Anzeichen von Online-Sucht

 

 

man_desktop1.jpgKürzlich war ich bei einem Kollegen zum Essen eingeladen. Und konnte es kaum glauben: Noch während meines Besuchs war dieser Mensch in ein Online-Chat verstrickt. Alle zwei, drei Minuten rannte er zum Computer. Ist dieser Mensch online-süchtig?

Die Medien sprechen von Online-Sucht. Doch was heisst das? Wo liegt die Grenze zwischen der Faszination fürs Internet und Abhängigkeit davon? Wann läuft jemand Gefahr, ins Internet “abzustürzen”?
Pro Juventute nennt einige einige Anhaltspunkte:
- Computer und Internet werden so wichtig oder sogar wichtiger als die reale Welt und die Menschen
- Die Gedanken sind ständig beim Internet, auch wenn man offline ist
- Der übermässige Internet-Konsum wird verharmlost oder heruntergespielt
- Die Internet-Nutzung führt zu Schlafmangel, und die für das Netz aufgewendete Zeit kann selbst kaum mehr kontrolliert werden
- Nervosität und Gereiztheit treten ein, wenn das Internet einmal nicht verfügbar ist.

Übrigens, der potenziell online-süchtige Mensch meldete sich nach meinem Besuch noch einmal bei mir, natürlich per Chat. War interessant mit dir. Treffen wir uns wieder? Erst, wenn sein Computer aus ist.

 

Kategorien:
Dies & Das, Kommunikation

4 Kommentare zu Anzeichen von Online-Sucht

  1. Markus Väth schrieb:

    Ob er süchtig ist, lässt sich aus der Ferne natürlich schwer beurteilen. Vielleicht war es auch nur sein “neues Spielzeug”.

    Wie lange haben Sie das Gerenne akzeptiert bzw. haben Sie irgendwann gesagt: “Jetzt ist Schluss” ? Das wäre auch unter suchtpräventiven Gesichtspunkten – Stichwort Grenzziehung – hilfreich gewesen. ;)

  2. Björn Schneider schrieb:

    Sucht hin oder her, wenn der Computer Bereiche beeinflußt oder eben sogar beeinträchtig, in denen er definitiv nichts zu suchen hat, ist es echt schon zu weit.
    Hierzu verweise ich auf eine nette Geschichte in Jonathan Franzens Buch “Anleitung zum Einsamsein”, wo es nicht um den Verlust der Privatsphäre geht, sondern um den Verlust der “Öffentlichkeitsphäre”. Durch Computer und Handys müssen wir uns zunehmend mit Dingen anderer Menschen auseinandersetzen, die wir gar nicht wissen wollen. Viele merken das gar nicht mehr…

  3. Sophie Graf schrieb:

    Hallo Markus,
    klar habe ich ihm gesagt, dass mich das Chatten nebenher stört. Aber für mein Gegenüber war dies irgendwie kein Thema. Vielleicht fand er mich hysterisch? Oder vielleicht habe ich auch tatsächlich übertrieben und zu schnell über ihn geurteilt (“süchtig”) ? Möglich..

    @Björn, alle reden vom Verlust der Privatsphäre, Jonathan Franzen denkt einfach eimal um die Ecke. Interessanter Gedanke, wenn auch nicht völlig neu, oder?

  4. Im ersten Moment schoss mir auch der Gedanke “eindeutig süchtig” durch den Kopf, als Du über den Bekannten schriebst.

    Ich denke aber, ich müsste den Menschen kennen, um wirklich eine Beurteilung der Situation abgeben zu können. Vielleicht hat er auch kurz davor einen besonders interessanten Menschen im Chat getroffen oder wollte noch dringend etwas mit jemandem klären. Etwas, das nicht bis zum nächsten Tag warten konnte…

    Vielleicht schickst Du Deinem Bekannten ja mal den Link zum Suchttest der Suchtprävention Kanton Zürich: http://suchtpraevention.sylon.net/angebote_suchtpraevention/internet/internet_konsum.php

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