Internationaler Deutscher PR-Preis

bild-2Der vermeintliche Widerspruch ist keiner,  «Deutsch» bezieht sich auf die Sprache. Der Preis wird von der Deutschen PR-Gesellschaft DPRG in Zusammenarbeit mit der SPRG und dem österreichischen Pendant ausgeschrieben.

Falls Sie auch noch nie von diesem Preis gehört haben: Einreichungen sind in 24 Kategorien möglich, geordnet nach Kommunikationsmanagement, PR-Arbeit in Meinungsmärkten, Organisationsspezische PR-Arbeit, Themenfelder der PR-Arbeit sowie Massnahmen/Instrumente. Angenehm aufgefallen ist mir, dass die Gewinner 2008 von verschiedenen Seiten kommen: Neben Agenturen wurden auch Unternehmen und eine Universität ausgezeichnet.

Wenig überzeugen die Schweizer Einbindung und das Schweizer Engagement. Zwar gibt es den Hinweis auf die SPRG-Unterstützung, aber in der ausführlichen Ausschreibung finde ich keinen weiteren Schweizer Bezug. Und wo ist umgekehrt die PR-Leistung der SPRG für den Preis? Gelesen habe noch in keinem Newsletter davon und auf www.sprg.ch gibt es keinen Hinweis. (Die Webseite wirkt überhaupt etwas verlassen. Unter News ist das jüngste Archiv von 2004.)

Wer also das Schweizer Engagement bei den Teilnehmenden verstärken möchte: Einsendeschluss ist der 30. April 2009.

bernetblog: neues Tool zum «Weitersagen» eingebaut

2.0Unsere Blogbeiträge per Mail weiter empfehlen kann man längst. Jetzt haben wir ausgebaut. Via wenige Mausklicks können jetzt Lesezeichen gesetzt werden – und mehr. 

«One button – your content everywhere.» So der Slogan des Tools «AddThis». Wir haben es jetzt in unseren Blog eingebaut – siehe in der Fusszeile des Beitrags unter «Teilen» – und zum Start 11 verschiedene Angebote ausgewählt: Neben der E-Mail-Weiterleitung gibt es den Zugang zu Twitter, Facebook, MySpace aber auch zu Social Bookmarking Plattformen wie Delicious oder Digg. 

AddThis stellt total 47 Anwendungen zur Verfügung (auf der Website via «try it» und «more» die ganze Liste einsehbar). Welche Anwendung fehlt Euch? Was sollen wir noch ergänzen?

addthis

Marcel Bernet | 27.03.2009 | Dies & Das

Das neue Café Schober – ich bleibe bei Schwarzenbach

kaffee-at-kleinBesonderer Luxus: Den Tag mit einer Tasse Chai beginnen, Zeitungen lesen. Gestern war ich im neuen Schober in der Zürcher Altstadt. Schade, dass meine Favoriten erst um 8 öffnen.

Nach langem Um- und Ausbau hat diese Woche das stadtbekannte Schober (Webpage heute noch mit Problemen) seine Pforten geöffnet. Begrüsst wird der Gast im unteren Stockwerk mit der Auslage einer erstklassigen Conditorei alter Schule. Die Auslage ist herrlich, aus Konkurrenzgründen heissen die Luxemburgerli hier Maccarons – sie sind flacher, etwas grösser und knallbunt. Probiert habe ich noch keine. Als Partner für allerlei Leckereien konnte der Zürcher Gastronom Michel Péclard den Franzosen Patrick Mésiano gewinnen. Die alte Registrierkasse nimmt als passende Bijou das Zentrum der Theke ein.

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Gleich rechts davon das untere Kaffee – im Sommer mag der kleine Sonnenplatz dahinter einladend sein, aber hier hinsetzen heisst in einer Wartehalle zu sitzen. Etwas für eilige Durchgänger.

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img_0543Eine Treppe höher die rote Plüschhöhle. Schade, für mich zu süss, zu eng. Aber die einzige Wahl für alle, die morgens um 8 da sind – der für mich schönste Teil bleibt um diese Zeit verbarrikadiert: «Das war schon immer so, der geht erst um 9 Uhjr auf,» lautet die Auskunft nach einer Rückfrage beim Chef.

img_0544Hier hin dürfte man dann, wenn einen das Büro erst um, na sagen die 10 Uhr erwartet. Fazit meines kleinen Rundgangs: Ich bleibe Gast des Café Schwarzenbach gleich über die Gasse. Dort ist der Chai besser, die Atmosphäre weniger süss. Ein Wermutstropfen bleibt: 7 wäre für mich die ideale Öffnungszeit.

Andere Zürcher Morgenkaffee-Geheimtipps?

Sabine Betschart | 27.03.2009 | Medien

News1.ch vereinigt sechs Medien auf einer Online-Plattform

bild-1newsnetz.ch hat es gut vorgemacht – jetzt zieht news1.ch nach. Ich blicke nicht durch, wie die Medienhäuser vom Zusammenzug profitieren.

Die sechs Regionalverleger Neue Luzerner Zeitung AG,  St. Galler Tagblatt AG,  AZ Medien AG, Meier + Cie AG (Schaffhauser Nachrichten),  Südostschweiz Medien AG und Zürich Land Medien AG (Zürichsee Zeitung, Zürcher Oberländer, Zürcher Unterländer) wollen mit dem Zusammenzug aller Online-Beiträge die umfassendste Schweizer News- und Community-Plattform sein. Das Portal ist benutzerfreundlich gegliedert und Suchende finden Informationen aus den sechs Verlagshäusern in gewünschten Rubriken bzw. Regionen. Sobald ich die Seite verlasse und in die einzelnen Auftritte abtauche, kommt jede Zeitung selbständig daher. Ist die news1-Seite demzufolge ein Zusammenzug der Meldungen ohne gemeinsame Software-Nutzung? Mir kommt es so vor. Das dient dem Ziel  Nachrichten weit zu verbreiten, nicht aber Ressourcen und Geld zu sparen. Was ich lustig finde, auf dem Portal werden auch NZZ-Inhalte unter «TopNews von NZZ Online» publiziert. Kann ich daraus schliessen, dass sich die NZZ dem Bund angeschlossen hat?

Neininger Norbert, die Triebfeder von news1.ch, berichtete im Persönlich-Interview vom 5. November,  dass news1.ch mit einem Geschäftsführer  als Aufgabenmanager startet. Dieser greift auf die Ressourcen der Partner zurück, was im Auftritt sichtbar ist.

Seminar Corporate Blogging: Drei spannende Beispiele

fliegerWie gestaltet man den Dialog mit Meinungsmachern? Am 7. Mai findet das dritte MAZ/Bernet-Seminar Corporate Blogging statt. Post, Blogwerk und Stadtwanderer versprechen spannende Praxis-Inputs.

Noch immer gibt es keinen öffentlichen CEO-Blog eines grossen Schweizer Unternehmens. Ist Blogging for Business am Ende? Geht’s jetzt nur noch um Facebook und Twitter?

Nein: Blogs haben frischen Wind in die Art und Weise gebracht, wie Unternehmen, Politiker und Organisationen kommunizieren. Es macht das Publizieren einfach und ermöglicht direkte Dialoge. Gerade im internen Einsatz ist dieses Medium beliebt, wie auch unsere Web 2.0-Studie gezeigt hat. Aus den Blog-Möglichkeiten entstehen neue Zwischenformen: Webseiten mit Dialog- und Abonniermöglichkeiten. Wie wir sie zum Beispiel für die Elektrizitätswerke der Stadt Zürich auf www.powernewz.ch lancieren durften.

Aber: Blogs sind so gut, wie die Konzepte dahinter und deren tägliche Umsetzung. Das MAZ/Bernet-Seminar verdichtet in einem Tag die wesentlichen Blog-Learnings und deren Einbettung in neue Entwicklungen wie Twitter und Facebook. Die Teilnahme am Donnerstag, 7. Mai in Luzern gleich beim Bahnhof kostet CHF 980, siehe Details und Anmeldung. Meine konzeptionellen und praktischen Inputs erfahren wertvolle Bereicherung durch drei Gäste:

Claude Longchamp, gfs.bern:
Erfahrungen eines angefressenen (Business-)Bloggers

Den GL-Vorsitzenden des Meinungsforschungsinstituts gfs.bern kennt man nicht nur durch seine TV-Kommentare zu Wahlen und Abstimmungen: Online hat er seine Reputation auch als Stadtwanderer massiv auf- und ausgebaut, bis hin zu einem Wikipedia-Eintrag. Welche Ziele will er damit erreichen? Wo klappt das, wo nicht? Wie wichtig ist der Blog für sein Business?

Christian Schenkel, Die Post:
Auch die interne Kommunikation muss dialogisch sein

Er leitet die Online-Kommunikation der Schweizerischen Post und setzt sich seit Jahren für den Einsatz neuer Medien auch intern ein. Dialogische Kommunikation heisst sein eigener Blog. Doch intern lancierte Weblogs stiessen nicht nur auf Akzeptanz: Woran liegts? Wie lassen sich dialogische Elemente trotzdem einsetzen?

Peter Hogenkamp, Blogwerk:
Blog-Pionier, Facebook-Fan, Twitter-Guru

Mit seinen Blogs von medienlese bis neuerdings beweist dieser Unternehmer, dass auch im Schweizer Medienmarkt Nischen für Newcomer existieren. Und mit dem für ebookers betreuten Unternehmensblog sammelt er interessante Erfahrungen. Doch wie geht die Reise weiter? Was bringt die Verbindung mit Diensten wie Facebook oder Twitter?

Marcel Bernet | 25.03.2009 | Medien

US-Studie Newsmedien: Wo versteckt sich Rendite?

zeitungsleserDer Jahresbericht des «Project for Excellence in Journalism» zeichnet ein düsteres Bild für etablierte Zeitungsverlage. Die aus dem reichen Datenmaterial abgeleiteten Thesen öffnen ganz kleine Türchen.

Im letzten Beitrag haben wir die wichtigsten Zahlen zusammengefasst, Profis empfiehlt sich das Eintauchen in die ausgebaute Website mit allen Resultaten. Im Abschnitt «Major Trends» wagen die Autoren Aussagen zu möglichen Entwicklungen, neuen Geschäftsoptionen, sich abzeichnenden Änderungen. Interessant ist die Grundhaltung, die dahinter steht: Sie sehen als Herausforderung für den US-Journalismus kein Auflagen- oder Glaubwürdigkeitsproblem. Die Auflagen bleiben auf Sinkflug, auch die Glaubwürdigkeit nimmt über die Jahre ab (Grafiken im Bericht). Sie liegt US-typisch für TV-News höher als Print – und deutlich über Online-Quellen (anklicken für Vergrösserung):

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Des Pudels Kern liegt in der Rentabilitätsfalle. Entstanden durch das Auseinanderdriften von Werbung und News. Eine Auswahl der Folgerungen aus dem Bericht:

1. Neue Finanzierungsmodelle
Die öffentliche Diskussion sei auch in den USA zu stark auf mögliche neue Geldbeschaffungsmodelle beim Nutzer ausgerichtet. Oder dass Stiftungen journalistische Aufgaben finanzieren. Gegen die erste Idee richtet sich die ganze Realität des Web. Und Stiftungen können nur in Nischenbereichen, für Spezialpublikationen wirksame Partner sein. Die Autoren empfehlen den Verlegern das Ausprobieren ganz alternativer Modelle:

a) Kabel-Finanzierungsmodell mit einer Abogebühr, die abgezweigt wird von den monatlichen Surfabos, welche Nutzer sowieso bezahlen. Spannend – da wären wir bei einer Internet-Billag.

b) Aufbau von regionalen Shopping-Sites als Teil der lokalen News-Sites, zusammen mit Detailhändlern aus der Region. Der Schritt von den verlorenen Lokalanzeigen zur Online-Shopping-Plattform mit Zeitungslink – funktioniert vielleicht in den USA mit den riesigen Einzugsgebieten.

c) Abo-finanzierte Nischenangebote für gutsituierte Lesergruppen. Damit sind eigentlich Fachpublikationen gemeint, die weit über News-Elemente hinausgehen, auch Dienstleistungen anbieten. Aufwändig zu bauen und wohl die Richtung, in welche das FAZfinance.net geht, siehe diesen Beitrag.

d) Zusammenarbeit unter Verlegern und Agenturen, um Google als News-Aggregator anzugreifen. Mutig. Wieso tun das die Verleger nicht schon lange? Klar, weil sie immer noch in erster Linie Konkurrenten sind, bis zur Übernahme.

2. Inhalt raustragen statt Leser reinholen
2008 stand für viele Verleger im Zeichen einer verstärkten Anpassung an die (sozialen) Realitäten des Web: Was mit RSS-Abos, vereinzelten Podcasts oder einem E-Mail-Newsletter begann, breitet sich aus in stark verteilte und weiter verteilbare Inhalte. Die eigenen Plattformen werden geöffnet und zusätzlich angeboten auf Facebook oder Twitter. Benutzer sollen sie einfach lesen aber auch weiter verteilen. Zusätzlichen Ertrag bringen diese zusätzlichen Aufwendungen keinen. Die Autoren sehen dahinter eine zunehmende Akzeptanz der Verleger für die unwiderruflichen Realitäten des Webs.

3. Partnerschaft ist angesagt
Wo früher erst Verzweiflung zur Zusammenarbeit führte, weisen heute Kooperationen die besten Zukunftsperspektiven auf. Ehemalige Zeitungsrivalen in Südflorida und Texas teilen heute Teile ihrer Inhalte, Lokalredaktionen von NBC und Fox tauschen Videonews aus, CBS poolt alle Radiostationen auf Yahoo und AOL.

Soweit die aus meiner Sicht für unsere Märkte interessantesten Konklusionen. Ob Partnerschaften oder Übernahmen dazu führen: «Der Wert einer Newsorganisation wird in der Zukunft nicht nur vom Inhalt sondern stärker davon abhängen, wie sie ein aus verschiedenen Informationsquellen ein reichhaltigeres Paket schnürt.»

Ähnliche Beiträge:
Werbeausgaben: Vergleich USA-Schweiz für 2007

Marcel Bernet | 24.03.2009 | Medien

US-Studie Newsmedien: 08 war brutal, 09 wird schlimmer

zeitungsleserWer wissen will, wie es Medien geht und wohin die aktuelle Analyse zeigt: Der jährliche Bericht des «Project for Excellence in Journalism» kombiniert fundierte Daten mit interessanten Thesen.

Bereits zum sechsten Mal veröffentlicht dieses von der Pew-Stiftung getragene «Projekt für journalistische Qualität» ihren Bericht über den Zustand der Newsmedien in den USA. Eine vorbildlich gemachte Website präsentiert die Erkenntnisse aus einer eindrücklichen Sammlung von Sekundär- und Primärmaterialien (Methodologie). Hier die wichtigsten Erkenntnisse, die auch für europäische Medienentwicklungen von Interesse sein dürften.

Die neue News-Nachfrage: Konsumenten bestimmen was und wann
Beinahe alle amerikanischen News-Medien haben Leser verloren – ausser im Internet und auf dem Kabelfernsehen. Dort wuchs die durchschnittliche monatliche Zuschauerzahl um sagenhafte 38 Prozent. Grund dafür war die Nonstop-Berichterstattung über die Präsidentschaftswahlen, nach dem Sieg Obamas glitten die Zahlen wieder etwas zurück. Auf dem Web wuchsen alle News und Info-Sites um insgesamt 7 Prozent, wobei die grossen Plattformen überdurchschnittlich zulegten: Alleine bei den Top 50-Websites liegt das Jahreswachstum für 2008 bei 27 Prozent. Yahoo, MSNBC.com, CNN.com und AOL stiegen um 22 Prozent auf 23.6 Millionen Unique Visitors pro Monat. Dieser Ansprung fällt doppelt so stark aus wie 2007 oder gar fünf mal so hoch wie 2006.

Fazit: Die Grossen werden noch grösser, das Internet gewinnt schnell an Zustrom. Die Studie zieht aus dem Anstieg von Kabel- und Internet-Newskonsumenten den Schluss, dass News immer kurzfristiger, sofort und selektiv abgerufen werden. Man will nicht warten, bis eine Sendung beginnt. Sondern man holt sich dann die News auf den Handy-Bildschirm, wenn man grad Lust drauf hat. Aus der Quelle, die einem das schnell und im Sekundentakt aktualisiert liefert. Dass sekundenschnelle Updates nicht gerade Qualität garantieren, das erwähnen die Forscher auch in ihrer Analyse der Kabel-Berichterstattung: Sie war gekennzeichnet durch schnelles Weiterverbreiten von PR-News und Zwischenrufen aus jeder möglichen Informationsquelle.

Zeitungen: Weniger Auflagen, weniger Werbung, weniger Angestellte
Zappenduster fallen die Jahresergebnisse für die Print-Zeitungen aus, etwas besser gehts deren Online-Ausgaben. Die Gesamtauflage der US-Tageszeitungen fiel weiter um 4.6 Prozent und um 4.8 Prozent für die Sonntagsausgaben. Dieser Zerfall summiert sich seit 2001 auf Minus 13.5 Prozent für die Tagesausgaben und um 17.3 Prozent für Sonntags. Das Total der Unique Visitors für alle Online-Ausgaben von Print-Titeln sieht die Studie bei 8.4 Prozent Anteil an der Gesamtauflage. Man rechne: Der Wegfall der Printabos wird durch diese (unbezahlten) Abos nicht wettgemacht.

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Wenigstens nahmen die Online-Werbeausgaben 2008 noch zu – aber davon profitieren erst mal Google und die weiteren Suchportale. Von den 14 Prozent Online-Werbeanstieg im letzten Jahr gehen gerade mal geschätzte 4 Prozent an die Webseiten der etablierten Newstitel. Gleichzeitig halbierten sich die Online-Anzeigenpreise alleine im letzten Jahr, sie liegen gerade noch bei einem geschätzten Mittel von 26 cents für 1000 Viewers.

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2008 war brutal, 2009 könnte schlimmer werden: 5′000 Stellen oder rund 10 Prozent der Tageszeitungs-Redaktionsstellen wurden letztes Jahr gestrichen. Im Vergleich zu 2001 sind damit rund ein Fünftel bis ein Viertel weniger Personen mit der Aufbereitung von Print-News betreut. Gespart wird vor allem bei Ausland-Korrespondenten, in den grossen Städten und in Washington. Zeitungsausgaben werden dünner, ganze Beilagen werden eingestellt, an unprofitablen Tagen wird nicht mehr ausgeliefert und auf den Titelseiten prangen Anzeigen. Nein, auch diese Meldung ersparen wir den geneigten Lesern nicht: Die Aktienkurse von US-Zeitungen fielen im letzten Jahr um 83 Prozent.

Gibt es einen Ausweg? Geht es den US-Zeitungen immer noch gut, einfach nicht mehr zu gut? Mögliche Modelle skizziert der nächste Beitrag: «Wo versteckt sich die Rendite?».

Blogcamp 4: Über Kommentare, Nicht-Kommentare und mehr

blogcamp-logoAm 4. Schweizer Blogcamp vom Samstag sorgten Peter Hogenkamp und Co. einmal mehr für lockere, offene Stimmung. Bei meinem Vortrag über den «Umgang mit Kommentaren» klinkte sich spontan noch Jan Thoefel aus Stuttgart ein. Mit einem genauso aktuellen wie unangenehmen Aspekt des Themas.

Das Phänomen des Kommentar-Spams. Nicht die unzähligen Spams, die wir eh maschinell rausfiltern. Sondern manuell eingetippte aber «inhaltsleere» Kommentare für das Aufbessern des Google-Rankings. Perfid daran: Diese Kommentare schrammen oft haarscharf an Relevanz vorbei –  à la: «Danke für diesen Hinweis – das habe ich mir bei meiner PR-Arbeit auch schon oft überlegt…», oder ähnlich. Diese Spams sind dann entweder verlinkt via die Absender-Adresse oder gar direkt im Kommentar. Nach Ausführungen von Jan – er sprach ohne Präsi und zeigte Beispiele – gibt es sogar Kommentatoren, die von SEO-Scharlatan-Agenturen mit einem fixen Betrag pro stabilem Kommentar (der bspw. eine Woche online bleibt) bezahlt werden. Drei Tipps im Umgang damit:

  • Die verlinkten Angebote stammen oft von Handelshäusern, die eine SEO-Agentur zur Verbesserung des Seiten-Rankings beauftragt hat. Eine persönliche E-Mail an die Geschäftsleitung des Auftraggebers mit der Nachfrage, ob er diese Praxis billige, kann Wunder wirken.
  • Sich in der Blogosphäre vernetzen und gemeinsamen mit anderen Betroffenen die Schmutz-Kommentierer ins Scheinwerferlicht zerren. Die Web-Reputation der verlinkten Seiten wird leiden.
  • Aus dem Publikum kam diese Anmerkung: Via das Google-Webmaster-Tool lässt sich Spam melden. Sicher mittelfristig eine gute und wirksame Massnahme für eine gute Kommentar-Kultur.

Über einen besonders dreisten Fall schrieb Jan mehrere Male in seinem Technik-Blog (Kategorie «Antispam») – man merkt den Beiträgen an, wie lästig ihm das Thema ist.

Zu gerne wär ich dabei gewesen beim Referat «Twitter how-to» von Pixelfreund aka Ralph, aber ich bevorzugte Dorian Selz mit seinem doch sehr techie-mässigen Referat. Oder bei Krusenstern-Jürg mit seiner Präsi über den Social-Media-Newsroom. Aber am Nachmittag war der Ruf von Familie und Sonnenschein deutlich lauter.

Hier noch meine Präsi und zwar als PDF und SlideShare (die schicke SlideShare-Variante hat mir sämtliche Schriften verdreht). Auch unser Anstoss-Newsletter vom Februar handelt vom Thema.


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Dominik Allemann | 20.03.2009 | Medien, Tools

Medienarbeit: Argus lanciert neue Mediendatenbank

argus.pngDie Mediendatenbank «MediaContact» macht einen guten Eindruck. Sie wurde diese Woche vom marktführenden Schweizer Medienbeobachter Argus neu lanciert.

Wir selber arbeiten seit vielen Jahren mit unserer eigenen Mediendatenbank. Und pflegen sie mit viel Aufwand, Sorgfalt und Engagement (Danke Regula!). Auf FileMaker-Basis verwalten wir Adressen, führen Kontakt-Historien mit Notizen, versenden personifizierte Gruppen-E-Mails, steuern direkt das Telefon an und Vieles mehr. Was bleibt, ist das Sichten und Mutieren von neuen oder ändernden Medien-Adressen.

Das neue Argus-Produkt «MediaContact» kann dabei unterstützen:

Mediendatenbank, Verteilerlisten, Selektion
Mehr als 2200 Adressen von Schweizer Medien und über 4400 Kontakte aus Redaktionen und von Medienschaffenden sind enthalten. Für die Erarbeitung eigener Verteilerlisten stehen verschiedene Suchfunktionen und -Kriterien zur Verfügung. Der Test überzeugt: Sogar mein Lieblings-Fussballheft «Zwölf» wird gefunden – alles sehr intuitiv und stabil in der Handhabung. Die Listen lassen sich als Excel-Datei exportieren. 

Individuelle Kontaktdaten
Die Adressen können mit eigenen Notizen, Handy-Nummern, Privatadressen oder Notizen ergänzt werden. Hier sind wir mit der eigenen Datenbank besser bedient. Mit verschiedenen Kontaktnotizen (Telefongespräch, Treffen, Einladung, E-Mail, …) können wir deutlicher und übersichtlicher über die Kontakte Buch führen. 

E-Mail-Versand
Mit dem Zusatzmodul «Kontaktmanager» lassen sich direkt aus der Plattform E-Mails versenden. Mit Anhängen (wenn gewünscht), Logos, Bildern etc.

Fazit: Vor vielen Jahren gründete auch unsere Datenbank auf einem von Argus gekauften Medien-Adressstamm. Bis heute haben wir sehr viel Zeit in die Weiterentwicklung und Pflege gesteckt. Sicher werden wir das Tool ausprobieren zur Erleichterung bei der Recherche und beim Aufspüren von neuen oder geänderten Kontakten. Diese pflegen wir aber in unser eigenes System ein und führen sie dort weiter.

Für den Neuaufbau einer Datenbank und den sofortigen Gebrauch ist das Produkt aber zweifellos wertvoll und ausgereift. Empfehlenswert.

Reputation Management: Wer kennt seinen Ruf?

Rusted Crown, einsame KroneWas macht Österreich anders als die Schweiz? Der Fall Fritzl hat gezeigt, dass Österreich ein Bewusstsein für seinen Ruf hat. Gemäss der SF-Tagesschau wurde der Prozess auch deshalb rasch und hinter verschlossenen Türen abgewickelt, damit aus Österreich nicht Kampusch-Fritzl-Reich wird.

Das Wort «Schweiz» hingegen lässt sich im deutschen Wahlkampf einsetzen als Synonym für Steuerhinterziehung, Bereicherung und Snobismus. Wer regelmässig in Deutschland ist, den überrascht das nicht. Warum sind oder tun also hiesige Politik und Medien überrascht? Wo war das Monitoring?

Solange man ein Unternehmen, ein Land oder einen Menschen nicht kennt, wirkt vor allem sein Ruf. Deshalb müssen wir regelmässig rausfinden, was man über uns denkt. Oft reichen die Mittel für repräsentative Befragungen und ein professionelles Issue Monitoring nicht. Im Sinne eines Warnsystems kann es genügen, einige wenige Aussenstehende zu fragen: «Was fällt dir zu XY ein?».

Wie wohl Österreich seinen Ruf überwacht? Welche Länder betreiben Reputation Management? Und mit welchem Erfolg?

Sophie Graf | 18.03.2009 | Tools

CMS: Übersichtlicher Vergleich

puzzle-houseWelches CMS? Wer mit Webprojekten konfrontiert ist, steht früher oder später vor dieser Frage. Das deutsche Portal contentmanager.de bietet Hilfe – und eine Broschüre mit dem Vergleich einiger Open-Source-Lösungen.

contentmanager.de stellt auf seiner Webseite 382 CMS vor. Nach Preis und Betriebssystem filterbar, mit Link zu den Anbietern. Übersicht über zehn verschiedene Open-Source-Lösungen bietet das kostenlose E-Book. Übersichtlich werden dort das Back-End, der Umgang mit dem Content, das Multi-Site-Management, die Mehrsprachigkeit, die Benutzer- und Rechteverwaltung, das Layout/Templating, der Workflow, die Funktionen sowie die Vor- und Nachteile des Systeme und deren Eignung miteinander verglichen. Für Anfänger ein guter Einstieg zur Orientierung im CMS-Dschungel. Eigene Erfahrungen habe ich bereits mit typo3, joomla, drupal und expression engine gemacht. Auch sNews vom kroatischen Anbieter solucija soll recht gut sein, haben wir gehört. Kann dies jemand bestätigen?

McKinsey: So funktioniert Web 2.0

2.0Ende Februar haben die Unternehmensberater von McKinsey USA eine Studie über die Erfolgskriterien für Web 2.0-Anwendungen publiziert. Die sechs Thesen sind interessant für interne und externe Blogs, Soziale Netzwerke, Wikis.

Leider muss man registrierter Abonnent Korrigenda: Es genügt, wenn man sich beim «McKinsey Quarterly» registriert (Danke an Martin Koser für den Kommentar), um den Volltext dieser Studie zu lesen. Sie basiert nach deren Angaben auf Untersuchungen bei mehr als 50 Web 2.0-Früheinsteigern und einer Auswahl von Interviews mit Entscheidungsträgern. Die Befragten zeigen sich insgesamt zur gleichen Hälfte zufrieden oder unzufrieden mit ihrem heutigen Einsatz von Blogs, Wikis, Podcasts oder sozialen Netzwerken. Mehr zur gängigen Web 2.0-Definition auf Wikipedia.

Kritiker: Schwierige Anpassung, wenig Werte
Die kritischen Stimmen ärgern sich vor allem über organisatorische Hindernisse, das Unverständnis von Führungskräften für den notwendigen Wandel und die mangelnde Fähigkeit, aus Web 2.0-Werkzeugen wirklich Werte zu schaffen. Und weil derartige Investitionen oft als sehr unsicher eingeschätzt werden, enden Projekte oft kurz nach ihrer Einführung. Weil sie keine wirklich wertschöpfende Beteiligung erreicht haben. Oder weil die Verantwortlichen nicht in der Lage waren, diese Beteiligung bei Mitarbeitenden oder Kunden zu erreichen.

Erst Automation, jetzt Kooperation
McKinsey bündelt EDV-Entwicklungen in den Neunziger Jahren unter dem Stichwort «Automatisierung von Prozessen». Heute wird die Einführung von CRM- oder ERP-Systemen abgelöst durch das «Ermöglichen von Kooperation und Beteiligung». Interessant ist an dieser Gegenüberstellung die Tatsache, dass Web 2.0-Anwendungen einfacher und schneller einzuführen sind. Sie stören zwar die bestehende Struktur und fordern eine neue Kultur – aber technisch lassen sie sich relativ leicht über bestehende EDV-Strukturen legen.

Befürworter: Mehr Beteiligung
Kooperation und Beteiligung zapft kollektives Wissen an. Im Vergleich zu früheren Web 2.0-Erhebungen stellen die Berater fest: Dieser Nutzen führt trotz anfänglicher Frustrationen zu einer immer stärkeren Akzeptanz von Web 2.0-Anwendungen. Für die USA wird das aktuelle Investitionsvolumen auf eine Milliarde USD geschätzt. Was im Vergleich zu den übrigen Informatik-Aufwendungen bescheiden bleibt – doch trotz der aktuellen Rezession sieht McKinsey jährlich 15 Prozent Zunahme über die nächsten fünf Jahre.

Sechs Erfolgsfaktoren
Wie umschifft man die Web 2.0-Klippen mit Erfolg?

  1. Keine Veränderung an der Basis ohne Unterstützung von oben: Auch wenn Blogs, Wikis oder neue Begnegungsplattformen basisgetrieben sind – die Grasswurzel-Dynamik bleibt nur dann lebendig, wenn wichtige Vorbilder als Rollenmodelle fungieren.
  2. Benutzer haben die besten Ideen – und brauchen Hilfe: Oft bringt gar nicht das den grössten Erfolg, was sich das Management ausgedacht hat. Durch die Benutzer zeigen sich unerwartete Anwendungen, entstehen neue Prozesse. Die Herausforderung liegt darin, sie schnell zu erfassen und zu unterstützen.
  3. Keine Chance ausserhalb des Arbeitsalltags: Web 2.0-Anwendungen setzen sich nur dann durch, wenn sie in den täglichen Arbeitsfluss integriert sind. Ohne, dass man neue Programme starten muss, vernetzt mit den wichtigen laufenden Tätigkeiten.
  4. Setze auf das Ego und die Bedürfnisse der Nutzer: Es genügt nicht, wenn zum Beispiel interne Wiki-Beiträge mit einem Bonus belohnt werden. Mitarbeitende und Kunden machen mit, wenn es ihnen und vor allem auch ihrem Status etwas nützt.
  5. Fokussiere dich auf die Zielgruppe: Mitmachen ist freiwillig. Umso entscheidender ist der Fokus auf diejenigen Teilnehmenden zu konzentrieren, die Nutzen generieren und für sich selbst Nutzen sehen.
  6. Ausgleich von Kontrolle und Freiheit: Mitmach-Projekte leben von Basisdemokratie. Doch wenn die Prozesse zuwenig geführt werden, bringen sie genauso wenig Erfolg. Hier gilt es, die schwierige Balance zu finden zwischen Kontrolle und selbstorganisierter Mitwirkung.

Fazit: Dialog ist alles
In diesen sechs Anforderungen zieht sich für mich ein Thema durch – die Offenheit für interne und externe Beiträge, Ideen, Kommentare. Das klingt einfach und logisch, scheitert in der Praxis aber oft an Ängsten und Vorurteilen. Web 2.0 ist das Schlagwort fürs Mitmach-Web und mitgemacht wird nur dort, wo der Absender offen ist für eine authentische Konversation.

Weiterführende Beiträge:
Seminar Corporate Blogging – mehr Erfolg mit Web 2.0-Dialog
Weblog und Wiki im Firmeneinsatz: Folien und fünf Thesen
Studie Web 2.0: Enterprise 2.0 – Einsatz von Wikis und Weblogs in Deutschland

Blogcamp 4: Referat «über den Umgang mit Kommentaren»

blogcamp-logoNächsten Samstag 21. März ist es zum vierten Mal soweit: Blogger/innen aus der Schweiz (und Europa) treffen sich am Blogcamp. Dieses Jahr wieder in den ehrwürdigen Gemäuern der Zürcher ETH. Auch wir haben ein Thema auf die «Unagenda» setzen lassen: «Dialog 2.0 – vom Umgang mit Kommentaren». Ich stecke in der Vorbereitung und bin offen für Inputs.

«Unagenda» darum, weil bis am Samstag Morgen die genauen Referats-Zeiten nicht definiert werden. Erst vor Ort reservieren sich die Vortragenden ihren Slot. Hoffentlich bin ich nicht wieder zeitgleich wie Jürg Vollmer am Start. Nimmt mich Wunder, wie er sein Thema «Social Media Newsroom» umsetzt. Oder Pixelfreund Ralph Hutter, der über den Einstieg ins Twittern spricht. Ein durch und durch interessantes Programm.

Mein Referat wird sich in diese drei Teile gliedern:

1. Wie kriege ich mehr Kommentare?
Unser Bernetblog ist schon bald dreieinhalb jährig. Die Anzahl Kommentare wächst erfreulich. Nur: Eine Regel, welche Inhalte viel Dialog provozieren, können wir nicht aufstellen. Harmlose Beiträge ergeben plötzlich ein eifriges hin- und her.
Frage: Fördert ihr den Dialog auf Euren Blogs aktiv? Wenn ja, wie?

2. Wie gehe ich mit Kommentaren um?
In der Kontroverse liegt natürlich die Würze (und der Sinn?) des Dialogs.
Frage: Welche Erlebnisse – gute und schlechte – habt Ihr mit Kommentatoren und ihren Inputs? Was habt Ihr daraus gelernt?

3. Diskussion und Erfahrungsaustausch
Ganz wichtig beim Blogcamp: Die Referate dauern höchstens 20 Minuten und möglichst wenig Slides. Danach wird offen miteinander diskutiert. Der Austausch steht im Zentrum. Darauf freue ich mich am meisten – auf Erfahrungen, Erlebnissen, Tipps aus der Bloggergemeinde.

Inputs auf meine Fragen via das Kommentarfeld : ) oder via E-Mail (am liebsten natürlich mit Links, Screenshots, …) würden mich enorm freuen.

Übrigens: Blogcamp ist GRATIS und wer den samstäglichen Wetterbericht (3° und Schneetendenzen) studiert hat, kann sich noch immer online einschreiben.

Alltägliche Redewendungen erklärt vom Tages-Anzeiger

Aepfel und Birnen

Die Sprache lebt mitunter von Redewendungen, wobei deren Ursprung oft unbekannt ist. Oder wissen Sie, warum uns die Haare zu Berge stehen, wenn wir emotional stark involviert sind?

Eine Redewendung (Idiom, idiomatische Wendung, Phraseologismus) ist eine Verbindung von mehreren Wörtern, die eine Einheit bilden. Die Gesamtbedeutung kann nicht direkt aus den Einzelelementen abgeleitet werden.  Die Rubrik Sprichwörtlich vom Tages-Anzeiger Online erforscht die dahinter steckenden Geschichten. Wie zum Beispiel, dass Haare zu Berge stehen, aus dem Tierreich abgeleitet wird. Säugetiere haben ein isolierendes Fell, dieses schützt vor Kälte. Wenn es besonders kalt ist, dann richten sich die einzelnen Härchen auf, um die Luftschicht zwischen Haut und Aussenwelt zu verbreitern. Zudem dient das Aufstellen des Fells auch dazu, sich grösser zu machen. Mögliche Feinde sollen im Vorfeld abgeschreckt werden.

Die Wendungen varieren pro Land und Sprache. Zum Beispiel: «No use crying over spilt milk» ist in der Wort für Wort-Übersetzung unüblich.

Sophie Graf | 12.03.2009 | Kommunikation

Intranet 2.0 – Beispiel aus der Praxis

raiwebErinnern Sie sich an iGoogle? Auf die personalisierte Seite können Sie Nachrichten, Fotos, den Wetterbericht oder andere Internetinhalte hinzufügen. Das Intranet geht nun in eine ganz ähnliche Richtung.

Das Raiffeisen intranet-2.0 von liip ist für best of swiss web nominiert. Via Link kann man sich in eine Test-Oberfläche einloggen. Das Prinzip: Der User stellt sich seine Informationen selber zusammen. Im Standard-Angebot sind unter anderem interne Meldungen, Nachrichten nach Medien, ein Post-it-Feld, Doodle, die Argus-Medienbeobachtung, Wörterbücher und ein SBB Fahrplan. Aber eben: Der Nutzer bestimmt das Angebot und wählt das, was ihm am meisten nützt. Die Gelegenheit, als ExterneR in ein Bank-Intranet zu schauen, ist relativ selten, auch wenn es sich hier nur um eine Testversion handelt.
Übrigens: Nicht ganz so personalisiert, aber doch immer wieder beliebt ist unser hauseigenes Bernet-Portal. Eine gute Zusammenfassung zum Thema Intranet gibt es unter anderem hier und in Buchform.

ZPRG-Referat: Datenschutz und PR

beglinger_portraitSind Sie Member? Haben Sie ein Abo, eine Kundenkarte ein Nutzerprofil? Was und wen überwacht Ihr Unternehmen? Die IT ermöglicht einfache und fortwährende Sammlung von riesigen Datenmengen. So gross der Nutzen für Marketing-, Sicherheits- und Kommunikationsfachleute auch sein mag – mit den Daten kommt die Verantwortung.

Rechtsanwalt und Datenschutzexperte Jacques Beglinger bot gestern Abend in seinem Referat bei der Zürcher PR Gesellschaft ZPRG einen Überblick über dieses brisante Themenfeld und erläuterte mit viel Leidenschaft und Humor Beispiele aus der Praxis.

Diese zwei Berührungspunkte von PR und Datenschutz scheinen mir besonders wichtig:

1. Datensammlungen im Unternehmen – wer muss wann davon wissen?
Sammelt ihr Unternehmen Daten? Überwacht sie in irgendeiner Weise ihre Mitarbeitenden, Kunden, Passanten? Als PR-Verantwortlicher muss ich mir Gedanken machen, wann ich die Betroffenen – und allenfalls auch die Öffentlichkeit – darüber informiere.

2. Gibt es in ihrem Umfeld ein «Issue» rund um den Datenschutz?
Wo könnten Datensammlungen Ihres Unternehmens interessant für die Medien werden? Keine Woche vergeht ohne Medienberichte über Datenschutzvergehen. Der Schaden für betroffene Unternehmen ist gross. Darum: Vorbeugen ist besser als heilen….

Darum auch der abschliessende Rat des Datenschutz-Experten an die Teilnehmenden: «Fragen Sie Ihren IT-Zuständigen nach aktuellen Projekten der Datenerfassung in ihrem Unternehmen – und machen Sie sich Gedanken, wie Sie die betroffenen Bezugsgruppen darüber informieren – intern und extern.»

Das Referat wird baldmöglichst noch als PDF-Download auf der ZPRG-Website zur Verfügung stehen.

Marcel Bernet | 10.03.2009 | Medien

Zeitungen: Clay Shirky sieht Schwarz

Print In einem Handelsblatt-Interview am Rande der Cebit macht der NYU-Professor Clay Shirky interessante Aussagen zur Zukunft der Tageszeitung. Für Inhalte wurde noch nie bezahlt – und in fünf Jahren wird das Erstellen und Verteilen von News von Unternehmen geleistet, die es vor 2000 noch nicht gab.

Aber hoppla. Es macht Spass, den Ausführungen des Beraters, Autors und Dozenten zu folgen, hier seine Bio. Er formuliert schnell, klar und vertritt eindeutige Positionen. Der Handelsblatt-Redaktor und Blogger Thomas Knüwer hat das Interview am 3. März online gestellt. Den Hintergrund zu Shirkys Aussagen bietet sein Grundsatzartikel «Newspapers and thinking the unthinkable» (danke Marco für den Kommentar-Link). Meine Schlüssel-Erkenntnisse aus dem Interview, Video am Schluss:

Für Inhalt wurde noch nie bezahlt
Die ganze Diskussion darum, dass man für Inhalte bezahlen müsse, ist für Shirky total daneben. Denn für Inhalte hätten wir noch nie bezahlt: «Wir zahlten für Bücher, LPs, Zeitungen. Aber nie für deren Inhalt, sondern für die Dienstleistung. Fürs Drucken, Verteilen, im Buchladen oder Kiosk bereit halten.» Früher war die Dienstleistung an das Gerät, die Platte, die CD, die Zeitung gebunden. Heute haben wir dafür einen Computer, der ist Radio, Fernseher, Zeitung in einem. Und niemand will mehr für die Inhalte bezahlen.

Gute Inhalte wurden immer subventioniert
Von Regierungen, Stiftungen, den Werbern. Nie haben die Benutzer voll und ganz für die Inhalte bezahlt. Wieso sollen sie das jetzt tun?

Bezahl-Inhalte: Langsamer Zerfall, aber Bedeutungslosigkeit
Zeitungen, die ihre Inhalte hinter einer «Bezahlwand» verstecken, werden damit den eigenen Untergang etwas aufhalten. Aber sie bezahlen für diesen Aufschub mit der Aufgabe ihres News-Potenzials. Wer eine top-aktuelle, globale Geschichte mit grossem Aufmerksamkeitspotenzial nur den Abonnenten zur Verfügung stellt, wird im grossen globalen Online-Pool nicht mehr wahrgenommen.

In fünf Jahren schreiben und verteilen Startups die News
Vor einigen Jahren sei er noch ganz positiv gewesen, was den Fortbestand der etablierten News-Verlage betreffe. Heute sei er davon überzeugt, dass das Web tolle Chancen für Startups im Newsbereich biete. Shirky meint apokalyptisch, dass in fünf Jahren das Sammeln und Verteilen von News für den Online-Bereich von Unternehmen geleistet werde, die erst nach 2000 gegründet wurden.

Soweit nur das wichtigste, interpretiert von mir. Hingucken lohnt sich. Ach ja – und trotz aller Schwärze wird es eine Marke wie die New York Times immer geben. Aber sie wird ganz anders produziert und vermarktet werden, meint der frühere Partner eines Startup-Investors.

CEO-Blogs: General Motors Chef bloggt um Verständnis

general-motors-logoDie krisengeschüttelte Autoindustrie trifft sich derzeit am Salon in Genf (noch bis 15.3.). Auch der General Motors Europa-Chef Carl-Peter Forster ist vor Ort. Seinem Unternehmen weht momentan ein eisiger Wind ins Gesicht. Im offiziellen General Motors Blog schreibt er dagegen an.

Brandaktuell ist die Diskussion um staatliche Unterstützung für Opel (NZZ 28.2.) und nicht nur Deutschland fragt sich, wann dem Traditionshaus  die Luft ausgeht. Umso spannender zu beobachten, wie General Motors eine sehr offenherzige Blog-Strategie fährt. Neben dem vorbildlichen Social Media Newsroom (letztwöchiger Beitrag dazu hier) betreibt das Unternehmen verschiedene Blogs. GM-Europa-Chef Forster schreibt regelmässig im Blog namens «Driving Conversations» persönliche Einschätzungen; so auch Beitrag vom 17. Februar mit dem Titel «Reality of it All». Aussage: Die Aussichten sind düster, aber mit allseitiger Opferbereitschaft und mit Innovation werden wir es schaffen.

«…But the reality is that we must look at all options – including the closing of facilities — to align our production capacity to the market. We’ll engage these discussions with an open mind to any ideas or alignments that may make us viable for the years to come. But there is no easy pathway….these actions will require sacrifice and pain from all sides. That is reality.»

Mir gefällt der offene Ansatz dieses Dialoges. Angesichts des riesigen europaweiten Interesses erstaunt aber, dass der Beitrag (als Beispiel) lediglich 29 Kommentare provozierte. Immerhin: Auf zwei der Kommentare antwortet Forster persönlich. Mir scheint das Blogformat gerade für diese «Krisenkommunikation» sehr geeignet: Es lassen sich Fakten, Ideen und Beurteilungen auf einfache und vor allem persönliche Art verbreiten – sicher auch mit Ausstrahlung auf die Leitmedien.

Überhaupt nicht vorbildlich ist übrigens die Frequenz der Beiträge im «offiziellen GM-Europe-Blog». Nur gerade alle drei Wochen erscheint ein Beitrag. Zu wenig, meine ich. Der bloggende Bundesrat Leuenberger hält noch immer den flotten Wochentakt zuverlässig ein.

ZPRG-Referat 10. März: Datenschutz und neue Medien

beglinger_portraitRegeln und Gesetze über den Schutz von Daten sind schnell gebrochen. PR-Profis ohne Rechtsabteilung im Unternehmen wissen oft kaum, wo das heikle Terrain beginnt. Die Zürcher PR Gesellschaft ZPRG veranstaltet am kommenden Dienstag ein Referat zum Thema.

Als Vorstands-Mitglied darf ich diese Veranstaltung organisieren und mache jetzt nochmals auf das spannende Thema aufmerksam. Man sollte sich schnellstmöglich anmelden. Das Referat (Türöffnung 18h, Referat 18.30h, Apéro ca. 19.30h) hält Jacques Beglinger (Kurzportrait). Der Rechtsanwalt und Gründungspräsident des Vereins Unternehmensdatenschutz VUD beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema. Er sensibilisiert über mögliche Stolpersteine, gibt Tipps und beantwortet Fragen. 

Zu Gast sind wir am Dienstag im neuen Microsoft Development-Center in Zürich Wollishofen (Seestrasse 356, Karte). Danke an dieser Stelle dem Microsoft-Team für die Gastfreundschaft. 

Hier finden Sie alle Infos zum Anlass und zur Anmeldung. Auch ZPRG-Nichtmitglieder sind herzlich willkommen (Anmeldung via info@zprg.ch). Sie bezahlen an der Kasse 50 Franken.

Domainnamen: Im Rechts-Dschungel

lupe_on_httpZwei Schweizer Freizeitportale streiten um die Nutzungsrechte von «ausflugsziele.ch». Das hat mich veranlasst, nach dem aktuellen Rechtsstand zur Vergabe von Domainnamen zu forschen.

Für alle .ch- und .li-Webadressen ist Switch zuständig. Switch weist darauf hin, dass sie keine Verantwortung für die Rechtmässigkeit eines Domainnamens übernimmt. In einem Verzeichnis findet man Hinweise, wie die Rechtmässigkeit überprüft werden kann:

  • Gemeindenamen: Sie sind den politischen Gemeinden vorbehalten – und wohl zu 99 Prozent vergeben.
  • Firmennamen kann im Firmenindex überprüfen. Hier findet man schnell, welche Namen bereits Firmennamen sind. Ich nehme an, Switch will damit sagen, dass man diese besser nicht verwendet.
  • Marken: Weiter geht es mit den «Schweizerischen Marken und Eintragungsgesuchen in der Online-Datenbank des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum (IGE)» unter www.swissreg.ch

Wer es schafft, sich in letzterem schlau zu machen, dem nützt dies nichts, weil auch ähnliche Marken und internationale Marken mit Schutz in der Schweiz beachtet sein wollen. Die weiteren Links des Verzeichnisses haben für Nicht-Juristen wenig Charme. Vor allem müssen nach dem Schweizer Recht auch noch die ausländischen Rechtssprechungen beachtet werden. Ich nehme an, dass Laien ihre Nachforschungen beim dritten Verzeichnislink einstellen. Und je nach Budget und Risikobereitschaft Profis beauftragen, um mögliche Domainnamen abzuklären oder einfach einen Namen registrieren lassen.

Zurück zu «Ausflugsziele», das als Wortmarke beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum geschützt ist. Es widerspricht meinem Rechtsempfinden, dass ein gewöhnliches Wort als Marke geschützt wird, auch wenn dieser Schutz nur gilt für «Werbe- und Marketingdienstleistungen für Dritte». Oder kann mir jemand eine gute Begründung (kommerzielle Motive ausgeschlossen) liefern?

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