Twitter: Einstieg ins 140-Zeichen-Piepsen

Steve Buttry bildet seit rund 20 Jahren Journalisten aus. Seine Twitter-Tipps für  Medienschaffende hat er vor kurzem aktualisiert: eine Zusammenfassung und Übersetzung seiner Tipps für Neulinge.

Medienschaffende und Kommunikationsverantwortliche arbeiten ähnlich, wenn auch auf verschiedenen Seiten. Deshalb unterscheiden sich die Tipps von Steve Buttry kaum von anderen Twitter-Einstiegshilfen.

Wozu Twitter nutzen?
Dafür ist Twitter einfach praktisch: Monitoring von Aktivitäten und von Diskussionen. Die Kernaufgabe bleibt: Relevanz erkennen. Neben dem Monitoring bietet Twitter Vernetzung für Austausch, Unterstützung und Crowd Sourcing. Für Medienschaffende kann es darum gehen, Menschen zu finden, die etwas beobachtet haben. Wir alle, die wir etwas anbieten, wollen damit Aufmerksamkeit für unsere Inhalte generieren.

Nebenbei verbessert twittern den Schreibstil. Wichtiges in 140 Zeichen zu vermitteln, verlangt gedankliche und sprachliche Schärfe.

Wer bin ich?
Man muss nicht unter dem eigenen Namen twittern, aber im Profil sollten alle Angaben stehen. Wenn Journalisten ihren Beruf angeben, dann gilt dies für Kommunikationsleute ebenso. Dazu gehören Links zur Organisation, zum Blog und ein Foto.

Wer Privates und Profession strikt trennen will, kann zwei Profile anlegen. Einfacher als gespaltene Twitter-Persönlichkeiten zu pflegen, ist es, gelegentlich Persönliches zu twittern und dabei das Bild, das man öffentlich zeigt im Kopf zu haben. Das verhindert auch sprachliche Flapsigkeit.

Wem folgen?
Gibt es Tweets dort, wo ich mich bisher informiert habe? Die Twitterer-Suche ist nicht schlecht, sonst einfach das Twitter-Icon auf der besuchten Homepage klicken oder nachfragen. Bei neuen Followern oder guten Retweets heisst es ansehen, ob man künftig mehr vom Absender lesen möchte. Und wenn man sich mal geirrt hat: Unfollow geht schnell und schmerzlos.

Steve Buttry empfiehlt, nicht zu schnell zu vielen zu folgen.  Und er rät, zuerst ein paar Tweets abzusetzen und dann mit «followen» anzufangen. Mögliche Follower sehen so besser, warum sie uns folgen sollten.

Was zwitschern?
Die Twitterfrage: Was machst du? ignoriert man am besten. Besser ist schon Was denkst du? oder Was möchtest du wissen?

Links grosszügig zu teilen, ist Steve Buttrys erster Tipp.  Zu jedem Link gehört ein guter Text. Auch eigene Inhalte teilt man über Links: Mitteilungen, Blogs, Fotos oder Multimedia. Und wenn sie wirklich gut sind, dann springt man über den eigenen Schatten und teilt Inhalte der Konkurrenten.

Twitter ist aber nicht einfach eine Linkschleuder. Zum Twittern gehört auch Interaktion. Beispielsweise auf Kommentare zu eigenen Inhalten zu antworten, Geistreiches und Humorvolles zu twittern. Twitter ist ein schnelles Medium, es muss nicht jeder Tweet perfekt sein. Und wer nichts zu twittern hat, der schweige.

Meinungen
Welche Meinungsäusserungen auf Twitter möglich sind, hängt vom Medium, vom Unternehmen und von der eigenen Stellung ab. Wenn die eigene Meinung und die des Arbeitgebers zu sehr voneinander abweichen, bleibt nur: schweigen und beruflich weiterziehen.

Was suchen?
Twitter eignet sich hervorragend für Crowd Sourcing, das gilt besonders für Informationen, bei denen Recherchen nötig sind. Üblich sind Hash Tags, also Stichwörter, die mit dem #-Zeichen markiert werden. Beispielsweise bedeutet #SMGZH Social Media Gipfel Zürich.

Steve Buttry warnt aber davor, andere Quellen zu vernachlässigen. Twitterer repräsentieren nur einen winzigen Teil der Bevölkerung. Und auch wenn Tweets durch ihre Unmittelbarkeit echt scheinen, haben wir die Pflicht skeptisch zu sein und Angaben zu überprüfen.

Links
Twitterleitfaden
Was Journalisten an Twitter schätzen von David Bauer

 

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