Dominik AllemannDominik Allemann

Senior Berater und Stv. Geschäftsführer.

Eidg. dipl. PR-Berater, PR-Redaktor SPRI, Kaufmännische Grundausbildung, Leiter Promotion Sony Music, Berater in PR-Agentur für Design und Architektur. Vorstandsmitglied Zürcher PR Gesellschaft ZPRG. Mag den FCZ, gutes Essen und Ausdauersport.

Beiträge von Dominik Allemann:

22.03.2010

Webprojekte: Checkliste in 5 Phasen

baustelleStehen Sie kurz vor oder mitten in einem Webprojekt? Wir haben unsere «Checkliste Webprojekte» frisch überarbeitet. Sie hilft mögliche Projektstaus zu umfahren.

In der Abteilung «Wissen» von bernet.ch bieten wir Checklisten und Studien zum Gratis-Download an. Die «Checklist Internet, Intranet, Extranet» ist ein Dauerbrenner – sie stellt die essentiellen Fragen, warnt vor Fallen und beschreibt die fünf Phasen eines Webprojekts. Hier stark verkürzt als Übersicht:

1. Analyse – intern und extern
Das Web ist ein zusätzlicher Kanal zu unseren Zielgruppen. Darum fragen wir uns – wie beim Konzept für eine Broschüre oder die Hauszeitung:

  • Welche Gesamtzielsetzung unterstützt die Webkommunikation?
  • Lassen sich gewisse Stärken des Unternehmens speziell via Web nutzen?
  • Welche Informationen suchen unsere Marktpartner? Welche Prozesse können wir online abbilden?
  • Was macht die Konkurrenz?

2. Konzept – die strategischen Leitlinien
Hier einige konzeptionelle Fragen, die im taktischen «Drunter-und-drüber» gerne vergessen gehen:

  • Ziel: Wie lassen sich die Ziele in kurz-, mittel-, langfristig einteilen? (Ausbaubarkeit!)
  • Zielgruppen: Wen erreichen wir via diesen Kanal besonders gut, erstmals – oder gar nicht? (Zielgruppen priorisieren!)
  • Strategie: Beschränken wir uns auf Information? Transaktion? Haben wir die Ressourcen für den Web-Dialog?
  • Inhalt: Ist der Suchbaum einfach? Die Navigation benutzerfreundlich? Der Seitenaufbau durchdacht?

3. Umsetzung – eine Teamleistung
Jetzt gehts ans Eingemachte. Darum braucht es in unserem Projekt-Team:

  • eine/n Teamleader/in: mit Überblick und Verantwortung.
  • eine/n Programmierer/in: flexibel, unkompliziert, auf dem neuesten Stand.
  • eine/n Grafiker/in: mit Flair für flimmernde Inhalte. Bildschirm und Handy-Display folgen eigenen Gesetzen.

4. Lancierung – von innen nach aussen
Diese Phase wird gerne vergessen – und sorgt dann für ein furioses Feuerwerk zum Projektfinale. Hier beachten:

  • Beta-Test: Genug Zeit einplanen und sowohl «Geeks» als auch «Anfänger» testen lassen.
  • Interne Schulung, Prozesse: Alle Teammitglieder müssen mit Abläufen und Verantwortlichkeiten vertraut sein.
  • Publikation/Promotion: Der neue Auftritt wird auf allen Kanälen und mit gezielten Massnahmen bekannt gemacht.

5. Pflege – die unendliche Geschichte
Konzept, Umsetzung und Lancierung sind nur der Anfang. Jetzt entscheidet der Alltag über Erfolg oder Misserfolg. Dabei hilft:

  • eine Chefredaktion: die begleitet, führt, koordiniert, evaluiert und weiterentwickelt.
  • ein Budget: das Web ist heute dialogisch – und das frisst Ressourcen (Zeit, Kraft, Geld).
  • die Statistik: hier empfehlen wir den Aufbau von GoogleAnalytics – praktisch, übersichtlich, einfach eingerichtet.

Das alles stark eingedampft. Hier die komplette Checkliste via Slideshare:

12.03.2010

WM Südafrika 2010: Kontrollierter Online-Dialog

FIFA_Logo

Es ist das grösste mondiale (Sport-)Ereignis überhaupt. Und findet 2010 erstmals auf dem afrikanischen Kontinent statt. Die PR-Arbeit bleibt Einweg – im Web findet wenig Dialog statt.

Die Mitglieder der Zürcher PR Gesellschaft liessen sich diese Woche exklusiv – und gar von Sepp Blatter himself persönlich begrüsst – in die Geheimnisse der FIFA-PR einweihen (Bildbericht dazu ist in Arbeit). Erste und wichtigste Erkenntnis: Die grösste und mächtigste Sportorganisation kocht auch nur mit (wenn auch mit kostbarem) Wasser. Die grösste Herausforderungen sind logistischer Art: Nicht weniger als 20′000 Medienschaffende werden vor Ort akkreditiert und betreut.

Dialog: ja, aber
Wie geht die FIFA mit dem Online-Dialog um? Die gute Nachricht zuerst: Bereits heute ist mit dem Kapitel «Nachrichten» ein vorbildlicher, umfassender  Newsroom eingerichtet. Mit Nachrichten, Gerüchten («Ballgeflüster»), Foto- und Videogalerie etc.:

fifa newsroom
Offensichtlich bleibt dieser Dialog bewusst auf die unverfänglichen Themen des Spiels und seiner Akteure beschränkt. So können unter «Ihre Meinung zählt» wohl WM-Erinnerungen, Tipps und Analysen ausgetauscht werden – die richtig spannenden Kontroversen wie die Torlinientechnologie oder der harzende Ticketverkauf in Südafrika bleiben aber unangesprochen.

Social Media: noch nicht
Bei der Integration von Social Media Elementen bleibt die FIFA bei Anfrage vage: Es seien erste Massnahmen und Tests geplant – Südafrika sei jedoch noch zu früh für eine umfasssende Integration von Twitter, Facebook und Co.. Interessant der Umgang im Web mit den Medien. Noch vor der WM wird ein umfassendes Online-Mediencenter eingerichtet (heute noch nicht online). Dieses steht allerdings nur akkreditierten Medienschaffenden via LogIn offen – der Bloggergemeinde wird dieser Mediencorner also verschlossen bleiben.

Die FIFA bleibt damit das grosse, mächtige, unantast- und erreichbare Machtzentrum des Fussballs. Das wird gut gehen, solange die Spiele krisenfrei und die Begeisterung ungebrochen bleibt. Langfristig aber würde Dialog und Offenheit der Positionierung des Sportgiganten gut tun. Schliesslich hätte diese Organisation auch die Ressourcen dazu – alleine im Webteam arbeiten 70 Personen (zugegeben: man sieht es der Seite an). Und während ich mich noch auf das südafrikanische Eröffnungsspiel freue, bin ich darum schon gespannt auf die Austragung 2014 in Brasilien.

05.03.2010

Was ist eigentlich: …das Internet der Dinge?

HumansDieser Megatrend ist noch nicht in unserem Bewusstsein angekommen: Das Internet öffnet sich – und vernetzt virtuelle mit realen Welten: das «Internet der Dinge».

Warum haben sich «Second Life» & Co. (noch) nicht durchgesetzt? Weil wir Nutzer/innen diese künstliche, virtuelle Welten – die noch nie rund und reibungslos funktionierten – nicht mit unserem «richtigen Leben» verbinden konnten. Das «Internet der Dinge» hingegen verknüpft die Informationen von Dingen – mit weitreichenden Konsequenzen auf betriebswirtschaftliche Prozesse und Konsumverhalten.

Die kommunikative Intelligenz «der Dinge»
Die Daten sind jetzt nicht mehr auf unseren Desktop- oder Mobil-Geräten präsent – sondern in «den Dingen». Die Datenübertragung erfolgt via RFID-Chip (Radio Frequency Identification). Er wird mikroklein auf Produkte, Gebäude, Menschen, Tiere geklebt und erfasst und sendet berührungslos Daten. Diese Transmitter ermöglichen die Verbindung von Waren mit ihrer Umgebung und geben ihr damit Intelligenz. Der Kühlschrank bestellt fehlende Waren, das Bibliotheksbuch wird automatisch ausgecheckt, die Supermarktartikel generieren Produktempfehlungen.

Privatheit oder Bedienernutzen – ein Dilemma
Die Technologie ist heute noch aufwändig, teuer und natürlich umstritten. Die Zeit wird diese Hürden senken; in der Logistikbranche ist die Technologie schon weit verbreitet, die Kosten werden sinken und der Konsumentenwiderstand wird am Bedienernutzen bröckeln. Schon heute ist unser Umgang mit Kredit- oder Kundenkarten recht locker. Eine ganze Reihe von anschaulichen Anwendungen beschreibt der 3Sat Dokfilm – hier als YouTube-Dreiteiler abgebildet und verlinkt. Er zeigt deutlich: Virtual Reality ist echt passé. Die Zukunft gehört dem «Internet der Dinge».

Mehr Infos:
3Sat «Das Internet der Dinge» auf YouTube: Teil 2, Teil 3
bernetblog.ch: «Zukunft der Privatheit: Der Mensch 3.0 unter voller Kontrolle»

Weitere Beiträge in der Reihe «Was ist eigentlich: …:
…ein/e PR-Berater/in?»
…Cloud Computing?»
…ein Screencast?»
…das Semantic Web?»
…Web Compliance?»
…Twitter?»
…ein Social Press Release?»
…ein Widget?»
…die Craigslist?»

23.02.2010

Blogger im Profil: Philips Blog Schweiz

philipsWo sind sie – die erfolgreichen, langfristig und sorgfältig geführten  «Corporate Blogs» der Schweiz? Zahlreich sind sie nicht. Philips-PR-Mann Raphael Wermuth beantwortet die  Fragen aus unserer Blogportrait-Serie.

Philips Schweiz öffnet Schweizer Medienschaffenden (Bereich Consumer Electronics, Lifestyle, Haushalt, …)  und Konsumenten mit dem Philips Schweiz Blog ein Fenster zu ihrer vielfältigen Produktewelt und lässt Raphael Wermuth einen grossen kreativen Freiraum.

Warum bloggen Sie?
Schreiben gehört zu meinem Alltag – als wichtiger Arbeitsinhalt und als persönliche Leidenschaft. Es bereitet mir Spass, mich in Worten, Formulierungen, schriftlichen Gedanken auszudrücken. Und in unserem global tätigen Unternehmen passiert täglich viel Spannendes. Vor etwas mehr als zwei Jahren entstand daraus die Idee, rund zwei bis dreimal die Woche etwas herauszugreifen – für unsere Mitarbeiter. Der Vorläufer des heutigen Philips Schweiz Blog war nur intern. Toll ist, dass die Geschäftsleitung mir die Freiheit gibt, Artikel zu posten, die meine persönliche Meinung oder Erfahrung mit unseren Produkte widerspiegelt.

Was ist Ihre wichtigste Blogerfahrung?
Zwei Dinge: Erstens ist der Blog – zusammen mit Twitter – das schnellste mir zur Verfügung stehende Instrument, um Neuigkeiten aus unserem Haus unter die Leute zu tragen. Ein enorm effizienter Kommunikationsweg, meine ich. Daneben zeigt die Erfahrung, dass bloggen meiner anderen Passion neben dem Schreiben, dem Marathonlaufen, sehr ähnlich ist: Nur wer dran bleibt, wird Erfolg haben. Ganz klassisch: Der Weg ist das Ziel.

Was ist Ihr grösster Blogwunsch?
Viele, viele Kommentare! Nein, Spass beiseite. Ich wünsche mir auf www.blog.philips.ch mehr Interaktion mit den Blog-Lesern. Aber vielleicht ist das nur noch eine Frage der – hoffentlich kurzen – Zeit.

Unser Fazit:
Raphael Wermuth und Philips Schweiz haben mit der umfassenden Social Media Präsenz (Twitter, Flickr, YouTube) und der perfekten Integration in den Blog sehr viel richtig gemacht.  Einzig die Einbindung des Blogs auf der Website gibt Rätsel auf: Der Link ist auf der Pressesite ist schlicht nicht auffindbar. Warum nicht hier die neuesten Blogeinträge an«featuren»? Was mich zum nächsten Gedanken bringt: Der Pressecorner bleibt relativ trocken – wäre es nicht attraktiv, diesen Mediencorner zu einem Social Media Newsroom auszubauen? Den Blog könnte man dort integrieren – vielleicht würde er aber davon auch ganz abgelöst. Fehlen würde dann die persönliche, direkte Prägung durch die Autoren und der Dialog. Diesen bei einem Konsumententhema zu erreichen, ist aber nicht ganz einfach. Aber wie Raphael schreibt: Dranbleiben bringt Erfolg.

18.02.2010

Politik im Netz: Überblick im Zürcher Wahlbistro

wahlbistro_zhZürich wählt: Am 7. März gibt es Erneuerungswahlen für den Stadt- und Gemeinderat. Das Kandidat/innen-Karussell dreht und es wird diskutiert; auf Podien, am Stammtisch – und im Online-Wahlbistro.

Das Konzept stammt – da waren sie für einmal schneller – aus Bern. Der Polit-PR-Mann Mark Balsiger hat das Berner Wahlbistro im August 2008 eröffnet (bernetblog hat berichtet). Mit dem Sozialgeograf Michael Hermann hat er sich jetzt an eine Zürcher Filiale gewagt.

Betrieb im Bistro
Natürlich hat das Bistro nicht die Kommunikationskraft eines NZZVotum. Entsprechend ist die Zahl der Beiträge wohl auch etwas tiefer. Was aber gefällt ist, dass sich im Wahlbistro alle Politiker/innen ihr Profil erfassen können. Das gibt einen guten Überblick. Dabei fällt  auf, dass sich die politische Rechte offenbar schwer tut mit dem Online-Debattieren – gerade mal ein Schweizer Demokrat ist anwesend – die SVP fehlt ganz. Immerhin wird unter anderem über Zuwanderung (von Deutschen) diskutiert. Gut präsent sind SP, Grüne, Grünliberale und die FDP.

Anbindung an Social Media
Praktisch sind die Verlinkungen zu den Twitter- und Facebook-Konten der Bistro-Politiker. Und die Anbindung der Plattform an diese Netzwerke (Twitter, Facebook). Darin liegt Potenzial. Im Bistro selber könnte doch beispielsweise ein Twitterchannel (#wahlbistro) eingebaut werden… Es bleibt spannend, wie sich Meinungs-Austausch und -Bildung via Web weiter entwickelt.

09.02.2010

Download-Perle: Special Report Social Networking

cover economistEs gibt sie noch: Medientitel, die sich mit INHALT unentbehrlich machen. Der Economist begeistert mit dem «special report on social networking». Viel Know-how: spannend, umfangreich und… gratis.

In der gedruckten Ausgabe war das Spezialheft als Einleger drin. Aber keine Sorge – den «special report» gibts noch immer: via Download (Direktlink PDF/2.7MB) oder direkt im Web. Hier ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis (Klick aufs Bild öffnet Webausgabe):

inhalt economist
Gesammeltes Grundlagen-Wissen
Experten können kritisieren, dass der Report die grossen «Social Networks» Themen (Wachstum, Privatheit, Nutzen, Gefahren, Zukunft) nur sehr oberflächlich behandelt. Tatsächlich geht er kaum ins Detail – erklärt die Entwicklungen aber ausgewogen und detailliert. Gerade in Zeiten, wo viele Kommunikations-Arbeiter/innen interne Überzeugungsarbeit leisten müssen, hilft dieses Papier.

Übrigens – es stehen auch «Economist Special Reports» zu diesen Themen zur Verfügung:
Getting warmer (Globale Erwärmung und CO2-Economy)
Suspended animation (Kunstmarkt)
Getting it together at last (Brasilien-Special: Business und Finanzen)

05.02.2010

Was ist eigentlich: … ein/e PR-Berater/in?

cover chancen

«Papi, was arbeitest du?» Immer wieder fragen das meine Töchter (9 und 6). Dann beginnt das Ringen um die kindgerechte Erklärung. Einfacher machte es mir das schriftliche Berufsportrait über den «PR-Berater».

Es wurde Ende 2009 im Themen-Magazin «Chancen in Beruf und Arbeit – Marketing, Werbung, PR» (Link Bestellung, PDF-Auszug via Scribd s. auch unten) veröffentlicht. Darin abgebildet mein Werdegang und die persönliche Berufssicht als eine Facette unseres spannenden Arbeitsfeldes. Ein Zitat wird hervorgehoben: «Wir sind das Sprachrohr eines Unternehmens». Aus Sicht des externen Beraters stimmt dies nur bedingt. Das «Sprachrohr» sitzt im Idealfall ja im Unternehmen selber.

Ergänzend sehe ich heute diese drei Fähigkeiten als «Muss» für PR-Berater/innen:

Zuhören
Was braucht mein Gegenüber (egal ob Autraggebende, Medienschaffende oder andere Dialoggruppe)? Wo liegt «des Pudels Kern»? Was interessiert die relevante Bezugsgruppe? Was ist wichtig für den strategischen Gesamtblick?

Eindampfen
Immer wieder – nicht nur im Bernetblog – kochen wir eine Fülle von Infozutaten zur würzigen Bouillon ein. Und hoffen, dass diese unseren Gästen (inklusive Auftraggebern) schmeckt. Und dass sie der Sache gut tut. Wer was vom (Ein)Kochen versteht weiss, wie schwer das sein kann.

Umsetzen
Kommunikation ist Handwerk. Wir müssen die wichtigen Kniffs und Tricks aus dem Effeff beherrschen. Beim (Web)Texten, Layouten, Webdesignen, Schulen, undsofort. Ich mag diesen praktisch pragmatischen Teil.

Meine Kinder werden wohl auch in 20 Jahren noch ein verschwommenes Berufsbild ihres Vaters haben. Und nicht nur sie – selbst für uns «Betroffene» ist das Tempo des Wandels so rasend, dass die Konturen mitunter verschwimmen. Es bleibt spannend.

04.02.2010

Amnesty International: Social Media helfen Libyen-Geiseln

Social Media GipfeliFacebook und Twitter bringen inhaltleeres Gequatsche mit zero Alltagsnutzen. Dem widersprechen Amnesty International und die Schweizer Libyen-Geiseln. Sie kämpfen mit «Kerzen nach Libyen» für die Freilassung. Mit grossem Echo.

Diesen Praxisfall stellte AI-Mediensprecher Daniel Graf am zweiten Social Media Gipfel vor. Der Erfolg der Kampagne ist beeindruckend:

  • In nur zwei Wochen wurden 10000 virtuelle Solidaritätskerzen via die Kampagnensite (Konzeption, Produktion, GoingLive in 4 Tagen) angezündet.
  • Die Facebook-Seite zählt heute 6000 Fans (4000 D-CH/2000 W-CH). Tendenz steigend.
  • Es wurden über 50′000 Printpostkarten bestellt. Diese konnten mit persönlichen Nachrichten und per Briefpost an die Geiseln in der Schweizer Botschaft in Tripolis versendet werden.

Hier drei der wichtigsten Erkenntnisse, die wir zusammen mit Amnesty International daraus mitnehmen:

1. Online-Medien sind matchentscheidend
20Minuten hat mitgespielt und die Aktion mit grossen Aufmachern, Bildstrecken und einem (Gratis-)Button begleitet. Die Webstatistik von AI waren deutlich: 75% der Zugriffe kamen von 20min.ch. Daniel Graf in seiner Präsentation dazu:


2. Kampagne als Newsbrücke in die «alten Medien»

Über die Aktion wurde breit berichtet – bis hin zum Newsbeitrag in der SF-Tagesschau. Die Kommunikation über die Art der Kampagne und die grosse Solidarität im Volk hat wie ein «News-Generator» gewirkt.

3. Ressourcen, Ressourcen, Ressourcen
Eine Kampagne ist – mit einer guten Idee im Kopf – schnell angeschoben. Wer aber bewältigt die Folge-Arbeit? Wer pflegt den Dialog? Wer verschickt die Postkarten? «Dialog kennt keine Bürozeiten» weiss darum das AI-Team heute.

Anmesty International Schweiz nimmt eine geballte Ladung an Praxiswissen für die künftige Kampagnenarbeit mit. Und das Bewusstsein, dass diese Social Media Aktivitäten in die Gesamtkommunikation eingepasst werden müssen. Daniel Graf zu den geplanten Aktivitäten:

Links:
Die Präsentation von Daniel Graf «Kerze nach Libyen» auf SlideShare

Website www.socialmediagipfel.ch – nächster Anlass: 7. April 2010, 07.30h
Blogbeitrag über den #smgzh02 von Mathias Möller/Amazee

Bilder vom Anlass:
Flickr-Galerie Social Media Gipfel 2

Tweets via diese Hash-Tags:
#smgzh02 oder #smgzh2 oder #smgzh

29.01.2010

Facebook: Die Weltwoche über das neue Lagerfeuer

facebook_chFacebook ist in aller Munde und bringt Aufmerksamkeit und Leserzahlen. Die Weltwoche stellt eine Studie vor und sprach mit Marcel Bernet über die Nutzerzahlen.

Die Studie, in Auftrag gegeben von ROD, begleitete 50 Nutzer/innen durch eine einmonatige Facebook-Abstinenz. Die Reaktionen entsprachen von der Akquise der Proband/innen bis zur Auswertung ihrer Erfahrungen dem klassischen Suchtschema: Zuerst die grosse Überwindung oder gar Angst vor dem Ausstieg, gefolgt vom kalten Entzug mit Phantomschmerzen, Gereiztheit und Unverständnis bei der Peer-Group (Mitsüchtige, Community) und schliesslich die Erleichterung bei der Entdeckung von neuen alten (Sucht-) freien Lebensqualitäten.

Viele der Testpersonen – vor allem auch Studierende und Schüler/innen – waren weniger «zerstreut» und konnten sich besser auf die Arbeit oder das Lernen fokussieren. Trotzdem: Ausnahmslos alle fünfzig Teilnehmer kehrten nach den dreissig Tagen zurück ins Social Network – wollen es aber künftig «seltener, bewusster, sinnvoller» einsetzen. Wir werden sehen.

Das Virus Facebook in Zahlen
Der Weltwoche-Artikel wird begleitet von einer Infobox über Netzwerke. Marcel stand der Weltwoche Red und Antwort. Auffällig darin die Grafik mit den Facebook-Nutzerzahlen (Quelle: ROD).

nutzerzahlen schweiz facebook

Bei den 20-jährigen liegt die Abdeckung heute also schon bei nahezu neunzig Prozent. Grosses Potenzial liegt bei den Ü40-ern. Bedenkt man, dass bereits heute vierzig Prozent der Schweizer Facebook-Nutzer/innen über dreissig Jahre alt sind, merkt man: das Netzwerk wird immer erwachsener.

Siehe dazu auch unsere Beiträge über die Facebook-Nutzerzahlen:
Facebook User Schweiz: Zahlen 2009
Facebook – Muss das sein? Schweizer Reichweiten im Vergleich

15.01.2010

Zürcher PR Gesellschaft: Die Branche feiert das Neujahr

triofromhellDie PR im Jahr 2010 ist ehrlich, authentisch, direkt. Und so war der ZPRG Neujahrsapéro mit Programm und Location der etwas anderen Art.

Im Auftrag und als Teil des ZPRG-Vorstandes durfte ich als «Tätschmeister» die Verantwortung für diesen speziellen Jahresauftakt tragen. Die weit über 100 erschienenen ZPRG-ler feierten dann am vergangenen Dienstag ganz ausgelassen im famosen Zürcher Musikklub Helsinki. Musikalisch begleitet vom «Aad Hollander Trio from Hell», verköstigt von den Störköchen der «Cucina Paradiso» (empfehlenswert: flexibel, kreativ, sympathisch).

helsinki
(Fotos Markus Senn)

Das Helsinki und seine Hausband («Hier spielen wir jeden verdammten Sonntag – seit fünf Jahren!») haben sich mit schnörkelloser, aber äusserst charmanten Art in die Herzen vieler Musikliebhaber/innen gespielt – und es so zur Bekanntheit bis weit über die Landesgrenzen gebracht. Und so schwangen auch einige der ZPRG-Mitglieder das Tanzbein zum Blues, Polka, Rockabilly und Boogie des Trios.

Link Bildbericht auf der ZPRG-Website (wer findet das Bernet_PR-Team?)

15.01.2010

Neu Online: Postkartenarchiv der Zürcher ETH

seegfrörni_archivWer liebt das nicht: Uralt-Postkarten mit Ansichten von vertrauten Umgebungen. Ein Riesenschatz liegt im Bildarchiv der ETH Zürich – und ist neu online verfügbar.

Wie war das bei der Seegfrörni 1929? Wie sah die gigantische «Schwebegleitbahn» über dem Zürichsee anlässlich der Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung 1947 aus (s. Bild unten)? Wir waren nicht dabei, stöbern aber gerne in den Fotoalben unserer Vorfahren. Dies ist seit Dezember möglich im riesigen (Online-)Archiv der ETH (Pressemitteilung vom 8.12.). Von besonders grossem Reiz ist die Postkartensammlung des Unternehmers und Fotografen Adolf Feller (1876 – 1931), auffindbar via http://ba.e-pics.ethz.ch, unter «Bestände»das Stichwort «Postkartensammlung Adolf Feller» anklicken.

ZUKA

Ein Wermutstropfen für Archiv-Wühlmäuse ist die etwas holprige Usability des Archivs. Es empfiehlt sich mit möglichst klaren Suchbegriffen zu agieren, anstatt in den verschiedenen Sammlungen zu «wühlen». Viel Spass.

Beitrag zum Thema im Online-Tagi vom 9. Dezember 09

08.01.2010

Was ist eigentlich: … Augmented Reality?

USB SlotsErweitert man menschliche Sinneswahrnehmungen mit computerunterstützten Infoelementen nennt sich das «Augmented (erweiterte) Reality». Bereits heute wird dieser IT-Megatrend immer mehr Teil unseres Alltags.

Mir persönlich begegnen diese «erweiterten Realitäten» bereits in Sportübertragungen: Was diskutierten wir einst noch Freistoss-Distanzen… Heute misst sie die Maschine und blendet sie zentimetergenau ins Fernsehbild ein. Das Einsatzgebiet von «AR-Funktionen» ist breit. Wikipedia listet sie wie folgt:

  • Hilfestellung bei komplexen Aufgaben (Industrie, Medizin)
  • Navigation (Auto, Flugzeug)
  • Militär- und Katastropheneinsatz
  • Hydrologie (Wasserwirtschaft), Geologie (Geländemerkmale), Ökologie
  • Architektur (Visualisierungen im Live-Format)
  • Teamkollaboration
  • und natürlich Unterhaltung, Unterhaltung, Unterhaltung

Grundsätzlich lassen sich alle Sinne virtuell erweitern. Heutige Anwendungen beschränken sich aber weitgehend auf das Sehen. Visualisierungen werden via Bildschirm, Spezialbrille oder gar Iris-Implantat eingeblendet. Gesteuert werden die Informationen durch einen Fingerzeig, einen Blick – und einst vielleicht lediglich via Nervreiz…

Bereits sind im iPhone App Store einige Anwendungen im Angebot, die zeigen wohin es gehen kann. Allerdings beschränken diese sich hauptsächlich auf die Disziplin Navigation, Tourismus. Aber es lohnt sich, ein wenig darin zu stöbern:

10 Amazing Augmented Reality Apps (Mashable, Dezember 09)
17 Best Augmented Reality iPhone Apps (iPhoneNess, Dezember 09)
Augmented Reality auf dem iPhone (Heise, August 09)

Ach ja – ich selber darf auf meinem iPhone  nicht mitmachen bei der «AR»… Dies ermöglicht erst der eingebaute Kompass der iPhone Version 3G.

Weiter Beiträge in der Reihe «Was ist eigentlich: …:
…Cloud Computing?»
…ein Screencast?»
…das Semantic Web?»
…Web Compliance?»
…Twitter?»
…ein Social Press Release?»
…ein Widget?»
…die Craigslist?»

18.12.2009

Advents-Lesetipp: Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte

austerWer erinnert sich an den Zigarrenverkäufer Auggie Wren in Paul Austers Filmen «Smoke» und «Blue in the Face»? Ursprung der Filmklassiker ist eine kleine Weihnachtsgeschichte.

Sie erschien erstmals am Weihnachtstag 1990 in der New York Times. Und lieferte Regisseur Wayne Wang den Spielfilm-Stoff. Der kleine schöne Einband aus dem Rowohlt Verlag ist in 20 Minuten gelesen. Illustriert ist er mit stimmigen Brooklyn-Schwarz/Weiss-Impressionen. Ein wunderbares Adventsmitbringsel für Möchtegern-Heimweh-New Yorker…

Aus dem Klappentext:
Auggie Wren arbeitet als Verkäufer in einem Zigarrengeschäft an der Court Street in Brooklyn. Hier kauft Paul immer die kleinen holländischen Zigarren, die er so gerne raucht. Jahrelang hat Paul keinen Gedanken an den seltsamen kleinen Mann im blauen Kapuzenshirt verschwendet. Bis Auggie ihn eines Tages fragt, ob er bereit sei, sich seine Fotografien anzusehen. Als Paul mehr über Auggies grosse Leidenschaft, das Fotografieren, erfahren will, erzählt dieser ihm eine Geschichte: von einem Ladendiebstahl, einer verlorenen Geldbörse und dem kleinen Schwindel, den er einer alten, blinden Frau vorspielt. Eine echte Weihnachtsgeschichte eben …

Paul Auster «Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte» bei Amazon

17.12.2009

Trend: PR-Schaffende glauben an Social Media Newsroom

20Der Wind dreht: Hatten bis vor kurzem die wenigsten PR-Leute Erfahrung mit der PR 2.0, glauben sie heute ganz deutlich an deren Wichtigkeit. Das zeigt der aktuelle PR-Trendmonitor.

Wie verändert sich unser PR-Beruf in Zeiten von serbelnden Printmedien, YouTube und Facebook? Wie erreichen wir Zielgruppen und Multiplikatoren (Medien), wenn sie permanent von Informationen geflutet werden?

Laut dem PR-Trendmonitor von news aktuell und Faktenkontor stellen sich Agenturen und Medienstellen heute verstärkt diese Fragen. Auch aus meiner Praxis als SPRI-Dozent kann ich sagen: Das Interesse und Verständnis für den Online-Kanal steigt deutlich. Es wird vielen klar: Der direkte Weg via Post, Fax, Mail ist heute verstopft. Informationen kommen auch oder gar besser an via Suchmaschine, Twitter, Facebook, RSS, …

Eine Erkenntnis des Trendmonitors: Rund 75 Prozent aller Agenturen und Medienstellen haben dies erkannt und beschäftigen sich mit dem Thema Social Media Press Release oder Social Media Newsroom.

Was halten Sie von Social Media Press Releases/Newsrooms?
(Klick vergrössert Grafik)

social media umfragestatistik

In der Erkenntnis liegt erst ein kleiner Schritt Richtung Umsetzung. Heute ist es wohl so, dass PR-Verantwortliche selber in den Netzwerken schnuppern, sich testhalber ein Twitter-Profil einrichten und sich an Fachvorträgen informieren. Es braucht aber mehr:

  • Eintauchen und mitleben
    Erst wenn wir deutlich in das Thema engetaucht sind, die Funktionsweisen der PR 2.0 verstanden haben, können wir umsetzen.
  • Strategisch einbinden
    Es braucht  den strategischen Gesamtblick. Wo stützen welche Botschaften auf welchem Kanal meine kommunikativen Ziele?
  • Inhalt und Nutzen
    Welche Inhalte publizieren wir auf welchen Kanälen? Sind sie in der nötigen Qualität und Quantität (8ung: Ressourcen) vorhanden?

Und ganz zuletzt ist es ein kultureller Grundsatzentscheid: Ist unser Unternehmen, unsere Organisation bereit für den Dialog?

Link zum Trendmonitor bei Slideshare

bernetblog-Beiträge:
«Was ist eigentlich: …ein Social Press Release»
«Social Media Newsroom: Best Practice bei Electrolux»

(via mediaquell.com)

11.12.2009

Bloggerin im Profil: Miriam Meckel

portrait_meckelStehen das schnelle Web und akademischer Tiefgang in unvereinbarem Widerspruch? Nein. Das beweist der Blog von Miriam Meckel, Kommunikationsfachfrau,  Uni-Professorin und umtriebige Webnutzerin.

Warum sich Miriam Meckel zusätzlich noch via Blog und Twitter mitteilt, erklärt sie in den drei Fragen unserer Serie Blogger im Profil:

Warum bloggen Sie?
In meinem Weblog publiziere ich sehr unterschiedliche Texte, manchmal solche die auch in einem anderen Medium veröffentlicht wurden, manchmal Persönliches (nicht Privates), manchmal spontane Gedanken, die mir zu meinem Themenfeld Medien und Kommunikation einfallen und an denen ich weiter dran bleiben möchte. Das geht so nur in einem Blog. Ich verändere auch mein Schreiben im Blog. Das ist zuweilen die Verschriftlichung von Gedanken beim Denken – eine tolle Erfahrung!

Was ist Ihre wichtigste Blogerfahrung?
Ich bin es ja als Wissenschaftlerin gewohnt, dass ich für alles Quellen und Beleg angeben muss. Früher mussten wir dafür komplizierte Fussnotenwerke erstellen. Wenn ich heute einen Beitrag poste, finde ich es immer wieder grandios, wie ich mit Links meinen Leserinnen und Lesern direkt den Zugang zur Quelle erschliessen kann, mit einem Mausklick.

Was ist Ihr grösster Blogwunsch?
Es gibt in der Blogosphäre ebenso wie in der realen Welt leider einige Menschen, die sich immer mit den Nachbarn über den Gartenzaun streiten müssen anstatt sich am Wetter oder an einem gemeinsamen Thema zu erfreuen. Ich wünsche mir manchmal, dass es im Netz weniger Blogwarte und mehr frei denkende, tolerante Schreiber und Kommentatoren gibt.

Nachgefragt…
«Publish or perish» – publiziere oder gehe unter – heisst ein Leitsatz im Wissenschaftsbetrieb. Sollen Professorinnen ihr Wissen auch über das schnelle Web verbreiten? Miriam Meckel dazu: «Natürlich kann und darf man als Professorin bloggen! Ich mache das aus Interesse an den sozialen Medien, aber auch weil das eines meiner Themengebiete ist, bei denen ich einfach wissen muss, was abgeht. Generell gilt aber: Ein Blog kann ein tolles Medium für inhaltliche Vertiefung sein, über das man auch mit den Studenten in Kontakt bleiben kann. Ich glaube, das scheuen manche, den Arbeitsaufwand, der ja doch damit verbunden ist, wenn man regelmässig etwas posten will.»

Und auf die Frage nach der Priorisierung erklärt Meckel: «Für mich ist die Präsenz online und offline gleich wichtig. Ich will ja unterschiedliche Zielgruppen erreichen. Die kriege ich nicht, wenn ich nur für die Zeitung schreibe oder nur blogge.»

Der Online-Besuch bei miriammeckel.de zeigt : Die fleissige Professorin versteht es vorzüglich, «Social Media Relations» aufzubauen. Sie weist hin auf ihre Präsenzen bei Facebook, Twitter oder YouTube (empfehlenswert!). Und ihre regelmässigen Blogbeiträge werden enorm gut kommentiert, was auf eine grosse Reichweite schliessen lässt. Für uns PR-Menschen und Social Media Konsumenten bleibt damit zu hoffen, dass Miriam Meckel auch künftig den Mehraufwand nicht scheut – und ihr Wissen mit uns teilt.

04.12.2009

bernetblog.ch: Erkenntnisse zum 4. Geburtstag

geburtstag_4Der bernetblog feiert Geburtstag! Hätten wir den Schritt gewagt, im Wissen um die vielen Schreibstunden? Wohl doch – die Zahlen und unsere persönlichen Resumées sind positiv.

Geburts- oder Feiertage sind auch Momente des Rückblicks, des Erinnerns. Seit November 2005 haben wir 1049 Beiträge geschrieben und 2016 Kommentare erhalten. Regelmässig üben wir intern «Blogkritik», besprechen Themen, koordinieren unseren «Redaktionsplan». Und werfen einen Blick auf die Nutzerzahlen. Hier die Kurve seit Einsatz von «Google Analytics» im September 2007:

unique_visitors_bernetblog_07_09

In den ersten beiden Jahren lasen uns also monatlich 3300 «Unique Visitors» (Anzahl unterschiedlicher Besucher). Dies verdreifachte sich bis heute auf  rund 10000 Unique Visitors monatlich. Verantwortlich für diese Steigerung war neben dem sauberen Themenfokus wohl auch die Qualität der Beiträge. Vier Jahre des Lernens haben – zum Glück – Spuren hinterlassen. Wenn ich gewisse Beiträge aus der Anfangszeit lese…

Persönlicher Rückblick der bernetblogger/innen
«Das Ziel des Schreibens ist, andere Sehen zu machen.», schrieb der Autor Joseph Conrad. Der/die Autor/in offenbart stets ein grosses Stück seiner Denke, des Wissens oder gar des Fühlens. Hier der ganz persönliche Rückblick der bernetblogger/innen (jeweils mit Link auf ihre Beitrags-Sammlung):

Sonja Stieglbauer, bloggt seit Oktober 2008
«Bloggen ist für mich von der Pflicht zur Kür geworden. Ich schätze die Freiheit oder besser die lange Leine bei Themen und Sprache. Als PR-Beraterin schreibe ich Texte aus der Position des Kunden, beim Bloggen aus meiner.»

Lilly Anderegg, bloggt seit Mai 2009
«Ein Chrampf und Zeitaufwand, der anderswo fehlt. Aber der Einsatz lohnt, nicht nur für die Online-Reputation:  Jeder Blogbeitrag zwingt auch zur aktiven Auseinandersetzung mit Themen und bedeutet für mich Wissenszuwachs und -austausch.»

Sabine Betschart, bloggt seit Januar 2006
«Ich habe Schreibroutine entwickelt – das spontane Schreiben fällt mir leichter. Gleichzeitig übte ich die journalistische Herangehensweise an ein Thema. Mit einem Ohr und einem Auge bin ich ständig auf der Pirsch nach Blogthemen.»

Marcel Bernet, bloggt seit November 2005
«Der bernetblog ist heute fester Bestandteil unseres Agenturalltags. Ich bin noch schneller geworden im Aufbereiten von Texten, Grafiken, Videos. Da wäre noch so viel Interessantes, was ich aus Zeitgründen nicht aufarbeiten kann. Für das spontane aber auch oberflächliche Weiterleiten von News setze ich  heute auf Twitter. Immer wieder frage ich mich: Liegen wir richtig mit den Themen? Was kommt an? Die Kommentare und die Besucherzahlen sind dafür ein schönes Indiz. Heute bin ich froh, dass wir den Aufbruch ins Abenteuer Blogging gewagt haben. Recherchieren und Schreiben hält uns wach, der Dialog bringt mehr Nähe zu unserem Umfeld.»

Dominik Allemann, bloggt seit November 2005
«Hätte ich all die Vorträge, Symposien, Blogcamps besucht ohne meinen «journalistischen» Auftrag? Hätte ich die Wirkung des dialogischen Webs, der Social Media gelebt und verstanden? Hätten wir dem rasanten Entwicklungstempo folgen können? Wir ahnten nicht, wie weit die Konsequenzen dieses «Going Live» reichen werden. Heute sind wir froh drum – dass wirs nicht wussten und trotzdem wagten.»

Was wir wohl beim 10. Geburtstag schreiben werden?

Weitere Geburtstagsbeiträge im bernetblog:
bernetblog.ch: Die schnelle Schwester (der allererste Beitrag)
Ein Jahr bernetblog.ch – Die Schnelle Schwester braucht viel Benzin…
Happy Birthday – Der bernetblog wird zwei Jahre alt
Happy Birthday bernetblog – mit Wettbewerb (3. Geburtstag)

03.12.2009

Medientalk Uni Zürich: Zukunft der Leitmedien

uni_zuerichKeine Leitmedien-Diskussion ohne Konfrontation von Online mit Print. Der vierte «Medientalk» an der Uni Zürich zeugte vor allem von – Ratlosigkeit.

Der Abend schloss die Viererreihe (hier mein Bericht über Teil 3 über die «Sonntagsmedien») des «NZZ-Medientalks» ab, die gemäss Schlusswort für das kommende Jahr wieder evaluiert werden soll.

Wieder war der Saal gut und zu geschätzten Dritteln gefüllt mit Fachleuten, Studis und Rentnern. Es sprachen Uni-Publizistikprofessor Frank Esser und René Zeller, Leiter NZZ-Inland. Hier – ganz boulevardesk verkürzt – die kernigsten Aussagen aus den Kurzreferaten:

NZZ-Redaktor Zeller: «Kein Verlag kann ohne Online-Strategie überleben – aber keiner weiss, wo das Geld liegt.»
Für ein reines Printprodukt sieht René Zeller keine Zukunft – darum müssen alle Publikationen in den sauren weil teuren Online-Apfel beissen. Die NZZ tut dies mit einem integrierten Modell – die Redaktionen arbeiten miteinander und nicht nebeneinander. Dabei sei es ein punktuelles Abwägen, wann «online first» gelte und wann auf eine Parallel- oder Vorab-Publikation verzichtet würde. Die Online-NZZ habe darum Erfolg, weil sie sich konsequent auf ihr Qualitätsversprechen berufe und so den wertvollen Brand der «alten Dame» schütze. Dabei unterschlug Zeller, dass die Online-NZZ in der Vergangenheit Leser an die Boulevard-Konkurrenz abgeben musste.

Uni-Professor Esser: «Zu retten sind nicht die Verlagshäuser – schützenswert ist der Qualitätsjournalismus.»
Was heute verkaufe und sich etabliere, sei der polemisch-empörende Meinungsjournalismus. Dazu komme der Trend der Medienkonvergenz (Online/Print) und eine allgemeine Redimensionierung des Medienkonsums. Was unter steigendem Kostendruck und – ach, die Krise – Inserateschwund leide, sei der investigative, erklärende Hintergrundjournalismus. Er und nur er gehöre geschützt. Aber wie? Staatsintervention? Stiftungen? Hohe Abopreise? Antworten oder Ansätze dazu gab Esser keine. Aber eine düstere Ahnung davon, was es bedeutet, wenn Qualitätsinformation zum Privileg einer wohlhabenden Elite wird.

Während des Abends erreichte mich via iPhone-Tagi-App die «Breaking News» über die Gefängnisstrafe der Schweizer Lybiengeiseln. Die NZZ doppelte erst einige Minuten später nach – ohne Push-App notabene – und veröffentlichte dann die haargenau gleiche Agenturmeldung. Was mir beweist: Online gewinnt, wer mit Tempo und Kürze neue Leser gewinnt. Und mit neuen Technologien mitgeht. Diesem Speed kann sich – Qualität hin oder her – auch die NZZ nicht entziehen.

26.11.2009

Anstoss-Newsletter: Mit sich selber befreundet sein

regenschirm_im_schnee_quadratDie Weihnachtstage rücken näher. Erholung vom Ritt auf dem Alltagskarussell ist in Sicht. Eine Gelegenheit, sich in der «Kunst der Lebensführung» zu üben. Der aktuelle «Bernet-Anstoss» darum: philosophisch aber konkret.

Mit unserem E-Mail-Newsletter (Abo, Archiv) geben wir im Zweimonatsrhythmus Anstösse mit Praxistipps. Neben Fachlichem thematisieren wir  auch Philosophisches – zum Beispiel in der November-Ausgabe das «Mit sich selbst befreundet sein – Die Kunst der Lebensführung». Vielleicht lässt uns diese Fertigkeit, oder zumindest die Übung darin, ein wenig zur Ruhe zu finden. Um Kraft zu schöpfen für den schnellen Alltag.

Selbstliebe – wo alles beginnt
Unser Anstoss beschreibt die Kunst des «Loslassens» und die zehn Fächer in der Schulung des Bewusstseins nach Wilhelm Schmid. Und macht Vorschläge für Ihren ganz konkreten Akt der Selbstliebe. Hier ein Auszug:

  • Staunen Sie darüber, was Sie können und erreicht haben. Blicken Sie für einmal zurück auf den bisherigen Weg – anstatt immer nach oben, auf den Gipfel zu starren.
  • Stellen Sie sich vor, ein Geschenk zu sein für sich und andere. Das fällt oft schwer. Denn wir werden dauernd beurteilt, beurteilen andere – und uns selbst am strengsten. Gibt es eine Person, die für Sie ein Geschenk ist? Öffnen Sie sich für die Vorstellung, dass diese Person sie ebenfalls als Geschenk empfindet. Dieser Einstieg kann Ihnen die Selbstakzeptanz erleichtern.
  • Geben Sie Wertschätzung weiter, ohne Erwartung. Sagen Sie anderen, was Sie an ihnen schätzen. Nennen Sie die konkrete Handlung, wie Sie diese erleben, was sie bei Ihnen für Gefühle auslöst. Ohne damit etwas erreichen zu wollen – weder Wohlverhalten noch Dankbarkeit.

Wie immer mit so konkreten Tipps zur Lebensführung. Es braucht Geduld, bis sie eingesickert sind in das tiefste Innern unserer Gewohnheiten. Aber sind sie dort einmal angekommen… Wir wünschen auf diesem Weg kurzweilige Lektüre des November-Anstosses.

Weitere «philosophische» Bernet-Anstösse:
«Stille – 5 Tipps zum Abschalten», November 2008
«Ausdauertipps  für Arbeit und Freizeit», August 2006

20.11.2009

Bernet zeigt Kunst: Schön war die Vernissage

4dNoch sind da und dort in unserer Agentur die letzten Spuren der gestrigen Vernissage zu sehen. Zahlreich waren die Gäste und sie blieben lange. Immer wieder eine schöne Abwechslung.

Es ist immer erfrischend, die Agentur für eine kurze Zeit in eine Galerie zu verwandeln. Bereits zum vierten Mal durften wir einladen und gingen mit den Holz- und Stahlskulpturen erstmals in die dritte Dimension. Neben den Gastkünstlern Hilmar Jess, Daniel Eggli und Monika Hollenstein stellte erstmals auch Marcel Bernet selber aus. Und freute sich über sehr positives Echo auf seine Werke.

Hilmar musste seine «Stahlwerke» leider bereits wieder nach Deutschland mitnehmen. Die Holzskulpturen bleiben aber noch bis Weihnachten bei uns. Besucht uns und schaut sie in natura an – wir freuen uns!

Hier gibts einen Augenschein und via oder via #Agenturvernissage die Life-Twiterstattung.

17.11.2009

Bildung im Internet: Social Media Nutzung Teil 1

schulbank_klein.jpgWer ist näher dran an den Social Medias als die «Digital Natives», die Lernenden und Studierenden? Wie nutzen sie diese Kanäle? Und wie gehen Bildungsinstitute mit Social Media um? Eine mehrteilige Annäherung.

Recherchen im Bildungsumfeld zeigen: Hochschulen sind (im deutschsprachigen Raum) noch nicht dort angekommen, wo sich ihre Zielgruppe täglich stundenlang rumtreibt. Anders bei Institutionen im Ausland. Mehr dazu in einem nächsten Beitrag dieses Mehrteilers.

Als inspirativer Einstieg ins Thema hier ein Film einer Klasse der Kansas State University (hier der YouTube-Kanal von Dr. Michael Wesch – gute Beiträge und entsprechend viele Abonnenten: 14653!). So sehen die Studierenden sich selber als «Digital Natives».

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