Facebook Zahlen Schweiz: Die Teenies gehen

Das grösste soziale Netzwerk hat in der Schweiz ein Nachwuchsproblem: Die Teenies verabschieden sich von Facebook. Im zweiten Quartal schrumpfte die Altersgruppe der 13-15 Jährigen um fast 10 Prozent – wie im Quartal zuvor.

Nachtrag: Wir möchten wissen, weshalb und wohin die Teenies gehen und haben deshalb eine Umfrage gestartet: https://de.surveymonkey.com/s/Facebook-Blitzumfrage-u15
Wer hat Töchter, Söhne, Patenkinder oder Schüler unter 15 Jahren und hilft uns, die Umfrage in dieser Altersgruppe zu verbreiten?

Die Facebook-Gemeinde wächst in der Schweiz zwar noch immer – aber nicht mehr konstant. Das zeigen die neusten Zahlen, die Bernet_PR zusammen mit Serranetga quartalsweise publiziert. Alleine im vergangenen Monat ging die Zahl der in den letzten 30 Tagen aktiven Nutzer um rund 80’000 zurück. Insgesamt zählt Facebook in der Schweiz per Ende Juni 2.84 Millionen aktive Nutzer, das sind 0.8 Prozent mehr als Ende März:

bernetblog Facebook Zahlen Schweiz gesamt

Bald gehen mehr Junge, als Alte kommen
Laut dem Wall Street Journal (Bericht, aufgenommen auch vom Spiegel) denkt Facebook über Profile für unter 13-Jährige nach, die an die Profile der Eltern gekoppelt würden. Ob die jüngsten Facebook-Nutzer solche Profile überhaupt wollen, bleibt mit Blick auf die Schweizer Zahlen fraglich. Denn der Trend ist klar: Die über 30-Jährigen kommen, die unter 20-Jährigen gehen:

bernetblog.ch Facebook Zahlen Schweiz Alter Quartal Vergleich

Neu ist, dass der Zuwachs bei den Altersgruppen ab 30 den Abgang bei den Teenies nicht  mehr auszugleichen vermag. Dass Facebook in der Schweiz insgesamt immer noch wächst, ist möglicherweise auf Profile ohne Altersangabe zurückzuführen.

Facebook Zahlen Schweiz Veränderung Alter April-Juni

Wachstum verlangsamt sich weltweit
Weltweit wächst der blaue Riese zwar noch immer. Aber auch hier zeigt sich eine Verlangsamung. In den letzten 30 Tagen waren rund 868 Millionen Facebook-Profile aktiv, die Community wuchs in 6 Monaten um 8 Prozent. Damit zeichnet sich bereits ab, dass das Netzwerk 2012 wohl erneut weniger stark wachsen wird als im Vorjahr:

 

bernetblog Facebook Zahlen weltweit Juni 2012

Wenig änderte sich an der Aufteilung der Schweizer Facebook-Community zwischen Geschlecht und Sprache. Immerhin 12,6 Prozent nutzen Facebook in der Schweiz auf englisch:

Facebook Zahlen Schweiz Sprache Juni 2012

Was kommt als nächstes?
Facebook verliert in der Schweiz die Jugend, aber an wen? Verzichtet sie ganz einfach auf ein zentrales soziales Netzwerk – auf das grosse Blaue Sofa? Was meint ihr?

Weiterführende Links:
Alle Artikel zu den Schweizer Facebook Nutzerzahlen

16 Kommentare zu Facebook Zahlen Schweiz: Die Teenies gehen

  1. Massimo schrieb:

    Teenager finden Facebook langweilig. Sie wollen mit ihren Freunden vor allem gamen oder chatten. Für beides gibt es besseres als Facebook. Viber zum Beispiel.

  2. Christoph Hess schrieb:

    Der Rückgang der Nutzerzahlen in dieser Altersgruppe könnte meines Erachtens folgendermassen erklärt werden: Es handelt sich einerseits um Personen, bei denen sich aufgrund einer geringeren Aufmerksamkeitsspanne schneller Langeweile einstellt, wobei Letzteres andererseits auch dadurch entstehen kann, dass diese Altersgruppe Facebook bereits länger nutzt.

    Mit Blick auf die Zunahme in der ältesten Altersgruppen gilt es zu beachten, dass die Wachstumsrate grösser ist weil noch mehr Wachstumspotential ausgeschöpft werden kann.

  3. Michael Walther schrieb:

    Danke @massimo und @Christoph Hess! Langeweile mag ja sein, aber FB ist ja auch ein Kanal, der nebenbei noch läuft. Neben den Hausaufgaben, neben dem TV, neben der Game-Konsole. Um auf dem Laufenden zu sein, was die Freunde tun und sagen, um zu chatten. Möglich, dass andere Dienste diese Funktion besser erfüllen? Whats App?

  4. Elias Huwyler schrieb:

    Das blaue Sofa wird langsam unbequem, immer mehr Firmen und mehr Werbung auf Facebook. Das eingetlich Interessante, was die eigenen Freunde tun bekommt im Newsfeed immer mehr Konkurrenz.

  5. Urs Steiner schrieb:

    Twitter? Gratis Chat Apps? Am besten fragen wir doch mal die Altersgruppe, die FB den Rücken kehrt. Die 13-15 jährigen werden da bestimmt eine Antwort darauf haben ;-)

  6. THomas Steden schrieb:

    Ein Grund für den Abgang der Jugendlichen ist die Usability. Die neue Timeline ist tendenziell auf viel Ablehnung gestossen. Facebook ist unübersichtlich geworden.

  7. Ich habe mal eine kleine Feldforschung bei meinen Nichten und Neffen gemacht, die genau in dieses Altersegment passen. Chatten steht bei ihnen tatsächlich im Vordergrund und dazu wird vorwiegend WhatsApp (auch WhatsApp-Gruppen) genutzt. Zudem ärgert sie der viel Spam (Kalender- und Spielanfragen etc) und die Werbung auf FB.

  8. Florence Lebeau schrieb:

    Könnte es sein, dass die Jungen keine Lust haben, dass Papa und Mama (die nun auch bei Facebook sind!) alles mitverfolgen, was sie mit ihre Freunden austauschen und auch noch kommentieren?

  9. Annemarie Schär schrieb:

    @Florence Lebeau Wenn die Kids mit ihren Eltern befreundet sind, sind sie selber schuld. Ich bin es jedenfalls nicht, ich will mich im FB ja nicht in dieser Altersgruppe bewegen. Zudem kann ich so den FB-Account meiner Tochter als Aussenstehende kontrollieren und sie darauf aufmerksam machen, wenn Bilder/Beiträge für Nicht-Freunde sichtbar sind.
    WhatsApp dürfte eine Alternative sein. Muss mal Feldforschung zuhause betreiben. Nimmt mich auch wunder, wo die Kids hingehen. Meine Tochter ist noch bei FB (und WhatsApp), aber wie lange noch?

  10. Thomas Hutter schrieb:

    Die Daten der Facebook Marketing API sind keine offiziellen Nutzerzahlen sondern dienen Werbetreibenden zur Errechnung der möglichen Zielgruppe. Auf Grund von offiziellen Zahlenpublikationen von Facebook in der Vergangenheit kann davon ausgegangen werden, dass die Zahlen des AdManagers ca. 10 – 15% unter den effektiven Nutzerzahlen liegen. Da Facebook keine offiziellen Zahlen zu einzelnen Ländern publiziert und sämtliche Blogs mit den Zahlen des AdManagers arbeiten, sind sämtliche Statistiken genau gleich ungenau oder richtig. Wer bereits mit dem Werbemanager von Facebook gearbeitet hat, weiss, dass die Zahlen je nach Abfrage variieren können und die Werte teilweise sehr unterschiedlich ausfallen. Diese Grafik zeigt die Facebook Statistiken mehrerer Länder der letzten sechs Monate, auch hier sind Abweichungen, bzw. Schwankungen sehr schnell erkennbar.

  11. Marcel Bernet schrieb:

    @Annemarie Schär: Wir gehen dem auf den Grund, gib doch deiner Tochter mal diesen Link
    https://de.surveymonkey.com/s/Facebook-Blitzumfrage-u15

    @Thomas Hutter: Danke für den Input – mit Serranetga, unseren Datenpartnern, stellen wir das seit 2010 fest. Immer wieder gibts Ausreisser. Deshalb zeigen wir die Daten pro Quartal und kommentieren Veränderungen, die einer längeren Linie folgen. Hoffe, die Daten bleiben verfügbar im Detail, auch wenn’s mal wieder runter geht.

  12. Patrik Tschudin schrieb:

    Wer einen fb-Account hat, kann die Zahlen selber rauspopeln, mit ein bisschen Geduld. Darf ich fragen, was demgegenüber der Vorteil von Serranetga ist?

  13. Marcel Bernet schrieb:

    @Patrik Tschudin: Erst mal grosse Sorry wegen der zehn Tage Antwortverzögerung. Nein, wir waren nicht am FB-Zahlen rauspopeln, sondern haben einfach lausig reagiert!
    Die Vorteile für uns: Serranetga popelt schneller als wir und effizienter. Und wir können uns mit Experten abgleichen, wenn’s seltsame Ausrutscher gibt oder interessante Fragen zur Entwicklung.

  14. Thomas von Steiger schrieb:

    Könnte es sein das sich FB zum NG Marktplatz entwickelt. Da User abnehmen und Firmen zunehmen. Gibt es solche Statistiken auch über Firmen im FB? So könnte die FB Aktie doch noch interessant werden.

  15. Basti schrieb:

    irgendwie kommt mir die Grafik zu den aktiven Nutzern (Facebook: aktive Nutzer weltweit) komisch vor. Wie ergibt sich aus einem Anstieg von 100mio auf 350mio ein Zuwachs von 317%? Sind das nicht 250%? Diese 250% stehen dann beim nächsten Jahr, was bei einer Steigerung von 350mio auf 574mio aber auch nicht hinkommt – das sind doch nicht mal 100%?! (evtl. 64%?)

    • Michael Walther schrieb:

      Lieber Basti, tatsächlich, da ist uns ein Missgeschick passiert. Die Zahlen sind verrutscht beim Aktualisieren der Grafik. Nun passt es. Danke vielmals für den Hinweis!

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