Chatroom statt Ablage? Wie Intranets den Austausch fördern

Intranets werden persönlich. Anstelle von Ablagen und Formularen rückt der Kontakt zu Mitarbeitern. Neue Intranets bieten ausgebaute Profile, personalisierte Suchmaschinen und Dialogelemente wie in Sozialen Netzwerken. Das zeigen die Beispiele von der Intranet Best Practice Konferenz vom 3. Juli in Bern.

An der Intranet Best Practice Konferenz des Internet-Briefings in Bern gewährten fünf Unternehmen Einblick in ihr Intranet: die fenaco-Gruppe, Ringier, Netcetera, die SBB und die Mobiliar. Björn Böller (@knalleffekt) hat das mit dem Intranet Design Annual ausgezeichnete Intranet der Mobiliar bereits bei uns am Social Media Gipfel vorgestellt, wir haben darüber berichtet (Blogpost).

Der Trend: Intranets werden persönlicher. Sie machen Fachwissen verfügbar, indem sie den Austausch erleichtern. Die Referenten der Intranet-Konferenz setzen dies vor allem mit ausgebauten Mitarbeiterprofilen und Dialogelementen um. Drei Details illustrieren dies:

Ringier: motivierende Likes vom CEO

Bei Ringier zeigt eine Episode den Wert von Dialogelementen: Im eigenen Intranet können Mitarbeiter jeden Beitrag kommentieren und mit einem «Like» bewerten. Die Projektleitung rund um Prisca Wolfensberger (@PriscaWolfi) stand dieser Funktion zuerst skeptisch gegenüber. Bis CEO Mark Walder begann, «Likes» zu verteilen, damit Anerkennung zeigte und das Engagement im Intranet steigerte.

Erst Personen, dann Dokumente: Netcetera Intranet-Suchmaschine

Intranet-Suchen liefern als Resultate oft einen Schwall von PDFs und anderen Dokumenten. Die Suche nach relevanten Informationen ist wie die nach der «Nadel im Nadelhaufen», sagt Netcetera CTO Corsin Decurtins (@corsin). Die Resultate sind ungeordnet und unhandlich zugleich. Seine neu entwickelte Intranet-Suchmaschine gewichtet die Treffer nach Interner Logik: massgeblich sind unter anderem Datum, Dateityp oder der Projektstand. Und vor allem: Mitarbeiterprofile erscheinen in den Resultaten weit oben. Zur Zeit arbeitet Decurtins daran, die Suche zu personalisieren, sodass Mitarbeiter auf ihre Funktion zugeschnittene Resultate erhalten.

SBB mit mehr persönlichen Informationen

Wer spielt Tennis, trainiert für den nächsten Lauf, interessiert sich für Aviatik? Wenn wir unsere Arbeitkollegen kennen lernen, interessiert neben den Fachinfomationen immer auch der Mensch. Deshalb baut die SBB (@theokeusch, Leiter interne e-Medien) die Mitarbeiterprofile gezielt mit der Möglichkeit aus, persönliche Informationen zu publizieren.

Persönliche Informationen und Echtzeit-Kommunikation ist also gefragt. Ganz oben in der Rangliste der meistgenutzten Seiten steht aber bei fast allen Beispielen der Intranet-Konferenz – die Menukarte. Dann folgen Angebote für Ermässigungen und Aktionen. Bis sich das Intranet also auch in der Praxis primär als Austauschplattform durchgesetzt hat, braucht es wohl vor allem zwei Dinge: Zeit und Vorreiter.

Deshalb interessieren uns eure Beispiele: Welches sind die meistgenutzten Seiten? Funktioniert das Intranet bei euch bereits als Treffpunkt und Kontaktplattform? Wie kam es soweit?

Weiterführend:

Twitter-Wall zur Intranet Best Practice Konferenz
Social Media Gipfel: Intranet, Digital Workplace statt Mauerblümchen
Anstoss-Newsletter: Erfolgsfaktoren für eine starke interne Kommunikation

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