Kennen Sie die 3-Klick-Regel? Nach dieser wohl bekanntesten aller Usability-Regeln darf der Inhalt einer Webpage nicht mehr als drei Klicks entfernt sein. Ein grosser Anspruch – in der Realität hat er sich jedoch alles andere als bewährt.
Ein gutes Beispiel war im Zeix Usabilty Guide zu lesen: Sie wollen an Ihrem Ferienort die Koffer abholen und suchen auf www.sbb.ch die Öffnungszeiten des Gepäckschalters. Wo also suchen Sie? Ich wette, Sie werden sich ärgern.
Es ist völlig egal, wenn Sie mehr als drei Klicks zu ihrem Ziel brauchen, meinen auch diverse Studien (Beispiel: «Testing the Three-Click-Rule» von Joshua Porter). Viel schlimmer als ein paar zusätzliche Klicks ist die Orientierungslosigkeit. Die Situation, in der Sie überhaupt keine Ahnung haben, wo Sie klicken müssen. Wenn zum Beispiel die Navigationsbegriffe sehr oberflächlich sind. Oder wenn Sie mehrmals den Back-Button benutzen müssen. Oder wenn Sie frustriert sind, weil Sie sich nicht erinnern können, wo Sie die Information das letzte Mal gefunden haben.











Die 3-Klick-Regel ist auch mehr als Metapher zu sehen. Eben um die Orientierungslosigkeit zu vermeiden. Die Anzahl (quant) ist dann irrelevant, wenn sich der Anwender auf dem positiven Weg der Erfüllung seines Zieles wähnt. Dann zählt er nicht mit.:o)
Klar gehören die Reisenden zu der Hauptzielgruppe der SBB-Website, doch ich nehme an das weniger als 1% aller Besucher der sbb.ch-Website die Öffnungszeiten eines Gepäckschalters suchen. Dementsprechend erachte ich dieses Beispiel für die Beurteilung der Usability der sbb.ch-Seite als nicht gerade aussagekräftig.
Von der Startseite von SBB ein Klick auf die Suche, im Suchfeld ‘Öffnungszeiten Gepäckschalter’ eintippen und ich habe die gesuchte Seite auf Platz 3 der Resultate. Dementsprechend ist es eher eine Frage der Sichtweise ob die 3-Klick-Regel erreicht ist oder nicht.
@Claus: Genau, das Wissen, auf dem richtigen Weg zu sein, lässt die User die Anzahl Klicks vergessen.
@Gian-Franco: Klar, eine gute Suchfunktion kann eine weniger gute Navigation überspielen, macht sie aber meiner Meinung nach nicht überflüssig. Zurück zum Beispiel SBB: Wenn ich nach “Öffnungszeiten Gepäckschalter” suche, kommt bei mir die relevante Ergebnisseite auf Platz vier. Unter “Kofferschleppen adieu” erscheinen mir die Öffnungszeiten etwas versteckt. Und von den örtlichen Öffnungszeiten erfahre ich auf dieser Seite immer noch nichts.
Es ist schon krass zu sehen, wie stark das Internet uns und unser alltägliches Tun verändert hat. Wer hätte das vor ca. 10 Jahren gedacht.
Ja, das Internet ändert vieles. So stark sogar, dass die dt. Bahn für den Kauf von Tickets von Mensch zu Mensch extra Gebühren erheben wollte. Parallel aber Kurse an Volkshochschulen unterstützen möchte, die erklären wie die Automaten funktionieren…:o)