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Was ist eigentlich…: EdgeRank?

Ein Unternehmen postet auf Facebook, aber nur ein Teil der Fans sieht den Post im Newsfeed. Die News werden zuerst nach Relevanz gefiltert. Was ist relevant und wer sieht was? Dieser Blog erklärt und gibt Tipps.

Edge ist eigentlich alles, was auf Facebook «passiert»: Likes, Statusmeldungen, Kommentare, geteilte Inhalte. Die Eigenrecherche ergibt schnell, dass es sich um eine Art «Messeinheit» zur Gewichtung von Posts handelt, der durch einen Algorithmus bestimmt wird. Nach dieser Eigenrecherche liess ich mir Definition und Zweck an einem Internet-Briefing-Anlass von Thomas Hutter erklären. Und lernte, was man tun kann, damit sich der EdgeRank erhöht.

Drei relevante Faktoren
Der EdgeRank gilt immer für ein einzelnes Inhaltselement, also für einen einzelnen Post. Zudem ist die Relevanz-Gewichtung aus Sicht jedes einzelnen anders – aufgrund anderer Freunde, Fans, Kommentare etc.

Der EdgeRank wird durch drei Faktoren bestimmt:

  1. Affinität: Interaktion mit einem Post oder die Interaktion von Freunden mit Inhalten. Je mehr geteilt, kommentiert, geliked, Links geklickt werden, desto «relevanter». Das gilt für Fans wie Freunde. Mein Newsfeed zeigt mir vor allem Posts von Freunden an, deren Inhalte ich oft anklicke oder die mit vielen anderen Freunden von mir aktiv interagieren.
  2. Gewicht: Bewertung, wie die Interaktion stattfand. Wie viele Male wurde der Post geliked, kommentiert, geteilt? Dies ergibt einen Score, der den EdgeRank und somit den Filter beeinflusst. Der Beitrag wird gewichtiger, je mehr Likes und Kommentare er hat. Gut zu wissen: Ein Kommentar gibt mehr «Gewicht» als ein Like.
  3. Zeit: Je «frischer» der Post, umso besser seine Chancen im Newsfeed angezeigt zu werden. Idealerweise generiert ein Post gleich zu Beginn viel Interaktion (mit Gewicht) und wird so umso relevanter gemäss EdgeRank. Ein Tipp vorab: Zu «guten» Zeiten posten hilft mehr Beachtung und Interaktion zu bekommen.

Hilfe meine Posts sieht niemand
Warum soll man sich um den EdgeRank kümmern? Nicht nur die Nutzerzahl, sondern auch die Posts nehmen auf Facebook ständig zu. Die eigenen Inhalte drohen in der Masse unterzugehen.

Hier einige ausgesuchte Tipps aus dem Referat:
Fotografieren: Geeignet sind Einzelbilder. Wer mehrere Bilder im gleichen Post einsetzt, riskiert eine Verteilung der Likes auf die verschiedenen Bilder. Facebook-eigene Galerien scheinen einen höheren EdgeRank zu erzielen als verlinkte Galerien wie Flickr oder Picasa. Bilder gleich in der richtigen Bildgrösse hochladen – so bestimme ich, ob das Bild ganz angezeigt wird und in meiner Chronik nachher über beide Spalten angezeigt wird oder nur in einer.

Texten: Fans mögen keine langen Texte. Als Mass sollen die 140 Zeichen à la Twitter dienen. Das heisst aber nicht, dass nichts erzählt werden darf. Inhalte könnten beispielsweise mit einem Video aufbereitet werden.

Involvieren: Mitreden, Inhalte von Fans teilen oder in Posts nennen vernetzt – und bindet die Fans ein. Oftmals unterschätzt scheint der Aufruf zum Mitmachen: je nach Zielgruppe können solche «jetzt liken wenn du findest, dass…», «zeig uns, wie…», «hier gehts weiter zum…» stark animieren.

Fragen: Gute Fragen sind Ansichtssache und vom Inhalt abhängig, doch das Antworten kann immer etwas erleichtert werden. Beispielsweise durch vor definierte Antworten (Facebook-Anwendung) oder durch eine Lücken-Frage mit ________ ?

Bezahlen: Wer eine Garantie für mehr Interaktion, darum mehr EdgeRank und folglich Reichweite möchte, kann bei Facebook bezahlte Massnahmen als Beschleuniger beziehen. Beispielsweise Promoted Posts, die dann im Newsfeed erscheinen.

EdgeRank – Kür oder Pflicht?
Nur weil jemand Fan eines Unternehmens wird, heisst das noch nicht, dass er immer alle Neuigkeiten des Unternehmens sieht. Dies darf auf der Suche nach geeigneten Inhalten und beim vorbereiten von Posts nicht vergessen werden. Die Bedürfnisse der Fans sind immer auch vom Tätigkeitsbereich des Unternehmens abhängig. Sprich: manche Fans lesen gerne lange Texte. Der Filter berücksichtigt, was gut ankommt – darum ist wichtig, seine Postings auch immer wieder durch die EdgeRank-Brille anzuschauen und so anzupassen, dass möglichst viele Fans den Post zu sehen bekommen.

Weiterführende Links:
- bernetblog-Beitrag «Facebook: Welche Inhalte ziehen?» basierend auf der Studie von vi knallgrau GmbH und FH Joanneum Graz «Welche Inhalte in Facebook funktionieren» mit Grafik zur Studie von topolilly.com
- alle bernetblog-Beiträge der Serie «Was ist eigentlich…:?»
Video EdgeRank erklärt von Ben Adkins (englisch, ca. 10 Min.) – schönes Beispiel für auch komplexe Inhalte mittels Video übermitteln/erklären
- Website whatisedgerank.com detaillierte Erklärungen und Beispiele zum Nachlesen
- Bildgrössen für Facebook dargestellt als Chronik von Timeline Guide

Ein Kommentar zu Was ist eigentlich…: EdgeRank?

  1. Marcel Bernet schrieb:

    Sichtbarkeit will mehr und mehr bezahlt sein – analysiert Christian Henne die aktuelle Verschärfung der Filter in diesem Beitrag http://blog.henne-digital.com/facebook-edgerank-strategie/. Die Kunst liegt in 1. relevantem Inhalt, 2. Interaktion durch “Gefällt mir”, 3. wohl oder übel Ad-Dollars für Facebook.

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