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Und statt aber: Wie uns die Wortwahl beeinflusst

Jeden Tag arbeiten wir mit Wörtern, gesprochen oder geschrieben. Da schleichen sich schnell Muster ein. Dies ist eine Anregung um die eigene Wortwahl bei fünf konkreten Wörtern zu überdenken. Das verändert etwas bei sich selbst und beim Empfänger. 

Der Titel war vielversprechend: Fünf Wörter, die das Arbeitsleben verändern. Der Artikel untertrieb – im besten Fall beeinflussen diese Wörter nicht nur das Arbeitsleben, sondern die eigene Einstellung und die seines Umfeldes. Die Theorie stammt von Bernard Roth, ein Ingenieur und Professor an der Universität in Stanford. In seinem Buch «The Achievement Habit» beschreibt er den Effekt, den man erzielt, wenn man Wörter durch andere ersetzt. Hier sind fünf Wörter zum sofort ausprobieren.

Neutral bleiben: «und» statt «aber»
Ein «aber» macht aus einem neutralen Satz oft eine negativen – unnötigerweise. Ersetzt man «aber» mit «und» verzichtet man auf die Wertung und gibt Raum für Gedanken und Konversationen. Das «und» ermöglicht den Umgang mit dem Umstand. Roths Beispiel:
1. Ich möchte dieses Praktikum aber ich habe Angst vor dem Fliegen.
2. Ich möchte dieses Praktikum und ich habe Angst vor dem Fliegen.
Die zweite Aussage ist nicht abgeschlossen – die Person schränkt sich nicht ein.

Selbst gewählt: «wollen» statt «müssen»
Sobald wir sagen «ich muss» sagen und glauben wir, dass es nicht unsere Wahl ist. Das stimmt oft nicht. Roth geht soweit, dass er sagt, alles was im Leben tun – sogar die Dinge, die wir nicht mögen – ist faktisch, was wir uns selbst aussuchen. Wenn wir «wollen» verwenden, bedeutet es mehr Ziel als Last.

Im Moment denken: «ich werde nicht» statt «ich kann nicht»
«Ich kann nicht» ist endgültig, abwehrend und wirkt hilflos. Es ist ein Grund und oftmals auch eine Vorab-Entschuldigung aus Angst, etwas zu wenig gut zu machen. Roth erklärt es am Beispiel vom Schwimmen:
1. Ich kann nicht schwimmen.
2. Ich werde nicht schwimmen.
Mit «ich werde nicht» ist die Situation im Moment gemeint. Roth hebt hier die eigene Entscheidung der Person heraus, nicht zu schwimmen. Er sieht die mangelnde Fähigkeit nicht als Unmöglichkeit per se, denn Schwimmen kann man lernen.

Mehr wünschen: «wünschen» statt «befürchten»
Roth bezeichnet «ich befürchte» als den meist blockierenden Ausdruck. Er rät zu mehr Wünschen statt Sorgen. Statt sich damit zu beschäftigen, was alles schief gehen kann, fokussiert man auf Erstrebenswertes.

Selbstverantwortung lassen: «unterstützen» statt «helfen»
Selbst wenn man nach Hilfe fragt, heisst es nicht, dass es nicht auch ohne geht. Mit «unterstützen» statt helfen liegt die Verantwortung beim Fragenden.

Und jetzt?
Roth lässt seine Studierenden eine Woche lang testen.  Ziehen Sie es einen ganzen Tag durch. Schon dann ist das Resultat erstaunlich.

Weiterführende Links:
- «5 Words and Phrases that can change your Worklife» bei Fast Company  
-  Buch «The Achievement Habit» von Bernard Roth
- Bernetblogbeitrag zu «ich» statt «du» mit «Gordons Kommunikationsmodell» 

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