Journalisten im Web: Michael Wettstein, Redaktor bei Radio Argovia

Argovia-Redaktor Michael Wettstein nutzt Social Media genauer Facebook und Twitter für die Themensuche. Nebst der Recherche sieht er in den Sozialen Medien für das Regionalradio eine Chance für ehrlichen und offenen Dialog mit den Hörern.

Die Serie «Journalisten im Web» portraitiert Redaktorinnen und Redaktoren und ihren Alltag im Social Web im Rahmen einer qualitativen Studie von Bernet_PR und der ZHAW. Die Zusammenfassung und Auswertung der Studie erfolgt (bereits zum zweiten Mal nach 2015) im Herbst 2017. Der Hashtag zur Studie: #jstudie.

In der Argovia-Redaktion sind Social Media für den Reporterdienst hilfreich. Vor allem Twitter und Facebook helfen bei der Themensuche, auch wenn sie im Moment noch zweitrangig sind. Wichtiger sind offizielle Mitteilungen per E-Mail oder Agenturmeldungen.

Trotzdem ergeben sich daraus immer wieder Geschichten. «Manchmal stosse ich auf Facebook-Seiten wie Polizeiticker.ch auf polizeiliche Meldungen, bevor ich den offiziellen Versand sehe.» Oder ein beliebtes Social-Media-Thema gibt Anlass zu einem redaktionellen Beitrag. Aktuelles Beispiel: Die grosse Kritik an Migros und Coop, weil diese mehrfach verpacktes Plastikspielzeug verteilen, obwohl sie mit kostenpflichtigen Plastiksäcken angeblich Plastik einsparen möchten.

Online-Team bewirtschaftet die Social-Media-Kanäle

«Früher hatten wir alle Zugang zur Facebook-Seite. Mit dem neuen Auftritt wurde ein Online-Team gebildet. Seither habe ich als Redaktor nichts mehr mit dem Social-Media-Auftritt zu tun.» Michael Wettstein schreibt also «nur» den Online-Beitrag selber und stellt diesen online. Das zweiköpfige Online-Team verpackt diesen dann in Tweets oder einen Facebook-Post.

Unverfälschte Rückmeldungen auf Facebook

Auf Twitter wird jeder redaktionelle Beitrag geteilt. Direkte Rückmeldungen oder Reaktionen gibt es selten.

Auf Facebook hingegen ist der Rücklauf grösser – sei es zu redaktionellen Beiträgen, Sprüchen aus der Morgenshow oder dem Musikprogramm. «Der Austausch mit dem Publikum ist für uns sehr wichtig. Früher haben die Leute angerufen oder eine E-Mail geschrieben. Heute läuft das über Facebook. Hier bekommen wir ehrliches Feedback – ehrlicher als wenn wir danach fragen würden.» Aber Facebook ist in erster Linie ein Marketinginstrument. Hier werden Verlosungen und Mitmach-Aktionen beworben – und ein bis zwei redaktionelle Beiträge pro Tag gepostet.

Beliebte Hochrechnungen

Aber nicht nur Hörer, auch Medien werden über Social Media erreicht. «Unsere Hochrechnungen bei Wahlen und Abstimmungen sind sehr gut. Wenn wir die twittern, werden wir häufig auch von grösseren Medien wie dem Tages-Anzeiger zitiert.»

Argovia Fäscht und Tiergeschichten

Und bei den Hörern? Was ist da beliebt? Mit Abstand am meisten Resonanz bringt das Argovia Fäscht. Im Alltag hingegen sind vor allem Tiergeschichten beliebt: der Kaninchenhof, der geschlossen werden muss; oder die Mäusebussard-Attacke auf einen Jogger. «Das sind nicht die politischen Themen.»

Steckbrief

  • Michael Wettstein, 36 Jahre
  • Journalist seit: 2012
  • Auf Facebook seit: 2008
  • Auf Twitter seit: 2013
  • Auf Instagram seit: 2017

Weiterführend:

Alle Artikel über unsere Studie «Journalisten im Web»

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Medien, Studien

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