Sonja Stieglbauer | 31.08.2009

Bitte Navigations-Trampelpfad nicht verlassen

Portal Jungfrau-AletschAuf der Webseite der Jungfrau-Aletsch-Region gibt es ein «Portal zum Welterbe». Wie im Gebirge nicht anders zu erwarten, ist das Vorwärtskommen beschwerlich.

Der Einstieg erfolgt über die «liebliche Talseite» www.jungfraualetsch.ch. Den Wegweiser hier braucht es, um das UNESCO-Portal auf http://jabs2.unibe.ch/unesco.html#top zu finden. Auf der Gletscherseite angekommen, wird das Design sofort kälter.

Und wer hier eintritt, der braucht Ausdauer. Auf dem linken Feld muss man geduldig ein paar virtuelle Gletscherspalten überwinden, bis ein Aussichtspunkt erreicht ist. Beispielsweise wenn man als Einstieg Region gewählt hat, klickt man in der ringförmigen Navigation zur Natur, dann zur Fauna und erst wenn ich den Steinbock wähle, erhalte ich zum ersten Mal eine Information. Wenn ich das überhaupt bemerke, denn die Information erscheint unscheinbar in einem unteren Feld.

Beim manch anderen Punkten herrscht, wenn man sich zu einem Ziel durchgeklickt hat, schlechte Aussicht. Über Berge, Kanton Wallis, Niedergestein, finde ich das Schwarzhorn: «Höhe (m.ü.M.) 2659» heisst es lediglich. Es gibt aber durchaus noch längere Wege. Und leider keine Sitemap oder Suchfunktion für Abkürzungen. Auf der Gletschkarte selbst kann man nur den Massstab verändern und zwischen Karte und Satellit wechseln.

Verantwortlich für die Webseite sind nicht die Walliser oder Berner Touristiker, sondern die UNESCO Schweiz. Vermutlich wurde eine erfolgreiches Ausstellungskonzept auf eine Webseite übertragen, die Gewohnheiten der Nutzenden aber wenig berücksichtigt. Weil die Webseite viel Interessantes bereit hält, hätte ich eine vertikale-horizontale Standardnavigation mit weniger Ebenen bevorzugt.

Online Monitoring – Selfmade und zum Nulltarif

monitoring-online-auge

Online-Monitoring ist auch für kleinere Unternehmen mit kleinem oder keinem Budget möglich – mit etwas Zeit und einer Prise Geschick am Computer. Unser Gastblogger Ralph Hutter aka Pixelfreund gibt Tipps.

Kernelement der Medienbeobachtung via Internet sind News-Alerts, die hauptsächlich die Nachrichten traditioneller Medienhäuser abdecken sowie Social Media Monitoring Tools, die einen Einblick in Diskussionen von Sozialen Netzwerken, Blogs und Microblogging Diensten geben.

News Alerts – Schlüsselwörter abonnieren
News Alerts werden von den grossen Suchaschinen Google Alerts, Yahoo Alerts, MSN / BING Alerts angeboten – mit grossen qualitativen Unterschieden. Bei allen können Schlüsselwörter als E-Mail oder via RSS Feed abonniert werden. Taucht ein Suchbegriff in Nachrichten, auf Websites, Blogs oder als Beschreibung eines Videos auf, erhält man sofort oder in der täglichen Zusammenfassung einen E-Mail-Alert. Auf diese Art lässt sich einerseits der Summton der etablierten Medien hören (deren News durch Google syndiziert werden, s. auch Beitrag von Marcel), aber auch die Stimmen aus der Blogospäre. Die Unschärfe dieses Monitorings liegt in der Anzahl Titel und Formate, bzw. ob und wieviel von deren Content auch elektronisch durch die Suchmaschinen erfasst werden.

Social Media Monitoring Tools
Die eigene (Online-)Reputation wird aber längst nicht mehr nur von den Printmedien gestaltet. Neue Online Plattformen wie Facebook und Twitter sind in der Masse angekommen. Und auch bereits bekannte Gefässe wie Blogs, Foren werden weiterhin rege genutzt.

Diese Dienste geben Einblick in aktuelle Diskussionen zur eigenen Marke, Person oder über andere Suchbegriffe:

Socialmention.com
Socialmention.com
finde ich grossartig. Der Dienst durchpflügt über 80 Social Media Plattformen: Blogs, Microblogs, (Online) Boomarks, Blog Kommentare, Events, Bilder, News sowie Audio und Video Plattformen. In kurzer Zeit erhält man einen guten Eindruck, wo und was über den jeweiligen Suchbegriff geschrieben und gesprochen wird.

screenshot-socialmention.com

backtype.com
Backtype.com beschreibt sich selbst als “a conversational search engine”. Sie indexieren hauptsächlich Konversationen, die via Kommentare auf Blogs und Social Media Plattformen geführt werden und verknüpfen diese plattformübergreifend. Die Suchbegriffe können ähnlich wie bei den Alerts der Suchmaschinen via Email oder noch praktischer via RSS abonniert werden.

boardtracker.com
Es gibt sie noch, die guten alten Diskussionsforen. Deren Bedeutung hat mit der Verbreitung der sozialen Netzwerke deutlich abgenommen. Doch gibt es weiterhin viele gut frequentierte und etablierte Discussion Boards. Board Tracker ist eine Suchmaschine, welche ausschliesslich Diskussionsforen durchforstet. Der Fokus liegt hautpsächlich auf englischsprachigen Boards und ist daher für den deutschsprachigen Markt weniger attraktiv.

facebook.com/lexicon/
Eine brillante Idee ist das Facebook Lexikon. Wissen, was über die eigene Marke in Facebook auf all den Pinwänden diskutiert und welche Gefühlsregungen mittels Statusupdate in die Online Welt posaunt werden. Die Usability lässt aber stark zu wünschen übrig und nur Suchbegriffe mit einem Minimum an Erwähnungen sind überhaupt auffindbar. Derzeit unbrauchbar für kleine Unternehmen, aber wert im Augenwinkel zu behalten.

…und dann wären da noch – last but not least  – das Twitter Monitoring. Darüber habe ich einen ausführlichen Artikel “7 Tools für Medienbeobachtung – Trend Twitter Monitoring” auf meinem Blog geschrieben. Mehr zum Umgang mit Twitter (inkl. Monitoring-Tipps) übrigens im Leitfaden, der Mitte September hier erscheint.

Das Internet macht es möglich. Selfmade Medienbeobachtung zum Nulltarif. Die Zeit alle Ergebnisse zu lesen und zu interpretieren, muss man sich nach wie vor noch selber nehmen.

Danke für diese pragmatischen Tipps an unseren Gastblogger Ralph Hutter! Er schreibt auf www.pixelfreund.ch über Web 2.0 Trends, Social Media, Netzkultur, geeky Gadgets und neue Medien.

Lilly Anderegg | 27.08.2009

Ganz ausgezeichnet!

Grimme Online AwardDer Grimme Online Award zeichnet besonders gute Websites aus. Am besten gefällt mir das Portal KrimiCouch.de. Seither mache ich kein Auge mehr zu.

Der Grimme Online Award ist eine Auszeichnung des Adolf-Grimme-Instituts für publizistische Qualität im Internet. Seit 2001 werden in mehreren Kategorien herausragende deutschsprachige Websites ausgezeichnet, die sich an die Öffentlichkeit richten.

Es gibt drei Standardkategorien: «Information», «Wissen und Bildung» und «Kultur und Unterhaltung». Zusätzlich wird ein Publikumspreis verliehen, über den alle Internetnutzer abstimmen können, sowie ein Spezialpreis für besonders innovative Projekte.

Die Preisträger des Grimme Online Awards 2009:

Information

  • Carta: Blog zu den Themen Politik, Medien und Ökonomie
  • Jens Weinreich: Blog zu den Themen Politik und Sport
  • ZDFparlameter: Multimediale Darstellung der Arbeit von Bundestagsabgeordneten

Wissen und Bildung

Kultur und Unterhaltung

Publikumspreis

Special

  • ByteFM: Hamburger Internetradiosender
KrimiCouch.de

KrimiCouch.de: Interaktive Krimi-Landkarte von Afrika

KrimiCouch.de für alle, die es spannend lieben
Persönlich gefällt mir das Portal KrimiCouch.de am besten, das in der Kategorie «Kultur und Unterhaltung» ausgezeichnet wurde. Eine individuelle Suchfunktion und fachkundige Rezensionen helfen jedem Bücherwurm, den passenden Krimi zu finden. Krimi-Berater Dr. Watson ermittelt über einen Fragebogen die Lesevorlieben und gibt Schmökertipps. In einer interaktiven Weltkarte können Krimis nach geografischen Regionen ermittelt werden, während eine Wörterwolke über die Schlagwort-Suche einen assoziativen Zugang ermöglicht. Seither stapeln sich bei mir zuhause die Krimis, und ich mache kein Auge mehr zu.

Wie funktioniert der Nominierungsprozess?
Während der Nominierungsphase kann jeder Vorschläge für den Wettbewerb einreichen. Hauptaugenmerk liegt auf neuen Formen und Inhalten der öffentlichen Kommunikation. Angebote, die überwiegend werblichen Zwecken dienen, sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Aus den gesammelten Vorschlägen wählt eine Jury aus Fachleuten aus Journalismus, Wissenschaft und neuen Medien die besten Websites aus. Die Bewertungskriterien umfassen Inhalte, Gestaltung, Kommunikation, Nutzerfreundlichkeit, Intermedialität (Verknüpfung mit anderen Medien), Kreativität und Service. Die Website des Grimme Online Awards enthält eine Beschreibung aller nominierter Websites mit Sreenshots.

Marcel Bernet | 26.08.2009

Journalisten im Internet: Acht Tipps für Online PR

zeichen_schreibmasch1Medienschaffende setzen aufs Internet – und finden Inhalte vorwiegend über Suchmaschinen. Acht schnelle Tipps, wie Sie Ihre Medienmitteilungen auf Google besser positionieren.

Unsere Studie «Journalisten im Internet» zeigt repräsentativ für Schweizer Medienschaffende: Das Internet ist Arbeitsinstrument Nummer eins, vor dem persönlichen Gespräch und den Tageszeitungen. Und Suchmaschinen sind mit E-Mail das wichtigste Online-Arbeitsinstrument, mit 99.8 Prozent der Nennungen für Google – alle Grafiken dazu im Beitrag «Was Google nicht findet, gibts nicht».

Sind Ihre Medieninhalte gelistet?
Damit dürfen Sie als PR-Profi annehmen, dass Google über Ihr Auftauchen im Rahmen von journalistischen Recherchen entscheidet. Sind Ihre Medienmitteilungen sichtbar? Was geschieht, wenn Sie bei Google «Name_meiner_Organisation» eintippen mit «Cash Flow», «Medienmitteilung», «Jahresbericht» oder «Geschäftsleitung»? Schön, wenn die entsprechenden Inhalte auftauchen. Noch besser, wenn die Top-Suchresultate auch direkt in Ihren Mediencorner verweisen.

Fazit: Suchmaschinenoptimierung für den Mediencorner
Google und andere Suchmaschinen priorisieren Inhalte, die aktuell sind, passende Adressen haben, die richtigen Worte enthalten und stark verlinkt sind. Das heisst für Ihre Online-Medienarbeit:

Medienmitteilungen

  1. mit aussagestarken Titeln versehen
  2. im Text die relevanten Schlüsselworte zu verwenden (ohne Tricks)
  3. diese sofort Online schalten, in HTML (verlinkt mit Ihrem E-Mailversand)
  4. ohne Passwort, für alle zugänglich (auch für Suchmaschinen)

Mediencorner so gestalten, dass

  1. Mitteilungen direkt adressiert sind (nicht hinter Flash versteckt)
  2. die Adresse den Titel der Mitteilung enthält (wie bei Blogs)
  3. das Beifügen von Schlagworten möglich ist
  4. Mitteilungen per Klick verlinkt werden können (Blog, Facebook, Twitter)

Soweit das Wichtigste – gibts Ergänzungen?

Weitere Inputs zum Online-Mediencorner und Schlüsse finden Sie hier
Journalisten im Internet: E-Mail im Vormarsch

Journalisten im Internet: Studie präsentiert
Artikelübersicht zu Mediencorner und Online PR

Marcel Bernet | 25.08.2009

Journalisten im Internet: Was Google nicht findet, gibts nicht

zeichen_schreibmasch1Was Medienschaffende auf Google nicht finden, das gelangt kaum in einen Artikel. Das beweisen drei Grafiken zur Internet-Verwendung im journalistischen Alltag.

Im Juli haben wir die Resultate der dritten Bernet_PR/IAM-Studie «Journalisten im Internet» veröffentlicht (PDF-Download Vollversion, Kurzfassung Newsletter). Für uns PR-Profis lohnt es sich, die folgenden Schlüssel-Grafiken mit auf den Weg zu nehmen. Und daraus Schlüsse bezüglich Online-Medienarbeit zu ziehen.

Internet: Von Platz sechs an die Spitze
Wer erinnert sich ans Internet vor sieben Jahren? 2002 zeigte die Frage nach den wichtigsten Hilfsmitteln Internet und E-Mail erst auf Platz sechs und sieben, weit hinter den bislang bekannten Werkzeugen, vor den elektronischen Medien und dem damals noch vorhandenen Zeitungsarchiv:

journ_internet_2002_hilfsmittel(Bernet PR/ZHW Studie 2002 «Journalisten im Internet»)

Der Vormarsch des Internet liess auch im journalistischen Alltag nicht auf sich warten – 2006 hatte es sich bereits an die dritte Stelle vorgekämpft. Und 2009 stehen die Online-Tools an der Spitze der eingesetzten Hilfsmittel, im eng beieinander liegenden Spitzentrio Web / Tageszeitung / Gespräch:

journ_internet_2009_hilfsmittel

Suchmaschinen: Heissgeliebt
Wie oft tippen Sie eine Internet-Adresse ins Adressfeld und suchen dann dort die Inhalte? Und wie oft tippen Sie das Gesuchte gleich ins Suchmaschinen-Feld des Browsers oder einer Startseite? Medienschaffende verhalten sich wie Sie und ich. Deshalb gelten Suchmaschinen als wichtigstes Internet-Angebot, mit E-Mail:

journ_internet_09_angebote

Sie haben es vermutet: 99.8 Prozent der Befragten geben Google.ch als Suchmaschine ihrer Wahl an, 27.3 Prozent der Mehrfachnennungen ergattert Search.ch, weit abgefallen folgen Yahoo mit 8.2, Altavista mit 6.1 und eine Vielzahl von Nennungen mit insgesamt 1.5 Prozent.

Was heisst das für Ihre Online-Medienarbeit? Acht Optimierungstipps bringt der nächste Beitrag.

Weitere Schlüsse und natürlich alle Detailgrafiken finden Sie in der Originalstudie. Oder in diesen Beiträgen:
Journalisten im Internet: E-Mail im Vormarsch
Journalisten im Internet: Studie präsentiert

Sonja Stieglbauer | 24.08.2009

Persönliches Internetprofil

Das MIT PersonasMuseum Massachusetts hat  ein Programm entwickelt, das unseren persönlichen Internetabdruck darstellt.

Personas zeigt, wo wir uns im Internet bewegen. Oder eigentlich zeigt das Programm, wie das Profil unserer Bewegungen aussehen könnte. Denn vorerst ist Personas  völlig unzuverlässig. Noch kann es Menschen gleichen Namens nicht voneinander unterscheiden und die Ergebnisse sind bei jedem neuen Versuch anders.

Persönliches Internetprofil

Mein Profil ist aber nicht völlig aus der Luft gegriffen: Während der Berechnung erkenne ich Verschiedenes, das klar mit mir im Zusammenhang steht. Ich frage mich nur, woher das «illegal» kommt.

Zwar ist Personas heute vor allem ein Spassprogramm, aber eines, das uns wieder einmal bewusst macht, dass wir laufend Spuren im Internet hinterlassen. Es erinnert uns daran, dass integres Verhalten im Web genauso wichtig ist, wie im offline Leben. Und dass wir Kontrollen brauchen, um Missbrauch zu verhindern.

Sabine Betschart | 21.08.2009

Bloggerin im Profil: Michèle Binswanger vom Mamablog

michele_binswanger/mamablogSie ist eine von zwei Autorinnen des Mamablogs und schreibt über Kinder, Knatsch und Prosecco. Was sich amüsant liest.

Michèle Binswanger bloggt auf Mamablog seit März 2009. Ihre humorvolle Schreibe spricht nicht nur Mamas an, sondern auch ganz viele Papas und kinderlose Menschen – zahlreiche Kommentaren ergänzen ihre Beiträge. Hier Michèle Binswangers Antworten auf unsere drei Fragen :

Warum bloggst du? Als professionelle Schreiberin spielte ich schon länger mit dem Gedanken, ein eigenes Blog zu schreiben. Als berufstätige Mutter kam ich allerdings nicht wirklich dazu, mich darum zu kümmern. Deshalb war es für mich ein Glücksfall, als Tagesanzeiger.ch mich fragte, ob ich nicht zusammen mit Nicole Althaus den Mamablog schreiben will. Jetzt kann ich professionell bloggen und mein Mutterdasein als Stoff verwenden.

Privat hätte ich wohl keinen Mamablog geschrieben, weil ich meine Familie immer als Privatsache betrachtete und es mich nie interessiert hatte, Artikel über so genannte Mütterthemen zu schreiben. Erst als ich mit bloggen anfing, ging mir auf, dass im Umfeld Familie, Kinder, Beziehung beinahe alle gesellschaftsrelevanten Themen stecken. Und dass man die auch auf einer Ebene abhandeln kann, die nicht nur Mütter anspicht.

Was ist deine wichtigste Blog-Erfahrung?

Zunächst sicher die formale Freiheit, einfach ausprobieren zu können und das direkte Feedback der Leser zu haben. Beim Bloggen kommt man mit einem breiten Publikum in Kontakt. Die Leser im Mamablog sind erstaunlich engagiert, differenziert und äussern sich teilweise sehr persönlich. Das gibt mir als Bloggerin eine neue Sicht auf gewisse Phänomene. Es relativiert die eigene Weltsicht, da man ja dazu neigt, sich selbst und den engeren Freundeskreis für die Allgemeinheit zu halten. Das Bloggen hat mich gelehrt, dass die Meinungen so vielfältig sind, wie die Menschen selbst und dass ich besser daran denke, wenn ich schreibe. Denn eine weitere Erfahrung ist, dass man sehr vorsichtig und gewählt formulieren muss, wenn man richtig verstanden werden möchte, da viele Leute Dinge in meinen Beiträgen lesen, die ich nicht so geschrieben und gemeint habe.

Welches ist dein grösster Blog-Wunsch?
Dass wir auf dem Mamablog noch mehr LeserInnen gewinnen, und zwar solche, wie wir sie schon haben: interessierte, kreative, engagierte Menschen.

Mein Fazit: Das Mamablog zeigt, dass Kinder-Haben viel mehr beinhaltet als «welche Windeln sind die saugfähigsten?» und «wie wärmst du den Brei auf?». Spätestens dann, wenn die Kinder aus dem Brei- und Windelalter heraus sind. Gesellschaftsthemen werden kritisch aufgenommen – mit einer Prise Humor und anregenden Gedanken angereichert. Und Michèle Binswanger überzeugt immer wieder mit ihrer treffenden Wort- und Bildwahl.

Marcel Bernet | 20.08.2009

Wem gehört die E-Book-Zukunft: Amazon oder Apple?

altes BuchDank E-Books wird sich das Online-Lesen von Inhalten in den nächsten fünf Jahren gewaltig ändern. Interessante Beobachtungen aufgrund eines FastCompany-Artikels.

Mich faszinieren das Aufkommen und der absehbare Einfluss von E-Books auf unser aller Medienkonsumverhalten. Oder müsste man E-Reader sagen? Oder einfach Tablet-PC? In der Juli-Ausgabe hat das US-Magazin FastCompany (Artikel) darüber spekuliert, ob Jeff Bezos’ Pionierarbeit bald von Steve Jobs Tablet-Ambitionen überrundet werde.

Der Kindle machts vor
E-Reader-Programme gibts ja schon einige fürs iPhone, in den USA dazu auch die Kindle-App von Amazon. Aber mir ist der Bildschirm dann doch noch zu klein – gerne hätte ich einen Kindle. Denn mit diesem Gerät hat Jeff Bezos das geschafft, was Lesen am Bildschirm auch für längere Zeit, unterwegs, für Bücher interessant macht: Sehr klein, lichtstarker und deutlicher Bildschirm, einfacher Download von Inhalten. Dank 3G-Wireless-Anbindung sind auch dicke Bücher schnell geladen, über 1500 davon finden Platz. Auch wenn ich das Gerät nur auf Videos (zum Beispiel bei Amazon) sehen kann – dessen Markteintritt wird Lesegewohnheiten auch bei uns massiv verändern. Und damit das Geschäftsmodell der Buchbranche.

Buchverleger und Buchhandel unter grossem Druck
Amazon gibt an, das Kindle-Versionen von Büchern bei Amazon 35 Prozent an Zusatzumsatz zu den gedruckten Versionen bringen. Ein Citigroup-Analyst schätzt die Zahl der verkauften Kindles für 2008 auf eine halbe Million, bis Ende nächsten Jahres soll Amazon mit Lesegerät und E-Büchern einen Umsatz von 1.2 Milliarden USD erzielen. Bezos selbst gibt bisher keine genauen Zahlen bekannt.

E-Bücher gefährden das schwerfällige Produktions- und Verteilsystem der etablierten Verlage. Buchauflagen werden auf Vorrat produziert, gelagert, verteilt – in der Hoffnung, die Marktnachfrage zu treffen. Auf der Vertriebsseite kämpfen kleine Buchhandlungen ums Überleben, grosse Ketten entstehen durch Übernahmen und Fusionen. Amazon dominiert die Online-Distribution der physischen Bücher.

Mit elektronischen Versionen kann Amazon Produktion und Vertrieb umgehen. Wenn Bezos es schafft, direkte Verträge mit Autoren abzuschliessen. Zum Beispiel mit dem Vorteil von grösseren Gewinnanteilen für die Autoren von Bestsellern. Amazon könnte aber auch die Printausgabe gleich selbst drucken – erst noch dezentral und auf Bestellung, mit ihrem BookSurge Print-On-Demand-Dienst. Amazon setzt die etablierten Verlage bereits bei der Preisgestaltung für Kindle-Ausgaben stark unter Druck – ob Bezos gleich selbst den Schritt zum Verleger tun will? Noch dürfte die Marktmacht der etablierten Verlage zu gross sein.

Kindle und Amazon – oder Tablet und iTunes?
Über Online-Verkaufserfolge entscheiden heute das Endgerät und die damit verbundene Plattform. Jeff Bezos dominiert heute den Markt für E-Books mit Kindle und Amazon. Doch FastCompany spekuliert: Wieso Bücher mit dem Kindle lesen, wenn ich das mit dem Tablet von Apple kann? Der mir einen Farb-Bildschirm bringt und alle Möglichkeiten der Nutzung von E-Mail bis Musik oder Video?

Zwei Voraussetzungen müssten sich erfüllen: Erstens es gibt einen Tablet-PC von Apple, der auch wirklich klein, schnell, batterie- und bildschirmstark ist. Zweitens es gibt ein umfassendes, kostengünstiges Buch-Angebot auf iTunes. In diese Richtung weist eine Änderung der Markeneinträge, wo Apple 2008 erstmals auch Bücher geschützt hat. Oder die US-Patentanmeldung von «Fingerbewegungen für das Umblättern von Büchern» auf Touchscreens.

Höchstens zwei Geräte
Welche Kombination wird gewinnen? Ich freue mich ganz einfach auf ein integriertes, einfaches, handliches Gerät. Denn neben dem Mobiltelefon mag ich höchstens noch ein Zusatzding mit mir rumschleppen. Ach ja: Und wegen der ganzen Lizenzierungsproblematik werden wir Schweizer sowieso wieder lange warten müssen, bis die Inhalte auch bei uns abrufbar sind.

Dominik Allemann | 18.08.2009

Schweinegrippe: Online-Hilfskit für KMU’s

schweinegrippeHeute morgen hat mich erstmals eine E-Mail von einem H1N1-Erkrankten erreicht. An der Olgastrasse wurden wir bis jetzt von Erkrankungen verschont. Der Schweizer KMU Verband hat jetzt eine Aktion zum Thema gestartet und stellt ein Online-Hilfskit zur Verfügung.

Im Zip-File (Download-Link, 1,1 MB) stehen eine gute Auswahl an Unterstützern für den kleinen und mittelgrossen Betrieb zur Verfügung:

Anleitung Pandemieplan für KMU’s
Eine Präsentation mit der Erläuterung zur Erstellung eines Pandemieplans für KMU’s (Urheber ist nicht uneigennützig JDMT Medical Services, ein Anbieter von medizinischen Leistungen für Unternehmen)

Wirksames Händewaschen
Ein Merkblatt zum Verteilen oder fürs schwarze Brett

KMU-Pandemieplan
Das Word-Doc dazu zum Einfüllen

FAQ’s für KMU’s
Die wichtigsten Fragen mit Antworten (Stand 26.7.)

Verhaltensregeln
Im Überblick die vier wichtigsten Regeln: Abstand, Händewaschen, richtiges Niesen, ev. Masken tragen

Und dazu kommt natürlich noch der Flyer des Verbandes sowie ein Beitrittsformular. Auf eine pragmatische Art zeigt hier der SKV seine Dienstleistungen. Absolut brauchbar. Hoffentlich werden wir die Pläne nicht umsetzen müssen. Dem E-Mail-Absender wünsche ich auf diesem Weg gute Besserung.

Sonja Stieglbauer | 17.08.2009

Körpersprache online

bild-8Niemand muss uns Körpersprache lehren. Wir lernen diese Sprache schon genauso lange wie unsere sogenannte Muttersprache.

Die Clips, die Jan Sentürk aus seinem Online-Gestenkoffer zieht, sind trotzdem lehrreich. Sie helfen uns dabei, körpersprachliche Signale nicht nur wahrzunehmen, sondern auch zu benennen. Und hoffentlich unser Handeln entsprechend auszurichten.

Die Minuten-Filme raten nicht zum manipulativen Einsatz der Körpersprache. Mit Selbstkritik können wir uns aber unser eigenes Verhalten bewusst machen. Vielleicht merke ich, dass ich dominant und nicht partnerschaftlich auftrete. Oder vielleicht weder noch, sondern eher zögernd?

Sentürk liefert auch keinen Modell-Antworten auf körpersprachliche Signale. Aber er weist uns darauf hin, dass ein Mensch mit dem schlaffe-Forelle-Händedruck vermutlich nachgiebig ist. Weiterdenken und bis zum Ende denken, muss man selbst. Das kann in diesem Fall heissen, dass wir jemanden rasch überzeugen können. Das kann bedeuten, dass auch andere ihn rasch überzeugen. Vielleicht müssen wir einem solchen Partner mehr Unterstützung bieten, damit er Dritten gegenüber etwas durchsetzt. In der PR-Arbeit könnte das ein Argumentarium sein.

Den Online-Gestenkoffer kann man als monatlichen Newsletter abonnieren.

Lilly Anderegg | 13.08.2009

Gesucht: Jugendwort des Jahres

Langenscheidt JugendspracheJugendliche haben ihre eigene Sprache. Da steht «Hagelschaden» für Cellulite, «Pornflakes» für Viagra und der «Schnecken-TÜV» für den Frauenarztbesuch. Der Verlag Langenscheidt ruft zur Abstimmung über das Jugendwort 2009 auf.

Die Idee hinter dem Jugendwort des Jahres ist, den Sprach- und Wortwandel durch den kreativen Umgang der Jugendlichen mit der Alltagssprache zu präsentieren und dokumentieren. Ob «Aknestäbchen» für Pommes Frites oder «Beraterpommes» für Sushi – es mangelt nicht an originellen Wortschöpfungen und -deutungen.

Welches Wort löst die Gammelfleischparty ab?
Aus über 2’000 neuen Begriffen und Wendungen, die aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei Langenscheidt eingereicht wurden, wählte die Redaktion eine Liste der dreissig beliebtesten Wörter aus. Diese sprachlichen Neuerfindungen stehen im Internet zum Abstimmung bereit. Jeder kann mitmachen und bis Ende Oktober seine Stimme abgeben. Die meistgewählten Begriffe werden einer Jury vorgelegt, die daraus das Jugendwort des Jahres kürt. Ausserdem können per Upload neue Begriffe eingereicht werden, von denen die besten Vorschläge in den nächsten Wettbewerb eingehen.

Langenscheidt hat zum ersten Mal 2008 das aktuelle Jugendwort gewählt. Damals machte «Gammelfleischparty» für Feiern von über 30-Jährigen das Rennen.

Voting Jungendwort des Jahres 2009

Aktuelles Ranking
Im aktuellen Ranking steht der Begriff «Rudelgucken» für Public Viewing an erster Stelle. Gut gefällt mir auch «Obama» für alles Neue und Innovative. Das gibt mir das Gefühl, dass ich gar nicht so alt bin: Diese Verwendung habe ich selbst schon gehört. Wenn auch nicht verwendet …
Also doch reif für den Kukidentdampfer?

Sabine Betschart | 12.08.2009

textin – Magazin für Lese- und Schreib-Begeisterte

textin_titelbild

Das 28-seitige Magazin der Schreibszene Schweiz widmet sich dem Thema Schreiben und Lesen. Frisch in der Gestaltung und leicht zu lesen.

Ich halte die Ausgabe 001 des textin in den Händen: Ein Magazin, das sich ganz dem Schreiben verschreibt. Beim ersten Durchblättern kommt es spritzig und kunstvoll daher, vom Diogenes-Verlag gesponsort. Beim Reinlesen fällt mir auf:

  • Wenig Inhalt, viel Meinungsäusserung: Einen interessanten Fachartikel von Christa Löpfe-Feldmann, leider der einzige in dieser Art, dafür viele Interviews mit Schreib-Profis. Ich wünschte mir mehr Hintergrundartikel oder  Interviews mit Fachliteratur-Autoren oder -Autorinnen.
  • Anregende Leseproben: Der Text von Lulu Frei hat mir gut gefallen. Aber ist es wirklich eine Leseprobe? Meiner Ansicht nach eher eine Kolumne, da davon (noch) kein Buch erhältich ist. Warum nicht alle Leseproben hintereinander, der Ordnung halber?
  • Buchrezensionen: Titel verschiedenster Verlage, rezensiert von Schreibszene-Schreibprofis: Gattungen aller Art (Roman, Reportagen und Berichte, Sachbuch). Warum nicht noch ein Fachbuch zum Thema Schreiben?
  • Bücher-Neuerscheinungen: auf zwei Seiten, eine gute Mischung von Verlagen und Autoren.

Bereichernd ist für mich die nicht-Zürich-Ausrichtung: Interviewte kommen aus Graubünden oder dem Emmental. Die Grafik stammt aus Bern und ist ausgezeichnet. Noch ist mir unklar wer textin abonnieren wird und mit welchem Nutzen.

Sonja Stieglbauer | 11.08.2009

Greenwashing: PR als Waschmittel

GreenwashingGreenwashing oder Grünfärberei bezichtigt Politiker und Unternehmen mit Hilfe der PR Dinge ökologischer zu verkaufen als sie sind.

Das kritisierte Verhalten reicht vom Hochspielen einer Nebensache bis zur Manipulation. Ob im Wikipedia-Artikel, auf den Webseiten von PR-Watch oder des Klima-Lügendetektors: Public Relations erscheint dabei als etwas grundsätzlich Schlechtes.

Hier sollten wir PR-Leute aus Unternehmen und Agenturen uns wehren und immer wieder auch PR für die PR machen. Zeigen, dass PR ein Kommunikationsmittel ist und erst ihr Einsatz bestimmt, ob sie gut oder schlecht ist. Vielleicht wäre schon etwas erreicht, wenn wir mehr über die verschiedenen Aspekte unserer Arbeit reden würden: beispielsweise über Medienarbeit, interne Kommunikation, Krisenkommunikation, Internetauftritte oder Blogs. Und dies als PR benennen.

Konkret zum Thema Greenwashing: Nachhaltigkeit zu kommunizieren ist heute auch PR-Aufgabe. Wie wir das als PR-BeraterInnen tun, hängt von unserer eigenen politischen Einstellung und von ökonomischen Faktoren ab. Als Profis müssen wir aber immer abraten von Massnahmen, die Sprengstoff bergen. Unser Rat darf nicht lauten, Bomben grün anzumalen, sondern sie zu entschärfen.

Buchempfehlungen zum Thema – beide sind amüsant zu lesen:
Grün, grün, grün ist alles, was wir kaufen
Thank you for smoking

Dominik Allemann | 10.08.2009

Lieblings-Mashup: Bikemap.net

kartenausschnitt bikemap

Gute Dinge sind ihrer Zeit voraus und animieren andere, es noch besser zu machen. Vor über zwei Jahren schwärmte ich hier von Runningmap.com – einer Webmap-Anwendung für Outdoor-Sportler. Noch viel besser finde ich heute bikemap.net.

Das Bedürfnis ist so einfach wie klar: Man will Velorouten oder künftig zu fahrene Route auf einer Karte speichern, mit Gleichgesinnten teilen und von diesen auch neue Anregungen erhalten. Bikemap mach dies auf eine übersichtliche und praktische Art und Weise. Abertausende von Strecken auf der ganzen Welt sind eingetragen.

kartenausschnitt bikemap - mouseover zeigt strecke

Beim Mouse-over über die Flags erscheinen die ganze Strecke und die Gesamtkilometer der Tour. Klicke ich das Fähnchen an, bekomme ich Zusatzinfos, Höhenmeter, Downloadmöglichkeit für GPS-Geräte und ich kann die Tour in meinen Favoriten (dafür brauch ich ein Konto) speichern.

Bikemap.net ist eine wunderbare Möglichkeit, sich auf eine stundenlange virtuelle Veloreise einzulassen – beispielsweise im südrussischen Altaygebirge. Oder um der Tour de France nachzureisen. Übrigens: Das Angebot gibts auch für Wanderer (wandermap.net), Jogger (runmap.net), Rollerblader (inlinemap.net) und Motorradler (mopedmap.net). Die Bedürfnisse sind ja verschieden…

Marcel Bernet | 05.08.2009

Newsablauf Online bis Print: Übersicht

velorotschnellWo entstehen News? Wie verändert sich dieser Ablauf durch Online Medien und Soziale Netzwerke. Versuch einer Übersicht, Version 2.

Mitten in den Recherchen für eine neue Twitter-Checklist (im September kommt sie raus, wer dann eine Mail-Benachrichtigung will, in der rechten Blogspalte voranmelden) wollte ich diese Grafik anpassen. Das erstemal war sie zu sehen am Ende des Beitrags «Soziale Medien, die neuen Newslieferanten?».

bernetblog_socialmedia_news2

Das erste Foto auf Twitter
Sie ist der Versuch einer Übersicht, schematisch, vereinfacht: Wo entstehen News? Von der vielzitierten Landung im Hudson war zuerst auf Twitter zu lesen. Sofortnachrichten, von Handys abgesetzt, sind ideal für die schnelle Weiterverbreitung. Egal, ob das nun auf Twitter oder mit Facebook-Meldungen geschieht.

Lieber schnell als richtig
Und weils schnell geht, sind die beiden Dienste auch oberflächlich. Falschmeldungen gehören zur Realität. Lieber mal schnell was reinhauen und «dabei sein», als Inhalte zu überprüfen – dazu auch die Süddeutsche in «Gezwitscher ohne Fakten». Das gilt ganz besonders auch für die zahlreichen Re-Tweets und Weiterleitungen von Falschmeldungen.

Neu habe ich auf der Zeitachse die Online-Medien vor die Blogs gesetzt. Weil die hier zitierte Studie zum letzten US-Wahlkampf gezeigt hat, dass die Online-Medien in der Regel einen Zwei-Stunden-Vorsprung auf Weblogs hatten. Das wird so lange noch gelten, wie Online-Medien näher an den meisten offiziellen Informationsquellen sitzen. Und in fünf Jahren wird diese Unterscheidung wohl immer weniger gemacht: qualitativ gute Blogs setzen sich als Online-Medien durch, heissen nicht mehr Blogs.

Stirbt das Einordnen aus?
Online-Medien und Blogs stehen aufgrund des hohen Aktualitätsdrucks so halb zwischen oberflächlich und vertieft. Erstens können sie Informationen oft erst später gegenchecken und in der Regel bleibt keine Zeit für vertiefte Zusatzrecherchen. Ich weiss: Auch die Tages- und Wochenpresse steht unter Zeitdruck, Stellen werden gestrichen, die  Redaktorinnen auf unabhängiger Recherche sterben langsam aus. Trotzdem liegt ihre einzige Chance in der Zusatzinfo, dem ersten Interview vor Ort, einer besser gemachten Grafik, dem Einordnen des am Vortag online gelesenen.

Einspruch?

Lilly Anderegg | 04.08.2009

Wenig Zeit und trotzdem interessiert am Weltgeschehen?

Frustrierte ZeitungsleserinStatt immer nur die nackten Nachrichten zu lesen, bietet das in Japan entwickelte Newsportal Newsmap.jp etwas fürs Auge. Hier steht nicht die Zeitung im Vordergrund, sondern der Inhalt.

Häufig komme ich unter der Woche nicht dazu, die Zeitung zu lesen. Um mich trotzdem auf dem Laufenden zu halten, informiere ich mich über die Online-Portale von Tages-Anzeiger und NZZ. Damit komme ich über jeden Small Talk hinweg, ohne durch Unkenntnis negativ aufzufallen. Die Lektüre der abonnierten Tageszeitung verschiebe ich auf das Wochenende – vielleicht habe ich ja doch etwas verpasst.

Eine Alternative zu den gängigen Newsportalen bietet Newsmap.jp. Die in Japan entwickelte Internetseite stellt die Nachrichten von Google News als eine Art Puzzle dar. Die Grösse der einzelnen Nachrichtenfelder ist abhängig von der Anzahl Artikel zum Thema auf Google News. Die Farbe der Felder unterscheidet sich je nach Ressort, rot markiert sind zum Beispiel internationale Nachrichten, grün Wirtschaft und blau Unterhaltung. Je heller die einzelnen Farbstufen dargestellt werden, desto «frischer» ist die Nachricht.  So erhalte ich schnell einen guten Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage – inklusive einer Vorschau, wenn ich mit der Maus über einzelne Felder fahre. Die Themen lassen sich auch filtern, beispielsweise nach Ländern oder Nachrichten aus dem Sport.

Newsmap.jp: Der Nachrichtenüberblick von heute

Was ist wo passiert?
Es gibt bereits etliche Webseiten, die die Schnittstellen der verschiedensten Webdienste wie Google News ausnutzen, um sie in irgendeiner Form zu visualisieren und schöner aufzubereiten. Wer es noch anschaulicher als auf Newsmap.jp mag, informiert sich zum Beispiel auf der Newsmap von Welt.de. Hier können Sie sich direkt durch die Brennpunkte der Welt navigieren und trainieren gleich noch Ihre Geografiekenntnisse. Suchen Sie auf der Nachrichtenkarte die für Sie interessanten Orte, zoomen Sie ganz nah heran, wie Sie es von Google Maps und Google Earth kennen, und mit einem Mausklick finden Sie die Nachrichten direkt vor Ort. Wenn das nicht den Small Talk kultiviert …

Sonja Stieglbauer | 03.08.2009

Markenlexikon: Von A bis Zweitmarke

MarkenlexikonDie Zeitschrift Absatzwirtschaft erklärt auf Ihrer Website rund 1′000 Begriffe rund um das Wort Marke. Beispielsweise Kuckucksmarke oder Foreign Branding:

Das ist ein Markenname, der bewusst gewählt wurde, weil darin Eigenschaften eines vermeintlichen Herkunftslandes mitschwingen. Wie die US-Marke «Häagen-Dazs», die skandinavischen Ursprung vortäuscht.

Im Markenlexikon kann ich auch nachsehen, ob ich an alle Markenbestandteile gedacht oder mir unter Sleeper-Effekt das Richtige vorgestellt habe (habe ich nicht). Am Ende jedes Eintrags sind Synonyme und verwandte Fachbegriffe verlinkt. Was oft auch als deutsch-englische Übersetzungshilfe dient.

Aber Achtung: Wie die Fachwelt einen Fachbegriff definiert, ist das eine. Das andere ist, was meine Auftraggeber, Partneragenturen oder Bürokollegen darunter verstehen. Lieber nachfragen, was mit integrierter Kommunikation, Corporate Design oder Mega Brand genau gemeint ist.

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