Campaigning: Warum es die neue Denkhaltung braucht

Wir stecken mitten drin und mögens schon nicht mehr lesen, hören und sehen – der Wahlkampf ist eine klassische «Kampagne». Was hat es mit dem «Campaigning» auf sich – gibt es Unterschiede zu Werbung oder PR? Mit welchen Widerständen kämpfen Campaigner? 

Die Macher des Campaigning Summit 2016 verkürzen die Zeit bis im März mit Zwischen-Events. Und starteten mit dem Podiumsgespräch (bei Twitter: #csch16) zweier Campaigner von Greenpeace und Economiesuisse. Dabei ging es viel um Widerstände, Erwartungen, Ziele und um Begrifflichkeiten: Was ist neu am «Campaigning»-Ansatz?

Campaigning als Denkweise erkennen und Kanäle vernetzen

Nicht die Abgrenzung zu PR oder Werbung macht es aus. Letztlich bezieht sich Kampagnen-Arbeit nicht auf einen Anwendungsbereich. Es gilt, das eigene Netzwerk zu erweitern, bestärken und für seine Ziele zu gewinnen. Das «Campaigning» ist als Denkhaltung zu leben und Kanäle sowie Kommunikations-Strategien aus Werbung (to sell), Public Relations (to tell) miteinander zu verknüpfen. Die moderne Kampagne erreicht ein stark fragmentiertes Publikum mit heterogenen Voraussetzungen heute nur noch mit ganz spezifischen Angeboten.

Widerstände abbauen – Schwellen richtig setzen

Wir öffnen eine Vielzahl an Kommunikations-Kanälen und überfordern uns und unsere Zielgruppen gleichzeitig durch die Infoflut. Wir stehen im ständigen Dilemma zwischen Infolust und Aufmerksamkeits-Knappheit. Darauf müssen Kommunikations-Profis konsequent reagieren: Um beim Info-Empfänger eine Chance zu haben, bieten wir ihm die Botschaft auf dem bevorzugten Kanal und in richtiger Portionierung an. Vereine, Verbände oder Gewerkschaften haben zunehmend Mühe mit der persönlichen Mobilisierung. Die Versammlungskultur von einst weicht dem sehr viel schwieriger zu steuernden Aktionismus.

«Immer weniger Menschen sind heute bereit, viel zu tun. Immer mehr Menschen sind heute bereit, wenig zu tun.» Sushil Aerthott, economiesuisse

 

Darum eine Erkenntnis aus dem Podiumsgepräch: «Campaigning» als vernetzende Denkhaltung unterstützt uns dabei, aus den Bedürfnissen einer Interessensgemeinschaft eine Bewegung zu machen und möglichst viele betroffene Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen (und Kommunikations-Mitteln) zu involvieren.

Zum Begriff: zeitlich begrenzt, mobilisierend

Das Nachschlagewerk erklärt: Aus dem lateinischen «Campus» für das flache Feld wurde schon vor Jahrhunderten der Feldzug oder die Kampagne. Diese entwickelte sich dann wiederum für Kaufmänner, Bauern und später eben Werbetreibende zum Synonym für die zeitlich begrenzte Aktion mit Mobilisierung von Gleichgesinnten. knowhownonprofit.org definiert das so: «Organisierte Massnahmen rund um ein spezifisches Anliegen um eine Verhaltens- oder Einstellungsveränderung bei Institutionen oder spezifischen Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Die Mobilisierung von Kräften durch eine Organisation oder Person um soziale, ökonomische, ökologische oder politische Ziele zu erreichen.»

Weiterführend:
bernetblog-Beiträge zum Thema «Campaigning» 

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