Jahreswechsel: Bernet_PR macht ein paar Tage Pause

schneeflocke.pngNach einem arbeitsreichen Agenturjahr gönnen wir uns ein wenig Ruhe und tauchen ein in die Stille des Jahreswechsels. Bis Anfang Januar schliessen wir die Agentur und machen eine kurze Blog-Redaktionspause.

Ab dem am 5. Januar sind wir wieder für Sie da. Gestärkt und erholt freuen wir uns im 2009 auf weitere spannende Begegnungen mit Ihnen – sei es im persönlichen Gespräch oder hier im Blog. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für das Interesse an unserer Arbeit. Und allen ein glückliches Neues Jahr!

Dialog 2.0: Wer möchte gratis ans WEF?

youtube.com/davosDas WEF nähert sich – bald werden die Helikopter pausenlos zwischen Zürich und Davos tanzen. Die Veranstalter geben Vollgas mit YouTube, Facebook, MySpace, Twitter, Flickr, Webpage und Blog. Für YouTube-Videos winkt ein Gratis-Eintritt.

Und wenn ich mir für diese Recherche alles anschaue: Nö, da möchte ich nicht mal gratis dabei sein. Es ist eine Riesen-VIP-Party für ganz viele, die da einfach dabei sein müssen. Hier trifft man genau die Personen, die man für das Erreichen seiner Ziele kennen will.  Was können Unternehmen und Organisationen lernen vom World Economic Forum (und damit habe ich die Acknowledgement Policy erfüllt, wie sie auf der Webpage minutiös festgeschrieben ist)?

Von Anfang an dabei, hoher Einsatz
Natürlich hats das WEF einfacher als viele KMUs: Die grossen Anbieter wie YouTube oder Facebook werden Schlange stehen bei Klaus Schwab. Denn eine bessere Promo für ihre Dienste bei den CEOs dieser Welt gibts nicht. Das WEF nutzt diesen Vorteil, setzt viel Ressourcen ein und es hat schon früh auf neue Online-Möglichkeiten gesetzt. Letztes Jahr haben übrigens 20 der 500 Teilnehmenden getwittert, dieses Jahr wird der öffentliche Twitter-Feed stark in die Promo eingebunden und man rechnet mit mehr Teilnehmenden, die diesen Kurznachrichtendienst nutzen werden. Die PR-Taktik geht auf – über den vernetzten Einsatz aller Web-Kanäle haben viele Medien berichtet, darunter auch newsnetz.

Vernetzter Einsatz aller Web-Mittel
Die Veranstalter stellen Video-Fragen auf YouTube, laden zur Diskussion ein auf Facebook und MySpace, sie wollen alle Medienkonferenzen live und mit Sofort-Chat-Echo ins Netz stellen und unterhalten eine ausgebaute Webpage, ein Konferenzblog, einen Twitter-Feed und eine Foto-Seite auf Flickr. Ganz schön viel und aufeinander abgestimmt.

Wobei meine Recherchen zeigen: Hier kann das WEF noch eine Menge dazu lernen. So sind zum Beispiel die verschiedenen Kanäle auf der Web-Page nicht dargestellt – ich muss mir die Links mühsam zusammensuchen. Auch ist der grafische Auftritt nicht homogen – das machen der Economist oder die LA Times viel besser, zum Beispiel auf ihren Facebook-Auftritten (siehe hier in einem früheren Beitrag «NYTimes und Obama auf Facebook»).

Mich störts, dass auf der Facebook-Plattform die Werbung nicht ausgeblendet ist, der Economist zum Beispiel sorgt dafür. Auf der WEF-Page stehen doofe Anzeigen, darunter eine für Frauen, die ich in meiner Region kennenlernen kann. Das ist der grosse Nachteil von Facebook und MySpace. Das WEF konnte übrigens nicht überall die Netzadresse /davos einsetzen, bei Flickr und MySpace war sie schon weg.

Weniger Kanäle, dafür mehr Dialog
Am stärksten gepusht wird dieses Jahr YouTube, wo schon das letztemal ein Kanal aufgesetzt wurde. Diesmal werden fünf Fragen gestellt, ganz kurz und knackig tut dies Klaus Schwab selbst. Und dann wartet man auf möglichst kreative Antworten. Das sieht dann zum Beispiel so aus: Monty Metzger sagt, wie seine Generation das mit der Umwelt sieht. Ja, oben links scheint ein Kontrollmonitor zu hängen. Und das mit den Zetteln ist die Steigerung von Powerpoint.

Man merkt – es gibt etwas zu gewinnen. Popularität, YouTube-Views – und eine Reise nach Davos, ein Händedruck mit …? Sieht so Dialog aus? Schon der Benutzer schielt mehr auf seinen Auftritt. Ist er wirklich an einer Antwort interessiert? Ist das WEF an einem Dialog interessiert? Wie glaubwürdig wird es ihn überhaupt führen können, wenn auf unzähligen Kanälen dazu eingeladen wird? Aber vielleicht findet der «echte» Dialog doch nur persönlich statt, in Davos, am Kaminfeuer. Was dann zur Frage führt: Was ist echter Dialog? Vielleicht reden auch dort die meisten aneinander vorbei, wollen nur sich selbst darstellen.

Trotzdem: Im Web liegt interessantes Potenzial für die Flankierung von Anlässen, Kampagnen, Botschaften. Vom WEF können wir lernen.

PostRank: Schnell und einfach Blogerfolg messen

postrank.pngReine Besucherstatistiken und Anzahl Verlinkungen reichen wohl nicht aus, um den Erfolg eines Blogs oder einzelner Beiträge zu messen. Wenn Klicker zu Lesern werden und diese sogar zu Kommentatoren wird ein Blog richtig erfolgreich.

Diese Erkenntnis kann helfen, aus der Flut von Beiträgen die guten – oder besser gesagt «erfolgreichen» heraus zu filtern. PostRank misst anhand von diesen Kriterien den Erfolg einzelner Blogs und ihrer Beiträge:

  • Pageviews (via RSS-Readers und PostRank Widgets)
  • Clicks (via RSS-Readers und PostRank Widgets)
  • Kommentare auf den Beitrag, Erwähnungen bei Twitter
  • Tags und Bookmarks bei del.icio.us, Magnolia, Digg
  • Trackbacks, Links von anderen Seiten auf den Beitrag

PostRank lässt sich einfach via die Plattform selber anwenden oder in gängige RSS-Reader einbauen. Es ist auch spannend, so mal auf die Schnelle «das Beste» aus einem bestimmten (zum Beispiel dem eigenen) Blog herauszuholen.

Energielandschaft

BKW Effizienz

Die BKW (für Nicht-Berner: der Bernische Energiekonzern) will mit der Informationsapplikation «Energielandschaft» das komplexe Thema Strom erklären. Für mich ist es eine verpasste Chance.

Die  Energielandschaft ist sehr grün und sehr blau und noch sauberer. In dieser Idylle wird Strom produziert – wo er verbraucht wird, ist nicht zu sehen.

Die Applikation erlaubt das Hüpfen vom Atomkraftwerk zum Windkraftwerk und weiter zum Gaskraftwerk. Mindmap-artig öffnen sich an den Stationen weitere Informationsfelder. Die Texte sind von ansprechender Kürze, zum Vertiefen kann weitergeklickt werden.

Natürlich schimmert bei den Informationen durch, von wem sie kommen. Es ist das Recht eines Unternehmens, aus seiner Sicht zu informieren. Aber wird die Information auch jemand abholen, jemand, der sich objektiv informieren will? Bei mir löst es eher das «Man erkennt die Absicht und ist verstimmt»-Gefühl aus  (Zitat: Goethe und Wilhelm Busch).

Und wird jemand gar mehrmals in die Energielandschaft reisen? Denn ausser Lesen und Hüpfen gibt es in der Idylle nichts zu tun.

Ich hätte der BKW empfohlen, mit der spielähnlichen Landschaft noch weiter zu gehen und ein Spiel online zu stellen, das, wenn nicht Leidenschaft, doch mindestens unseren Spieltrieb weckt. Damit hätten sich auch die viralen Chancen deutlich erhöht.

Marcel Bernet | 17.12.2008 | Dies & Das

Zensekunden Zürcher im Schnee

mannimschnee.jpgHeute morgen versank Zürich im Schnee. Selten habe ich mich so gefreut, den Weg ins Büro unter die Füsse zu nehmen. Wer auf Auto, Tram oder lackierte Halbschuhe angewiesen war, der hat geflucht.

Ganz schön verloren fühlen sich Städter, wenn es schneit. Vor mir rutschte ein Mann im Anzug auf den Hintern, alle trugen brav ihre Schirmchen. Und weil die Autos auf den Gleisen standen, kam es zum Tramstau an allen Steigungen. So viele Zwangs-Fussgänger sieht man selten an einem Morgen. Das Kind in mir hats genossen, wie viele andere auch.

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Sophie Graf | 17.12.2008 | Social Media

Facebook: Toleranz der Unternehmen nimmt ab

fisch-schwarm_klein.jpgFacebook & Co. erschliessen neue kommunikative Möglichkeiten – auch im Geschäftsleben. Jetzt gehen immer mehr Unternehmen dazu über, die flachen, informellen Netzwerke für ihre Mitarbeitenden zu sperren. 

«Primär geht es um personalpolitische Aspekte und um unsere Verantwortung als Arbeitgeber von vielen Jugendlichen», erklärt Amos Winteler, Presseprecher der Baloise. Das Versicherungsunternehmen hat vor kurzem all seinen Mitarbeitenden die Facebook-Nutzung verboten. Der Grund: Facebook ist für die Baloise nicht businessrelevant und das Team läuft Gefahr, zuviel Zeit im Netzwerk zu vertrödeln.

Auch bei der Basler Kantonalbank und der UBS sind vor wenigen Monaten alle Social Networks gesperrt worden. Anders als bei der Baloise stand hier nicht die Sorge um die Produktivität, sondern eher Sicherheitsbedenken im Vordergrund. «Gerade im Finanzdienstleistungs-Sektor dürften solche Netzwerke noch ihre Spuren hinterlassen», schreibt die aktuelle Netzwoche. Vor allem jüngere Angestellte geben eine grosse Anzahl privater Informationen über sich und ihre Tätigkeit im Internet preis.» Damit öffnen sie potentiellen Viren und Cyber-Criminals die Tür für Angriffe ins IT-Sicherheitssystem.

Das Problem: Mit reinen Verboten ist es nicht getan. Die meisten Mitarbeitenden nutzen Facebook eh in ihrer Freizeit und über ihre persönlichen Endgeräte. Und spätestens da hört die Kontrolle der Firma über ihre Angestellten auf. Gefragt ist deshalb vor allem Eigenverantwortung und ein gesunder Menschenverstand.

Mehr zum Thema:
Social Networks: Eine Herausforderung für Unternehmen
Facebook: Also doch gefährlich

Google Maps: Schön wars im Sommer

google_maps.pngKalt ist es in der Schweiz. Die Strassen gefroren, der Garten winterfest. Vielleicht reichts sogar für einen dünnen weissen Flaum an Weihnachten. Und doch: Manchmal erinnert man sich gerne an warme Sommertage. GoogleMaps hilft dabei.

Der Satellit über meinem Zürcher Zuhause verrät ziemlich genau, wann es von Google geknipst wurde: cirka Mitte Mai bis Mitte Juni 2008. Am Nachmittag. Die Bäume und Sträucher sind schon begrünt, aber noch nicht richtig üppig. Die Schatten sind ziemlich kurz. Vor unserem Haus (A) ist der Sonnenschirm aufgespannt und das Wasser ins Kinderplanschbecken (blauer Kreis, Durchmesser 120cm) eingelassen. Nur Nachbar A. hat seinen Wagen vor dem Haus stehen – die anderen sind entweder weg oder haben sich noch nicht daran gewöhnt, dass nach den langwierigen Bauarbeiten die Strasse wieder zum Parken frei ist. Die länglichen hellgrauen Flächen zeichnen sich deutlich vom frischen schwarzen Teer ab. Ihn kann ich riechen unter der Junisonne.

google_map_sommertag.png

Natürlich lässt sich dieses Spiel ins Unendliche weitertreiben: Wie sieht die Umgebung meines Elternhauses heute aus? Wann wurde sie fotografiert? Sieht man den Pflanzentopf auf dem Sitzplatz? Wurde im Letzigrund-Stadion gespielt beim Knipsen? Ein Freund baute vor über zwei Jahren ein Eigenheim in Meilen – in der Google-Welt spriesst dort heute noch die grüne Wiese. Eigentlich wohltuend, dass diese Online-Satellitensicht noch nicht «echtzeitig» erfolgt. Und ein Genuss, via Karte ein bisschen Zürichsommer zu geniessen.

Marcel Bernet | 15.12.2008 | Dies & Das

Minimotion: Meine drei besten zehn Sekunden

minimotion startbild daniel l. steuribernetblog-Leser kennen die Zensekunden-Zwischenwürfe. Damit lenke ich ab von den Kernthemen dieses Blogs. Diesmal darf ich drei Zehn-Sekunden-Beiträge von Künstlerinnen und Künstlern vorstellen.

Minimotion ist ein Kürzestfilmspektakel der besonderen Art: Alle Beiträge dauern zehn Sekunden, halten sich also an ein Extremformat. Die Mit-Initiantin Ruth Held von Bildwurf habe ich über unser Arbeit für ewz mit der Online-Plattform powernewz kennengelernt. Schon damals habe ich über die Qualität einzelner Videos gestaunt: Wie in so kurzer Zeit wirklich spannende und überraschende Geschichten erzählt werden. Und weil Minimotion noch das Geld für eine weitere Durchführung fehlte, hat Bernet_PR spontan das diesjährige Festival gesponsort.

Gezeigt wurden alle eingereichten Beiträge am 23. November im Riffraff. Zuschauen war dann so ab der Nummer 60 ziemlich anstrengend, es ging rauf bis 135. Die zuerst gezeigten Beiträge profitierten von etwas höherer Aufmerksamkeit – mit der Zeit guckte wenigstens ich selbst ziemlich müde auf die Leinwand. Die Jury hat einen Sieger erkoren, der wohl auch künstlerischen Ansprüchen genügen sollte, alle Gewinner sind auf der Minimotion-Site. Meine drei Favoriten erzählen witzige Geschichten. Was auch an jenem Sonntagmorgen am besten ankam – dani L. steuri hat mit «Skyguide» den Publikumspreis geholt.

Viel Spass beim Reingucken.

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«It was not me», Silvana Savini / Andreas Weber, Schweiz, www.motiondraw.com

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«Transfer», Lukas Matjeka / Marek Galbauy, Slowakei

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«Skyguide», dani L. steuri, Schweiz, Gewinner des Publikumspreises, www.steuri.tumblr.com

Rettet den Bund

der_bund.pngHeute erreichte uns eine Medienmitteilung über die Petition «Rettet den Bund». Ein Berner Komitee lanciert damit eine Petition für die Erhaltung des Berner Traditionsblattes.

Auslöser der Geschichte sind die Pläne der Tamedia, den wirtschaftlich perspektivlosen Titel entweder a) mit der Berner Zeitung zu fusionieren oder b) mit dem Tages-Anzeiger zu kooperieren, zum Beispiel mit einer gemeinsamen Mantel-Ausgabe (Medienmitteilung Tamedia vom 1.12.). Das Komitee besteht aus Berner Persönlichkeiten wie der SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga, dem Grünen Alec von Graffenried, Medienwissenschaftler Roger Blum und Züri Westler Kuno Lauener. Sein Statement ist ebenso kurz wie cool, mit einem Augenzwinkern an die Verlagsadresse des Mutterhauses: «Der Bund gehört zu Bern. Züri West hin oder her».

Der Petitionstext lautet: 

«Die Tageszeitung «Der Bund» ist ein Teil von Bern: Eine Institution im politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben. Seit bald 160 Jahren.

Markenzeichen des «Bund» sind ernsthafte, an Relevanz orientierte Prioritäten, unaufgeregte Berichterstattung, kompetente Analysen und unvoreingenommene Kommentare.

Der «Bund» lässt seine «Köpfe» auf der Redaktion eigenständig denken und schreiben. So bleiben der kleinen Zeitung gute Journalistinnen und Journalisten auf lange Zeit treu. So sichert der «Bund» Kontinuität und lässt Aktualität auf ein Gedächtnis stossen. Und so erscheinen auch in für den «Bund» wirtschaftlich schweren Zeiten mit Herzblut geschriebene Portraits, Reportagen, Konzert- und Buchbesprechnungen, die das Lesen zur Freude machen.

Mit dem «Bund» hat der Grossraum Bern eine aussergewöhnliche Zeitung. Wir setzen uns dafür ein, dass sie im Strudel von Restrukturierungen und Sparmassnahmen nicht zerstückelt wird.»

Die Petition können Sie hier online unterzeichnen und gleichzeitig auch Mitglied im Komitee “Rettet den Bund” werden.

Dominik Allemann | 12.12.2008 | Medien

News1.ch: regionale Nähe und Citizen Journalism

news1_beta.pngDie von einem Verleger-Verbund initialisierte Newsplattform News1.ch ist seit Anfang November im Beta-Testbetrieb und via LogIn von jedermann einsehbar. Von einem Nachahmer-Produkt zum Tamedia-Newsnetz kann wirklich nicht gesprochen werden. Man darf gespannt sein, wie sich News1 dann «live» entwickelt. 

Es ist eine clevere Strategie, zuerst mit einer Beta-Version die News-Fetischisten und Web-Gurus einmal via LogIn zur Vorabbesichtigung zu laden. So kann heute schon mal tüchtig kritisiert, gewünscht, gefordert und auf der anderen Seite optimiert werden. News1.ch ist heute ein Aggregator für regionale Medien wie die Aargauer Zeitung, Schaffhauser Nachrichten, Südostschweiz, die Zürcher Landzeitungen und mehr. Meine anfängliche Skepsis macht bei längerem Besuch immer mehr Begeisterung Platz. Einiges ist an News1 ziemlich gut gelöst.

news1-screen.png

Die Regionalität – der USP
Die Themenwolke ganz oben ist sehr gut platziert. Schnell klicke ich hier auf die Region, Persönlichkeit, das Thema meiner Wahl. Sonst hat in der Regionalität  das Newsnetz eindeutige Vorteile. Durch das klare Branding (Tagi, Baz, BZ) fühle ich mich sofort zu Hause. Vielleicht lässt sich das bei News1 durch benutzerdefinierte Einstellungen noch optimieren – wenn ich «meine» Oberfläche bzw. Region definieren kann.

Die Benutzernews – der grosse Knüller
Hier gibt es echt Potenzial – via wenige Mausklicks lassen sich eigene News erfassen. In einem guten Standardformat mit Titel, Lead, Bildmöglichkeit und Tags. Ich habe es grad versucht mit einer Medienmitteilung, die mich soeben erreicht hatte (www.rettet-den-bund.ch). Sekunden nach der Bestätigung ist der Beitrag schon online. Ohne Freischalt-Schlaufe. Wie sich das etablieren wird in der «Live-Version», darauf bin ich gespannt. Rege genutzt wird sie beta-mässig noch nicht.

news1-benutzerinhalte.png

Der Name – kurz und klar
Mit News1 hat man der Plattform zwar einen sehr gewöhnlichen Namen gegeben, aber kürzer gehts nicht. Und übrigens ist der grosse Bruder – www.news1.com – auch einen Besuch wert. Vielleicht stand er ja Pate.

Herausgefunden wann News1 live geht, habe ich leider nicht. News1 wird voraussichtlich im Februar 09 live gehen. Ich bin aber überzeugt, dass es sich seinen Platz schaffen wird.

Von Äpfeln und Birnen

Aepfel und BirnenAuf die Gefahr hin, dass man mich virtuell lyncht: Mit Mac oder PC zu arbeiten ist vor allem eine Frage der Gewohnheit.

Ich beziehe mich ausschliesslich auf Standardnutzungen wie Mail, Terminplanung oder Textedition – also auf Benutzeroberflächliches. Aufstarten oder ausschalten, heisst bei beiden: Morgens einen Kaffee rauslassen. Abends rechtzeitig ans Ausschalten denken, damit nicht das nächste Tram weg ist, bevor die letzten Lichtlein verglühen.

Bei der Navigation ist für mich der Unterschied wie zwischen Rechts- und Linksverkehr: Anders aber nicht besser oder schlechter. Ob der Kursor beim Scrollen am oberen Dokumentrand stoppt oder durchläuft und am unteren Dokumentende neu beginnt, bedeutet keinen Qualitätsunterschied. Und «ctrl+alt+delete» und «alt+cmd+esc» sind gleich unerfreulich. Oder habe ich etwas übersehen?

Sophie Graf | 10.12.2008 | Social Media

Bundesrat Ueli Maurer im Dialog 2.0: Wie schnell sind die KommentatorInnen?

dialog 2.0Ueli Maurer ist neuer Bundesrat. Die heutige Abstimmung sorgt für Diskussionen – auch auf dem Web. Wie aktiv sind die Online-KommentatorInnen?

Knapp zwei Stunden nach dem Bekanntwerden des offiziellen Abstimmungsergebnisses eine kurze Analyse der Kommentar-Zahlen bei den Online-Medien: Am diskussionsfreudigsten ist die Leserschaft von 20 Minuten. 52 Kommentare generierte der Leitartikel um knapp 11 Uhr 30. Bei SF DRS waren immerhin 28 KommentatorInnen aktiv, beim Tages-Anzeiger/Newsnetz war zur gesagten Zeit erst 1 Kommentar registriert.

Ich frage mich:

  • Inwiefern lassen solche Kommentar-Zahlen einen Rückschluss auf das Involvement der Leserschaft zu?
  • Warum gewinnt 20 Minuten so klar vor Newsnetz?
  • Und: Welche Anreize haben die Kommentatoren?

Anders als bei Amazon werden diese Kommentatoren in keiner Weise belohnt. Sie wollen mitreden, werden gerne im Web gesehen, wollen aktiv in die Diskusssion einsteigen und hoffen auf ein Echo.

Übrigens: In der Blogosphäre wurden die ersten Kommentare auf dem Wahlkampfblog (6 Kommentare), bei eigent.li/ch (2 Kommentare) und bei Arlesheim Reloaded (1 Kommentar) gesichtet. Insgesamt generieren Onlinemedien also deutlich mehr Kommentare als Blogs, wobei die Medien auch deutlich höhere Userzahlen aufweisen.

Weitere Beiträge:
Dialog 2.0: So belohnt Amazon Gratis-Arbeiter

Dialog 2.0: So belohnt Amazon Gratis-Arbeiter

dialog 2.0Im NY Times-Technologieblog ist die Rede von der ersten konsumentengenerierten PR. So weit würde ich nicht gehen. Aber Amazon setzt sich vorbildlich dafür ein, dass Kommentare und Empfehlungen geschrieben werden. Von ausgelesenen Viel-Kommentierern, die besondere Einladungen und Rezensions-Exemplare erhalten. Lernstoff für alle, die neue Online-Dialogwege gehen wollen.

Entdeckt habe ich die Geschichte über Tweetscan, ein Monitoring-Programm für Twitter. Trotz meiner zurückhaltenden Zwitscherhaltung habe ich mal den Suchbegriff «Public Relations» eingegeben. Und bin so über den Technoblog-Eintrag von Saul Hensell gestolpert. Im Titel spricht er ganz clever von «konsumentengenerierter Public Relations» – na was soll das denn sein. Schönes Beispiel davon, dass Twitter viel bringt für Online-Autoren, die gelesen werden wollen.

Feiertags-Bestenliste von Konsumenten
Amazon kündigte Ende November in einer Medienmitteilung das erste Festtags-Kundenbewertungs-Team an. Kundenbewertungen würden immer wichtiger für die Kaufentscheide der Amazon-Besucher und deshalb habe man sechs der meistkommentierenden Amazon-Nutzer in dieses Team befördert. Dialog 2.0 gibts bei Amazon eben schon seit 1995, seither hätten  fünf Millionen Kunden Beurteilungen abgegeben. Die sechs Festtags-Tippgeber hätten zusammen knapp 5 000 Bewertungen geschrieben. Und jetzt liege es an ihnen, die besten Ideen aus der Amazon-Vielfalt weiter zu geben. Den Link zur PR macht Hensell, weil natürlich auch Medien für ihre Feiertags-Bestenlisten auf diese Rezensionen zurückgreifen könnten. Bisher habe dies aber kein Printmedium getan.

Gratis-Arbeit lohnt sich
Interessant ist, dass Amazon ganz gezielt Belohnungen für diese Gratisarbeit einsetzt. Hensell weiss von Gratisflügen nach Seattle für einige der sechs Ausgelesenen, wo sie gefilmt wurden. Dazu kommen Gratisprodukte, die sie behalten können. Diese Gratisprodukte stehen auch für andere Viel-Bewerter offen: Amazon nimmt sie ins sogenannte Vine-Programm auf. Fazit: Konsumenten füllen Bewertungen aus, weil sie gerne gesehen werden. Weil sie Echos wollen. Von anderen Konsumenten oder vom Anbieter selbst. Wer viel kommentiert, wird viel gesehen. Amazon verstärkt diese Dynamik ganz gezielt mit den Rezensionsexemplaren, mit einer Vorzugsbehandlung und nun publikumswirksam mit dem Feiertags-Team. Wann machen Sie Ihre Bewerter zu Helden?

Sabine Betschart | 09.12.2008 | Medien

Die Zeit: neu mit Schweiz-Seiten

Die ZeitDie Zeit-Ausgabe nimmt in der Breite 80 cm auf meinem Pult ein. Gemessen am Format ist sie eine der grössten Zeitungen im deutschsprachigen Raum. Neu auch mit Schweiz-Seiten.

Die Wochenzeitung aus Hamburg, mit grösster nationaler Verbreitung in Deutschland und Hochburgen in Hamburg und Berlin, wird erfahrungsgemäss mehrmals weitergereicht und durchgeblättert. Auffallend für DIE ZEIT sind das, für Schweizer Verhältnisse, überdimensionierte Format und das schön gestaltete Magazin. Die liberale Zeitung möchte in der Schweiz die Leserzahlen erhöhen, und bedient uns neu mit Schweiz-Seiten. Bei mir kommt die Frage auf, will ich nun in der deutschen Zeitung über die Schweiz lesen?

Die sechs Schweiz-Seiten in der Ausgabe vom 4. Dezember bewerte ich als mittelmässig. Lustig sind die zwölf Lektionen: Schweizer Klischees auf den Punkt gebracht. Unnötig ist meiner Meinung nach der Artikel über Gondo: alter Kaffee (online nicht verfügbar). Giovanni di Lorenzo, Chefredaktor der Zeit, erklärt in einem Interview: “Die Schweiz-Seiten werden von Schweizern gemacht und erreichen Deutsche und Schweizer. Die Abonnemente sind national etwa halbe-halbe verteilt. Wir können beiden Lesergruppen etwas bieten.” Er sieht das Zeitungsmachen als Medium für besseres Verständnis füreinander und orientiert sich am Grundsatz: Wider die Verdummung! Ein sehr sympathischer Mann.


Twitter – diesmal vom elektronischen Reporter

Mario Sixtus hat sich wieder mal bei mir gemeldet – auf mein E-Mail-Abo für die neuen Sendungen des elektronischen Reporters. Schon lange hat er nichts mehr gedreht – jetzt tut er dies mit grosser Unterstützung des ZDF. Ein Videoblog schaffts in die etablierten Medien. Für Twitter-Neulinge lohnen sich die zehn Minuten.

Aber ehrlich gesagt: Zehn Minuten sind schon eine Ewigkeit. Erst recht im Büro, wo ja diese Online-Filmchen geschaut werden. Also höre ich jetzt mit dem Kopfhörer den Text des ganzen Beitrags und schreibe parallel dazu diesen Blog-Eintrag im separaten Browserfenster. Ach ja, gleichzeitig Twittern kann ich auch noch.

Twitter: Kommunikationsprofis dranbleiben
Den 140-Zeichen-Quasseldienst haben wir unter anderem schon mit «Twitter: Muss das Sein?» behandelt. Auch Mario Sixtus’ Beitrag zeigt die ganze Bandbreite des Microblogging, von sinnlosem Spielzeug bis zukunftsträchtigem sozialen Netzwerk. Für mich ist klar, dass der Dienst sich lohnt für Promis und Menschen, die sich im Netz gerne profilieren und neuen Traffic für ihre Web-Inhalte generieren wollen. Also vielleicht auch mal für eine Unternehmenskampagne, wenn sie personenbezogen aufgebaut werden kann. Auf Twitter-Monitoring geht der Beitrag nicht ein, aber gerade das kann für Organisationen wertvolle Hinweise liefern. Tweetscan bietet hier eine erste Möglichkeit.

Elektronischer Reporter: Video-Podcast vom Feinsten
Qualität setzt sich durch – nur ein derart angefressener und engagierter Videoblogger wie Mario Sixtus schaffts bis hin zur Aufnahme beim ZDF. Nach wie vor engagiert ist das Handelsblatt. Meine erste Reaktion: Bravo. Und auch wenn ich den Beitrag anschaue, verneige ich mich vor der Kreativität. Am besten gefallen mir die vielen Einspielungen von wirklich schrägem Archivmaterial. Ich kenne kein anderes TV-Format, das derart ironisch arbeitet.

Das führt dann aber auch zur Kehrseite der Medaille. Die Sendung ist professioneller geworden, aber für mich ists beinahe Overkill. Zu viele Bilder und Bildchen, zu viele Interviews. Früher wars für mich weniger perfekt, aber dafür dichter, schneller, klarer. Aber so arbeitet eben Fernsehen. Ich hoffe, Sixtus findet zurück zu weniger Ablenkung. Zum hier eingebetteten Video noch der Seitenlink: «Microblogging: Leben in 140 Zeichen».

bernetblog: Tenu-Auffrischung und Wettbewerbsgewinner

istock_birthday-third.jpgVor gut zwei Wochen kam Peter Hogenkamp für eine Blogkritik zu uns. Letzte Woche feierten wir 3 Jahre bernetblog – und schenkten ihm eine leichte Tenu-Auffrischung zum Geburtstag. Und schliesslich verpacken wir heute den leckeren Panettone für den glücklichen Wettbewerbs-Gewinner.

Das sind die wichtigsten Neuerungen:

  • Mehr Weissraum
    Überall ein bisschen mehr Platz zwischen den Modulen und Navigationen. Und schliesslich haben wir die etwas überholte und nie mit Leidenschaft gepflegte «Blogroll» gekippt. Ebenfalls gekürzt ist das Archiv – es sind nicht mehr sämtliche Monate zurück bis zur Bloggeburt aufgelistet.
  • Optimierte Gliederung
    Die Gliederung der Beiträge ist übersichtlicher: zuoberst AutorIn und Datum, nach dem Inhalt die Funktionen «Weitersenden», «Drucken», «Kommentieren».
  • Bessere AutorInnen-Infos
    Auf vielseitigen Wunsch: Unsere Fotos sind via Mouse-over beschriftet und einzeln anklickbar. Man gelangt so zu einem kurzen Portrait und der Postsammlung pro AutorIn.

Und schliesslich darf ich noch unseren Geburtstags-Wettbewerb auflösen: Erich Rava aus Therwil bekommt in Kürze Besuch vom Panettone-Pöstler. Er hat richtig getippt:  auf Grund oder Aufgrund – der Blogbeitrag von Kollegin Sabine über die neue Deutsche Rechtschreibung ist regelmässiger Spitzenreiter in unserer Statistik…

«En Guete!»

(Ein Dankeschön an unseren Blogmechaniker Mario bei Elixir für die Anpassungen – wie immer «1a-Büez»!)

Sophie Graf | 03.12.2008 | Social Media

Internet-Briefing: Wikis im Firmeneinsatz

fragen_puzzlerteile.jpgWikis ermöglichen eine neue Art der Zusammenarbeit. Sie machen vor allem dann Sinn, wenn mehrere Personen am gleichen Dokument arbeiten. In der Praxis stossen Projektleiter aber auch auf Probleme mit Wikis, wie ein Teilnehmer am gestrigen Internet-Briefing berichtete.

Stellen Sie sich vor, Sie managen ein Projekt in einem mittelgrossen Unternehmen. Um Ihre Projektpläne und Protokolle auszutauschen, stellen Sie alle Dokumente in ein Wiki. Und was passiert? Die von Ihnen sorgfältig geplanten Meilensteine werden im Wiki ständig verändert. Ihr Projekt droht aus dem Ruder zu laufen. Was tun Sie?

In der Diskussion zeigten sich rasch diese fünf Grundeigenschaften von Wikis:

  • Kritikfähigkeit: Im Wiki sind alle Dokumente editierbar. Die Möglichkeit, alle Inhalte des Wikis zu sehen und zu verändern, tangiert in Firmen organisatorische, kulturelle und rechtliche Grenzen
  • Offenheit: Wer im Wiki bestimmte Bereiche sperrt, konterkariert das System
  • Kooperation: Wikis machen nur Sinn, wenn sich alle beteiligen
  • Flache Hierarchien: Die klassische Hierarchie hat ausgedient – im Wiki geht es um die gemeinsame Lösungsfindung
  • Archiv: Im Wiki geht nichts verloren. Jede Änderung an einem Dokument wird dokumentiert, alle Versionen bleiben sichtbar

Der Einsatz von Wikis in Firmen kann Erfolg haben – oder auch nicht. In seiner Präsentation stellte Jürg Stuker folgende Erfolgsfaktoren in den Vordergrund:

  1. Kein Mikro-Management, aber Spielregeln
    Das Wiki lebt von Prozessen, die Bottom-up entstehen. Traditionelle, hierarchische Führungsprinzipien behindern dies häufig. Es braucht klare Spielregeln, mit denen Freiräume für Mitarbeiter und damit Raum für Eigenverantwortung geschaffen werden.
  2. Transparenz aktiv fördern
    Autoren sollen mit persönlichen Logins arbeiten und ihre Beiträge selbst einbringen. Nur so ist die Entstehungsgeschichte nutzbar und ein Dialog respektive eine kontinuierliche Verbesserung möglich. Dazu gehört auch, Erfolgsgeschichten aktiv zu verbreiten und Menschen öffentlich wertzuschätzen. Alles was nach Silo oder Organisationsgrenze aussieht, muss sofort entfernt werden.
  3. Konfliktlösung nicht im selben Medium
    Nicht vorhandene hierarchisch geprägte Prozesse und eine neue Transparenz schaffen auch eine neue Art des Wettbewerbes. Solche Bedenken sind auf keinen Fall mit denselben Wiki-Prinzipien in einem öffentlichen Medium lösbar. Persönliche Gespräche und genügend Zeit für den Kulturwandel sind wichtig und nicht ersetzbar.
  4. Ergebnis immer über Hierarchie stellen
    Jeder muss einen Eintrag des Chefs verbessern oder zumindest öffentlich kommentieren können. Fakt ist, dass die Kommentierung sowieso geschieht, beispielsweise vor der Kaffeemaschine. Der Nutzen für die Unternehmung stellt sich aber nur ein, wenn die Argumente in einem Dialog aufgenommen und verarbeitet werden.
  5. Kulturwandel vorleben
    Der Nutzen eines Wikis stellt sich über die Zeit und nach Inbetriebnahme ein. Anerkannte Personen innerhalb der Organisation sollten den neuen Umgang mit Information sichtbar vorleben und damit Referenzpunkte bezüglich Nutzen und Wichtigkeit des Wikis schaffen.
  6. Es braucht die Anwender
    Sozial geprägte Anwendungen leben von den teilnehmenden Menschen, deren Initiative und Eigenverantwortung. Die Zusammenarbeit muss darauf ausgelegt sein, diese Leute zu motivieren. Zugriffs- oder Editierbeschränkungen, unvollständige Information oder versteckte Pläne haben einen negativen Effekt darauf.

Fazit: Nur weil wir Wikis haben, ändert sich nicht unsere Firmenkultur. Veränderung findet in Köpfen statt, nicht in Computern. Die Technologie ermöglichen zwar den Prozess, aber ohne die Menschen, die diese Änderung wirklich wollen, nützt sie rein gar nichts.

Siehe auch «Weblogs und Wikis im Firmeneinsatz» zum iex-Vortrag von Marcel und Jürg

Bloggerin im Profil: Die Börsenfrau

Die Börsenfrau Gertraud PourheidariHinter der Börsenfrau steckt Gertraud Pourheidari. Ihre Tipps zur Geldanlage habe ich noch nicht umgesetzt; ich bereichere mich vorerst beim Lesen. 

Warum bloggen Sie?
Die Idee dazu entstand kurz nachdem ich meine Website www.dieboersenfrau.com lanciert hatte. Für eine statische Website ist ein Blog eine optimale Ergänzung. Gerade Börsen- und Finanzthemen brauchen aktuelle Inhalte bzw. Kommentierungen. Und besonders gefällt mir, über das Blog in direkten Kontakt mit den Lesern zu treten.  Alles in allem bin ich jedoch keine exzessive Bloggerin. Ich blogge meisten nur ein- bis zweimal die Woche. Das hat zeitliche Gründe, mir fehlen jedoch auch manchmal die Impulse. Doch nun habe ich mich in den letzten Tagen besser mit anderen Bloggern vernetzt. Und das spornt an. Es entwickelt sich sozusagen eine gewisse Dynamik.

Welches ist die wichtigste Blog-Erfahrung?
Dass es Feedback braucht. Die ersten Monate waren eine Durststrecke. Als es zunächst keine Reaktionen auf die Beiträge gab, sind mir schon Zweifel gekommen. Glücklicherweise zeigte der Feed-Reader, dass da doch Leser sein müssen.

Welches ist Ihr grösster Blog-Wunsch?
Da habe ich mehrere und wohl die üblichen Wünsche. Aber hätte ich nur einen Wunsch frei, dann wäre es vor allem dieser: eine „Blogger-Runde“, in der themenbezogen unter Bloggern und Lesern diskutiert wird. Die Technik bietet dazu so fantastische Möglichkeiten an.

Marcel Bernet | 02.12.2008 | Dies & Das

Was macht Sie glücklich?

glückIch verneige mich wieder mal vor brandeins-Autor Wolf Lotter. Er schreibt diesmal über Glück. Welcher Typ sind Sie? Schon am bernetblog-Wettbewerb teilgenommen?

Die brandeins-Schwerpunktgeschichten kommen jeweils aus der Feder von Wolf Lotter, wir haben schon früher auf Perlen hingewiesen. Diesmal gehts um Glück. Er hat dazu auch den Mediziner und Autor Eckart von Hirschhausen befragt. Doch der Reihe nach – hier die drei interessantesten Anstösse aus dem Artikel. Für alle, die alles lesen wollen: «Wird schon schiefgehen!», brandeins Dezember 2008.

Welcher Glückstyp sind Sie?
Wolf Lotter beginnt seine Geschichten jeweils mit einem Prolog. Diesmal hat er sich einen amüsanten Glückstyp-Test einfallen lassen – Was macht Sie glücklich?

Schokolade (c)
Sofortrente von der Klassenlotterie (d)
Das Unglück der anderen (e)
Wenn ich es meinen Lieben schön machen kann (a)
Vollgas geben (b)

(a) Altruistischer Typ. An Ihrem Glück labt sich die Welt. Machen Sie weiter so! Und kaufen Sie sich schon mal ein Buch über Burn-out.
(b) Aggressiver Typ. Sie leben wild und gefährlich – und wohl nicht sehr lange. Über Ihre Rente freut sich Typ d.
(c) Oraler Typ. Sie sind ein leicht zu befriedigender Genussmensch. Kleiner Tipp: Jeden Tag Glück macht dick und doof.
(d) Sicherheitsorientierter Typ. Diese Vollkasko-Mentalität ist total unsexy – daran ändert auch ein Hauptgewinn nichts.
(e) Sadistischer Typ. So viel Glück für Sie auf dieser Welt. Zeigen Sie es nicht so deutlich, sonst gibt’s was auf die Omme.

Bio-logisch: Glück soll man gar nicht finden
Unser Verstand will immer das Neue. Sogar biologisch sind wir darauf getrimmt: Wir wollen das Glück suchen, aber nicht finden. Glück ist ein Bonbon, ein Nebeneffekt, aber kein Ziel auf der steten Suche nach dem Neuen, der ewigen Veränderung. Aha, es hat mir gut getan, das wieder mal zu lesen. So sind wir konditioniert. Für mich ist klar: Es gibt Alternativen – siehe auch unseren Anstoss-Newsletter zum Thema Stille (vor allem die Buchlinks am Ende). Dass es anders geht, hat Picasso bewiesen: «Ich suche nicht, ich finde.» Leicht gesagt…

Tipps zum Glücklich werden
Eckhart von Hirschhausen gibt drei Tipps – mehr davon auf hirschhausen.com, hier die Kurzform: 1. Freundschaften pflegen; 2. Glückstagebuch schreiben – jeden Abend mit fünf Dingen, die gut gelaufen sind; 3. Etwas tun, rauskommen aus der Opferrolle, wenigstens den Versuch eines glücklichen Lebens wagen. Da fällt mir Samuel Beckett ein: «Ever tried, ever failed, no matter. Try again, fail again, fail better.»

Das Glück herausfordern: bernetblog-Wettbewerb
Ich weiss, Blogs liest man nicht als Glücklichmacher. Und Panettone haben eh schon alle zu Hause. Trotzdem ein zweiter Aufruf zum fleissigen Mitmachen – wir haben schliesslich Geburtstag und verschenken gerne was: Zum bernetblog-Geburtstagswettbewerb. Er läuft noch bis Donnerstag und das Los entscheidet.

Sophie Graf | 01.12.2008 | Social Media

Intranet-Tipps in Buchform

intranet.pngSie wollen ein Intranet -  aber ihre Mitarbeiter wehren sich dagegen? Im Buch «Das Intranet» erklären Claus Hoffmann und Beatrix Lang, welche Hindernisse bei der Einführung eines Intranets zu überwinden sind. 

Interessant finde ich, wie die Autoren die psychologischen Prozesse beschreiben, die bei den Mitarbeitenden in der «Intranet-Einführungsphase» ablaufen.

Phase 1 : Vorahnung – Sorge
Die Mitarbeiter haben von einem neuen Projekt namens «Intranet» erfahren. Sie erleben eine Bedrohung des Status Quo, weil sie nicht wissen, wie sie das Geschehen beeinflussen können.

Phase 2: Schock – Schreck
Mit der öffentlichen Bekanntgabe des Projekts werden alle Befürchtungen auf einen Schlag präsent. Der “Durchschnitts-Mitarbeiter» wird sich jetzt eher passiv verhalten.

Phase 3: Abwehr – Ärger
Nach dem ersten Schreck folgt die Abwehr gegen den Wandel. Die Betroffenen versuchen, das notwendige Ausmass der Veränderung zu leugnen.

Phase 4: Rationale Akzeptanz – Frustration
Nach erfolgloser Abwehr erkennen die Mitarbeiter, dass Veränderung verlangt wird Man versucht, meist noch halbherzig, sich auf kleine Veränderungen einzulassen und überlegt sich Ausweichstrategien.

Phase 5: Emotionale Akzeptanz – Trauer
Der Mitarbeiter fühlt sich niedergeschlagen, weil er erkannt, dass das etablierte Handlungsrepertoire erschöpft ist.  Er fühlt sich überfordert und sieht im Projekt «Intranet» keinen Sinn.

Phase 6: Öffnung – Neugier, Enthusiasmus
Der Weg für eine grundlegende Neuausrichtung wird frei, die Neugier auf einen erweitereten Erfahrungshorizont erwacht.

Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder vielleicht ein paar Phasen übersprungen? Zu jedem Projekt-Stand geben Claus Hoffmann und Beatrix Lang konkrete Handlungs-Tipps. Das wichtigste Gebot, in jeder Phase, ist der Einbezug der Mitarbeiter in die Gestaltung des neuen Mediums. Frühzeitig, konstruktiv und kommunikativ.

Weitere Beiträge zum Thema:
IEX07-Vortrag: Best practices in Intranet-Projekten
IEX07-Vortrag: Nachtrag Intranet-Projekte

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