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Die jungen Wilden von heute: Wer sie sind und was sie bewegen

Wer sind die Freigeister, welche die Kommunikations- und Medienbranche heute auf Trab halten? Was wollen sie? Und was setzen sie um? Der Communication Summit am vergangenen Dienstagabend in Zürich lieferte nur einen Teil der Antworten. Der Bernetblog hat bei den Teilnehmenden der Podiumsdiskussion Nik Schwab und Luzia Tschirky nachgebohrt.

Frank A. Meyer ‘s Eröffnungsrede am Communication Summit 2016 (#comsum16) an der ETH beschreibt treffend, wo sich junge Wilde heute bewegen: In einem beschleunigten Umfeld, das digitale Netz-Kompetenz erfordert. In einem der Kriege, Katastrophen, Bedrohungen. Ein demokratisches Umfeld, das Fragen zulässt, aber mit politischem Druck.

Wer sind die jungen Wilden von heute?
Nik Schwab, Jahrgang 1983, selbständiger PR-Berater, Gewinner des Swiss Award Corporate Communications 2015, beschreibt «die jungen Wilden»als «unkonventionell denkend und handelnd». Es sind Menschen, die «so haben wir das schon immer gemacht» nicht akzeptieren und Dinge bewusst anders angehen. Sie setzten unkonventionelle Ideen in bisher starren Unternehmen um. Schwab weiss, wie schwierig das in Grosskonzernen sein kann. Er glaubt, dass junge Wilde als Selbständige oder Angestellte in einer kleinen Agentur mehr bewegen können.

Für Luzia Tschirky, Jahrgang 1990, Journalistin und Bloggerin, sind junge Wilde Journalisten wie sie, die aus Leidenschaft und Überzeugung eigene Projekten und Themenschwerpunkte umsetzen, wie Negative WhiteJournalismus YTsüridie Perspektive oder auch Hansi Voigt, der als Person alle Kriterien von jung und wild erfüllt. Für Tschirky, selbst eine Vertreterin der jungen Wilden, ist die finanzielle Absicherung zweitrangig. Sie geht Risiken ein, setzt viel auf eine Karte und argumentiert gegen (Kultur-)Pessimismus und Zynismus.

Neue Maßstäbe für gute Kommunikation/guten Journalismus
Für Schwab orientiert sich wirksame Kommunikation am Empfänger. Unternehmen müssen sich noch stärker auf die Bedürfnissen ihrer Zielgruppen eingehen, anstatt die eigenen in den Vordergrund zu stellen. Auch werden zu oft Werbebotschaften platziert, die sich als leere Worthülsen entpuppen. Gute Kommunikation basiert auf relevanten Inhalten. «Guter Journalismus ist nahe bei den Themen und den Menschen», so Tschirky. Er schaue hinter verschlossene Türen, verbreite Wissen, kläre auf und schaffe Verständnis. Als Beispiel nennt sie Buzzfeed World. In erster Linie «Quoten bolzen» – wie ein ehemaliger Vorgesetzter von ihr guten Journalismus bezeichnete, ist für die junge Wilde nicht gut genug.

Das bewegen sie
Nik Schwab will Unternehmen davon abbringen, inhaltsleere, generische Kommunikation zu betreiben. «Die Öffentlichkeit soll Freude an den Inhalten von Unternehmen haben». Für diesen Vorsatz kämpft er in jedem seiner Projekte. Luzia Tschirky möchte aus Überzeugung arbeiten und diesbezüglich an ihrem letzten Arbeitstag zufrieden auf die geleistete Arbeit zurückblicken können. Sie hofft, dass neue Technologien einen «echten Diskurs»und die Medienfreiheit fördern. Tschirky wirkt heute ehrenamtlich bei Junge Journalisten Schweiz und Medienfrauen Schweiz mit.

Wer versteht etwas anderes unter «jung und wild»? Und wer kennt weitere nennenswerte Beispiele? Der Bernetblog freut sich über Anregungen und Ergänzungen.

Weiterführende Informationen
Beispiele «junge wilde Journalisten in Deutschland»: Bento (Spiegel Online), Ze.tt (Die Zeit), Jetzt.de (Süddeutsche Zeitung)
Der Bericht zum Communication Summit auf persoenlich.ch: «Das Phantom der jungen Wilden»
Der Bericht von Bluereport: «Nur eine junge Wilde am #ComSum16»

Blogbild von: Markus Senn

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