Der Gartner Hype Cycle: aus dem Nähkästchen der Techies

Technologische Entwicklungen sind oft weit vorhersehbar – Jahre bevor Sie sich in Arbeit oder Freizeit etablieren. Ein wichtiger Trendbarometer der Techies heisst «Gartner Hype Cycle». Immer im August beschreibt das US Beratungs- und Forschungs-Unternehmen, was uns technisch bevorsteht. Und was sich bereits etabliert hat. 

Die Grafik von Gartner reiht auf eine einfache Weise die Technik-Trends auf eine Hype-Kurve, vertikal mit dem Wert für die Erwartungen und Sichtbarkeit und horizontal die Zeitachse. Sie beginnt mit der technischen Innovation (3D Scanner, holografische Displays), erhöht sich auf den «Gipfel der überzogenen Erwartungen» (hier finden wir dieses Jahr «Big Data» oder «Gamification») und sinkt nachher ab in das Tief der Desillusionierung (Cloud, Virtual Reality), bevor es sich dann via den Pfad der Erleuchtung (3D Druck, biometrische Erkennung) auf das Plateau der Produktivität schwingt.

Für Hardware- und Software-Anbieter, für Unternehmer und Tech-Interessierte ist der Hype Cycle ein wichtiger Indikator zur Planung ihrer Aktivitäten. Gartner fasst die wichtigsten Erkenntnisse für 2013 in der Pressemitteilung vom 19. August zusammen und beschreibt dabei die verschiedenen Arten der Kooperation von Mensch und Maschine:

    1. Die Maschine unterstützt die Menschen
      Technologie eingebaut  in unsere Kleider, bioakustische Sensoren für die Analyse von Signalen oder Schnittstellen zwischen unserem Gehirn und technischen Anwendungen: Diese Entwicklungen können gemäss Gartner die Produktivität und Qualität unserer Leistungen deutlich steigern.
    2. Die Maschine ersetzt den Menschen
      Der Ersatz durch die Maschine muss nicht ein Fluch für uns Menschen sein. Gerade bei gefährlicher, besonders repetitiver oder umfangreicher Arbeit wird diese Unterstützung zum Segen.
    3. Mensch und Maschine arbeiten zusammen
      Und manchmal ist die Kombination beider Welten sinnvoll: Die Effizienz und die Rationalität der Maschine und das emotionale Gespür und die Fähigkeit mit neuem umzugehen des Menschen.
    4. Die Maschine lernt den Menschen und seine Umgebung verstehen
      Damit Mensch und Maschine interagieren, müssen sie sich zuerst verstehen. Darum sind Technologien des Zusammenspiels und Erkennens im Hype-Cycle auf der steigenden Kurve. Hier geht es darum, dass die Maschine den Menschen biologisch (Sinne, Gehirn, Aussagen/Daten) verstehen lernt und interagieren kann.
    5. Der Mensch versteht die Maschine besser
      Damit die Maschine noch mehr Arbeit übernehmen kann, müssen auch wir Menschen ihr vertrauen und sie verstehen – die Interaktion muss verbessert werden. Hier tragen Technologien rund um das «Internet der Dinge» (im bernetblog kürzlich thematisiert)  oder das Verstehen von Datenströmen bei.
    6. Menschen und Maschinen werden klüger
      Wenn die Maschine den Menschen besser versteht (bioanalytische Verfahren) und der Mensch der Maschine vertrauen kann, wächst die Intelligenz und Leistungsfähigkeit auf beiden Seiten.

Einige der Trends werden noch mehr als ein Jahrzehnt brauchen, um sich definitiv und produktiv in unserem Alltag zu etablieren. Einige werden sterben oder überholt sein, bevor sie dieses Plateau erreicht haben. Spannend bleibt es, den Hype Cycle weiter zu verfolgen. Oder sich beim Studium der Version 2005 zu vergnügen: der Tablet Computer steckte damals im «Tief der Desillusionierung»…

weiterführende Links: 
bernetblog September 2009: Hype Cycle – verliert Facebook den Reiz?
bernetblog über IT Luftblasen im 2009
InsideIT und Netzwoche über den Gartner Hype Cycle 2013

 

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