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Studie Social Media: Vom Hype zum Handwerk

Social Media gehört dazu: Zwei Drittel der Schweizer Unternehmen, Organisationen und Behörden setzen auf Mitmach-Plattformen. Die Bernet ZHAW Studie Social Media Schweiz 2012 (PDF) bringt Anhaltspunkte für alle, die drin sind – und das Drittel, das noch abwartet.

Dieses neue Ding beschert uns nicht nur Shitstorms – nein, auch eine Flut an Seminaren und Studien. Darum ein grosses Dankeschön an alle, welche unsere mit dem IAM/ ZHAW realisierte Umfrage ausgefüllt haben!

Aufteilung der Stichprobe nach Unternehmen (12%) KMU (54%) Nonprofit (9%) Behörde, Politik, Verbände (25%)Wenn wir also eine neue Analyse hinzufügen, dann mit gutem Grund: 419 Antworten aus Unternehmen, Behörden und Organisationen sorgen für die bisher wohl breiteste Abstützung. Seminare und Studien realisieren wir schon lange, dies ist unser siebtes Forschungsprojekt. Was zeigt die Bernet ZHAW Studie Social Media Schweiz (Slideshare PDF) mit dem Hashtag #smch12? Ein erster Auszug mit vier Tipps für Social-Media-Handwerker.

Grossunternehmen zu 94 Prozent dabei
66 Prozent der Schweizer Unternehmen und Organisationen sind dabei. 62 Prozent waren es vor einem Jahr, bei der Befragung der 100 grössten Unternehmen. Diesmal haben gut die Hälfte KMU mit weniger als 250 Mitarbeitenden mitgemacht – sie sind aufgrund knapperer Budgets erst zu 56 Prozent engagiert, Grossunternehmen hingegen zu 94 Prozent.

Die Hälfte mit Strategie, ein Drittel experimentiert
Immerhin gibt mehr als die Hälfte an, einer formulierten Strategie zu folgen. Die meisten sehen sich noch in der Experimentierphase. Ein Vergleich mit US-amerikanischen Zahlen (Dell/Forrester 2011, bernetblog) zeigt, wohin sich auch die Schweiz bewegen wird. Der Passiv-Anteil wird über die Jahre kleiner, das Engagement wandelt sich vom Experiment zu Ernsthaft. Immerhin stellen bei uns auch schon zehn Prozent Social Media ins Zentrum von Marketing und Kommunikation:

Gemessen werden Besucher, Likes, Teilnahme
Drei Viertel der Befragten führen eine Erfolgskontrolle, die Mehrheit wöchentlich oder monatlich. Wo wird das Messband angelegt? Die meisten Nennungen erhalten Website-Besucher, Likes und Followers, Dialog und Teilnahme. Eine deutsche Studie von 2011 zeigt eine ähnliche Stichprobe und die gleichen Mess-Prioritäten (Social Media Governance 2011, bernetblog).

Grosser Aufwand, grosse Bedeutung
Zu den grössten Herausforderungen zählen die Schweizer Social-Media-Aktiven den grossen Aufwand, kein Empfänger-Interesse, fehlende Kontrolle und keine überzeugenden Konzepte.  Für die Zukunft sieht die Mehrheit drei Punkte, die an Bedeutung zunehmen werden: Den Einfluss auf Image und Absatz, Strategie-Entwicklung über die ganze Organisation und das Einbetten von Social Media in bestehende Funktionen.

Ich glaube, dass Social Media auch in der Schweiz auf dem Weg zur Normalität ist. Der noch junge Online-Dialog gehört zum Handwerk für interne und externe Kommunikation. Und auf dem Weg zum integrierten Einsatz gibt es noch sehr viel zu lernen.

Slideshare-PDF der Studie mit zahlreichen Grafiken
Alle Artikel zur Studie Social Media Schweiz 2012
Weitere Social-Media-Studien im bernetblog
Social Media Studie Schweiz 2011: Hoher Einsatz, wenig Strategie
Alle sieben Forschungsprojekte von Bernet_PR

4 Kommentare zu Studie Social Media: Vom Hype zum Handwerk

  1. eva eidenbenz schrieb:

    “Zwei Drittel der Schweizer Unternehmen, Organisationen und Behörden setzen auf Mitmach-Plattformen.” eine mutige aussage! 5400 angefragt, 419 haben geantwortet. ergibt eine rücklaufquote von weniger als 8%. und dann die ergebnisse auf die ganze schweiz beziehen. wau!

  2. Guido Keel schrieb:

    Wie gross die absolute Fallzahl ist, ist bei stichprobenartigen Untersuchungen zweitrangig – solange klar ist, wie die Stichprobe zustande gekommen ist, und wie sie sich gegenüber der Grundgesamtheit verhält. Stellen Sie sich vor: Aktuelle Meinungsumfragen zu den U.S.-Vorwahlen befragen jeweils rund 1000 WählerInnen, um herauszufinden, wie die rund 60 Mio. BürgerInnen entscheiden werden, die den republikanischen Kandidaten wählen. Oder, um es mit Elisabeth Noelle-Neumann, der Pionierin der Demoskopie zu sagen: Nicht jeder muss berücksichtigt werden, sondern alle.
    Wir haben im Bericht offengelegt, inwiefern die 419 Antwortenden repräsentativ sind. In der Beschreibung der Ergebnisse haben wir darauf verzichtet, jedes Mal ausführlich auf die Aussagekraft der Antworten hinzuweisen. Dafür gibt es das Kapitel mit den Ausführungen zur Methode. Ob diese Verkürzung mutig ist, muss jedeR LeserIn selbst entscheiden.

  3. eva eidenbenz schrieb:

    ja eben, die stichprobe müsste in bezug zur jeweiligen gesamtmenge gesetzt und gewichtet werden.

  4. Marcel Bernet schrieb:

    Liebe Eva – das ist sie ja eben im Kapitel «Methodik». Wir weisen darauf hin, dass die französisch sprechende Schweiz untervertreten ist, dass unser hohe KMU-Anteil unter den 99.6 Prozent zahlenmässiger CH-Anteil liegt und dass wir eher dienstleistungsorientiert sind in den Branchen.

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