Marcel Bernet | 30.09.2009 | Medien

Tages-Anzeiger mit Publi-Anzeige? Layout-Learnings.

titel_neuHeute morgen habe ich mich schon ein wenig an den neuen Tagi gewöhnt. Trotzdem staune ich über Seite 5, da kommt eine Anzeige wie ein Artikel daher.

Ist das die Absicht des Tages-Anzeigers? Tom Menzi, mit Daniel Stähli fürs Redesign verantwortlich, entschuldigt sich: «Ich hatte das gestern Nacht in der Bearbeitung reklamiert, aber dann ist es doch untergegangen.» Auch die normalen, nicht im Zeitungslayout gestalteten Anzeigen tragen ein feines «ANZEIGE» oder «REKLAME», wenn sie im Asnchluss an Text geschaltet sind.

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Glück für den Auftraggeber dieses Inserats, den Reiseversicherer eti.tcs.ch? Ich finde: Nein. Auch wenn man sich für ein möglichst redaktionelles Aussehen der Inserate entscheidet, die klare Abgrenzung als Inserat oder Publireportage nutzt der Reputation des Inserenten – und erst recht der Glaubwürdigkeit des damit beglückten Mediums.

Übrigens: Die fehlenden Spaltentrenn-Linien beim Interview mit Bundesrat Ueli Maurer sind ein Versehen. Schade, ich hatte mich schon gefreut – ein Element weniger, mehr Ruhe. Treffend ist die Schärfenführung im Bild und dessen Platzierung.

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Wenn Twitter ein Dorf mit hundert Einwohnern wäre …

bild_twitterstat… wären fünfzig faul und zwanzig bereits tot. Wie sich abstrakte Informationen visualisieren lassen. Eine Auswahl.

Auf informationisbeautiful.net versammeln sich Grafiken, die hervorstechen – thematisch und grafisch. Dahinter steckt David McCandless, ein Freelancer aus London. Seine Berufsbezeichnung ist neu für mich, tönt aber schick (auf Englisch): «Visual & Data Journalist». Kennt jemand die deutsche Übersetzung? Die Mission von David McCandless: «My passion is for visualising information – facts, data, ideas, subjects, issues, statistics, questions – all with the minimum of words.» Und so minimalistisch die Grafiken, so spannend sind die Aussagen dahinter. Lerne: Statistik muss nicht langweilig sein.

Einige Beispiele:

  • Der durchschnittliche Dorfbewohner ist faul
    Wenn Twitter ein Dorf mit hundert Einwohnern wäre, wären fünfzig faul und zwanzig bereits tot. Nur fünf Einwohner wären für 75 Prozent aller Tweets verantwortlich. Die Grafik «If Twitter was 100 People…» basiert auf einer Verhaltensstatistik von Twitter-Nutzern. Um das Ergebnis leichter nachvollziehbar zu machen, wurde es so dargestellt, als würde die Twitter-Community nur aus hundert Personen bestehen. Die Grafik zeigt zudem, an welchen Tagen Twitter am stärksten genutzt wird. Interessant: Dienstags und mittwochs werden die meisten Tweets geschaltet.

informationisbeautiful.net: If Twitter was 100 people ...

  • iPhone an der Spitze digitaler Ablenkungen
    Twitter, Facebook, Flickr, eBay, E-Mails, SMS, ein Anruf auf dem Festnetz oder Handy – das digitale Zeitalter setzt uns zahlreichen Ablenkungen aus. Die Wahl zwischen dem Tippen einer Kurznachricht bei Twitter und dem Griff zum Telefon erfolgt nicht zufällig. Das zeigt die Pyramide «The Hierarchy of Digital Distractions». David McCandless visualisiert hier digitale Ablenkungen und wie wir damit während der Arbeit umgehen. Zuunterst in der Aufmerksamkeitshierarchie steht die tatsächliche Arbeit, sie hat den geringsten Stellenwert (das gilt selbsterklärend nicht für die Autorin). Wesentlich mehr Aufmerksamkeit erhält eine neue Facebook-Message, doch sobald das Telefon klingelt, ist damit auch Schluss. Hierarchisch zuoberst steht das iPhone, getoppt wird es nur noch durch einen Funkunterbruch oder einen ungeduldigen Partner, der das Notebook gewaltvoll schliesst und dem Nutzer dabei die Finger einklemmt.

informationisbeautiful.net: Hierarchy of Distractions

  • Kaffeefahrten auf der Zeitachse
    Ganz neue Zusammenhänge für SF-Fans erfasst die Grafik «Timelines: Time Travel in Popular Film and TV» (mit Hintergrundinfos). Treffen sich Marty McFly (Zurück in die Zukunft) und die Crew von Star Teck auf ihren Zeitreisen, und kämpfen sie gemeinsam gegen Terminator? Fragen, die die Welt bewegen.
  • Nicht zu empfehlen bei Flugangst
    Sehenswert, aber auch etwas beängstigend – zumal ich im Dezember (!) einen Flug mit Air France (!) gebucht habe: «Reduce Your Odds of Dying in a Plane Crash». Es scheint: Ich lebe wild und gefährlich. Immerhin sitze ich in den hinteren Reihen, das erhöht meine Überlebenschance. Ich muss nur noch den Fensterplatz gegen einen Gangplatz tauschen …

Mehr zum Thema im bernetblog:

Kontrollierter Webkonsum dank Diätpyramide, 24.07.2009
Lasst Grafiken sprechen, 17.07.2009

Neuer Tages-Anzeiger: Dialog mit dem Chefredaktor

titel_neuSchon vor der Neulancierung hat der Tages-Anzeiger die Leserschaft zum Dialog aufgefordert – die «Reklamations-Nummer» führt heute morgen zur Chefredaktion.

Für meine Kurzkritik zur neuen Optik habe ich ein Test-Telefon gestartet. Nach mehrmaligem Besetzt-Zeichen meldet sich ein Herr Eisenhut unter der Lob- und Tadel-Nummer. Ja, es ist der Co-Chefredaktor Markus Eisenhut persönlich. Er sitzt von 9 bis 11 an der Leitung, gemeinsam mit der stellvertretenden Chefredaktorin Daniela Decurtins und zwei Verlagsleuten.

Tagi hört zu, Meinungen gehen weit auseinander
Bravo, das nenn ich echten Dialog. Der Tages-Anzeiger interessiert sich wirklich für die Meinung des Publikums. Wie heiss läuft die Leitung? Markus Eisenhut hat bestimmt heisse Ohren: «Das Echo ist sehr intensiv, wir sind dauernd besetzt – in der ersten Stunde konnten wir wohl über 80 Anrufe bewältigen.» Die Meinungen gingen sehr weit auseinander. Einige sähen den Tagi jetzt ganz nahe an der NZZ, die anderen dagegen näher an einer Regionalzeitung wie der Luzerner Zeitung. Einige seien sehr zufrieden, andere gar nicht. Doch insgesamt sei das Echo positiv und die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Meinungen bringe wichtige Anregungen.

Interview und Meinung mit Flattersatz
Wie ist das eigentlich mit dem Flattersatz und der Spaltentrennung? «Bei Interviews und in Meinungsbeiträgen wechseln wir auf Flattersatz – und setzen die Trennstriche zwischend den Spalten ein.» Aha, wieder was gelernt. Eisenhut interessiert sich für meine Meinung. Mir hats zu viele Elemente, der neue Tagi spielt mir zu aggressiv mit Titelzeilen, Textkästen, Textauszügen, vielen Schriftvarianten. Ich werde mich daran gewöhnen, mehr dazu im vorher gehenden Beitrag. Und mehr zur Philosophie des Umbaus sagt Markus Eisenring in der zweiten Hälfte dieses persönlich-Beitrags.

Marcel Bernet | 29.09.2009 | Medien

Na ja: Der neue Tagi ist da

titel_neuRichtig gefreut habe ich mich. Nun bleibe ich ein wenig enttäuscht: Das neue Layout des Tages-Anzeigers ist mir zu unruhig, zu fett. In der Agentur stehen die Meinungen 3 gegen 2 – was meinen Sie?

Das neue Design war der Aufhänger einer gut gemachten Kampagne (persönlich.com) – jetzt ist es da. Wenn ich direkt vergleiche, so finde ich den neuen Tagi definitiv schöner, aufgeräumter. Aber leider ist das Gesamtbild sehr dicht geworden. Und vor allem diese dicken Schlagzeilen, die gehen mir zu stark in Richtung Blick am Abend, News. Hier eine Gegenüberstellung des Wirtschafts-Bundes vorher und nachher:

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Der Header gefällt: Aufgeräumt, klar, viel Weissraum. Und ich gratuliere zum Mut, oben rechts nur einen Artikel anzureissen, mit einem schön freigestellten Bild. Da ist die NZZ im Redesign weniger innovativ, reisst zu viele Artikel mit zu viel Text an (Beitrag zum Re-Design von letzter Woche). Am meisten Mühe habe ich mit diesen gedrängten Schlagzeilen – wo sie vorher zu luftig waren, kommen sie mir jetzt bleischwer entgegen. Seltsam ist der Flattersatz fürs Interview. Was bringt das, ausser Unruhe? Auch beim Einsatz der Trennlinien zwischen den Spalten erkenne ich kein klares Muster – ist die Redaktion da noch am Ausprobieren? Die folgende Seite zeigt den Mix, der sich auch auf den anderen Seiten irgendwie abspielt:

international_neu

Gross gefallen mir die Schlagzeilen besser. Und wie wird die Farbe oben eingesetzt? Passend zu den Bildern? Später mal gibts Beige, dieser Akzent ist noch selten aufzufinden. Doch gehen wir zurück auf die Startseite, den ersten Eindruck:

titel_neu

Schön: Die Aufrisse. Das Datum ist zu gross und nimmt zu viel Platz ein. Wieso dieser Weissraum rechts neben Omega? Wieso ist die Namenszeile nicht eingemittet? Weil dieser Weissraum für die Postversand-Adressen frei bleiben muss, schade.

Interessant ist die Nähe des Papiers zum Bildschirm: Jetzt verstehe ich auch die Wahl der Titel-Schrift besser. Der Verbund News – Tagi Online – Tages Anzeiger soll auch optisch herausgestrichen werden. So sieht heute morgen www.tagi.ch aus:

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Fazit? Ich werde mich daran gewöhnen. Am besten gefällt mir die Dialogausrichtung des ganzen Redesigns, samt Telefon-Hotline. Ganz klassisch, auch im Zeitalter der Social Media. Einige interessante Antworten zum Redesign im nächsten Beitrag, denn an der Hotline antwortete gleich der Co-Chefredaktor Markus Eisenhut persönlich.

Mobile Marktforschung: Bald selbstverständlich?

MobiltelefonMan kann die mobile Marktforschung als Erweiterung der online Marktforschung bezeichnen. Ihre Vorteile sind die Erreichbarkeit der Befragten und die Unmittelbarkeit der Eindrücke.

Eine SMS-Einladung zum Ausfüllen eines Fragebogens auf dem Mobiltelefon und ein paar kurze Fragen zur Beantwortung an der Tramhaltestelle. Oder die laufende Befragung von Probanden während eines Tests. So könnte Marktforschung in Zukunft aussehen.

Es gibt gute Gründe für mobile Befragungen: Immer mehr Menschen sind für Marktforscher gar nicht mehr daheim erreichbar. Sei es, weil sie unterwegs sind, sei es, weil es das telefonische «Daheim» als Fixnet-Anschluss nicht mehr gibt. Und in Entwicklungsgesellschaften ist das mobile System oft das einzige funktionierende.

Für mobile Befragungen spricht auch die Unmittelbarkeit der Eindrücke. Direkt nach einer Fernsehsendung, nach dem Genuss oder auch nach der Krise sind die Eindrücke noch frisch.

Hürden sind derzeit noch die Technik – jedes Mobiltelefon stellt etwas andere Anforderungen. Und nicht alle Zielgruppen besitzen ein internetfähiges Mobiltelefon. Neben dem Zugang zu den Zielgruppen, braucht es deren Bereitschaft sich befragen zu lassen. Die Kosten sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen.

Weitere Informationen rund um mobile Marktforschung finden sich in den Präsentationen der Mobile Research Conference. Bereits ein Blick auf die Titel verrät, welches Feld sich hier auftut. Meine Meinung: Mobile Marktforschung kommt langsam, aber sie kommt.

Weist das Medienverhalten der Jungen die Zukunft?

fisch schwarm_kleinYoung & Rubicam Gruppe führte eine Studie zum Thema Medienverhalten durch. Aussichten: Bis 2020 wird das Medienangebot breiter und grösser. Zudem billiger und jederzeit mobil verfügbar.

Für die Studie «Media Use Index» wurden 1500 Personen zwischen 14 bis 69 in der Deutsch- und Westschweiz befragt. Hier die interessantesten Erkenntnisse daraus:

Top-Medium
Für die Schweizer Bevölkerung ist das Internet das wichtigste Medium geworden (55%), gefolgt von den Tageszeitungen (36%) und fast gleich auf mit dem TV (34%).

Informationskanal
Die Kanäle werden je nach Informations-Bedarf eingesetzt. 80% der Befragten suchen Produkteinformationen im Internet, das Tagesgeschehen wird von 23% der Befragten im Internet verfolgt. Und 22% suchen Sportinformationen. Wer Unterhaltung wünscht, benutzt nach wie vor den TV-Kanal (54%). Diese Zahl ist erstaunlich hoch, gemessen an den vielen Unterhaltunsmöglichkeiten, die das Internet bietet. Vielleicht handelt es sich auch um sehr viele Mediennutzende ab 50 Jahren, siehe nächsten Abschnitt.

Generationenkonflikt
Aussagekräftiger sind die Zahlen, wenn wir sie altersbezogen anschauen. Für die 14- bis 29-Jährigen ist Facebook das absolut wichtigste Medium (50%) gefolgt von 20 Minuten (42%).  Die 50-Jährigen Mediennutzenden setzen auf SF 1 (50%) und Lokalradio (36%).

Erstaunlich:
Die Gratiszeitungen als Junk Food der Medien: allgegenwärtig, aber schnell konsumiert und von geringer Substanz. Deshalb können wir am ehesten darauf verzichten (25%) gefolgt von Teletext (18%). Diese Aussage wirft Fragezeichen bei mir auf. Die Zeitungen werden von allen gelesen und werden von niemandem wirklich gebraucht?! Seltsame Entwicklung. Es macht Sinn, dass wir als Medienschaffende diese wichtige Aussage in unsere Arbeit miteinbeziehen.

Schauen sie sich die Studienresultate mit Grafiken an auf dem Presseportal von newsaktuell. (Dank an Kai Gerwig für den Themeninput).

Marcel Bernet | 24.09.2009 | Dies & Das

Zensekunden Steve Jobs: 17 Adjektive an der letzten Keynote

steve_keynote_sep09Steve Jobs schafft 17 Adjektive in zehn Sekunden – wieder mal was für meine Zensekunden-Rubrik. Im Original waren sie auf eine Stunde und 17 Minuten verteilt.

Am 16. September war er erstmals wieder live auf der Bühne – und er bleibt einer der besten Business-Darsteller der Welt. Ein Video-Intro der Digital Daily-Kolumne des Wall Street Journals brachte mich auf die Idee. Längere Fassungen sind auch auf YouTube zu finden, der Effekt liegt in der Verkürzung. Siebzehn Adjektive zähle ich in diesen Zensekunden. Wer die lange Version sehen will: Apple-Link. Schwierig beim Upload war wieder mal das Timing: 10 Sekunden Quicktime auf meinem Desktop sind dann 11 auf YouTube…

Von Steve Jobs lernen für Ihren nächsten Auftritt:
Tipps für Präsentationen: Versuche nicht, wie Steve zu sein.

Marcel Bernet | 23.09.2009 | Medien

Hurra – die neue NZZ ist da.

nzz_230909_frontHeute erscheint die Neue Zürcher Zeitung zum erstenmal im neuen Kleid: Leichter zu lesen, mehr Weissraum, verwirrende Zusatzelemente, seltsames Verharren des Feuilletons. Nächste Woche folgt der neue Tagi.

Damit es alle wissen: Die NZZ gehört seit Jahren zu meinen Leibblättern. Hier kritisiert, wie immer subjektiv, einer der 1. die Zeitung mag, 2. zur aussterbenden Spezies der morgendlichen Papierstreichler gehört und 3. als Kommunikationsberater sowieso immer alles besser weiss.

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Gesamteindruck: Endlich mehr Luft
NZZ-Lesen hat schon seit Jahren einen leichten Hauch der Anstrengung. Es ist verführerischer übers Wall Street Journal, das St. Galler Tagblatt oder die NZZ am Sonntag zu gleiten. Aber weil ich vor allem den Wirtschaftsteil der Neuen Zürcher Zeitung einfach lesen will, tue ich mir ein wenig Leiden an. Aufs neue Blatt blicke ich zu allererst mit Erleichterung: Super, endlich mehr Weissraum – rundherum, zwischen den Zeilen. Endlich fünfspaltiger Umbruch, damit auch ein viel leichterer Augensprung an den Anfang der nächsten Zeile. Einzig: Wieso eine derart grosse Headline zum derart grossen Bild? Da fühlte ich mich ein wenig erschlagen.

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Graublaue Kästen als Fremdkörper
Endlich ist auf der Titelseite das Inserat wirklich ins Layout eingebunden, vorher erschien es mir immer als Fremdkörper, aufgepfropft. Gar nicht zum neuen Erscheinungsbild passen aus meiner Sicht die grauen Felder mit den Themenanrissen. Liegt es an der blauen Farbe der Bereichstitel? Der aus dem Rahmen fallenden Schrift für die Texte? Noch weiss ich es nicht. Dieses gestalterische Element erinnert mich an die NZZ am Sonntag, aber dort passt es ins Gesamtbild.

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Gelungenes, ruhiges Gesamtbild
Auf Seite 3 entfaltet sich für meine Augen die Neuerung in sehr wirksamer, leserfreundlicher Form, ohne Effekthascherei und Grafikspielchen. Sehr gut passt dazu die Entscheidung der Fotoredaktion, ein Schwarzweiss-Bild einzusetzen. Mehr davon! Übrigens werden die Bilder erstmals spaltenfüllend eingesetzt. Dadurch wirken sie flächiger – und es sind gar nicht mehr Bilder als bisher, obwohl das mein erster Eindruck war.

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Nur noch drei Bünde – mir passts
Schön, dass Grafiken jetzt so gross sind. Trotzdem wird hier der vorhandene Platz nicht für eine aussagekräftigere Darstellung genutzt. Wiederum etwas fremd erscheint mir der graue Überbalken. Wie bei allen aktuellen Zeitungsumbauten setzt man auf weniger Bünde und damit mehr Flexibilität bei der Anzahl Seiten / Anzahl Inserate pro Thema. Bei der NZZ geht das für mich auf, denn im Stress werde ich mich auf den separaten Wirtschaftsbund konzentrieren. Die Schweiz oder Zürich kann man halt nicht mehr einfach rauszupfen, sondern muss sich hinblättern. Echt seltsam finde ichs mit meiner Optik, wenn beim St. Galler Tagblatt die Wirtschaft gerade noch eine Seite am Ende des Sport-Teils hat.

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Feuilleton vierspaltig: Bitte dringend ändern!
Wirklich seltsam fällt der Feuilleton-Teil ab. Wie ich höre, sind daran die Gestalter von meiré und meiré schuld. Die Redaktion wäre lieber genau so aktuell aufgetreten, wie die anderen Bünde. Hier wähne ich mich plötzlich bei der FAZ, alles wird flächiger, bleisatziger, langweiliger. Nein, das muss auf keinen Fall sein. Und ich hoffe sehr, dass sich das im Rahmen der Detailkorrekturen noch ändert. Denn diese Idee wirkt nicht kulturadäquat sondern halbherzig – mit einem Fuss bleibt man doch noch in den alten Kleidern stecken.

Nächste Woche ist der Tages-Anzeiger dran – und die Tagi-Kollegen loben den Neuauftritt der NZZ. Sie orten den Spalten-Ausreisser übrigens beim Feuilleton-Redaktionsleiter.

Alle Bilder Copyright NZZ.

(Online-)Tauschnetze: Parallelgeld als Alternative

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Die Finanzwelt erholt sich allmählich und man liest bereits wieder vom alten Trott. Unser unerschütterliches Wohlstands-Urvertrauen hat aber Risse bekommen. Wir sehnen uns soliden Werten: zum Beispiel «Zeit».

Tauschnetze erleben eine regelrechte Renaissance. Die Sonntagabend-Radiosendung Input berichtete eindrücklich über das Phänomen. Als Währung sticht in den Tauschnetzen nicht das Geld, sondern die Zeit: Ich digitalisiere Dir deine Vinyl-Plattensammlung, du bäckst mir einen Kuchen, führst meinen Hund Gassi, hütest meine Kinder.

Zürich: Tauschen am Fluss
In Zürich gibt es «Tauschen am Fluss»: Die registrierten Mitglieder können ihre Angebote online erfassen und via die Marktzeitung publizieren. Sie erhalten dafür «Zeit», die ihnen auf ihr Online-Konto oder auf einer Tauschkarte (für Offliners) eingetragen wird .

Basel: Bon-Netz-Bon
Oder der Bon-Netz-Bon in Basel. Für 100 Franken lassen sich 110 Einheiten Bon-Netz-Bons kaufen. Der Rücktausch ist  möglich – dann gibts allerdings nur 95 Franken für 100 BNB’s. Die BNB-Serien sind nur eine beschränkte Zeit gültig. Das verhindert das «Horten» der Bons. Die Angebotsliste ist auch hier eindrücklich lang.

Luzern: Tauschnetz – Zeit statt Geld
Ein ganzes Verzeichnis von kleinen und grösseren Tauschnetzen in der ganzen Schweiz publiziert das Luzerner Tauschnetz. Mit vielen Ablegern auch in dörflicheren Regionen.

Die Idee besticht: Die grosse Schwelle dürfte für die meisten Konsument/innen Menschen allerdings der Schritt aus der Anonymität sein. Der Tausch verlangt nach Gesprächen, sozialem AusTausch, man muss auf andere zugehen. Es gewinnt dabei der gegenseitige Respekt. Das kalte Geld ist weniger «wert» als die Zeit und das Engagement des Gegenübers.

Download-Link DRS3 «Input», 20. September 2009 (MP3, 24MB)

Blogger im Profil: Sixt Mietwagen Blog

Logo SixtDer Autoverleiher Sixt betreibt seit fast einem Jahr einen  Blog. Und befindet sich damit im Spannungsfeld zwischen Autorenmeinung, kommerziellen Interessen, Werbung sowie Leser- und Kundenbindung.

Die Fragen zum Sixt Mietwagen Blog beantwortete Benjamin Wingerter, Blogger bei Sixt.

Wieso bloggt Sixt?
Die Autovermietung Sixt ist als Dienstleistungsunternehmen primär um die Zufriedenheit der Kunden bemüht. Neben einer kurzen Frage, ob alles mit dem geliehenen Mietwagen in Ordnung gewesen ist, werden natürlich immer wieder Qualitätsbefragungen vorgenommen. Aber um in ungezwungener Form die Meinung und interessante Wünsche unserer Kunden zu erfahren, ist ein Blog die optimale Plattform. Ein paar Diskussionen oder direkte Fragen zu unseren Mietwagenstationen, zu Events und Neuerungen gab es bereits. Klingt vielleicht blöd, aber wir fühlen uns näher am Kunden, als mit einem “Feedback” Formular auf der Website. Wir sind sehr froh, dass wir unser Blog betreiben können.

Ihre wichtigste Blogerfahrung?
Am Sixtblog arbeiten viele Menschen mit. Die wichtigste Erfahrung für jeden Einzelnen ist wahrscheinlich jeweils eine andere. Damit ein Blog lebt, braucht man Mitarbeiter, die Lust und Zeit aufbringen, um neben den normalen täglichen Pflichten regelmässig Artikel zu schreiben. Ohne Leser, die sich trauen ihre Meinung in einem grossen Firmenblog zu hinterlassen, ist aber auch ein toller Artikel nutzlos. Im Endeffekt sind also aktive Menschen auf beiden Seiten eines Blogs wichtig. Als Blogger darf man nicht nachlassen und als Leser muss man sich mutig einbringen.

Ihr grösster Blogwunsch?
Bei uns bloggen fast ein Dutzend Sixt Mitarbeiter. Wir wünschen uns wahrscheinlich alle, einfach etwas aus dem Unternehmen erzählen zu können. Damit teilen wir Informationen aus unserer Arbeit, über unseren Arbeitgeber und unser Insiderwissen aus der Automobil- und Reisebranche. Nicht jede Firma erlaubt ihren Angestellten ein Blog zu betreiben.

Unsere Kollegen in UK nutzen das sixtblog.co.uk sogar noch privater als wir es in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt tun. Aber auch wir fügen zwischen Branchennews gelegentlich einen unterhaltsamen Artikel ein, den man in einem Firmenblog nicht erwartet. So gesehen geht unser grösster Blogwunsch gerade in Erfüllung:

Noch näher am Kunden zu sein auch mal fern ab von Mietwagen. Es ist jetzt für alle im Unternehmen, ganz gleich welche Abteilung, leichter sich an einer öffentlichen Diskussion zu beteiligen. Wir sind durch das Blog und unsere Twitter Accounts kein anonymes Unternehmen mehr, sondern können Sixt ein Gesicht geben und an der Community aktiv teilnehmen.

Mein Fazit
Die Sixt-Bloggerinnen und Blogger haben es geschafft, dass sogar ein Automuffel wie ich ihn liest. Das Themenspektrum ist breit und hat doch Bezug zum Unternehmen. Neben Branchen- und Unternehmensnachrichten findet man Reisetipps, Rechtliches  rund ums (Miet-)Autofahren und immer wieder Mitteilungen zur Corporate Social Responsibility von Sixt. Gerade für Reisefreudige ein interessanter Blog.

8ig.tv: Obacht – die Stadtpolizei mit Web-TV-Kanal

8ig.tv logoDiese Woche präsentierte die Stadtpolizei Zürich eine innovative Webplattform. «8ig.tv» soll präventiv wirken und der Stadtzürcher Bevölkerung die polizeilichen Präventionsaktivitäten näher bringen. Das Motto lautet «Respekt macht sicher».

Der Ansatz ist innovativ. Auf der vielseitigen Webplattform wird multimedial auf die Präventionsbemühungen der Polizei bezüglich Verkehr und Kriminalität hingewiesen. Und innovativ sind auch einige Features der Plattform. Die Inhalte können via Twitter, MySpace, Facebook oder via AddThis mit vielen weiteren Bookmarking/Social Media Tools weitergegeben werden. Und die Filme lassen sich in den eigenen Blog oder das Network-Profil integrieren. In einer Tagcloud ist anschaulich die grosse Vielfalt polizeilichen Engagements abgebildet. Schön gelöst. Auch der Twitter-Account von 8ig ist online, wenn auch nicht gerade tagesaktuell gepflegt. So weit so innovativ und lobenswert…

Wer wird angesprochen?
Auf das Lob folgen aber zwei gewichtige Mäkel. So scheinen mir das Konzept und das Layout teilweise deutlich an der Zielgruppe vorbei zu schrammen. Wer soll sich das ansehen? Meiner Ansicht nach müssten das junge Menschen zwischen 12 und 28 Jahren sein (oder ähnlich). Dafür ist die Grafik aber deutlich zu bieder, die Comicfiguren Präventiv-Familiennamen «die 8igs» gleichen zu sehr den Migros-Lillibiggs (Zielpublikum Kleinkind).

Zu viel des Guten

Die Plattform will zuviel. Der Themenbogen geht vom Vandalismus über die Chat-Präventions-Kampagne bis hin zum Waffengesetz. Und inhaltlich verliert man vor lauter Videos, Games und Downloads schnell den Überblick. Die Ursache der Inhaltsflut meine ich zu erahnen: Man hat mit riesigem Aufwand, Engagement und viel Kreativität eine grosse Informationskiste gebaut. Und will jetzt darin sämtliche Themengebiete versorgen oder böse gesagt «erledigen». Der Plattform tut man damit keinen Gefallen. Und erstickt mit der Fülle des Materials den im Grundsatz lobenswerten integrierten Ansatz. Weniger wäre wohl – zumindest für die Startphase – mehr gewesen.

Zum versöhnlichen Schluss: Schön, dass eine so «strenge» Behörde wie die Stadtpolizei den Mut aufbrachte für so neue unbeschrittene Kommunikationswege.

PS: Wenn ich grad auf Webbesuch bei der Stadtpolizei bin. Wie empfindet ihr den folgenden Medienmitteilungstitel?
«Einbruch lohnte sich – Zeugenaufruf» (Mitteilung vom 17.9.09). Irgendwie noch motivierend, oder?

Twitter-Leitfaden: Tipps für Tester und Profis

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Ist Twitter relevant? Ja, als Teil einer Online-Gesamtstrategie. Finden Sie es selbst raus – unser neuer Leitfaden unterstützt Ihre erste Probefahrt und bringt Optimierungs-Ideen für erfahrene Microblogger.

Heute schalten wir auf unserer grossen Know-how-Plattform www.bernet.ch/wissen eine neue Gratis-Checklist auf: «Gern gelesenes Gezwitscher – Leitfaden Corporate Twittering» ist 23 Seiten kurz und dient als schnelle Einstiegs- und Optimierungshilfe. Eine noch stärker verdichtete Kurzversion bietet unser Anstoss-Newsletter «Twitter fürs Geschäft: Entscheidung, Umsetzung, Leitfaden».

Cross-Publishing auf Scribd
Zum erstenmal veröffentlichen wir eine unserer Publikationen gleichzeitig auf Scribd. Aus den vielen Möglichkeiten von Sozialen Dokument-Plattformen haben wir uns für diese Option entschieden. Hier haben wir übrigens den Konkurrenten issuu beschrieben – auch dort ist der Leitfaden mal geladen – mir erscheint die Plattform aber eher für Magazine geeignet.

Innert 24 Stunden seit dem Scribd-Upload waren bereits über 600 Interessenten auf dem Dokument zu Besuch, 25 haben es auf ihre Festplatte geholt. Wir hatten die Existenz dieses Files noch gar nicht kommuniziert. Dank Scribd können Sie auch gleich hier im bernetblog durch die vielen Anstösse spazieren (das Symbol rechts aussen im Titelbalken startet die Bildschirm-Vollansicht, blättern klappt mit ->).

Relevant? Monitoring muss sein.
Macht es für Unternehmen, Organisationen, Kampagnen Sinn, mit 140-Zeichen-Info-Schnipseln um sich zu werfen? Die Zahl der Twitter-User wächst rasant, Webevangelisten.de meldet 220′000 deutschsprachige Accounts per August 09 und Nielsen USA misst 21 Millionen Unique Visitors pro Monat für Juni 09. Bernet_PR empfiehlt: Twitter unbedingt anschauen, ins Monitoring einbeziehen, nur zielgerichtet und fallweise in eine Gesamt-Dialog-Strategie einbauen.

Links:
Anstoss-Newsletter als Kürzestfassung
Ganzer Leitfaden als PDF-Download (auf Download klicken, Kreuz zu Copyright setzen, E-Mail angeben)

PR-Bilder des Jahres 2009: Jetzt abstimmen!

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Mit den obs-Awards prämiert news aktuell die PR-Bilder des Jahres. Neugierig auf die besten Kampagnenbilder und Produktfotos?

Bis zum 6. November kann die Öffentlichkeit über die besten PR-Bilder des Jahres aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Internet abstimmen. Zur Auswahl steht für jede der Kategorien eine Shortlist mit zehn Bildern. Insgesamt werden sechs Kategorien prämiert: Unternehmenskommunikation, Events und Kampagnen, Produktfoto, Porträt, Programm- und Zeitschriften-PR und NGOs. Die Bilder müssen im vergangenen Jahr für Pressearbeit und Kommunikation eingesetzt worden sein. Natürlich gibt es auch einen kleinen Wettbewerb für alle, die eine Stimme abgeben. Der Preis – eine Digitalkamera IXUS 110 IS – ist den Aufwand allerdings nicht wert. Trotzdem lohnt es, sich mit wenigen Klicks einen Überblick über die PR-Bilder 2009 zu schaffen. Als Branchenschau, Ideenspeicher und Anstoss, es selbst mindestens so gut zu machen.

obs-Awards

Bildaussage im Kontext
Ich habe mich gerade durch die Shortlist der eingereichten Bilder geklickt. Die Auswahl ist ein kunterbuntes Allerlei, manche Bilder gefallen mir sehr, besonders in der Kategorie «NGO-Foto». Enttäuschend finde ich die Auswahl in der Kategorie «Programm- und Zeitschriften-PR». Interessant sind die Details zu jedem Bild, mit Kurzinfo und Begründung. Meine Favoriten entscheiden sich nochmals komplett neu, nachdem ich die Detailinformationen gelesen habe. Hier zeigt sich, wie der Kontext die Medienwirkung prägt. Sehr gelungen finde ich zum Beispiel das Produktfoto für das «Toughbook von Panasonic» und (nach der Detailinformation) die PR-Bilder «Licht für Afrika» für das Unternehmen Osram.

Die Sieger jeder Kategorie werden im November bekannt gegeben. Ihnen winkt als Hauptgewinn neben Ruhm und Ehre eine Spiegelreflexkamera Canon EOS 50D – die lohnt nun definitiv. Wer es nicht abwarten kann, macht sich hier schon mal ein Bild von den Siegern 2008 und den Siegern 2007.

Bundesratswahl live auf dem iPhone: TA schlägt SF

IMG_0292Heute morgen sitzt die Schweiz vor dem TV, Computer – oder iPhone. Der Tages-Anzeiger bringt Video aufs iPhone, das Schweizer Fernsehen (noch) nicht.

Schon gestern abend dachte ich: Ideal wäre doch mobiles Live-Zuschauen beim Champions-League Duell FCZ – Real Madrid. Auf das Lesen von dauernd eingefütterten Text-Meldungen hatte ich keine Lust; die bisher am meisten verbreitete Live-Berichterstattung fürs iPhone.

Heute morgen spielt mir die iPhone-Applikation des Tages-Anzeigers eine aktuelle Meldung und einen Link zu. Sie haben es fertig gebracht, mit einigen technischen Kniffs das Signal von TeleZüri live einzuspielen. Wer die App installiert hat, kann dem ersten Link auf der Einstiegsseite folgen.

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Beim Schweizer Fernsehen begrüsst mich eine gut gemachte mobile News-Seite. Erst auf der normalen Website ist der Link zum Live-Stream zu finden – der dann tot ist. Apples Flash-Sperre sei dank.

Ich guck dann trotzdem nicht hin. Und lasse mich vom Endresultat überraschen. Wie gestern abend beim Tschutten.

Marcel Bernet | 15.09.2009 | Medien

E-Books: Toshiba reizt mit Tablet

altes BuchDer Reader und die dazu passende Download-Plattform werden die E-Book-Markt prägen. Toshiba zeigt an der IFA den JournE, Steve Jobs glaubt an integrierte Geräte.

Apple muss seine Studien nicht selbst zeigen. Die werden von fleissigen Gestaltern rund um den Globus mit grosser Liebe entwickelt – die Google-Bildsuche «Apple Tablet» zeigt unzählige Beispiele. Damit holt man sich viele Klicks und Apple profitiert von der üblichen Geheimnistuerei bis hin zum definitiven Launch.

In einem Interview mit der NY-Times gibt sich Steve Jobs kryptisch. Auf die Frage von David Pogue, ob die Zeit für E-Book-Reader reif sei, meint der Apple-CEO: «Ich bin sicher, es wird immer spezialisierte Geräte geben, und die mögen einige Vorteile haben indem sie genau ein Ding tun. Aber ich glaube, dass sich Mehrzweck-Geräte durchsetzen. Weil ich glaube, dass die Leute wahrscheinlich nicht bereit sind, Geld für ein Spezialgerät auszugeben.» Letzten Mittwoch gabs kein Tablet. Dafür einen neuen iPod-Touch, der als günstiges Spielgerät positioniert werden soll, und den iPod-Mini mit Videokamera.

An der IFA zeigten die Toshiba-Entwickler den JournE, hier das Bild aus dem FastCompany-Beitrag zu dessen Präsentation:

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Die Fakten: 7 Zoll (17 cm) Touchscreen ohne Multitouch aber mit Stylus, Wireless, Video-Out, 1 GB interner Speicher ausbaubar mit SD-Karten, via USB an externe Laufwerke anschliessbar, Windows CE 6.0 Pro, verschiedene Video-Formate, auch für YouTube, Facebook, Chats, Flickr-Bildarchive. Mein Einschätzung: Sieht aus wie ein klobiges iPhone. Nur 250 Euro sagt die Netzwelt, und zitiert den Lancierungstermin für das vierte Quartal 2009.

Ich wünsche mir ein Mittelding zwischen iPhone und MacBook, höchstens doppelt so gross wie das iPhone.

Hintergrund: Wem gehört die E-Book-Zukunft, Amazon oder Apple?

Wordpress-Update: Schwieriger Einbau des Abo-Plugins

word-press-big1Bereits zum dritten Mal muss ich hier einen kleine Notiz in eigener Sache anbringen: Der Update auf die neue Wordpress-Version hat zwar geklappt. Mühe haben wir noch mit dem Plug-In für die beliebten Blog-Mailabos.

Die Wochenschau oder das Einzelbeitrags-Abo (nach wie vor abonnierbar in der rechten Spalte) funktionieren noch nicht einwandfrei. Ein Test unserer Webspezialisten von Elixir ging heute Mittag wider Erwarten an die Abonnenten der Einzelbeiträge. SORRY! Dies war lediglich ein Test ohne redaktionellen Beitrag.

Wir hoffen fest auf baldmögliche Normalisierung. Das Schöne daran: Von besonders treuen Leser/innen habe ich immerhin nette Grüsse via E-Mail erhalten. DANKE fürs Mitlesen.

Yelp.com: Bewertungsportal im Trend

YelpLaut Selbstdeklaration des Anbieters nutzen über 25 Millionen in den USA, Kanada, Irland und UK das Bewertungsportal Yelp.

Was Yelp kann? Man suche eine Reinigungsfirma , einen Sanitärinstallateur oder eine Zahnärztin beispielsweise in Minneapolis, San Jose oder Chicago: Die Suchanfrage spuckt Anbieter mit Bewertung aus und zeigt auf einem Stadtplan, wo das Geschäft liegt. Die Bewertungen durch die bestehenden Kunden sind subjektiv.

Verdächtige Bewertungen werden durch einen automatischen Filter unterdrückt. Ob das genügt, um positive Eigenbewertungen und negative Konkurrenzbewertungen rauszufischen? Vermutlich, denn wenn die Bewertungen keinen Nutzen hätten, wäre das Portal nicht so gross geworden.

Wer selbst ein Geschäft führt, kann gratis Angebote, Fotos und Nachrichten an Kunden posten. Yelp finanziert sich mit Anzeigen, die gelb markiert als «Sponsored Results» erscheinen.

Verglichen mit dem ebenfalls 2004 gegründeten Facebook (250 Millionen aktive Nutzer) ist Yelp (noch) nicht so gross. Trotzdem sehe ich Potential für die Entwicklung eines Marktbeherrschers wie Facebook, Google oder Wikipedia. Unsere Bequemlichkeit erhöht die Chancen weniger grosser Portale. Egal, ob ich mich über die Leistungen von Reiseanbietern oder Automechanikern informieren möchte: Ich muss mir nur einen Namen merken und bewege mich in einem vertrauten Design.

Ein weiteres dominierendes Portal würde aber auch heissen: Nur wer bei den Grossen virtuell existiert und einen guten Ruf hat, hat Chancen in der realen Welt. Ich bin gespannt, ob es Yelp bald auch in deutsch gibt.

Was ist eigentlich: …Cloud Computing?

cloud_computingLiegen ihre Daten auf dem Worldwide Computer statt auf der Festplatte? Arbeiten Sie per Webtop? Wenn IT-Nutzer Anwendungen von ihrem Rechner ins Web transferieren nennt sich das «Cloud Computing».

Auf den Begriff stösst man hie und da. Zum Beispiel auf der Reifekurve des «Hype-Zyklus» von Gartner den Lilly in ihrem Beitrag zitiert hat. Ganz oben auf dem «Gipfel der überzogenen Erwartungen», kurz vor dem Abschwung ins Tal der Enttäuschung. Dass jeder User seine Programme und Daten auf dem eigenen Gerät speichert, brachte Microsoft viel Erfolg und Reichtum. Cloud Computing ist das Gegenkonzept zum Personal Computer. Wachsende Bandbreiten im Internet machen möglich, sämtliche Daten und Applikationen in das Internet auszulagern. Für Heimanwender genauso wie für grosse IT-Infrastrukturen von Grossunternehmen.

Was bringt’s?
Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Vereinfachung von Wartung und Support
  • Reduktion von IT-Manpower und Softwarekosten
  • Verfügbarkeit der Daten immer und überall
  • Kollaborative Anwendungen sind problemlos möglich
  • Via Nutzerstatistiken der Webanwendungen kann gezielter optimiert werden

Und Letzteres – diese Sichtbarkeit und ein gewisser Kontrollverlust – ruft natürlich auch Kritiker auf den Plan.

Wieso nicht?
Natürlich nimmt uns die Verlagerung ins Web die Kontrolle über gekaufte Programme (lokal gespeichert) und produzierte Inhalte. Und was, wenn – Super-GAU – das WWW kollabiert und all unsere Daten und Anwendungen lähmt? Wie sicher sind wir vor Datenklau? Wer kontrolliert wen und was?

Diesen Kontrollverlust werden wir akzeptieren müssen. Wie wir auch bereits seit langer Zeit die Kontrolle über die Produktion von Nahrung und Energie verloren haben. Übrigens: Sam Steiner hat heute bei Website-Marketing unter dem Titel «Web 6.0 – die Zukunft des Internets» einige sehr lesenswerte Megatrends zusammengefasst.

Andere bernetblog-Beiträge unter «Was ist eigentlich: …:
…ein Screencast?»
…das Semantic Web?»
…Web Compliance?»
…Twitter?»
…ein Social Press Release?»
…ein Widget?»
…die Craigslist?»

Info an Mail-Abonnenten: Pause wegen Wordpress-Update

word-press-big1Wir haben es anfangs Woche angekündigt: Aus Sicherheitsgründen haben wir unsere Blogsoftware Wordpress mit einem Update auf den neusten Stand gebracht. Darauf hat leider das für die Mail-Abos verantwortlich Plug-In sensibel reagiert.

Schon seit einiger Zeit bieten wir (neben RSS und Twitter) auch eine Mail-Abo-Möglichkeit an: als zusammenfassende Wochenschau oder Sofortalarm bei neuen Beiträgen. Die Abos sind auch durchaus beliebt. Umso ärgerlicher, dass das Wordpress-Update einige Daten und Einstellungen durcheinander gewirbelt hat. Unsere engagierte Webcrew von Elixir arbeitet mit Hochdruck an der Behebung.

By the way: Auch kurzzeitig ausgestiegen ist die Übersicht nach «Kategorien». Auch hier freuen wir uns auf schnelle Genesung.

Dank an alle fleissigen Leser/innen fürs Dranbleiben!

Corporate Publishing: «Horizonte» des Schweizerischen Nationalfonds

horizonte_82_coverGute Publikationen legt man ungerne aus der Hand. Man möchte sich dafür Zeit, einen Kaffee und einen Lehnsessel gönnen. Der Schweizerische Nationalfonds publiziert vier mal jährlich «Horizonte» – ein anschauliches Printprodukt über die Schweizer Forschung.

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) unterstützt als Stiftung jährlich über 7000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. 5500 davon sind unter 35 Jahre alt. Der SNF prüft die eingereichten Arbeiten auf ihre wissenschaftliche Qualität und unterstützt Projekte mit über 600 Millionen Franken im Jahr. Den Auftrag dazu hat er vom Bund – und damit von uns Steuerzahlern.

Eine Printpublikation ist ein sehr geeigneter Kanal, um als Tätigkeitsbericht diese grosse Zahl von Stakeholders zu informieren. Wie lässt sich aber die grosse Heterogenität der Zielgruppe redaktionell auffangen? Wie gelingt der Spagat über die Wissenslücke zwischen den Adressaten – damit ein «Kontakt entsteht, zwischen Forschung und Gesellschaft»?

Verständlich, anschaulich – spannend
«Horizonte» erscheint via Gratisabo 4-mal jährlich in deutsch und französisch und in einer Gesamtauflage von 27700 Exemplaren. Das 36-seitige Magazin ist aufwändig gemacht. Das Inhaltsverzeichnis zeigt eine verständliche Struktur dank der sauberen Einteilung via Farbreiter in Rubriken (Interview, Porträt, Cartoon, Produkttipp, …), einem Schwerpunktthema und in die Forschungsgebiete («Biologie/Medizin», «Gesellschaft/Kultur», «Technologie/Natur»). Die Texte sind angenehm in der Länge, verständlich und anschaulich.

Müsste der Vollständigkeit halber noch etwas Kritik mitschwingen, wäre das etwas biedere Layout und das Papier anzumerken. Ohne auf die heute so hohe Klarheit zu verzichten, könnte das Heft optisch noch etwas moderner daherkommen und haptisch etwas besser «in der Hand liegen».

Download-Link «Horizonte» Nr. 82, Sept. 2009 (PDF, 6MB)

Weitere Corporate Publishing «Reviews» im bernetblog:
«Bulletin» der Credit Suisse, 7.3.2008
«Wirtschaftsethik verstehen» von KPMG, 3.3.2008

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