Blogger im Profil: Deadline von Constantin Seibt


Bild von Konstantin SeibtJournalismus ist ein harter Job. Sagt Constantin Seibt in seinem neusten Blogbeitrag. Diesen betreibt er seit zwei Monaten für den Tages-Anzeiger – als Entspannung vom Schreiben. Zeit für fünf Fragen in der Bernet-Serie «Blogger im Profil». 

Der erste Blogbeitrag stellte 15 Thesen zum Journalismus im 21. Jahrhundert vor – ziemlich gewagt einen 14’000 Zeichen schweren Erstling zu veröffentlichen. Doch es gab viel zu sagen – heute immer noch. Damit sei auch gleich das erste Lob verteilt: der Inhalt überzeugt.  Die Erfahrung macht die Erzählungen über das Handwerk des Journalismus glaubwürdig und oft überrascht die Offenheit. Auch bei den fünf «Blogger im Profil»-Fragen.

Wieso bloggen Sie?
Der Journalismus ist in einer harten Krise: Das Geschäftsmodell eiert aus; die Leser verschwinden aus den Zeitungen. Es ist Zeit, über den Job nachzudenken. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ganz konkret, vom Handwerk her. Was funktioniert, was nicht? Welche Tricks beim Schreiben? Welche Haltungen? Welche Strategien für Zeitungen, welche für einzelne Journalisten?

Wie kommen Sie zu Stoff?
Der Stoff ist letztlich die einzige Sache im Leben, über die ich wirklich genau nachgedacht habe: übers Schreiben und übers Zeitungmachen. (Und manchmal wünschte ich, ich hätte über anderes genau so viel nachgedacht.)

Wie gross ist der Aufwand pro Woche?
5-10 Stunden die Woche.

Lohnt es sich?
1800 Franken im Monat.

Was ist Ihre wichtigste Blogerfahrung?
Im Gegensatz zu den Texten im «Tages-Anzeiger», bei denen ich recherchiere, oft bei Null starte und dann Blut schwitze, schreibe ich die Blog-Texte zur Entspannung. Das ist für mich eine neue Erfahrung: von Anfang an zu wissen, was ich sagen will.

Ein Fazit zum Blog? Schreibe, Selbstinszenierung und Ansichten sind – genau, Ansichtssache. Der Blog ist fundiert, überzeugt mich inhaltlich, gibt Denk- und Diskussionsanstösse und lässt mich mehr erfahren über das Handwerk und die Abläufe des Journalismus. Wertvoll. Und trotzdem darf auch mal gelacht werden, nicht nur wegen der Bildauswahl: «Beweis es, du Bisamratte». Deadline wurde angekündigt als Blog, der sich um die zeitgemässe Haltung im Journalismus, technische Tricks und Organisationsmodelle dreht, und es wurde nicht zuviel versprochen. Man darf auf mehr gespannt sein. Auch wenn es nicht gleich die Neuerfindung der Welt ist. Aber wer weiss.

Weiterführende Links:
- bernetblog Serie «Blogger im Profil»
- bernetblog Serie «Twitter im Profil»
- Deadline, Blog von Constantin Seibt auf der Website des Tages-Anzeiger
- Mein Favoritenblogbeitrag «Wie wäre es wenn wir es ganz anders machten» nicht nur weil ich Truffaut’s Buch mag
- Deadline Erstling «15 Thesen zum Journalismus im 21. Jahrhundert»
- Interview mit Constantin Seibt zum Schreiben in der Medienwoche 

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