Kuratieren – Pro und Kontras für Medien, Konsumenten und Unternehmen

Kuratieren liegt im Trend. Auf Plattformen wie Twitter, Medienmonitor.ch und Niuws wird dies bereits gemacht. Anstatt selbst Content zu erstellen, werden Inhalte von anderen ausgewählt, empfohlen und gebündelt zur Verfügung gestellt. Ein kurzer Kommentar zu einem Artikel, eine Verlinkung darauf, fertig. Was bedeutet diese Entwicklung für Medien, Konsumenten und Unternehmen?

Eines ist sicher: die heutige Informationsflut überfordert News-Konsumenten. Das weckt das Bedürfnis, mit wenig Aufwand an die richtigen Informationen zu gelangen. Einige Unternehmen haben dies erkannt und die Lösung dieses Problems zum Geschäftsmodell gemacht. Damit bringen sie Steine ins Rollen.

Lösen Kuratierungs-Plattformen Medienhäuser ab?
Was geschieht, wenn immer mehr Journalisten auf eigenen Plattformen wie Blogs News zu spezifischen Themengebieten kuratieren? Was, wenn sich immer mehr Leser über solche Plattformen informieren, anstatt über die Seiten der Medienhäuser? Lösen Kuratierungs-Portale Medienhäuser ab? An der Morgenveranstaltung #niuwsum8 wirft der Niuws-Gründer Peter Hogenkamp diese Fragen zur Entwicklung der Medienbranche in die Runde. Eine erste Antwort darauf: Medien, die recherchieren und gute Inhalte produzieren, wird es immer brauchen.

Subjektive Selektion der Inhalte
Kuratoren bieten News-Konsumenten einiges: themenspezifische News auf einem Kanal, Zeiteinsparung und Unterhaltung. Und sie wählen ihre Inhalte subjektiv. Werden Leser durch die persönliche Meinung und Auswahl der kuratierten Berichte beeinflusst? Möglicherweise, jedoch nicht unbedingt mehr als beim Konsum von News der Medienhäusern. Kuratoren sind tendenziell freier in der Wahl der Berichte, die sie kommentieren. Sie haben persönliche Beweggründe, warum sie einen Artikel wählen und einen anderen nicht. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, zu erfahren, wer der Kurator ist.

Chancen und Gefahren für Unternehmen
Welchen Einfluss hat dies auf die Kommunikation von Unternehmen? Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • Kurationsplattformen können eine Konkurrenz zum Corporate Blog oder Corporate Newsroom darstellen, weil sich die Leser möglicherweise für andere Plattformen entscheiden.
  • Unternehmen können selbst Inhalte kuratieren und so einfach Content für die eigenen Plattformen generieren.
  • Curator Relations: die Beziehungspflege zu Kuratoren gewinnt an Bedeutung. Denn sie entscheiden, ob sie den Artikel zum Unternehmen berücksichtigen und ob sie ihn positiv oder negativ kommentieren.
  • Angebote wie der «Curation Service» von Newscron können spannend sein für Unternehmen. Sie bieten kostengünstig themenspezifische Inhalte an, die Unternehmen aus Ressourcengründen nicht selbst generieren können.

Noch ist nicht klar, wohin die Reise geht und ob auf den Zug aufgesprungen oder abgewartet werden soll. Persönlich rate ich zu: abwägen und eigene Erfahrungen sammeln, beispielsweise, indem Sie auf Plattformen wie Niuws und Medienmonitor lesen und auf Twitter oder im Corporate Blog selber kuratieren.

Weiterführende Informationen
Bernetblog-Beitrag «Neue Zielgruppe, neuer Kanal: Themen-Aggregatoren»
Zum Angebot von Newscron für Unternehmen
Zur Niuws-App
Einen Blick auf den Medienmonitor 

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