Marcel Bernet | 19.03.2010

Die Zukunft des Journalismus: Weniger Geld, mehr Meinung

qualitätsjournalistEine US-amerikanische Analyse des Medienjahrs 2009 zeigt den drastischen Rückgang von Inseraten, Auflagen und Arbeitsplätzen. Diese Tendenz setzt sich 2010 fort. Wohin das alles führt, weiss  niemand genau – drei Bewegungsrichtungen sind klar.

Das Pew Research Center bietet eine vorbildliche Sammlung von Daten rund um Medien und Journalismus – in einer Qualität, die auch für die Schweiz wünschenswert ist. Das Zentrum bezeichnet sich auf der Website als «überparteilicher Fakten-Tank», getragen von den gemeinnützigen Pew Charitable Trusts. Über die jährliche Studie «State of the News Media» hat der bernetblog schon anfangs 2009 berichtet: «Wo versteckt sich die Rendite?» bleibt auch in der Studie 2010 Kernthema. Die wichtigsten Daten von 2009 samt den Trends, wie sie durchaus auch für Europa und die Schweiz gelten:

1. Das Geld geht aus
Die Zahlen sind dramatisch: US-Zeitungen haben 2009 in Online und Print zusammen 26 Prozent Werbeumsatz verloren. Der kumulierte Rückgang der letzten drei Jahre liegt damit bei 43 Prozent. Immer noch kommen 90 Prozent der Zeitungseinnahmen aus dem Printbereich. Einzig das Kabelfernsehen konnte im letzten Jahr ein minimales Umsatzplus verzeichnen:

pewresearch change in ad revenue by medium 08-09

Im Vergleich dazu liegen Schweizer Zahlen nur für Print vor. Die Erhebungen von Schweizer Presse/VSW/Wemf zeigen für 2009 ein kumuliertes Minus von 17 Prozent für Print, mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen nach Titeln, Regionen und Art der Inserate. Dieser Auszug ist der Wemf-Januarstatistik (PDF-Link) entnommen:

wemf inseratestatistik januar 2010

Es geht uns also noch deutlich besser als den Verlagskollegen in den USA – trotzdem steckt in diesem Fazit der Autoren die Wahrheit auch für Europa: «Die Industrie muss ein neues Geschäftsmodell finden, bevor das Geld ganz zu Ende geht.»

2. Mehr Plattformen, weniger Aufmerksamkeit
Diesbezüglich ist die Entwicklung in den USA ein ganzes Stück weiter – und wird uns Europäern mit den vielen sprachregionalen Abgrenzungen und den kleinräumigeren Märkten immer voraus bleiben. Immer mehr nicht-klassische-Verleger drängen mit Inhalten aufs Web. Auf einer Seite des Spektrums stehen mitschreibende User mit privaten oder politischen Interessen, früher nur als «Leserin und Leser» bekannt. Auf der anderen buhlen journalistisch ausgerichtete Plattformen wie Politico, Huffington Post, ProPublica, Kaiser Health News oder Global Post um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Irgendwo dazwischen stehen Aggregatoren von Yahoo über MSN bis GoogleNews.

Da weiss der geneigte Leser nicht mehr, wohin gucken. Von der beschränkten Zeit wird überall ein bisschen weniger verteilt, niemand mehr hat einen einzigen bevorzugten News-Kanal – siehe dazu auch den Beitrag «Newskonsum: Internet rückt vor». Das drückt auf die Anzeigenpreise und die Auflagen – dazu eine letzte schlimme Kurve zu Tages- und Sonntagszeitungen in den USA:

pewresearch newspaper circulation 03-09

3. Mehr Meinung, mehr Sofortberichte
Die Pew-Studie zeigt auf, dass der Mehrinhalt auf diesen Plattformen vor allem mehr Meinung bringt. Original recherchierte Artikel kommen immer noch in erster Linie aus den Online-Angeboten der traditionellen Verlage. «Unsere langfristige Auswertung von mehr als einer Million Blogs und Social Media Seiten zeigt zum Beispiel das 80 Prozent der dortigen Links auf die Online-Seiten klassischer Medienhäuser führen.» Meinung verdrängt die Recherche, bezieht sich aber gleichzeitig gerne auf die inhaltlichen Vorleistungen.

Ebenso bedrängt wird die Recherche vom Echtzeit-Rausch der Absender und Empfänger. Jedes Medium will die News zuerst im Web haben, da bleibt keine Zeit für Rückfragen. Flatterhafte News-Empfänger wechseln ihre Favoriten, wenn der Bericht über eine Unternehmensfusion auf der einen Plattform zuerst steht. Zu recht sieht Pew als Folge immer mehr Instant-News, die unreflektiert aus PR-Quellen oder Social Media Diskussionen übernommen werden.

Die «Alten» sind noch die Grössten – wie weiter?
Alle diese Beobachtungen blicken auf einen vorbei ziehenden Lavastrom. Noch ist er keineswegs erkaltet. Er zerstört lieb gewordene Denkmuster, Geschäftsmodelle und journalistische Praktiken. Das Neue, das aus dieser Zerstörung wachsen wird, erscheint ungewiss bezüglich Finanzierung und Akzeptanz. Interessant ist, dass bei aller Aufmerksamkeit für das Neue die klassischen Medienanbieter immer noch eine herausragende Rolle spielen: 67 Prozent der meistbesuchten News-Seiten gehören «alten» Verlegern.

Die Zeit läuft aus, das Geld wird knapp. Gespart und rationalisiert wird in der Produktion von Inhalten. Journalismus wird schneller, meinungsorientierter und in vielen Fällen unreflektierter, näher an den Newsquellen aus Wirtschaft, Kultur, Politik, Tagesgeschehen. Es macht wenig Sinn, sich gegen diese Entwicklung zu stemmen. In der Grundrichtung wird sie sich durchsetzen.

Nischen für Qualität und mehr Kooperation
Verleger tun gut daran, Gefässe für Recherche und Reflektion weiterhin zu pflegen – in Nischen werden diese Inhalte sehr gefragt sein und sie werden als Orientierungs-Leuchtfeuer dienen. Denn der Newskonsument von morgen wird noch überforderter sein in seiner Quellenwahl als er es heute ist. Sprunghaft wird er trotzdem bleiben. Von eminenter Bedeutung ist die Zusammenarbeit der Verleger in allen Bereichen, die über den Redaktionsraum hinausreichen. Das verlangt ein schmerzhaftes Umdenken. In diese Richtung weisen das E-Reader-Projekt von Swisscom, NZZ, Ringier, tamedia und Orell Füssli oder die im Aufbau befindliche Online-Bezahlplattform Journalism Online in den USA.

Dieser Artikel erschien auch auf NZZ Online / Extrablog.

Sonja Stieglbauer | 17.03.2010

Abstimmungskampagnen mit wenig Wirkung

Collage Politische Plakate von politischesplakat.blogsport.deDer Politologe Hanspeter Kriesi hat untersucht, ob und wie Abstimmungskampagnen das Schweizer Stimmvolk beeinflussen. Seine Aussage: «Je intensiver eine Kampagne geführt wird, umso besser orientiert stimmen die Leute ab.»

Kriesi glaubt, dass Fernsehen, Zeitungen, Internet und Inserate das Stimmvolk stärker beeinflussen als Plakate. Umstimmende und manipulierende Effekte stellt er selten fest.

Das für die Kampagne eingesetzte Geld bestimmt den Ausschlag dann, wenn die Volksentscheide knapp gefällt werden. Für den Abstimmungserfolg ist gemäss Kriesi entscheidend, welche Koalitionen dahinter stehen und weniger die Kampagne.

Eine Zwickmühle sind die provokativen Plakate der SVP. Die anderen Parteien können sie ignorieren und «damit stillschweigend legitimieren» oder sich distanzieren und eine öffentliche Diskussion auslösen, wie in der Vergangenheit geschehen.

Ein Trend zu professionell geführten Kampagnen jenseits der SVP zeichnet sich gemäss der Studie nicht ab. Ich vermute, dass Kriesi hier irrt: Über Social Media können professionelle Kampagnen auch von denen betrieben werden werden, denen weniger Geld zur Verfügung steht. Eine Strategie, gute Ideen und Zeit braucht es natürlich weiterhin.

Interview mit Hanspeter Kriesi

Marcel Bernet | 16.03.2010

News sind sozial

zeitungsleser In den USA werden Nachrichten immer stärker Online und mobil abgerufen. Soziale Netzwerke werden für News-Anbieter so wichtig wie Suchmaschinen – Plattformen wie Facebook werden zum Bazar für News.

Anfang März publizierte das Pew Research Center die lesenswerte Studie «The New News Landscape». Sie zeigt, dass bereits ein Drittel der US-Amerikaner/innen News übers Mobiltelefon lesen. Das Internet ist nach dem Fernsehen die zweitwichtigste Quelle für Nachrichten, die Mehrheit der Befragten nutzt täglich bis zu sechs verschiedene Newszugänge, siehe «Newskonsum: Internet rückt vor» mit einem Vergleich USA/Schweiz. Interessant sind die sozialen Aspekte im Umgang mit Nachrichten:

Soziale Netzwerke auf News-Empfang
Wie werden News empfangen? Ganze drei Viertel der Online-News-Lesenden geben an, dass sie Neuigkeiten via E-Mail und / oder Einträgen auf Sozialen Netzwerken erhalten. Der Austausch via E-Mail und Netzwerke kombiniert ist also sehr gross. Dabei geht es den Empfängern wie uns allen: 38 Prozent lesen alle erhaltenen Sendungen, 37 Prozent einen Teilen, 23 Prozent haben selten die Zeit dazu.

Noch spannender wird diese Zahl: 23 Prozent der Benutzer von Sozialen Netzwerken, die News Online lesen, verfolgen Journalisten oder Medien auf Plattformen wie Facebook.

Die grosse soziale News-Verteilmaschine
Was tun die Empfänger mit Neuigkeiten? Die Hälfte der Internet-Newskonsumenten gibt Inhalte via E-Mail weiter, ein Viertel kommentiert. An dritter Stelle folgen wiederum die Sozialen Netzwerke: 17 Prozent geben an, einen Link zu einer Nachricht erfasst zu haben, ergänzt mit ihren Gedanken. 11 Prozent setzen Tags oder Schlagworte zu Einträgen, kategorisieren sie in ihren Linksammlungen. Nur 9 Prozent schreiben selbst Beiträge, posten eigene Videos oder Bilder. Twitter als kürzeste Form des Weiterleitens von Links und News erreicht 3 Prozent.

was machen internet user mit news

Soziale Netzwerke so wichtig wie Suchmaschinen
Im Vordergrund des Mitmachweb stehen das schnelle Weiterverbreiten und Kommentieren. Soziale Plattformen wie Facebook werden in zunehmenden Masse zum persönlichen Nachrichtenbazar. Hier verbringen Web-Nutzer sowieso viel Zeit, sie lesen also auch noch gleich ihre Lieblingszeitung und die News-Tipps von Freunden. Sie beteiligen sich am Kommentargespräch, geben ihre Sicht der Dinge am liebsten über Links an andere weiter.

News waren schon immer sozial, Märkte schon immer Gespräche. Jetzt werden sie zunehmend Online geführt. Und weil die Teilnehmenden nicht überall präsent sein können, verweilen sie lieber ein wenig länger zwischen E-Mail und Facebook.

Soziale Netzwerke erhalten für den Empfang und die Weiterverbreitung von News eine ähnlich hohe Bedeutung wie Suchmaschinen.

Marcel Bernet | 15.03.2010

Newskonsum: Internet rückt vor

zeitungsleser In den USA werden Nachrichten zunehmend online gelesen. Ein Vergleich mit neuesten Schweizer Daten zeigt, dass Zeitungen und Radio weiter Anteile verlieren dürften.

Anfang März publizierte das Pew Research Center die lesenswerte Studie «The New News Landscape», kurz darauf erschien die «Kommtech-Studie 2010» (leider nur in Auszügen veröffentlicht) von Igem und Publica Data. Beide dokumentieren die laufende Veränderung der Mediennutzung und erlauben in Teilbereichen einen interessanten Ländervergleich.

USA: Internet liegt vorne, Zeitung am Schluss
Heute führen viele Wege nach News: Die Hälfte der US-Amerikaner/innen nutzt täglich bis zu sechs verschiedene Medienplattformen. An der Spitze der Nennungen steht dabei im Fernsehland immer noch ein lokaler oder nationaler TV-Sender mit Nennungs-Anteilen von 78 respektive 73 Prozent. Gleich darauf folgt das Internet mit 61 Prozent. Das Radio erreicht nur noch 54 Prozent der Nennungen, die lokale Zeitung 50 und nationale Zeitungen wie USA Today oder die New York Times 17 Prozent.

Damit heisst die Rangfolge für den Newskonsum in den USA: TV, Internet, Radio, Zeitung. In der Schweiz heisst sie: TV, Radio, Zeitung, Internet.

newskonsum_usa_ch_2010_bernetblog

Noch umgedrehtes Bild in der Schweiz
Die Zahlen der Kommtech-Studie sind leider nicht detailliert zugänglich, im NZZ-Artikel vom 9. März listet Rainer Stadler folgende Zahlen: Als Quelle für tagesaktuelle Infos nennen 77.1 Prozent das Fernsehen, 71.5  das Radio, 68.4 die kostenpflichtige Tageszeitung, 52.7 die Gratiszeitung, 45.6 das Internet und 41.2 den Teletext. So, wie sich in der Schweiz die Mehrfachnennunen für gekaufte und Gratiszeitung nicht addieren lassen, sind auch die lokalen und nationalen Zeitungswerte in den USA nicht summierbar. Deshalb verwendet die Grafik in beiden Fällen den jeweils höheren Wert einer Teilgattung.

Fernsehen und Internet rücken zusammen
Muss die Schweiz den selben Weg gehen wie die USA? Keineswegs. Aber für mich ist ganz klar: Die Richtung Verschiebung ist gegeben. Die gedruckten Zeitungen werden weiterhin Anteile verlieren, das Internet wird sich an die Spitze vordrängen. Interessant wird, wie sich das Fernsehen weiter entwickelt – wenn immer mehr TV übers Mobiltelefon und über Laptops oder Tablets konsumiert wird, dann rücken Fernsehen und Internet für die Benutzer noch näher zusammen. Dasselbe gilt für Fernseher, die surfen können. Werden die TV-Stationen mit ihren ausgebauten News-Angeboten die Doppelnutzer abholen oder die Online-News von klassischen Printverlegern?

Dieser Artikel erschien auch auf meinem Extrablog für NZZ Online.

Dominik Allemann | 12.03.2010

WM Südafrika 2010: Kontrollierter Online-Dialog

FIFA_Logo

Es ist das grösste mondiale (Sport-)Ereignis überhaupt. Und findet 2010 erstmals auf dem afrikanischen Kontinent statt. Die PR-Arbeit bleibt Einweg – im Web findet wenig Dialog statt.

Die Mitglieder der Zürcher PR Gesellschaft liessen sich diese Woche exklusiv – und gar von Sepp Blatter himself persönlich begrüsst – in die Geheimnisse der FIFA-PR einweihen (Bildbericht dazu ist in Arbeit). Erste und wichtigste Erkenntnis: Die grösste und mächtigste Sportorganisation kocht auch nur mit (wenn auch mit kostbarem) Wasser. Die grösste Herausforderungen sind logistischer Art: Nicht weniger als 20′000 Medienschaffende werden vor Ort akkreditiert und betreut.

Dialog: ja, aber
Wie geht die FIFA mit dem Online-Dialog um? Die gute Nachricht zuerst: Bereits heute ist mit dem Kapitel «Nachrichten» ein vorbildlicher, umfassender  Newsroom eingerichtet. Mit Nachrichten, Gerüchten («Ballgeflüster»), Foto- und Videogalerie etc.:

fifa newsroom
Offensichtlich bleibt dieser Dialog bewusst auf die unverfänglichen Themen des Spiels und seiner Akteure beschränkt. So können unter «Ihre Meinung zählt» wohl WM-Erinnerungen, Tipps und Analysen ausgetauscht werden – die richtig spannenden Kontroversen wie die Torlinientechnologie oder der harzende Ticketverkauf in Südafrika bleiben aber unangesprochen.

Social Media: noch nicht
Bei der Integration von Social Media Elementen bleibt die FIFA bei Anfrage vage: Es seien erste Massnahmen und Tests geplant – Südafrika sei jedoch noch zu früh für eine umfasssende Integration von Twitter, Facebook und Co.. Interessant der Umgang im Web mit den Medien. Noch vor der WM wird ein umfassendes Online-Mediencenter eingerichtet (heute noch nicht online). Dieses steht allerdings nur akkreditierten Medienschaffenden via LogIn offen – der Bloggergemeinde wird dieser Mediencorner also verschlossen bleiben.

Die FIFA bleibt damit das grosse, mächtige, unantast- und erreichbare Machtzentrum des Fussballs. Das wird gut gehen, solange die Spiele krisenfrei und die Begeisterung ungebrochen bleibt. Langfristig aber würde Dialog und Offenheit der Positionierung des Sportgiganten gut tun. Schliesslich hätte diese Organisation auch die Ressourcen dazu – alleine im Webteam arbeiten 70 Personen (zugegeben: man sieht es der Seite an). Und während ich mich noch auf das südafrikanische Eröffnungsspiel freue, bin ich darum schon gespannt auf die Austragung 2014 in Brasilien.

Marcel Bernet | 11.03.2010

Social Media Gipfel 3: WEF und Augmented Print

Social Media GipfeliAm 7. April ist es wieder so weit: Zum dritten Mal Morgenstress für Social Media-Interessierte. Diesmal mit Matthias Lüfkens, Till Quack und einem Chefredaktor. Heute wird die Einladung live geschaltet.

Vor dem Morgenstress der Anmeldestress – die Ausschreibung sollte heute nach 12 Uhr live gehen, falls alles klappt. Dann kann man sich auf www.socialmediagipfel.ch anmelden. Auch diesmal werden die 80 Plätze im NZZ Bistro an der Falkenstrasse schnell ausgebucht sein. Kaffee und Gipfeli sind offeriert von der Migros – herzlichen Dank! Die Inhalte:

«Social Media für Grossveranstaltungen: Was bringts?»
Matthias Luefkens, Associate Director World Economic Forum, koordiniert unter anderem alle Social Media Aktivitäten für das jährliche Treffen in Davos. 200′000 User haben auf Facebook mitdiskutiert, eindrückliche YouTube-, Twitter-, Flickr-, MySpace- und Livestream-Resultate listet der Forumblog.

Was will das WEF mit diesem Einsatz erreichen? Wie wird er strategisch ausgerichtet und koordiniert? Wieviele Leute arbeiten daran und was kostet das alles?

«Augmented Print: Mit Bilderkennung vom Papier zu Social Media.»
Till Quack, CTO und Mitgründer kooaba, und der Chefredaktor einer führenden Schweizer Online-Zeitung nutzen den Social Media Gipfel zur Vorstellung eines neuen Dienstes. Und weil das dann alles ganz neu ist, bleibt der Co-Referent noch geheim. kooaba ist ein Spinoff der ETH und zählt zu den Pionieren im Bereich Augmented Reality.

Wo liegen die heute umsetzbaren und zielführenden Anwendungen für Augmented Reality? Welche Ziele will die Online-Zeitung damit erreichen, was sind die Learnings aus der Entwicklungsphase?

Der Social Media Gipfel ist eine gemeinsame Initiative von Peter Hogenkamp, blogwerk, und Marcel Bernet, Bernet_PR.
bernetblog-Beiträge zu den bisherigen Gipfel-Inhalten.

Sabine Betschart | 10.03.2010

Verweildauer in Sozialen Netzwerken steigt massiv

spinnennetz_soziale_netzwerkeDie monatliche Verweildauer in Sozialen Netzwerken ist sehr hoch.  Die Zahlen sind 2009 weiter angestiegen – Facebook ist die beliebteste soziale Plattform.

The Nielsen Company, führend in Markt- und Marketingforschung in den USA, veröffentlicht Zahlen zur Nutzung von Sozialen Netzwerken. Erfasst wurden dabei Daten zu Facebook, Myspace, LinkedIn, Classmates, Twitter, Blogs, Online Games und Instant Messaging in den USA, England, Australien, Brasilien, Japan, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und der Schweiz.

Monatliche Verweildauer um 82 Prozent gestiegen
Nutzer verweilten 2008 durchschnittlich drei Stunden monatlich auf sozialen Netzwerken. Diese Zahl ist im Dezember 2009 massiv angestiegen auf mehr als fünf Stunden im Monat.

Facebook globale Nummer eins
Die längste Besuchszeit verzeichneten die Sozialen Plattformen und Blogs. Gefolgt von Online Games und Instant Messaging. Dabei liegt Facebook klar auf dem ersten Platz – 67 Prozent aller Nutzer von Sozialen Plattformen besuchten Facebook. Im Dezember 2009 zählte Facebook weltweit 206,9 Millionen Nutzer – das entspricht ungefährt der Einwohnerzahl Brasiliens.

Australier nutzen Soziale Netzwerke am häufigsten
Für die nachstehende Auflistung wurden Anzahl Nutzende und Verweildauer in den Ländern erfasst, bezogen auf Soziale Netzwerke und Blogs. Die USA weist die meisten Nutzende aus:  142 Millionen (fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung). Die Schweiz zählt am wenigsten Aktive: 2,5 Millionen. Am meisten Zeit damit verbringen die Australier, am wenigsten die Japaner. Mehr zu den Schweizer Facebook-Usern und Verweildauer im Beitrag Facebook User Schweiz vom 21.1.2010 .

Unique Visitors und Verweildauer Social Media

Seichte Unterhaltung oder Teilen von interessanten Inhalten?
Mich erstaunt die niedrige Zeitinvestition der Japaner – diese gelten als «immer mobil». Die durchschnittliche Verweildauer von fünfeinhalb Stunden im Monat erscheint mir hoch. Auf einen Tag ausgerechnet sind das elf Minuten Zeitinvestition in Soziale Netzwerke (inklusive Wochenende). Spannend wäre herauszufinden, was Nutzende suchen, entdecken und teilen. Werden die elf Minuten täglich investiert in Voyeurismus oder ins Weiterverbreiten und Teilen von intellektuellen Inhalten?

Vollständiger Artikel auf nielsenwire: Led by Facebook, Twitter, Global Time Spent on Social Media Sites up 82% Year over Year.

Lilly Anderegg | 09.03.2010

Fasten fürs Gehirn

SprechblaseWir haben es verlernt, uns zu konzentrieren. Still zu sitzen und zu denken, ohne für eine Maschine erreichbar zu sein, ist fast unmöglich geworden.

Wir reagieren auf das klingelnde Handy, auf Gespräche, auf alles, was um uns herum passiert. Nichts müssen, aber alles können – damit hat Ikea vor Jahren Werbung gemacht. Der Spruch ist mir geblieben, das «müssen» leider auch. Aber ich bin nicht alleine. Immer häufiger stosse ich auf Stimmen, die Ferien vom Lärm und Entschleunigung einfordern.

Spannend daran finde ich den Gedanken, dass Kreativität und Entwicklung nur in Phasen der Ruhe möglich sind. Geht es nur mir so, dass ich mich vom Datenstrom abhängig fühle wie eine Süchtige: gleichsam gereizt und gehetzt? Um Sie nicht zu überfordern, setze ich darum hier und jetzt einen Punkt. Und lasse andere weiterreden, während ich mich mit Ohropax zurückziehe. Ruhe.

Die spannendsten Zitate zum Thema:

Frank Schirrmacher (Tages-Anzeiger, 29.11.2009):

  • Multitasking ist die schlimmste Praxis unserer Zeit. Sie vermanscht das Gehirn.
  • Wenn Sie keine SMS mehr schreiben und kein Internet mehr benutzen, dann partizipieren Sie nicht mehr an der Welt.
  • Das Lesen auf dem Papier wird eine ganz neue Rolle bekommen: Es wird eine therapeutische Funktion haben – in der Wirkung das Hirn verbessern.

Ernst Pöppel (Zeit Online, 18.02.2010):

  • Viele Menschen haben es verlernt, die Stille als das zu begrüssen, was sie ist: eine Erholungsreise für das Gehirn.
  • Wenn ganz Deutschland jeden Tag für eine Stunde nicht kommunizieren würde, dann hätten wir den grössten Innnovations- und Kreativitätsschub, den man sich vorstellen kann.

Alain de Botton (The School of Life, 01.03.2010):

  • To sit still and think, without succumbing to an anxious reach for a machine, has become almost impossible.
  • We are continuously challenged to discover new works of culture – and in the process don’t allow any one of them to assume a weight in our minds.
  • The need to diet is something we have to relearn in relation to knowledge, people and ideas. We require periods of fast in the life of our minds no less than in that of our bodies.

Fühlen Sie sich von der unendlichen Fülle an Informationen unter Druck gesetzt, weil Sie glauben, Sie müssen sie alle aufnehmen, um in Ihrem Job Schritt zu halten? Erfahren Sie nächste Woche an dieser Stelle, ob Sie E-Mail-süchtig sind – und was sie dagegen tun können.

Mehr zum Thema im bernetblog:

Kontrolle übers Denken zurückgewinnen, 25.01.2010
Zählen Sie schon die Tweets bis zum Wochenende?, 23.07.2009
Stille: 5 Tipps zum Abschalten, Anstoss-Newsletter, 11.2008

Marcel Bernet | 08.03.2010

Zensekunden: Märzwinter in Zürich

frauschneeAm Samstag zwangen tanzende Schneeflocken die Stadt zur Entschleunigung. Zürich steht vor einer Winterwoche.

Schnee war angesagt, aber mit so viel hatte niemand gerechnet: Die einen klagten über das Verkehrschaos und ausfallende Busse, ich genoss einen Winterspaziergang. Die Stadt mit ihrer ganzen Hektik erschien plötzlich als ruhige, gemütliche Schneelandschaft. Der Schnee wird uns diese Woche erhalten bleiben, bei Sonne und tiefen Temperaturen. Als kurzes Intermezzo vor der nächsten Runde Richtung Frühling.

In der Nähe unserer Büros blicken seit 1935 zwei Damen auf den Platz, wo damals der Kartoffelmarkt stattfand. An der Ecke Rämistrasse / Waldmannstrasse – mehr zum Schalenbrunnen auf Wikipedia.

Dominik Allemann | 05.03.2010

Was ist eigentlich: …das Internet der Dinge?

HumansDieser Megatrend ist noch nicht in unserem Bewusstsein angekommen: Das Internet öffnet sich – und vernetzt virtuelle mit realen Welten: das «Internet der Dinge».

Warum haben sich «Second Life» & Co. (noch) nicht durchgesetzt? Weil wir Nutzer/innen diese künstliche, virtuelle Welten – die noch nie rund und reibungslos funktionierten – nicht mit unserem «richtigen Leben» verbinden konnten. Das «Internet der Dinge» hingegen verknüpft die Informationen von Dingen – mit weitreichenden Konsequenzen auf betriebswirtschaftliche Prozesse und Konsumverhalten.

Die kommunikative Intelligenz «der Dinge»
Die Daten sind jetzt nicht mehr auf unseren Desktop- oder Mobil-Geräten präsent – sondern in «den Dingen». Die Datenübertragung erfolgt via RFID-Chip (Radio Frequency Identification). Er wird mikroklein auf Produkte, Gebäude, Menschen, Tiere geklebt und erfasst und sendet berührungslos Daten. Diese Transmitter ermöglichen die Verbindung von Waren mit ihrer Umgebung und geben ihr damit Intelligenz. Der Kühlschrank bestellt fehlende Waren, das Bibliotheksbuch wird automatisch ausgecheckt, die Supermarktartikel generieren Produktempfehlungen.

Privatheit oder Bedienernutzen – ein Dilemma
Die Technologie ist heute noch aufwändig, teuer und natürlich umstritten. Die Zeit wird diese Hürden senken; in der Logistikbranche ist die Technologie schon weit verbreitet, die Kosten werden sinken und der Konsumentenwiderstand wird am Bedienernutzen bröckeln. Schon heute ist unser Umgang mit Kredit- oder Kundenkarten recht locker. Eine ganze Reihe von anschaulichen Anwendungen beschreibt der 3Sat Dokfilm – hier als YouTube-Dreiteiler abgebildet und verlinkt. Er zeigt deutlich: Virtual Reality ist echt passé. Die Zukunft gehört dem «Internet der Dinge».

Mehr Infos:
3Sat «Das Internet der Dinge» auf YouTube: Teil 2, Teil 3
bernetblog.ch: «Zukunft der Privatheit: Der Mensch 3.0 unter voller Kontrolle»

Weitere Beiträge in der Reihe «Was ist eigentlich: …:
…ein/e PR-Berater/in?»
…Cloud Computing?»
…ein Screencast?»
…das Semantic Web?»
…Web Compliance?»
…Twitter?»
…ein Social Press Release?»
…ein Widget?»
…die Craigslist?»

Lilly Anderegg | 04.03.2010

Vom Social Web zum Erfinder-Web

IdeeKreativität ist ja nicht jedermanns Sache. Eine gute Möglichkeit, den Ideenfluss trotzdem in Gang zu setzen, ist Atizo.

Momentan ist das Internet vor allem eine immer grösser werdende Menge an Informationen. Diese Masse an Daten in neue Ideen umzuwandeln wird eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre sein, ist Kreativitätsforscher Edward de Bono überzeugt.

Crowdsourcing macht’s möglich
Mit dem Aufschwung des Web 2.0 erlebt der freie Wissenstransfer zwischen Unternehmen und dem Rest der Welt seinen Durchbruch. Soziale Internet-Netzwerke sind in der Lage, Menschen mit ähnlichen Interessen oder schlicht Probleme und Problemlöser zusammenzubringen, siehe Artikel Genies für lau (WirtschaftsWoche). Auf der Schweizer Innovationsplattform Atizo etwa können Unternehmen Fragestellungen ausschreiben. Die Besucher von Atizo antworten mit eigenen Ideen oder bewerten die bereits gesammelten Vorschläge. Zum Beispiel fragt die Kiosk AG wie der Kiosk der Zukunft aussehen könnte, Caotina interessiert sich für die Vermarktung ihres Schokoladendrinks und BioSuisse sammelt Ideen für Convenience-Bioprodukte.

Wie funktioniert das Public-Online-Brainstorming?

  1. Unternehmen formulieren ein Ideen-Briefing und legen eine Prämie fest.
  2. Die User sammeln möglichst viele Vorschläge, sie diskutieren und bewerten die Einfäll untereinander.
  3. Unternehmen wählen die besten Ideen aus und verteilen die Prämie. Einzelne Vorschläge können bei Bedarf in geschlossenen Teams online weiterentwickelt werden.

Atizio Innovationsprozess

Kreativitätsspritze Atizo
Mir hilft Atizo, selbst auf Ideen zu kommen. Wenn ich mich durch die verschiedenen Projekte und Lösungsvorschläge lese, kommen mir dabei die besten Ideen für meine eigenen Projekte. Das geht auch ohne (kostenlose!) Registrierung.

Start-up aus Bern
Atizo wurde 2008 von Absolventen der Universität Bern gegründet. Seither hat Atizo über 50 Projekte durchgeführt und zählt rund 6’000 registrierte User. Im Unterschied zur Bieler Brainstore findet die Ideensuche bei Atizo nur über das Internet statt.

Weiterführende Artikel:
- Der Bund: Die Ideensammler aus Bern (09.02.10)
- io new management: Die Kreativität steigern: Open Innovation mit Web Communities (21.05.09)

Marcel Bernet | 03.03.2010

USA: Top-Unternehmen nutzen Blogs und Twitter

Laptop MegaphoneDie grössten amerikanischen Unternehmen bauen ihr Social Media Engagement aus. Twitter wird bereits stärker genutzt als Blogging, Video-Beiträge nehmen stärker zu als Audio-Podcasts.

Die Society for New Communications Research veröffentlicht diverse Studien rund um Online-Kommunikation. Ende Februar publizierte sie die zweite Ausgabe ihrer «Untersuchung zur Entwicklung des Blogging- und Twitter-Einsatzes unter den grössten US-amerikanischen Firmen» (Original-Studie PDF).

Sehr hohes Blogging-Engagement in den USA
Davon kann Europa nur träumen: Knapp ein Viertel der grössten amerikanischen Unternehmen bloggen – das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Interessant ist der Vergleich zwischen Fortune 500 (Wikipedia) und Inc. 500: Das erste Wirtschaftsmagazin misst private und öffentliche Unternehmen nach Umsatz, das zweite nur private Unternehmen nach Wachstum.

Sind die schnell wachsenden, privaten Unternehmen beweglicher, offener für den direkten Dialog mit Blog-Lesenden? Die Zahlen zeigen in diese Richtung, denn in der 500er-Liste von Inc. führen sagenhafte 45 Prozent ein eigenes Blog – gegenüber 39 Prozent im Vorjahr.

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Auch in der Schweiz werden aus meiner Sicht mehr Unternehmen aktuelle, interaktive Inhalte auf ihren Webseiten bieten. Vielleicht heissen sie Blog, vielleicht sind sie einfach ein Online-Magazin. Je grösser ein Unternehmen, desto eher kann es sich den hohen Aufwand für laufend aktuelle, gut recherchierte Beiträge leisten. Und natürlich haben es die amerikanischen Unternehmen wesentlich einfacher, was den Umgang mit Sprachen anbelangt.

Audio und Video aktiviert die Inhalte
Zurück zu den Fortune 500-Unternehmen: Den grössten Anstieg gegenüber 2008 zeigen Video-Beiträge. Auch die Audio-Podcasts wachsen: 19 Prozent der Unternehmensblogs enthalten Ton-Beiträge, gar 31 Prozent setzen auf Web-Videos. Auch das ein Trend in der Unternehmenskommunikation, der sich aus meiner Sicht verstärken wird.

Twitter überholt Blogging
Zum erstenmal erfasst wurden diejenigen Unternehmen, die ein Twitter-Account führen – und zwar aktiv. In den letzten dreissig Tagen «getweetet» haben 173 Unternehmen. Das sind 35 Prozent der erhobenen Firmen – gegenüber einem Blog-Engagement von 22 Prozent bei Fortune 500.

Twittern ist einfacher als Bloggen, deshalb wird die Zahl der schnellen Micro-Texter in Unternehmen immer etwas höher liegen. Trotzdem sehe ich diesen Kanal als ideale Ergänzung einer Inhalts-Strategie, die auf Blog-Beiträge setzt.

Sonja Stieglbauer | 01.03.2010

Corporate Social Responsability: Den Verbrauchern egal?

Institut für Marken- und KommunikationsforschungWeil Nachhaltigkeit Mode ist, hat die Corporate Social Responsabilty, CSR, an Bedeutung gewonnen. Forscher der deutschen Justus-Liebig-Universität behaupten nun, dass es den Konsumentinnen und Konsumenten egal ist, ob ein Unternehmen soziale Verantwortung übernimmt.

Beispielsweise wollen in Befragungen 50 Prozent umweltverträgliche Putzmittel. Im Supermarkt entscheiden sich aber nur noch 5 Prozent dafür. Auch bei Telefonen oder Kleidern gilt: Im Laden zählen Design und Preis mehr als Sozial- oder Umweltverträglichkeit.

Ganz für die Katz oder den Regenwald muss CSR trotzdem nicht sein. Die Forscher sehen drei wirkungsvolle Strategien:

  • CSR ist mit der Markenidentität verbunden, wie bei Bodyshop.
  • Gesellschaftliches Engagement wirkt ergänzend; Beispiele sind Volvic oder Krombacher.
  • Es ist den Verantwortlichen eines Unternehmens einfach wichtig, so wie das bei Würth der Fall ist. An Profit im Schraubengeschäft denkt man beim kulturellen oder sozialen Einsatz weniger.

Für mich gibt es noch ein weiteres Argument: Vielleicht bringt es Organisationen nicht viel, sich zu engagieren. Aber es kann teuer werden, sich nicht zu engagieren. Skandale um Lösungsmittel, Kinderarbeit oder abgeholzte Wälder schaden der Reputation nachhaltig. Und ich empfehle nicht, CSR einzig über das Risk Management zu steuern.

Sabine Betschart | 26.02.2010

Gedenkstätte online: britische Gefühlskiste

GoneTooSoon

Die Plattform GoneTooSoon ist eine Sammlung virtueller Gedenkstätten. Die Trauernden hinterlassen dort Gefühlsbotschaften – für jeden zugänglich und einsehbar.

Gedenkstätte auf Friedhöfen laden dazu ein, um mit Verstorbenen in Kontakt zu treten. In Grossbritannien kann man sich den Weg zum Friedhof ersparen: es wird virtuell am Bildschirm getrauert. Die Plattform GoneTooSoon unterhält Gedenkseiten für  Verstorbene. Die Eröffnung und Pflege ist jederzeit möglich und einfach. Es braucht keine Blumen, die mühselig angeschleppt und gepflegt werden wollen. Die Pflege beinhaltet Gedanken übermitteln, Ehrungen überbringen, Kerzen anzünden. Zudem kann ein Photoalbum erstellt werden. Für jeden ist einsehbar, was andere überbringen und wie andere trauern. Die Plattform kann auch für verstorbene Tiere genutzt werden.

Eine mir fremde Art sich einem Verstorbenen zuzuwenden und mit ihm in Kontakt zu sein. In meinen Augen kann am Bildschirm nicht die dafür nötige Atmosphäre entstehen. Ich brauche Stille in der Kirche, der Wind im Haar auf dem Friedhof. Es gibt Dinge, wofür der Computer nicht geeignet ist.

Marcel Bernet | 24.02.2010

Social Media unterstützt die Recherche

@zeichen_schreibmaschJournalistinnen und Journalisten nutzen Blogs, Twitter und Facebook intensiv als Quelle – mit höherer Anforderung an die Überprüfung.

Schon 2009 hat die Bernet/IAM-Studie «Journalisten im Internet» (alle bernetblog-Artikel zur Studie, samt Grafiken) eine hohe Akzeptanz von Social Media bei Schweizer Medienschaffenden gezeigt. Letzte Woche veröffentlichten der globale PR-Dienstleister Cision und die George Washington University eine neue Studie (Medienmitteilung deutsch, Website GWU englisch).

Social Media als Quelle etabliert – bei tiefer Glaubwürdigkeit
Der Fachbereich Strategic PR der George Washington Universität GWU sandte im Herbst 2009 Fragebogen an 9100 Medienschaffende, ein Rücklauf wird nicht angegeben. 89 Prozent geben an, Blogs für Recherchen zu nutzen, 65 Prozent nutzen dazu Soziale Netzwerke wie Facebook und LinkedIn, 52 Prozent verfolgen Microblogging-Dienste wie Twitter und 61 Prozent setzen auf Wikipedia.

Damit ist klar: Social Media haben sich als wichtige Quelle für Recherchen etabliert. Was auch nicht weiter erstaunlich ist bei dem riesigen Angebot an Informationen, die sich an diesen neuen Web-Lagerfeuern sammeln. Glauben kann man aber nicht gleich alles, was hier herumgereicht wird – zumindest geben die befragten Journalistinnen und Journalisten zu 84 Prozent an, dass Social Media-Quellen «wenig» oder «viel weniger» glaubwürdig sind als traditionelle Medien.

Vergleich Schweiz: Trend ist klar
Die US-amerikanischen Zahlen liegen bis auf die Nutzung von Wikipedia wesentlich höher als in unserer repräsentativen Studie von 2009 – hier der Vergleich:

socialmedia_journalisten_usa_ch

Gerade im Bereich Blogging bietet sich hierzulande auch wesentlich weniger Inhalt als in den USA. Hinzu kommt, dass unsere Befragung (Gratis-Download) nicht einfach die Nutzung abfragt, sondern die Wertigkeit: Ausgewiesen ist nur der Anteil der Medienschaffenden, die zum Beispiel Blogs als «wichtig» oder «sehr wichtig» für ihre Arbeit bezeichnen. Auch mit dieser engeren Auslegung nutzen die Schweizer Wikipedia leicht stärker, dafür war Twitter Mitte 2009 journalistisch unbedeutend bei uns.

Social Media nicht nur als Quelle
Dass Social Media nicht nur für die Recherche ein absolutes Muss ist, zeigt der neue Chef von BBC World News: In einem internen Memo fordert Peter Horrocks den Einsatz für Recherche, die interne Zusammenarbeit und die Verbreitung der Inhalte. Und zwar ultimativ: «Wer es nicht mag oder wer denkt, dass diese Veränderung oder diese neue Arbeitsweise für ihn zu gross sei, der soll gehen und etwas anderes tun…» Mehr dazu im Beitrag «BBC sagt: Social Media muss sein».

Alle bernetblog-Artikel zur Studie
«Journalisten im Internet» mit Grafiken und Tipps

Dominik Allemann | 23.02.2010

Blogger im Profil: Philips Blog Schweiz

philipsWo sind sie – die erfolgreichen, langfristig und sorgfältig geführten  «Corporate Blogs» der Schweiz? Zahlreich sind sie nicht. Philips-PR-Mann Raphael Wermuth beantwortet die  Fragen aus unserer Blogportrait-Serie.

Philips Schweiz öffnet Schweizer Medienschaffenden (Bereich Consumer Electronics, Lifestyle, Haushalt, …)  und Konsumenten mit dem Philips Schweiz Blog ein Fenster zu ihrer vielfältigen Produktewelt und lässt Raphael Wermuth einen grossen kreativen Freiraum.

Warum bloggen Sie?
Schreiben gehört zu meinem Alltag – als wichtiger Arbeitsinhalt und als persönliche Leidenschaft. Es bereitet mir Spass, mich in Worten, Formulierungen, schriftlichen Gedanken auszudrücken. Und in unserem global tätigen Unternehmen passiert täglich viel Spannendes. Vor etwas mehr als zwei Jahren entstand daraus die Idee, rund zwei bis dreimal die Woche etwas herauszugreifen – für unsere Mitarbeiter. Der Vorläufer des heutigen Philips Schweiz Blog war nur intern. Toll ist, dass die Geschäftsleitung mir die Freiheit gibt, Artikel zu posten, die meine persönliche Meinung oder Erfahrung mit unseren Produkte widerspiegelt.

Was ist Ihre wichtigste Blogerfahrung?
Zwei Dinge: Erstens ist der Blog – zusammen mit Twitter – das schnellste mir zur Verfügung stehende Instrument, um Neuigkeiten aus unserem Haus unter die Leute zu tragen. Ein enorm effizienter Kommunikationsweg, meine ich. Daneben zeigt die Erfahrung, dass bloggen meiner anderen Passion neben dem Schreiben, dem Marathonlaufen, sehr ähnlich ist: Nur wer dran bleibt, wird Erfolg haben. Ganz klassisch: Der Weg ist das Ziel.

Was ist Ihr grösster Blogwunsch?
Viele, viele Kommentare! Nein, Spass beiseite. Ich wünsche mir auf www.blog.philips.ch mehr Interaktion mit den Blog-Lesern. Aber vielleicht ist das nur noch eine Frage der – hoffentlich kurzen – Zeit.

Unser Fazit:
Raphael Wermuth und Philips Schweiz haben mit der umfassenden Social Media Präsenz (Twitter, Flickr, YouTube) und der perfekten Integration in den Blog sehr viel richtig gemacht.  Einzig die Einbindung des Blogs auf der Website gibt Rätsel auf: Der Link ist auf der Pressesite ist schlicht nicht auffindbar. Warum nicht hier die neuesten Blogeinträge an«featuren»? Was mich zum nächsten Gedanken bringt: Der Pressecorner bleibt relativ trocken – wäre es nicht attraktiv, diesen Mediencorner zu einem Social Media Newsroom auszubauen? Den Blog könnte man dort integrieren – vielleicht würde er aber davon auch ganz abgelöst. Fehlen würde dann die persönliche, direkte Prägung durch die Autoren und der Dialog. Diesen bei einem Konsumententhema zu erreichen, ist aber nicht ganz einfach. Aber wie Raphael schreibt: Dranbleiben bringt Erfolg.

Marcel Bernet | 22.02.2010

BBC sagt: Social Media muss sein

@zeichen_schreibmaschDer neue Chef von BBC World Services nimmt kein Blatt vor den Mund: Social Media muss sein. Twitter, Facebook und Blogs verändern Recherche, Publikation und Geschwindigkeit.

In einem Blog-Interview des Guardians verdeutlicht Peter Horrock als neuer Chef der globalen BBC News seine Haltung zum Einsatz von Social Media im Journalismus. Dabei sieht er Blogs, Twitter oder Facebook nicht nur in der Recherche, sondern auch im internen und externen Dialog als unausweichliche Werkzeuge. Dass sie für die Informationsbeschaffung bereits stark verbreitet sind, zeigt eine neue Studie aus den USA.

Wer Social Media nicht einsetzt, kann gehen
Der frühere Chef des Multimedia Newsrooms Peter Horrocks hat die Leitung von BBC World Services Anfang Februar übernommen. Zu seinem Antritt hat er in der internen Hauszeitung klar gemacht, dass Social Media eine wichtige Quelle sind für Recherchen, für die gemeinsame Erarbeitung von Geschichten und deren Verbreitung nach aussen. Der Guardian-Artikel zitiert: «Das ist nicht einfach die Laune eines Technogie-Freaks. Ich befürchte, dass wir unsere Arbeit nicht machen, wenn wir diese Dinge nicht beherrschen. Das ist keine Ermessensfrage. Wer es nicht mag oder wer denkt, dass diese Veränderung oder diese neue Arbeitsweise für ihn zu gross sei, der soll gehen und etwas anderes tun – weil es einfach passieren wird. Niemand kann es aufhalten.»

Recherche, Verbreitung und Dialog
Technologie ändere den Journalismus. Deshalb seien Twitter und RSS-Reader essentielle Werkzeuge für die News-Recherche. BBC-Redaktorinnen und Redaktoren sollen darüber hinaus Twitter und andere Möglichkeiten einsetzen zur Verbreitung ihrer Inhalte samt Links zu den Originalberichten. Und schliesslich sei ein journalistisches Social Media Engagement wesentlich für den direkten Austausch mit Leserinnen und Lesern.

Immer schneller, immer oberflächlicher?
Wir Medienkonsumenten erleben wie die Medienschaffenden eine spannende Veränderung: News werden weltweit immer schneller erfasst und immer schneller publiziert. Im Wettrennen um das erste Bild oder die erste Schlagzeile entscheiden heute Sekunden. Früher konnte man in Sondersituationen ein Extrablatt schreiben und drucken, das erste Foto der Notlandung auf dem Hudson-River gelangte vom Mobiltelefon über Twitter innert Sekunden an die Öffentlichkeit.

Der Kampf um das erste Bild, die erste Schlagzeile ist unerbittlich. Wir stehen in eine steigenden Flut von Sofortnachrichten. 2oMinuten bringt mir eine Eilmeldung aufs iPhone? Wieso kann ich die Geschichte noch nicht auf NZZ Online nachlesen? Ich glaube, dass Peter Horrock recht hat: Wer im Nachrichtengeschäft tätig ist, muss beides schaffen: Sehr schnell raus mit Inhalten und so schnell wie möglich die Hintergründe dazu liefern. Dabei helfen Social Media. Und sie können eine wichtige Rolle spielen beim Vermitteln der Inhalte ans Publikum.

Schnell ist immer oberflächlich, das liegt in der Natur der Sache. Ich habe die Eilmeldungen auf meinem iPhone wieder ausgeschaltet. Weil mir der Hintergrund am nächsten Tag wichtiger ist als Störung mitten im Tagesablauf. Die Meldungen, von denen ich mich stören lasse, bleiben in E-Mail und RSS abonniert.

Dieser Beitrag erschien am 25. März auf Marcel Bernets «Extrablog» der NZZ.

bernetblog-Artikel zur Social Media-Nutzung von Schweizer Medien

Dominik Allemann | 18.02.2010

Politik im Netz: Überblick im Zürcher Wahlbistro

wahlbistro_zhZürich wählt: Am 7. März gibt es Erneuerungswahlen für den Stadt- und Gemeinderat. Das Kandidat/innen-Karussell dreht und es wird diskutiert; auf Podien, am Stammtisch – und im Online-Wahlbistro.

Das Konzept stammt – da waren sie für einmal schneller – aus Bern. Der Polit-PR-Mann Mark Balsiger hat das Berner Wahlbistro im August 2008 eröffnet (bernetblog hat berichtet). Mit dem Sozialgeograf Michael Hermann hat er sich jetzt an eine Zürcher Filiale gewagt.

Betrieb im Bistro
Natürlich hat das Bistro nicht die Kommunikationskraft eines NZZVotum. Entsprechend ist die Zahl der Beiträge wohl auch etwas tiefer. Was aber gefällt ist, dass sich im Wahlbistro alle Politiker/innen ihr Profil erfassen können. Das gibt einen guten Überblick. Dabei fällt  auf, dass sich die politische Rechte offenbar schwer tut mit dem Online-Debattieren – gerade mal ein Schweizer Demokrat ist anwesend – die SVP fehlt ganz. Immerhin wird unter anderem über Zuwanderung (von Deutschen) diskutiert. Gut präsent sind SP, Grüne, Grünliberale und die FDP.

Anbindung an Social Media
Praktisch sind die Verlinkungen zu den Twitter- und Facebook-Konten der Bistro-Politiker. Und die Anbindung der Plattform an diese Netzwerke (Twitter, Facebook). Darin liegt Potenzial. Im Bistro selber könnte doch beispielsweise ein Twitterchannel (#wahlbistro) eingebaut werden… Es bleibt spannend, wie sich Meinungs-Austausch und -Bildung via Web weiter entwickelt.

Sabine Betschart | 17.02.2010

Internetnutzung: US-Teenager lesen News online

breakthroughkid

Wie werden die Digital Natives die Medien beeinflussen und verändern? Eine Studie aus Amerika zeigt: 60 Prozent der 12- bis 17-Jährigen lesen News im Internet.

Das Pew Research Center in Washington betreibt Forschungsarbeit für Politik und Presse. Die soeben erschienenen Ergebnisse zu «Social Media & Mobile Internet Use Among Teens and Young Adults» sind spannend. Hier meinen persönlichen Auszug:

12- bis 29-Jährige: 93 Prozent sind online
Teens (12- bis 17-Jährige) bleiben die am stärksten vertretene Online-Altersgruppe. Die Kurve flacht 2009 ab, denn die Sättigung ist hoch: 93 Prozent aller Jugendlichen nutzen das Internet. Gleich oft online gehen heute in den USA Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren. Alle Altersgruppen über 18 Jahren erreichen mit 74 Prozent eine wesentlich tiefer Nutzung.

Internetnutzung 2000-2009

12 bis 17-Jährige: 62 Prozent lesen News im Netz
Mehr als die Hälfte aller Teens beschaffen sich Nachrichten Online. Warum sollten sie eine Zeitung oder ein Buch zur Hand nehmen? Diese Angewohnheit wird die Medienlandschaft des 21. Jahrhunderts stark beeinflussen. Mobil und allzeit verfügbar bleibt wichtig: 55 Prozent aller 18- bis 29-Jährigen beschaffen sich mit dem Telefon den Zugang zum Internet.

Die Studie enthält darüber hinaus Angaben zur Blog-Aktivität (die zurückgeht), zur Nutzung von Sozialen Netzwerken (nimmt zu, bei ausgeglichener Altersverteilung) und zu Twitter (wo Jugendliche praktisch nicht aktiv sind).

Mehr zum Thema:
Weist das Medienverhalten der Jungen die Zukunft

Marcel Bernet | 16.02.2010

Im Facebook-Sofa versinken? Newsreader mit Tücken

facebook_chFacebook preist sich neu auch als idealer Platz fürs Lesen von News an. Das Einrichten hat noch seine Tücken. Die Botschaft «Macht doch alles bei mir» hat Konsequenzen für Ihren Web-Auftritt.

Eine interessante Entwicklung verstärkt sich auf Facebook: Wer hier einloggt, kann bleiben. Wieso das Facebook-Sofa verlassen und rüber ins Twitter-Café hetzen? Mark Zuckerbergs Empfangsteam sagt: Kurznachrichten gibts doch auch bei uns, einfach sitzen bleiben! Und jetzt rösten wir auch den besten News-Kaffee!

Newsreader einrichten mit Tücken
Wie üblich bei Facebook: Wer neue Möglichkeiten wirklich einsetzen will, muss sich erst durch Manuals wälzen – angeregt durch eine Bloganleitung von Facebook und unterstützt durch Annette Schwindts Tipps hier der Schnell-Leitfaden für einen News-Strom auf Facebook.

Neben «Freunden» können auch «Seiten» in Listen sortiert werden. Zuerst oben rechts auf der eigenen Seite «Konto» anklicken, «Freunde bearbeiten» auswählen:

konto

Bei mir sind schon Listen erstellt. In diese Listen können auch Seiten eingeordnet werden – links auf «Seiten» klicken, bei den erscheinenden Seiten können Sie wählen, zu welcher Liste sie gehören sollen. Dabei können Sie gleich auch neue Listen erstellen. Ich habe mir eine Liste «News» geschaffen. Dort hinein ziehe ich Seiten wie AP, Spiegel Online oder gerngelesene Blogs mit Facebook-Auftritten.

news_2_listen

Wenn ich diese, zu Beginn aufwändige Sortierarbeit durchziehe, erhalte ich auf meiner Facebook-Startseite diese Übersicht der laufend eingehenden News. Samt Möglichkeit des direkten Dialogs mit den Absendern, über Facebook-Notizen. Interessanterweise muss ich für diesen «Newsreader» auf «Freunde» klicken.

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Fazit: Bieten Sie Ihre News hier an
Als Leser ist mir dieser Reader zu wenig schnell. Verlockend daran ist die Integration mit der Kommentarmöglichkeit. Und noch etwas: Auf Facebook muss ich sowieso jeden Tag kurz einloggen, meine Nachrichten checken und die Bernet_PR-Seite betreuen. Also könnte ich doch gleich schnell die News hier überfliegen?

Für Anbieter ist klar: Wenn Sie News irgendwo im Web bieten, dann unbedingt auch auf Facebook anzeigen. Denn das Leserpotenzial ist hoch. Und die Menschen sind bequem, genau wie ich. Die Entwicklung in den USA zeigt diese interessante Grafik in einer Analyse von Hitwise. Facebook bringt heute mehr Links zu Newsquellen und Medien als Google News.

Facebook and Google News to News Websites

Google Search bleibt die Quelle Nummer eins für Links zu Medien, vor Yahoo und msn. In diesem Vergleich liegt Facebook auf Platz vier.

Platz nehmen und sitzen bleiben!
Mein amerikanischer Kollege Steve Rubel hat kürzlich festgestellt, dass Facebook einer seiner am meisten besuchten Seiten ist. Er sieht in der laufenden Integration von News, Kurznachrichten, Chat, Kommentierung, Video, Links eine absehbare Dominanz dieser Plattform. In «Facebook could eat the Web» skizziert er eine Zukunft, in Konsumenten und Anbieter sich nur noch auf dieser Plattform austauschen. Wo also Unternehmen auf eine eigene Website ausserhalb dieses Sozialen Netzwerks ganz verzichten. 1-800-Flowers lässt zum Beispiel Kunden direkt aus Facebook Blumen bestellen.

Ich glaube immer noch an die eigene Website als Zentrum aller Online-Aktivitäten. Wo Facebook mit Twitter, Blogs, Buzz und weiteren Tools als Satelliten wirken, die Traffic rüber bringen auf den eigenen Auftritt. Wo Unternehmen und Organisationen die Kontrolle über ihre Kontakte und Inhalte haben und sich nicht dauernd an neue Programmiervorgaben von Facebook oder plötzliche Änderungen der maximalen Freundeszahl undsoweiter anpassen müssen.

Kann sein, dass ich da völlig falsch liege. Wenn alle im Kaffee Facebook sitzen, muss ich meinen Chai wohl auch dort reinbringen.

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