Musik zum Arbeiten – was geht?

Musik hören und konzentriert arbeiten? Geht nicht – fand ich lange. Bis ich das richtige Album fand. Wie muss Musik klingen, die antreibt, aber nicht ablenkt? Fünf subjektive Vorlieben aus der Agentur.

Ich tippe «Arbeitsmusik» ins Suchfeld bei Spotify. Das Resultat: Mehrere Playlists. Bei «Phils Arbeitsmusik» donnert mir Punkrock ins Ohr. Gut für Metallbauarbeiten, zum Texten weniger. Die «Arbeitsliste» von Helen Aerni passt schon eher: Daft Punk mit dem Soundtrack zu «Tron: Legacy». Und trotzdem zeigt der Test aufs Exempel nach mehreren Listen: Es gibt kein allgemeingültiges Rezept für Musik, die einen beim Arbeiten unterstützt. Es gibt nur Vorlieben – vielleicht passt der eine oder andere Tipp von mir und meinen musikbegeisterten Kollegen:

- Nils Petter Molvaer – «Solid Ether» (Michael Walther)

Die Musik treibt an und verbreitet zugleich eine ruhige Grundstimmung. Und ganz wichtig: Es gibt kein Text, der meine Aufmerksamkeit ablenkt.

Jakob Dylan – verschiedene Alben (Martina Bürge)

Jakob Dylan nimmt die Hektik aus dem Arbeitsalltag. Hilft beim Texten, beim Verfassen von  Protokollen oder beim Bloggen – um sich abzuschotten. Früherer Dauerbrenner: Muse.

- www.kcrw.com – Eclectic24 (Dominik Allemann)

Beim amerikanischen Sender KCRW läuft das Nachtprogramm, wenn wir mit der Arbeit beginnen. Eclectic24 bringt unaufgeregten Sound mit minimaler Moderation – ohne langweilig zu werden.

- Coldplay – Mylo Xyloto (Martina Hirschi).

Zur Unterhaltung bei Fleissarbeiten. Für Schreibarbeiten hingegen gibt es bei Martina keinen Arbeits-Soundtrack. Einzige Ausnahme: Ruhige, klassische Klaviermusik.

- Keine Musik – (Marcel Bernet)

Marcel Bernet hört keine Musik beim Arbeiten. Er sagt: «Fokussiertes Schreiben geht für mich nur, wenn ich nicht zuhöre, und dafür ist mir die Musik zu schade».

Nun warte ich mit dem Kopfhörer in Griffweite auf eure klingenden Geheimtipps.

11 Kommentare zu Musik zum Arbeiten – was geht?

  1. Michael Böllinger schrieb:

    Hallo,
    was gar nicht geht ist Radio mit nervigen Werbespots. Gerade bei uns im Süddeutschen Raum wird ja gerne auch (mehr schlecht wie recht ) mit Dialekt vertont. Wenn aber Musik läuft, dann melodic death metal oder hard rock, je nach Arbeit. Tja für einen Grafiker nicht sehr Hip aber so ist nun mal meine Sozialisation

    Grüße Michel

  2. Urs Meier schrieb:

    Interessant, die verschiedenen Äusserungen! Ich selbst hab zum Denken und Schreiben gern Ruhe. Selbstverständlich kann man das nicht immer haben. Betrieb rundum ist kein Problem, solange er sich nicht quasi an mich richtet. Letzteres ist z.B. der Fall, wenn jemand in der Nähe telefoniert. Das stört viel mehr als wenn Leute direkt miteinander reden. In der Öffentlichkeit ausufernd zu telefonieren ist eine üble Belästigung der Umgebung.

  3. Aurel Gergey schrieb:

    “Texten heisst für mich, in einen gedanklichen Reinraum einzutreten, abgekoppelt von alltäglichen Problemen und Bewusstseinsinhalten. Um diesen Zustand gedanklicher Reinheit zu erreichen, bewährt sich bei mir nicht nur totale Ruhe, sondern auch: Stauendes, Störendes, Ablenkendes mit Musik wegzuschwemmen. (…) Wichtig ist aber immer: die Musik darf keine deutschen Texte enthalten, und die gehörten Titel müssen mir schon bekannt sein. Andernfalls würde ich zu sehr hinhören und könnte nicht mehr schreiben.”

    Weiterlesen: http://www.gergey.com/schreibblockade.pdf

  4. Michael Walther schrieb:

    @Michael: Rock’n'Roll! Hip ist überbewertet. @Urs Meier: Danke für das Feedback. Ja, telefonieren ist so eine Sache. Da hilft Home Office. Mit oder ohne Musik. @Aurel: Jawohl, genau. Den Schreibstau wegschwemmen. Dafür mag ich den Nils Petter Molvaer so gut.

  5. Marcel Bernet schrieb:

    Ich mag Schreibstau wegtanzen – mach ich aber nur im Home Office, eher abends. Musik hilft mir dann, aus dem Kopf zu kommen. Und die, die ich gerne höre, die zieht mich immer weg. Oder eben hin: Zum Bewegen.

  6. Ich kann schon arbeiten (texten, schreiben, konzipieren), wenn rundherum Betrieb ist, aber wenn ich die Wahl habe, dann ohne Musik. Die höre ich lieber beim Bügeln.

  7. Katrin Piazza schrieb:

    Aus 17 Jahren (inzwischen vergangenem) Dasein als freie Journalistin mit teilweise sehr knappen Deadlines ist mir als Arbeitsinstrument für Notfälle dieses geblieben: Bei sehr grossem Zeitdruck Kopfhörer auf, die selbstgebastelte Kollektion “Crowded Best” mit allen guten Songs von Crowded House in den Endlosmodus schalten und loslegen. Hirn und Finger regieren darauf wie der Pawlowsche Hund, und der Text wird gnadenlos vorangetrieben bis zum letzten Punkt.

  8. Michael Walther schrieb:

    Danke @Katrin Piazza für die Empfehlung. Werde ich gleich reinhören. Danke allen anderen für die Rückmeldungen!

  9. Kommentator schrieb:

    Nocturnes von Chopin, gespielt von Artur Rubinstein oder Chopin 7 Polonaise auch gespielt von Artur Rubinstein.

  10. Max Bauer schrieb:

    Bei uns im Büro gibt es sogar die Regel das wenn man Kopfhörer auf hat nicht gestört werden will. Das klappt erstaunlich gut. Ich brauche Musik die ich schon “auswendig” kann damit sie mich nicht ablenkt. Ein Album das ich über die Jahre sicher schon fast 1000 Mal gehört habe ist von Moby-Play (B Sites)

  11. Bernd schrieb:

    Danke für die vielen Anregungen. Ich bin auch gerade dabei mit Musik am Arbeitsplatz zu experimentieren. Für mich steht bisher fest: Für verschiedene Arbeiten brauche ich verschiedene Musikrichtungen.

    Zum Beispiel für monotone Arbeiten eignet sich eine basslastige Musikrichtung wie Dubstep oder einfach die Lieblingsmusik.

    Für Arbeiten bei denen man gründlich nachdenken muss hat sich dagegen eher ruhige Musik bewährt (ohne viel Gesang). Etwa klassische Musik oder Filmmusik. Die Mixtapes von http://musicforprogramming.net/ haben sich als besonders wirksam herausgestellt.

    Hoffe meine Erfahrungen der letzten Monate können dem Einen oder Anderen von Nutzen sein.

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