Social Media Basics vom Digital Native

Rund 400 Teilnehmer trafen sich heute an der zehnten Goldbach Mediarena in Zürich. Als erster Referent brachte der sechzehnjährige Unternehmer Philipp Riederle Social Media auf den Punkt – sehr allgemein, aber mit Digital-Native-Bonus.

Bin ich an einem Werberanlass? Oder an einem Social Media Event? Das Publikum der zehnten Goldbach Medienarena ist so crossmedial wie die Angebotspalette der mittlerweile integrierten Werbe-, Medien-, Internet-, Mobile-Agentur: Man erblickt bekannte Werbegesichter und trifft Social Media Pioniere. Der Stehlunch war bestens, im gut gefüllten Kaufleuten-Saal sind interessante Referenten angesagt. Die Gesamtberichterstattung leistet Karsten Füllhaas als Event-Blogger vor Ort – hier gerade beim Aufnehmen der Eingangsschlange.

Einstieg mit Allgemeinplätzen
Es braucht einen 16jährigen, um dem Werbepublikum die Basics des Web 2.0 zu vermitteln. Wer den bernetblog liest oder eine der vielen anderen interessanten Quellen für Social Media (siehe zum Beispiel unser Blogroll am Ende des Impressums) kennt das Meiste, was der wohl jüngste deutschsprachige Social-Media-Berater Philipp Riederle erzählt. Doch vielleicht muss auch dieses Publikum Dinge erneut hören, die für mich Plattitüden sind – damit die Botschaft endlich ankommt: «Web 2.0 ist eine Welt des User Generated Content.» «Twitter ist Bloggen auf 140 Zeichen.» oder «Web 2.0 ist bidirektional.»

Social Media ist der einzige Webkanal für Jugendliche
Doch bevor mich nun alle wegen Kritik an Minderjährigen in die Pfanne hauen: Nein, mit 16 hätte ich niemals so souverän vor 400 Zuhörern im Rampenlicht gestanden. Und es gab ein paar echte Perlen zu hören von @Phibz. Darunter:  «Ein Jugendmarkt ohne Social Media ist wie ein Jugendmarkt ohne Jugend.»

Wenn ein echter Jugendlicher uns digitalen Immigranten mal erzählt, dass seine Freundinnen und Freunde mit «Menschen ins Gespräch kommen wollen – nicht mit grauen Kästen», dann wird das viel lebendiger als aus dem Social-Media-Buch eines über 50jährigen. Auch über den Medienkonsum haben wir hier schon öfters geschrieben – Philipp bestätigt: «Die Nachricht, die wichtig ist für mich, ist wichtig für meine Fruende – und sie findet mich auf Facebook.»

Persönlich sein, Mehrwert bieten
Er verdichtet seine Social-Media-Ratschläge auf zwei Punkte: Sei persönlich und biete Mehrwert. Dazu sollen Unternehmen Geschichten erzählen, Bindungen anbieten und Leistungen erst dann ins Gespräch bringen, wenn sie von den Nutzern gefragt werden. Genau so müsste es sein. Und genau so haben es vielleicht die Gewinner des Goldbach Media Social Media Award gehalten? Morgen werden wir wissen, wer es von der Shortlist in die Kränze geschafft hat.

Wer sich für die weiteren Vorträge interessiert, findet Kurzkommentar und Folien im Live-Blog – der leider nicht in einem eigenen Container verlinkbar ist, nur in den News. Ich versuch’s mit einem Link auf Karsten Füllhaas als Goldbach-Autor.

Weiterführend:
Goldbach-Guide iPhone App aktualisiert: iTunes.
Manuel Nappo über den Social-Media-Manager als demokratischen Strategen.
Fummeln im Web, wie nutzen Digital Natives das Web.
JAMES-Studie: Mediennutzung von Jugendlichen

2 Kommentare zu Social Media Basics vom Digital Native

  1. Michael Gisiger schrieb:

    Ein Armutszeugnis für eine ganze Branche, die sich selbst immer so wahnsinnig en vogue und auf der Höher der Zeit sieht – in Tat und Wahrheit grösstenteils alle wichtigen Trends der letzten paar Jahre schlicht verschlafen, oder noch schlimmer: ignoriert, hat!

  2. Marcel Bernet schrieb:

    Für Werbeagenturen sieht es nicht gerade rosig aus. Ein schöner Beitrag dazu auch aus Deutschland, von Holger Schmidt. Die Märkte verschieben sich: http://goo.gl/7bu8Y

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