Social Media Gipfel: Menschen kommunizieren, nicht Institutionen

Menschlichkeit, persönliche Beziehungen und Gespräche sind im Christentum von jeher wichtig. Am 41. Social Media Gipfel zum Thema «Community Management von Mensch zu Mensch» gaben zwei Experten Einblick, wie diese Werte im Social Web umgesetzt werden: Pascale Huber, Geschäftsführerin Reformierte Medien und Charles Martig, Direktor des Katholischen Medienzentrums. 

Die christlichen Kirchen bringen über 2000 Jahre Erfahrung in der Kommunikation und im Community Building mit. Wie setzen sie diese Erfahrungen online ein? Kann eine solch traditionelle Gemeinschaft auch online funktionieren? Ja, sind beide Referenten überzeugt. Und nicht nur das: Das Social Web bietet niederschwellige Möglichkeiten für den Dialog. Dazu laden die Landeskirchen explizit auch Aussenstehende ein. Jede Meinung ist zulässig, Fragen sind erwünscht.

Fünf Learnings für jeden Kommunikationsexperten

  • Strategisch vorgehen: Was sind unsere Themen? Wie kommunizieren wir? Mit wem und wo? Diese grundlegenden Fragen gilt es zu klären und die Aktivitäten danach auszurichten.
  • Weltnah kommunizieren: Das Vorwissen der User ist sehr unterschiedlich. «Für den Dialog gilt es, den kleinsten gemeinsamen Nenner in der Community zu finden und die User abzuholen», so Pascale Huber. «Wir laden dazu ein, Fragen zu stellen und erklären zum Beispiel gerne jedes Jahr, warum wir Pfingsten feiern.»
  • Regeln festlegen: Frauen, Muslime, Flüchtlinge – Themen, die polarisieren. Hier sind Guidelines wichtig. Das Katholische Medienzentrum schult all seine Mitarbeitenden im Umgang mit kritischen oder verletzenden Kommentaren. Jede Meinung ist zugelassen – solange sie nicht gegen die definierte Netiquette verstösst. Bei Ausfälligkeiten wird eingegriffen – moderierend oder in Extremfällen durch eine Sperrung des Users.
  • Experimentieren und diskutieren: Social Media sei kein Projekt, sondern ein Prozess, betont Pascale Huber. Ihr Erfolgsrezept: ausprobieren, diskutieren, auf das Bauchgefühl hören und aus Fehlern und Erfolgen lernen.
  • Menschlich sein: Nicht Institutionen kommunizieren, sondern Menschen. Und das soll spürbar sein. Für Charles Martig ist das Vertrauen in die Mitarbeitenden zentral. Die Mitarbeitenden sollen den Spielraum der Social-Media-Richtlinien nutzen und ihre Ich-Perspektive einbringen.

Das Fazit: Es gilt, die richtige Balance zu finden. Offen, authentisch, persönlich und leichtfüssig kommunizieren und doch einer Strategie folgen. Rahmen und Regeln festlegen, aber Raum für Individualität lassen. Das gilt für Unternehmen genauso wie für Institutionen.

Ein spezieller Dank für das Sponsoring von Kaffee, Gipfeli und Technik geht an aspectra. Ohne die Sponsoren wäre die Durchführung des #smgzh nicht möglich. Herzlichen Dank!

Social Media Gipfel Community Management von Mensch zu Mensch 1. November 2017 from socialmediagipfel on Vimeo.

Zu den Bildern des 41. Gipfels von Boris Baldingerflickr.com

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Bernet_PR unterstützt den CAS Community Communication der ZHAW und hat mit Martina Bürge die Kursleitung inne. Der nächste Kurs startet im Januar, Kurzentschlossene können sich noch anmelden.

Weiterführende Links:

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Checkliste Community Management: Entscheid, Aufbau, Aktivieren, Pflege
Community Communication im Profil: Praxisbeispiele Community Communication im bernetblog
im bernetblog: Was ist Community Communication

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