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Liveblog: Peter Hogenkamp berichtet von der Kommentarfront

beatzgraggen internetbriefing, foto denis nordmannHier der zweite Bericht vom heutigen Internet-Briefing mit Live-Bild geschossen von Denis Nordmann. Weitere werden folgen, aber wohl nicht alle gleich noch heute (-: Peter hat mit Blogwerk wohl den grössten Blog-Erfahrungsschatz in der Schweiz. Deshalb sind seine Anstösse zum Umgang mit Kommentaren sehr wertvoll.

Im November erreichen alle Blogs des Online-Verlags Blogwerk etwas über 500000 Seitenaufrufe – im Oktober waren es noch auf rund 300000. Im Schnitt gehen rund 5000 Kommentare pro Monat ein – das entspricht gemäss Peter rund 3 Kommentaren für jeden geschriebenen Beitrag. Wobei dieser Durchschnitt nichts aussagt; der Kommentarfluss verteilt sich nicht gleichmässig auf alle Inhalte.

Kaum Löschbedarf – und Löschung offen legen
Interessant: Seit dem Start im letzten Jahr mussten weniger als zehn Kommentare wirklich gelöscht werden. Und wenn Peter das macht, dann schreibt er das in den Kommentarfluss rein: «Wir haben hier einen Kommentar rausgelöscht – weil er ((rechtlichen Vorschriften)) widersprochen hat.» Oder: «Aus dem voran gegangenen Kommentar habe ich einen Teil gelöscht, weil er eine persönliche Beleidigung enthalten hat.»

Das hat mich ehrlich überrascht – werden damit entsprechende Kommentatoren nicht noch mehr angestachelt und versuchen erneut mit «giftigen» Beiträgen reinzukommen? «Nein», sagt Peter, «meine Erfahrungen damit sind sehr gut.»

Was löst Kommentare aus?
Die Hitliste aus Verlagsblogger-Sicht:

1. Aktualität
Blogwerk hat die Einstellung von Cash sehr früh publizieren können, und gleich waren 76 Kommentare da. Die News war sehr überraschend, mit Emotionen verbunden und sehr aktuell.
2. Emotionalität
Zum Beispiel das Blog von Hugo Stamm zum Thema Sekten, beim Tages Anzeiger. Das Thema ist emotional – und aus meiner Sicht bewegt es eine sehr aktive Gruppe von Interessenten. Mit hoher Polarität zwischen Befürwortern und Gegnern.
3. Agenda Setting
Das ist natürlich nur möglich, wenn man innerhalb der Bloggerszene eine gewisse Marktposition hat.
4. Bekanntheit
Wer berühmt ist als Blogger, der zieht viele Leser an und gibt Kommentatoren eine interessante Plattform.

Und was sind die Kommentarkiller?

1. Registrationszwang
2. Echter-Name-Zwang (Verifizierung von Name und E-Mail)
3. Kommentare löschen
4. Kommentare nicht beantworten
5. Über Kommentare erhaltene Korrekturen nicht in Beiträge aufnehmen
6. Kommentare falsch beantworten, scharf reagieren, sich lustig machen

Eine wichtige Erfahrung: Kommentatoren sind mächtiger als Leserbrief-Schreiber – das Verbreitungsmonopol ist geöffnet. Kommentare sind öffentlich, bleiben im Web bestehen, können gegoogelt werten. Peters Schlusswort trifft das Fazit: «Der Kommentar-Dialog ist toll, aber anderseits auch sehr sehr anstrengend.»


3 Antworten zu “Liveblog: Peter Hogenkamp berichtet von der Kommentarfront”

  1. Liveblogs rund um Kommentare sagt:

    [...] spannende Inputs zum Thema Umgang mit Kommentaren geliefert. Von Roland Zeller / travel.ch, Peter Hogenkamp als Überblogger, der NZZ und Facts 2.0. Über die Links kann man das lesen, was ich schon mal verarbeitet habe. Die [...]

  2. Benutzergenerierte Inhalte - Keine Angst vor dem Kunden sagt:

    [...] nicht verwunderlich, dass einige über den Anlass auch einen Blog-Beitrag verfasst haben. Beim bernetblog wurde ich beim Schreiben sogar mit Foto verewigt… Viele im Plenum waren aktive oder zumindest passive [...]

  3. hogenkamp.com » Blog Archiv » Kommentar-Elitarismus bei NZZ Online sagt:

    [...] Letzte Woche habe ich bei der Internet-Briefing-Veranstaltung “User Generated Content – keine Angst vor dem Kunden” über “Online-Kommentare – mehr als Leserbriefe 2.0″ gesprochen. Ich hatte vorher und nachher ziemlichen Stress wegen einer Art Autopanne, daher hatte ich keine Zeit, etwas darüber zu schreiben. Marcel Bernet hat das dankenswerterweise bei sich gemacht. [...]

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