Listen and connect: Social Media als Helfer für Diplomatie und Journalismus

Am 31. Social Media Gipfel in Bern zeigte die US-Botschafterin Suzi LeVine, wie sie mit Social Media Kontakt zur Schweiz knüpft. Sie weiss dabei auch einzustecken. Ex-US-Korrespondent Arthur Honegger findet auf Twitter neue Öffentlichkeiten. Die schönsten Praxisbeispiele vom Gipfel in der US-Botschaft.

In Entrée und Wohnstube stehen Bilder der Familie LeVine: mit Barack Obama, mit Bill und Hillary Clinton – und mit der Hündin Vegas (#ambassadog). Mittendrin fand unter Kronleuchtern der 31. Social Media Gipfel statt, zu Gast in der US-Botschaft in Bern.

 

Neben der Botschafterin Suzi LeVine sprach SRF-Journalist Arthur Honegger über den Einsatz von Social Media als US-Korrespondent.

«Feedback is always a gift»

Dass uns die US-Botschafterin LeVine gleich in der Residenz empfängt, ist exemplarisch. Die Diplomatin geht auf Leute zu, hört zu und exponiert sich.

«Feedback is always a gift» laute eines ihrer wichtigsten Credos. Auch wenn es kritisch ist, wie jenes auf ihre Tweets zu den Skilift-Schlangen in Adelboden auf Twitter. Dafür erntete sie eine giftige Blick-Schlagzeile, einen SI-Kaktus und öffentliche Kritik. Solches Feedback sei ein Geschenk, denn dadurch sei sie mit sehr vielen Leuten in Kontakt gekommen. Zudem wirke die Kritik als Eisbrecher: Sie intensivierte den Austausch und die Kommunikation. Noch heute werde sie darauf angesprochen. Facebook und Twitter wirken in der Kommunikation der US-Botschaft auch als Verstärker. So verlängern sie zum Beispiel den Besuch in einem Gymnasium ins Web, wo sich Schülerinnen und Schüler auf dem Selfie von Suzi LeVine selber taggen.

Twitter schafft neue Öffentlichkeiten zu Themen

Arthur Honegger, heute 10-vor-10-Moderator, sprach über seine Erfahrungen mit Social Media als US-Korrespondent. Er nutzt vor allem Twitter, als schnellen und glaubwürdigen Newskanal und um selber zu publizieren. Als Newskanal hat ihm Twitter zum Beispiel im Fall Strauss-Kahn die Arbeit erleichtert: Um Live-Schaltungen zu machen, musste er den Gerichtsaal und die laufende Verhandlung verlassen. Auf dem Laufenden blieb er dank Leuten, die aus dem Saal twitterten – gebündelt in einer spezifischen Twitter-Liste. Twitter sei deshalb so spannend, weil es rund um Themen neue Öffentlichkeiten schaffen könne, im Gegensatz zum geschlossenen Netzwerk bei Facebook.

  Ein regelrechter Hashtag-Hit ist Honegger mit #swissbachmann gelungen: Der Primeur über die Doppelbürgerschaft von Teaparty-Politikerin Michelle Bachmann löste auf Twitter eine Empörungswelle aus. Die Geschichte des Schweizer Fernsehens fand dank Youtube und Twitter innert Kürze eine riesige internationale Öffentlichkeit. Mit der Folge, dass Michelle Bachmann ihre Schweizer Staatsbürgerschaft abtrat.

Sind so Menschen?

Die Abkürzung SoMe solle man umdeuten, sagte Arthur Honegger zum Schluss: «So sind Menschen» sei passender als «Social Media», den die schneller Kanäle zeige den Menschen hinter dem Journalisten, der Diplomatin. Kritiker mögen einwenden, dass das Bild unserer selbst auf Social-Media-Egos hochgradig konstruiert und geschönt sei. Stimmt. Die beiden Beispiele zeigen aber: Social Media machen den Eindruck dank Bildern, Aktualität und Dialog vor allem vielfältiger. Und dadurch greifbarer.

Fotos von Boris Baldinger:

 SMGBE 31 - Social Media Gipfel Goes America

Weiterführend

Alle Tweets zu #smgbe
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