Deutsche Studie «Recherchieren 2015»: Suchmaschinen top, Recherchedienste im Kommen

Das Institut für Organisationskommunikation der Universität der Bundeswehr München hat deutsche Journalistinnen und Journalisten zu ihren Recherche-Gewohnheiten befragt. Die Antworten zeigen: Suchmaschinen sind die beliebtesten Recherche-Instrumente, neuartige Recherchedienste und Soziale Netzwerke werden von Journalisten vermehrt genutzt.

Die Studie «Recherchieren 2015» ist eine Fortführung der Studie «Das Google-Dilemma» aus dem Jahr 2013. Damals wurden die Journalisten zu ihrem Verhältnis zu den PR-Verantwortlichen sowie zu ihren Quellen befragt. Die diesjährige Studie befasste sich zusätzlich mit Sozialen Netzwerken, Recherchediensten und der Nutzung von mobilen Geräten zum Recherchieren.

Recherche über Suchmaschinen
Am häufigsten nutzen Journalistinnen und Journalisten Google und Co.: 45.2 Prozent der Befragten recherchieren über Suchmaschinen. Persönliche Kontakte rangieren an zweiter Stelle (12.6 Prozent), haben aber laut den Befragten abgenommen. Überhaupt werden Artikel vermehrt kalt geschrieben – die Journalisten verlassen ihren Schreibtisch im Vergleich zu 2013 seltener. 11.9 Prozent fragen übers Telefon nach. Spannend für PR-Verantwortliche: Nur gerade 8 Prozent der Befragten nutzen Medienmitteilungen zu Recherchezwecken.

Kuchengrafik grau-rot beliebteste Recherchetools

 

Recherchedienste werden in Deutschland beliebter
Insgesamt nutzen nur 0.2 Prozent aller befragten Journalisten Recherchedienste. Aber jeder zehnte Journalist hat bereits ein solches Online-Tool genutzt, 9 Prozent planen, dies in Zukunft zu tun. Und die Mehrheit der Befragten kennt diese Tools nicht (17 Prozent) oder will sie noch nicht einsetzen (64 Prozent), ist aber der Meinung, dass sie ein Bestandteil des Journalistenalltags sind. Ein Beispiel für ein solches Tool ist recherchescout.com. Registrierte Journalisten stellen eine Frage, definieren das Thema und die Frist, worauf Medienstellen und Agenturen im deutschsprachigen Raum eine E-Mail mit der Anfrage erhalten und sich melden, wenn Sie eine Antwort liefern können.

Soziale Netzwerke immer beliebter
24 Prozent aller Befragten nutzen soziale Netzwerke mehrmals täglich für ihre Arbeit oder einmal pro Tag (14 Prozent), einmal pro Woche (17 Prozent) oder weniger als dreimal pro Monat (23 Prozent). Journalistinnen und Journalisten bevorzugen Facebook, YouTube und Twitter. Auch xing spielt mittlerweile eine grosse Rolle. 47 Prozent erhofft sich, neue Themen zu finden, 38 Prozent nutzen die sozialen Medien als Monitoring-Tool für die eigene Berichterstattung, 35 Prozent suchen Quellen. Spannend: Nur 12 Prozent der befragten Personen ist der Meinung, dass auf Facebook und Co. keine journalistischen Regeln gelten, die Mehrheit geht bei den Recherchen nach journalistischen Standards vor.

Mobile Geräte als wichtige Arbeits-Instrumente
Smartphones, Tablets, etc. sind auch für Journalisten wichtige Alltagstools geworden: 48 Prozent nutzen sie täglich oder einmal täglich (10 Prozent) für Instant-Recherche überall und immer. 70 Prozent der Nutzer rufen darüber ihre E-Mails ab, 58 Prozent surfen über den Mobile-Browser und 44 Prozent nutzen Nachrichten-Apps.

Details zur Studie
Befragt wurden 20’000 Journalistinnen und Journalisten aus Deutschland aus Print, Online, TV, Radio und Blog via Online-Befragung. Der Grossteil der Befragten (77.9 Prozent) bringt über 10 Jahre Erfahrung im Journalismus mit, ist online-affin, arbeitet überregional und schreibt für ein Fachpublikum. Die gesamte Studie kann hier nachgelesen werden.

Weiterführend
Wichtige Kommunikations-Studien 2015

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