Im Facebook-Sofa versinken? Newsreader mit Tücken

facebook_chFacebook preist sich neu auch als idealer Platz fürs Lesen von News an. Das Einrichten hat noch seine Tücken. Die Botschaft «Macht doch alles bei mir» hat Konsequenzen für Ihren Web-Auftritt.

Eine interessante Entwicklung verstärkt sich auf Facebook: Wer hier einloggt, kann bleiben. Wieso das Facebook-Sofa verlassen und rüber ins Twitter-Café hetzen? Mark Zuckerbergs Empfangsteam sagt: Kurznachrichten gibts doch auch bei uns, einfach sitzen bleiben! Und jetzt rösten wir auch den besten News-Kaffee!

Newsreader einrichten mit Tücken
Wie üblich bei Facebook: Wer neue Möglichkeiten wirklich einsetzen will, muss sich erst durch Manuals wälzen – angeregt durch eine Bloganleitung von Facebook und unterstützt durch Annette Schwindts Tipps hier der Schnell-Leitfaden für einen News-Strom auf Facebook.

Neben «Freunden» können auch «Seiten» in Listen sortiert werden. Zuerst oben rechts auf der eigenen Seite «Konto» anklicken, «Freunde bearbeiten» auswählen:

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Bei mir sind schon Listen erstellt. In diese Listen können auch Seiten eingeordnet werden – links auf «Seiten» klicken, bei den erscheinenden Seiten können Sie wählen, zu welcher Liste sie gehören sollen. Dabei können Sie gleich auch neue Listen erstellen. Ich habe mir eine Liste «News» geschaffen. Dort hinein ziehe ich Seiten wie AP, Spiegel Online oder gerngelesene Blogs mit Facebook-Auftritten.

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Wenn ich diese, zu Beginn aufwändige Sortierarbeit durchziehe, erhalte ich auf meiner Facebook-Startseite diese Übersicht der laufend eingehenden News. Samt Möglichkeit des direkten Dialogs mit den Absendern, über Facebook-Notizen. Interessanterweise muss ich für diesen «Newsreader» auf «Freunde» klicken.

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Fazit: Bieten Sie Ihre News hier an
Als Leser ist mir dieser Reader zu wenig schnell. Verlockend daran ist die Integration mit der Kommentarmöglichkeit. Und noch etwas: Auf Facebook muss ich sowieso jeden Tag kurz einloggen, meine Nachrichten checken und die Bernet_PR-Seite betreuen. Also könnte ich doch gleich schnell die News hier überfliegen?

Für Anbieter ist klar: Wenn Sie News irgendwo im Web bieten, dann unbedingt auch auf Facebook anzeigen. Denn das Leserpotenzial ist hoch. Und die Menschen sind bequem, genau wie ich. Die Entwicklung in den USA zeigt diese interessante Grafik in einer Analyse von Hitwise. Facebook bringt heute mehr Links zu Newsquellen und Medien als Google News.

Facebook and Google News to News Websites

Google Search bleibt die Quelle Nummer eins für Links zu Medien, vor Yahoo und msn. In diesem Vergleich liegt Facebook auf Platz vier.

Platz nehmen und sitzen bleiben!
Mein amerikanischer Kollege Steve Rubel hat kürzlich festgestellt, dass Facebook einer seiner am meisten besuchten Seiten ist. Er sieht in der laufenden Integration von News, Kurznachrichten, Chat, Kommentierung, Video, Links eine absehbare Dominanz dieser Plattform. In «Facebook could eat the Web» skizziert er eine Zukunft, in Konsumenten und Anbieter sich nur noch auf dieser Plattform austauschen. Wo also Unternehmen auf eine eigene Website ausserhalb dieses Sozialen Netzwerks ganz verzichten. 1-800-Flowers lässt zum Beispiel Kunden direkt aus Facebook Blumen bestellen.

Ich glaube immer noch an die eigene Website als Zentrum aller Online-Aktivitäten. Wo Facebook mit Twitter, Blogs, Buzz und weiteren Tools als Satelliten wirken, die Traffic rüber bringen auf den eigenen Auftritt. Wo Unternehmen und Organisationen die Kontrolle über ihre Kontakte und Inhalte haben und sich nicht dauernd an neue Programmiervorgaben von Facebook oder plötzliche Änderungen der maximalen Freundeszahl undsoweiter anpassen müssen.

Kann sein, dass ich da völlig falsch liege. Wenn alle im Kaffee Facebook sitzen, muss ich meinen Chai wohl auch dort reinbringen.

6 Kommentare zu Im Facebook-Sofa versinken? Newsreader mit Tücken

  1. Annette Schwindt schrieb:

    Es begegnet mir tatsächlich immer öfter, dass Unternehmen sich lieber eine Facebook-Seite anschaffen wollen, als ihre reguläre Website auf den neuesten Stand zu bringen. Nach dem Motto: Fanbox als Newsticker rein und fertig!?!

    Ich rate auch weiter zu einer guten Website/einem Blog als Basis der eigenen Onlinekommunikation (und DANN zur Vernetzung derselben mit der Facebook-Seite). Es gibt aber auch schon Unternehmen, die sich eine Domain auf den eigenen Namen sichern und diese dann direkt auf Ihre Facebook-Seite weiterleiten…

    Und vielen Dank für den Bezug zu meinem Blogpost. :-)

  2. Ich halte das wie Du und Annette Schwindt: Unternehmen sollen ihre eigene Website betreiben, aktuell halten und mit ihren Social Media-Aktivitäten verlinken. Hierfür finde ich den Social Media Newsroom eine sehr gute, kompakte Lösung.

    Ich gönne mir gerne mal ab und zu den Genuss eine Starbucks Kaffees und staune, wie es diese Kette schafft, in verschiedenen Restaurants einheitliche Behaglichkeit zu schaffen. Die Vorstellung eines uniformierten Genusses behagt mir aber nicht. Viel lieber trinke ich bei dir zu Abwechslung einen Chai statt einen Kaffee. Denn bei Bernet PR finde ich nicht nur Gemütlichkeit, sondern auch Persönlichkeit und Originalität.

    Für Unternehmen gilt. Das eine tun und das andere nicht lassen. Sie sollen sich da bewegen, wo ihre Dialoggruppen sind. Sie sollen aber auch einen klaren, profilierten Auftritt pflegen. Und das tun sie weiterhin am besten mit ihrer Website, die sie nach ihrem eigenen Gutdünken grafisch und inhaltlich gestalten können.

  3. Marcel Bernet schrieb:

    @Marie-Christine: Danke für die Komplimente zu meinem Chai :-) . Ich frage mich, ob gerade kleine KMU in Zukunft besser ihr Google-Profil perfekt pflegen, als eine eigene Website aufzubauen. Die Entwicklung von Medien-Meinungs-Such- und Sammelstellen bleibt auf alle Fälle spannend.

  4. Auch hier finde ich, das eine tun und das andere nicht lassen. Das Google-Profil sehe ich eher als Visitenkarte. Aber auch hier sind ja punkto individueller Profilierung die Hände gebunden. Oder hast du da andere Erfahrungen gemacht?

  5. Marcel Bernet schrieb:

    Stimmt: Wer nur eine Visitenkarte will, braucht dazu keine Website mehr – sondern machts gleich auf Google (Profil, Map, Pages). Websiten haben eine Berechtigung, wenn sie aktuellen Inhalt, Mehrwert, Dialog liefern.

  6. Pingback: Google+: Das neue bunte Business-Sofa | bernetblog.ch

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