Resilienz: die sieben Faktoren der inneren Stärke

Das diesjährige HarbourClub Symposium befasste sich mit dem Thema «Ruhe vor dem Sturm: Kommunikation im Zeitgeist der Emotionen». In stürmischen und emotionalen Zeiten braucht es Stärke. Insbesondere auch als Kommunikationsprofi, um die Informationsflut bewältigen und die verschiedenen Kommunikationskanäle bespielen zu können. Unter Druck optimistisch, gelassen und zielorientiert zu bleiben, hat auch mit der sogenannten Resilienz-Fähigkeit zu tun.

Das Referat von Dr. Denis Mourlane am Symposium und sein Buch «Resilienz – Die unentdeckte Fähigkeit der wirklich Erfolgreichen» inspirierten mich. Mourlane sprach über die Resilienzfaktoren und den unbändigen Willen, dass es einem gut geht.

Resilienz ist die Fähigkeit, Krisen und Rückschläge als Anlass für die eigene Weiterentwicklung zu nehmen. Man kann Resilienz auch als psychische Widerstandsfähigkeit beschreiben. Das Gegenteil von Resilienz ist Verwundbarkeit.

Diese sieben Faktoren machen laut Mourlane einen reslilienten Menschen aus:

    1. Emotionen steuern
      Die Fähigkeit, die eigenen Emotionen zu lenken, ist zentral. Menschen mit einer hohen Resilienz ergreifen die richtigen Massnahmen, dass es ihnen emotional rasch wieder gut geht und sie glücklich sind. Sie können sich zwar über Situationen ärgern, schaffen es aber sehr schnell, den eigenen Ärger zu überwinden.
    2. Impulse kontrollieren
      Resiliente Menschen  sind sehr diszipliniert und lassen sich kaum ablenken. Sie schaffen es, ihre Impulse – auch unter grossem Druck – zu steuern. Nicht nur in emotionalen Situationen, sondern auch im Alltag. Das ist beispielsweise bei Aufgaben, die man nicht so gerne erledigt von Vorteil: resiliente Menschen bringen ihre Arbeit zielorientiert und konzentriert zu Ende. Das reduziert den Stress und die Komplexität.
    3. Kausalität analysieren
      Menschen mit einer hohen Reslilienz nehmen sich Zeit, Situationen genau zu analysieren. Sie erkennen die Gründe, die in einer bestimmten Situation die negativen Gefühle auslösen. Das ermöglicht ihnen, die entsprechenden Massnahmen zu ergreifen, um sich besser zu fühlen. Sie lernen daraus und machen den gleichen Fehler kein zweites Mal.
    4. Situationen ändern
      Das eigene Schicksal selber beeinflussen zu können, daran glauben resiliente Menschen. Sie sind überzeugt, dass sie durch ihr eigenes Verhalten sich selber und Dinge rundherum zum Besseren ändern können. Sie verfallen also nicht in eine Opferhaltung, sondern haben ihr Leben fest in den eigenen Händen.
    5. Optimistisch denken
      Resiliente Menschen glauben, dass sich Dinge zum Positiven wenden. Dies tun sie aufgrund von Tatsachen: sie schauen der Realität ehrlich ins Auge. Sie reden die Situation nicht einfach schön und versuchen diese dadurch zu verharmlosen.
    6. Empathie entgegenbringen
      Menschen mit Empathie können sich in die Gedanken und Gefühlswelt eines anderen Menschen versetzen – die Perspektive wechseln. In der heutigen sehr auf das Individuum konzentrierten Welt ist das eine wichtige Fähigkeit. Gerade auch in der Beratung ist es hilfreich, wenn man sich in das Gegenüber hineinversetzen kann. So lernt man den Kunden und seine Bedürfnisse besser kennen und holt ihn dort ab, wo er steht.
    7. Ziele verfolgen
      Resiliente Menschen besitzen klare Ziele und verfolgen diese mit hoher Disziplin. Dabei lassen sie sich auch nicht von Rückschlägen entmutigen. Sie können aber auch einschätzen, wann sie ein gefasstes Ziel aufgeben müssen – sie schauen den Tatsachen in die Augen. In einem weiteren Schritt setzen sie sich aber sofort die nächsten Ziele und verfolgen diese diszipliniert weiter.

Resilienz ist lernbar – diese sieben Faktoren kann man weiterentwickeln. Die Ausprägung jedes einzelnen Faktors kann unterschiedlich sein. Man kann sich also in bestimmten Situationen beobachten und überlegen, an welchem Punkt man unbedingt arbeiten muss. So können sich resliliente Menschen eine hohe Resilienz aneignen.

Resilienz hat also nichts mit Schönreden und Bagatellisieren zu tun. Das führt zu schlaflosen Nächten – die Probleme brodeln im Innern weiter. Hoch resiliente Menschen schauen den Tatsachen in die Augen. Sie stellen sich den unangenehmen Situationen, handeln angemessen und können so ihre psychische Gesundheit erhalten.

Weitere Informationen: 
Buch «Resilienz – Die unentdeckte Fähigkeit der wirklich Erfolgreichen»
HarbourClub Symposium
bernetblog-Artikel «Was ist eigentlich…: Resilienz?»
alle bernetblog-Artikel zum Thema Krisenkommunikation

Ein Kommentar zu Resilienz: die sieben Faktoren der inneren Stärke

  1. Dominik Allemann schrieb:

    Heute noch bei FastForward diese ziemlich treffenden 6 Stärken von «resilienten» Menschen:
    - Beziehungen aufbauen
    - verschiedene Identitäten leben
    - Verletzungen/Niederlagen in einem anderen Kontext sehen
    - Fehler/Niederlagen akzeptieren und eingestehen
    - vergeben (sich und anderen)
    - einen Sinn für die eigenen Lebensinhalte

    Scheint mir treffend.

    http://www.fastcompany.com/3024368/6-habits-of-resilient-people

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