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Gefällt mir: Social Media macht Schule

ProtraitfotoDas Web 2.0 hat in Schulen viele Freunde. Während Schüler und zunehmend Lehrkräfte privat auf Facebook & Co. zu treffen sind, hält sich die Nutzung der digitalen Kanäle für die schulische Kommunikation in Grenzen. Gastblogger Jan Schütte sieht fünf Argumente, den digitalen Graben zu verkleinern.

Die Ursachen der an vielen Schulen herrschenden Zurückhaltung, sich im Web 2.0 zu engagieren, bewegen sich zwischen Angst und Zeitmangel. Vor allem die Frage nach dem Nutzen von Social Media wird vielerorts negativ beschieden. Doch für Schulen kann es sich lohnen, im Mitmach-Netz eine dialogorientierte Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Es gibt gute Gründe.

1. Bildung im Fokus
Bildung und Schule stehen weit oben auf der Agenda der gesellschaftlichen Diskussion. Mit lokalen Folgen: Mehr denn je muss sich jede einzelne Schule an ihren Angeboten, ihrem Profil und nicht zuletzt den Prozessen und Ergebnissen ihrer Arbeit – intern wie extern – messen lassen. PR als Querschnittsaufgabe von Schulmanagement kann in diesem Kontext Transparenz, Vertrauen und Image fördern. Wer in diesen Zeiten ehrlich, schnell und direkt kommuniziert, ist im Vorteil.

2. Herausforderung Medienwandel
Der intensive Medienwandel stellt an Schulen neue Anforderungen im Umgang mit Öffentlichkeit(en), insbesondere im Netz. Auch hier gilt: Der erste Eindruck zählt. Eine aktuelle und klar strukturierte Website sollte kommunikativer Standard sein, um Eltern und anderen Bezugsgruppen eine gute Orientierung zu verschaffen. Der Schritt zu mehr dialogischer Kommunikation via Social Media kann das vielfältige Schulleben spiegeln, Feedbacks ermöglichen und die Beteiligung der Schulgemeinschaft fördern.

3. Social Media ist überall
Ob sie es wollen oder nicht: Schulen sind auch ohne eigene Kanäle präsent im Web 2.0. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung erlaubt es jedem einzelnen Mitglied der Schulgemeinschaft, sich in Social Media zu engagieren – ob per Blog, Twitter-Account oder Facebookseite. Dass dort (auch) zu schulischen Themen kommuniziert wird, liegt auf der Hand und schafft zwangsläufig Öffentlichkeit. Doch Verteuflung oder sogar Zensur sind hier fehl am Platz. Vielmehr sollten die Beteiligten Spielregeln für entsprechende Aktivitäten vereinbaren und die Kompetenz von Schülern und Lehrkräften als «Motor» zur Entwicklung digitaler schulischer Kommunikation nutzen. Ergo: besser aktiv im Netz mitreden als zum passiven Objekt werden.

4. Schnittstelle Medienkompetenz
Medienkompetenz ist in aller Munde. Sie wird angesichts einer sich rasant wandelnden Medienlandschaft und der Vielzahl medialer Angebote zur gesellschaftlichen Schlüsselqualifikation. Von Schule wird in Sachen Vermittlung zukünftig viel erwartet, doch der Nachholbedarf bei der Umsetzung von Lehrplänen oder im Rahmen der Lehrerausbildung ist riesig. Schulen, die in die Medienkompetenzförderung investieren, sollten dies auch an der Schnittstelle zur Öffentlichkeitsarbeit tun. Grundgedanke: Aus einer medienkompetenten Schulgemeinschaft erwachsen kontinuierlich Ressourcen und Impulse für die (digitale) Öffentlichkeitsarbeit. Und auch onlinebasierte Unterrichts- oder Schulentwicklungsprojekte können durch Transparenz kommunikativen Nutzen entfalten.

5. Best practice
Die wohl besten Argumente für mehr Social-Media-Einsatz in Schulen liefern Schulen selbst. Die folgenden Beispiele illustrieren, wie sich digitale Kanäle im Web 2.0 gestalten lassen:

Theodor-Heuss-Schule Pinneberg, Twitter, Online-Zeitung
Kantonsschule Büelrain auf Facebook
Youtube-Kanal Gewerbeschule G9 Hamburg
Online-Schulmagazin Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn
Steuergruppen-Blog Kaiserin Augusta Schule Köln
Schulleiter-Blog Anne Esslinger-Gymnasium Ulm

Fazit
Ob interner Informationsfluss im verdichteten Schulalltag, die Öffnung von Unterricht für neue Lehr- und Lernformen, der Aufbau einer Partizipationskultur oder der Dialog mit externen Bezugsgruppen. Social Media kann an der Schnittstelle von Medienkompetenzförderung und PR wertvolle Impulse für die Schulentwicklung setzen. Insbesondere Schulleitungen sollten digitale Freiräume für Kompetenz und Motivation innerhalb der Schulgemeinschaft gewähren.

Welche Beispiele für Social Media in der Schule kennen Sie?

Gastblogger Jan Schütte (45) ist Gründer der Hamburger PR-Agentur schulkomzept. Der Beitrag basiert auf seiner Masterarbeit im Studiengang Schulmanagement und Qualitätsentwicklung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (kann angefordert werden unter js@schulkomzept.de)

Alle Beiträge zu Bildung im Internet im bernetblog.

*) Unterstrass ist Kunde von Bernet_PR. Für diesen Gastbeitrag weichen wir von der Regel ab, keine Kunden zu erwähnen.

3 Kommentare zu Gefällt mir: Social Media macht Schule

  1. Danke für diese aufschlussreichen Bemerkungen. Darf ich fragen, warum Sie Ihre Arbeit nicht einfach im Web zugänglich machen?
    Ich sammle auf http://schulesocialmedia.com/ eine Reihe von Konzepten und Überlegungen zum Einsatz von Social Media in einem schulischen Umfeld.

  2. Jan Schütte schrieb:

    Hallo Herr Wampfler,
    vielen Dank für das feedback und das Interesse an der Arbeit. Sie finden diese auf meiner Website unter http://schulkomzept.de/tl_files/content/downloads/Masterarbeit_Jan_Schuette.pdf
    Ihre Website ist übrigens spannend und informativ!

  3. Steffen schrieb:

    “besser aktiv im Netz mitreden als zum passiven Objekt werden.”
    Dieser Satz fasst den Artikel schön zusammen.
    Ich weiß es nicht, ob die Kommunikation mit Eltern durch Webseiten und Social Media schon so effektiv sein kann. Auf jeden Fall ist das die Richtung.

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