Stiefelwerfen ist Einweg-Kommunikation

StiefelwurfBauern der Gewerkschaft Uniterre bewarfen Bundesrätin Doris Leuthard in Saignelégier mit Stiefeln. Aus Kommunikationssicht war das Symbol gut gewählt, die Aktion aber nicht zu Ende gedacht.

Der Schuhwurf nach Präsident Bush hat den irakischen Journalisten Muntaser el Saidi 2008 berühmt gemacht. Schuhwerfen ist eine deutliche und eher ungefährliche Sprache. Bei der Inszenierung geht es ums Werfen, nicht ums Treffen.

Deswegen fand ich das Symbol (Land-Gummistiefel?) gut gewählt. Den Punkt vergab die Uniterre aber wieder: Weil die Bauern es so weit trieben, dass Leuthard ihre Rede abbrechen musste und weil sie das Gesprächsangebot ablehnten. Beides bringt ihnen in der Öffentlichkeit keine Sympathien.

Der Käseolympiade im Jura hat es immerhin Medienresonanz gebracht.

2 Antworten auf Stiefelwerfen ist Einweg-Kommunikation

  1. Thomas sagt:

    Vielleicht lag die wirkliche Demütigung auch darin, dass man nun BR Leuthard mit G.W.Bush vergleicht – unabhängig des Wurfgeschosses ;-)

  2. Ein Bush-Vergleich ist sicher psychisch verletzend. Mittlerweile hat sich auch die Uniterre zu Wort gemeldet und gemeint, ihr sei der Dialog vorgängig verweigert worden http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Bauern-wollen-nicht-auf-Leuthard-gezielt-haben/story/21962529

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