Social Media Gipfel: Das gefällt den Wählerinnen

Politik war das Thema des 9. #smgzh. Die Social Media Plattform der Politiker Stefan Krattiger (SP) und Philipp Kutter (CVP) ist Facebook – eine Zusammenfassung mit Wertung.


Social Media im Wahlkampf ist ganz offensichtlich ein aktuelles Thema, merkte man der lebendigen Diskussion der Referenten und dem #smgzh-Publikum an. Nach einem ersten Überblick zum «Wahlkampfhelfer Facebook» im bernetblog fasse ich hier Inputs aus den Referaten zu Individualisierung und Persönlichkeit sowie einige Problemstellungen zusammen, frei nach der Facebook-Wertung «Gefällt mir» – oder eben nicht.

Gefällt mir

Persönliche Ansprache: Sicher – machen wir ja alle, nicht nur in der Politik. Aber mit ausgesuchten Jungwählerinnen aus dem Berner Seeland persönlich Kontakt aufzunehmen, statt nur täglich den Newsfeed zu füttern, das scheint nicht üblich. Und erfolgreich dazu: Mittels Chat und persönlichen Nachrichten schrieb Stefan Kattiger «seine» Zielgruppe an und verband Social Media geschickt mit einem Event: ein reales Grillfest. Die persönliche Ansprache fördert die Verbindlichkeit und die Verknüpfung mit anderen Kanälen ist erfolgreich: Kattiger führte einen erfolgreichen Wahlkampf zum Gemeindepräsidenten von Aegerten.

Meine Freunde, meine Basis: Mit Facebook kann man den weiten Bekanntenkreis involvieren. Die Grundidee dabei: niemand wählt nur wegen Facebook, aber es erleichtert den Zugriff auf Personen, die man schon kennt. Es werden nicht primär Neuwähler angesprochen, sondern eine gute Basis an Freunden, die so zu Botschaftern werden. Eine massive Verbreiterung der Basis ohne den persönlichen Kontakt zu verlieren, scheint nicht möglich.

Keine Angst vor der Sichtbarkeit: Manchmal ist mit einem Wort schon alles gesagt. Ganz intuitiv. Wie Philipp Kutter zu Bedenken vor bösen Kommentaren, plötzlichem zu öffentlich sein oder unvorteilhaft getaggt zu werden: «Nein». Gefällt definitiv.

Gefällt mir nicht

Freunde sammeln: Politiker machen sich damit keine langfristigen Freunde. Nur persönliche Ansprache und die daraus resultierendee Verbindlichkeit sehen Stefan Krattiger und Philipp Kutter als effizient. Nicht die Masse macht es aus, sondern die Interaktion. Sie hören hin und diskutieren. Sie wissen, wählen gehen ist eine Hürde und nur der persönliche Bezug schafft Verbindlichkeit.

Alles an Alle: Bitte keine Massennachrichten. Um Aufmerksamkeit zu erhalten, müssen die Inhalte auf die Freunde zugeschnitten sein – ob politische Meinung oder unterhaltender Fotopost. Eine Massennachricht verpflichtet zu nichts. Erfolg misst Philippe Kutter in Aufmerksamkeit – 30 Likes sind ein Indiz für einen gelungenen Post. Die Beteiligung am Geschehen spricht gegen Massennachrichten und für individuelle Posts und Beteiligung. Ohne Garantie, dass Likes auch Wahlerfolg bedeuten.

Facebook ist das Einzige: Natürlich nicht. Man darf Wählerinnen nebst offline auf verschiedenen Social Media Kanälen ansprechen.  Die Twitterfaszination bleibt bei den Politikern noch aus. Zu gross der Respekt vor dem Aufwand und der Verpflichtung, gleich alles gut zu machen. Das «Facebook ohne alles» (Stefan Krattiger) braucht noch Zeit, um überzeugend politische Überzeugungen zu zwitschern.

Weiterführende Links:
bernetblog über den 9. «smgzh» Wahlkampfhelfer Facebook
Alle bernetblog Posts zu «smgzh»
Alle bernetblog Posts zu «Politik im Netz»
Alle Tweets über den 9. «#smgzh»
Präsentation «smgzh» zu Social Media in der Politik auf slideshare
flickr-Galerie 9. «smgzh»

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