PR Trends 2013: Integration – ohne Social Media Abteilung

Wohin führen die PR Trends 2013? Integrieren ist angesagt: Das Einstimmen auf ein Gesamtkonzert von Inhalten, über Kanal- und Abteilungsgrenzen hinweg. Social Media wird Alltag, integriert in marktnahe Funktionen. Kommunikation wird sich mehr mit Video, Google+ und LinkedIn befassen.

Voraussagen sind schwierig, vor allem, wenn es dabei um die Zukunft geht. Trotzdem glaube ich, dass uns 2013 vor allem ein Stichwort begleiten wird: Integration. Und zwar auf drei Ebenen:

Integrierte Abläufe – Social Media am Markt

Social Media wird normal, gehört einfach zur Online-Kommunikation. Diese wiederum ergänzt Print und persönliche Auftritte. Was einfach klingt, wird 2013 noch ein bisschen selbstverständlicher. Wir haben von 1995 bis 2005 gelernt, Online-Kommunikation aufzubauen und sie in Kundendienst, Marketing, PR und HR einzubinden. Den Umgang mit Twitter, Facebook & Co. werden wir ebenso ins Daily Business integrieren. Unterstützt von einer Fachperson in Kommunikation oder Marketing, die das Ganze koordiniert und vorantreibt.

Christian Lüdi, Social Media Manager von SWISS, ist im Global Marketing untergebracht. «Die Umsetzung geschieht in den Abteilungen, bei den Spezialisten an der Front.» Product Manager, Service Center Teams, Medienstellen rund um den Globus  schalten Inhalte auf und führen Dialoge. «Es wird nie eine Social-Media-Abteilung bei SWISS geben», sagt der Netzwerker eines Unternehmens, das früh auf den Online-Dialog gesetzt hat.

Integrierte Inhalte – mit Gesamtsicht

Ja, ich wiederhole mich (Trends 2011 und 2012). Trotzdem sehen wir in verschiedenen Projekten, dass Organisationen noch weit entfernt davon sind, Inhalte aus verschiedenen Quellen

  • mit einer Gesamtsicht aufeinander abzustimmen
  • kanalgerecht zu variieren
  • mit Print und Events abzugleichen

Gute Beispiele liefern unter anderem die Migros mit der Online-/Print-Abstimmung des Magazins, natürlich die Inhalts-Maschine Red Bull oder die clever vermarktete Content-Strategie von Coke. Jede Marke ist ein Newsroom, meint die US-amerikanische Reporterin Manoush Zomorodi.

Relevante, sozial vernetzte Inhalte werden leichter gefunden. Kommunikation wird sich 2013 verstärkt mit Google+ auseinandersetzen und dem Ranking von Autorinnen und Autoren. Wer’s besser macht, holt mehr Reichweite.

Integration von Mobile, Video, LinkedIn

Als Drittes ein Blick auf eher taktische Dinge, die aus meiner Sicht die PR Trends 2013 prägen. Mögen Sie «mobile» als Trend schon gar nicht mehr hören? Wen es noch interessiert: wir haben einiges darüber geschrieben. 2013 werden wir weitere Schritte hin zur Verbindung von mobil + lokal gehen, mit Funktionen von Facebook, Google, vielleicht Apple Maps. Sie alle wollen uns die nächste Pizzeria zeigen und dem Pizzaiolo mobile Werbung verkaufen. Verbunden mit sozialen Daten über Pizza-Präferenzen unserer Freunde. Wer von Laufkundschaft profitiert, muss sich hier einbringen.

Bilder waren schon immer wichtig, Video wird uns 2013 stärker beschäftigen. Ein Indiz dafür liefern aus meiner Sicht die Video-Initiativen der US-amerikanischer Verleger. Bewegtbilder locken stärker – vorausgesetzt, sie sind aktuell, kurz und unterhaltsam, was Ressourcen bedingt. Auf der Nutzerseite gehen wir in eine Zukunft, in der alle zu Videoproduzenten werden. Smartphones sind Kamera, Ton- und Schnittplatz zugleich. Google macht mit «Capture» den Upload zum Kinderspiel, Plattformen wie Viddy oder Tout springen auf den Trend auf.

Bei der Verbreitung von Fachinhalten gewinnen Xing und LinkedIn an Bedeutung, als Teil einer ganzheitlichen Content Strategie. Tipps zum Umgang mit diesen Netzwerken in unserm Newsletter.

Auch diese Liste liesse sich fortsetzen – aber schon Goethe wusste: «Getretner Quark wird breit, nicht stark». Deshalb überlasse ich das Feld gerne den Kommentaren: Was steht auf Ihre 13er Agenda?

Weiterführend:
Übersicht der US-Entwicklungen im Digital Publishing, LeanBack
Trendpräsentation des Digital-Strategen Wolfgang Lünenbürger.
Trends 2013 der Social-Secret-Blogger 
Mobile-, Location- und Data-Trends im NiemanLab
Bilanz-Ranking Social Media Schweiz 2012
Was ist eigentlich…: viddy? 

Illustration: Pongo Zimmermann

4 Kommentare zu PR Trends 2013: Integration – ohne Social Media Abteilung

  1. Auch 2013 geht’s weiter wie vorher, meine Formel lautet schon lange: integriert, crossmedial, vernetzt – viel Kommunikations-Know how und relevanter Content gepaart mit solidem Handwerk eben.

    • Christoph Hess schrieb:

      Im Rahmen von Google+ sollte man die Hangouts nicht vergessen: Als Hangout on Air live bei Youtube und nachher als Video verfügbar, das auch gleich bei Youtube bearbeitet werden kann. Apps ermöglichen zum Beispiel das Einbetten von Präsentationen oder die Steuerung der Kamera.

      Auch wichtig für jede Content Strategy: Podcasts, die in Smartphone-Situationen (stehend im Tram, joggend im Wald, kochend in der Küche) viele Vorteile aufweisen gegenüber Texten, Videos und Fotos, weil man keine freien Hände und keinen Bildschirm braucht.

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