Stille auf dem bernetblog

schnee stadelhofen

Dies ist der letzte Beitrag im 2009. Ein paar stille Nächte und Tage stehen an. Und wird Frau Holle Ihre Decken ausschütteln und uns für einmal weisse Weihnachten bescheren?

Heute lesen Sie den letzten Blogbeitrag in diesem Jahr – die Agenturtüren schliessen wir erst am 24. Dezember. Letztes Jahr um diese Zeit lag Zürich tief im Schnee. Das Bild unten zeigt den verschneiten Stadelhoferplatz, aufgenommen im Dezember 2008. Wie stehen die Prognosen für weisse Weihnachten 2009? MeteoSchweiz gibt Auskunft:

Am vierten Adventswochenende ist es weiterhin kalt und es fällt verbreitet noch etwas Schnee. Bereits am Montag entwickelt sich über dem nahen Atlantik ein Tiefdruckgebiet, das über dem Alpenraum für eine Südwestströmung und damit für eine Föhnlage sorgt. Diese hält wahrscheinlich bis zu den Weihnachtstagen an und führt zu allmählich milderen Temperaturen. Damit hat der Schnee in den tiefen Lagen keinen Bestand und es können leider keine weissen Weihnachten erwartet werden.

Statistisch gesehen nichts neues: Zwischen 1931 und 2008 lag an 43 Prozent der Weihnachtstage weniger als ein Zentimeter Schnee an der Messstation Zürich.

Wir wünschen Ihnen warme Herzen und ein frohes Weihnachtsfest und freuen uns, am 4. Januar frisch wieder da zu sein.

winterbild_stadelhoferplatz_dez08

Advents-Lesetipp: Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte

austerWer erinnert sich an den Zigarrenverkäufer Auggie Wren in Paul Austers Filmen «Smoke» und «Blue in the Face»? Ursprung der Filmklassiker ist eine kleine Weihnachtsgeschichte.

Sie erschien erstmals am Weihnachtstag 1990 in der New York Times. Und lieferte Regisseur Wayne Wang den Spielfilm-Stoff. Der kleine schöne Einband aus dem Rowohlt Verlag ist in 20 Minuten gelesen. Illustriert ist er mit stimmigen Brooklyn-Schwarz/Weiss-Impressionen. Ein wunderbares Adventsmitbringsel für Möchtegern-Heimweh-New Yorker…

Aus dem Klappentext:
Auggie Wren arbeitet als Verkäufer in einem Zigarrengeschäft an der Court Street in Brooklyn. Hier kauft Paul immer die kleinen holländischen Zigarren, die er so gerne raucht. Jahrelang hat Paul keinen Gedanken an den seltsamen kleinen Mann im blauen Kapuzenshirt verschwendet. Bis Auggie ihn eines Tages fragt, ob er bereit sei, sich seine Fotografien anzusehen. Als Paul mehr über Auggies grosse Leidenschaft, das Fotografieren, erfahren will, erzählt dieser ihm eine Geschichte: von einem Ladendiebstahl, einer verlorenen Geldbörse und dem kleinen Schwindel, den er einer alten, blinden Frau vorspielt. Eine echte Weihnachtsgeschichte eben …

Paul Auster «Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte» bei Amazon

Trend: PR-Schaffende glauben an Social Media Newsroom

20Der Wind dreht: Hatten bis vor kurzem die wenigsten PR-Leute Erfahrung mit der PR 2.0, glauben sie heute ganz deutlich an deren Wichtigkeit. Das zeigt der aktuelle PR-Trendmonitor.

Wie verändert sich unser PR-Beruf in Zeiten von serbelnden Printmedien, YouTube und Facebook? Wie erreichen wir Zielgruppen und Multiplikatoren (Medien), wenn sie permanent von Informationen geflutet werden?

Laut dem PR-Trendmonitor von news aktuell und Faktenkontor stellen sich Agenturen und Medienstellen heute verstärkt diese Fragen. Auch aus meiner Praxis als SPRI-Dozent kann ich sagen: Das Interesse und Verständnis für den Online-Kanal steigt deutlich. Es wird vielen klar: Der direkte Weg via Post, Fax, Mail ist heute verstopft. Informationen kommen auch oder gar besser an via Suchmaschine, Twitter, Facebook, RSS, …

Eine Erkenntnis des Trendmonitors: Rund 75 Prozent aller Agenturen und Medienstellen haben dies erkannt und beschäftigen sich mit dem Thema Social Media Press Release oder Social Media Newsroom.

Was halten Sie von Social Media Press Releases/Newsrooms?
(Klick vergrössert Grafik)

social media umfragestatistik

In der Erkenntnis liegt erst ein kleiner Schritt Richtung Umsetzung. Heute ist es wohl so, dass PR-Verantwortliche selber in den Netzwerken schnuppern, sich testhalber ein Twitter-Profil einrichten und sich an Fachvorträgen informieren. Es braucht aber mehr:

  • Eintauchen und mitleben
    Erst wenn wir deutlich in das Thema engetaucht sind, die Funktionsweisen der PR 2.0 verstanden haben, können wir umsetzen.
  • Strategisch einbinden
    Es braucht  den strategischen Gesamtblick. Wo stützen welche Botschaften auf welchem Kanal meine kommunikativen Ziele?
  • Inhalt und Nutzen
    Welche Inhalte publizieren wir auf welchen Kanälen? Sind sie in der nötigen Qualität und Quantität (8ung: Ressourcen) vorhanden?

Und ganz zuletzt ist es ein kultureller Grundsatzentscheid: Ist unser Unternehmen, unsere Organisation bereit für den Dialog?

Link zum Trendmonitor bei Slideshare

bernetblog-Beiträge:
«Was ist eigentlich: …ein Social Press Release»
«Social Media Newsroom: Best Practice bei Electrolux»

(via mediaquell.com)

Je mehr Klicks, desto mehr $?

dollar-zeichenHeute muss ja alles messbar sein, wir PR-Leute können ein Lied davon singen. Mit ValuateMySite.com lässt sich jetzt auch der Geldwert von beliebigen Internetseiten berechnen.

Haben Sie sich jemals gefragt, wie viel Ihre Internetseite wert ist? ValuateMySite.com berechnet den Wert von Internetseiten:

  • Amazon.com: 340,512,336 USD
  • Facebook.com: 340,512,336
  • Blick.ch: 572,027 USD
  • Tagesanzeiger.ch: 383,656 USD
  • NZZ.ch: 284,273 USD
  • Bernet.com: 49,383 USD

Interessant, dass Blick.ch deutlich mehr wert ist als der Internetauftritt des Tages-Anzeigers oder der Neuen Zürcher Zeitung. Das unser eigener Auftritt immerhin knapp 50′000 USD erreicht, schmeichelt natürlich.

ValuateMySite.com nutzt dazu laut eigenen Angaben mathematische und statistische Methoden. Die Anwendung misst die Anzahl Besucher einer Internetseite und analysiert die vorhandenen Informationen im Internet über die Seite. Das ist natürlich alles relativ. Wie immer, wenn es darum geht, einen immateriellen Wert zu messen. Einfacher noch ist es, zu schauen, wie viele Treffer die Internetseite auf Google erreicht:

  • Blick.ch: 995′000 Treffer
  • Tagesanzeiger.ch: 574′000 Treffer
  • NZZ.ch: 494′000 Treffer

Die Rangfolge bleibt jedenfalls dieselbe. Wieder einmal ist alles nur eine Frage der Suchmaschinen-Optimierung. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mehr zum Thema im bernetblog:

Journalisten im Internet: Acht Tipps für Online PR, 26.08.2009
Barrierefrei = Suchmaschinen-optimiert, 11.05.2007
Suchmaschinen-Optimierung, 16.02.07

LeWeb Rückblick: Voller, schneller, kurzatmiger

Plenum der Plattform-GigantenDas Web wird noch voller, schneller und kurzatmiger. Das ist mein wichtigstes Fazit aus zwei Tagen Internet-Konferenz. Was halten Sie von kürzeren Blogbeiträgen?

Der Besuch hat sich gelohnt. Obwol mir Europas grösste Internet-Konferenz zwischendurch etwas zu Techie-orientiert war. Mein Fazit: Das Web wird nochmals eine ganze Drehung voller, schneller und kurzatmiger. Mit weitreichenden Konsequenzen für uns alle als Informationsempfänger oder -publizisten. Und natürlich erst recht für PR- und Kommunikationsprofis. Inhalte müssen

- noch kürzer werden
- noch relevanter sein für immer stärker aufgesplittete Zielgruppen
- alle Möglichkeiten des Online-Dialogs und der viralen Verbreitung nutzen

Mehr dazu im Januar auch in den Interviews, die ich mit Steve Rubel von Edelman PR und Richard Binhammer von Dell führen konnte. Von Steve nehme ich mit, dass dieser Beitrag jetzt knapp über 500 Zeichen hat. Ursprünglich wollte ich den Rückblick in 2000 Zeichen abhandeln – jetzt habe ich daraus drei Beiträge gemacht.

Steve ist bei Edelman PR zuständig für alle digitalen Aspekte von PR-Kampagnen. Er meint, 500 Zeichen sei heute das Maximum. Dieser hier hat 1′000. Wie beurteilen bernetblog-Leser/innen die Länge unserer Beiträge?

Wie sind bernetblog-Beiträge generell?

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Marcel Bernet | 15.12.2009 | Medien

LeWeb: CNN schreibt Steno

Barry schreibt StenoVon der 1558 entwickelten Kurzschrift zum journalistisch gemachten Online-Beitrag: Barry Neild von CNN schlägt in der Not eine interessante Brücke.

Ich unterhielt mich mit Katrin Weber, Deutsche Telekom, und Christian Leumund, Starblogger aus der Schweiz, bei den Lunch-Häppchen, als Barry Neild, Digital Producer bei  CNN Online uns interviewte. In guter alter journalistischer Manier machte er sich Notizen – in Stenografie. Interessanterweise beschreibt Wikipedia diese 1558 in der heutigen Form entwickelte Kurzschrift als «geeignet, um Ideen in Echtzeit zu notieren». Was ja perfekt zum Anlass passt. Denn So schlägt Barry eine Brücke vom 16. Jahrhundert in die Gegenwart.

In seinem Beitrag «How paper and pen caused a stir at major Web event» erklärt Barry, dass er notgedrungen zu dieser Technik griff. Denn sein Blackberry sei zu alt, der Computer zu langsam, die Kamera unbrauchbar und das Dictaphone «mürrisch». Mir hat er Eindruck gemacht – denn schlussendlich geht es im Journalismus genau darum: Schnell sein, unabhängig von der Technik, sich Notizen machen und dann reflektieren, schreiben.

Was bei den 25′000 Tweets wohl weniger der Fall war…

Der Kongress sendet: 3000 Geräte online

Nicolas Charbonnier, Gadget-Geek«Echtzeit-Web» lautete das LeWeb09. Echt dabei waren die wenigsten, denn es wurde wie wild publiziert. Was man daraus für Events lernen kann.

Da  sich diese Konferenz mit den neuesten Online-Möglichkeiten beschäftigt, konnte man hier gut mitverfolgen, wohin sich Veranstaltungen generell bewegen. Das begann schon mit der Einbindung der ganzen Blogger-Szene in die Berichterstattung («Online-PR:  Wie LeWeb Blogger einbindet»). Und es setzte sich am Anlass selbst fort mit einem dauernd laufenden Twitterstream (LeWeb spricht von 25′000 Tweets) oder knapp 200′000 Zuschauern auf dem live ausgestrahlten Videostream (Ustream). Und einem Publikum, das dauernd schreibt, fotografiert, filmt und natürlich publiziert.

So werden Konferenzen in Zukunft generell durchgeführt und flankiert werden. In Paris waren übrigens 3000 Geräte gleichzeitig online, das Gratis-WLAN von British Telecom war super schnell und immer verfügbar.

«Der Kongress tanzt, aber er kommt nicht voran» meinte ein belgischer Teilnehmer des Wiener Kongress von 1814. Heute senden die Kongresse, was das Zeug hält. Und man fragt sich, wer noch Zeit hat zum Zuhören – im Saal selbst und draussen in der weiten Welt des Web, wo all die Info-Schnipsel ankommen sollen.

marcel_bernet_leweb09

Sonja Stieglbauer | 14.12.2009 | Tools

IT-Sicherheit: Nützliches bei InfoSurance

Logo-InfoSuranceDer Verein InfoSurance informiert Private und KMUs zum Thema IT-Sicherheit: Die Tipps und Checklisten sind hilfreich und sie sind kostenlos.

Überschaubar ist die Webseite des Vereins und rasch findet man das Wichtigste: Die 5 Tipps für Private, die 10 Tipps für KMUs und die Checkliste.

Die Tipps für Private habe ich zuerst angesehen. Vieles ist  banal, aber gerade deswegen gilt: «Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es». Bei mir heisst das: Wieder mal meine privaten Daten zu sichern und dafür zu sorgen, dass der Verantwortliche für unsere Home-IT sich um den Rest kümmert.  ;-)

Überzeugt hat mich die Checkliste für KMUs. Auch hier Grundsätzliches wie «Werden nicht mehr benötigte Papierdokumente und Notizen mit sensiblen Daten sicher vernichtet?». Hat nicht genau diese Frage die Aussenpolitische Kommission bei der letzten Libyen-Sitzungen übersprungen? Andere Fragen bereiten sicher nicht nur Politikern und KMUs Bauchweh, beispielsweise «Führen Sie eine Liste darüber, welche Updates wo installiert sind?»

Wertvoll finde ich die Tipps zu Firewalls und Anti-Virenprogrammen. Wie viele Anwender habe ich weder das Wissen noch die Motivation, hier selbst Vergleiche anzustellen.

Eigentlich schade, dass der Verein InfoSurance nicht viel mehr Mitglieder hat – ich wünsche sie ihm.

Bloggerin im Profil: Miriam Meckel

portrait_meckelStehen das schnelle Web und akademischer Tiefgang in unvereinbarem Widerspruch? Nein. Das beweist der Blog von Miriam Meckel, Kommunikationsfachfrau,  Uni-Professorin und umtriebige Webnutzerin.

Warum sich Miriam Meckel zusätzlich noch via Blog und Twitter mitteilt, erklärt sie in den drei Fragen unserer Serie Blogger im Profil:

Warum bloggen Sie?
In meinem Weblog publiziere ich sehr unterschiedliche Texte, manchmal solche die auch in einem anderen Medium veröffentlicht wurden, manchmal Persönliches (nicht Privates), manchmal spontane Gedanken, die mir zu meinem Themenfeld Medien und Kommunikation einfallen und an denen ich weiter dran bleiben möchte. Das geht so nur in einem Blog. Ich verändere auch mein Schreiben im Blog. Das ist zuweilen die Verschriftlichung von Gedanken beim Denken – eine tolle Erfahrung!

Was ist Ihre wichtigste Blogerfahrung?
Ich bin es ja als Wissenschaftlerin gewohnt, dass ich für alles Quellen und Beleg angeben muss. Früher mussten wir dafür komplizierte Fussnotenwerke erstellen. Wenn ich heute einen Beitrag poste, finde ich es immer wieder grandios, wie ich mit Links meinen Leserinnen und Lesern direkt den Zugang zur Quelle erschliessen kann, mit einem Mausklick.

Was ist Ihr grösster Blogwunsch?
Es gibt in der Blogosphäre ebenso wie in der realen Welt leider einige Menschen, die sich immer mit den Nachbarn über den Gartenzaun streiten müssen anstatt sich am Wetter oder an einem gemeinsamen Thema zu erfreuen. Ich wünsche mir manchmal, dass es im Netz weniger Blogwarte und mehr frei denkende, tolerante Schreiber und Kommentatoren gibt.

Nachgefragt…
«Publish or perish» – publiziere oder gehe unter – heisst ein Leitsatz im Wissenschaftsbetrieb. Sollen Professorinnen ihr Wissen auch über das schnelle Web verbreiten? Miriam Meckel dazu: «Natürlich kann und darf man als Professorin bloggen! Ich mache das aus Interesse an den sozialen Medien, aber auch weil das eines meiner Themengebiete ist, bei denen ich einfach wissen muss, was abgeht. Generell gilt aber: Ein Blog kann ein tolles Medium für inhaltliche Vertiefung sein, über das man auch mit den Studenten in Kontakt bleiben kann. Ich glaube, das scheuen manche, den Arbeitsaufwand, der ja doch damit verbunden ist, wenn man regelmässig etwas posten will.»

Und auf die Frage nach der Priorisierung erklärt Meckel: «Für mich ist die Präsenz online und offline gleich wichtig. Ich will ja unterschiedliche Zielgruppen erreichen. Die kriege ich nicht, wenn ich nur für die Zeitung schreibe oder nur blogge.»

Der Online-Besuch bei miriammeckel.de zeigt : Die fleissige Professorin versteht es vorzüglich, «Social Media Relations» aufzubauen. Sie weist hin auf ihre Präsenzen bei Facebook, Twitter oder YouTube (empfehlenswert!). Und ihre regelmässigen Blogbeiträge werden enorm gut kommentiert, was auf eine grosse Reichweite schliessen lässt. Für uns PR-Menschen und Social Media Konsumenten bleibt damit zu hoffen, dass Miriam Meckel auch künftig den Mehraufwand nicht scheut – und ihr Wissen mit uns teilt.

«Wie erreiche ich via Facebook oder Twitter Journalisten?»

ohr_blogprofil_bernetpr«Ist es einfach Glück wenn ein Journalist über eine Meldung stolpert oder kann man sie gezielt angehen? Wenn ja, wie?» fragt Patrik Schädler. Man kann sie angehen – aber es darf nicht der Hauptkanal sein.

Auf unserer neuen Facebook-Seite haben wir die Beantwortung von Fragen versprochen. Patrick Schädler, Stv. Geschäftsführer und Marketingleiter bei Liechtenstein Tourismus, wagts als Erster. Die Antwort lautet – wie immer bei Experten: Ja, aber.

Aber: Medieninfo erst in zweiter Linie über Social Media
Beginnen wir mit dem Aber: Twitter und Facebook wird von Medienschaffenden immer noch wesentlich zurückhaltender genutzt, als es der allgemeine Hype um diese Kommunikationsmittel vermuten lässt. Zahlen für die Schweiz liefert unsere Studie «Journalisten im Internet», präsentiert im Juli. Alle bernetblog-Artikel zur Studie über diesen Link.  Als Auszug diejenigen Internet-Angebote, die Schweizer Medienschaffende als «sehr wichtig» oder «wichtig» einstufen. Ja, die grau eingerahmten Angebote haben sich stark nach vorne bewegt – Soziale Netzwerke liegen aber noch am Ende der Hitparade.

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Schwartz PR hat diese Woche eine Studie (PDF) veröffentlicht, die 800 Medienschaffende aus der Schweiz, Österreich und Deutschland befragte. Fazit: Am liebsten hat die Mehrheit noch immer eine klassische E-Mail, Social Media News Release (oder wie immer man diese PR-Innovation benamst, siehe «Was ist eigentlich…») kennt kaum jemand.

Ja: Medien recherchieren auf Sozialen Plattformen
Trotzdem – Medien lassen sich über Facebook und Twitter erreichen. Dazu eine weitere Grafik aus unserer Studie (PDF kostenlos über bernet.ch/studien). Gefragt wurde dieses Frühjahr, geantwortet hat eine repräsentative Stichprobe für die ganze Schweiz. Die Nutzungsanteile dürften heute höher liegen.

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Basics im Griff, Abo anbieten, eventuell Filiale eröffnen
Daraus folgt aus unserer Sicht folgende Handlungsanleitung – für den Status Quo:

1. Grundlagen sichern: Eine Top-Website unterhalten mit einem separaten, immer aktuellen, gut durchsuchbaren Mediencorner. Mehr Tipps und Tricks dazu im Beitrag «Basics für den Mediencorner».

Damit ist schon viel geleistet. Und nur, wenn Sie das wirklich gut leisten, laufend ausbauen, dann können Sie weitergehen. Und dies nur dann, wenn Sie eine integrale Social Media Strategie entwickelt haben – anstatt einfach noch schnell ein paar Texte auf Facebook zu laden.

2. Abo für Twitter anbieten: Heute gehört zu den Auswahlmöglichkeiten neben E-Mail und RSS auch Twitter. Und zwar als dritte Priorität – denn diese Art der Abonnierung ist sehr flüchtig. Wenn die Medienschaffenden nicht schnell auf ihren Twitter-Strom blicken, ist Ihre Mitteilung schon wieder weg. Speisen Sie einfach immer einen Link mit Kurztext auf ein spezielles Medien-Twitterkonto ein, wenn ein neues Communiqué rausgeht.

3. Filiale auf Facebook eröffnen: Dieser letzte Schritt verlangt eine ganze Menge von Zusatzressourcen, überlegen Sie sich ihn gut. Macht es bei einer speziellen Kampagne Sinn? Erhöhen Sie die Glaubwürdigkeit Ihrer (sowieso unterhaltenen) Facebook-Seite, wenn Sie dort einen Reiter mit Medieninfos anfügen? Sind die Basics zu Ihrem Unternehmen schnell abrufbar und führen Links zurück auf Ihren Mediencorner?

Zum Abschluss eine letzte weiterführende Lektüre: Philipp Fabian hat eine Bachelor-Arbeit zu PR und Social Media geschrieben, die wir im April zusammengefassst haben.

LeWeb09: Was wäre, wenn Apple sozial wird?

leweb09_panel_networksAuf dem Panel sassen alle grossen Sozialen Netzwerke, von Facebook über Twitter bis MySpace. Apple fehlt an dieser Konferenz total – wann ist eine Plattform eine Plattform?

Diese Runde unter der Leitung von TechCrunch-Chef Michael Arrington erwartete ich mit Interesse: Da sassen Facebook, Ning (eine offene Plattform zum Aufbau eigener Netzwerke), LinkedIn (Berufsnetzwerk mit zunehmender Beliebtheit auch in Europa), Ustream (Videostreaming-Plattform), Six Apart (Blogging-Plattform die aus mir unklaren Gründen oben sass), MySpace und Twitter. Erwartet hatte ich interessante Anstösse über die weitere Ausrichtung von direkten Konkurrenten wie Facebook, MySpace und Twitter. Leider blieben die Fragen technisch, die Moderation wirkte aus dem Ärmel geschüttelt. Aus dem ganzen Live-Stream picke ich eine interessante Diskussion raus und spekuliere über eine Idee.

Walmart ist eine (soziale) Plattform, Apple auch
Der Erfolg vieler Social Web-Plattformen hängt ab von deren Zusammenarbiet mit Dritt-Entwicklern. Twitter pflegt die Entwickler-Gemeinde sehr intensiv, genauso Google. Facebook geniesst mit den vielen Änderungen ihrer Grundlagen einen etwas zweifelhaften Ruf. Und Apple springt sehr forsch um mit allen, die eine Applikation für iPhone oder iPod entwickeln wollen. Darin ist sich die Runde einig: Apples App Store ist so strategisch, dass man kuscht, um etwas dort reinzubringen. Und Apple ist so dominant, dass sie heute vor diesem Publikum auch gar nicht auftreten müssen.

Mike Jones, Chief Operating Officer von MySpace, ist nicht damit einverstanden, dass die Runde auch den Apple Store als Plattform bezeichnet. Denn da geschehe ja kein sozialer Austausch. Ethan Beard, Chef des Facebook Develober Network, sieht Apple genauso als Plattform wie eine Filiale des US-Detailhändlers Walmart. Wer etwas verkaufen will, der wird sich dorthin bewegen, wo die Konsumenten sind.

Was, wenn Apple sozialer würde?
Nun springt ja Apple auch eher monopolistisch um mit den Konsumenten: Musik austauschen geht nicht. Dafür gibts auch kein Bezahlmodell. Es gibt keinen Dialog untern den unzähligen iTunes-Besucher/innen, kein Weiterempfehlen von Inhalten, Kommentieren, Chatten.

Wie wärs, wenn Apple die Community mit Austausch-Funktionen stärker an sich binden würde?

Eingeloggt sind wir ja eh schon alle. Noch eine Plattform mehr? Oder ist es auch für Apple schlauer, wenn sie sich für solche Funktionen an den grossen Plattformen anhängen? Mashable hat kürzlich über eine Verbindung von iTunes zu Facebook spekuliert.

Die Aussage von Ethan Beard als Video – noch hat meine G11 das Videozoom-Scharfstellen nicht wirklich im Griff.

LeWeb09: Morgenstimmung

leweb_introfotoHier sitze ich also. Mit über 2000 Teilnehmenden aus 46 Ländern. Und starre auf meinen Bildschirm. Am Echtzeit-Socialweb-Predigerkongress.

Ja, so sozial kann das Web sein – und ich schliesse mich bei dieser etwas ironischen Betrachtung keineswegs aus. Denn eigentlich könnte ich jetzt ganz sozial mit anderen interessanten Web-Enthusiasten einen Kaffee trinken. Aber nein, ich machs wie Robert Scoble (habe ihn früher für mein Buch interviewt) und blicke angestrengt auf meinen Bildschirm. Echtzeit-Socialweb-Asozial, sozusagen. Schliesslich bin ich Korrrespondent hier, offizieller Blogger. Liebes Publikum, hier erste Impressionen von der LeWeb09, fast ganz live aus Paris. 40′000 Personen hätten übrigens letztes Jahr den Livestream mitverfolgt.

Ethernet für Frühaufsteher
Der Tag beginnt wie am Skilift. Hätte ich die Tageskarte – besser: den Official-Blogger-Pass – schon, dann könnte ich wie andere am «Pöbel» vorbeispazieren und rein ginge es. Pech gehabt – und Glück zugleich. Denn dank frühem Aufstehen bin ich zuvorderst in der wachsenden Schlange. Auch die nächste Hürde nehme ich mit Grazie, denn beim Badge-Chaos helfen mir Glück und Insistieren. Alex Barrera aus Madrid (gestern Abend kennengelernt, Co-Blogger und Startupper) einen Platz in der zweiten Reihe reserviert, samt Ethernet-Anschluss. Wow, gleich hinter den reservierten Plätzen für TechCrunch. Die können locker eintrudeln.

leweb09_intro

Live vom Predigerkongress
Das Thema dieser zwei Tage ist das Echtzeit-Web. Etwas ironisch nenne ich das hier «Predigerkongress». Das gilt natürlich für alle Kongresse – wo sich immer diejenigen treffen, die an einem Thema besonders interessiert sind und es vorantreiben. Hier bin ich sozusagen als Jünger unter den Predigern des sozialen Echtzeitwebs. Alles soll noch dialogischer, schneller, echter werden. Die Referentenliste umfasst Facebook, Twitter, Nokia, Microsoft und weitere Schwergewichte. Also, wenn ich jetzt von hier zu stark «Hurra, alles wird gut» schrei(b)e, bitte ich um Nachsicht. Und kritische Kommentare.

Echtzeit ist im Web immer fast echt. Wir bewegen uns im Sekundenbereich was publizieren, lesen, finden anbelangt – Google hat mit der Realtime-Lancierung dieser Woche (Reuters-Artikel) einen weiteren Schritt hierhin getan. Ganz echt ist Zeit wohl immer nur im persönlichen Austausch. Und ganz selten merken wir, dass Jetzt Jetzt ist.

Mit predigenden Grüssen gehe ich jetzt doch noch Kaffee holen. Wer etwas Kongress-Morgenstimmung einfangen mag, schaut sich dieses Video an.

Rail Service: Inoffizieller öV-Twitterdienst

Social Media Gipfeli

Die Rail Service Tweets überzeugen selbst Skeptiker von der Nützlichkeit des Twitterns. Den professionell gemachten Dienst betreiben drei junge öV-Profis/-Freaks in Eigenregie.

Am Social Media Gipfel  vom 2. Dezember standen sich Chris Leduc, einer der drei Initianten, und  Patrick Comboeuf, Director E-Business SBB, zum ersten Mal gegenüber.

Den öV-Nutzenden unter den Anwesenden musste Christian Leduc den Service nicht lange erklären. Der Nutzen ist offensichtlich: Wer im Zug von einer Unbill betroffen ist oder wissen will, wo man im ICN Strom fürs Laptop findet, postet einen Tweet. Kurz darauf kommt die 140-Zeichen-Antwort. Nachfragen ist selbstverständlich möglich. Nico Luchsinger hat den Service auf seinem BetaBlog bereits gut beschrieben.

Patrick Combeuf, Chris Leduc, Peter Hogenkamp

Gespannt waren die Teilnehmenden auf das erste Zusammentreffen von Chris Leduc und Patrick Comboeuf, Direktor E-Business SBB. Entgegen meinen Erwartungen zeigte sich Patrick Comboeuf begeistert vom unabhängigen Rail Service-Twitterdienst. Er vertritt damit aber seine persönliche Meinung. Die offiziellen SBB haben im Moment (noch) kein Interesse, sondern vor allem ein Problem mit der Benutzung ihrer Logos durch die Twitterer. Zugegeben, Gleis 7 ist nicht ganz geglückt.

Twitter-Logos GA, Halbtax, Gleis 7, Rail Service

Warum kommunizieren die SBB ihre Störungsmeldungen eigentlich nicht auch auf  Twitter?  Für das interaktive Element müsste dann der Kundendienst in Brig sorgen. Ein Tweet ist auf jeden Fall schneller geschrieben, als eine telefonische Anfrage beantwortet. Und die Reichweite ist erst noch grösser. Liegt es daran, dass die Rail Service-Nummern kosten, Twittern an sich aber gratis ist?

Ich bin gespannt, ob und wer bei Rail Service in einem oder zwei Jahren zwitschert. Wie die Tweets heute aussehen, zeigt die Präsentation von Chris Leduc.

Hintergründe zum Zusammentreffen, von Peter Hogenkamp auf blogwerk
Weitere bernetblog-Beiträge zum ersten Gipfel:
Facebook: Franky Slow Down als Kampagnenbeschleuniger
Social Media Gipfel 01: Impressionen, Idee, Initianten

Facebook-Tipps: Sind noch Fragen?

bernet_pr_facebookWer hat Fragen rund um Facebook? Oder zu Twitter, Social Bookmarks, PR generell? Wer diese öffentlich stellen mag, nutzt Bernet_PR auf Facebook.

Als dritter, letzter und kürzester Beitrag zu unseren Erfahrungen rund um Facebook-Seiten laden wir ein zum Fragen. Auf dem Wissen-Reiter von facebook.com/bernetpr bieten wir uns als Antwortgeber an. Voraussetzung für diesen Austausch ist natürlich, dass Sie bereit sind, Ihre Frage öffentlich zu stellen und beantworten zu lassen.

Wir haben uns entschieden, die Fragestellung über eine direkte E-Mail auszulösen. Weil die anderen Möglichkeiten in Facebook – darunter die Diskussionforen – zu wenig interaktiv und versteckt ausgelegt sind. Die Dialoge veröffentlichen wir dann auf der Pinnwand und hier auf dem bernetblog, mit dem Schlagwort «facebookfragen».

Wer wagt eine Anfrage? Karl Heinrich Waggerl, österreichischer Erzähler, meint dazu ermunternd:
«Das Genie entdeckt die Frage, das Talent beantwortet sie.»
(Zitat weitersenden.)

Bisher erschienen:
«Was bringt ein Facebook-Auftritt? Aufwand, Abhängigkeit, Aufmerksamkeit.»
«Bernet_PR auf Facebook: Wie man Inhalte gestaltet.»

Bernet_PR auf Facebook: Wie man Inhalte gestaltet

bernet_pr_facebookWer sich für einen Facebook-Auftritt entscheidet, steht vor der Frage: Womit? Wie sind Inhalte zu konzipieren? Hier unsere Antworten aus dem Praxisbeispiel Bernet_PR.

Letzte Woche habe ich Pro und Contra Facebook durchleuchtet. Wir haben uns schliesslich für den Bau und Unterhalt einer weiteren Inhalts-Plattform entschieden – auf www.facebook.com/bernetpr. Im erwähnten Beitrag habe ich die Ziele und Zielgruppen geschildert – wie spiegeln sich diese Vorgaben in unseren Inhalten?

Fokus Wissen bleibt erhalten
Ihre Webpräsenz folgt bestimmt mediengerecht Ihrer Positionierung. Auch der Facebook-Auftritt Ihres Unternehmens oder der Kampagne verfolgt diese Absicht. Angepasst auf die hier präsenten Zielgruppen und deren Verhalten, Erwartungen, Vorlieben.

Bernet_PR will wirksame, kreative und herzliche Kommunikation leisten. Gerade auch im Web legen wir seit 1996 grosses Gewicht auf den medientypischen Dialog. Also haben wir nur am Rande die wichtigsten Fakten zur Agentur eingebaut. Wichtiger waren das Angebot von kostenlosem Wissen und eine interaktive Zitat-Datenbank, sozusagen eine Vorwegnahme von Wikiquote. Später kamen der Anstoss-Newsletter dazu und dieser Blog.

Facebook ist in unserem Falle eine Informations- und Austauschfiliale für Inhalte, die auch auf unserer Website, im Blog, auf Twitter oder Delicious vermittelt werden können. Deshalb ist es nur konsequent, auf einer Facebook-Seite ebenfalls auf Wissensaustausch zu setzen.

Sitemap unter erschwerten Bedingungen: Facebook-Dramaturgie
Sie wissen, was Sie auf Facebook schreiben wollen. Wie platzieren Sie diese Inhalte? Was Sie schreiben und wie Sie das platzieren, muss auf Facebook sehr speziellen Herausforderungen gehorchen.

Ziemlich starres Layout mit einigen Wahlmöglichkeiten: Die linke Spalte ist (ausser bei den selbst programmierten FBML-Seiten, mehr darüber weiter unten) in der Reihenfolge der Elemente und ihrer Gestaltung von Facebook vorgegeben. Sie können Ihre Fans nicht ausblenden oder nur deren Namen ohne Fotos zeigen lassen. Sie können diese Box auch nicht weiter nach unten schieben. Die rechte Spalte gehört ebenfalls Facebook, hier wird Werbung gezeigt, deren Schaltung sie nicht beeinflussen können.

Schwieriger Umgang mit Reitern: In der mittleren Spalte folgt Ihr Inhalt. Der lässt sich in Kapitel aufteilen, mit diesen grauen Reitern. Wir haben uns für sechs Entschieden. Die sieht man grad noch, sonst müsste man auf einen Reiter mit  >> klicken. Die beiden ersten Reiter «Pinnwand» und «Info» sind von Facebook in deren Benamsung, Reihenfolge und Gestaltung vorgegeben.

fb_reiter_bernetpr

Auf dem Reiter «Info» sind die Basisinfos zu Agentur und Leistungen, «Veranstaltungen» ist ebenfalls von Facebook vorgegeben und wir erfassen jeweils die nächsten Termine. «YouTube» und «Flickr» haben wir mit Gratismodulen von involver.com gelöst. Dieses Unternehmen besetzt ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell: Das mühsame Programmieren von Faceook-Seiten wird einem abgenommen. Bloss ist das mit monatlichen USD 99 zu teuer. Zwei Module kann man sich gratis rauspicken – wobei man natürlich abhängig ist von den standardisierten involver-Möglichkeiten. Für uns waren sie besser als die standardisierte Facebook-Seiten-Einbindung.

«Wissen» als einmalige Willkommens-Seite: Man kann eigene Seiten gestalten, in der «Facebook Markup Language» oder «FBML». Das sei einfach, meinen die einen. Wir habens den Profis von Serranetga überlassen.

Diese Seite sieht man automatisch nur beim ersten Besuch auf Bernet_PR, sobald man Fan ist, landet man auf unserer Pinnwand – so bestimmt das Facebook. Die Erstbesuchs-Seite darf man als Anbieter wählen. Auf «Wissen» ist unsere Positonierung umgesetzt:

fb_startseite_wissen_bernetpr

Achtung: Ihre Zielgruppen sind auf deren Pinnwand zu Hause
Das heisst, dass sie eigentlich nur bei einem ersten Aufstöbern über die Suche, eine Empfehlung, eine Einladung oder das Klicken auf ein Facebook-Inserat auf Ihrer liebevoll gestalteten Facebook-Seite landen.

Danach läuft alles, wenn überhaupt etwas läuft, über die geliebte Pinnwand. Da bin ich, da sind Ihre Zielgruppen auf Facebook «zu Hause». Inhalte von Freund/innen, abonnierten Gruppen oder als Fan aktivierten Seiten werden auf diese Pinnwand überspielt. Das heisst: Nur, wenn hier was Interessantes, für mich gerade Relevantes auftaucht, fühle ich mich positiv angesprochen. Vielleicht reagiere ich sogar: Besuche die angekündigte Veranstaltungs-Seite, aktiviere den Link, schreibe einen Kommentar oder setze ein Häkchen bei «Gefällt mir». Das heisst auch: Wenn mir hier zuviel und nichts Attraktives eingespielt wird, dann kündige ich mein Abo, melde mich als Fan ab, will nicht mehr Freund einer Person sein.

Die Kunst liegt darin, den richtigen Ton zu finden. Und die richtige Frequenz. Deshalb haben wir bewusst auf ein automatischen Einspielen von Twitter-Meldungen auf unserer Pinnwand verzichtet – sie liegen in der Wissen-Seite und lassen so die Pinnwände unserer Fans in Ruhe.

Monitoring nicht vergessen – und den Dialog pflegen
Leider gibt es noch keine automatische Mitteilung von Facebook, wenn jemand auf Ihrer Seite einen Kommentar absetzt, einen Link oder sonst etwas erfasst. Und Monitoring-Lösungen scheinen uns noch zu teuer oder mangelhaft. Also haben wir auf zwei Arbeitsplätzen die Bernet_PR-Seite als Startseite gesetzt und sichern so ein tägliches Reinschauen.

Zum Reinschauen gehört auch ein aktives Setzen von interessanten Inhalten. Ein besonderer Link, ein kurzes Video. Eine Frage, die gestellt wurde, samt Link oder Text zur Antwort. Da werden wir in den nächsten Monaten noch viel lernen. Durch Ausprobieren und Zuhören.

bernetblog.ch: Erkenntnisse zum 4. Geburtstag

geburtstag_4Der bernetblog feiert Geburtstag! Hätten wir den Schritt gewagt, im Wissen um die vielen Schreibstunden? Wohl doch – die Zahlen und unsere persönlichen Resumées sind positiv.

Geburts- oder Feiertage sind auch Momente des Rückblicks, des Erinnerns. Seit November 2005 haben wir 1049 Beiträge geschrieben und 2016 Kommentare erhalten. Regelmässig üben wir intern «Blogkritik», besprechen Themen, koordinieren unseren «Redaktionsplan». Und werfen einen Blick auf die Nutzerzahlen. Hier die Kurve seit Einsatz von «Google Analytics» im September 2007:

unique_visitors_bernetblog_07_09

In den ersten beiden Jahren lasen uns also monatlich 3300 «Unique Visitors» (Anzahl unterschiedlicher Besucher). Dies verdreifachte sich bis heute auf  rund 10000 Unique Visitors monatlich. Verantwortlich für diese Steigerung war neben dem sauberen Themenfokus wohl auch die Qualität der Beiträge. Vier Jahre des Lernens haben – zum Glück – Spuren hinterlassen. Wenn ich gewisse Beiträge aus der Anfangszeit lese…

Persönlicher Rückblick der bernetblogger/innen
«Das Ziel des Schreibens ist, andere Sehen zu machen.», schrieb der Autor Joseph Conrad. Der/die Autor/in offenbart stets ein grosses Stück seiner Denke, des Wissens oder gar des Fühlens. Hier der ganz persönliche Rückblick der bernetblogger/innen (jeweils mit Link auf ihre Beitrags-Sammlung):

Sonja Stieglbauer, bloggt seit Oktober 2008
«Bloggen ist für mich von der Pflicht zur Kür geworden. Ich schätze die Freiheit oder besser die lange Leine bei Themen und Sprache. Als PR-Beraterin schreibe ich Texte aus der Position des Kunden, beim Bloggen aus meiner.»

Lilly Anderegg, bloggt seit Mai 2009
«Ein Chrampf und Zeitaufwand, der anderswo fehlt. Aber der Einsatz lohnt, nicht nur für die Online-Reputation:  Jeder Blogbeitrag zwingt auch zur aktiven Auseinandersetzung mit Themen und bedeutet für mich Wissenszuwachs und -austausch.»

Sabine Betschart, bloggt seit Januar 2006
«Ich habe Schreibroutine entwickelt – das spontane Schreiben fällt mir leichter. Gleichzeitig übte ich die journalistische Herangehensweise an ein Thema. Mit einem Ohr und einem Auge bin ich ständig auf der Pirsch nach Blogthemen.»

Marcel Bernet, bloggt seit November 2005
«Der bernetblog ist heute fester Bestandteil unseres Agenturalltags. Ich bin noch schneller geworden im Aufbereiten von Texten, Grafiken, Videos. Da wäre noch so viel Interessantes, was ich aus Zeitgründen nicht aufarbeiten kann. Für das spontane aber auch oberflächliche Weiterleiten von News setze ich  heute auf Twitter. Immer wieder frage ich mich: Liegen wir richtig mit den Themen? Was kommt an? Die Kommentare und die Besucherzahlen sind dafür ein schönes Indiz. Heute bin ich froh, dass wir den Aufbruch ins Abenteuer Blogging gewagt haben. Recherchieren und Schreiben hält uns wach, der Dialog bringt mehr Nähe zu unserem Umfeld.»

Dominik Allemann, bloggt seit November 2005
«Hätte ich all die Vorträge, Symposien, Blogcamps besucht ohne meinen «journalistischen» Auftrag? Hätte ich die Wirkung des dialogischen Webs, der Social Media gelebt und verstanden? Hätten wir dem rasanten Entwicklungstempo folgen können? Wir ahnten nicht, wie weit die Konsequenzen dieses «Going Live» reichen werden. Heute sind wir froh drum – dass wirs nicht wussten und trotzdem wagten.»

Was wir wohl beim 10. Geburtstag schreiben werden?

Weitere Geburtstagsbeiträge im bernetblog:
bernetblog.ch: Die schnelle Schwester (der allererste Beitrag)
Ein Jahr bernetblog.ch – Die Schnelle Schwester braucht viel Benzin…
Happy Birthday – Der bernetblog wird zwei Jahre alt
Happy Birthday bernetblog – mit Wettbewerb (3. Geburtstag)

Dominik Allemann | 03.12.2009 | Medien

Medientalk Uni Zürich: Zukunft der Leitmedien

uni_zuerichKeine Leitmedien-Diskussion ohne Konfrontation von Online mit Print. Der vierte «Medientalk» an der Uni Zürich zeugte vor allem von – Ratlosigkeit.

Der Abend schloss die Viererreihe (hier mein Bericht über Teil 3 über die «Sonntagsmedien») des «NZZ-Medientalks» ab, die gemäss Schlusswort für das kommende Jahr wieder evaluiert werden soll.

Wieder war der Saal gut und zu geschätzten Dritteln gefüllt mit Fachleuten, Studis und Rentnern. Es sprachen Uni-Publizistikprofessor Frank Esser und René Zeller, Leiter NZZ-Inland. Hier – ganz boulevardesk verkürzt – die kernigsten Aussagen aus den Kurzreferaten:

NZZ-Redaktor Zeller: «Kein Verlag kann ohne Online-Strategie überleben – aber keiner weiss, wo das Geld liegt.»
Für ein reines Printprodukt sieht René Zeller keine Zukunft – darum müssen alle Publikationen in den sauren weil teuren Online-Apfel beissen. Die NZZ tut dies mit einem integrierten Modell – die Redaktionen arbeiten miteinander und nicht nebeneinander. Dabei sei es ein punktuelles Abwägen, wann «online first» gelte und wann auf eine Parallel- oder Vorab-Publikation verzichtet würde. Die Online-NZZ habe darum Erfolg, weil sie sich konsequent auf ihr Qualitätsversprechen berufe und so den wertvollen Brand der «alten Dame» schütze. Dabei unterschlug Zeller, dass die Online-NZZ in der Vergangenheit Leser an die Boulevard-Konkurrenz abgeben musste.

Uni-Professor Esser: «Zu retten sind nicht die Verlagshäuser – schützenswert ist der Qualitätsjournalismus.»
Was heute verkaufe und sich etabliere, sei der polemisch-empörende Meinungsjournalismus. Dazu komme der Trend der Medienkonvergenz (Online/Print) und eine allgemeine Redimensionierung des Medienkonsums. Was unter steigendem Kostendruck und – ach, die Krise – Inserateschwund leide, sei der investigative, erklärende Hintergrundjournalismus. Er und nur er gehöre geschützt. Aber wie? Staatsintervention? Stiftungen? Hohe Abopreise? Antworten oder Ansätze dazu gab Esser keine. Aber eine düstere Ahnung davon, was es bedeutet, wenn Qualitätsinformation zum Privileg einer wohlhabenden Elite wird.

Während des Abends erreichte mich via iPhone-Tagi-App die «Breaking News» über die Gefängnisstrafe der Schweizer Lybiengeiseln. Die NZZ doppelte erst einige Minuten später nach – ohne Push-App notabene – und veröffentlichte dann die haargenau gleiche Agenturmeldung. Was mir beweist: Online gewinnt, wer mit Tempo und Kürze neue Leser gewinnt. Und mit neuen Technologien mitgeht. Diesem Speed kann sich – Qualität hin oder her – auch die NZZ nicht entziehen.

Social Media Gipfel 01: Impressionen, Idee, Initianten

nurknopfDer erste Social Media Gipfel ist erfolgreich über die Bühne des NZZ Bistro gegangen. Ein persönlicher Rückblick auf diesen Morgen mit einigen Eindrücken und Kurzvideo.

Die Zusammenfassung der Facebook-Learnings für Unfallverhütung ist online – wie wirs versprochen hatten. Dieser Gipfel bringt nicht nur Impulse für die Anwesenden, sondern in verdichteter Form auch durch unsere Nachbearbeitung. Gestaunt habe ich darüber, dass wirs heute in die Top-Themen der deutschsprachigen Tweets geschafft haben. Natürlich wirds wieder ruhiger werden, hier der laufend aktualisierte Twittertrend für den Hashtag / das Twitter-Schlagwort #smgzh. Am Anlass habe ich selbst laufend Erkenntnisse getweetet – das nächstemal nehme ich diese Frequenz ein wenig runter. Denn die Zusammenfassung in einem Blogpost bringt zwar weniger Aktualität, dafür mehr Tiefgang und Gesamtsicht.

Drei Ziele hatten sich Peter Hogenkamp und ich mit diesem Format gesetzt:

1. Kontakten: Menschen kennenlernen, die ebenfalls unterwegs sind irgendwo im Bereich Social Media.
2. Verdichten: Dies in einem effizienten, komprimierten Rahmen mit viel Raum für Diskussion.
3. Lernen: Impulse erhalten aus den Antworten und Fragen anderer.

Diese Ziele erhalten im folgenden Video die persönliche Färbung von mir und von Peter. Wir haben auf dem Weg hierher gelernt, was es alles braucht, um so eine Idee steigen zu lassen. Und wir möchten weiterhin einfach bleiben: Kostenloser Eintritt, eigene Konsumation, alle zwei Monate zwei Praktiker zu Gast, maximal 80 Gäste. Und das ganze getragen von zwei markanten Köpfen mit einem engagierten Team im Hintergrund, bei blogwerk und Bernet_PR. Ein herzliches Dankeschön an alle Helfer!

Facebook: Franky Slow Down als Kampagnenbeschleuniger

nurknopfWie beschleunigt man mit Social Media eine Unfallverhütungskampagne? Mit Franky Slow Down, einer Kunstfigur des bfu und seinem Song – auf Platz 5 der Schweizer I-Tunes-Hitparade. Learnings aus dem ersten Social Media Gipfel von heute morgen.

Gestern Nacht um 23.00 habe ich die letzten Slides gemacht für die Startmoderation, heute morgen um 07.00 gings los mit Einrichten im NZZ-Bistro. Noch bin ich ganz Adrenalin-geschubst von diesem gelungenen ersten Gipfeltreffen. Der Aufwand war gross, die Idee funktioniert, das Teamwork mit Peter Hogenkamp lief super flüssig. Hier die Kurzverarbeitung des ersten Referats für alle, die nicht dabei sein konnten.

Langsam sein ist cool – früh aufstehen auch
So sah David Schärer heute morgen um 07.00 aus – und daneben ein Blick ins volle Bistro-Auditorium. Gegen 90 Frühaufsteher/innen machten einen hellwachen Eindruck.

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Ziel der von ROD entwickelten Kampagne für bfu und SVV ist Unfallverhütung. Und die meisten Autounfälle entstehen durch «leichte» Schnellfahrer wie Sie und ich – ein wenig gehetzt, 10 km/h über dem angegebenen Limit. ROD-Mitgründer und -partner David Schärer, erster Gipfel-Erfahrungs-Austauscher: «Wir wollen mit der Kampagne vermitteln, dass Langsamsein cool ist.»

Facebook ja – weil dort das Publikum sitzt
Facebook war von Beginn weg der Kern der Kampagne, die dazu eine eigene, dreisprachige Website pflegt, Plakate stellt, Online-Werbung platziert und Medienarbeit betreibt. Gab es keine internen Widerstände bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu, die als Verwaltung den Facebook-Zugang für die Mitarbeitenden sperrt? «Nein, im Gegenteil. Kampagnen müssen dorthin, wo das Publikum sitzt. Will man viel Aufwand für Traffic auf der eigenen Website treiben – oder besucht man eine Plattform, auf der sich bereits 1.8 Millionen Schweizer tummeln?»

Achtung Kunstfiguren: Bei Spamverdacht wird gesperrt
Das bfu will auf Facebook – und steht mittlerweile bei knapp 14′000 Fans der eigenen Seite mit dem Kampagnen-Namen «Slow down, Take it easy» und bei rund 4′000 Freunden für die Kunstfigur Franky Slow Down. Stolperstein beim Start: «Facebook hat uns beim Kampagnenstart den Account einen Tag gesperrt – weil wir sehr viele Freundesanfragen in kurzer Zeit hatten, fielen wir auf. Erst durch mehrere Kontakte und den Beweis, dass es sich hier nicht um Spam handelt, erreichten wir die Wiederöffnung. Learning: Wer sich für eine Kunstfigur entscheidet, braucht gute Argumente bei Facebook.»

Viel Aufwand für eine Kunstfigur – mit erstaunlichem Echo
Wieso Fanseite und persönliches Profil? «Auf dem persönlichen Profil ist die Bindung stärker – und vor allem ist das Weiterleiten von Inhalten innerhalb der persönlichen Freundesnetzwerke viel höher.» Der Aufwand fürs persönliche Profil ist gross: Hier kann man als Absender nicht einfach ein wenig mitmachen oder automatisiert Meldungen verbreiten. Der Dialog muss ernsthaft durchgespielt werden, auch für eine Kunstfigur. Bei ROD ist Franky Slow Down täglich zwei Stunden online. Er beantwortet Freundschaftsanfragen, schreibt Notizen auf die Pinnwand von Freund/innen, sorgt für einen Dialog.

Dieser Dialog nimmt erstaunliche Formen an: Immer wieder wollen Fans mit dem Franky in den Ausgang. Mich hat die Freude erstaunt, mit welcher das simple Ja zur Facebook-Freundschaft kommentiert wird. Denn ein Ja bekommen doch alle. Und Franky ist doch nur eine Kunstfigur. Oder doch nicht für alle? Reinschauen lohnt sich – auch die Einträge von Franky sind gut gemacht, auf den Song bezogen oder mit top-aktuellen Gas-weg-Tipps zum überraschenden Schneefall vom Montag.

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Facebook macht als Mainstream-Plattform Hitparade
Zur Kampagne gehört der Slowdown-Song, der sich gerade gestern Abend auf Platz 5 der Schweizer I-Tunes-Hitparade vorgearbeitet hat. Trotz der normalen CHF 1.50 für einen Download. «Dieser schnelle Erfolg des Lieds ist aus meiner Sicht eine Folge der starken Facebook-Präsenz. Das hätten wir mit klassischer Promotion nicht erreicht.»

Wie weiter? Wird Franky bald sterben? Was passiert dann mit den Fans? «Wir haben einen Kampagnenhorizont von drei Jahren. Verschiedene Sachen sind noch in der Pipeline. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht – vielleicht ist Facebook dann nicht mehr die Mainstream-Plattform. Vielleicht doch.»

Artikel zum zweiten Gipfel-Beitrag:
Railservice als inoffizieller SBB-Kundendienst

Übrigens habe ich bei diesem Blogpost gemerkt, dass unsere bevorzugte Plattform Scribd keine Keynote oder Powerpoint akzeptiert. Zu doof. Also habe ich den Account auf Slideshare re-aktiviert und Davids Folien so eingebunden:

Die besten Online-Adventskalender

Frohe Adventszeit!Für alle die heute noch kein Törchen öffnen durften, habe ich eine kleine Auswahl Online-Adventskalender zusammengestellt. Frohe Adventszeit!

Ich liebe es, jeden Tag eine Überraschung zu erhalten. Meinetwegen könnte es einen 365-Tage-Adventskalender geben. Gleich vorweg muss ich eingestehen, dass ich das Angebot online sehr bescheiden finde. Ich hoffe, mit meiner Auswahl habe ich die Rosinen erwischt!

Sue-Ann’s Adventskalender:
Der liebevollste Adventskalender, umfangreich mit Gedichten, Geschichten und Rezepten

Uli Stein Adventskalender:
Jeden Tag ein anderer Cartoon von Uli Stein

Adventskalender vom Schweizer Fernsehen:
Der professionellste Adventskalender mit Bonbons aus dem SF-Archiv

Pixelfreund-Adventskalender:
Geheimtipps aus dem Blogarchiv und den Favoriten von Pixelfreund

Sandmänchen-Adventskalender:
Herziger Adventskalender mit Sandmännchen-Filmen für Nostalgiker

24 Sinnessprüche zum Nachdenken:
Der besinnliche Adventskalender – jeden Tag ein Bild und ein Gedanke

Der Adventskalender vom Vorjahr:
Lustgier Adventskalender mit Sprüchen, Rätseln und Catoons aus 2008

Max Havelaar-Adventskalender:
Der nachhaltige Adventskalender für Shopaholics mit Gewinnspiel

Twitter-Adventskalender:
Virtuelle Bescherung mit anonymen Twichtel-Tweets

Ich freue mich über witzige Ergänzungen. Dieses Jahr ist es zu spät, aber vielleicht ist das ja genug Anregung, um es nächstes Jahr selbst besser zu machen!

Wer hat’s erfunden?
Die wohl früheste Form des Adventskalenders stammt übrigens aus dem Jahr 1851 – so alt ist der Brauch also noch gar nicht. Und er wurde von Beginn an als Handelsartikel entworfen und kommerziell genutzt – also nicht erst heute! Das erste gedruckte Exemplar verdankt seine Existenz den Kindheitserlebnissen des schwäbischen Pfarrersohnes Gerhard Lang (1881-1974) aus Maulbronn. Seine Mutter zeichnete 24 Kästchen auf einen Karton, auf jedes war ein «Wibele» genäht. Gerhard Lang (später Teilhaber der lithographischen Anstalt Reichhold & Lang) druckte 1908 in München den ersten Adventskalender, dabei verzichtete er auf die Gebäckstücke und verwendete stattdessen farbenprächtige Zeichnungen. Arme Familien konnten sich im 19. Jahrhundert keinen Adventskalender leisten. Sie machten Kreidestriche an die Tür und wischten täglich einen weg. Oder die Kinder durften bis zum heilligen Abend jeden Tag einen Strohhalm in die Krippe legen, um dem Christkind ein weiches Bett zu bereiten.

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