Journalisten im Web: Andrea Jansen, TV-Frau, Journalistin und Bloggerin

Die Berner Journalistin, Moderatorin und Bloggerin Andrea Jansen schätzt Social Media für sich. Sie nutzt die Kanäle gezielt und aufs Publikum zugeschnitten. Social Media sieht sie als Horizonterweiterung, um aus der eigenen kleinen Welt auszubrechen.

Die Serie «Journalisten im Web» portraitiert Redaktorinnen und Redaktoren und ihren Alltag im Social Web im Rahmen einer qualitativen Studie von Bernet_PR und der ZHAW. Die Zusammenfassung und Auswertung der Studie erfolgt (bereits zum zweiten Mal nach 2015) im Frühling 2017. Der Hashtag zur Studie: #jstudie.

«Momentan bin ich sehr auf meinen Blog anyworkingmom.com konzentriert. Deshalb sind die Social Media Kanäle auch meine wichtigsten Tools, um meine publizistischen Leistungen zu verbreiten. Für mich ist Social Media eine faszinierende Welt.» Vorzugsweise nutzt Jansen Social Media, um herauszufinden, wie andere Menschen zu bestimmten Themen stehen und wie sie darüber denken. Für Jansen spielt Social Media täglich eine Rolle. «Ich nutze Instagram, Twitter, Facebook und Pinterest. Wobei ich bei Pinterest noch nicht ganz angekommen bin. Snapchat nutze ich nicht. Ich finde, dass dieser Kanal für die jüngere Generation gemacht ist. Auf Instagram existiert die Funktion «Instagram Stories», was für mich durchaus eine bessere Option ist.»


Bild von Martina Strul

Twitter, Facebook, Instagram und Snapchat im Vergleich

Die Social Media Kanäle Twitter, Facebook, Instagram und Snapchat sieht sie aufgeteilt in Subgruppen. Als Beispiel Twitter: «In der Schweiz sind besonders viele Journalisten, Marketingverantwortliche und Werber aktiv sind – ich kommuniziere also mit ähnlichen Berufsgruppen», sagt Jansen. Instagram wiederum ist nach Ihrer Meinung sehr international geprägt. «Instagram drückt für mich deshalb die grosse weite Welt aus. Demgegenüber sehe ich Facebook – vor allem in den Gruppen – zusammengesetzt aus verschiedenen kleinen Dörfern.»

Auf den Social Media Kanälen trifft Jansen auf Menschen, denen sie im realen Leben wohl nie über den Weg gelaufen wäre. Sie findet es spannend und bereichernd, deren Gedankengänge und Meinungen zu verfolgen, auch wenn sie oft von ihren eigenen abweichen. «Die Menschen auf Facebook sind wirklich sehr offen. Der Fundus an interessanten Lebensgeschichten ist schier unerschöpflich.» Jansen findet, im News- und Aktualitäten Bereich liefert Twitter das grösste Potenzial an Geschichten. Im People- Lebens- und Gesellschaftsbereich hingegen liegt Facebook vorne. Jansen ist sich bewusst, dass sie sich mit ihren Posts auf Social Media exponiert, und dass diese unkontrolliert weiter verbreitet werden können: «Deshalb ist für mich besonders wichtig, dass ich hinter jedem veröffentlichten Wort und jedem Satz zu 100% stehen kann.»

Mehrwert von Twitter & Co.

Twitter spielt bei der Suche nach Informationen für Jansen zunehmend eine wichtigere Rolle. «Ein Beispiel: Ich schrieb ein Kinderhörspiel auf Schweizerdeutsch. Für eine war ich auf der Suche nach einem Feuerwehrmann, der mir Auskunft über Fachbegriffe aus der Welt der Feuerwehr auf Schweizerdeutsch geben würde. Ich startete einen Aufruf bei meinen 4’800 Followern auf Twitter und innert zehn Minuten hatte ich über zehn Kontakte. Das zeigt mir, wie dynamisch, zeitsparend und informativ Social Media ist.» Social Media hat die Arbeitsschritte von Jansen verändert. Mittlerweile sucht sie gezielt nach Personen, die über das gesuchte Know-how verfügen und fragt sie direkt an. «Ich finde man erhält durch Social Media schneller die relevanten und direkten Quellen und Informationen», ergänzt Jansen.Wie sieht es aus mit der Verlässlichkeit der Quellen? Dafür kann sich Jansen auf das direkte Know-how, wie es beim Feuerwehrmann der Fall war, stützen. «Benötige ich allerdings weitere Fakten für eine Story, die abgestützt sein muss, suche ich nach ergänzenden, verlässlichen Quellen. Nur so kann ich den Sachverhalt bestätigen.»

Persönlicher Austausch mit Social Media

Resonanz erhält Jansen mit ihren Posts durch Provokation oder Humor. Grundsätzlich entsteht Interaktion auf den sozialen Medien durch Emotionen. Und wie kommuniziert Jansen online mit ihrem Publikum? «Für mich gehört es einfach dazu, dass ich auf Anfragen immer reagiere und so online mit meinem Publikum im Dialog stehe.» Auf diese Weise ergaben sich bereits Folgegeschichten. So schrieb Jansen auf ihrem Blog einen Artikel über Kinderlosigkeit, nachdem sie per E-Mail von einer Leserin auf die Thematik angesprochen wurde. Und was für Menschen erreicht Jansen? «Durch meinen Blog und wohl auch mit meinen Social Media Kanälen erreiche ich Menschen in ähnlichen Lebenssituationen. Vorwiegend sind es Frauen, zwischen 24 – 35 Jahren, die meinen Blog lesen. Die meisten haben Kinder und so wie ich das aus den Statistiken lesen kann, ist es ein vorwiegend urbanes Publikum.»

Steckbrief

Andrea Jansen, 36, seit ca. 13 Jahren Journalistin

  • Journalistin seit: ca. 2003
  • Private Nutzung von Social Media: Täglich, Facebook, Twitter, Instagram und gelegentlich Pinterest
  • Auf Facebook seit: 2007
  • Auf Twitter seit: 2009
  • Auf Instagram seit: 2013
  • Auf Pinterest seit: 2016
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