zu kommentieren.»
Parand Rohandi, Manager Online Marketing Swiss Air Lines

«Unser Monitoring machen wir hauptsächlich über Twitter-Suchen und Facebook-Besuche. Die relevanten Dialoge erfassen wir auch so.»
Christian Lüdi, Online Marketing Swiss Air Line (Referent am «Gipfel»)

«Der Swiss-Fall beweist, dass Social Media die schnellere Kommunikation gewährleistet als klassische Online-Auftritte. Mehr noch: Ein weiterer «sozialer» Aspekt hilft: Hier können Fans (Reisende) mit anderen «Fans» kommunizieren und so helfen!»
Mathias Möller, aus seinem Beitrag im Blog von Amazee (frei übersetzt aus dem Englischen)

Auch gezwitschert wurde rege zum #smgzh 4. Alle die keinen Gästelistenplatz fanden, können sich die Präsentationen via YouTube anschauen. Danke an Timo Wäschle, corpmedia fürs Filmen.

Die nächsten Austragungen des Social Media Gipfel sind geplant für den
1. September und den 3. November 2010
. Das Anmelde-Prozedere bleibt gleich. Per Abstimmung haben die Anwesenden entschieden, der Gipfel soll – trotz übervollen Gästelisten – seinem Konzept treu bleiben: Gratisbesuch und limitierte Platzzahl im NZZ-Bistro.

Wer auf dem Laufenden bleiben will, trägt sich hier für den Newsletter ein.

Links:
bernetblog «Social Media Gipfel: Swiss Air Lines und die Vulkankrise»
bernetblog.ch «Social Media Gipfel: Swisscom testet eReader-Plattform»
Social Media Gipfel 4: Die Präsentation bei Slideshare
Twitter-Wall zum Social Media Gipfel
blog.hdzimmermann.net «Social Media goes Mainstream»
blog.amazee.com «Social Media Gipfel 4»

Social Media Gipfel: Swisscom testet eReader Plattform

online news Gibt es für eReader neben iPad und anderen Multifunktions-Tablets einen Markt? Wie finden Schweizer Verlage ein zahlendes Online-Publikum? Swisscom präsentierte am 4. Social Media Gipfel das Projekt «Codex» – und hatte damit einen harten Stand.

Die Skepsis war gross beim kritischen smgzh-Publikum. Und Swisscom-Projektleiter Mathias Kienholz geriet bei der Präsentation des Innovationsprojekts «Codex» arg ins Schwitzen.

Warum «Codex»?
Codex (lat. Baumstamm) stand vor Urzeiten für beschriftete Holz- oder Wachstafeln und für in Holz eingeschlagenes Pergament oder Papyrus (Quelle: Wikipedia). Bei Swisscom steht es für das Projekt, welches aus dem Abschied von den Holzmedien ein Geschäftsmodell entwickeln soll. Konkret: Auf eigens dafür gekaufte eReader (Preis noch offen) speichern die Nutzer/innen ihre Bücher, Zeitungen, Magazine oder laden vor der Frühstückslektüre ihre Zeitung – oder ausgewählte Teile daraus – per Synchronisation. Stand Anfang Juni 2010: In Kürze werden die eReader an das Testpublikum ausgeliefert, im Moment ist Swisscom noch mit letztem De-Bugging beschäftigt. Mit den ersten Erfahrungen will die Projektleitung dann über die Projektfortsetzung entscheiden.

Was braucht das Publikum?
Kienholz schloss seine Präsentation mit der Frage: «Was erwarten Sie von einer Online-Zeitung?» Die Antworten, Voten und Fragen lassen sich unmissverständlich zusammenfassen:

1. Multimedia
Niemand mit einem elektronischen Ausgabegerät will auf Videos, Bildergalerien und Hypertext verzichten. Im iPad-Jahr 2010 bitte auch in Farbe. Das Rascheln der Papierzeitung oder eines Buches geniessen wir genüsslich am Sonntag.

2. Multifunktion
Wieviele Geräte kann ein Mensch tragen? Auf meinem Tablet will ich Inhalte konsumieren (Bild, Ton, Schrift) aber auch Mails lesen, den Kalender pflegen, kleine Schreibarbeiten erledigen. Einen zusätzlichen eReader will ich nicht.

3. Offene Plattformen
Was am iPad nervt: Die Allmacht des Anbieters über Sein oder Nicht-Sein in seinem Medienuniversum. Der Wunsch nach einem Geräte- und Plattform-unabhängigem Angebot wächst. Ob ein CH-Konglomerat aus Swisscom und Verlagen hier mächtig genug ist?

Zur Ehrenrettung der CODEX-Projektgruppe sei gesagt: Nichts einfacher, als aus der zweiten Reihe hämisch auf die Machtlosigkeit von Verlagen zu spotten. Swisscom hat mit diesem «explorativen Projekt» wohl einen steinigen Weg eingeschlagen. Aber wer weiss, vielleicht wächst aus den Erfahrungen und nach steilen Lernkurven doch ein Produkt mit Win-Win-Charakter für Nutzer und Anbieter. Zu wünschen wäre es uns allen.

Achtung: Hier der Schluss der Berichterstattung über den
4. Social Media Gipfel mit Präsentation, Fotos, Eindrücken und Zitaten.

Links:
bernetblog «Die Macht der Einfachheit: Apple gegen alle»
bernetblog «Social Media Gipfel: Swiss Air Lines und die Vulkankrise»
bernetblog «Social Media Gipfel 4: Bilder, Präsentationen, Eindrücke»
Social Media Gipfel 4: Die Präsentation bei Slideshare
Twitter-Wall zum Social Media Gipfel
blog.hdzimmermann.net «Social Media goes Mainstream»
blog.amazee.com «Social Media Gipfel 4»

Social Media Gipfel: Swiss Air Lines und die Vulkankrise

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Wie kann Online-Dialog die Krisenkommunikation einer Airline unterstützen? Am heutigen 4. Social Media Gipfel in Zürich sprach der Swiss Social Media Mann Christian Lüdi von ersten Erfahrungen.

Krisen kommen unerwartet, sind zeitlich nicht eingrenzbar und verlaufen unerwartet. Was es braucht, ist Nähe zu den Dialoggruppen, schnelle Kanäle und regelmässige Updates. Social Media Anwendungen drängen sich regelrecht auf. Die Swiss Air Lines haben dieses Jahr ihre diesbezüglichen Aktivitäten ausgebaut und bereits einen vorbildlichen Newsroom aufgebaut. Und dabei besonders die Integration von Facebook und Twitter vorbildlich gelöst.

Der Social Media Manager der Airline Christian Lüdi sah in seiner smgzh-Präsi die Vorteile von Facebook, Twitter und Co. in der Krisenkommunikation in diesen Dimensionen:

  • Live
    Sofort – fast schon Echtzeit – Reaktion auf Fragen, Entwicklungen, Gerüchte.
  • FAQ
    Ein Facebook- oder Twitter Dialog kann wie eine Frequently-Asked-Questions-Liste funktionieren: Anfragen müssen nicht mehrmals beantwortet werden.
  • Inputs von «Fans»
    Es kann durchaus sein, dass ein Facebook-Fan über mehr oder frischere lokale Infos verfügt als die PR-Stelle.
  • Fans für Fans
    Im Dialog untereinander können auch Fans Fragen beantwortet – mit ihren eigenen Erfahrungen. Dies kann natürlich für das Unternehmen durchaus auch unangenehme Konsequenzen haben.
  • Mobile, Mobile, Mobile
    Noch vor 2 Jahren wäre diese Diskussion gar nicht geführt worden. Weil die mobilen Kanäle noch nicht weit genug waren und die öffentlichen Internet-Stationen heillos überbucht. Heute ist der Grossteil der Reisenden mobil im Web.

Die Social Media Aktivitäten von Swiss auf einen Blick. Spannend dabei:
Es sind bei weitem nicht nur klassische PR-Themen abgebildet, sondern auch der Kundenservice oder die Verkaufsförderung.

swiss social media

Ein vielgehörtes Echo auf Lüdi’s Vortrag war die Feststellung, dass die Airline offensichtlich auch nur mit Wasser koche. Und die Nachfrage nach dem Konzept, Umsetzung und Zuständigkeiten beim geplanten «Swiss Blog» – soll noch im Juni online gehen, wir bleiben dran – ergab wenig Konkretes. Untrügliche Zeichen, dass bei der Swiss viele Online-Aktivitäten noch im Testflug-Modus laufen. Das Praxisbeispiel zeigt aber: Social Media haben gerade in Krisensituationen ein unüberschätzbares Potenzial.

Ein Bericht zum Projekt «Codex» von Swisscom im zweiten Teil des SMGZH und Weiteres wie Bilder, Präsis, Links etc. folgen in einem zweiten Beitrag an dieser Stelle.

Links:
Twitter-Wall zum Social Media Gipfel
blog.hdzimmermann.net «Social Media goes Mainstream»
blog.amazee.com «Social Media Gipfel 4»
bernetblog.ch «Social Media Newsroom: Drittanbieter und 17 Beispiele»
bernetblog.ch «Social Media Gipfel: Swisscom testet eReader Plattform»
bernetblog.ch «Social Media Gipfel 4: Bilder, Präsentationen, Eindrücke»

Pflichtlektüre für PR-Profis: Standardwerk «Public Relations»

public relations coverEin Fachbuch für jedes PR-Büchergestell: «Public Relations – Corp. Communications für Kommunikations-, Marketing- und Werbeprofis» ist in überarbeiteter Auflage erschienen. Für Anfänger und Profis.

Die Autoren Bernhard Müller und Angela Kreis-Muzzulini haben mit dem über 500-seitigen PR-Schmöker das Standardwerk neu aufgelegt. In fünf übersichtlichen Kapiteln (Grundlagen, Praxis, Profi-Chech-Up, Checklisten, Anhang) beschreiben sie in klarer, verständlicher und praxisnaher Art das Was, Warum und Wie der Public Relations. Nicht verheimlichen will ich, dass wir von Bernet_PR auch noch einen Gastbeitrag über das «Online-Monitoring» beitragen durften (s. 197 ff.).

Mir gefällt als Übersicht der Profi-Check-Up sehr gut. Via mehr als 160 Fragen aus allen Wissensgebieten der PR lässt sich das eigene Know-how wunderbar testen, auffrischen und ergänzen.

Auf der beigelegten CD-ROM sind diese Fragen auch drauf. Genauso wie Checklisten, Standardverträge und Glossars.

Link zum Buch beim Orell Füssli Verlag.
(Ich hätte gerne auch Amazon verlinkt – aber dort war noch die alte Auflage drin – nicht, dass es noch Enttäuschungen gibt.)

21.05.2010 | Gipfel, Social Media

Social Media Campaigning: zum Beispiel 2aid.org

2aid.org_logoGerade im Nonprofit-Bereich zeigen immer mehr Praxisbeispiele gelungene Social Media Umsetzungen. Besonders positiv fiel mir dabei kürzlich 2aid.org auf.

Die Organisation ist noch nicht einmal jährig. Gegründet im Juli 2009 von der 23-jährigen deutschen Studentin Anna Vikky (Twitter, Facebook), macht die Plattform schnelle Fortschritte. Wichtigster strategischer Pfeiler ist das Social Web: Die ganze Organisation wird ehrenamtlich von Menschen geführt, die sich via das Web gefunden haben und es für ihre Projektorganisation nutzen.

Am Webauftritt von 2aid.org gefallen besonders gut:

Design
Die Farbgebung und grafischen Elemente sind Geschmackssache. Was überzeugt ist die gute Übersicht, der Einsatz von Bildern und Videos und die klaren, einfachen Einladungen zur Interaktion.

Integration
Die Beiträge aus dem Blog der Organisation, aber auch Anwendungen von Twitter über Flickr, YouTube bis Facebook sind gut in den Auftritt eingefügt. Das inhaltliche und formale Konzept wird auf den jeweiligen Plattformen perfekt weiter gepflegt.

Ansprache
Konsequent ist die direkte Ansprache der Besucher. Kein Bild, Video, Text ohne direkten Blickkontakt, direkte Anrede oder Handlungsempfehlung. Die Texte sind dynamisch, verständlich und kurz. Und darum kurzweilig, spannend und wirkungsvoll.

bildschirmfoto 2aid.org

Interne Kommunikation 2.0: Strategische Grundlagen von IBM

IBM_logoWas legt solide Grundlagen für den internen Einsatz von Social Media? Bei IBM arbeiten weltweit 400′000 Menschen. Viel Potenzial für Kollaboration, Information und Soziales. Dafür brauchts strategische Leitlinien.

Das Fallbesipiel wurde vorgestellt an einer Breakout-Session am «Lac Leman Communications Forum» vom 6. Mai, organisiert von Harbour Club und MSCom/Uni Lugano. Über 180 PR-Entscheidungsträger/innen trafen sich zum Austausch rund um «Navigating the Social Media Jungle: Strategies for Corporate Communications».

Die IBM Präsentation hielten Susanne Marty, Manager Marketing&Communications und Tony Wehrstein, IT Spezialist für Collaboration/Social Software von IBM Switzerland. Slides gab es keine – die «Session» war erfrischenderweise Powerpoint-frei. Notiert habe ich mir diese strategischen Grundlagen der «IBM Internal Communications 2.0»:

1. Think Global – Act local
Das dialogische Web kann wie kein anderes Tool den Austausch in verschieden grossen Organisationseinheiten optimieren: vom kleinen Team, über Business-Einheiten bis hin zur globalen Unternehmensinformation. Es gilt, immer gleichzeitig das grosse Ganze und das persönliche «Vis-à-Vis» im Blick zu behalten.

2. Combine E-Mail and Social Media
Herkömmliche digitale Kanäle werden trotz Community-Tools (Wikis, Blogs, kommentierbare Seiten, etc.) weiter eingesetzt: immer dann, wenn es bezüglich Inhalt, Priorität oder Vertraulichkeit sinnvoll ist.

3. Lead by Example
Eine Binsenwahrheit im Webdialog: Er ist wert- und wirkungslos, wenn er nicht auf soliden Unternehmenswerten aufbaut und vom Management mitgetragen wird. Mittragen heisst ganz konkret mitwirken. Es darf nicht sein, dass vom Fussvolk die Online-Kollaboration erwartet wird, während man sich auf der Teppichetage aus diesem Dialog raushält.

4. Use the pressure of Community
400′000 Mitarbeitende in 180 Ländern bilden eine ordentlich grosse Community. Mit entsprechendem Kommunikations- und Vernetzungspotenzial. Diese birgt neben den Chancen auch Risiken – man erinnere sich an den Fall Siemens. Hier sind Chancen gemeint. In Zahlen: Die «Blogzentrale» zählt 63′000 regelmässige Nutzer und 260′000 Beiträge und Kommentare. 25′000 verschiedene Wikis werden von 320′000 Usern genutzt, 720′000 Seiten (von total 20 Millionen Intranet-Seiten) wurden «gebookmarked».

5. Clear Social Media Guidelines

Auch im Intranet bilden Guidelines den Rahmen zum digitalen Miteinander. Und motivieren viele «Zuschauer/Zuhörer» mit ausdrücklichen und klaren «du darfst»-Regeln zum Austausch und Dialog.

6. Appeal on personal responsability
Schlussendlich verwischen natürlich mit den Guidelines auch die Grenzen zwischen Intra- und Internet. Die IBM-Mitarbeitenden bleiben dies auch am Feierabend – sei es am Stammtisch oder in Facebook. Auch dort sollen sie als Botschafter die Unternehmenswerte verkörpern.

Tony Wehrstein schloss mit dem Hinweis, dass gemäss Erhebungen 5% des Unternehmens-Wissens auf gespeicherten Daten beruht, 15% auf sonstwo schriftlich Festgehaltenem und 80% auf Wissen in den 400′000 Köpfen von IBM – ein kräftiges Argument für den 2.0-Einsatz im Intranet.

Links:
Getwittert wurde via #lacleman
Webcasts der Keynotes (einfaches Login via E-Mail-Angabe, aber ohne die Workshops)

29.04.2010 | Social Media

Social Media Newsroom: Drittanbieter und 17 Beispiele

mann_megaphon_blogEs ist Zeit für den Frühjahrsputz. Vielleicht auch im Online-Mediencorner? Unser Anstoss-Newsletter April beschreibt Basics und Ausbau-Elemente zum Social Media Newsroom.

Der «Anstoss» bringt seit 2002 rund alle zwei Monate Praxistipps und Denkanstösse (Archiv). Die April-Ausgabe nimmt sich dem Online-Mediencorner an. Neben den unverzichtbaren Basiselementen, nennen wir Ausbaumöglichkeiten zum Social Media Newsroom und bieten einen neu überarbeiteten Selbsttest. Hier noch ergänzende Infos zu «externen» Newsroom-Angeboten und zu inspirierenden Praxisbeispielen.

Social Media Newsroom als Dienstleistung einkaufen?
Medienmitteilungen lassen sich heute schon durch Dritte professionell versenden oder auf Plattformen platzieren. Einige dieser Anbieter bieten heute auch schon Lösungen für den Social Media Newsroom an: im deutschsprachigen Raum news aktuell mit PR Newswire, Mediaquell oder Newsroom.eu als Lösung einer Agentur.

Diese Fragen stellen sich zudem bei der Evaluation eines «externen» Anbieters:

  • Hat die Plattform Zukunft? Eine Reputation, die Ihren Zielen entspricht?
  • Sind die Abo- und Suchfunktionen flexibel und individuell?
  • Wie hoch sind die Initialkosten der Pakete/Module?
  • Wie hoch die Unterhalts- und Folgekosten?
  • Gibt es Auswertungen des Abfrageverhaltens oder Beispiel-Reports?
  • Bei Vertragsauflösung: Wie können wir die Inhalte, Webadressen, Abonnenten-Infos, Inhalte externer Plattformen (von Flickr bis YouTube) einfach übernehmen?

Wir meinen: Für die schnelle Einrichtung mögen diese externen Lösungen gangbar und qualitativ einwandfrei sein. Für den nachhaltigen Aufbau eines Dialoges mit Medienschaffenden und Meinungsmachern braucht es aber eine eigene Präsenz unter dem eigenen Online-Dach.

Die Praxisbeispiele aus dem In- und Ausland
Noch vor kurzem konnte man gute Vorbilder an einer Hand aufzählen. Mittlerweile stehen aber zur Inspiration einige gute Plattformen zur Verfügung. Hier eine Liste unserer Favoriten:

Aus der Schweiz:
Maiak - die Osteuropa Newsplattform
Elektrolux Schweiz
als guter Satellit der internationalen Version
Swiss
Airlines mit guter Integration von Facebook
TAG Heuer
– die Schweizer Uhr mit Social Media Newsroom in UK

Beispiele aus Deutschland:
Plantronics
Sound Innovation; sehr umfassend mit Twitter-Integration
Fleurop AG
mit viel Text und innovativer Bildergalerie
Herlitz, der Papier-, Büro- und Schreibwaren-Hersteller
General Motors, verknüpft den Newsroom mit der Medienseite
Travel Charme Hotel & Resorts Tweets mit Meinungen und Tipps
Volvic informativ und emotional über die Trinkwasser-Initiative mit UNICEF
Schlösserland Sachsen – moderne Kommunikation für altes Gemäuer

Beispiele International:
Cisco
(Routers, Switches, etc.); Top Stories immer nach dem ersten Click
Commvault
über Daten- Sicherung, -Management, Netzwerk-Storage
First Direct
, breaking Bank News
Scania
, Fahrzeuginformationen visuell dramatisch verpackt
mit Ford’s RSS-Feed laufend neue Digital Snippets
Philips
, aufwändige Produktevideos an vorderster Front

Dies eine Sammlung von 17 Musterbeispielen als Inspiration für den eigenen Auftritt. Nobody is perfect – aber hier liegt als Essenz drin, welche Zusatzelemente den Online-Mediencorner zum Dialogöffner und «Verbreitungsbeschleuniger» macht. Natürlich ist die Liste nicht abschliessend – wer kennt weitere gute Praxisbeispiele?

Unser April-Anstoss-Newsletter:
Mediencorner: Von den Basics zum Social Media Newsroom

22.04.2010 | Social Media

Was ist eigentlich: … eine API?

cloud_computingDie Webspezialisten mögen sich gähnend abwenden. Aber der Begriff «API» ist zur Zeit omnipräsent. Zeit, ihn für uns Kommunikations-Fachmenschen aus dem Schatten des Halbwissens zu zerren.

Man hört oft, eine Webplattorm habe ihre API für eine andere geöffnet. Was heisst das? Welche Möglichkeiten öffnet das in der (Web-)Kommunikation?

API heisst soviel wie «Applications Programming Interface», deutsch «Programmierschnittstelle» oder «Schnittstelle zur Anwendungs-Programmierung» (s. hierzu auch die Definition gemäss Wikipedia). Seit es Computer gibt, spielen sie eine zentrale Rolle: Die API erlaubt einzelnen Software- und Hardware-Komponenten, miteinander zu kommunizieren. Als Bindeglied zwischen Anwendungen, Datenbanken, Festplatten oder Benutzeroberflächen.

Das Social Web: die grosse Spielwiese dank API’s
Eine ganz neue Bedeutung haben die API’s bekommen im Web, namentlich im Social Web. Hier sind diese Schnittstellen verantwortlich für die sogenannten Mashups – die Verbindung von verschiedenen Webanwendung. So öffnet beispielsweise – topaktuelles Beispiel – Facebook seine API für die Darstellung von «externen» Websites und -Anwendungen innerhalb der Facebook-Plattform. Einige unserer Lieblings-Mashups haben wir übrigens im Bernetblog beschrieben.

Gut erklärt werden die «API’s» auch hier im Film (welcher bezeichnenderweise den Titel «What are Mashups» trägt…):

Ergänzungen? Welche API’s müssten dringend für eine Verbindung geöffnet werden? Und welches sind Eure Lieblings-Mashups?

Weitere Beiträge in der Reihe «Was ist eigentlich: …:
…Echtzeit-Suche?»
…ein/e PR-Berater/in?»
…Cloud Computing?»
…ein Screencast?»
…das Semantic Web?»
…Web Compliance?»
…Twitter?»
…ein Social Press Release?»
…ein Widget?»
…die Craigslist?»

19.04.2010 | Social Media

Facebook-Zahlen März 2010: weltweit 411 Millionen Nutzer

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Bereits über 411 Millionen Menschen nutzen Facebook. Die Zunahme ist auch auf die wachsende Verbreitung von Smartphones zurück zu führen.

Seit 2007 hat sich diese Nutzerzahl von weltweit 34 auf heute 411 Millionen mehr als verzehnfacht. Gezählt sind Nutzer mit Aktivität in den letzten 30 Tagen. Der Verweis auf viele passive Profile schiesst also ins Leere. Auch künstliche Phantasie-Zweitprofile à la «James Bond» oder ähnlich fallen wohl nicht ins Gewicht.

facebook nutzer weltweit stand mrz10

Eindeutig ist hingegen der Zusammenhang mit der Einführung des iPhones im Jahr 2007. Rund ein Viertel aller Facebook-Nutzer (100 Millionen) greifen bereits mobil auf ihren Account zu (Quelle: Inside Facebook). Bedenkt man, dass es weltweit geschätzte vier Milliarden Mobiltelefone gibt, ist also auch das Potenzial noch riesig.

Angesichts dieser Marktgrössen wird klar: alles drängt in den Markt mobiler Anwendungen. Wie wird Facebook damit umgehen und sich weiter entwickeln? Welche Tools rund um Informations-Beschaffung und -Austausch kriegt das weltweit grösste Social Network noch unter sein Dach?

Links:
Inside Facebook: Facebook’s Multi-Prong Mobile Strategy Pays Off…
bernetblog: Facebook-Zahlen Schweiz: 2 Millionen überschritten
Alle bernetblog-Beiträge zu Facebook-Zahlen

Social Media Gipfel: Das WEF und Social Media

Social Media Gipfel 3, April 2010, Fotos Herbert Bay, kooaba.com - 04Allwinterlich treffen sich in Davos die (Wirtschafts-) Führer unserer Welt zum Dialog. Aber das vielkritisierte WEF hat sich geöffnet: via Social Media.

Die dritte Ausführung unseres Social Media Gipfels eröffnete Matthias Lüfkens, Social Media Spezialist des WEF. Die Öffnung des Forums im Internet hat Erfolg. Das zeigt sich in den Zahlen: Mehr als 1,5 Millionen Twitter-Follower,  3,8 Millionen Videoabrufe auf YouTube, rund 8400 Fans bei Facebook und ein gut gepflegter Flickr-Stream. Letzterer sorgte gemäss Lüfkens auch dafür, dass man im Web die vielen Negativbilder mit der eigenen, positiveren Sichtweise «ergänzen» konnte.

Twittern lässt sich nicht delegieren
Eines ist für Lüfkens klar: Twittern ist Chefsache. Und auch wenn sein eigener Chef Klaus Schwab sich mit der 140-Zeichenlänge schwer tut, sagt er klar: Das «Humbled» von Obama bezüglich seines Nobelpreises bekäme erst via die Tastatur des Direktbetroffenen Seele – und nicht in der Küche seines Web-/PR-Teams. Das WEF-Gezwitscher ist recht intensiv. Der Stream gehört zu den weltweit hundert Grössten. Und die Liste der «Tweeps» die am WEF live dabei waren, ist ganz beachtlich.

Härtetest Krisenkommunikation
Mit den Social Medias öffnet sich das WEF. Und obwohl man in den letzten Jahren das Gefühl hatte, die Kontroverse koche nicht mehr so heiss,  profitiert der Gipfel sicher davon. Die Plattformen werden oft gepflegt, die Dichte an Bildern, Videos und Kommentaren ist – auch im Vergleich mit Präsenzen anderer Organisationen – erstaunlich hoch. Gemäss Lüfkens ist die Zahl destruktiver oder verletzender Kritik überschaubar – nur sehr punktuell müssen Kommentare gelöscht werden. Mit Ausnahme von YouTube. Dort sei der Ton zuweilen schon harsch.

In Zukunft wird vor allem der Krisenfall zeigen, wie sich die Organisation in den Social Medias profilieren kann. Das gilt nicht nur für das WEF.

Links:
Social Media Gipfel: Premiere mit Paperboy
Amazee-Blog: Social Media Gipfel #3

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