Dreikönigstagung 2016: Mit diesen 7 Online-Trends geht die NZZ in die Zukunft

Dem Online-Medienkonsum gehört die Zukunft. Darüber ist man sich einig. Gleichzeitig sind alle Akteure auf der fieberhaften Suche nach neuen Ideen zu Produktion, Distribution und Wirtschaftlichkeit. Die NZZ erklärte an der Dreikönigstagung der Verleger praxinah ihren digitalen Weg. 

In der zweiten Januar-Woche treffen sich Chefredaktoren, Verleger und Journalisten zur Dreikönigstagung. Es ist ein männliches und eher ergrautes Publikum, dass sich zu den Herausforderungen der Schweizer Medien austauscht. Es sind hier – wie in vielen grossen Unternehmen – nicht die Digital Natives, welche Antworten suchen auf die grossen Herausforderungen.

Die 7 Online-Trends und die Interpretation der NZZ

Man hört interessiert zu. Beispielsweise Anita Zielina, der neuen Chefredaktorin Digitale Produkte der NZZ. Sie startete beim oesterreichischen Standard, arbeitete in ähnlicher Position beim deutschen Stern und lernte zum Thema in Stanford.

Entlang von sieben Online-Trends erklärte Zielina den digitalen Weg des Traditionshauses:

  1. Journalismus als Kern
    Die Strategie mit klarem Fokus auf die Publizistik bildet sich online ab: Der Inhalt ist die Essenz. Die Journalisten werden mit einer einfachen Toolbox beim digitalen Storytelling unterstützt.
  2. Distributed Content
    Keine Scheu beim Testen von neuen Distributions-Arten. Auch Versuche mit Facebook Instant Articles oder dem Online-Kiosk Blendle wurden gestartet.
  3. Interdisziplinäre Produktentwicklung
    Noch gebe es eine «Wand» zwischen Journalismus, Marketing und Webtech. Sie sei jedoch deutlich niedriger und durchlässiger geworden. Neue Produkte werden gemeinsam entwickelt.
  4. Kundenorientierung, User centered Design
    «Der Köder muss dem Fisch schmecken…» – das journalistische Produkt nicht als Selbstzweck dienen, sondern soll hochwertiges Gut sein, das gefällt und Freude macht in der Anwendung.
  5. Einheitliche Technologiebasis
    Damit verschiedene Produktlinien und Akteure miteinander funktionieren, müssen sie mit den gleichen Werkzeugen arbeiten. Das bringt Effizienz, gemeinsames Verständnis und Einheitlichkeit.
  6. Data Driven Publishing Metrics
    Die NZZ hat in ihrem Digital-Team mit David Bauer und Florian Steglich zwei Experten (Interview bei Persönlich) mit Lust und Affinität am Programmieren und Arbeiten mit Daten. Diese Expertise wird genutzt in der journalistischen Arbeit und in der Produktgestaltung. Als beispielhaftes Tool für die Echtzeit-Auswertung nennt Zielina Chartbeat.
  7. Personalisierung
    Wer ist der typische NZZ-Leser? Das Publikum wird heterogener. Die Portionierung des Medienkonsums wird vielfältiger. NZZ Selekt (Slogan «Tiefgang für Zwischendurch») berücksichtigt als neues Produkt diese Individualität. Wer bekommt was, wo und wieviel. Dieses Thema wird wichtiger.

Das Referat von Anita Zielina war wohltuend praxisnah. Die digitale Welt, verstanden als Chance für die Weiterentwicklung eines hochqualitativen Produkts. Auch für Kommunikations-Profis liegt hier Substanz: Die sieben strategischen Prinzipien sind auch in der Unternehmens-Kommunikation einsetzbar.

Weiterführend: 
alle bernetblog-Beiträge zur Dreikönigstagung
Rückblick auf das Chefredaktions-Podium von persoenlich.com
Verlegerpräsident Lebruments Rede zur Beziehung zur SRG

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